Bei einem Schmelzedrucksensor mit flexibler Kapillare sieht der Einbau zunächst unkompliziert aus: Der Fühlerschaft wird in die Messbohrung des Extruders oder der Spritzgussmaschine eingeschraubt, das Sensorgehäuse wird etwas weiter entfernt befestigt und die flexible Verbindung dazwischen entsprechend dem vorhandenen Bauraum verlegt. Genau dieser scheinbar einfache Montageschritt kann jedoch über die Lebensdauer und Zuverlässigkeit des Sensors entscheiden.
Die flexible Verbindung eines Dynisco-Schmelzedrucksensors ist keine gewöhnliche elektrische Leitung. Je nach Sensorausführung befindet sich darin die Kapillare des geschlossenen Druckübertragungssystems. Der Prozessdruck wirkt auf die frontbündige Membran und wird über dieses System zur eigentlichen Messzelle übertragen. Wird die Kapillare geknickt, gequetscht, stark gezogen oder wiederholt an derselben Stelle gebogen, kann deshalb nicht nur die äußere Schutzarmierung beschädigt werden. Im ungünstigsten Fall wird die Druckübertragung selbst beeinträchtigt.
Gleichzeitig erfüllt die flexible Bauform eine zweite wichtige Aufgabe: Sie ermöglicht es, das DMS- beziehungsweise Elektronikgehäuse aus dem besonders heißen Bereich der Maschine herauszuführen. Die Membran eines geeigneten Schmelzedrucksensors kann wesentlich höheren Temperaturen ausgesetzt sein als das rückwärtige Sensorgehäuse. Eine ungünstige Verlegung direkt über Heizbändern oder an sehr heißen Maschinenteilen kann diesen konstruktiven Vorteil wieder zunichtemachen.
Die wichtigste Regel lautet daher: Die flexible Kapillare muss mechanisch spannungsfrei, mit ausreichend großem Biegeradius und so verlegt werden, dass das Sensorgehäuse thermisch entkoppelt bleibt. Zusätzlich muss das Gehäuse separat befestigt und die flexible Verbindung so abgestützt werden, dass Vibrationen und Kabelzug nicht dauerhaft auf Kapillare und Prozessanschluss wirken.
Welche Aufgabe hat die flexible Kapillare?
Viele Dynisco-Schmelzedrucksensoren arbeiten mit einem geschlossenen, flüssigkeitsgefüllten Druckübertragungssystem. Der Druck der Kunststoffschmelze wirkt zunächst auf die Prozessmembran an der Sensorspitze. Von dort wird die Druckänderung über das interne Übertragungssystem zur eigentlichen Messzelle weitergegeben.
Bei einer starren Sensorausführung befinden sich Prozessanschluss, Fühlerschaft und Messgehäuse unmittelbar hintereinander. Das ist kompakt und für viele Einbausituationen ausreichend. Bei hohen lokalen Temperaturen oder ungünstigen Platzverhältnissen kann es jedoch sinnvoll sein, das Messgehäuse räumlich von der Messstelle zu trennen. Dafür werden Sensorvarianten mit einer flexiblen Verbindung eingesetzt.
Ein typisches Beispiel ist der Dynisco PT462. Bei dieser Bauform befindet sich zwischen starrem Fühlerschaft und DMS-Gehäuse eine flexible Kapillarverbindung. Dadurch kann das Gehäuse an einer thermisch und mechanisch günstigeren Position montiert werden, während die Membran weiterhin direkt mit der Kunststoffschmelze in Kontakt steht.
