Ein tragbares Gaswarngerät wird vor dem Einsatz mit Prüfgas beaufschlagt. Die Flasche enthält die richtige Gaskonzentration und ist noch innerhalb ihres Verwendbarkeitszeitraums. Trotzdem reagiert ein Sensor ungewöhnlich langsam oder erreicht den erwarteten Ausschlag nicht. Ist damit bereits bewiesen, dass der Sensor defekt oder falsch kalibriert ist?
Nein. Zwischen Prüfgasflasche und Sensor liegt ein kompletter pneumatischer Prüfpfad:
Prüfgasflasche → Regler → Schlauch → Prüfadapter → Sensor
Ist an einer dieser Stellen der Gasfluss zu gering, der Adapter undicht, ein Schlauch geknickt oder die Zuführung nicht korrekt auf das jeweilige Gerät abgestimmt, kann am Sensor eine andere Prüfgasbeaufschlagung ankommen als vorgesehen.
Das ist besonders kritisch, weil ein Bump-Test eine Funktionsprüfung unter definierten Bedingungen sein soll. Das Gas muss die Sensoren innerhalb der vorgesehenen Zeit erreichen und eine ausreichende Reaktion einschließlich der vorgesehenen Alarmfunktionen auslösen.
Ein auffälliger Bump-Test sollte deshalb nicht sofort als Sensorfehler interpretiert werden. Zuerst müssen Prüfgas, Regler, Durchflussrate, Schlauch, Adapterdichtung, Gastransportzeit und die vom Hersteller vorgesehene Prüfdauer systematisch kontrolliert werden.
Was prüft ein Bump-Test?
Ein Bump-Test ist eine Funktionsprüfung eines Gaswarngerätes mit einem geeigneten Prüfgas.
Vereinfacht wird kontrolliert, ob:
- das Prüfgas die Sensoren erreicht,
- die Sensoren auf das Gas reagieren,
- die Reaktion innerhalb der vorgesehenen Zeit erfolgt,
- die erforderlichen Alarme ausgelöst werden.
Dazu wird dem Gerät ein Gas mit bekannter Zusammensetzung zugeführt.
Der Test soll damit eine wichtige praktische Frage beantworten:
Reagiert das Gaswarngerät auf eine reale Gasbeaufschlagung?
Damit prüft der Bump-Test wesentlich mehr als nur die Elektronik des Displays.
Er bezieht auch den tatsächlichen Sensor und dessen Gaszugang ein.
Warum ist ein Bump-Test keine Kalibrierung?
Ein Bump-Test und eine Kalibrierung verfolgen unterschiedliche Ziele.
Beim Bump-Test steht die Funktionsfähigkeit im Mittelpunkt.
Eine Kalibrierung beziehungsweise Kalibrierprüfung bewertet dagegen wesentlich genauer, wie der angezeigte Messwert zur bekannten Prüfgaskonzentration passt.
Ein Sensor kann deshalb:
ausreichend reagieren, um einen Bump-Test zu bestehen
und gleichzeitig:
eine relevante quantitative Messabweichung besitzen
.
Umgekehrt kann ein technisch einwandfreier Sensor bei einem fehlerhaften manuellen Prüfaufbau scheinbar zu langsam reagieren.
Deshalb muss bei einem auffälligen Ergebnis zunächst geklärt werden, ob der Fehler tatsächlich im Gerät oder im Prüfgasweg liegt.
Welchen Weg nimmt das Prüfgas bis zum Sensor?
Bei einem manuellen Bump-Test besteht der Gasweg typischerweise aus mehreren Komponenten.
Beispiel:
Prüfgasflasche → Druck-/Durchflussregler → Schlauch → Flow Plate / Prüfadapter → Sensoröffnungen
Jede Komponente kann die Gaszuführung beeinflussen.
Mögliche Einflussgrößen sind:
- Reglerbauart,
- eingestellter beziehungsweise vorgesehener Gasfluss,
- Schlauchlänge,
- Schlauchinnendurchmesser,
- Knickstellen,
- Adaptergeometrie,
- Dichtungszustand,
- korrekte Montage des Adapters.
Eine richtige Prüfgasflasche allein garantiert deshalb noch keinen korrekten Bump-Test.
