G1/4 EN 837 oder G1/4 DIN 3852: Dichtprinzip am Manometer richtig unterscheiden

G1 4 EN 837 oder DIN 3852 E – Dichtprinzip am Druckanschluss richtig unterscheiden
→ Produktkategorie: Druckmesstechnik

 

Auf einem Manometer steht:

G 1/4

und auch der vorhandene Anschluss an der Maschine besitzt ein G-1/4-Gewinde. Damit müsste das Messgerät eigentlich passen. Beim Einschrauben zeigt sich jedoch, dass die Dichtung nicht richtig anliegt, das Manometer zu früh anschlägt oder die Verbindung trotz festem Anziehen undicht bleibt.

Der Grund: G 1/4 beschreibt noch nicht vollständig den Prozessanschluss. Zwei Anschlüsse können dieselbe Gewindegröße besitzen und trotzdem unterschiedliche Dichtflächen, Einschraubgeometrien und Dichtungssysteme verwenden.

Besonders häufig werden in der Druckmesstechnik:

G 1/4 B nach EN 837

und:

G 1/4 nach DIN 3852-E beziehungsweise DIN EN ISO 1179-2

verwechselt.

Beim klassischen Manometeranschluss nach EN 837 erfolgt die Abdichtung üblicherweise über eine separate Dichtung an einer dafür vorgesehenen Dichtfläche vor dem Gewinde. Bei der in der Hydraulik verbreiteten Form E nach DIN 3852 beziehungsweise heute DIN EN ISO 1179-2 befindet sich dagegen eine definierte elastomere Profildichtung im Bereich des Einschraubzapfens beziehungsweise seiner Auflagefläche.

Dass sich zwei G-1/4-Anschlüsse ineinanderschrauben lassen, bedeutet deshalb noch nicht, dass sie eine technisch korrekte und dauerhaft dichte Verbindung bilden.

ICS Schneider bietet zahlreiche Lösungen für unterschiedliche Prozessanschlüsse unter Druckmesstechnik. Ein anschauliches Beispiel ist der IMP17.600 G Druckmessumformer, der unter anderem mit G1/4 DIN 3852 mit FKM-Dichtung oder alternativ mit G1/4 EN 837 erhältlich ist.

Warum G 1/4 allein den Anschluss nicht eindeutig beschreibt

Die Angabe:

G 1/4

beschreibt zunächst die Gewindegröße.

Für eine vollständige mechanische Verbindung fehlen jedoch weitere Informationen.

Für die Praxis muss zusätzlich bekannt sein

  • nach welcher Anschlussnorm beziehungsweise Anschlussform gefertigt wurde,
  • wo die Abdichtung erfolgt,
  • welche Dichtung verwendet wird,
  • welche Gegenbohrung benötigt wird,
  • wie tief der Anschluss eingeschraubt werden darf beziehungsweise muss.

Deshalb können beispielsweise:

G 1/4 EN 837

G 1/4 DIN 3852-E

G 1/4 DIN 3852-A

und weitere G-1/4-Anschlussvarianten nicht einfach gleichgesetzt werden.

Das Gewinde ist nur ein Teil der Verbindung

Die eigentliche Dichtwirkung entsteht bei diesen zylindrischen Anschlüssen nicht dadurch, dass sich die Gewindeflanken gegeneinander verkeilen.

Entscheidend ist die dafür vorgesehene Dichtstelle.

Was bedeutet G 1/4?

Das „G“ bezeichnet ein zylindrisches Rohrgewinde.

Im Gegensatz zu einem kegligen Anschluss verändert sich der Gewindedurchmesser über die Einschraublänge nicht gezielt zur Abdichtung.

Das hat eine wichtige Konsequenz

Das Gewinde übernimmt im Wesentlichen die:

  • mechanische Verbindung,
  • axiale Vorspannung der Dichtung.

Die eigentliche Abdichtung erfolgt an einer separaten definierten Stelle.

Damit unterscheidet sich das Prinzip deutlich von einem kegligen Anschluss wie beispielsweise:

1/4 NPT

oder:

R 1/4

bei denen die Verbindung im Gewindebereich abgedichtet wird.

G1/4 EN 837 und DIN 3852-E im direkten Vergleich

Merkmal G1/4 EN 837 G1/4 DIN 3852-E / ISO 1179-2
Typischer Einsatz Manometer und klassische Druckmesstechnik Hydraulik, Maschinenbau, Drucksensorik
Gewinde zylindrisches G-Gewinde zylindrisches G-Gewinde
Dichtprinzip Dichtung an definierter Dichtfläche vor dem Gewinde Weichdichtung / Profildichtring an definierter Auflagefläche des Einschraubzapfens
Typische Dichtung Kupfer-, Edelstahl- oder geeignete Profildichtung Elastomer- beziehungsweise ED-Profildichtung
Typische Gegenstelle für EN-837-Anschluss ausgeführte Aufnahme Einschraubbohrung nach ISO 1179-1
Häufige Anwendung Rohrfedermanometer Drucktransmitter und Hydraulikkomponenten
Beliebig austauschbar? Nein – Dichtgeometrie muss zur Gegenstelle passen

Wie G1/4 EN 837 abdichtet

Der klassische G1/4-Anschluss nach EN 837 stammt aus der Manometrie.

