Laminar-Flow- und Reinraumströmung prüfen: Luftgeschwindigkeit, Raster und Filterfläche richtig messen

Laminar Flow Messung im Reinraum mit testo 440 dP und Flügelradsonde
→ Produktkategorie: Strömungsmessgeräte und Strömungssensoren

 

Bei der Qualifizierung eines Reinraums oder einer Laminar-Flow-Einheit wird häufig zunächst ein einzelner Geschwindigkeitswert gemessen. Zeigt das Anemometer beispielsweise 0,43 m/s, scheint die Strömung auf den ersten Blick in Ordnung zu sein.

Eine solche Einzelmessung kann jedoch täuschen. Direkt daneben können nur 0,28 m/s auftreten, während ein anderer Bereich 0,55 m/s erreicht. Ursache können eine ungleichmäßige Filteranströmung, lokale Abschattungen, Veränderungen am HEPA-Filter, Einbauten oder eine ungeeignete Messposition sein.

Für eine belastbare Prüfung muss deshalb nicht nur gefragt werden:

„Wie hoch ist die Luftgeschwindigkeit?“

Entscheidend sind zusätzlich:

  • an welcher Ebene gemessen wird,
  • wie die Filter- beziehungsweise Strömungsfläche in ein Raster aufgeteilt wird,
  • welche Sonde verwendet wird,
  • wie die Sonde zur Strömung ausgerichtet ist,
  • wie lange pro Messpunkt gemessen wird,
  • wie Mittelwert und lokale Abweichungen bewertet werden.

Gerade bei unidirektionalen Reinraumströmungen können lokale Minima wesentlich aussagekräftiger sein als ein einziger Gesamtmittelwert.

Geeignete Messgeräte und Sonden finden Sie bei ICS Schneider unter Strömungsmessgeräte und Strömungssensoren. Weitere Messgeräte für Feuchte- und Klimaparameter finden Sie unter Feuchtemessgeräte und Feuchtesensoren.

Was bedeutet Laminar Flow im Reinraum?

Der Begriff Laminar Flow wird in Reinräumen, Sicherheitswerkbänken, Reinluftarbeitsplätzen und Produktionsanlagen sehr häufig verwendet.

Gemeint ist in der Praxis meist eine möglichst gleichmäßige Luftströmung, bei der die Luft mit weitgehend paralleler Strömungsrichtung durch den Reinbereich geführt wird.

Typische Anwendungen sind:

  • pharmazeutische Abfüllbereiche,
  • aseptische Arbeitsplätze,
  • Biotechnologie,
  • Halbleiterfertigung,
  • optische Fertigung,
  • Laborarbeitsplätze,
  • Reinraumdecken mit großflächigen HEPA- oder ULPA-Filtern.

Der kontrollierte Luftstrom soll Verunreinigungen möglichst gezielt aus dem kritischen Bereich abführen und einen unerwünschten Rücktransport von Partikeln in Richtung des Produktes beziehungsweise Prozesses reduzieren.

Dafür genügt nicht allein eine hohe Luftgeschwindigkeit.

Entscheidend ist vielmehr eine:

  • ausreichende,
  • gleichmäßige,
  • richtungsstabile

Strömung über dem relevanten Bereich.

Warum „unidirektionale Strömung“ der technisch genauere Begriff ist

In technischen Regelwerken wird häufig von unidirektionaler Strömung gesprochen.

Damit ist ein kontrollierter Luftstrom gemeint, dessen Strömungslinien innerhalb des betrachteten Bereiches weitgehend parallel verlaufen und der eine möglichst gleichmäßige Geschwindigkeit besitzt.

Der Begriff ist für Reinraumanwendungen häufig geeigneter als die rein strömungsmechanische Vorstellung einer vollständig laminaren Strömung.

In einer realen Reinraumanlage entstehen immer Einflüsse durch:

  • Filterrahmen,
  • Leuchten,
  • Maschinenteile,
  • Arbeitsflächen,
  • Personen,
  • thermische Auftriebe,
  • bewegte Bauteile.

Die praktische Prüfung konzentriert sich deshalb darauf, ob die vorgesehene Luftströmung hinsichtlich Geschwindigkeit, Gleichmäßigkeit und Richtung die geforderte Funktion erfüllt.

Was soll bei der Strömungsprüfung nachgewiesen werden?

Vor Beginn der Messung sollte eindeutig festgelegt werden, was geprüft werden soll.

Mögliche Aufgaben sind:

  • Geschwindigkeit unmittelbar unter einer HEPA-Filterfläche bestimmen,
  • Gleichmäßigkeit eines Filterfeldes prüfen,
  • Luftgeschwindigkeit in der Arbeitsebene messen,
  • Volumenstrom eines Reinluftsystems bestimmen,
  • Veränderungen nach einem Filterwechsel erkennen,
  • lokale Strömungsschwächen suchen,
  • Ergebnisse vor und nach Wartungsarbeiten vergleichen.