Warum ist die richtige Durchflussrate wichtig?
Der Prüfgasfluss bestimmt, wie schnell und unter welchen Bedingungen das Testgas durch den Prüfadapter zu den Sensoröffnungen gelangt.
Der erforderliche Gasfluss wird vom jeweiligen Geräte- beziehungsweise Prüfaufbau vorgegeben.
Er sollte nicht frei nach dem Prinzip:
mehr Gas ist sicherer
gewählt werden.
Ebenso problematisch ist:
möglichst wenig Gas verwenden, um Flaschengas zu sparen
.
Der Prüfaufbau wurde für definierte Strömungsbedingungen entwickelt.
Für Bump-Test und Kalibrierung sollte deshalb immer die vom Hersteller für die konkrete Geräte- und Adapterkombination angegebene Durchflussrate verwendet werden.
Was passiert bei zu geringem Gasfluss?
Ist der Gasfluss zu gering, kann sich zunächst die Zeit verlängern, bis das Prüfgas den Sensor erreicht.
Zusätzlich kann ein undichter beziehungsweise nicht vollständig abgeschlossener Adapter einen Teil der benötigten Gasmenge aus der Umgebung ansaugen beziehungsweise Umgebungsluft in den Prüfbereich gelangen lassen.
Mögliche Symptome sind:
- verzögerte Sensorreaktion,
- langsamer Messwertanstieg,
- Alarm wird erst spät ausgelöst,
- Testzeit läuft ab, bevor die erforderliche Reaktion erreicht wird.
Das kann fälschlicherweise wie ein träger Sensor aussehen.
Besonders kritisch ist eine Kombination aus:
zu geringem Gasfluss + kleine Undichtigkeit
.
Ein einzeln kaum auffälliger Montagefehler kann dann einen deutlich größeren Einfluss erhalten.
Was passiert bei zu hohem Gasfluss?
Auch ein deutlich zu hoher Gasfluss ist nicht automatisch besser.
Er erhöht zunächst den Prüfgasverbrauch.
Je nach Adapter- und Gerätebauart können außerdem andere Strömungs- beziehungsweise Druckverhältnisse entstehen als vom Hersteller vorgesehen.
Bei einem korrekt ausgelegten manuellen Aufbau sollte der Prüfgasstrom deshalb nicht willkürlich erhöht werden, nur um eine vermeintlich schnellere Reaktion zu erzwingen.
Ein auffälliger Sensor sollte nicht durch:
mehr Durchfluss bis der Test irgendwie bestanden wird
bewertet werden.
Die richtige Vorgehensweise ist die Verwendung der vorgesehenen Durchflussrate und die anschließende Fehlersuche.
Warum sind beim T4x 0,5 l/min relevant?
Für den Crowcon T4x nennt der Hersteller für Funktionstest und Kalibrierung eine empfohlene Durchflussrate von:
0,5 l/min
.
Beim manuellen Bump-Test wird die vorgesehene Bump-/Kalibrierplatte am Gerät montiert.
Das Prüfgas wird anschließend für den vorgesehenen Prüfablauf zugeschaltet.
Diese Angabe ist gerätespezifisch.
Sie bedeutet deshalb nicht, dass:
0,5 l/min
automatisch für jedes Gaswarngerät jedes Herstellers der richtige Wert ist.
Bei anderen Geräten muss die jeweilige Herstellerangabe verwendet werden.
Welche Aufgabe besitzt der Prüfgasregler?
Eine Prüfgasflasche besitzt einen deutlich höheren Flaschendruck als für den eigentlichen Bump-Test benötigt wird.
Der Regler stellt daraus die für den Prüfaufbau geeignete Gaszuführung bereit.
Je nach Bauart kann er insbesondere:
- den Druck reduzieren,
- einen definierten Durchfluss bereitstellen,
- Gas nur bei tatsächlichem Bedarf freigeben.
Der verwendete Regler muss:
- zur Flasche,
- zum Prüfgas,
- zum Prüfverfahren und
- zum verwendeten Gaswarngerät
passen.
Ein beliebiger Druckminderer ist deshalb nicht automatisch ein geeigneter Kalibriergasregler.
Festdurchfluss- oder Demand-Flow-Regler?
Bei einem Festdurchflussregler wird ein definierter Gasstrom bereitgestellt.