WIKA beschreibt für diesen Anschluss eine Abdichtung:

vor dem Gewinde

über die dafür vorgesehene Dichtfläche.

Typische Dichtungen sind beispielsweise

  • Kupferdichtringe,
  • Edelstahldichtringe,
  • geeignete Profildichtungen,
  • anwendungsabhängig andere für die Verbindung vorgesehene Flachdichtungen.

Der Anschluss kann zusätzlich eine Zentriergeometrie besitzen, durch die entsprechend ausgeführte Dichtungen definiert positioniert werden.

Das Gegenstück muss diese Bauform berücksichtigen

Bei einem EN-837-Anschluss genügt deshalb nicht einfach irgendeine:

G1/4-Innengewindebohrung

.

Die Geometrie der Aufnahme muss auch den vorgesehenen Dichtsitz ermöglichen.

Besonders wichtig

Das Gewinde selbst ist bei dieser Ausführung nicht die primäre Dichtstelle.

Ein Einschrauben mit PTFE-Band ersetzt deshalb nicht die korrekte Dichtfläche.

Wie G1/4 DIN 3852-E abdichtet

G1/4 nach DIN 3852-E stammt stärker aus der Hydraulik und dem Maschinenbau.

Bei Form E befindet sich hinter beziehungsweise am Ende des Gewindebereichs eine definierte Auflagegeometrie für eine Weichdichtung.

Die Dichtung wird beim Einschrauben axial verpresst

Typisch sind sogenannte:

ED-Dichtungen

beziehungsweise:

Profildichtringe

aus einem elastomeren Werkstoff.

Abhängig vom Gerät und den Prozessbedingungen können beispielsweise:

  • NBR,
  • FKM,
  • EPDM

zum Einsatz kommen.

Vorteil des Systems

Die Dichtung ist geometrisch klar am Einschraubzapfen positioniert.

Bei korrekter Gegenbohrung wird sie beim Anziehen kontrolliert zwischen Anschluss und Gegenfläche verpresst.

Auch hier gilt

Das zylindrische G-Gewinde dichtet nicht durch seine Gewindeflanken.

Die Weichdichtung übernimmt die Dichtfunktion.

DIN 3852-E oder DIN EN ISO 1179-2?

In Datenblättern und älteren Anlagenunterlagen findet sich häufig weiterhin die Bezeichnung:

DIN 3852-E

Bei zylindrischen G-Rohrgewinden wird heute häufig auf:

DIN EN ISO 1179-2

verwiesen.

Deshalb können in technischen Unterlagen beide Bezeichnungen auftauchen

WIKA verwendet beispielsweise die Beschreibung:

DIN EN ISO 1179-2, ehemals DIN 3852-E

.

Bei einer Ersatzbeschaffung ist es daher sinnvoll, nicht allein nach der alten Normbezeichnung zu suchen, sondern auch die aktuelle Anschlussangabe und Zeichnung zu vergleichen.

Warum „G1/4 DIN 3852“ allein ebenfalls nicht eindeutig ist

Auch die Angabe:

G1/4 DIN 3852

ist ohne weitere Formangabe nicht vollständig eindeutig.

Innerhalb dieser Anschlussfamilie existieren unterschiedliche Dichtprinzipien.

Beispiele sind

  • Form A mit separater Dichtscheibe,
  • Form B mit metallischem Dichtprinzip,
  • Form E mit elastomerer Profildichtung.

Darüber hinaus existieren moderne ISO-Ausführungen mit O-Ring-Abdichtung.

Deshalb sollte in einer Bestellung möglichst stehen

G1/4 DIN EN ISO 1179-2 Form E

beziehungsweise die vom Hersteller verwendete vollständige Anschlussbezeichnung.

„G1/4“ oder „G1/4 DIN 3852“ allein kann für eine eindeutige Ersatzbeschaffung zu wenig Information sein.

Sind EN 837 und DIN 3852-E miteinander kompatibel?

Das ist eine der häufigsten Fragen.

Die kurze Antwort lautet

Nicht automatisch.

Die Gewinde besitzen zwar dieselbe nominale Größe, die vorgesehenen Dichtstellen unterscheiden sich jedoch.