Die flexible Verbindung ist deshalb als funktionaler Teil des Messsystems zu behandeln. Sie sollte nicht wie ein normales Kabel beliebig gebogen, aufgerollt, mit Kabelbindern festgezogen oder zwischen Maschinenteilen eingeklemmt werden.
| Bauteil | Aufgabe | Worauf bei der Montage achten? |
|---|---|---|
| Prozessmembran | Nimmt den Schmelzedruck direkt auf | Nicht mechanisch beschädigen; Messbohrung sauber halten |
| Starrer Fühlerschaft | Positioniert die Membran in der Messstelle | Passende Bohrungsgeometrie und Einschraubtiefe beachten |
| Flexible Kapillare / flexibler Schaft | Überträgt den Druck und ermöglicht räumliche Entkopplung | Nicht knicken, quetschen, überdehnen oder unter Zug verlegen |
| DMS-/Elektronikgehäuse | Enthält Messzelle beziehungsweise Elektronik | Separat befestigen und zulässige Gehäusetemperatur einhalten |
| Elektrischer Anschluss | Überträgt Messsignal beziehungsweise Versorgung | Zug entlasten und EMV-gerecht verlegen |
Biegeradius richtig einhalten
Der häufigste mechanische Fehler bei der Montage einer flexiblen Kapillare ist ein zu enger Bogen. Besonders in kompakten Extruder- oder Spritzgussanlagen besteht schnell die Versuchung, überschüssige Länge direkt hinter dem Fühlerschaft in einer engen Schleife unterzubringen oder die flexible Verbindung unmittelbar um eine Maschinenkante zu führen.
Dynisco weist bei entsprechenden Sensorausführungen ausdrücklich darauf hin, die flexible Verbindung weder zu knicken noch zu quetschen. Für geschützte beziehungsweise armierte Kapillaren wird in verschiedenen Dynisco-Handbüchern ein Mindestbiegeradius von 25 mm angegeben. Dieser Wert darf allerdings nicht pauschal auf jede Dynisco-Ausführung übertragen werden, weil es auch spezielle Sensoren mit freiliegenden, besonders eng biegbaren Kapillaren gibt.
Für die Praxis bedeutet das: Ein größerer Biegeradius ist normalerweise günstiger als ein gerade noch zulässiger Radius. Ist genügend Platz vorhanden, sollte die flexible Verbindung deshalb in einem weichen, großzügigen Bogen geführt werden. Die Kapillare sollte sich nach der Montage in ihrer natürlichen Lage befinden und nicht sichtbar versuchen, in eine andere Position zurückzuspringen.
Besonders kritisch sind enge Biegungen unmittelbar am Übergang vom starren Fühlerschaft zur flexiblen Verbindung sowie am Übergang zum Messgehäuse. Dort wirken Biegekräfte direkt auf konstruktiv empfindliche Anschlussbereiche. Auch wenn der eigentliche Bogen den nominellen Mindestwert einhält, ist eine dauerhafte seitliche Belastung dieser Übergänge zu vermeiden.
Warum nicht für jeden Dynisco-Sensor derselbe Biegeradius gilt
Dynisco verwendet unterschiedliche Konstruktionen für flexible Schäfte und Kapillaren. Deshalb wäre die Aussage „bei jedem Dynisco-Sensor gelten 25 mm“ fachlich falsch.
| Ausführung / Beispiel | Kapillarbauform | Typischer Herstellerwert | Praxis |
|---|---|---|---|
| Verschiedene PT-/MDT-Ausführungen mit geschützter Kapillare | Armierte beziehungsweise geschützte flexible Verbindung | Mindestens 25 mm Biegeradius | Nach Möglichkeit deutlich größere, weiche Bögen verwenden |
| PT467-Ausführungen mit freiliegender Kapillare | Unprotected / exposed capillary | Je nach Ausführung etwa 2 mm | Nur den Wert des konkreten Datenblatts verwenden |
| PT435A | Freiliegende, besonders eng biegbare Kapillare | 1/16" laut Produktangabe | Nicht auf geschützte Kapillaren anderer Serien übertragen |
Der Unterschied ist konstruktiv erheblich. Eine freiliegende Spezialkapillare für sehr beengte Spritzgussanwendungen ist nicht dasselbe Bauteil wie eine geschützte flexible Verbindung eines klassischen Schmelzedrucksensors.