Diese Aufgaben sind nicht identisch.

Eine Geschwindigkeitsmessung unmittelbar unter dem Filter beantwortet beispielsweise die Frage, wie gleichmäßig die Luft aus dem Filterfeld austritt.

Sie sagt jedoch noch nicht automatisch, wie sich die Luftströmung:

  • 50 cm tiefer,
  • an einer Maschine,
  • über einem Produkt,
  • oder in der tatsächlichen Arbeitsebene

verhält.

Deshalb muss die Messebene bereits im Prüfplan definiert werden.

Warum eine Einzelmessung an der Filterfläche nicht ausreicht

Angenommen, ein HEPA-Filterfeld besitzt eine Fläche von 1,2 × 0,6 m.

Eine Messung in der Mitte ergibt:

v = 0,44 m/s

Dieser Wert kann sehr plausibel erscheinen.

Das Filterfeld könnte tatsächlich aber beispielsweise folgende Verteilung besitzen:

Bereich Geschwindigkeit
links oben 0,47 m/s
Mitte 0,44 m/s
rechts oben 0,46 m/s
links unten 0,43 m/s
rechts unten 0,27 m/s

Eine einzige Messung in der Mitte hätte das lokale Minimum vollständig übersehen.

Mögliche Ursachen für eine ungleichmäßige Verteilung sind:

  • ungleichmäßige Anströmung des Filters,
  • veränderte Druckverteilung im Plenum,
  • lokale Filterbelastung,
  • Abschattung durch Bauteile,
  • Beschädigung oder falsche Montage,
  • unterschiedliche Filterwiderstände bei mehreren Filterelementen.

Deshalb wird die relevante Fläche in ein Messraster unterteilt.

Filteraustritt, Messebene und Arbeitsebene unterscheiden

Bei der Diskussion über Reinraum-Luftgeschwindigkeit werden häufig unterschiedliche Messpositionen miteinander vermischt.

Filteraustrittsebene

Sie befindet sich unmittelbar an beziehungsweise sehr nahe an der Filterfläche.

Messungen direkt auf der Filteroberfläche können jedoch durch:

  • Filtergeometrie,
  • Schutzgitter,
  • lokale Austrittsstrukturen

beeinflusst werden.

Definierte Messebene unterhalb des Filters

Für eine vergleichbare Geschwindigkeitsprüfung wird deshalb häufig eine definierte Ebene mit Abstand zur Filterfläche verwendet.

Diese Ebene wird senkrecht zur Hauptströmungsrichtung betrachtet und anschließend in Messfelder beziehungsweise Rasterzellen aufgeteilt.

Arbeitsebene

Die Arbeitsebene befindet sich dort, wo die eigentliche kritische Tätigkeit stattfindet.

Sie kann erheblich weiter vom Filter entfernt sein.

Zwischen Filterfläche und Arbeitsebene können:

  • Maschinen,
  • Produkte,
  • Werkzeuge,
  • Schutzscheiben,
  • Personen

die Strömung verändern.

Eine Messung am Filter und eine Messung am Arbeitsplatz beantworten deshalb unterschiedliche Fragen.

Welcher Abstand zur HEPA-Filterfläche ist sinnvoll?

Für die Beurteilung der Zuluftgeschwindigkeit bei unidirektionaler Strömung beschreibt ISO 14644-3 eine Messebene ungefähr 150 bis 300 mm von der Filteraustrittsfläche beziehungsweise Eintrittsebene.

Dieser Abstand hat einen wichtigen praktischen Vorteil:

Die Messung erfolgt nicht unmittelbar in den kleinräumigen Austrittsstrukturen des Filtermediums, sondern in einer Ebene, in der sich der austretende Luftstrom bereits besser als zusammenhängendes Geschwindigkeitsfeld beurteilen lässt.

Wichtig ist:

Der konkrete Messabstand muss für die jeweilige Prüfung definiert und bei Wiederholungsmessungen beibehalten werden.

Wenn bei der Erstqualifizierung beispielsweise 200 mm unter der Filterfläche gemessen wurde, sollte eine spätere Vergleichsmessung nicht ohne Begründung bei 50 mm oder 500 mm durchgeführt werden.

Sonst können Unterschiede allein durch die veränderte Messebene entstehen.

Messraster über der Filterfläche richtig aufbauen

Die Messebene wird in einzelne Bereiche gleicher beziehungsweise definierter Fläche aufgeteilt.

Jedes Rasterfeld erhält einen repräsentativen Messpunkt.

Ein einfaches Schema kann beispielsweise so aussehen:

Raster Punkt 1 Punkt 2 Punkt 3
Reihe A A1 A2 A3
Reihe B B1 B2 B3
Reihe C C1 C2 C3

Je größer beziehungsweise komplexer die Filterfläche ist, desto mehr Messpunkte können erforderlich sein.

