Drei- und Fünfventilblöcke am Differenzdrucktransmitter bedienen: Ausgleichsventil und Absperrfolge richtig nutzen

5 fach Ventilblock für Absperrung, Druckausgleich und Entlüftung
→ Produktkategorie: Druckmesstechnik

 

Ein Differenzdrucktransmitter misst im normalen Betrieb beispielsweise nur 120 mbar Differenzdruck, während auf beiden Prozessseiten gleichzeitig ein Leitungsdruck von 20 bar anliegt. Beim Anfahren wird jedoch zunächst nur eine Impulsleitung geöffnet, während die andere Seite des Transmitters noch drucklos ist. Für kurze Zeit wirken dadurch nahezu die gesamten 20 bar als einseitiger Differenzdruck auf die Messzelle.

Genau solche Situationen sollen Drei- und Fünfventilblöcke beherrschbar machen. Sie bilden die Schnittstelle zwischen Prozess und Differenzdrucktransmitter und ermöglichen, beide Druckseiten gezielt abzusperren und miteinander auszugleichen. Ein Fünfventilblock besitzt darüber hinaus Ventile zum kontrollierten Entlüften beziehungsweise Ablassen der beiden Messseiten.

Besonders wichtig ist das Ausgleichsventil. Ist es geöffnet, sind Hochdruck- und Niederdruckseite auf der Instrumentenseite miteinander verbunden. Dadurch kann auf beiden Seiten der Messzelle derselbe Druck hergestellt werden. Der Differenzdruck sollte in diesem Zustand idealerweise gegen Null gehen. Genau dieser Zustand ist für Inbetriebnahme, Nullpunktkontrolle und verschiedene Wartungsarbeiten hilfreich.

Ein Ventilblock ist deshalb nicht nur ein Anschlussstück. Die richtige Ventilstellung entscheidet darüber, ob der Differenzdrucktransmitter misst, druckausgeglichen ist oder vom Prozess getrennt wird. Eine falsche Reihenfolge kann dagegen eine einseitige Überlast der Messzelle verursachen oder beim Entlüften Prozessmedium unkontrolliert freisetzen.

Warum braucht ein Differenzdrucktransmitter einen Ventilblock?

Ein Differenzdrucktransmitter besitzt zwei Prozessseiten. Die Hochdruckseite wird häufig mit H, HP, + oder p1 bezeichnet, die Niederdruckseite mit L, LP, - oder p2. Der Messwert ergibt sich vereinfacht aus:

Δp = pH - pL

Im normalen Betrieb sollen beide Prozessdrücke gleichzeitig auf die jeweilige Messkammer wirken. Für Wartung, Inbetriebnahme und Nullpunktprüfung muss diese Verbindung jedoch gezielt verändert werden können. Würden die beiden Impulsleitungen einfach direkt mit dem Transmitter verbunden, müsste für viele Arbeiten die Prozessmessstelle aufwendig getrennt werden.

Ein Ventilblock kombiniert deshalb mehrere Funktionen in einem kompakten Bauteil. Die Prozessseiten können abgesperrt werden, die beiden Instrumentenseiten können miteinander verbunden werden und bei einem Fünfventilblock können zusätzlich einzelne Seiten kontrolliert entlüftet beziehungsweise abgelassen werden.

Wie funktioniert ein 3-fach-Ventilblock?

Ein klassischer 3-fach-Ventilblock besitzt drei Ventile: ein Absperrventil für die Hochdruckseite, ein Absperrventil für die Niederdruckseite und ein Druckausgleichsventil zwischen beiden Instrumentenseiten.