Ein typisches Beispiel ist:
0,5 l/min
für einen dafür vorgesehenen manuellen Prüfaufbau.
Ein Demand-Flow-Regler arbeitet anders.
Er stellt Gas zur Verfügung, wenn das angeschlossene Prüfsystem beziehungsweise eine Pumpe Gas anfordert.
Welche Variante richtig ist, hängt vom Messgerät und der Prüfstation ab.
Ein gepumptes Gaswarngerät beziehungsweise ein automatisches Testsystem kann einen anderen Regleraufbau erfordern als ein Diffusionsgerät mit manueller Flow Plate.
Reglertyp und Geräteart müssen deshalb zueinander passen.
Welche Aufgabe besitzt der Prüfadapter?
Ein Diffusions-Gaswarngerät saugt Prüfgas nicht automatisch aktiv aus einem Schlauch an.
Der Prüfadapter beziehungsweise die Flow Plate stellt deshalb einen definierten Gasraum über den Sensoröffnungen her.
Das Prüfgas wird durch diesen Bereich geführt und erreicht anschließend die Sensoren.
Der Adapter muss:
- zur konkreten Geräteausführung passen,
- korrekt positioniert sein,
- vollständig anliegen,
- frei von Beschädigungen sein.
Bei Gerätefamilien mit mehreren Adaptervarianten dürfen optisch ähnliche Flow Plates nicht automatisch untereinander ausgetauscht werden.
Warum ist die Adapterdichtung so wichtig?
Zwischen Flow Plate und Gaswarngerät befindet sich üblicherweise eine Dichtung beziehungsweise eine definierte Dichtfläche.
Ihre Aufgabe besteht darin, den vorgesehenen Prüfgasstrom über die Sensoröffnungen zu führen.
Ist die Dichtung:
- verschmutzt,
- verdreht,
- beschädigt,
- nicht vollständig anliegend
kann der Prüfgasweg verändert werden.
Bei Gas-Pro weist Crowcon beispielsweise ausdrücklich darauf hin, vor der Montage zu prüfen, ob die Dichtung der Flow Plate frei von Verschmutzung und unbeschädigt ist.
Ein scheinbar nebensächlicher Gummidichtring wird damit zu einem funktionalen Bestandteil des Prüfaufbaus.
Wie beeinflusst eine Undichtigkeit den Test?
Eine Undichtigkeit kann unterschiedliche Auswirkungen haben.
Bei einem drucklosen beziehungsweise offen durchströmten Prüfadapter bedeutet eine kleine Leckage nicht automatisch, dass einfach Prüfgas unter hohem Druck nach außen strömt.
Entscheidend ist vielmehr, wie sich der tatsächliche Gasweg verändert.
Je nach Aufbau kann:
- Prüfgas den vorgesehenen Sensorbereich umgehen,
- Umgebungsluft in den Prüfbereich gelangen,
- die Verweilzeit des Prüfgases verändert werden,
- die Sensorbeaufschlagung langsamer erfolgen.
Dadurch kann ein Testgerät eine reduzierte beziehungsweise verspätete Sensorreaktion zeigen.
Die Fehlersuche sollte deshalb immer auch die mechanische Passform der Flow Plate berücksichtigen.
Welchen Einfluss besitzt der Prüfgasschlauch?
Der Prüfgasschlauch verbindet den Gasregler mit dem Prüfadapter.
Auch er beeinflusst den Prüfablauf.
Relevante Eigenschaften sind:
- Länge,
- Innendurchmesser,
- Werkstoff,
- Zustand,
- Knickstellen,
- Gasverträglichkeit.
Ein geknickter Schlauch kann den Gasfluss reduzieren.
Ein unnötig langer Schlauch vergrößert das Gasvolumen zwischen Flasche und Sensor.
Bei bestimmten reaktiven beziehungsweise adsorptionskritischen Gasen kann zusätzlich der Schlauchwerkstoff relevant sein.
Deshalb sollten die vom Hersteller vorgesehenen Schläuche beziehungsweise geeignete Materialien verwendet werden.
Was bedeutet Totvolumen im Prüfgasweg?
Zwischen Regler und Sensor befindet sich ein bestimmtes Gasvolumen.
