Ein dreiphasiger Netz- oder Leistungsanalysator kann Wirk-, Blind- und Scheinleistung, Energieverbrauch, Leistungsfaktor, Stromunsymmetrie und Netzqualität erfassen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Spannungsleitungen und Stromsensoren eindeutig den richtigen Phasen zugeordnet sind.
Bereits ein vertauschter Stromwandler kann dazu führen, dass eine Phase negative Wirkleistung anzeigt. Wird der Strom von L2 zusammen mit der Spannung von L1 ausgewertet, entstehen dagegen falsche Phasenwinkel, unrealistische Leistungsfaktoren und deutlich verfälschte Gesamtleistungen.
Auch die Richtung der Stromzange ist entscheidend. Bei einem gewöhnlichen Verbraucher zeigt der Richtungspfeil des Sensors normalerweise von der Einspeisung zur Last. Eine umgekehrt montierte Zange kehrt das Vorzeichen der gemessenen Leistung um.
Dieser Beitrag erklärt, wie eine dreiphasige Leistungsanalyse systematisch vorbereitet, angeschlossen und auf Plausibilität geprüft wird. Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen ausschließlich von entsprechend qualifizierten Elektrofachkräften mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung und Messausrüstung durchgeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Spannung und Strom gemeinsam gemessen werden
- Die richtige Netzform auswählen
- Spannungs- und Stromkanäle richtig zuordnen
- Richtung der Stromwandler beachten
- Stromzangen, Rogowski-Spulen und feste Stromwandler
- Negative Wirkleistung richtig bewerten
- Leistungsfaktor und Phasenwinkel prüfen
- Stern- und Dreiecknetze unterscheiden
- Sicherer und systematischer Anschluss
- Plausibilitätsprüfung vor der Aufzeichnung
- Typische Anschlussfehler
- Praxisbeispiel: Eine Phase zeigt negative Leistung
- Welche Messgeräte / Produkte eignen sich?
- Fazit
- Häufige Fragen zur dreiphasigen Leistungsanalyse
Warum Spannung und Strom gemeinsam gemessen werden
Für eine reine Strommessung genügt es, den Strom durch einen Leiter zu erfassen. Die elektrische Leistung lässt sich daraus jedoch nicht zuverlässig bestimmen.
Ein Leistungsanalysator benötigt gleichzeitig:
- den momentanen Spannungsverlauf
- den momentanen Stromverlauf
- die zeitliche Phasenlage zwischen beiden Signalen
Vereinfacht ergibt sich die Wirkleistung aus Spannung, Strom und dem Phasenwinkel zwischen beiden Größen. Bei sinusförmigen Signalen gilt für eine einzelne Phase:
P = U × I × cos φ
Bei verzerrten Strom- oder Spannungsverläufen reicht diese vereinfachte Betrachtung nicht aus. Moderne Netzanalysatoren erfassen deshalb die tatsächlichen Kurvenformen und berechnen daraus Wirk-, Blind- und Scheinleistung sowie den Leistungsfaktor.
Damit diese Berechnung stimmt, müssen Spannung und Strom derselben Phase zugeordnet sein. Der Stromsensor I1 gehört zur Spannung U1 beziehungsweise L1, I2 zu L2 und I3 zu L3.
Die richtige Netzform auswählen
Vor dem Anschluss muss die vorhandene Netzform eindeutig bekannt sein. Die Konfiguration des Analysators bestimmt, welche Spannungen gemessen und wie die Leistungen berechnet werden.
| Netzform | Typische Leiter | Grundsätzliche Messung |
|---|---|---|
| Drehstrom-Vierleiternetz | L1, L2, L3 und N | Spannungen gegen N und Ströme der drei Außenleiter |
| Drehstrom-Dreileiternetz | L1, L2 und L3 | Außenleiterspannungen und Außenleiterströme |
| Symmetrische Drehstromlast | Je nach Anlage drei oder vier Leiter | Vereinfachte Messverfahren nur bei tatsächlich symmetrischer Last |
| Einphasige Messung | L und N beziehungsweise zwei aktive Leiter | Ein Spannungs- und ein Stromkanal |
Ein Vierleiternetz darf nicht versehentlich als Dreileiternetz konfiguriert werden. Ebenso darf ein vorhandener Neutralleiter nicht einfach als Schutzleiter oder beliebiger Bezugspunkt behandelt werden.