Das Raster sollte so festgelegt werden, dass:

  • die gesamte relevante Fläche erfasst wird,
  • Randbereiche nicht systematisch fehlen,
  • alle Rasterfelder reproduzierbar identifiziert werden können,
  • die Messung bei späteren Prüfungen wiederholt werden kann.

Besonders bei mehreren nebeneinander angeordneten Filterelementen ist es hilfreich, die Positionen der einzelnen Filtergrenzen zusätzlich zu dokumentieren.

Dadurch lässt sich später erkennen, ob auffällige Messwerte beispielsweise:

  • immer an demselben Filter,
  • an einem Filterrahmen,
  • oder zwischen zwei Filterelementen

auftreten.

Messpunkte reproduzierbar positionieren

Eine Rastermessung ist nur dann wirklich aussagekräftig, wenn der Sensor an jedem Punkt vergleichbar positioniert wird.

Zu beachten sind insbesondere:

  • gleicher Abstand zur Filterfläche,
  • gleiche Sondenausrichtung,
  • gleiche Messdauer,
  • gleiche Position innerhalb der Rasterzelle,
  • möglichst gleiche Anlagenbedingungen.

Ein typischer Fehler entsteht, wenn der Bediener die Sonde frei mit der Hand vor der Filterfläche bewegt.

Schon kleine Veränderungen können dazu führen, dass:

  • der Abstand schwankt,
  • die Sonde verkippt,
  • die Hand selbst den Luftstrom beeinflusst.

Für anspruchsvolle Messungen ist deshalb eine definierte Halterung beziehungsweise reproduzierbare Positionierung vorteilhaft.

Thermische oder Flügelradsonde?

Für niedrige Luftgeschwindigkeiten stehen unterschiedliche Messprinzipien zur Verfügung.

Zwei besonders häufig eingesetzte Prinzipien sind:

  • thermische Strömungssonden,
  • Flügelradsonden.

Beide können je nach Anwendung geeignet sein, besitzen jedoch unterschiedliche Eigenschaften.

Kriterium Thermische Sonde Flügelradsonde
Niedrige Luftgeschwindigkeiten Sehr gut geeignet, abhängig von Sensorausführung Geeignet, wenn Anlaufgeschwindigkeit ausreichend niedrig ist
Messfläche Meist kleiner Sensorkopf Je nach Durchmesser größere Mittelungsfläche
Richtungsabhängigkeit Je nach Bauform deutlich zu beachten Achse des Flügelrades muss zum Luftstrom ausgerichtet sein
Lokale Punktmessung Sehr gut möglich Große Sonde mittelt über größere Fläche
Laminar-Flow-Raster Je nach Messaufgabe geeignet Große hochpräzise Flügelradsonde sehr praxisgerecht

Die Auswahl hängt deshalb davon ab, ob möglichst lokal oder über eine etwas größere Fläche gemittelt werden soll.

Warum eine große Flügelradsonde für Laminar Flow interessant ist

Eine große Flügelradsonde besitzt gegenüber einem sehr kleinen Punktfühler eine größere wirksame Messfläche.

Dadurch werden kleinräumige Geschwindigkeitsschwankungen innerhalb der Sondenfläche teilweise gemittelt.

Das kann bei einer großflächigen, unidirektionalen Strömung vorteilhaft sein.

Entscheidend ist jedoch eine ausreichend niedrige Anlaufgeschwindigkeit.

Eine Sonde, die beispielsweise erst bei relativ hohen Geschwindigkeiten zuverlässig anläuft, wäre für einen langsameren Reinraumluftstrom ungeeignet.

Für das bei ICS angebotene testo 440 wird eine hochpräzise Flügelradsonde mit Ø 100 mm angeboten, deren niedrige Anlaufgeschwindigkeit von 0,1 m/s ausdrücklich für Laminar-Flow-Messungen in Reinräumen geeignet ist.

Die Sonde kann je nach Ausführung kabelgebunden oder über Bluetooth mit dem Messgerät verwendet werden.

Wann eine thermische Strömungssonde sinnvoll ist

Thermische Anemometer nutzen die Abkühlung eines beheizten Sensorelementes durch die vorbeiströmende Luft.

Sie reagieren typischerweise sehr empfindlich auf geringe Luftgeschwindigkeiten.

Das macht sie interessant für:

  • niedrige Strömungsgeschwindigkeiten,
  • lokale Untersuchungen,
  • kleine Messquerschnitte,
  • Suche nach lokalen Strömungsänderungen.

Bei der Anwendung müssen jedoch Sondengeometrie und Strömungsrichtung beachtet werden.

Ein kleiner thermischer Sensor misst wesentlich lokaler als eine 100-mm-Flügelradsonde.

Dadurch kann er kleine Geschwindigkeitsgradienten sichtbar machen, die eine größere Sonde bereits teilweise mittelt.

Das ist weder grundsätzlich besser noch schlechter.