Dazu gehören:
- Schlauchvolumen,
- Reglerausgang,
- Adaptervolumen.
Vor Beginn des Tests ist dieses Volumen zunächst mit Umgebungsluft beziehungsweise dem Gas des vorherigen Zustands gefüllt.
Nach dem Öffnen der Prüfgaszufuhr muss dieses vorhandene Gas erst verdrängt werden.
Je größer das Volumen und je kleiner der Durchfluss, desto länger dauert dieser Vorgang.
Das ist ein wesentlicher Grund, warum:
Gas an der Flasche öffnen
und:
Prüfgas erreicht den Sensor
nicht exakt derselbe Zeitpunkt sind.
Warum ist die Gastransportzeit wichtig?
Die Transportzeit beschreibt die Zeit, die das Prüfgas benötigt, um vom Gasregler bis zum Sensor zu gelangen.
Vereinfacht hängt sie von:
Gasvolumen im Prüfweg / Gasdurchfluss
ab.
Beispiel:
Enthält der Prüfweg insgesamt:
100 ml
Gasvolumen und beträgt der Gasfluss:
500 ml/min
entspricht ein einfacher theoretischer Volumenaustausch:
0,2 min ≈ 12 s
.
In einem realen System ist die vollständige Konzentrationsänderung komplexer, da sich Gase mischen und nicht wie ein idealer Kolben durch den Schlauch bewegen.
Die Rechnung zeigt jedoch deutlich:
Lange Schläuche und kleiner Gasfluss verlängern die Zeit, bis die vorgesehene Prüfgaskonzentration am Sensor anliegt.
Was ist Sensor-Ansprechzeit und was ist Transportzeit?
Bei einem manuellen Bump-Test werden häufig zwei unterschiedliche Zeiten miteinander verwechselt.
Transportzeit:
Zeit vom Öffnen der Gaszufuhr bis das Prüfgas den Sensor erreicht.
Sensor-Ansprechzeit:
Zeit, die der Sensor nach tatsächlicher Gasbeaufschlagung benötigt, um auf die Konzentrationsänderung zu reagieren.
Die beobachtete Gesamtzeit ist deshalb vereinfacht:
beobachtete Reaktionszeit ≈ Transportzeit + Sensorreaktion
Reagiert ein Gerät scheinbar zu langsam, darf nicht automatisch angenommen werden, dass ausschließlich der Sensor träge geworden ist.
Warum reagieren verschiedene Sensoren unterschiedlich schnell?
Gaswarngeräte können unterschiedliche Sensorprinzipien enthalten.
Dazu gehören beispielsweise:
- elektrochemische Sensoren,
- Pellistor-Sensoren,
- Infrarotsensoren,
- MPS-Sensoren,
- PID-Sensoren.
Die Sensorprinzipien besitzen unterschiedliche:
- Gastransportmechanismen,
- Reaktionszeiten,
- Querempfindlichkeiten,
- Prüfgasanforderungen.
Auch innerhalb einer Gerätefamilie können deshalb mehrere Sensorkanäle während eines Bump-Tests unterschiedlich schnell reagieren.
Entscheidend sind die Herstelleranforderungen für die konkrete Sensorbestückung.
Warum hängt der Prüfaufbau auch von der Gasart ab?
Nicht jedes Prüfgas verhält sich im Prüfpfad gleich.
Einige Gase sind vergleichsweise unkritisch zu transportieren.
Andere können stärker mit:
- Schlauchoberflächen,
- Feuchtigkeit,
- Filtermaterialien,
- Adapterwerkstoffen
wechselwirken.
Dadurch kann sich die Konzentration am Sensor verzögert aufbauen.
Bei entsprechenden Gasen sollten deshalb ausschließlich für die Anwendung vorgesehene Gaswege, Materialien und Stabilisierungszeiten verwendet werden.
Die Prüfgasart ist damit nicht nur eine Angabe auf der Gasflasche, sondern Bestandteil der Auslegung des kompletten Prüfsystems.
Wie lange muss Prüfgas zugeführt werden?
Es gibt keine universelle Prüfgaszeit, die für jedes Gaswarngerät und jede Sensorbestückung gilt.
Die erforderliche Zeit hängt unter anderem ab von:
- Gerät,
- Sensorart,
- Prüfgas,
- Prüfadapter,
- Gasfluss,
- Prüfverfahren.