Bei Netzen mit Spannungswandlern muss zusätzlich das richtige Übersetzungsverhältnis eingestellt werden. Andernfalls kann die gemessene Sekundärspannung korrekt erscheinen, während die angezeigte Primärspannung und Leistung um den Wandlerfaktor falsch sind.
Spannungs- und Stromkanäle richtig zuordnen
Die wichtigste Anschlussregel lautet:
Jeder Stromkanal muss zu dem Spannungsweg derselben Phase gehören.
| Leiter | Spannungseingang | Stromeingang |
|---|---|---|
| L1 | U1 beziehungsweise V1 | I1 |
| L2 | U2 beziehungsweise V2 | I2 |
| L3 | U3 beziehungsweise V3 | I3 |
| N, sofern gemessen | N als Spannungsbezug | Separater Neutralstromkanal |
Die Farben der Messleitungen erleichtern die Zuordnung, ersetzen aber keine Prüfung. In älteren Anlagen können Leiterfarben von heutigen Konventionen abweichen oder nach Umbauten falsch zugeordnet sein.
Wird beispielsweise die Spannung von L1 zusammen mit dem Strom von L2 ausgewertet, misst der Analysator einen falschen Winkel zwischen beiden Größen. Mögliche Folgen sind:
- sehr niedriger oder negativer Leistungsfaktor
- unplausible Blindleistung
- negative Wirkleistung einer einzelnen Phase
- deutlich zu niedrige oder zu hohe Gesamtleistung
Eine reine Kontrolle der Stromhöhe reicht daher nicht aus. Drei plausible Ströme können trotzdem einer falschen Spannung zugeordnet sein.
Richtung der Stromwandler beachten
Stromzangen und flexible Stromwandler besitzen üblicherweise einen Richtungspfeil oder eine Kennzeichnung für Quelle und Last. Bei einem normalen Verbraucher zeigt dieser Pfeil von der Einspeisung in Richtung Verbraucher.
Wird der Sensor umgekehrt montiert, bleibt der Betrag des Stroms grundsätzlich gleich. Die Phasenlage wird jedoch um 180 Grad gedreht. Dadurch erscheint die Wirkleistung mit umgekehrtem Vorzeichen.
Typische Anzeichen für eine falsch herum montierte Stromzange sind:
- negative Wirkleistung nur auf einer Phase
- negative Energieaufnahme eines gewöhnlichen Verbrauchers
- auffälliger Phasenwinkel
- Wirkleistungen der drei Phasen heben sich teilweise gegenseitig auf
Die Pfeilrichtung ist allerdings nicht automatisch falsch, nur weil negative Leistung angezeigt wird. Bei Photovoltaikanlagen, Generatoren, rückspeisenden Frequenzumrichtern oder regenerativen Antrieben kann tatsächlich Energie zur Einspeisung zurückfließen.
Vor dem Umdrehen des Sensors muss deshalb geklärt werden, ob der gemessene Anlagenteil aktuell Verbraucher oder Erzeuger ist.
Stromzangen, Rogowski-Spulen und feste Stromwandler
Für mobile Leistungsanalysen werden häufig klassische Stromzangen oder flexible Rogowski-Stromwandler verwendet.
Klassische Stromzangen
Stromzangen mit teilbarem Eisenkern sind kompakt und eignen sich für viele Standardmessungen. Der Zangenkern muss vollständig geschlossen sein. Verschmutzungen oder ein kleiner Luftspalt an den Kontaktflächen können den Messwert beeinflussen.
Flexible Stromwandler
Flexible Stromwandler lassen sich um große Stromschienen und Leiter in beengten Schaltschränken legen. Der Verschluss muss vollständig geschlossen und die Schleife darf nicht übermäßig verdreht oder mechanisch belastet werden.
Am Analysator müssen der richtige Sensortyp und der passende Messbereich eingestellt sein. Wird beispielsweise ein 1.000-A-Sensor verwendet, der Analysator aber auf 100 A parametriert, ist die Strom- und Leistungsanzeige um einen entsprechenden Faktor falsch.