Messaufgabe und Sensorfläche müssen zueinander passen.

Sonde richtig zur Strömung ausrichten

Ein häufiger praktischer Messfehler entsteht durch eine falsch ausgerichtete Strömungssonde.

Die Sonde muss entsprechend ihrer vorgesehenen Messrichtung zur Luftströmung positioniert werden.

Wird beispielsweise eine Flügelradsonde schräg zum Luftstrom gehalten, durchströmt nur ein Teil der tatsächlichen Geschwindigkeit die Messebene des Flügelrades.

Vereinfacht kann bei idealisierten Bedingungen der wirksame Anteil beschrieben werden durch:

vwirksam ≈ v · cos(α)

wobei α den Winkel zwischen korrekter Sondenausrichtung und tatsächlicher Position beschreibt.

Schon daraus wird deutlich:

Eine reproduzierbare Winkelposition der Sonde gehört zur Messung.

Besonders kritisch ist dieser Effekt, wenn zwei Personen dieselbe Filterfläche mit unterschiedlich gehaltenen Sonden messen.

Mittelwert richtig berechnen

Aus den einzelnen Rasterpunkten kann die mittlere Strömungsgeschwindigkeit berechnet werden.

Bei gleich gewichteten Messpunkten gilt:

v̄ = (v1 + v2 + ... + vn) / n

Beispiel mit neun Messpunkten:

Punkt Geschwindigkeit
A1 0,43 m/s
A2 0,45 m/s
A3 0,44 m/s
B1 0,46 m/s
B2 0,44 m/s
B3 0,45 m/s
C1 0,42 m/s
C2 0,44 m/s
C3 0,31 m/s

Der Mittelwert kann noch relativ plausibel erscheinen.

Trotzdem ist der Messpunkt C3 deutlich niedriger als die übrigen Werte.

Deshalb sollte ein Prüfbericht nicht nur den Mittelwert enthalten.

Lokale Minima und Maxima nicht im Mittelwert verstecken

Für die Bewertung eines Filterfeldes sind mindestens folgende Werte interessant:

  • Mittelwert,
  • Minimum,
  • Maximum,
  • Position von Minimum und Maximum,
  • Streuung beziehungsweise Gleichmäßigkeit der Einzelwerte.

Eine lokale relative Abweichung vom Mittelwert kann beispielsweise beschrieben werden als:

Di = (vi − v̄) / v̄ · 100 %

Damit lässt sich leicht erkennen, welche Rasterbereiche deutlich vom Gesamtfeld abweichen.

Welche Abweichung noch zulässig ist, darf jedoch nicht pauschal angenommen werden.

Die Akzeptanzkriterien müssen aus dem für die Anlage geltenden Prüfplan, der Spezifikation, Qualifizierungsvorgabe oder dem anwendbaren Regelwerk stammen.

Es gibt nicht für jede Laminar-Flow-Einheit und jeden Reinraum einen universell gültigen Sollwert, der unabhängig von Anwendung und Messposition übernommen werden kann.

Aus Geschwindigkeit und Fläche den Volumenstrom bestimmen

Wenn eine repräsentative mittlere Geschwindigkeit über eine definierte Fläche vorliegt, kann daraus grundsätzlich ein Volumenstrom bestimmt werden:

Q = v̄ · A

mit:

  • Q = Volumenstrom in m³/s,
  • v̄ = mittlere Luftgeschwindigkeit in m/s,
  • A = durchströmte Fläche in m².

Beispiel:

Eine Filterfläche besitzt:

A = 1,20 m × 0,60 m = 0,72 m²

Die mittlere Geschwindigkeit beträgt:

v̄ = 0,42 m/s

Damit ergibt sich näherungsweise:

Q = 0,42 m/s × 0,72 m² = 0,3024 m³/s

beziehungsweise:

Q ≈ 1089 m³/h

Diese Berechnung setzt voraus, dass die verwendete mittlere Geschwindigkeit die durchströmte Fläche ausreichend repräsentiert.

Turbulenz und unruhige Messwerte erkennen

Ein einzelner Messwert kann auch zeitlich schwanken.

Beispielsweise zeigt der Sensor am selben Punkt:

0,35 → 0,44 → 0,39 → 0,47 → 0,36 m/s

In diesem Fall ist ein einzelnes spontanes Ablesen wenig aussagekräftig.

Mögliche Ursachen sind:

  • tatsächliche turbulente Strömung,
  • Gebläse- beziehungsweise Regelungsschwankungen,
  • Einbauten im Luftstrom,
  • bewegte Personen,
  • ungünstige Sondenposition,
  • thermischer Auftrieb.

Für solche Messungen ist eine zeitliche Mittelwertbildung sinnvoll.

Dabei wird an jedem Rasterpunkt über eine definierte Zeit gemessen.