Dadurch kann es passieren, dass

  • das Außengewinde zunächst problemlos greift,
  • mehrere Gewindegänge eingeschraubt werden können,
  • die vorgesehene Dichtung aber keine korrekte Gegenfläche erreicht.

Das Ergebnis kann eine Verbindung sein, die mechanisch zunächst passend aussieht, aber technisch nicht korrekt abgedichtet ist.

Besonders problematisch

ist der Versuch, eine ungeeignete Kombination einfach durch:

  • höheres Anzugsmoment,
  • zusätzliche Dichtscheiben,
  • PTFE-Band,
  • flüssiges Gewindedichtmittel

dicht zu bekommen.

Damit wird die eigentliche Geometrie der Verbindung nicht korrigiert.

Warum Einschraubtiefe und Anschlussgeometrie wichtig sind

Bei der Beurteilung eines Anschlusses reicht ein Vergleich des Außengewindes nicht aus.

Auch folgende Abmessungen sind relevant:

  • Länge des Gewindezapfens,
  • Position der Dichtfläche,
  • Außendurchmesser der Anlagefläche,
  • Geometrie des Zentrierbereichs,
  • Tiefe der Gegenbohrung.

Eine falsche Geometrie kann dazu führen

dass der Anschluss mechanisch anschlägt, bevor die Dichtung ausreichend verpresst wurde.

Umgekehrt kann eine Dichtung zu stark verformt werden, wenn die Gegenstelle nicht zur vorgesehenen Anschlussform passt.

Deshalb sollte bei unbekannten Anschlüssen

nicht nur das Gewinde mit einer Gewindelehre bestimmt werden.

Auch eine Maßzeichnung des vorhandenen Anschlusses ist hilfreich.

Welche Dichtung gehört zu welchem Anschluss?

Anschluss Typisches Dichtprinzip Typische Dichtung
G1/4 EN 837 axiale Dichtfläche am Anschluss Kupfer-, Edelstahl- oder passende Profildichtung
G1/4 ISO 1179-2 / DIN 3852-E axial verpresste Weichdichtung am Einschraubzapfen ED-/Profildichtung, z. B. NBR oder FKM
G1/4 DIN 3852-A separate Dichtscheibe normgerechte Dichtscheibe
G1/4 ISO 1179-3 O-Ring-Abdichtung O-Ring mit vorgesehener Haltegeometrie
1/4 NPT Abdichtung im kegligen Gewinde geeignetes Gewindedichtmittel

Die Tabelle zeigt, weshalb das Stichwort:

G1/4-Dichtung

allein ebenfalls nicht ausreicht.

Die Dichtung muss immer zur Anschlussform passen.

O-Ring und Form-E-Dichtung nicht verwechseln

Im Sprachgebrauch werden elastomere Dichtungen häufig pauschal als:

O-Ring

bezeichnet.

Technisch ist das nicht immer richtig.

Die klassische Form E nach ISO 1179-2

arbeitet mit einer dafür vorgesehenen elastomeren Dichtung beziehungsweise Profildichtung.

Ein klassischer runder O-Ring gehört dagegen zu anderen Anschlussformen, beispielsweise bestimmten Anschlüssen nach ISO 1179-3.

Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Ein beliebiger O-Ring mit ungefähr passendem Durchmesser ist kein Ersatz für eine definierte Form-E-Dichtung.

Querschnitt, Werkstoff und Dichtgeometrie müssen zur Nut und zur Gegenfläche passen.

PTFE-Band und Gewindedichtmittel bei G-Gewinden

Eine typische Reaktion bei einer undichten G1/4-Verbindung lautet:

Dann machen wir einfach PTFE-Band auf das Gewinde.

Bei EN 837 und DIN 3852-E ist das grundsätzlich nicht das vorgesehene Dichtprinzip

Bei zylindrischen Anschlüssen erfolgt die Abdichtung über die vorgesehene Dichtfläche beziehungsweise Dichtung.

WIKA unterscheidet ausdrücklich zwischen:

zylindrischem Gewinde → Abdichtung an der Dichtfläche

und:

kegligem Gewinde → Abdichtung im Gewinde

PTFE-Band ist deshalb kein Ersatz für

  • einen fehlenden Kupferdichtring,
  • eine beschädigte Form-E-Dichtung,
  • eine falsche Gegenbohrung,
  • einen ungeeigneten Adapter.

Zusätzlich können übermäßig eingesetzte Dichtmaterialien in den Druckkanal gelangen und kleine Bohrungen beziehungsweise Messkanäle beeinträchtigen.

Adapter richtig auswählen

Wenn vorhandenes Manometer und Prozessanschluss unterschiedliche Anschlussformen besitzen, ist ein geeigneter Adapter häufig die sauberste Lösung.