Vor der Montage sollte daher zunächst die vollständige Typenbezeichnung des Sensors identifiziert werden. Erst danach lässt sich aus Datenblatt oder Bedienungsanleitung bestimmen, welcher Biegeradius, welche Länge und welche mechanische Montage für genau diese Variante vorgesehen sind.
Zugentlastung und Gehäusebefestigung
Ein zweiter häufiger Fehler besteht darin, das Sensorgehäuse ausschließlich von der flexiblen Kapillare tragen zu lassen. Mechanisch mag das bei einem kleinen Gehäuse zunächst funktionieren. Während des Maschinenbetriebs wirken jedoch Vibrationen, Temperaturschwankungen und Bewegungen der Anschlussleitung. Dadurch entsteht eine ständig wechselnde Belastung der flexiblen Verbindung.
Dynisco sieht für entsprechende Sensoren deshalb eine separate Befestigung des Elektronik- beziehungsweise DMS-Gehäuses vor. Zusätzlich wird empfohlen, die flexible Verbindung zwischen Sensor und Gehäuse mit einer geeigneten Schelle zu sichern.
Die Zugentlastung soll die Kapillare dabei stützen, nicht zusammendrücken. Eine zu fest angezogene Metallschelle oder ein sehr strammer Kabelbinder kann die Schutzarmierung deformieren und genau den Schaden verursachen, den die Befestigung eigentlich verhindern soll.
Eine gute Montage besitzt deshalb drei getrennte mechanische Funktionen:
- Der Prozessanschluss fixiert ausschließlich den Fühlerschaft an der Messstelle.
- Das Mess- beziehungsweise Elektronikgehäuse besitzt eine eigene stabile Befestigung.
- Die flexible Verbindung wird geführt und abgestützt, bleibt aber frei von Zug, Quetschung und scharfen Knicken.
Auch die elektrische Anschlussleitung darf nicht am Sensorgehäuse ziehen. Wird ein schweres Anschlusskabel frei nach unten hängen gelassen, überträgt sich sein Gewicht über den Steckverbinder auf das Sensorgehäuse und damit indirekt auf die Kapillare. Eine separate Kabelzugentlastung ist deshalb ebenfalls sinnvoll.
Abstand zu Heizbändern und heißen Oberflächen
Extruder, Spritzgussaggregate und Polymerleitungen besitzen häufig mehrere elektrische Heizbänder. Die Umgebung einer Schmelzedruckmessstelle kann deshalb deutlich heißer sein als die allgemeine Hallen- oder Schaltschranktemperatur.
Die Prozessmembran eines dafür ausgelegten Dynisco-Schmelzedrucksensors kann je nach Typ für sehr hohe Medientemperaturen ausgelegt sein. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass das gesamte Sensorgehäuse dieselbe Temperatur verträgt. Beim PT462 liegt beispielsweise eine typische maximale Membrantemperatur von bis zu 400 °C vor, während die zulässige Gehäusetemperatur wesentlich niedriger ist.
Genau hier liegt eine wesentliche Aufgabe der flexiblen Kapillare: Sie schafft Abstand zwischen heißer Prozessstelle und temperaturempfindlicherem Messgehäuse.
Die flexible Verbindung sollte deshalb nicht ohne Not direkt auf einem Heizband liegen, zwischen Heizband und Zylinder eingeklemmt oder eng an eine stark aufgeheizte Maschinenoberfläche gepresst werden. Auch die Gehäusehalterung sollte nicht einfach an der heißesten verfügbaren Position montiert werden.
Ein allgemeingültiger Mindestabstand von beispielsweise 20, 50 oder 100 mm wäre allerdings unseriös. Entscheidend sind Heizbandtemperatur, Umgebungsluft, Wärmeabstrahlung, Sensorvariante, Kapillarlänge und zulässige Gehäusetemperatur.