Beim T4x weist Crowcon ausdrücklich darauf hin, dass das Gas für die richtige Stabilisierungszeit zugeführt werden muss.
Ein Test sollte deshalb nicht künstlich verkürzt werden, sobald:
irgendein Messwertanstieg
sichtbar ist.
Genauso sollte ein auffälliger Sensor nicht durch beliebig lange Gaszufuhr „zum Bestehen gebracht“ werden.
Maßgeblich ist das vorgesehene Prüfverfahren.
Welche Alarmfunktionen sollten kontrolliert werden?
Der Bump-Test dient nicht ausschließlich dazu, einen steigenden Zahlenwert auf dem Display zu beobachten.
Je nach Gerät sollten auch die vorgesehenen Alarmfunktionen überprüft werden.
Dazu können gehören:
- akustischer Alarm,
- optische Alarmanzeige,
- Vibrationsalarm,
- Displayanzeige,
- Sensorreaktion.
Ein Sensor, der einen Messwert liefert, aber keinen vorgesehenen Alarm auslöst, erfüllt nicht dieselbe Funktion wie ein vollständig korrekt arbeitendes Gaswarngerät.
Das Prüfverfahren muss deshalb die komplette Schutzfunktion berücksichtigen.
Was tun, wenn der Bump-Test fehlschlägt?
Ein fehlgeschlagener Bump-Test sollte systematisch untersucht werden.
Zunächst sind einfach überprüfbare Ursachen sinnvoll:
- Prüfgaszusammensetzung kontrollieren.
- Verwendbarkeitsdatum beziehungsweise Zertifikat der Gasflasche prüfen.
- Regler und Gasfluss kontrollieren.
- Schlauch auf Knick, Verschmutzung und Beschädigung prüfen.
- Flow Plate beziehungsweise Adapter korrekt montieren.
- Dichtung kontrollieren.
- Prüfgas ausreichend lange zuführen.
- Test wiederholen.
Bleibt der Test danach auffällig, können:
- Kalibrierprüfung,
- Sensorprüfung,
- Wartung beziehungsweise Service
erforderlich sein.
Ein fehlgeschlagener Bump-Test sollte nicht einfach ignoriert werden.
Welche Vorteile besitzt eine automatische Prüfstation?
Bei manuellen Bump-Tests hängen mehrere Schritte vom Bediener ab.
Dazu gehören beispielsweise:
- Adaptermontage,
- Gasfluss,
- Prüfdauer,
- Bewertung,
- Dokumentation.
Eine automatische Prüfstation standardisiert diese Abläufe.
Dadurch werden wiederkehrende Prüfungen reproduzierbarer.
Zusätzlich können Prüf- und Kalibrierdaten automatisch dem jeweiligen Gerät zugeordnet werden.
Das ist besonders interessant bei:
- größeren Geräteflotten,
- regelmäßigen Schichtprüfungen,
- hohen Dokumentationsanforderungen,
- zentraler Geräteverwaltung.
Praxisbeispiel: CO-Sensor reagiert ungewöhnlich langsam
Ein Mehrgaswarngerät wird mit geeignetem Prüfgas manuell getestet.
Beim CO-Kanal steigt die Anzeige nur langsam.
Der akustische Alarm wird erst kurz vor Ablauf der vorgesehenen Prüfdauer erreicht.
Da das Gerät am Vortag noch unauffällig war, wird zunächst ein Sensorproblem vermutet.
Bei der Kontrolle des Prüfaufbaus zeigt sich jedoch:
Der Prüfgasschlauch wurde nach einer Wartung gegen einen deutlich längeren Schlauch ausgetauscht.
Zusätzlich sitzt die Kalibrierplatte nicht vollständig plan auf dem Gerät, weil sich Schmutz auf der Dichtfläche befindet.
Der Gasweg wird gereinigt, die vorgesehene Schlauchkonfiguration wiederhergestellt und die Flow Plate korrekt montiert.
Anschließend wird der Test mit der für das Gerät vorgesehenen Durchflussrate wiederholt.
Der Sensor reagiert nun innerhalb der normalen Zeit und löst den Alarm reproduzierbar aus.