Ein korrekter Adapter muss auf beiden Seiten vollständig definiert sein

Beispielsweise:

Geräteseite: Aufnahme für G1/4 EN 837

Prozessseite: G1/4 ISO 1179-2 Form E

Die Angabe

Adapter G1/4 auf G1/4

ist dafür nicht ausreichend.

Schließlich besteht die Aufgabe des Adapters gerade darin, zwei unterschiedliche Anschluss- und Dichtgeometrien miteinander zu verbinden.

Beim Adapter müssen zusätzlich passen

  • zulässiger Betriebsdruck,
  • Werkstoff,
  • Dichtungswerkstoff,
  • Temperaturbereich,
  • Medium.

Manometer richtig montieren

Auch ein vollständig passender Prozessanschluss kann durch eine falsche Montage beschädigt werden.

Das Manometer wird nicht über das Gehäuse eingeschraubt

Zum Anziehen ist ausschließlich die dafür vorgesehene:

Schlüsselfläche am Prozessanschluss

zu verwenden.

Wird das komplette Gehäuse als Hebel benutzt, können:

  • Anschluss,
  • Messsystem,
  • Gehäuseverbindung

mechanisch belastet werden.

Vor der Montage sollten

  • Dichtfläche,
  • Gewinde,
  • Dichtung,
  • Gegenanschluss

sauber und unbeschädigt sein.

Beim Einschrauben

darf das Gewinde nicht verkantet werden.

Das endgültige Anzugsmoment richtet sich nach:

  • Anschlussgeometrie,
  • Dichtungsart,
  • Dichtungswerkstoff,
  • Werkstoff der Gegenstelle.

Eine pauschale Regel wie:

G1/4 immer mit X Nm anziehen

ist deshalb nicht sinnvoll.

Manometer nach dem Einschrauben richtig ausrichten

Ein analoges Manometer muss nach der Montage gut ablesbar sein.

Bei einem zylindrischen Gewinde kann das Gerät jedoch nicht beliebig weitergedreht werden, nachdem die Dichtung korrekt verspannt wurde.

Das Manometer sollte deshalb nicht

nach Erreichen der korrekten Dichtpressung mit Gewalt noch:

eine halbe Umdrehung weitergedreht

werden, nur damit das Zifferblatt gerade steht.

Für eine frei einstellbare Position

können je nach Aufbau beispielsweise:

  • Spannmuffen,
  • Überwurfmuttern,
  • geeignete Manometerverschraubungen,
  • entsprechende Adapter

eingesetzt werden.

Damit lassen sich Dichtfunktion und Ausrichtung voneinander trennen.

Dichtungswerkstoff passend zum Medium wählen

Bei weichdichtenden Anschlüssen muss nicht nur die Geometrie stimmen.

Auch der Dichtungswerkstoff muss mit dem Prozessmedium verträglich sein.

Typische Elastomerwerkstoffe sind

  • NBR,
  • FKM,
  • EPDM.

Diese Werkstoffe besitzen unterschiedliche Eigenschaften gegenüber:

  • Mineralölen,
  • Kraftstoffen,
  • Wasser,
  • Dampf,
  • Chemikalien,
  • Temperatur.

Deshalb gilt

„G1/4 DIN 3852-E“ definiert die mechanische Anschlussform – nicht automatisch den richtigen Dichtungswerkstoff für das Medium.

Temperatur bei der Dichtungsauswahl berücksichtigen

Die Temperatur beeinflusst besonders elastomere Dichtungen.

Ein Werkstoff kann beispielsweise gegenüber dem Medium chemisch geeignet sein, aber außerhalb seines zulässigen Temperaturbereichs betrieben werden.

Mögliche Folgen sind

  • Verhärtung,
  • Quellung,
  • bleibende Verformung,
  • Versprödung,
  • Undichtigkeit.

Bei hohen Prozesstemperaturen kann deshalb eine metallisch dichtende Anschlusslösung beziehungsweise ein entsprechend temperaturgeeigneter Dichtungswerkstoff vorteilhaft sein.

Druckstufe und mechanische Belastung beachten

Dass ein Anschluss mechanisch eingeschraubt werden kann, bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass er für den vorhandenen Druck geeignet ist.

Berücksichtigt werden müssen:

  • zulässiger Betriebsdruck des Messgerätes,
  • zulässiger Druck des Adapters,
  • Druckfestigkeit der Gegenstelle,
  • Dichtung,
  • Temperatur.

Besonders bei Hydraulikanwendungen

können zusätzlich Druckspitzen auftreten, die deutlich oberhalb des normalen Betriebsdrucks liegen.

Der Prozessanschluss ist deshalb Teil der gesamten Drucktragfähigkeit der Messstelle.