Ventil Funktion Typische Stellung im Messbetrieb
H-/HP-Absperrventil Verbindet Hochdruck-Prozessseite mit dem Transmitter Offen
L-/LP-Absperrventil Verbindet Niederdruck-Prozessseite mit dem Transmitter Offen
Ausgleichsventil Verbindet beide Instrumentenseiten miteinander Geschlossen

Während der normalen Messung müssen H- und L-Seite den tatsächlichen Prozessdruck getrennt zur Messzelle übertragen. Das Ausgleichsventil bleibt deshalb geschlossen. Würde es während der Messung vollständig geöffnet, würden beide Instrumentenseiten miteinander verbunden und der Differenzdruck würde weitgehend zusammenbrechen.

Was kann ein 5-fach-Ventilblock zusätzlich?

Der bei ICS angebotene WIKA 5-fach-Ventilblock IV50 beziehungsweise IV51 besitzt gegenüber dem 3-fach-Block zwei zusätzliche Entlüftungsventile. Damit kann jede Druckseite gezielt entlüftet beziehungsweise druckentlastet werden.

Das ist besonders hilfreich bei Inbetriebnahme, Spülung, Wartung und Prüfung. Bei Flüssigkeitsmessungen können beispielsweise unerwünschte Gasblasen entfernt werden. Bei Gasanwendungen kann je nach Einbausituation angesammeltes Kondensat relevant sein. Auch eine Prüfung des Transmitters im eingebauten Zustand wird durch entsprechende Ventilfunktionen erleichtert.

Funktion 3-fach-Ventilblock 5-fach-Ventilblock
H-Seite absperren Ja Ja
L-Seite absperren Ja Ja
H und L druckmäßig ausgleichen Ja Ja
H-Seite gezielt entlüften/ablassen Nein beziehungsweise externe Lösung erforderlich Ja
L-Seite gezielt entlüften/ablassen Nein beziehungsweise externe Lösung erforderlich Ja

Welcher Ventilblock sinnvoll ist, hängt deshalb nicht nur vom Transmitter ab. Medium, Druck, notwendige Wartungsarbeiten, gewünschte Prüfmöglichkeiten und das gesamte Hook-up müssen berücksichtigt werden.

Was macht das Ausgleichsventil?

Das Ausgleichsventil verbindet auf der Instrumentenseite die beiden Druckkammern miteinander. Sind die Prozessbedingungen beziehungsweise die übrigen Ventilstellungen geeignet, stellt sich dadurch an beiden Transmitteranschlüssen derselbe Druck ein.

Der resultierende Differenzdruck beträgt dann idealerweise:

Δp ≈ 0

Diese Funktion besitzt zwei wichtige Aufgaben. Erstens kann beim Anfahren verhindert werden, dass eine Seite der Messzelle bereits unter vollem Leitungsdruck steht, während die andere noch drucklos ist. Zweitens lässt sich ein Nullpunkt unter gemeinsamem statischem Druck kontrollieren.

Das Ausgleichsventil darf deshalb nicht mit einem Entlüftungsventil verwechselt werden. Beim Druckausgleich wird der Druck nicht automatisch an die Umgebung abgegeben. Vielmehr werden H- und L-Seite auf der Instrumentenseite miteinander verbunden.

Welche Ventile sind im normalen Messbetrieb geöffnet?

Im normalen Differenzdruck-Messbetrieb gilt grundsätzlich: Beide Prozessseiten müssen mit dem Transmitter verbunden sein und der interne Druckausgleich muss geschlossen sein.

Die typische Grundstellung lautet damit:

  • H-/HP-Absperrventil: offen,
  • L-/LP-Absperrventil: offen,
  • Ausgleichsventil: geschlossen,
  • Entlüftungsventile eines 5-fach-Blocks: geschlossen.

Nur so kann sich zwischen beiden Messkammern der tatsächliche Prozessdifferenzdruck aufbauen. Die konkrete Beschriftung und Anordnung der Ventile muss jedoch immer anhand der jeweiligen Ventilblock- und Transmitterdokumentation geprüft werden.

Wie wird eine Differenzdruckmessstelle kontrolliert angefahren?

