Ein Manometer mit Messbereich 0 … 10 bar kann messtechnisch exakt zur Anwendung passen und sich trotzdem als falsche Ausführung erweisen. Typisches Beispiel: Der vorhandene Druckanschluss sitzt direkt unter dem geplanten Schalttafelausschnitt, bestellt wurde jedoch ein Manometer mit rückseitigem Anschluss. Oder das Gerät besitzt zwar den richtigen Anschluss, lässt sich nach dem Einschrauben aber nicht so ausrichten, dass das Zifferblatt vom Bediener abgelesen werden kann.
Bei der Auswahl eines mechanischen Manometers müssen deshalb zwei unterschiedliche Merkmale getrennt betrachtet werden: die Anschlusslage am Gehäuse und die eigentliche Ausführung des Prozessanschlusses. Begriffe wie radial, axial, rückseitig, G 1/2 B oder 1/2 NPT beschreiben nicht dasselbe.
Besonders bei Schalttafeln, Hydraulikaggregaten, Rohrleitungen und kompakten Maschinen entscheidet die Anschlusslage darüber, wie viel Einbautiefe benötigt wird, wie die Druckleitung geführt werden kann und ob mechanische Kräfte auf das Messgerät wirken. Zusätzlich müssen Messbereich, Medium, Druckbelastung, Vibrationen und die vorgesehene Betriebsstellung berücksichtigt werden.
Radial oder axial ist deshalb keine Frage der Messgenauigkeit, sondern zunächst eine mechanische Auswahlentscheidung. Die richtige Anschlusslage erleichtert Montage, Ablesung und Leitungsführung und verhindert, dass das Manometer durch eine ungeeignete Rohrführung oder gewaltsame Ausrichtung mechanisch belastet wird.
Passende Geräte finden Sie bei ICS Schneider unter Druckmesstechnik sowie unter Manometer und Digitalmanometer.
Ein einfaches Beispiel für die unterschiedlichen Anschlusslagen sind die WIKA Typen 111.10 und 111.12. Der Typ 111.10 wird mit Anschluss radial unten ausgeführt, während der Typ 111.12 einen rückseitigen Anschluss besitzt. Für den gezielten Schalttafeleinbau stehen außerdem die WIKA Typen 111.16 und 111.26 mit rückseitigem Prozessanschluss zur Verfügung.
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet die Anschlusslage bei einem Manometer?
- Was bedeutet radialer Anschluss?
- Was bedeutet axialer beziehungsweise rückseitiger Anschluss?
- Rückseitig zentrisch und rückseitig exzentrisch unterscheiden
- Radial und rückseitig direkt vergleichen
- Anschlusslage und Prozessgewinde nicht verwechseln
- G-Gewinde und NPT richtig abdichten
- Wann ein radialer Anschluss für die Direktmontage sinnvoll ist
- Warum rückseitige Anschlüsse für Schalttafeln interessant sind
- Einbautiefe hinter der Schalttafel berücksichtigen
- Ablesewinkel und Position des Zifferblatts planen
- Manometer nicht über das Gewinde gewaltsam ausrichten
- Rohrleitung und Manometer mechanisch entlasten
- Anschlusslage und Betriebsstellung unterscheiden
- Vibration und Pulsation berücksichtigen
- Überlast und Druckspitzen nicht durch Anschlusslage lösen
- Heiße Messstoffe und Messleitungen beachten
- Kontaktmanometer und elektrische Anschlüsse berücksichtigen
- Bestehendes Manometer durch andere Anschlusslage ersetzen
- Typische Fehler bei radialen und rückseitigen Manometern
- Praxisbeispiel: Manometer direkt auf einer Hydraulikleitung
- Praxisbeispiel: Manometer in einer Schalttafel
- Anschlusslage systematisch auswählen
- Passende Manometer bei ICS Schneider
- Fazit
- FAQ
Was bedeutet die Anschlusslage bei einem Manometer?
Die Anschlusslage beschreibt, an welcher Stelle und in welcher Richtung der Druckanschluss aus dem Manometergehäuse herausgeführt wird.
Typische Bezeichnungen sind:
- radial unten,
- rückseitig zentrisch,
- rückseitig exzentrisch.
Im Sprachgebrauch werden zusätzlich häufig die Begriffe:
radial
und:
axial
verwendet.
Wichtig ist die Herstellerbezeichnung
Die Begriffe werden im Markt nicht immer völlig einheitlich verwendet. Für die Bestellung sollte deshalb nicht nur „axial“ angegeben werden, sondern möglichst eindeutig:
rückseitig zentrisch
oder:
rückseitig exzentrisch
.
Ebenso ist:
radial unten
präziser als lediglich:
radial
.
Was bedeutet radialer Anschluss?
Bei einem radialen Anschluss tritt der Anschluss in radialer Richtung aus dem Umfang des Manometergehäuses aus.
Die im industriellen Bereich häufigste Variante ist:
Anschluss radial unten
beziehungsweise die Position:
6 Uhr
.
Das Prozessgewinde zeigt dabei nach unten, während das Zifferblatt senkrecht zum Bediener ausgerichtet ist.
Typische Anwendungen
- direkte Montage auf Ventilen,
- Montage auf Manometerhähnen,
- Hydraulikaggregate,
- Kompressoren,
- Rohrleitungen,
- Prüfstände,
- allgemeiner Maschinenbau.
Vorteil der unteren Anschlusslage
Eine von unten kommende Druckleitung kann direkt in das Gerät geführt werden.
Die Anordnung:
Druckleitung → Absperrarmatur → Manometer
lässt sich häufig sehr kompakt realisieren.
Das Gehäuse befindet sich dabei oberhalb der Messstelle und bleibt gut sichtbar.
Was bedeutet axialer beziehungsweise rückseitiger Anschluss?