Besondere Anforderungen bei Sauerstoff

Bei Sauerstoffanwendungen reicht es nicht aus, lediglich das Gewinde und die Dichtungsgeometrie zu prüfen.

Zusätzlich müssen

  • Werkstoffe,
  • Dichtungen,
  • Reinigungszustand,
  • Fette und Schmierstoffe,
  • zulässiger Druck

für Sauerstoff geeignet sein.

Ein Anschluss, der in einer normalen Hydraulikanwendung technisch geeignet ist, darf deshalb nicht automatisch in einer Sauerstoffanwendung verwendet werden.

Bei entsprechenden Anwendungen sind ausschließlich dafür freigegebene Geräte, Dichtungen und Montageverfahren zu verwenden.

Typische Fehlerbilder bei G1/4-Anschlüssen

Beobachtung Mögliche Ursache Sinnvolle Prüfung
Gewinde lässt sich einschrauben, Verbindung bleibt aber undicht Dichtprinzip von Gerät und Gegenstelle unterschiedlich EN 837 beziehungsweise ISO-1179-/DIN-3852-Form prüfen
Manometer schlägt mechanisch an, bevor die Dichtung fest wird falsche Anschlussgeometrie oder Einschraubtiefe Maßzeichnungen vergleichen
Dichtung wird stark herausgedrückt falscher Dichtungstyp oder falsche Gegenfläche Dichtung und Anschlussform prüfen
DIN-3852-E-Anschluss ist trotz neuer Dichtung undicht Profildichtung beschädigt oder Gegenfläche fehlerhaft Dichtfläche und Dichtung kontrollieren
EN-837-Manometer ist nach Austausch undicht alter Dichtring wiederverwendet oder fehlt geeignete neue Dichtung einsetzen
PTFE-Band dichtet Verbindung nur kurzfristig falsches Dichtprinzip wird kaschiert Anschlussgeometrie richtig bestimmen
Manometer steht nach dem Festziehen schief Dichtung bereits korrekt verspannt Spannmuffe oder geeignete Verschraubung verwenden
G1/4-Sensor passt nicht in vorhandene G1/4-Aufnahme unterschiedliche Anschlussform trotz gleicher Gewindegröße vollständige Normbezeichnung und Zeichnung prüfen
Elastomerdichtung wird nach kurzer Zeit undicht Medium oder Temperatur ungeeignet Dichtungswerkstoff prüfen
Gewinde beschädigt sich beim Einschrauben verkantete Montage oder falsches Gewinde Gewindetyp und Zustand kontrollieren
Undichtigkeit entsteht erst bei Druckspitzen Dichtung oder Adapter nicht passend ausgelegt maximalen Druck und dynamische Belastung prüfen
Messgerät wurde beim Einbau beschädigt Montagekraft über Gehäuse eingebracht nur Schlüsselfläche verwenden

Praxisbeispiele

Beispiel 1: Manometer G1/4 EN 837 an einem Hydraulikblock

Ein analoges Manometer besitzt:

G1/4 B EN 837

Der Hydraulikblock ist jedoch für:

G1/4 ISO 1179-2 Form E

ausgeführt.

Was passiert?

Die Gewindegröße wirkt zunächst passend.

Die vorgesehene EN-837-Dichtfläche des Manometers und die Form-E-Gegenstelle des Hydraulikblocks bilden jedoch nicht automatisch die vorgesehene Dichtpaarung.

Saubere Lösung

Ein Adapter wird verwendet, der:

auf der Manometerseite EN 837

und:

auf der Prozessseite ISO 1179-2 Form E

korrekt ausführt.

Beispiel 2: Drucktransmitter DIN 3852-E ersetzt ein Manometer

Ein vorhandenes Manometer mit:

G1/4 EN 837

wird durch einen elektronischen Drucksensor ersetzt.

Der neue Sensor wurde jedoch mit:

G1/4 DIN 3852-E

bestellt.

Typischer Fehler

Es wird angenommen:

G1/4 = G1/4 → muss passen

Die mechanische und dichtungstechnische Ausführung wurde nicht berücksichtigt.

Bessere Vorgehensweise

Vor Bestellung des Sensors wird geprüft:

  • Norm des vorhandenen Anschlusses,
  • Dichtfläche,
  • benötigte Dichtung,
  • Maßzeichnung.

Wenn möglich, wird der neue Sensor direkt mit dem passenden Prozessanschluss bestellt.

Beispiel 3: Undichte Verbindung trotz PTFE-Band

Ein G1/4-Anschluss bleibt undicht.

Daraufhin wird das Außengewinde mehrfach mit PTFE-Band umwickelt.

Das Problem

Der Anschluss wurde konstruktiv für eine Dichtung an der Stirn- beziehungsweise Anlagefläche vorgesehen.