Wichtig ist wiederum die Reproduzierbarkeit:

Wenn Punkt A1 über 30 Sekunden gemittelt wird und Punkt A2 nur als einzelner Momentanwert abgelesen wird, sind die Ergebnisse nur eingeschränkt vergleichbar.

Einfluss von Einbauten, Personen und Arbeitsmitteln

Ein unidirektionaler Luftstrom kann durch Hindernisse deutlich verändert werden.

Typische Einflüsse sind:

  • Maschinengehäuse,
  • Abfüllanlagen,
  • Leuchten,
  • Monitore,
  • Behälter,
  • Werkzeuge,
  • Arme und Hände von Bedienern.

Hinter einem Hindernis können entstehen:

  • Wirbel,
  • Strömungsablösung,
  • Totzonen,
  • Rückströmungen.

Deshalb muss dokumentiert werden, in welchem Betriebszustand geprüft wurde.

Je nach Prüfaufgabe kann beispielsweise unterschieden werden zwischen:

  • Anlage ohne Prozessausrüstung,
  • Anlage mit eingebauter Ausrüstung,
  • Anlage im typischen Betriebszustand.

Ein Filterraster ohne Hindernisse und eine Strömungsprüfung im tatsächlichen Arbeitsbereich liefern unterschiedliche Informationen und können sich sinnvoll ergänzen.

Temperatur und Temperaturkompensation

Die Eigenschaften von Luft ändern sich mit Temperatur und Druck.

Bei hochwertigen Strömungssonden werden solche Einflüsse je nach Messprinzip bereits innerhalb der Gerätekonstruktion beziehungsweise Sensorcharakteristik berücksichtigt.

Trotzdem sollte die Temperatur während vergleichender Messungen nicht völlig ignoriert werden.

Besonders problematisch sind starke Temperaturunterschiede durch:

  • frisch eingeschaltete Anlagen,
  • Wärmequellen unter dem Filter,
  • heiße Prozessgeräte,
  • kalte Oberflächen,
  • direkte Sonneneinstrahlung.

Temperaturgradienten können zusätzlich eigene Luftbewegungen erzeugen und damit die eigentlich gewünschte unidirektionale Strömung überlagern.

Bei Wiederholungsmessungen sollten deshalb möglichst vergleichbare thermische Betriebsbedingungen vorliegen.

Geschwindigkeitsmessung ist kein HEPA-Filterlecktest

Dieser Punkt ist besonders wichtig.

Ein Geschwindigkeitsraster kann zeigen, dass ein Bereich eines Filterfeldes:

  • zu wenig Luft liefert,
  • zu viel Luft liefert,
  • oder deutlich von benachbarten Bereichen abweicht.

Damit lässt sich jedoch nicht direkt nachweisen, ob der HEPA-Filter eine lokale Partikelleckage besitzt.

Ein Filter kann beispielsweise:

  • eine relativ gleichmäßige Luftgeschwindigkeit besitzen,
  • aber trotzdem eine kleine lokale Undichtigkeit im Filtermedium oder an der Dichtung aufweisen.

Umgekehrt bedeutet eine niedrige lokale Geschwindigkeit nicht automatisch, dass der Filter undicht ist.

Ursachen können auch sein:

  • ungleiche Plenumströmung,
  • Filterwiderstand,
  • Abschattung,
  • Gebläseeinstellung.

Für die Prüfung der Filterintegrität wird deshalb ein separates HEPA-Filterleck- beziehungsweise Integritätsprüfverfahren benötigt.

Strömungsgeschwindigkeit und Filterintegrität sind zwei unterschiedliche Prüfgrößen.

Filterdifferenzdruck als ergänzende Information

Zusätzlich zur Luftgeschwindigkeit kann der Differenzdruck über einem Filter beziehungsweise Filtersystem wichtige Informationen liefern.

Mit zunehmender Filterbeladung kann der Strömungswiderstand steigen.

Je nach Regelung der Lüftungsanlage können dadurch:

  • Volumenstrom abnehmen,
  • Gebläsedrehzahl steigen,
  • Differenzdruck zunehmen.

Der Differenzdruck allein sagt jedoch ebenfalls nicht aus, ob ein Filter lokal undicht ist.

Er dient vielmehr als ergänzende Betriebsgröße.

Das bei ICS verfügbare testo 440 dP verfügt beispielsweise über einen integrierten Differenzdrucksensor und kann dadurch zusätzlich für Druck- beziehungsweise Filtermessungen eingesetzt werden.

Auch hier gilt:

Eine Differenzdruckmessung am Filter ist kein Ersatz für einen HEPA-Integritätstest.

Messung reproduzierbar durchführen

Für eine Wiederholprüfung nach sechs oder zwölf Monaten muss nicht nur das Messgerät bekannt sein.

Auch die Messmethode sollte reproduzierbar dokumentiert sein.