Bei einem axialen Anschluss befindet sich der Prozessanschluss auf der Rückseite des Manometers und zeigt ungefähr in Richtung der Zeigerachse.
Deshalb werden im Sprachgebrauch:
axialer Anschluss
und:
rückseitiger Anschluss
häufig gleichgesetzt.
Technisch ist die Bezeichnung „rückseitig“ jedoch eindeutiger, weil ein Anschluss zusätzlich:
- zentrisch,
- exzentrisch
angeordnet sein kann.
Typische Anwendung
Ein rückseitiger Anschluss ist besonders praktisch, wenn das Manometer von vorne sichtbar sein soll und die Druckleitung hinter dem Gerät verläuft.
Das ist beispielsweise bei:
- Schalttafeln,
- Bedienpulten,
- Maschinenverkleidungen,
- kompakten Aggregaten,
- Frontplatten
der Fall.
Rückseitig zentrisch und rückseitig exzentrisch unterscheiden
Auch ein rückseitiges Manometer kann unterschiedlich aufgebaut sein.
Rückseitig zentrisch
Der Prozessanschluss befindet sich ungefähr in der Mitte der Gehäuserückseite beziehungsweise auf der Zeigerachse.
Diese Bauform wird häufig als:
axial zentrisch
bezeichnet.
Sie eignet sich besonders für kompakte Einbauten, bei denen die Druckleitung direkt hinter der Mitte des Geräts angeordnet ist.
Rückseitig exzentrisch
Der Anschluss befindet sich ebenfalls auf der Rückseite, jedoch außerhalb der Gehäusemitte.
Bei größeren Prozessmanometern kann die exzentrische Position beispielsweise im unteren Bereich der Rückseite liegen.
Warum dieser Unterschied wichtig ist
Bei einem vorhandenen Schalttafelausschnitt können wenige Zentimeter Versatz darüber entscheiden, ob:
- die Druckleitung passt,
- eine Verschraubung zugänglich bleibt,
- das Gehäuse mit anderen Bauteilen kollidiert.
Die Angabe:
Anschluss rückseitig
ist für einen mechanisch engen Einbau deshalb möglicherweise noch nicht ausreichend.
Radial und rückseitig direkt vergleichen
| Kriterium | Radial unten | Rückseitig |
|---|---|---|
| Anschlussposition | am Gehäuseumfang, typischerweise unten | an der Gehäuserückseite |
| Typische Rohrführung | von unten | von hinten |
| Direktmontage auf Armatur | häufig sehr gut geeignet | anwendungsabhängig |
| Schalttafeleinbau | möglich, aber meist weniger kompakt | besonders geeignet |
| Benötigter Raum | unterhalb des Geräts | hinter dem Gerät |
| Frontansicht | Druckleitung kann unterhalb sichtbar bleiben | sehr aufgeräumte Front möglich |
| Ausrichtung der Rohrleitung | meist vertikal zum Anschluss | meist senkrecht zur Schalttafel nach hinten |
Keine der beiden Anschlusslagen misst grundsätzlich besser. Entscheidend ist, welche Bauform mechanisch zur Messstelle passt.
Anschlusslage und Prozessgewinde nicht verwechseln
Die Aussage:
Manometer mit G 1/2
beschreibt nicht die Anschlusslage.
Ebenso beschreibt:
Manometer radial unten
noch nicht das verwendete Gewinde.
Eine vollständige Spezifikation enthält beispielsweise
Anschluss radial unten, G 1/2 B
oder:
Anschluss rückseitig zentrisch, G 1/4 B
.
Weitere typische Prozessanschlüsse
Je nach Gerät und Hersteller sind beispielsweise erhältlich:
- G 1/8,
- G 1/4,
- G 1/2,
- 1/8 NPT,
- 1/4 NPT,
- 1/2 NPT,
- M20 × 1,5.
Die vorhandene Messstelle muss deshalb hinsichtlich:
- Gewindeart,
- Gewindegröße,
- Dichtprinzip,
- Anschlusslage
geprüft werden.
G-Gewinde und NPT richtig abdichten
Neben der Anschlusslage ist das Dichtprinzip entscheidend.
Paralleles G-Gewinde
Bei typischen Manometeranschlüssen nach EN 837 erfolgt die Abdichtung bei parallelem Gewinde über eine vorgesehene Dichtfläche.
Je nach Anschluss kommen beispielsweise:
- Flachdichtung,
- Profildichtung,
- geeigneter Dichtring
zum Einsatz.
Kegeliges NPT-Gewinde
NPT-Verbindungen dichten dagegen im Gewindebereich.
Hier wird ein für Medium, Druck und Temperatur geeignetes Gewindedichtmittel verwendet.
Ein G-Gewinde und ein NPT-Gewinde dürfen nicht allein aufgrund eines scheinbar ähnlichen Durchmessers miteinander verschraubt werden.
Bei unterschiedlichen Anschlüssen ist ein technisch geeigneter Adapter erforderlich.
Wann ein radialer Anschluss für die Direktmontage sinnvoll ist
Ein klassisches Beispiel ist eine Druckmessstelle auf einem Hydraulikblock.
Der Anschluss befindet sich auf der Oberseite des Blocks.
Ein Manometer mit radialem Anschluss unten kann dann direkt von oben eingeschraubt werden:
Hydraulikblock → Prozessanschluss → Manometer
Vorteile
- geringe Anzahl zusätzlicher Bauteile,
- kurzer Druckweg,
- kompakter Aufbau,
- gute Sicht auf das Zifferblatt.
Direktmontage ist jedoch nicht automatisch optimal
Starke:
- Vibrationen,
- Druckpulsationen,
- Temperaturen,
- mechanische Belastungen
können dafür sprechen, das Manometer von der eigentlichen Messstelle zu entkoppeln.