Beim Anfahren besteht das wichtigste Ziel darin, einen hohen einseitigen Differenzdruck auf die Messzelle zu vermeiden. Deshalb wird der Transmitter zunächst in einen druckausgeglichenen Zustand gebracht. Anschließend werden beide Prozessseiten kontrolliert zugeschaltet. Erst wenn beide Seiten unter den vorgesehenen Prozessbedingungen stehen, wird der Ausgleich geschlossen und die eigentliche Differenzdruckmessung freigegeben.

Das Grundprinzip lautet damit:

  1. Ausgleich zwischen den beiden Instrumentenseiten herstellen.
  2. Prozessdruck kontrolliert auf die Messanordnung geben.
  3. Beide Prozessseiten entsprechend der vorgeschriebenen Ventilfolge verbinden.
  4. Prüfen, ob beide Seiten korrekt beaufschlagt und Impulsleitungen ordnungsgemäß gefüllt beziehungsweise entlüftet sind.
  5. Ausgleichsventil schließen.
  6. Messwert auf Plausibilität kontrollieren.

Die konkrete Reihenfolge, in der H- und L-Absperrventil geöffnet werden, ist nicht für jede Messstelle identisch festzulegen. Anlagenhersteller, Transmitterhersteller und Messaufgabe können unterschiedliche Vorgaben machen. Entscheidend ist das Schutzprinzip: Die Messzelle darf während des Umschaltvorganges nicht unzulässig einseitig belastet werden.

Wie wird die Messstelle außer Betrieb genommen?

Auch beim Abschalten sollte ein kontrollierter Druckausgleich hergestellt werden, bevor ungünstige einseitige Druckzustände entstehen. Das Grundprinzip ist damit das Gegenstück zur Inbetriebnahme: Zunächst wird der Differenzdruck an der Messzelle kontrolliert reduziert beziehungsweise ausgeglichen, anschließend werden die Prozessseiten getrennt.

Bei einer Wartung muss zusätzlich geklärt werden, ob im Ventilblock, im Transmitter oder in den Impulsleitungen noch statischer Prozessdruck eingeschlossen ist. Geschlossene Prozessventile bedeuten nicht automatisch, dass die instrumentenseitigen Hohlräume drucklos sind.

Erst nach einer dafür vorgesehenen kontrollierten Druckentlastung darf ein Transmitter beziehungsweise eine Verschraubung geöffnet werden. Bei gefährlichen, toxischen, heißen oder umweltkritischen Medien darf ein Entlüftungsanschluss nicht einfach unkontrolliert zur Umgebung geöffnet werden. Das Medium muss entsprechend der Anlagenplanung sicher aufgefangen, zurückgeführt oder abgeführt werden.

Nullpunkt unter Leitungsdruck prüfen

Ein großer Vorteil eines Ventilblocks ist die Möglichkeit, den Differenzdrucktransmitter unter gemeinsamem statischem Prozessdruck auf seinen Nullpunkt zu prüfen. Hierzu wird ein definierter Zustand hergestellt, bei dem beide Seiten der Messzelle denselben Druck sehen.

Zeigt ein Transmitter in diesem Zustand beispielsweise weiterhin +12 mbar, muss geprüft werden, ob tatsächlich ein vollständiger Druckausgleich vorliegt. Mögliche Ursachen sind ein nicht vollständig geöffnetes Ausgleichsventil, eingeschlossene Gasblasen, Flüssigkeitssäulen, verstopfte Impulsleitungen oder ein realer Nullpunktversatz des Transmitters.

Eine solche Prüfung ist aussagekräftiger als ein vorschneller Nullabgleich. Zunächst sollte immer ausgeschlossen werden, dass die Installation selbst einen echten Druckunterschied erzeugt.

Entlüften und Ablassen beim 5-fach-Ventilblock

Die beiden zusätzlichen Ventile eines 5-fach-Blocks ermöglichen einen kontrollierten Zugang zu den einzelnen Druckseiten. Abhängig von Medium und Einbauart können sie zum Entlüften, Ablassen, Spülen oder für Prüfaufgaben genutzt werden.