Fest installierte Stromwandler
Konventionelle Stromwandler mit Sekundärausgang 1 A oder 5 A besitzen eine definierte Primär- und Sekundärpolarität. Übliche Kennzeichnungen sind P1/P2 beziehungsweise K/L auf der Primärseite und S1/S2 beziehungsweise k/l auf der Sekundärseite.
Die Polarität muss bei allen drei Wandlern einheitlich eingehalten werden. Zusätzlich muss das Übersetzungsverhältnis im Messgerät korrekt hinterlegt sein.
Wichtig: Der Sekundärkreis eines konventionellen Stromwandlers darf bei fließendem Primärstrom nicht offen betrieben werden. Dabei können gefährlich hohe Spannungen entstehen. Für Arbeiten am Sekundärkreis sind geeignete Kurzschlussklemmen und ein fachgerechtes Vorgehen erforderlich.
Diese Gefahr ist von den üblichen flexiblen Stromsensoren eines mobilen Netzanalysators zu unterscheiden. Maßgeblich sind stets die Betriebsanleitungen von Stromsensor und Messgerät.
Negative Wirkleistung richtig bewerten
Eine negative Wirkleistung kann verschiedene Ursachen haben.
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Eine Phase negativ, zwei Phasen positiv | Stromsensor einer Phase verkehrt herum oder Phasen falsch zugeordnet |
| Alle drei Phasen ähnlich negativ | Alle Sensoren umgekehrt oder tatsächliche Rückspeisung |
| Einzelne Phasen stark unterschiedlich | Phasenvertauschung, unsymmetrische Last oder Messbereichsfehler |
| Vorzeichen wechselt mit dem Betriebszustand | Mögliche reale Energieflussumkehr |
Bei einem Motor ohne Rückspeisefunktion ist eine dauerhaft negative Phase meist unplausibel. Bei einem Prüfstand mit generatorischem Betrieb oder einem rückspeisefähigen Antrieb kann das negative Vorzeichen dagegen korrekt sein.
Eine automatische Funktion zur digitalen Umkehr der Stromrichtung kann die Fehlersuche erleichtern. Sie sollte jedoch nicht dazu genutzt werden, einen ungeprüften Anschluss lediglich rechnerisch passend erscheinen zu lassen.
Leistungsfaktor und Phasenwinkel prüfen
Der Leistungsfaktor ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Anschlusskontrolle. Bei vielen normalen dreiphasigen Verbrauchern sollten die Werte der drei Phasen zumindest in einer ähnlichen Größenordnung liegen.
Sehr unterschiedliche oder negative Werte können auf folgende Probleme hinweisen:
- Stromsensor verkehrt herum
- Strom und Spannung unterschiedlicher Phasen kombiniert
- falsche Netzform eingestellt
- stark unsymmetrische oder nichtlineare Last
- tatsächliche Rückspeisung
Leistungsfaktor und cos φ sind bei verzerrten Signalen nicht zwingend identisch. Frequenzumrichter, Schaltnetzteile und andere nichtlineare Verbraucher erzeugen Oberschwingungen. Dann berücksichtigt der Gesamtleistungsfaktor neben der Phasenverschiebung auch die Signalverzerrung.
Ein niedriger Leistungsfaktor ist deshalb nicht automatisch ein Anschlussfehler. Er muss zusammen mit Stromkurven, Wirkleistung, Blindleistung und Oberschwingungen bewertet werden.
Stern- und Dreiecknetze unterscheiden
In einem Vierleiter-Sternnetz können die Spannungen der Außenleiter gegen den Neutralleiter gemessen werden. Typisch sind in einem 400-V-Netz etwa 230 V zwischen Außenleiter und Neutralleiter sowie etwa 400 V zwischen zwei Außenleitern.
In einem Dreileiternetz ohne Neutralleiter werden dagegen die Außenleiterspannungen untereinander erfasst. Der Analysator muss entsprechend konfiguriert sein.
Je nach Netzform und Messgerät können unterschiedliche Messmethoden mit zwei oder drei Stromsensoren verwendet werden. Vereinfachte Verfahren setzen teilweise eine symmetrische Belastung oder eine bestimmte Schaltung voraus.
Für eine allgemeine Fehlersuche an unsymmetrischen Industrieanlagen ist eine vollständige Messung aller drei Phasen meist aussagekräftiger. Die konkrete Anschlussart muss jedoch immer dem Schaltbild in der Bedienungsanleitung des eingesetzten Analysators entsprechen.