Dazu gehören:

  • Messgerät,
  • Sondentyp,
  • Seriennummer der Sonde,
  • Kalibrierstatus,
  • Messbereich,
  • Messebene,
  • Abstand zur Filterfläche,
  • Rasterabmessungen,
  • Anzahl der Messpunkte,
  • Messdauer pro Punkt,
  • Mittelungsverfahren,
  • Anlagenzustand.

Nur dann kann beurteilt werden, ob eine spätere Veränderung tatsächlich aus der Anlage stammt oder lediglich aus einer anderen Messmethode.

Was gehört in ein Prüfprotokoll?

Ein brauchbares Strömungsprotokoll sollte mehr enthalten als nur:

„Geschwindigkeit: 0,42 m/s – OK“.

Sinnvoll sind mindestens:

  • Identifikation des Reinraums beziehungsweise Filterfeldes,
  • Datum und Uhrzeit,
  • Anlagenbetriebszustand,
  • Messgerät und Sonde,
  • Kalibrierstatus,
  • Messebene und Abstand,
  • Skizze beziehungsweise Nummerierung des Messrasters,
  • Einzelwerte aller Rasterpunkte,
  • Mittelwert,
  • Minimum und Maximum,
  • definierte Akzeptanzgrenzen,
  • Bemerkungen zu Auffälligkeiten.

Bei wiederkehrenden Prüfungen ist die Rasterdarstellung besonders wertvoll.

Damit kann beispielsweise erkannt werden, dass ein bestimmter Bereich über mehrere Prüfungen hinweg von:

0,44 → 0,39 → 0,34 m/s

abfällt, obwohl der Gesamtmittelwert weiterhin relativ stabil bleibt.

Typische Fehlerbilder bei Laminar-Flow- und Reinraummessungen

Beobachtung Mögliche Ursache Sinnvolle Prüfung
Mittelwert ist plausibel, einzelne Punkte sind jedoch deutlich niedriger Ungleichmäßiges Filterfeld oder lokale Strömungsstörung Rasterwerte einzeln darstellen und betroffenen Bereich gezielt untersuchen
Messwerte sind am Filter höher als in der Arbeitsebene Strömungsaufweitung, Hindernisse oder seitliche Ablenkung Filterebene und Arbeitsebene getrennt messen
Messwerte unterscheiden sich stark zwischen zwei Prüfern Unterschiedliche Sondenposition oder -ausrichtung Messhalterung, Abstand und Ausrichtung standardisieren
Werte schwanken stark am selben Punkt Turbulenz, Gebläseschwankung oder bewegte Hindernisse Zeitliche Mittelwertbildung durchführen und Anlagenzustand prüfen
Randbereiche zeigen deutlich andere Geschwindigkeiten Rand- oder Rahmenwirkung des Filterfeldes Rasterpositionen und Filtergeometrie dokumentieren
Nach Filterwechsel ist ein Filterfeld deutlich stärker als benachbarte Felder Unterschiedlicher Druckverlust beziehungsweise Filterwiderstand Geschwindigkeitsraster und gegebenenfalls Differenzdruck vergleichen
Messwert ist niedriger, sobald der Prüfer direkt vor der Sonde steht Person beeinflusst Strömungsfeld Messgerät beziehungsweise Sonde mit Abstand oder Halterung bedienen
Große Flügelradsonde zeigt stabilen Wert, kleiner Sensor zeigt starke lokale Unterschiede Unterschiedliche räumliche Mittelung der beiden Sensoren Messaufgabe und wirksame Sensorfläche vergleichen
Niedrige Geschwindigkeit wird als Filterleck interpretiert Verwechslung von Strömungsprüfung und Filterintegritätstest Separate HEPA-Integritätsprüfung durchführen
Differenzdruck ist hoch, Luftgeschwindigkeit sinkt Zunehmender Filterwiderstand oder Anlagenregelung Filterzustand, Volumenstrom und Gebläsebetrieb gemeinsam prüfen
Nach Wartung stimmen alte und neue Ergebnisse nicht überein Messebene oder Raster wurde verändert Prüfprotokolle und Messaufbau vergleichen

Systematischer Prüfablauf für Reinraum- und Laminar-Flow-Messungen

Ein strukturierter Prüfablauf reduziert Bedienereinfluss und erleichtert spätere Wiederholungsmessungen.