In kritischen Anwendungen sollte deshalb nach dem thermischen Einschwingen der Maschine die tatsächliche Temperatur am Gehäuse überprüft werden. Ist sie zu hoch, kommen beispielsweise eine größere räumliche Trennung, eine geänderte Leitungsführung, ein thermisch günstigerer Haltepunkt oder gegebenenfalls eine geeignete Abschirmung in Betracht.
| Montagesituation | Bewertung | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Kapillare liegt direkt auf dem Heizband | Ungünstige zusätzliche Wärmebelastung | Mit Abstand und freiem Bogen am Heizband vorbeiführen |
| Gehäuse direkt über heißer Zylinderzone befestigt | Thermische Entkopplung wird teilweise aufgehoben | Gehäuse an kühlerem, mechanisch stabilem Punkt befestigen |
| Kapillare zwischen zwei Maschinenteilen eingeklemmt | Quetsch- und Vibrationsgefahr | Freien Leitungsweg mit geeigneter Führung schaffen |
| Großzügiger Bogen mit separater Gehäusehalterung | Mechanisch und thermisch günstig | Bevorzugte Einbaurichtung |
Messbohrung und Prozessanschluss richtig vorbereiten
Eine perfekt verlegte Kapillare kann einen fehlerhaften Prozessanschluss nicht kompensieren. Beschädigungen von Schmelzedrucksensoren entstehen häufig durch ungeeignete, verschmutzte oder nicht konzentrische Messbohrungen.
Die Sensorspitze und insbesondere die dünne Prozessmembran dürfen beim Einschrauben nicht mechanisch an der Bohrung anstoßen. Verhärtete Kunststoffreste, Grate oder eine falsch gefertigte Bohrungsgeometrie können dazu führen, dass die Membran seitlich belastet oder die Dichtfläche beschädigt wird.
Vor der Montage sollte die Messbohrung daher kontrolliert und bei Bedarf mit den dafür vorgesehenen Werkzeugen gereinigt werden. Bei wiederverwendeten Messstellen ist besondere Vorsicht erforderlich, weil nach dem Ausbau eines Sensors Schmelze in die Bohrung gelangen und dort erstarren kann.
Die vollständige Geometrie der Messbohrung muss zum verwendeten Prozessanschluss passen. Typische Dynisco-Sensoren verwenden beispielsweise 1/2-20 UNF oder – je nach Ausführung – M18 × 1,5. Gewinde allein reicht als Auswahlkriterium jedoch nicht aus; auch Sitz, Bohrungstiefe und Membranposition müssen stimmen.
Sensor montieren, ohne die Kapillare zu verdrehen
Beim Einschrauben des Sensors darf das Montagedrehmoment nicht über die flexible Verbindung oder das Gehäuse eingeleitet werden. Der Schlüssel gehört an die dafür vorgesehene Schlüsselfläche beziehungsweise den Sechskant des Prozessanschlusses.
Wird stattdessen am Gehäuse gedreht, kann die flexible Kapillare torsional belastet werden. Eine solche Verdrehung ist besonders kritisch, weil sie über die gesamte flexible Länge verteilt sein kann und nach der Montage nicht immer deutlich sichtbar ist.
Ein sinnvoller Montageablauf ist daher:
- Messbohrung prüfen und gegebenenfalls fachgerecht reinigen.
- Sensor und Membran auf sichtbare Beschädigungen prüfen.
- Kapillare vor dem Einschrauben so positionieren, dass sie nach der Montage ohne Verdrehung in den vorgesehenen Bogen geführt werden kann.
- Sensor ausschließlich am vorgesehenen Sechskant einschrauben und mit dem für den konkreten Typ zulässigen Drehmoment anziehen.
- Kapillare anschließend in einem großzügigen Bogen verlegen.
- Messgehäuse separat befestigen.