Dann kann beispielsweise eine Messleitung, ein Instrumentenhalter oder eine andere geeignete Montageform sinnvoll sein.
Warum rückseitige Anschlüsse für Schalttafeln interessant sind
Beim Schalttafeleinbau soll von vorne möglichst nur das Zifferblatt beziehungsweise das Manometergehäuse sichtbar sein.
Die Druckleitung befindet sich hinter der Frontplatte.
Ein rückseitiger Anschluss ist dafür konstruktiv besonders geeignet.
Typischer Aufbau
Frontplatte → Manometer → rückseitiger Anschluss → Druckleitung
Das Manometer kann über:
- Befestigungsbügel,
- Frontring,
- Befestigungsrand,
- Snap-in-System
in der Schalttafel fixiert werden.
Die WIKA Typen 111.16 und 111.26 wurden beispielsweise speziell für den Schalttafeleinbau entwickelt und besitzen deshalb einen rückseitigen Prozessanschluss.
Einbautiefe hinter der Schalttafel berücksichtigen
Ein rückseitiger Anschluss spart Platz an der Vorderseite, benötigt dafür jedoch ausreichend Bauraum hinter der Frontplatte.
Berücksichtigt werden müssen:
- Gehäusetiefe,
- Länge des Prozessanschlusses,
- Dichtung beziehungsweise Adapter,
- Verschraubung,
- Biegeradius der Rohr- oder Schlauchleitung,
- Zugang für Montagewerkzeug.
Bei Kontaktmanometern kommt weiterer Bauraum hinzu
Besitzt das Manometer:
- Schaltkontakte,
- elektrischen Ausgang,
- Steckverbinder,
- Kabelverschraubung
muss auch dieser Anschluss hinter der Tafel zugänglich bleiben.
Eine rein auf den Gehäusedurchmesser abgestimmte Schalttafelplanung kann deshalb zu wenig Platz vorsehen.
Ablesewinkel und Position des Zifferblatts planen
Das Manometer sollte an der späteren Messstelle gut ablesbar sein.
Entscheidend sind:
- Einbauhöhe,
- Blickrichtung des Bedieners,
- Entfernung,
- Nenngröße des Manometers,
- Beleuchtung,
- mögliche Spiegelungen der Sichtscheibe.
Die Anschlusslage beeinflusst die Positionierung
Ein radial unten angeschlossenes Manometer kann sehr einfach auf einer senkrechten Leitung montiert werden.
Liegt die Messstelle dagegen hinter einer Frontplatte, kann ein rückseitiger Anschluss eine deutlich bessere Gehäuseposition ermöglichen.
Ein schlecht ablesbares Manometer sollte nicht durch Überdrehen ausgerichtet werden
Genau hier entsteht ein häufiger Montagefehler.
Manometer nicht über das Gewinde gewaltsam ausrichten
Beim Einschrauben eines Manometers muss die zum Abdichten notwendige Kraft über die dafür vorgesehene Schlüsselfläche des Prozessanschlusses eingebracht werden.
Das Gehäuse selbst darf nicht als Hebel zum Festziehen verwendet werden.
Problem
Nach dem Erreichen der notwendigen Dichtheit zeigt das Zifferblatt beispielsweise schräg nach links.
Nun wird das gesamte Gehäuse weitergedreht, bis es gerade steht.
Dadurch können:
- Anschlussstutzen überlastet,
- Dichtflächen beschädigt,
- Gehäuse verspannt,
- Messsystem mechanisch beeinflusst
werden.
Bessere Lösung
Wenn eine freie Ausrichtung erforderlich ist, können geeignete Anschlusskomponenten verwendet werden.
ICS Schneider bietet beispielsweise Manometer-Drehverschraubungen Typ GW und GE an, mit denen Druckmessgeräte um bis zu 360° positioniert werden können.
Auch Spannmuffen, Überwurfmuttern oder entsprechend aufgebaute Anschlussstücke können je nach Anwendung die Ausrichtung vereinfachen.
Rohrleitung und Manometer mechanisch entlasten
Das Manometer sollte nicht als mechanische Halterung für eine Rohrleitung verwendet werden.
Ebenso darf eine starre, schlecht ausgerichtete Leitung das Manometer nicht seitlich belasten.
Typischer Fehler
Eine Edelstahlleitung liegt mehrere Millimeter neben dem Anschluss des Manometers.
Bei der Montage wird die Leitung zum Anschluss gezogen und dort fest verschraubt.
Dadurch entsteht eine dauerhafte Seitenkraft.
Mögliche Folgen sind:
- mechanische Spannung im Anschluss,
- Undichtigkeit,
- beschleunigte Ermüdung bei Vibrationen,
- Beschädigung des Messgeräts.
Bei instabilen Messstellen
kann eine zusätzliche Befestigung des Gerätes sinnvoll sein, beispielsweise über:
- Befestigungsrand,
- Instrumentenhalter,
- Schalttafel,
- geeignete Messleitung.
Die Druckleitung sollte möglichst spannungsfrei an das Messgerät herangeführt werden.
Anschlusslage und Betriebsstellung unterscheiden
Die Begriffe werden häufig verwechselt.
Anschlusslage bedeutet beispielsweise:
radial unten
oder:
rückseitig
.
Die Betriebsstellung beschreibt dagegen die Orientierung des gesamten Messgerätes im Raum.
Für viele Manometer gilt als Nennlage
eine senkrechte Zifferblattebene beziehungsweise:
90°
nach den entsprechenden Vorgaben der EN 837, sofern keine andere Ausführung vereinbart wurde.
Warum das relevant ist
Ein Manometer kann zwar mechanisch beispielsweise horizontal liegend montiert werden, doch damit kann sich insbesondere bei empfindlicheren Messsystemen der Nullpunkt beziehungsweise die Anzeige verändern.