  1. Prüfziel definieren: Filteraustritt, Arbeitsebene, Gleichmäßigkeit oder Volumenstrom?
  2. Anlagenzustand definieren: Betriebszustand und relevante Einbauten dokumentieren.
  3. Akzeptanzkriterien festlegen: Vorgaben aus Qualifizierungsplan beziehungsweise anzuwendender Spezifikation verwenden.
  4. Messgerät auswählen: Geeigneter Messbereich und ausreichende Genauigkeit für die erwartete Geschwindigkeit.
  5. Sonde auswählen: Flügelrad- oder thermische Sonde passend zur Messaufgabe.
  6. Kalibrierstatus prüfen: Messgerät beziehungsweise Sonde müssen für die Prüfung geeignet kalibriert sein.
  7. Messebene festlegen: Abstand zur Filterfläche eindeutig definieren.
  8. Filterfläche vermessen: Breite und Länge dokumentieren.
  9. Raster erstellen: Gleichmäßige beziehungsweise definierte Messfelder festlegen.
  10. Messpunkte nummerieren: Beispielsweise A1, A2, A3 usw.
  11. Sonde ausrichten: Messachse korrekt zum Luftstrom positionieren.
  12. Ersten Punkt stabilisieren: Nicht sofort den ersten angezeigten Wert übernehmen.
  13. Messung mitteln: Definiertes Zeitfenster beziehungsweise Messverfahren verwenden.
  14. Alle Rasterpunkte messen: Position und Verfahren unverändert beibehalten.
  15. Einzelwerte dokumentieren: Nicht nur den Gesamtmittelwert speichern.
  16. Mittelwert berechnen: Mittlere Geschwindigkeit des betrachteten Feldes bestimmen.
  17. Minimum und Maximum bestimmen: Positionen zusätzlich dokumentieren.
  18. Lokale Abweichungen bewerten: Auffällige Bereiche nicht durch Mittelwertbildung verdecken.
  19. Gegebenenfalls Arbeitsebene ergänzen: Strömung unter realen Einbauten prüfen.
  20. Bei Bedarf Differenzdruck prüfen: Ergänzende Information zum Filter beziehungsweise Lüftungssystem.
  21. Filterintegrität getrennt bewerten: Geschwindigkeitsmessung nicht mit Lecktest verwechseln.
  22. Ergebnisse archivieren: Raster, Einzelwerte und Messbedingungen für Wiederholungsprüfung speichern.

Praxisbeispiel: lokales Strömungsminimum unter einem HEPA-Filter

In einem pharmazeutischen Reinbereich wird ein großflächiges Filterfeld regelmäßig überprüft.

Die Filterfläche beträgt:

1,20 × 1,20 m

Die bisherige Routineprüfung bestand aus einer einzigen Messung ungefähr in der Mitte.

Der dort gemessene Wert beträgt:

0,43 m/s

Damit scheint zunächst keine Auffälligkeit vorhanden zu sein.

Schritt 1: Filterfläche in Raster aufteilen

Für die neue Prüfung wird eine definierte Messebene unterhalb der Filterfläche hergestellt und in mehrere gleichmäßig verteilte Rasterbereiche aufgeteilt.

Schritt 2: Einzelwerte aufnehmen

Mit einer geeigneten Strömungssonde werden alle Punkte unter vergleichbaren Bedingungen gemessen.

Die meisten Werte liegen zwischen:

0,40 und 0,46 m/s

Ein Rasterpunkt zeigt jedoch nur:

0,29 m/s

Schritt 3: Messung wiederholen

Die Sonde wird erneut an derselben Position ausgerichtet.

Der niedrigere Wert ist reproduzierbar.

Damit ist ein einfacher Bedien- beziehungsweise Ablesefehler unwahrscheinlich.

Schritt 4: benachbarte Punkte enger untersuchen

Rund um den auffälligen Bereich werden zusätzliche Messpunkte aufgenommen.

Dabei wird sichtbar, dass die Geschwindigkeit über einem begrenzten Teilbereich systematisch niedriger ist.

Schritt 5: Filter und Luftversorgung untersuchen

Nun wird nicht automatisch von einem HEPA-Leck ausgegangen.

Stattdessen werden:

  • Filterelement,
  • Filterrahmen,
  • Anströmung,
  • Plenum,
  • gegebenenfalls Differenzdruck

überprüft.

Schritt 6: Filterintegrität separat prüfen

Da eine Geschwindigkeitsmessung keine Aussage über eine mögliche Partikelleckage liefert, wird die erforderliche Filterintegritätsprüfung als separater Prüfschritt durchgeführt.

Schritt 7: Wiederholungsmessung

Nach Behebung der Ursache wird dasselbe Raster mit:

  • derselben Messebene,
  • demselben Sondentyp,
  • derselben Messdauer

erneut gemessen.

Die Geschwindigkeitsverteilung ist nun deutlich gleichmäßiger.

Ergebnis: Die ursprüngliche Einzelmessung in der Filtermitte hatte die lokale Schwachstelle vollständig übersehen.

Das Beispiel zeigt:

Bei großflächigen Reinraum- und Laminar-Flow-Systemen ist die räumliche Verteilung der Luftgeschwindigkeit mindestens genauso wichtig wie der Gesamtmittelwert.

Passende ICS-Produkte für Reinraum- und Laminar-Flow-Messungen

testo 440 – Klimamessgerät für Laminar-Flow- und Reinraummessungen

Das testo 440 ist für diesen Anwendungsfall besonders interessant, weil es mit unterschiedlichen digitalen Strömungs- und Klimasonden kombiniert werden kann.