- Flexible Verbindung leicht abstützen beziehungsweise zugentlasten.
- Elektrisches Anschlusskabel ebenfalls mechanisch entlasten.
- Freigängigkeit gegenüber Heizbändern, Schutzhauben und beweglichen Maschinenteilen prüfen.
Wichtig ist insbesondere der letzte Punkt. Eine Kapillare kann im Stillstand ausreichend Abstand besitzen und nach Montage einer Abdeckung oder nach thermischer Ausdehnung der Maschine plötzlich an einem anderen Bauteil anliegen.
Kapillare und elektrische Signalleitung unterscheiden
Bei der Fehlersuche werden flexible Kapillare und elektrische Anschlussleitung gelegentlich miteinander verwechselt. Beide verlaufen vom Sensorbereich weg, erfüllen jedoch vollkommen unterschiedliche Aufgaben.
Die Kapillare gehört zum mechanisch-hydraulischen Druckübertragungssystem. Die elektrische Leitung verbindet dagegen Messzelle beziehungsweise Transmitter mit Anzeige, Regler, SPS oder DCS.
Bei klassischen mV/V-Schmelzedruckaufnehmern wie verschiedenen PT-Modellen ist das elektrische Messsignal vergleichsweise klein. Deshalb ist zusätzlich eine saubere EMV-gerechte Leitungsführung erforderlich. Signalleitungen sollten nicht unnötig parallel unmittelbar neben stark belasteten Heizleitungen, Motorleitungen oder Frequenzumrichterleitungen geführt werden.
Bei 4–20-mA-Ausführungen ist die Signalübertragung gegenüber elektromagnetischen Störungen robuster, die grundsätzlichen Anforderungen an fachgerechte Verdrahtung, Schirmung und Zugentlastung bleiben jedoch bestehen.
Wichtig ist also die Trennung zweier unterschiedlicher Aufgaben: Die Kapillare wird mechanisch und thermisch richtig geführt; das elektrische Kabel wird elektrisch und EMV-technisch richtig verlegt.
Praxisbeispiel am Extruder
An einem Extruder sitzt der Schmelzedrucksensor unmittelbar hinter einer beheizten Prozesszone. Der starre Fühlerschaft wird horizontal in den Extruderzylinder eingeschraubt. Das Sensorgehäuse kann aufgrund einer Schutzhaube jedoch nicht direkt hinter dem Sensor montiert werden.
Eine ungünstige Lösung wäre, die flexible Kapillare direkt nach dem Prozessanschluss um 180 Grad zu knicken, dicht über das Heizband zurückzuführen und das Sensorgehäuse frei an der Kapillare hängen zu lassen. Mechanische Belastung, Temperatur und Vibration würden dabei gleichzeitig auf dieselbe Verbindung wirken.
Eine deutlich bessere Lösung besteht darin, die Kapillare zunächst mit einem großzügigen Radius von der heißen Zone wegzuführen. Das Gehäuse wird an einem stabilen, kühleren Maschinenteil befestigt. Zwischen Fühlerschaft und Gehäuse wird die Kapillare an einer geeigneten Stelle locker geführt, sodass ihr Eigengewicht und betriebliche Vibrationen nicht vollständig an den beiden Endanschlüssen wirken.
Die elektrische Leitung wird anschließend separat vom Sensorgehäuse zum Auswertegerät geführt und ebenfalls zugentlastet. Heiz- und Leistungskabel werden dabei nach Möglichkeit nicht über längere Strecken unmittelbar gemeinsam mit der empfindlichen Messleitung geführt.
Eine solche Installation wirkt unspektakulär, verbessert aber genau die Faktoren, die im langjährigen Maschinenbetrieb entscheidend werden: geringe mechanische Wechselbelastung, ausreichende thermische Entkopplung und reproduzierbare Signalqualität.