Die scheinbar verlängerte Sensor-Ansprechzeit war damit nicht primär ein Sensorfehler, sondern das Ergebnis aus zusätzlichem Gastransportvolumen und einem fehlerhaft sitzenden Prüfadapter.
Manuellen Bump-Test systematisch durchführen
- Gerät und Sensorbestückung eindeutig identifizieren.
- Passendes Prüfgas auswählen.
- Gasflasche und Zertifikat beziehungsweise Verwendbarkeit kontrollieren.
- Passenden Regler verwenden.
- Herstellerseitig vorgesehene Durchflussrate prüfen.
- Geeigneten Prüfgasschlauch verwenden.
- Schlauch auf Knicke und Schäden kontrollieren.
- Prüfadapter beziehungsweise Flow Plate kontrollieren.
- Dichtung auf Sauberkeit und Beschädigung prüfen.
- Adapter vollständig und korrekt montieren.
- Bump-Test-Funktion entsprechend der Geräteanleitung starten.
- Prüfgas zum vorgesehenen Zeitpunkt freigeben.
- Gas für die vorgeschriebene Test- beziehungsweise Stabilisierungszeit zuführen.
- Sensorreaktion kontrollieren.
- Akustischen, optischen und gegebenenfalls Vibrationsalarm prüfen.
- Testergebnis dokumentieren.
- Nach dem Test Prüfgas schließen und Gerät mit sauberer Luft spülen beziehungsweise erholen lassen.
Langsame Sensorreaktion systematisch diagnostizieren
- Prüfgaskonzentration und Gasart prüfen.
- Verwendbarkeitszeitraum der Flasche kontrollieren.
- Reglertyp prüfen.
- Tatsächliche beziehungsweise vorgesehene Durchflussrate kontrollieren.
- Schlauchlänge mit dem Standardaufbau vergleichen.
- Schlauch auf Knickstellen prüfen.
- Adapter auf korrekte Geräteausführung prüfen.
- Adapterdichtung reinigen und auf Schäden kontrollieren.
- Prüfadapter vollständig montieren.
- Gastransportzeit berücksichtigen.
- Vorgeschriebene Stabilisierungszeit einhalten.
- Reaktion aller Sensorkanäle miteinander vergleichen.
- Gerätefilter beziehungsweise Sensoröffnungen auf Verschmutzung kontrollieren.
- Test mit definiertem Standardaufbau wiederholen.
- Bleibt die Reaktion auffällig, Kalibrierung beziehungsweise Service prüfen.
Häufige Fehler
- Gasfluss frei nach Gefühl einstellen: Maßgeblich ist die Herstellerangabe für das konkrete Gerät und den Prüfadapter.
- Zu wenig Gas verwenden, um Prüfgas zu sparen: Die Sensorbeaufschlagung kann sich verzögern oder unzureichend werden.
- Gasfluss stark erhöhen, damit der Sensor schneller reagiert: Dadurch wird kein definierter Prüfzustand hergestellt.
- 0,5 l/min als universellen Wert ansehen: Dieser Wert ist beispielsweise für den beschriebenen T4x-Prüfablauf relevant, aber nicht automatisch für jedes Gaswarngerät.
- Falschen Reglertyp verwenden: Festdurchfluss- und Demand-Flow-Systeme erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
- Flow Plate nur lose auflegen: Der vorgesehene Gasweg ist dadurch nicht zuverlässig definiert.
- Beschädigte Adapterdichtung ignorieren: Undichtigkeiten können die Sensorbeaufschlagung verändern.
- Sehr langen Prüfgasschlauch verwenden: Das zusätzliche Volumen verlängert die Gastransportzeit.
- Transportzeit als Sensorreaktionszeit interpretieren: Beide Zeitanteile müssen getrennt betrachtet werden.
- Geknickten Schlauch übersehen: Eine Querschnittsverengung kann den Gasfluss deutlich reduzieren.
- Ungeeigneten Schlauch für reaktive Gase verwenden: Adsorption beziehungsweise Wechselwirkungen können die Konzentration am Sensor beeinflussen.
- Bump-Test abbrechen, sobald irgendein Ausschlag sichtbar ist: Das vorgesehene Prüf- und Bewertungskriterium muss erfüllt werden.