Bei Flüssigkeitsmessungen sind Gasblasen in einer Impulsleitung problematisch, weil sie kompressibel sind und das dynamische Verhalten verändern können. Unterschiedliche Flüssigkeitssäulen können zusätzlich einen hydrostatischen Differenzdruck erzeugen. Bei Gasmessungen sind dagegen unerwünschte Flüssigkeitsansammlungen beziehungsweise Kondensat kritisch.

Entlüftungsventile dürfen nur geöffnet werden, wenn die daraus resultierende Druck- und Medienführung eindeutig bekannt ist. Besonders bei hohem Leitungsdruck muss vor dem Öffnen geklärt werden, ob die betreffende Seite zuvor sicher vom Prozess getrennt wurde und wohin das austretende Medium geführt wird.

Einfluss von Impulsleitungen und Füllzustand

Ein perfekt bedienter Ventilblock kann Installationsfehler in den Impulsleitungen nicht kompensieren. Beide Leitungen gehören messtechnisch zum Differenzdrucksystem. Unterschiedliche Füllzustände, verstopfte Leitungen oder verschiedene Höhen können einen realen zusätzlichen Differenzdruck erzeugen.

Besonders bei sehr kleinen Differenzdruckmessbereichen kann bereits eine geringe Höhendifferenz einer Flüssigkeitssäule einen deutlich sichtbaren Messwert verursachen. Ein vermeintlich fehlerhafter Nullpunkt kann daher tatsächlich aus der Installation stammen.

Bei Inbetriebnahme und Wartung sollte deshalb nicht nur die Ventilstellung dokumentiert werden. Verlauf, Füllzustand, Entlüftung beziehungsweise Entwässerung und Temperatur der Impulsleitungen gehören ebenfalls zur Prüfung.

Warum ist einseitige Überlast kritisch?

Ein Differenzdrucktransmitter kann für einen hohen statischen Leitungsdruck ausgelegt sein und gleichzeitig einen sehr kleinen Differenzdruckmessbereich besitzen. Diese beiden Angaben dürfen nicht verwechselt werden.

Ein Beispiel: Auf beiden Seiten eines Transmitters liegen im normalen Betrieb etwa 20 bar. Die Differenz beträgt jedoch lediglich 100 mbar. Solange beide Seiten mit annähernd 20 bar beaufschlagt sind, sieht die Messzelle nur den kleinen Differenzdruck.

Wird dagegen eine Seite vollständig mit 20 bar beaufschlagt, während die Gegenseite drucklos ist, beträgt der kurzzeitig anliegende Differenzdruck ungefähr:

20 bar - 0 bar = 20 bar

Das ist zweihundertmal so viel wie ein Messbereich von 100 mbar. Ob die Messzelle diesen Zustand schadlos übersteht, hängt von ihrer spezifizierten einseitigen Überlastfestigkeit ab. Genau deshalb besitzt die Ventilfolge eine mechanische Schutzfunktion und ist nicht lediglich eine Frage der Bedienkomforts.

Praxisbeispiel: 20 bar Leitungsdruck und 100 mbar Messbereich

Ein Differenzdrucktransmitter überwacht den Druckverlust über einen Prozessfilter. Der normale Leitungsdruck beträgt etwa 20 bar, der zu erwartende Differenzdruck liegt nur zwischen 20 und 100 mbar.

Nach einer Wartung sind beide Prozessabsperrungen geschlossen. Würde der Bediener nun einfach eine Seite vollständig öffnen und die andere Seite zunächst geschlossen lassen, könnte kurzfristig nahezu der volle Leitungsdruck einseitig auf die Messzelle wirken.