Sicherer und systematischer Anschluss
Die Messung erfolgt häufig in offenen Niederspannungsverteilungen mit hohem Kurzschlussstrom. Neben der Nennspannung ist deshalb die passende Messkategorie entscheidend.
Vor Beginn müssen mindestens folgende Punkte geklärt werden:
- Netzform und Nennspannung
- erwartete Ströme
- Messkategorie und Spannungsfestigkeit der gesamten Ausrüstung
- verfügbare Anschluss- und Befestigungspunkte
- erforderliche persönliche Schutzausrüstung
- Gefährdung durch Lichtbogen und Kurzschluss
Soweit möglich, werden Messleitungen und Sensoren im spannungsfreien Zustand angeschlossen. Ist dies betrieblich nicht möglich, müssen die dafür geltenden Arbeitsverfahren und Schutzmaßnahmen eingehalten werden.
Der grundsätzliche Ablauf ist:
- Netzform auswählen: Dreileiter-, Vierleiter- oder andere Schaltung am Analysator einstellen.
- Stromsensoren konfigurieren: Sensortyp, Messbereich und gegebenenfalls Wandlerverhältnis eintragen.
- Leiter identifizieren: L1, L2, L3 und gegebenenfalls N eindeutig bestimmen.
- Spannung anschließen: Messleitungen entsprechend dem Anschlussschema verbinden.
- Stromsensoren montieren: I1 auf L1, I2 auf L2 und I3 auf L3 setzen.
- Richtung kontrollieren: Alle Pfeile einheitlich in die vorgesehene Energieflussrichtung ausrichten.
- Leitungen sichern: Messleitungen gegen unbeabsichtigtes Lösen und Kontakt mit beweglichen Teilen sichern.
- Live-Werte prüfen: Vor Beginn der Langzeitaufzeichnung alle Phasenwerte kontrollieren.
Die konkrete Reihenfolge zum Anschließen und Entfernen der Messleitungen richtet sich nach der Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts und den betrieblichen Sicherheitsvorgaben.
Plausibilitätsprüfung vor der Aufzeichnung
Eine mehrtägige Messkampagne sollte erst gestartet werden, nachdem die Momentanwerte auf Plausibilität geprüft wurden.
Dabei sind besonders wichtig:
- Spannungen der drei Phasen
- Ströme und erwartete Lastverteilung
- Phasenfolge L1, L2 und L3
- Wirkleistung pro Phase und gesamt
- Blind- und Scheinleistung
- Leistungsfaktor pro Phase
- Vektordiagramm beziehungsweise Phasor-Darstellung
Bei einem typischen Verbraucher sollten die Phasenleistungen grundsätzlich dasselbe Vorzeichen besitzen. Deutlich abweichende Winkel oder eine einzelne negative Phase sind vor Beginn der Aufzeichnung zu klären.
Auch eine überschlägige Vergleichsrechnung ist hilfreich. Bei einer annähernd symmetrischen Drehstromlast kann die Wirkleistung vereinfacht abgeschätzt werden:
P ≈ √3 × ULL × I × cos φ
Weicht der Analysator um ein Vielfaches von der erwarteten Maschinenleistung ab, sollten Sensorbereich, Wandlerfaktor, Netzform und Phasenzuordnung erneut geprüft werden.
Typische Anschlussfehler
| Fehler | Mögliche Auswirkung | Bessere Vorgehensweise |
|---|---|---|
| I1 um L2 statt um L1 gelegt | Falscher Phasenwinkel und unplausible Leistung | Spannungs- und Stromkanäle phasenweise markieren |
| Eine Stromzange umgekehrt montiert | Negative Wirkleistung auf einer Phase | Pfeile einheitlich zur Last ausrichten |
| Stromsensor um ein mehradriges Kabel gelegt | Hin- und Rückströme kompensieren sich | Nur den einzelnen zu messenden Leiter umschließen |
| Falscher Stromsensorbereich eingestellt | Strom und Leistung um einen Faktor falsch | Sensortyp und Endwert am Analysator kontrollieren |
| Dreileiternetz als Vierleiternetz konfiguriert | Falsche Spannungs- und Leistungsberechnung | Tatsächliche Netzform vor dem Anschluss bestimmen |
| Stromwandlerverhältnis falsch eingegeben | Leistungs- und Energiewerte systematisch falsch | Primär- und Sekundärwert vom Typenschild übernehmen |
| Aufzeichnung ohne Live-Kontrolle gestartet | Mehrere Tage unbrauchbare Messdaten | Vorher Momentanwerte und Vektordiagramm prüfen |
Praxisbeispiel: Eine Phase zeigt negative Leistung
An einer Produktionsmaschine wird ein dreiphasiger Netzanalysator installiert. Die drei Außenleiterspannungen liegen im erwarteten Bereich, und auch die gemessenen Ströme erscheinen plausibel.