Typische Fehlerbilder systematisch prüfen
Wenn ein Dynisco-Schmelzedrucksensor nach längerer Betriebszeit auffällige Werte zeigt, sollte nicht sofort nur die elektrische Kalibrierung betrachtet werden. Gerade bei Sensoren mit flexibler Kapillare kann auch die mechanische Einbausituation Hinweise auf die Ursache geben.
Ein permanenter Nullpunktversatz kann beispielsweise mit hoher thermischer Belastung, einer beschädigten Messmembran oder anderen mechanischen Einflüssen zusammenhängen. Ein deutlich deformierter oder geknickter Bereich der flexiblen Verbindung ist dagegen ein ernstes Warnzeichen.
Dynisco nennt als mögliche Ursachen eines gebrochenen flexiblen Kapillaranschlusses unter anderem einen zu engen Biegeradius, Montageschäden sowie eine übermäßige Dehnung der Kapillare. Eine sichtbar beschädigte flexible Verbindung sollte deshalb nicht einfach durch Zurückbiegen „repariert“ und weiterverwendet werden.
Für eine systematische Prüfung bietet sich folgender Ablauf an:
- Vollständige Typenbezeichnung des Sensors feststellen.
- Mechanischen Zustand von Membran, Schaft und Kapillare kontrollieren.
- Auf Knicke, Quetschungen und Scheuerstellen achten.
- Befestigung des Sensorgehäuses prüfen.
- Kontrollieren, ob elektrische Leitung oder Kapillare unter Zug stehen.
- Abstand zu Heizbändern und heißen Maschinenflächen bewerten.
- Temperatur des Gehäuses unter realen Betriebsbedingungen prüfen.
- Messbohrung und Prozessanschluss auf korrekten Zustand prüfen.
- Elektrische Versorgung und Signalverdrahtung kontrollieren.
- Messsignal anschließend gegen Prozesszustand beziehungsweise geeignete Referenz plausibilisieren.
Häufige Montagefehler
Die Kapillare wie ein normales Kabel behandeln
Die flexible Verbindung ist Bestandteil des Druckübertragungssystems. Starke Biegung, Quetschung oder Zug können die Messfunktion beeinträchtigen.
Den kleinsten Dynisco-Biegeradius auf alle Sensoren übertragen
Freiliegende Spezialkapillaren können deutlich kleinere Radien erlauben als geschützte flexible Schäfte. Entscheidend ist immer die konkrete Sensorbaureihe.
Das Gehäuse an der Kapillare hängen lassen
Das Messgehäuse sollte separat befestigt werden. Die Kapillare ist kein tragendes Aufhängungselement.
Die Zugentlastung zu fest anziehen
Eine Schelle soll Bewegungen begrenzen und Gewicht aufnehmen, die flexible Verbindung aber nicht zusammendrücken.
Die Kapillare direkt auf dem Heizband verlegen
Damit wird unnötig Wärme in Richtung Messgehäuse eingetragen und gleichzeitig eine mechanisch ungünstige Kontaktstelle geschaffen.
Nur auf die zulässige Medientemperatur schauen
Eine hohe zulässige Temperatur an der Prozessmembran bedeutet nicht automatisch, dass das DMS- oder Elektronikgehäuse dieselbe Temperatur verträgt.
Beim Einschrauben am Gehäuse drehen
Montage- und Demontagekräfte gehören ausschließlich auf die dafür vorgesehene Schlüsselfläche des Sensors.
Eine verschmutzte Messbohrung ignorieren
Verhärtete Kunststoffreste können die Membran oder Dichtfläche bereits beim Einschrauben beschädigen.
Geeignete Dynisco-Komponenten
ICS Schneider Messtechnik bietet unterschiedliche Dynisco-Sensoren für Schmelzedruckmessungen in Extrusion, Spritzguss und Polymerverarbeitung an. Für Anwendungen mit hohen lokalen Temperaturen oder beengten Einbauverhältnissen stehen verschiedene Bauformen mit flexibler Verbindung zur Verfügung.