Stattdessen wird entsprechend dem für die Messstelle festgelegten Verfahren zunächst ein Druckausgleich hergestellt. Die Prozessseiten werden anschließend so zugeschaltet, dass beide Messkammern kontrolliert auf das gemeinsame Leitungsdruckniveau gebracht werden. Erst danach wird das Ausgleichsventil geschlossen.

Nun entsteht wieder der tatsächliche Differenzdruck über dem Filter. Zeigt der Transmitter beispielsweise 65 mbar, stammt dieser Wert aus der Differenz zwischen den beiden Prozessseiten und nicht aus einer einseitigen Beaufschlagung während des Anfahrens.

Das Beispiel zeigt, warum bei einem Differenzdrucktransmitter die kleine Messspanne niemals mit dem hohen gemeinsamen Leitungsdruck verwechselt werden darf. Der Ventilblock sorgt dafür, dass beide Größen während Inbetriebnahme und Wartung kontrolliert voneinander getrennt bleiben.

Systematische Vorgehensweise

  1. Ventilblock eindeutig identifizieren: 3- oder 5-fach, H-/L-Zuordnung und Funktion jedes Ventils anhand der Dokumentation prüfen.
  2. Maximalen Leitungsdruck, Differenzdruckmessbereich und zulässige einseitige Überlast des Transmitters kennen.
  3. Vor der Inbetriebnahme Impulsleitungen, Verschraubungen und Füllzustand kontrollieren.
  4. Transmitter zunächst in einen sicheren druckausgeglichenen Zustand bringen.
  5. Beide Prozessseiten nach der für die konkrete Messstelle vorgeschriebenen Reihenfolge zuschalten.
  6. Erst danach das Ausgleichsventil schließen und die Differenzdruckmessung freigeben.
  7. Für Nullpunktprüfungen einen eindeutig definierten Druckausgleich herstellen und nicht sofort nachjustieren.
  8. Vor Wartungsarbeiten Prozessseiten absperren und eingeschlossenen Druck kontrolliert abbauen.
  9. Entlüftungs- und Ablassmedien sicher auffangen beziehungsweise ableiten.
  10. Ventilstellungen und vorgesehene Bedienfolge für wiederkehrende Wartungsarbeiten dokumentieren.

Häufige Fehler

  • Eine Prozessseite zuerst vollständig mit Leitungsdruck beaufschlagen: Dadurch kann eine hohe einseitige Belastung der Messzelle entstehen.
  • Ausgleichsventil im Messbetrieb offen lassen: Der tatsächliche Differenzdruck wird dadurch reduziert beziehungsweise weitgehend ausgeglichen.
  • Ausgleichsventil mit einem Entlüftungsventil verwechseln: Beim Equalizing werden die beiden Instrumentenseiten miteinander verbunden, nicht automatisch drucklos gemacht.
  • Geschlossene Prozessventile mit drucklosem Transmitter gleichsetzen: Zwischen Ventil und Messzelle kann weiterhin hoher Druck eingeschlossen sein.
  • Entlüftungsventil unter vollem Prozessdruck unkontrolliert öffnen: Prozessmedium kann mit hoher Energie austreten.
  • Eine universelle H-/L-Ventilfolge für jede Anwendung verwenden: Die konkrete Betriebsanleitung und Anlagenfunktion sind maßgeblich.
  • Nullpunkt sofort korrigieren: Zunächst muss sichergestellt werden, dass beide Messseiten tatsächlich denselben Druck sehen.
  • Impulsleitungen nicht berücksichtigen: Gasblasen, Kondensat, Flüssigkeitssäulen und Verstopfungen können trotz korrekter Ventilstellung einen Messfehler erzeugen.
  • Ventile anhand ihrer räumlichen Lage erraten: Hochdruck-, Niederdruck-, Ausgleichs- und Entlüftungsventile müssen anhand der tatsächlichen Kennzeichnung beziehungsweise Dokumentation identifiziert werden.