Wenn eine deutlich abweichende Einbaulage vorgesehen ist, sollte dies bereits bei der Bestellung angegeben und anhand der Herstellerunterlagen geprüft werden.
Vibration und Pulsation berücksichtigen
Die richtige Anschlusslage allein schützt ein Manometer nicht vor dynamischer Belastung.
Vibrationen wirken mechanisch auf
- Zeigerwerk,
- Messglied,
- Gehäuse,
- Anschluss.
Die Anzeige kann dadurch unruhig werden und die Lebensdauer sinken.
Gehäusefüllung kann helfen
Bei Messstellen mit starken Vibrationen oder dynamischen Druckbelastungen werden häufig flüssigkeitsgefüllte Manometer eingesetzt.
Beim WIKA Typ 113.13 dämpft die Gehäusefüllung die innenliegenden Komponenten und erhöht dadurch die Vibrations- und Schockbeständigkeit.
Der Typ ist abhängig von der Ausführung mit:
Anschluss radial unten
oder:
Anschluss rückseitig zentrisch
erhältlich.
Pulsierender Druck ist eine andere Belastung
Eine ruhige Anzeige bedeutet nicht automatisch, dass das Messglied nicht weiterhin durch Druckwechsel belastet wird.
Bei starken Pulsationen können zusätzlich:
- Drosseln,
- Snubber,
- Dämpfungselemente,
- andere Messbereiche
erforderlich sein.
Überlast und Druckspitzen nicht durch Anschlusslage lösen
Radiale und rückseitige Anschlüsse unterscheiden sich in erster Linie hinsichtlich der mechanischen Integration.
Die zulässige Druckbelastung wird dagegen durch das eigentliche Manometermodell und Messsystem bestimmt.
Bei der Auswahl müssen deshalb zusätzlich betrachtet werden
- normaler Betriebsdruck,
- maximaler Betriebsdruck,
- Druckspitzen,
- Druckwechsel,
- möglicher Fehlerdruck.
Ein Manometer sollte nicht allein deshalb mit einem kleineren Messbereich gewählt werden, weil dadurch der normale Betriebswert größer auf dem Zifferblatt erscheint.
Wird die zulässige Druckbelastung regelmäßig überschritten, können:
- bleibende Nullpunktverschiebung,
- veränderte Genauigkeit,
- Beschädigung der Rohrfeder,
- im Extremfall Versagen des Messsystems
auftreten.
Die zulässigen Werte für Ruhebelastung, Wechselbelastung und kurzzeitige Überlast müssen deshalb anhand des konkreten Datenblatts geprüft werden.
Heiße Messstoffe und Messleitungen beachten
Bei Dampf oder sehr heißen Prozessmedien darf die Anschlusslage nicht isoliert betrachtet werden.
Das Messsystem und gegebenenfalls eine vorhandene Gehäusefüllung besitzen zulässige Temperaturgrenzen.
Bei Dampf werden deshalb beispielsweise Wassersackrohre eingesetzt
Durch das Kondensat im Wassersackrohr wird das Manometer thermisch vom heißen Dampf getrennt.
Die notwendige Rohrführung kann wiederum beeinflussen, ob ein radialer oder rückseitiger Anschluss mechanisch sinnvoll ist.
Weitere Möglichkeiten sind abhängig von der Anwendung
- Kühlelemente,
- Messleitungen,
- Druckmittler,
- Fernleitungen.
Die zulässige Messstofftemperatur des konkreten Manometers bleibt dabei maßgebend.
Kontaktmanometer und elektrische Anschlüsse berücksichtigen
Bei einem einfachen mechanischen Manometer muss hinter dem Gehäuse im Wesentlichen nur der Prozessanschluss berücksichtigt werden.
Bei Kontaktmanometern oder Manometern mit elektrischem Ausgangssignal kommen weitere Komponenten hinzu.
Dazu können gehören:
- Kabelverschraubung,
- Steckverbinder,
- Anschlussdose,
- Leitung,
- Kontaktverstellung.
Besonders beim Schalttafeleinbau
muss deshalb geprüft werden, ob hinter dem Gerät ausreichend Platz für:
Prozessanschluss + Druckleitung + Elektroanschluss
vorhanden ist.
Auch Wartungsarbeiten sollten möglich bleiben, ohne dass das gesamte Bedienfeld demontiert werden muss.
Bestehendes Manometer durch andere Anschlusslage ersetzen
Ein Manometer mit radialem Anschluss kann nicht immer ohne weitere Änderungen durch eine rückseitige Variante ersetzt werden.
Vor einer Umstellung sollten mindestens folgende Maße kontrolliert werden:
- Nenngröße des Gehäuses,
- Position des Prozessanschlusses,
- Anschlussgewinde,
- Gesamttiefe,
- Abstand zur Schalttafel,
- Position des Befestigungsrandes,
- Lochkreis beziehungsweise Tafelausschnitt.
Besonders bei rückseitig exzentrischen Anschlüssen
kann ein Gerät mit gleichem Durchmesser und gleichem Gewinde trotzdem nicht auf die vorhandene Rohrleitung passen.
Eine Maßzeichnung sollte deshalb vor dem Austausch geprüft werden.