Das Band verlagert die Abdichtung ungeplant in das Gewinde.

Damit wird die eigentliche Ursache nicht behoben.

Richtige Prüfung

Anschlussform bestimmen → passende Dichtung kontrollieren → Dichtfläche prüfen → korrekt montieren

Vorhandenen Anschluss systematisch bestimmen

Ist die Anschlussart einer vorhandenen Maschine unbekannt, sollte nicht anhand des Gewindedurchmessers geraten werden.

  1. Gewinde bestimmen: Prüfen, ob tatsächlich G1/4 und nicht beispielsweise 1/4 NPT oder R1/4 vorliegt.
  2. Parallel oder keglig prüfen: Das Dichtprinzip hängt grundlegend davon ab.
  3. Gegenfläche betrachten: Wo soll die Verbindung konstruktiv abdichten?
  4. Vorhandene Dichtung identifizieren: Kupferring, Profildichtung, O-Ring oder anderes System.
  5. Anschlusszeichnung suchen: Dokumentation der Maschine oder Armatur heranziehen.
  6. Einschraubtiefe messen: Bei Unsicherheit mit Herstellerzeichnung vergleichen.
  7. Normbezeichnung erfassen: EN 837, ISO 1179-2 oder andere Anschlussform eindeutig dokumentieren.
  8. Medium und Temperatur prüfen: Dichtungswerkstoff entsprechend auswählen.
  9. Druckbereich prüfen: Adapter und Messgerät ausreichend dimensionieren.
  10. Erst dann Messgerät oder Adapter auswählen.

Prozessanschluss richtig auswählen

Bei einer neuen Messstelle sollte der Anschluss möglichst vollständig spezifiziert werden.

Statt:

Manometer, Anschluss G1/4

besser beispielsweise:

Manometer, G1/4 B EN 837, Anschluss unten

oder:

Drucktransmitter, G1/4 DIN EN ISO 1179-2 Form E, FKM-Dichtung

Zusätzlich sollten festgelegt werden

  • Messbereich,
  • Druckart,
  • Medium,
  • Temperatur,
  • Werkstoff,
  • Dichtungswerkstoff,
  • Anschlussposition,
  • maximaler Betriebsdruck.

Damit wird vermieden, dass ein technisch passendes Messgerät später wegen eines scheinbar kleinen Anschlussdetails nicht montiert werden kann.

Passende Druckmesstechnik bei ICS Schneider

IMP17.600 G Druckmessumformer

Der IMP17.600 G zeigt besonders gut, warum die vollständige Anschlussbezeichnung wichtig ist.

ICS bietet ihn unter anderem mit:

  • G1/4 DIN 3852 mit FKM-Dichtung,
  • G1/4 EN 837,
  • 1/4 NPT,
  • G1/2 EN 837

an.

Damit können bereits beim gleichen Druckmessumformer unterschiedliche mechanische Anschluss- und Dichtkonzepte gewählt werden.

IMP17.620 G

Der IMP17.620 G ist ebenfalls mit G1/4 DIN 3852 erhältlich und besitzt dabei eine definierte Dichtung am Druckanschluss.

Druckmesstechnik

Weitere:

  • Manometer,
  • Digitalmanometer,
  • Drucksensoren,
  • Drucktransmitter,
  • Druckschalter,
  • Zubehör und Adapter

finden Sie unter Druckmesstechnik bei ICS Schneider.

Fazit

G1/4 EN 837 und G1/4 DIN 3852-E besitzen zwar dieselbe nominale Gewindegröße, sind aber keine identischen Prozessanschlüsse.

G1/4 beschreibt zunächst nur das Gewinde

Für eine korrekte Verbindung müssen zusätzlich Dichtprinzip und Anschlussgeometrie bekannt sein.

EN 837 stammt typischerweise aus der Manometrie

Die Abdichtung erfolgt über eine vorgesehene Dichtfläche mit einer geeigneten separaten Dichtung.

DIN 3852-E beziehungsweise ISO 1179-2 ist in der Hydraulik weit verbreitet

Hier wird eine definierte elastomere Profildichtung am Einschraubzapfen verwendet.

Ein einschraubbares Gewinde beweist keine Kompatibilität

Zwei G1/4-Komponenten können mechanisch miteinander greifen und trotzdem eine falsche Dichtpaarung besitzen.

PTFE-Band löst dieses Problem nicht

Bei zylindrischen Anschlüssen nach EN 837 und ISO 1179-2 muss die vorgesehene Dichtung die Verbindung abdichten.

Auch „DIN 3852“ sollte genauer spezifiziert werden

Unterschiedliche Formen verwenden unterschiedliche Dichtprinzipien. Insbesondere Form E darf nicht pauschal mit beliebigen O-Ring-Anschlüssen gleichgesetzt werden.