WIKA DPT-20 und IV30/IV31/IV50/IV51

Ein konkreter Differenzdrucktransmitter für industrielle Prozessanwendungen ist der WIKA DPT-20. Das Gerät eignet sich unter anderem für Filter- und Pumpenüberwachung, Durchflussmessung über Wirkdruckgeber sowie Füllstandmessungen. Verfügbare Messbereiche reichen von sehr kleinen Differenzdrücken bis zu mehreren bar, während je nach Ausführung ein hoher gemeinsamer statischer Prozessdruck möglich ist.

Für die sichere Prozessanbindung können passende Ventilblöcke eingesetzt werden. Die WIKA IV30 und IV31 sind als 3-fach-Ventilblöcke mit zwei Absperrventilen und einem Druckausgleichsventil ausgeführt. Das Ausgleichsventil verbindet Plus- und Minusseite und kann dadurch insbesondere bei Inbetriebnahme und Nullpunktprüfung einen kontrollierten Druckausgleich ermöglichen.

Die WIKA IV50 und IV51 besitzen zusätzlich zwei Entlüftungsventile. Damit kann jeweils eine Druckseite gezielt entlüftet beziehungsweise für entsprechende Service- und Prüfarbeiten zugänglich gemacht werden.

WIKA bietet standardisierte Achsabstände von 37 und 54 mm, wodurch die Ventilblöcke mit WIKA-Differenzdruckmessgeräten und marktüblichen Prozesstransmittern kombiniert werden können. Auch komplett montierte und dichtheitsgeprüfte Hook-up-Lösungen sind möglich.

Passende Geräte finden Sie unter Druckmesstechnik bei ICS Schneider. Weitere Informationen finden Sie beim WIKA DPT-20 Differenzdrucktransmitter sowie bei den WIKA IV30, IV31, IV50 und IV51 Ventilblöcken.

Fazit

Drei- und Fünfventilblöcke sind ein zentraler Bestandteil einer industriellen Differenzdruckmessstelle. Sie ermöglichen nicht nur die Absperrung vom Prozess, sondern vor allem einen kontrollierten Druckausgleich zwischen beiden Seiten der Messzelle.

Im normalen Messbetrieb sind beide Prozessabsperrungen geöffnet und das Ausgleichsventil geschlossen. Für Inbetriebnahme, Nullpunktkontrolle und Außerbetriebnahme wird dagegen gezielt ein druckausgeglichener Zustand hergestellt.

Ein Fünfventilblock erweitert diese Funktionen um separate Entlüftungs- beziehungsweise Ablassmöglichkeiten. Dadurch können einzelne Druckseiten gezielt geprüft, entlüftet oder druckentlastet werden. Diese Funktion muss jedoch entsprechend Medium, Prozessdruck und Sicherheitskonzept kontrolliert eingesetzt werden.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Differenzdruck und gemeinsamem Leitungsdruck. Ein Transmitter kann nur wenige Millibar messen und gleichzeitig auf beiden Seiten einem statischen Druck von vielen bar ausgesetzt sein. Eine falsche Ventilfolge kann diesen hohen Leitungsdruck kurzfristig als einseitigen Differenzdruck auf die Messzelle geben.

Für eine zuverlässige Bedienung gilt deshalb: Ventilfunktionen eindeutig identifizieren, zuerst einen sicheren Druckzustand herstellen, H- und L-Seite kontrolliert zuschalten beziehungsweise absperren und den Ausgleich erst dann schließen oder öffnen, wenn die Prozessbedingungen dies zulassen. Die konkrete Ventilfolge muss immer zur jeweiligen Messstelle und zur Herstellerdokumentation passen.

FAQ: Drei- und Fünfventilblöcke am Differenzdrucktransmitter

Wozu dient ein 3-fach-Ventilblock?