Typische Fehler bei radialen und rückseitigen Manometern
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|
| Manometer passt nicht auf vorhandene Leitung | falsche Anschlusslage | radial, rückseitig zentrisch oder exzentrisch vergleichen |
| Gewinde passt, Zifferblatt zeigt aber zur falschen Seite | keine Möglichkeit zur freien Ausrichtung | Drehverschraubung oder geeigneten Adapter prüfen |
| Schalttafel lässt sich nicht schließen | Einbautiefe nicht berücksichtigt | Gehäuse, Anschluss und Rohrbogen vermessen |
| Manometer sitzt schief in der Frontplatte | Rohrleitung zieht am Gerät | Leitung spannungsfrei ausrichten |
| Anschluss ist nach Montage undicht | falsches Dichtprinzip oder Überlastung des Anschlusses | Gewinde und vorgesehene Dichtung prüfen |
| G-Gewinde wurde mit NPT-Anschluss kombiniert | Gewindearten verwechselt | Gewindenorm prüfen und passenden Adapter verwenden |
| Gehäuse nach Montage beschädigt | Manometer über Gehäuse festgezogen | nur Schlüsselfläche des Anschlusses verwenden |
| Zeiger steht nach Montage nicht auf Null | mechanische Spannung oder Überlast möglich | Montage, Druckfreiheit und Nullpunkt prüfen |
| Anzeige schwankt stark | Vibration oder Druckpulsation | Gehäusefüllung und Dämpfungsmaßnahmen prüfen |
| Manometer bricht am Anschluss | Rohrleitung oder Vibration erzeugt mechanische Belastung | Messstelle mechanisch entkoppeln und abstützen |
| Wert verändert sich bei anderer Geräteorientierung | abweichende Betriebsstellung | Nennlage und Herstellerangaben prüfen |
| Rückseitiges Ersatzgerät passt nicht | zentrischer statt exzentrischer Anschluss oder umgekehrt | Maßzeichnung vergleichen |
Praxisbeispiel: Manometer direkt auf einer Hydraulikleitung
An einem Hydraulikaggregat befindet sich auf einem Ventilblock ein senkrecht nach oben gerichteter Messanschluss.
Das Manometer soll direkt oberhalb des Blocks montiert und von vorne abgelesen werden.
Mechanisch sinnvolle Auswahl
In diesem Fall bietet sich typischerweise an:
Anschluss radial unten
Dadurch kann das Gerät direkt auf der Messstelle stehen.
Zusätzlich müssen geprüft werden
- Prozessgewinde,
- Druckbereich,
- Materialverträglichkeit,
- Vibrationen,
- Druckpulsationen.
Maschine erzeugt starke Vibrationen
Ein ungefülltes Standardmanometer kann dann eine stark schwankende Anzeige zeigen.
Eine flüssigkeitsgefüllte Ausführung wie beispielsweise der WIKA Typ 113.13 kann für solche Bedingungen geeigneter sein.
Ergebnis
Die Auswahl erfolgt nicht nur über:
0 … 250 bar
sondern beispielsweise vollständig als:
0 … 250 bar + G 1/4 B + radial unten + geeignete Gehäusefüllung + passende Werkstoffe
.
Praxisbeispiel: Manometer in einer Schalttafel
In einem Maschinenbedienfeld soll ein Manometer bündig in eine Frontplatte eingebaut werden.
Die Druckleitung verläuft hinter der Schalttafel.
Radial unten
Ein radialer Anschluss würde zunächst unterhalb des Gehäuses verlaufen.
Die Leitung müsste anschließend hinter die Frontplatte geführt werden.
Das kann:
- zusätzlichen Bauraum,
- weitere Rohrbögen,
- zusätzliche Verschraubungen
erfordern.
Rückseitiger Anschluss
Ein rückseitiger Anschluss führt unmittelbar hinter das Bedienfeld.
Das ermöglicht eine kompaktere Anordnung:
Zifferblatt vorne → Schalttafel → Anschluss hinten
Für solche Aufgaben sind beispielsweise die WIKA Typen 111.16 und 111.26 speziell als Einbauausführungen vorgesehen.
Vor Bestellung prüfen
- Tafelausschnitt,
- Nenngröße,
- Befestigungsart,
- rückseitige Anschlussposition,
- Einbautiefe,
- Werkzeugzugang,
- Biegeradius der Druckleitung.
Anschlusslage systematisch auswählen
- Messstelle ansehen: Kommt die Druckleitung von unten, hinten oder seitlich?
- Ableserichtung festlegen: Von welcher Position soll das Zifferblatt sichtbar sein?
- Montageart bestimmen: Direktmontage, Wandmontage oder Schalttafeleinbau unterscheiden.
- Anschlusslage auswählen: Radial unten, rückseitig zentrisch oder rückseitig exzentrisch festlegen.
- Prozessgewinde bestimmen: Beispielsweise G 1/4 B, G 1/2 B, NPT oder M20 × 1,5.
- Dichtprinzip prüfen: Flachdichtung beziehungsweise Dichtfläche oder Gewindedichtung unterscheiden.
- Nenngröße festlegen: Ableseentfernung und verfügbaren Bauraum berücksichtigen.
- Einbautiefe prüfen: Besonders bei rückseitigem Anschluss ausreichend Platz hinter dem Gerät vorsehen.
- Rohrführung planen: Spannungsfreie Leitung und Werkzeugzugang sicherstellen.
- Ausrichtung ermöglichen: Falls erforderlich Drehverschraubung oder geeignete Anschlusskomponente vorsehen.
- Betriebsstellung prüfen: Vorgesehene Lage mit der Nennlage des Geräts vergleichen.
- Messbereich bestimmen: Betriebsdruck, Druckspitzen und dynamische Belastungen berücksichtigen.
- Vibration prüfen: Gegebenenfalls flüssigkeitsgefüllte Ausführung wählen.
- Temperatur berücksichtigen: Bei heißen Medien geeignete Entkopplung vorsehen.
- Mediumverträglichkeit prüfen: Werkstoff des Messsystems und Prozessanschlusses auswählen.
- Elektrische Funktionen berücksichtigen: Bei Kontaktmanometern zusätzlichen Einbauraum einplanen.
- Maßzeichnung vergleichen: Vor allem bei Ersatzgeräten nicht nur Nenngröße und Gewinde vergleichen.