Die Leistungsanzeige ergibt jedoch:
- L1: +18 kW
- L2: −17 kW
- L3: +19 kW
Die Maschine besitzt keine generatorische Betriebsart. Eine reale Rückspeisung auf nur einer Phase ist daher sehr unwahrscheinlich.
Bei der Kontrolle zeigt sich, dass der Stromsensor I2 zwar korrekt um L2 liegt, sein Richtungspfeil jedoch zur Einspeisung statt zur Maschine zeigt.
Nach dem sicheren Korrigieren der Sensorrichtung zeigt L2 ebenfalls eine positive Wirkleistung. Die Gesamtleistung steigt von einem zunächst unplausiblen Wert auf rund 54 kW.
Anschließend werden Leistungsfaktor, Phasenwinkel und Vektordiagramm geprüft. Die Werte der drei Phasen sind nun schlüssig, sodass die Langzeitaufzeichnung gestartet werden kann.
Das Beispiel zeigt, weshalb eine reine Kontrolle der Stromwerte nicht genügt. Die umgekehrte Zange hatte den richtigen Strombetrag gemessen, aber eine falsche Richtung und damit eine falsche Leistung geliefert.
Welche Messgeräte / Produkte eignen sich?
Die Kategorie Leistungs- und Energieanalysatoren enthält Geräte für dreiphasige Leistungs-, Energie- und Netzqualitätsmessungen.
Passende Sensoren für unterschiedliche Leiterquerschnitte und Strombereiche finden Sie in der Kategorie Stromzangen und flexible Stromwandler.
PQA 820S für dreiphasige Leistungs- und Netzanalyse
Der PQA 820S verfügt über vier Strom- und vier Spannungskanäle und eignet sich für einphasige sowie dreiphasige Netze mit oder ohne Neutralleiter.
Das Gerät erfasst unter anderem Wirk-, Blind- und Scheinleistung, Energie, Leistungsfaktor, Frequenz, THD und Oberschwingungen. Vor Beginn der Aufzeichnung müssen Netzform, Stromsensortyp und Messbereich passend zur Anlage eingestellt werden.
C.A 8436 für umfangreiche Netzqualitätsmessungen
Der C.A 8436 Qualistar Plus besitzt fünf Spannungseingänge und vier Stromeingänge und ist für umfangreiche Leistungs-, Energie- und Netzqualitätsanalysen ausgelegt.
Mehrere Stromsensortypen ermöglichen die Anpassung an unterschiedliche Leiter, Strombereiche und Einbausituationen. Für belastbare Leistungswerte bleiben die korrekte Phasenzuordnung und Richtung aller Sensoren entscheidend.
Flexible Stromwandler für große Leiter und Stromschienen
Flexible Rogowski-Stromwandler sind besonders hilfreich, wenn klassische Stromzangen wegen großer Stromschienen oder beengter Platzverhältnisse nicht montiert werden können.
Der Sensor muss elektrisch zum Analysator passen. Messbereich, Übersetzungsfaktor, Anschluss und Frequenzbereich dürfen nicht allein anhand der mechanischen Größe ausgewählt werden.
ICS Schneider Messtechnik unterstützt bei der Auswahl von Netzanalysator und Stromsensoren. Für die Auslegung werden Netzform, Spannung, erwarteter Strombereich, Leiterabmessungen, Messdauer, Messkategorie und gewünschte Auswertung benötigt.