Ein 3-fach-Ventilblock besitzt zwei Absperrventile für Hoch- und Niederdruckseite sowie ein Ausgleichsventil. Dadurch kann der Differenzdrucktransmitter vom Prozess getrennt und zwischen beiden Messseiten ein Druckausgleich hergestellt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem 3- und einem 5-fach-Ventilblock?

Ein 5-fach-Ventilblock besitzt zusätzlich zu den beiden Absperrventilen und dem Druckausgleich zwei Entlüftungs- beziehungsweise Ablassventile. Damit können die beiden Druckseiten gezielter entlüftet oder für Servicearbeiten druckentlastet werden.

Wie stehen die Ventile im normalen Messbetrieb?

Grundsätzlich sind die Absperrventile der Hoch- und Niederdruckseite geöffnet und das Ausgleichsventil geschlossen. Bei einem 5-fach-Ventilblock sind auch die Entlüftungsventile im normalen Messbetrieb geschlossen.

Was passiert, wenn das Ausgleichsventil geöffnet wird?

Auf der Instrumentenseite werden Hoch- und Niederdruckseite miteinander verbunden. Dadurch nähert sich der Differenzdruck an der Messzelle dem Wert Null, sofern keine anderen hydraulischen oder pneumatischen Effekte einen Druckunterschied erzeugen.

Warum wird das Ausgleichsventil bei der Inbetriebnahme verwendet?

Es hilft dabei, beide Seiten der Messzelle kontrolliert auf ein vergleichbares Druckniveau zu bringen und damit eine ungünstige einseitige Überlast während des Anfahrens zu vermeiden.

Kann man über das Ausgleichsventil den Transmitter drucklos machen?

Nicht automatisch. Das Ausgleichsventil verbindet beide Messseiten miteinander. Es entlastet den eingeschlossenen Druck nicht zwangsläufig zur Atmosphäre beziehungsweise zu einem Ablasssystem.

Kann man mit einem Ventilblock den Nullpunkt des Transmitters prüfen?

Ja. Wird ein definierter Zustand mit gleichem Druck an beiden Messseiten hergestellt, sollte der Differenzdruck idealerweise gegen Null gehen. Dadurch lässt sich der Nullpunkt auch unter gemeinsamem statischem Leitungsdruck beurteilen.

Warum ist eine falsche Absperrfolge gefährlich?

Wenn eine Seite des Differenzdrucktransmitters bereits mit hohem Leitungsdruck beaufschlagt ist, während die andere Seite noch drucklos bleibt, kann nahezu der gesamte Leitungsdruck als einseitiger Differenzdruck auf die Messzelle wirken.

Gibt es eine universelle Reihenfolge für H- und L-Ventil?

Nein. Das Schutzprinzip ist allgemein, die konkrete Reihenfolge kann jedoch von Transmitter, Ventilblock, Prozess und Anlagenkonzept abhängen. Deshalb ist die Betriebsanleitung der jeweiligen Messstelle maßgeblich.

Wozu dienen die zusätzlichen Ventile eines 5-fach-Ventilblocks?

Sie ermöglichen die gezielte Entlüftung beziehungsweise Druckentlastung der einzelnen Messseiten und können für Inbetriebnahme, Wartung, Spülung und bestimmte Prüfaufgaben genutzt werden.

Welcher konkrete Ventilblock eignet sich für einen Differenzdrucktransmitter?

Beispiele sind die WIKA Typen IV30 und IV31 als 3-fach-Ventilblöcke sowie IV50 und IV51 als 5-fach-Ventilblöcke. Sie sind für Differenzdruckmessgeräte und marktübliche Prozesstransmitter ausgelegt.

Welcher Differenzdrucktransmitter passt dazu?

Ein konkretes Beispiel ist der WIKA DPT-20. Er eignet sich unter anderem für Filterüberwachung, Durchfluss-, Füllstands- und weitere industrielle Differenzdruckmessungen und kann mit passenden 3- beziehungsweise 5-fach-Ventilblöcken kombiniert werden.

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