Passende Manometer bei ICS Schneider
WIKA Typen 111.10 und 111.12 – Standardausführung
Die WIKA Typen 111.10 und 111.12 zeigen besonders anschaulich den Unterschied zwischen den Anschlusslagen.
Dabei steht:
Typ 111.10 → Anschluss radial unten
und:
Typ 111.12 → Anschluss rückseitig
.
ICS Schneider nennt unter anderem:
- Rohrfedermesssystem,
- Ausführung nach EN 837-1 beziehungsweise ASME B40.100,
- Nenngrößen von 40 bis 160 mm,
- Anzeigebereiche bis
0 … 400 bar, - Ausführungen für gasförmige und flüssige Medien, die Kupferlegierungen nicht angreifen.
Welche Variante ist sinnvoll?
Vereinfacht:
Direktmontage mit Leitung von unten → Typ 111.10
Leitung beziehungsweise Montage von hinten → Typ 111.12
Die endgültige Auswahl hängt zusätzlich von Nenngröße, Anschlussgewinde, Messbereich und Einbauart ab.
WIKA Typen 111.16 und 111.26 – für Schalttafeleinbau
Die WIKA Typen 111.16 und 111.26 wurden speziell für den Einbau in Schalttafeln entwickelt.
Beide besitzen deshalb einen:
rückseitigen Prozessanschluss
.
Der Typ 111.16 kann mithilfe eines Befestigungsbügels an der Schalttafel montiert werden.
Beim Typ 111.26 erfolgt der Einbau über ein Snap-in-System mit seitlichen Rastnasen am Gehäuse.
Diese Varianten zeigen, dass die Anschlusslage bereits Teil des gesamten Montagekonzepts sein kann und nicht erst nachträglich gewählt werden sollte.
WIKA Typ 113.13 – bei Vibrationen und Schocks
Der WIKA Typ 113.13 ist ein flüssigkeitsgefülltes Rohrfedermanometer mit Kunststoffgehäuse.
ICS beziehungsweise WIKA nennen unter anderem:
- Flüssigkeitsfüllung zur Dämpfung der innenliegenden Bauteile,
- erhöhte Vibrations- und Schockbeständigkeit,
- Nenngrößen 40, 50 und 63 mm,
- Genauigkeitsklasse 2,5,
- Anzeigebereiche bis
0 … 400 bar, - Schutzart IP65,
- Anschluss radial unten oder rückseitig zentrisch.
Bei rückseitiger Ausführung ist abhängig von der Nenngröße auch ein Tafeleinbau mit Befestigungsbügel beziehungsweise Befestigungsrand möglich.
WIKA Typen 232.50 und 233.50 – Edelstahl für die Prozessindustrie
Für anspruchsvollere industrielle Anwendungen stehen die WIKA Typen 232.50 und 233.50 zur Verfügung.
ICS Schneider nennt unter anderem:
- Ausführung aus CrNi-Stahl,
- hohe Lastwechselbeständigkeit und Schockresistenz,
- Nenngrößen 63, 100 und 160 mm,
- Anzeigebereiche bis
0 … 1.600 bar, - Einsatz für aggressive gasförmige und flüssige Medien,
- Gehäusefüllung beim Typ 233.50 für hohe dynamische Druckbelastungen und Vibrationen.
Je nach Nenngröße und Ausführung sind Anschlüsse radial unten beziehungsweise rückseitig erhältlich. Bei rückseitigen Varianten muss zusätzlich geprüft werden, ob der Anschluss zentrisch oder exzentrisch angeordnet ist.
Manometer-Drehverschraubungen zur Ausrichtung
Wenn die Anschlusslage grundsätzlich passt, das Zifferblatt nach dem Einschrauben aber frei ausgerichtet werden muss, können die Manometer-Drehverschraubungen Typ GW und GE eingesetzt werden.
Sie ermöglichen eine Positionierung des Druckmessgerätes im Bereich von:
360°
und verhindern damit, dass die notwendige Orientierung allein über zusätzliches Anziehen des Manometeranschlusses erzeugt werden muss.
Fazit
Die Entscheidung zwischen radialem und rückseitigem Manometeranschluss ist keine nebensächliche Bestelloption. Sie bestimmt wesentlich, wie sich das Druckmessgerät in die Maschine oder Anlage integrieren lässt.
Radial unten eignet sich besonders für klassische Direktmontagen
Wenn die Druckleitung beziehungsweise Armatur unter dem Manometer liegt, entsteht eine einfache und kompakte Anordnung.
Rückseitige Anschlüsse sind besonders für Front- und Schalttafeleinbau geeignet
Die Druckleitung kann unmittelbar hinter dem Gerät geführt werden, während die Front sauber und gut ablesbar bleibt.
„Axial“ allein kann zu ungenau sein
Bei der Bestellung sollte zwischen rückseitig zentrisch und rückseitig exzentrisch unterschieden werden, insbesondere wenn wenig Bauraum vorhanden ist.
Anschlusslage und Prozessgewinde sind unterschiedliche Eigenschaften
Ein G 1/2-, G 1/4- oder NPT-Anschluss sagt nichts darüber aus, ob der Anschluss radial oder rückseitig angeordnet ist.
Das Manometer darf nicht über das Gehäuse ausgerichtet werden
Die Montagekraft gehört auf die vorgesehene Schlüsselfläche. Wenn eine freie Orientierung erforderlich ist, sollte eine geeignete Drehverschraubung oder Anschlusskomponente verwendet werden.
Auch die Rohrleitung muss mechanisch passen
Eine starre Leitung darf das Manometer weder seitlich ziehen noch als Halterung missbrauchen. Bei instabilen Messstellen sollte das Gerät zusätzlich befestigt beziehungsweise entkoppelt werden.