Fazit: Richtige Phasenzuordnung ist die Grundlage jeder Leistungsanalyse
Bei einer dreiphasigen Leistungsanalyse müssen Spannung und Strom jeder Phase eindeutig zusammengehören. U1 und I1 werden an L1, U2 und I2 an L2 sowie U3 und I3 an L3 angeschlossen.
Die Richtungspfeile der Stromsensoren zeigen bei einem gewöhnlichen Verbraucher üblicherweise von der Einspeisung zur Last. Eine umgekehrte Zange führt zu einer negativen Wirkleistung, obwohl der Strombetrag weiterhin plausibel erscheinen kann.
Ebenso wichtig sind die richtige Netzform, der korrekte Stromsensorbereich und gegebenenfalls das Übersetzungsverhältnis fest installierter Strom- oder Spannungswandler.
Vor jeder Langzeitaufzeichnung sollten Spannungen, Ströme, Wirkleistungen, Leistungsfaktoren, Phasenfolge und Vektordiagramm geprüft werden. Dadurch lassen sich Anschlussfehler erkennen, bevor über Stunden oder Tage unbrauchbare Daten aufgezeichnet werden.
Negative Leistung ist nicht grundsätzlich ein Messfehler. Bei Generatoren, Photovoltaikanlagen und rückspeisenden Antrieben kann sie einen tatsächlichen Energiefluss zur Einspeisung darstellen. Die Bewertung muss daher immer zur realen Anlage passen.
Häufige Fragen zur dreiphasigen Leistungsanalyse
In welche Richtung muss der Pfeil einer Stromzange zeigen?
Bei einem gewöhnlichen Verbraucher üblicherweise von der Einspeisung zur Last. Die konkrete Kennzeichnung und Bedienungsanleitung des Sensors sind maßgeblich.
Warum zeigt eine Phase negative Wirkleistung?
Häufig ist der Stromsensor verkehrt herum montiert oder einer falschen Spannung zugeordnet. Eine tatsächliche Rückspeisung ist ebenfalls möglich.
Kann der Stromwert trotz falscher Zangenrichtung stimmen?
Ja. Der Betrag des Stroms kann korrekt sein, während Richtung, Phasenwinkel und Wirkleistung falsch angezeigt werden.
Was passiert, wenn I1 auf L2 liegt?
Der Analysator kombiniert den Strom von L2 mit der Spannung von L1. Dadurch entstehen falsche Phasenwinkel, Leistungen und Leistungsfaktoren.
Darf eine Stromzange um ein komplettes mehradriges Kabel gelegt werden?
Für die Messung des Laststroms normalerweise nicht. Hin- und Rückstrom können sich gegenseitig aufheben. Der Sensor muss einen einzelnen Leiter umschließen.
Warum muss der Stromsensorbereich eingestellt werden?
Der Analysator benötigt das richtige Übersetzungsverhältnis. Eine falsche Einstellung führt zu proportional falschen Strom-, Leistungs- und Energiewerten.
Was ist bei einem Stromwandler mit 1-A- oder 5-A-Ausgang zu beachten?
Übersetzungsverhältnis und Polarität müssen stimmen. Außerdem darf der Sekundärkreis bei fließendem Primärstrom nicht geöffnet werden.
Wie erkennt man eine falsche Phasenzuordnung?
Typische Hinweise sind negative Einzelleistungen, ungewöhnliche Leistungsfaktoren und ein unplausibles Vektordiagramm.
Warum muss die Netzform eingestellt werden?
Der Analysator verwendet je nach Drei- oder Vierleiternetz unterschiedliche Spannungsbezüge und Berechnungsverfahren.
Ist negative Gesamtleistung immer falsch?
Nein. Bei Photovoltaik, Generatorbetrieb oder rückspeisenden Antrieben kann sie einen realen Energiefluss zurück in das Netz anzeigen.
Was sollte vor einer Langzeitmessung geprüft werden?
Netzform, Spannungen, Ströme, Phasenfolge, Sensorrichtung, Wirk- und Blindleistung, Leistungsfaktor und Vektordiagramm sollten plausibel sein.
Welche Angaben benötigt ICS Schneider für die Geräteauswahl?
Benötigt werden Netzform, Nennspannung, Strombereich, Leiterabmessungen, gewünschte Messgrößen, Aufzeichnungsdauer, Einbauverhältnisse und erforderliche Messkategorie.