Ein klassisches Beispiel ist der Dynisco PT462. Die flexible Kapillarverbindung ermöglicht es, das DMS-Gehäuse von der heißen Messstelle zu entfernen und an einer geeigneteren Position zu montieren.
Für besonders enge Einbausituationen existieren darüber hinaus spezielle Sensoren mit freiliegenden, besonders eng biegbaren Kapillaren. Diese Konstruktionen dürfen jedoch nicht mit den geschützten flexiblen Verbindungen anderer Dynisco-Baureihen gleichgesetzt werden.
Zur vollständigen Messkette gehören außerdem geeignete Anschlusskabel, Gegenstecker, Anzeigen und Regler sowie Werkzeuge zur Kontrolle und Reinigung der Messbohrung.
Dynisco-Gesamtprogramm bei ICS Schneider
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Dynisco Kabel-Baugruppen und Steckverbinder
Fazit
Die flexible Kapillare eines Dynisco-Schmelzedrucksensors erleichtert den Einbau erheblich und ermöglicht eine wichtige thermische Entkopplung zwischen heißer Prozessmessstelle und Messgehäuse. Diese Flexibilität darf jedoch nicht mit beliebiger Verformbarkeit verwechselt werden.
Großzügiger Biegeradius, spannungsfreie Verlegung, separate Gehäusebefestigung und eine schonende Zugentlastung sind die wichtigsten mechanischen Voraussetzungen für eine dauerhaft zuverlässige Installation.
Bei geschützten Kapillaren verschiedener Dynisco-Baureihen ist ein Mindestbiegeradius von 25 mm ein wichtiger Richtwert aus den jeweiligen Herstellerunterlagen. Spezielle freiliegende Kapillaren können wesentlich engere Radien erlauben. Deshalb muss vor der Montage immer die konkrete Sensorausführung betrachtet werden.
Ebenso wichtig ist die thermische Seite. Die zulässige Temperatur der Prozessmembran kann erheblich über der zulässigen Gehäusetemperatur liegen. Die flexible Verbindung sollte diesen konstruktiven Vorteil unterstützen und nicht dadurch wirkungslos werden, dass sie eng über Heizbänder geführt oder das Gehäuse direkt an einer besonders heißen Stelle befestigt wird.
Wer Messbohrung, Biegeradius, Kapillarführung, Gehäusehalterung, Heizbandabstand und elektrische Anschlussleitung gemeinsam plant, reduziert nicht nur das Risiko eines vorzeitigen Sensorausfalls. Auch Nullpunktstabilität, Prozesssicherheit und Wartungsfreundlichkeit der gesamten Schmelzedruckmessstelle profitieren davon.
FAQ zur flexiblen Kapillare an Dynisco-Sensoren
Welchen Biegeradius benötigt eine flexible Dynisco-Kapillare?
Das hängt von der Sensorausführung ab. Für verschiedene geschützte beziehungsweise armierte Kapillaren nennt Dynisco mindestens 25 mm. Spezielle freiliegende Kapillaren bestimmter Baureihen können deutlich engere Radien zulassen. Maßgeblich ist immer die Bedienungsanleitung des konkreten Sensors.
Kann ich die flexible Kapillare einfach aufrollen?
Eine überschüssige Länge kann grundsätzlich in einem großzügigen Bogen geführt werden. Enge Wicklungen, scharfe Knicke oder ein straffes Aufrollen sollten vermieden werden.
Darf die Kapillare ein Heizband berühren?
Direkter und dauerhafter Kontakt mit Heizbändern sollte vermieden werden. Die flexible Verbindung soll unter anderem eine thermische Entkopplung des Messgehäuses ermöglichen. Entscheidend ist, dass die zulässigen Temperaturen der jeweiligen Sensorbereiche nicht überschritten werden.
Wie viel Abstand muss zwischen Kapillare und Heizband liegen?
Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Wert für alle Maschinen und Dynisco-Sensoren. Heizbandtemperatur, Wärmeabstrahlung, Kapillarbauform, Luftzirkulation und Sensorvariante unterscheiden sich. Entscheidend ist die thermisch sichere Verlegung und die Einhaltung der zulässigen Gehäusetemperatur.
Muss das Dynisco-Gehäuse separat befestigt werden?
Bei entsprechenden Ausführungen mit flexiblem Schaft sieht Dynisco eine separate Gehäusebefestigung vor. Die flexible Verbindung sollte nicht das Gewicht des Gehäuses tragen müssen.
Wie sollte die Kapillare zugentlastet werden?
Sie sollte so geführt beziehungsweise leicht fixiert werden, dass Vibrationen und Gewicht nicht vollständig an den Anschlussstellen wirken. Die Befestigung darf die flexible Verbindung dabei nicht quetschen.
Darf ich einen Kabelbinder verwenden?
Eine Führung mit geeignetem Befestigungsmaterial kann sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass der Kabelbinder beziehungsweise die Schelle nicht so fest angezogen wird, dass die Schutzarmierung deformiert oder die Kapillare gequetscht wird.
Warum besitzt ein Schmelzedrucksensor überhaupt eine flexible Kapillare?
Sie ermöglicht unter anderem eine räumliche und thermische Trennung der Messzelle beziehungsweise Elektronik von der sehr heißen Prozessmessstelle und erleichtert den Einbau bei beengten Platzverhältnissen.
Ist die flexible Kapillare das elektrische Sensorkabel?
Nein. Die Kapillare gehört bei diesen Konstruktionen zum Druckübertragungssystem. Das elektrische Anschlusskabel hat eine separate Funktion und überträgt Versorgung und Messsignal.
Was passiert, wenn die Kapillare geknickt wird?
Ein starker Knick kann die flexible Verbindung und im ungünstigen Fall das interne Druckübertragungssystem beschädigen. Eine sichtbar geknickte Kapillare sollte nicht einfach zurückgebogen und ohne weitere Prüfung weiterverwendet werden.
Kann eine beschädigte Kapillare repariert werden?
Eine Beschädigung des geschlossenen Druckübertragungssystems ist keine normale Vor-Ort-Reparatur. Bei Verdacht auf eine beschädigte Kapillare sollte der Sensor fachgerecht geprüft beziehungsweise dem Hersteller oder Servicepartner zur Beurteilung übergeben werden.
Warum darf ich beim Einschrauben nicht am Sensorgehäuse drehen?
Dadurch können Gehäuse und flexible Verbindung mechanisch beziehungsweise torsional belastet werden. Das Montagedrehmoment muss über die dafür vorgesehene Schlüsselfläche am Prozessanschluss eingeleitet werden.
Wie erkenne ich eine thermisch ungünstige Montage?
Hinweise können eine sehr hohe Gehäusetemperatur, starke Erwärmung des elektrischen Steckverbinders oder eine Kapillarführung unmittelbar über Heizbändern sein. Bei kritischen Einbausituationen sollte die Gehäusetemperatur im stationären Maschinenbetrieb überprüft werden.
Kann eine schlechte Kapillarverlegung Messfehler verursachen?
Eine mechanisch oder thermisch geschädigte Messkette kann die Messfunktion beeinträchtigen. Vor allem sichtbare Knicke, Quetschungen, übermäßige Zugbelastung oder unzulässige Temperaturen sollten deshalb nicht als rein kosmetische Einbauprobleme betrachtet werden.
Was sollte vor der Inbetriebnahme kontrolliert werden?
Messbohrung, Prozessanschluss, Biegeradius, Freigängigkeit der Kapillare, separate Gehäusebefestigung, Zugentlastung, Abstand zu heißen Oberflächen sowie elektrische Verdrahtung sollten gemeinsam kontrolliert werden.