Adapter müssen beide Anschlussseiten vollständig berücksichtigen

Ein „G1/4-auf-G1/4-Adapter“ ist ohne Angabe der jeweiligen Dichtgeometrie nicht eindeutig definiert.

Für die Praxis gilt

Gewindegröße bestimmen → vollständige Anschlussnorm feststellen → Dichtprinzip identifizieren → Gegenbohrung und Einschraubgeometrie prüfen → passende Dichtung auswählen → Werkstoff, Medium und Temperatur berücksichtigen → Adapter bei unterschiedlichen Anschlussformen korrekt spezifizieren → Messgerät nur über die Schlüsselfläche montieren → vorgesehenes Anzugsmoment einhalten → Verbindung anschließend auf Dichtheit prüfen.

FAQ: G1/4 EN 837 oder DIN 3852 richtig unterscheiden

Was ist der Unterschied zwischen G1/4 EN 837 und G1/4 DIN 3852?

Die Gewindegröße ist ähnlich beziehungsweise gleich bezeichnet, aber Dichtfläche und Dichtprinzip unterscheiden sich. Deshalb dürfen die Anschlüsse nicht allein aufgrund der Bezeichnung G1/4 als identisch betrachtet werden.

Was bedeutet G1/4?

G1/4 bezeichnet ein zylindrisches Rohrgewinde der entsprechenden Nenngröße. Die Angabe beschreibt jedoch nicht vollständig das Dichtprinzip des Prozessanschlusses.

Dichtet ein G1/4-Gewinde im Gewinde ab?

Bei typischen zylindrischen Anschlüssen nach EN 837 oder ISO 1179-2 erfolgt die Abdichtung nicht über die Gewindeflanken, sondern an einer dafür vorgesehenen Dichtstelle.

Wie dichtet G1/4 EN 837?

Der Anschluss wird üblicherweise über eine geeignete Dichtung an der vorgesehenen Dichtfläche vor dem Gewindebereich abgedichtet.

Welche Dichtung wird bei EN 837 verwendet?

Je nach Ausführung können beispielsweise Kupfer-, Edelstahl- oder geeignete Profildichtungen verwendet werden.

Wie dichtet G1/4 DIN 3852-E?

Form E verwendet eine definierte Weich- beziehungsweise Profildichtung, die beim Einschrauben gegen die dafür vorgesehene Gegenfläche verpresst wird.

Ist DIN 3852-E noch aktuell?

Für entsprechende zylindrische G-Anschlüsse wird heute häufig DIN EN ISO 1179-2 angegeben. In technischen Unterlagen ist die ältere Bezeichnung DIN 3852-E jedoch weiterhin sehr verbreitet.

Ist DIN 3852-E dasselbe wie ISO 1179-2?

Bei entsprechenden G-Gewindeanschlüssen wird ISO 1179-2 als Nachfolgereferenz der früheren DIN-3852-E-Ausführung verwendet. Bei Ersatzteilen sollte trotzdem immer die konkrete Herstellerzeichnung geprüft werden.

Kann ich G1/4 EN 837 in G1/4 DIN 3852-E einschrauben?

Das Gewinde kann mechanisch teilweise passen. Daraus folgt jedoch nicht, dass die vorgesehene Dichtgeometrie kompatibel ist. Eine solche Kombination sollte nur verwendet werden, wenn sie vom Hersteller beziehungsweise durch die Anschlussgeometrie ausdrücklich vorgesehen ist.

Warum wird die Verbindung trotz gleichem G1/4-Gewinde undicht?

Häufig liegt die Ursache in unterschiedlichen Dichtflächen beziehungsweise Anschlussformen.

Kann ich PTFE-Band für G1/4 EN 837 verwenden?

PTFE-Band ersetzt nicht die für EN 837 vorgesehene Dichtung an der Dichtfläche.

Kann ich PTFE-Band bei DIN 3852-E verwenden?

Auch bei Form E ist das Gewinde nicht als primäre Dichtstelle vorgesehen. Eine beschädigte oder fehlende Profildichtung sollte daher nicht durch PTFE-Band ersetzt werden.

Wann wird PTFE-Band typischerweise verwendet?

Gewindedichtmittel werden typischerweise bei dafür vorgesehenen kegligen Gewinden wie bestimmten NPT- oder R-Anschlüssen eingesetzt.

Ist die Dichtung von DIN 3852-E ein O-Ring?

Nicht im engeren technischen Sinn. Die klassische Form E verwendet eine dafür vorgesehene elastomere Profil- beziehungsweise ED-Dichtung. O-Ring-Systeme existieren in anderen Anschlussformen.

Kann ich einen normalen O-Ring anstelle einer Form-E-Dichtung einsetzen?