- Fehlgeschlagenen Bump-Test einfach wiederholt durchführen: Zunächst muss die Ursache systematisch gesucht werden.
- Bump-Test mit Kalibrierung gleichsetzen: Eine Sensorreaktion bestätigt nicht automatisch die quantitative Messgenauigkeit.
Crowcon T4x und IQhub für Bump-Tests
Crowcon T4x
Der Crowcon T4x ist ein tragbarer Mehrgasdetektor für den persönlichen Arbeitsschutz.
Je nach Ausführung überwacht er die typischen Gefahren:
- Kohlenmonoxid,
- Schwefelwasserstoff,
- brennbare Gase,
- Sauerstoff.
Für den manuellen Funktionstest wird eine vorgesehene Bump-/Kalibrierplatte verwendet.
Für Funktionstest und Kalibrierung nennt Crowcon in der Geräteanleitung eine empfohlene Durchflussrate von:
0,5 l/min
.
Zusätzlich weist der Hersteller darauf hin, die vorgesehene Stabilisierungszeit des Prüfgases einzuhalten.
Der T4x besitzt akustische, optische und vibrierende Alarmfunktionen und ist damit ein typisches Beispiel dafür, dass beim Bump-Test nicht nur ein Zahlenwert, sondern die Schutzfunktion des Gerätes beurteilt wird.
Weitere Informationen finden Sie beim Crowcon T4x Mehrgasdetektor.
Crowcon IQhub
Bei größeren Geräteflotten kann eine automatische Prüfstation die Abhängigkeit von manuellen Prüfaufbauten reduzieren.
Der Crowcon IQhub kombiniert unter anderem:
- automatische Bump-Tests,
- automatische Kalibrierung,
- Ladefunktion,
- Gerätekommunikation,
- Prüfdokumentation.
Der Bump-Test kann bei kompatiblen Geräten in weniger als:
10 Sekunden
durchgeführt werden.
Eine vollständige automatische Kalibrierung benötigt weniger als:
30 Sekunden
.
Das System arbeitet mit einem Gasverbrauch von:
0,5 l/min
und besitzt mehrere konfigurierbare Gaseingänge.
Der standardisierte Aufbau reduziert typische manuelle Einflussgrößen wie wechselnde Adaptermontage, Prüfdauer und Bedienablauf.
Weitere Informationen finden Sie beim Crowcon IQhub.
Weitere tragbare und stationäre Gaswarnlösungen finden Sie unter Gasmessgeräte / Gaswarngeräte bei ICS Schneider.
Fazit
Ein Bump-Test ist nur so aussagekräftig wie der komplette Prüfaufbau.
Die richtige Prüfgaskonzentration allein reicht nicht aus.
Das Gas muss über Regler, Schlauch und Prüfadapter unter den für das Gerät vorgesehenen Bedingungen tatsächlich bis zu den Sensoren gelangen.
Ein zu geringer beziehungsweise ungeeigneter Gasfluss kann die beobachtete Reaktion verzögern. Eine beschädigte oder verschmutzte Adapterdichtung kann den vorgesehenen Gasweg verändern. Lange oder geknickte Schläuche beeinflussen Transportzeit und Durchfluss.
Deshalb muss zwischen Gastransportzeit und eigentlicher Sensor-Ansprechzeit unterschieden werden.
Reagiert ein Gerät auffällig langsam, sollte nicht sofort der Sensor ersetzt oder neu kalibriert werden.
Zuerst müssen Prüfgas, Reglertyp, Durchflussrate, Schlauch, Flow Plate, Dichtung und vorgesehene Stabilisierungszeit geprüft werden.
Beim T4x nennt Crowcon beispielsweise eine empfohlene Durchflussrate von 0,5 l/min für Funktionstest und Kalibrierung. Diese Vorgabe ist gerätespezifisch und darf nicht unkritisch auf andere Messgeräte übertragen werden.
Automatische Teststationen können bei größeren Geräteflotten helfen, Gasführung, Prüfzeit, Bewertung und Dokumentation zu standardisieren.
Für einen belastbaren Bump-Test gilt deshalb: das richtige Prüfgas verwenden, den herstellerseitig vorgesehenen Regler und Gasfluss einhalten, Flow Plate und Dichtung auf korrekten Sitz prüfen, unnötiges Schlauchvolumen vermeiden, Transport- und Sensorreaktionszeit auseinanderhalten und erst nach einem definierten Prüfablauf über Bestehen oder Nichtbestehen entscheiden.