Anschlusslage ist nur ein Teil der Geräteauswahl
Messbereich, Überlast, Vibration, Pulsation, Medium, Temperatur, Betriebsstellung und gegebenenfalls elektrische Zusatzfunktionen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Für die Praxis gilt
Messstelle ansehen → Druckleitungsrichtung bestimmen → gewünschte Ableseposition festlegen → radial unten oder rückseitig auswählen → bei rückseitigem Anschluss zentrisch oder exzentrisch prüfen → Prozessgewinde und Dichtprinzip bestimmen → Nenngröße und Einbautiefe kontrollieren → Rohrleitung spannungsfrei planen → gegebenenfalls Drehverschraubung vorsehen → Betriebsstellung berücksichtigen → Druckbereich und Überlast prüfen → Vibration und Temperatur bewerten → Maßzeichnung kontrollieren → erst danach die konkrete Manometerausführung bestellen.
FAQ: Manometer radial, axial oder rückseitig anschließen
Was bedeutet radial bei einem Manometer?
Radial beschreibt einen Prozessanschluss, der aus dem Umfang des Manometergehäuses herausgeführt wird. Die häufigste Variante ist der Anschluss radial unten beziehungsweise auf der 6-Uhr-Position.
Was bedeutet axial bei einem Manometer?
Mit axial wird üblicherweise ein rückseitiger Anschluss bezeichnet, der ungefähr in Richtung der Zeigerachse verläuft. Für eine eindeutige Bestellung sollte zusätzlich angegeben werden, ob der Anschluss rückseitig zentrisch oder exzentrisch angeordnet ist.
Ist axial dasselbe wie rückseitig?
Im allgemeinen Sprachgebrauch häufig ja. „Rückseitig“ ist jedoch die präzisere Bezeichnung, weil auch zwischen zentrischen und exzentrischen Rückanschlüssen unterschieden werden kann.
Was bedeutet Anschluss radial unten?
Der Prozessanschluss befindet sich am unteren Umfang des Manometergehäuses und zeigt nach unten. Diese Bauform ist besonders häufig bei direkt montierten Manometern.
Was bedeutet rückseitig zentrisch?
Der Prozessanschluss befindet sich auf der Rückseite ungefähr in der Mitte des Gehäuses beziehungsweise auf der Zeigerachse.
Was bedeutet rückseitig exzentrisch?
Der Anschluss befindet sich auf der Rückseite des Geräts, ist jedoch gegenüber der Gehäusemitte versetzt.
Welcher Anschluss ist für eine Schalttafel besser geeignet?
Für einen klassischen Schalttafeleinbau ist ein rückseitiger Anschluss häufig günstiger, weil Druckleitung und Verschraubung direkt hinter der Frontplatte angeordnet werden können.
Welcher Anschluss eignet sich für die direkte Montage auf einer Rohrleitung?
Wenn die Messstelle von unten zum Manometer führt, ist ein radialer Anschluss unten häufig die einfachste Lösung.
Misst ein radial angeschlossenes Manometer genauer als ein rückseitiges?
Nein. Die Anschlusslage ist primär eine mechanische Eigenschaft. Genauigkeit und Druckbelastbarkeit hängen vom jeweiligen Manometermodell und Messsystem ab.
Kann ich ein radial angeschlossenes Manometer durch ein rückseitiges ersetzen?
Grundsätzlich ja, wenn die mechanische Einbausituation angepasst werden kann. Anschlussposition, Einbautiefe, Gewinde, Befestigung und Maßzeichnung müssen jedoch geprüft werden.
Ist G 1/2 eine Anschlusslage?
Nein. G 1/2 beschreibt die Gewindegröße beziehungsweise Gewindeart. Die Anschlusslage wird separat beispielsweise als radial unten oder rückseitig angegeben.
Kann ein G-1/2-Manometer radial und rückseitig erhältlich sein?
Ja. Bei vielen Manometern ist dieselbe Gewindegröße mit unterschiedlichen Anschlusslagen lieferbar.
Was ist der Unterschied zwischen G 1/2 und 1/2 NPT?
Es handelt sich um unterschiedliche Gewindenormen mit unterschiedlicher Geometrie und unterschiedlichem Dichtprinzip. Sie dürfen nicht ohne geeigneten Adapter miteinander kombiniert werden.
Wie wird ein paralleles G-Gewinde am Manometer abgedichtet?
Bei typischen Manometeranschlüssen nach EN 837 wird über die dafür vorgesehene Dichtfläche mit einer geeigneten Flach-, Profil- oder anderen vorgesehenen Dichtung abgedichtet.
Wie wird ein NPT-Gewinde abgedichtet?
NPT ist ein kegeliges Gewinde und wird im Gewinde selbst mit einem für Prozess und Anwendung geeigneten Dichtmittel abgedichtet.
Darf ich ein Manometer am Gehäuse festdrehen?
Nein. Die notwendige Montagekraft sollte über die dafür vorgesehene Schlüsselfläche am Prozessanschluss eingebracht werden.
Wie richte ich ein Manometer aus, wenn das Zifferblatt nach dem Einschrauben schief steht?
Hierfür können geeignete Drehverschraubungen, Spannmuffen oder andere Anschlusskomponenten verwendet werden. Das Gerät sollte nicht einfach über das notwendige Anzugsmoment hinaus weitergedreht werden.
Was ist eine Manometer-Drehverschraubung?
Sie ermöglicht das Positionieren des Manometers unabhängig von der endgültigen Gewindestellung. Die bei ICS Schneider angebotenen Typen GW und GE ermöglichen beispielsweise eine Ausrichtung über 360°.
Darf eine Rohrleitung am Manometer ziehen?