Nein. Die Dichtung muss geometrisch und werkstoffseitig für den vorgesehenen Anschluss ausgelegt sein.

Was bedeutet Form E?

Form E bezeichnet eine definierte Anschluss- und Dichtgeometrie mit weichdichtendem Profildichtring.

Gibt es bei DIN 3852 noch andere Formen?

Ja. Es existieren beziehungsweise existierten unterschiedliche Formen mit verschiedenen Dichtprinzipien, beispielsweise Form A, B und E.

Reicht die Angabe „G1/4 DIN 3852“ bei einer Bestellung?

Besser ist eine vollständige Spezifikation einschließlich Form beziehungsweise aktueller ISO-Norm und Dichtung.

Warum benötigt EN 837 eine andere Gegenstelle?

Weil der Anschluss seine definierte Dichtfläche an einer anderen geometrischen Position besitzt als beispielsweise eine Form-E-Verbindung.

Kann ich einen Adapter verwenden?

Ja. Der Adapter muss jedoch auf beiden Seiten die tatsächlich verwendete Anschluss- und Dichtform besitzen.

Wie sollte ein Adapter bezeichnet werden?

Beide Seiten sollten vollständig angegeben werden, beispielsweise EN-837-Aufnahme auf der Messgeräteseite und ISO-1179-2-Form-E-Anschluss auf der Prozessseite.

Kann ich einen G1/4-auf-G1/4-Adapter beliebig verwenden?

Nein. Gleiche Gewindegrößen sagen nichts darüber aus, ob die Dichtgeometrien auf beiden Seiten für die Anwendung passen.

Wie erkenne ich einen unbekannten G1/4-Anschluss?

Neben dem Gewinde sollten Dichtfläche, vorhandene Dichtung, Einschraubgeometrie und gegebenenfalls eine Herstellerzeichnung betrachtet werden.

Kann ich EN 837 und DIN 3852 am Außengewinde unterscheiden?

Allein anhand der Gewindeflanken ist dies unter Umständen schwierig. Entscheidender sind die Geometrie des gesamten Einschraubzapfens und die Lage der Dichtfläche.

Warum darf ich ein Manometer nicht am Gehäuse festdrehen?

Dadurch können Anschluss und internes Messsystem mechanisch belastet werden. Zum Anziehen ist die dafür vorgesehene Schlüsselfläche zu verwenden.

Wie fest muss ein G1/4-Manometer angezogen werden?

Das erforderliche Anzugsmoment hängt von Anschluss, Dichtung, Werkstoff und Gegenstelle ab. Deshalb sollte die Herstellervorgabe verwendet werden.

Wie richte ich ein Manometer nach dem Einschrauben aus?

Wenn die gewünschte Position nicht mit der korrekten Dichtpressung zusammenfällt, sollte eine geeignete Spannmuffe, Überwurfmutter oder Manometerverschraubung verwendet werden.

Kann eine Dichtung mehrfach verwendet werden?

Das hängt vom Dichtungstyp ab. Verformte, beschädigte oder für einmalige Montage vorgesehene Dichtungen sollten ersetzt werden.

Welcher Dichtungswerkstoff ist für Hydrauliköl geeignet?

Das muss anhand des konkreten Hydraulikmediums, der Temperatur und der Herstellerfreigabe geprüft werden. NBR und FKM sind häufige Werkstoffe, aber nicht für jede Anwendung automatisch geeignet.

Warum ist die Temperatur für DIN-3852-E-Dichtungen wichtig?

Elastomere verändern ihre mechanischen Eigenschaften bei hohen oder niedrigen Temperaturen. Der zulässige Temperaturbereich des Dichtungswerkstoffs muss deshalb eingehalten werden.

Ist G1/4 EN 837 typisch für Manometer?

Ja. Der Anschluss stammt aus der klassischen Manometrie und ist bei mechanischen Druckmessgeräten sehr verbreitet.

Ist G1/4 DIN 3852-E typisch für Drucksensoren?

Ja. Diese Anschlussform ist insbesondere in Hydraulik und Maschinenbau weit verbreitet und findet sich häufig an elektronischen Drucksensoren und Drucktransmittern.

Gibt es einen Drucktransmitter bei ICS Schneider mit beiden Anschlussvarianten?

Ja. Beim IMP17.600 G stehen unter anderem G1/4 DIN 3852 und G1/4 EN 837 als unterschiedliche mechanische Anschlussoptionen zur Verfügung.

Wo finde ich den IMP17.600 G?

Weitere Informationen finden Sie unter IMP17.600 G bei ICS Schneider.

Wo finde ich weitere Druckmessgeräte?

Eine Übersicht finden Sie unter Druckmesstechnik bei ICS Schneider.

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