FAQ: Bump-Test, Gasfluss und Adapterdichtheit
Was ist ein Bump-Test bei einem Gaswarngerät?
Ein Bump-Test ist eine Funktionsprüfung mit Prüfgas. Dabei wird kontrolliert, ob die Sensoren auf das Gas reagieren und die vorgesehenen Alarmfunktionen ausgelöst werden.
Ist ein Bump-Test dasselbe wie eine Kalibrierung?
Nein. Der Bump-Test bestätigt primär die Funktionsreaktion. Eine Kalibrierung bewertet beziehungsweise justiert die quantitative Beziehung zwischen bekannter Gaskonzentration und Messwert.
Warum ist der Prüfgasfluss wichtig?
Der Gasfluss beeinflusst, wie schnell und unter welchen Bedingungen das Prüfgas durch den Adapter zu den Sensoren gelangt. Deshalb muss die für das jeweilige Gerät vorgesehene Durchflussrate verwendet werden.
Was passiert bei zu geringem Gasfluss?
Die Sensorbeaufschlagung kann sich verzögern. Bei einem undichten oder ungünstig montierten Adapter kann außerdem der Einfluss von Umgebungsluft größer werden.
Ist ein höherer Gasfluss immer besser?
Nein. Ein willkürlich höherer Gasfluss entspricht nicht mehr unbedingt den vorgesehenen Prüfbedingungen und erhöht zudem den Prüfgasverbrauch.
Welcher Gasfluss wird für den Crowcon T4x empfohlen?
Crowcon nennt für Funktionstest und Kalibrierung des T4x eine empfohlene Durchflussrate von 0,5 l/min. Für andere Geräte müssen die jeweiligen Herstellerangaben verwendet werden.
Warum muss die Flow Plate dicht sitzen?
Sie bildet den vorgesehenen Gasweg über den Sensoröffnungen. Eine verschmutzte, beschädigte oder schlecht sitzende Dichtung kann diesen Gasweg verändern und die Sensorbeaufschlagung beeinflussen.
Kann ein langer Prüfgasschlauch die Reaktionszeit verlängern?
Ja. Das zusätzliche Schlauchvolumen muss nach Öffnen der Gaszufuhr zunächst mit Prüfgas gefüllt beziehungsweise gespült werden. Dadurch verlängert sich die Transportzeit.
Was ist der Unterschied zwischen Transportzeit und Sensor-Ansprechzeit?
Die Transportzeit ist die Zeit, die das Prüfgas bis zum Sensor benötigt. Die Sensor-Ansprechzeit beginnt erst, nachdem das Gas tatsächlich am Sensor angekommen ist.
Kann ein geknickter Schlauch einen Bump-Test verfälschen?
Ja. Ein Knick kann den freien Querschnitt reduzieren und dadurch die vorgesehene Gaszufuhr beeinträchtigen.
Warum kann der Schlauchwerkstoff wichtig sein?
Bestimmte Gase können mit Oberflächen wechselwirken oder daran adsorbiert werden. Bei solchen Gasen muss der vom Hersteller vorgesehene beziehungsweise geeignete Schlauchwerkstoff verwendet werden.
Was sollte nach einem fehlgeschlagenen Bump-Test geprüft werden?
Zunächst sollten Prüfgas, Gasflasche, Regler, Durchfluss, Schlauch, Flow Plate, Dichtung und Testzeit kontrolliert werden. Bleibt die Reaktion danach auffällig, sind Kalibrierprüfung oder Service sinnvoll.
Welche Vorteile besitzt eine automatische Bump-Test-Station?
Sie standardisiert Gaszuführung, Prüfzeit, Bewertung und Dokumentation. Dadurch sinkt der Einfluss wechselnder manueller Prüfaufbauten.
Welche Crowcon-Lösung eignet sich für automatische Bump-Tests?
Der Crowcon IQhub ist eine automatische Test-, Kalibrier- und Ladestation für kompatible Gaswarngeräte und kann Bump-Tests sowie die zugehörige Dokumentation automatisieren.