Nein. Die Leitung sollte möglichst spannungsfrei zum Prozessanschluss geführt werden. Dauerhafte Seitenkräfte können Anschluss und Messgerät mechanisch belasten.
Muss ein Manometer zusätzlich befestigt werden?
Bei ausreichend stabiler Direktmontage nicht zwingend. Bei instabilen Messstellen, größeren Geräten oder ungünstiger Leitungsführung kann eine zusätzliche Befestigung über Halter oder Schalttafel sinnvoll sein.
Was bedeutet die Nennlage eines Manometers?
Sie beschreibt die vorgesehene Betriebsstellung des Messgeräts. Bei vielen Manometern ist dies eine senkrechte Zifferblattebene mit einer Nennlage von 90°.
Kann ich ein Manometer horizontal liegend montieren?
Das hängt von der Geräteausführung ab. Eine von der Nennlage abweichende Einbaulage kann die Anzeige beziehungsweise den Nullpunkt beeinflussen und sollte mit den Herstellerangaben abgeglichen werden.
Ist Anschlusslage dasselbe wie Einbaulage?
Nein. Anschlusslage beschreibt die Position des Prozessanschlusses am Gehäuse. Einbaulage beziehungsweise Betriebsstellung beschreibt die Orientierung des gesamten Messgeräts im Raum.
Welchen Vorteil hat ein flüssigkeitsgefülltes Manometer?
Die Gehäusefüllung dämpft die beweglichen Bauteile und verbessert dadurch insbesondere bei Vibrationen und Schocks die Ablesbarkeit und mechanische Belastbarkeit.
Hilft die Gehäusefüllung auch gegen Druckpulsationen?
Sie beruhigt die Anzeige, beseitigt jedoch nicht automatisch die dynamische Belastung des Messglieds. Bei starken Pulsationen können zusätzliche Dämpfungselemente erforderlich sein.
Was ist bei heißen Medien zu beachten?
Die zulässige Messstofftemperatur des Manometers darf nicht überschritten werden. Bei Dampf oder sehr heißen Medien können beispielsweise Wassersackrohre, Kühlelemente, Messleitungen oder Druckmittler erforderlich sein.
Warum muss bei rückseitigen Manometern die Einbautiefe geprüft werden?
Hinter dem Gehäuse benötigen Prozessanschluss, Verschraubung und Druckleitung zusätzlichen Platz. Bei Schalttafeln muss außerdem ausreichend Raum für Werkzeug und gegebenenfalls elektrische Anschlüsse vorhanden sein.
Was muss ich bei einem Kontaktmanometer zusätzlich berücksichtigen?
Zusätzlich zum Druckanschluss benötigen elektrische Kabel, Stecker oder Anschlussdosen Platz. Die mechanische und elektrische Zugänglichkeit muss deshalb gemeinsam geplant werden.
Welche Anschlusslage besitzt der WIKA 111.10?
Der WIKA Typ 111.10 ist als Standardausführung mit Anschluss radial unten ausgeführt.
Welche Anschlusslage besitzt der WIKA 111.12?
Der WIKA Typ 111.12 besitzt einen rückseitigen Prozessanschluss.
Was ist der Unterschied zwischen WIKA 111.10 und 111.12?
Ein wesentlicher Unterschied ist die Anschlusslage: Typ 111.10 radial unten, Typ 111.12 rückseitig. Abhängig von der Ausführung bestehen außerdem unterschiedliche Montagemöglichkeiten.
Welche WIKA-Manometer sind speziell für Schalttafeln vorgesehen?
Die Typen 111.16 und 111.26 wurden speziell für den Schalttafeleinbau entwickelt und besitzen einen rückseitigen Prozessanschluss.
Wie wird der WIKA 111.16 in der Schalttafel befestigt?
Der Typ 111.16 kann mit einem Befestigungsbügel an der Schalttafel befestigt werden.
Wie wird der WIKA 111.26 eingebaut?
Der Typ 111.26 ist für eine Snap-in-Montage mit seitlichen Rastnasen am Gehäuse vorgesehen.
Welche Anschlusslagen besitzt der WIKA 113.13?
Je nach Ausführung ist der WIKA 113.13 mit Anschluss radial unten oder rückseitig zentrisch erhältlich.
Wann ist der WIKA 113.13 besonders interessant?
Der flüssigkeitsgefüllte Typ ist besonders für Messstellen mit Vibrationen und Schocks vorgesehen.
Welche Manometer eignen sich für aggressive Medien?
Hier muss die Werkstoffverträglichkeit des vollständigen Messsystems geprüft werden. Edelstahlmanometer wie die WIKA Typen 232.50 und 233.50 sind für zahlreiche anspruchsvolle Prozessanwendungen vorgesehen.
Was ist der Unterschied zwischen WIKA 232.50 und 233.50?
Der Typ 233.50 besitzt eine Gehäusefüllung und eignet sich deshalb insbesondere für Messstellen mit hohen dynamischen Druckbelastungen und Vibrationen. Der Typ 232.50 ist die ungefüllte Ausführung.
Wo finde ich WIKA 111.10 und 111.12 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter WIKA Typen 111.10 und 111.12 bei ICS Schneider.
Wo finde ich WIKA 111.16 und 111.26 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter WIKA Typen 111.16 und 111.26 bei ICS Schneider.
Wo finde ich den WIKA 113.13 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter WIKA Typ 113.13 bei ICS Schneider.
Wo finde ich WIKA 232.50 und 233.50 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter WIKA Typen 232.50 und 233.50 bei ICS Schneider.
Wo finde ich weitere Manometer?
Eine Übersicht finden Sie unter Manometer und Digitalmanometer bei ICS Schneider.
Wo finde ich weitere Druckmesstechnik?
Eine Übersicht finden Sie unter Druckmesstechnik bei ICS Schneider.