Für Reinraum- und Laboranwendungen führt ICS ausdrücklich eine hochpräzise Flügelradsonde mit Ø 100 mm auf.

Durch ihre niedrige Anlaufgeschwindigkeit von 0,1 m/s ist diese Sonde besonders für Laminar-Flow-Messungen in Reinräumen geeignet.

Je nach Ausführung ist sie:

  • mit Bluetooth,
  • oder mit fest angeschlossenem Kabel

verfügbar.

Das testo 440 unterstützt außerdem:

  • zeitliche Mittelwertbildung,
  • verschiedene Strömungssonden,
  • Speicherung von bis zu 7500 Messprotokollen,
  • USB-Datenübertragung.

Damit lässt sich beispielsweise ein vollständiges Geschwindigkeitsraster Punkt für Punkt aufnehmen und dokumentieren.

Weitere Informationen finden Sie unter testo 440 bei ICS Schneider.

Hochpräzise Ø-100-mm-Flügelradsonde – für Reinraum und Laminar Flow

Für die eigentliche Geschwindigkeitsmessung ist die Auswahl der Sonde entscheidend.

Die mit dem testo 440 kombinierbare hochpräzise Ø-100-mm-Flügelradsonde ist speziell für niedrige Luftgeschwindigkeiten geeignet und wird von ICS ausdrücklich für Laminar-Flow-Messungen in Reinräumen genannt.

Der größere Sondendurchmesser ist für großflächige unidirektionale Strömungen besonders praktisch, da über eine größere lokale Fläche gemittelt wird.

Bei der Verwendung sollte darauf geachtet werden, dass:

  • das Flügelrad senkrecht beziehungsweise gemäß der vorgesehenen Messrichtung im Luftstrom steht,
  • der Abstand zur Filterfläche konstant bleibt,
  • der Prüfer die Strömung nicht selbst abschattet,
  • an allen Rasterpunkten dieselbe Mittelungszeit verwendet wird.

testo 400 – professionelles Klimamessgerät für umfangreiche Reinraumprüfungen

Für umfangreichere Messkampagnen ist das testo 400 Universal-Klimamessgerät interessant.

ICS nennt bei diesem Gerät ausdrücklich Anwendungen für:

  • Laminar-Flow-Messungen in Reinräumen,
  • Differenzdruckmessungen,
  • Feuchtemessungen in Reinräumen,
  • Strömungsmessungen,
  • umfangreiche Messwertdokumentation.

Das Gerät kann mit mehreren digitalen Kabel- und Bluetooth-Sonden kombiniert werden.

Besonders bei umfangreichen Qualifizierungen ist die integrierte Dokumentationsfunktion interessant.

Messwerte, Messstelleninformationen, Kommentare und weitere Daten können strukturiert verwaltet und anschließend über die PC-Software weiter ausgewertet und dokumentiert werden.

Das testo 400 ist deshalb vor allem interessant, wenn nicht nur ein einzelnes Filterfeld geprüft wird, sondern regelmäßig:

  • mehrere Reinräume,
  • mehrere Filterfelder,
  • Differenzdrücke,
  • Temperatur,
  • Feuchte

in einem gemeinsamen Messkonzept dokumentiert werden sollen.

Weitere Informationen finden Sie unter testo 400 bei ICS Schneider.

testo 440 dP – Strömung und Differenzdruck mit einem Messgerät

Wenn zusätzlich zur Strömungsgeschwindigkeit auch Differenzdrücke kontrolliert werden sollen, ist das testo 440 dP interessant.

Das Gerät besitzt einen integrierten Differenzdrucksensor und kann dadurch neben den anschließbaren Strömungssonden beispielsweise für:

  • Differenzdruckmessungen,
  • Filterdruckmessungen,
  • Kontrolle von Lüftungsanlagen

eingesetzt werden.

Dadurch kann beispielsweise neben dem Geschwindigkeitsraster auch der Betriebszustand eines Filtersystems hinsichtlich seines Druckverlustes dokumentiert werden.

Wichtig:

Die Differenzdruckmessung über einen Filter ist keine HEPA-Filterintegritäts- beziehungsweise Leckprüfung.

Weitere Informationen finden Sie unter testo 440 dP bei ICS Schneider.

Welches Messgerät passt zur Anwendung?

Messaufgabe Sinnvolle Lösung
Laminar-Flow-Geschwindigkeit an einem Filterfeld messen testo 440 mit hochpräziser Ø-100-mm-Flügelradsonde
Geschwindigkeitsraster dokumentieren testo 440 mit geeigneter Strömungssonde
Umfangreiche Reinraumqualifizierung mit mehreren Messgrößen testo 400 mit passenden digitalen Sonden
Strömung plus Differenzdruck prüfen testo 440 dP mit geeigneter Strömungssonde
Lokale sehr kleine Strömungsbereiche untersuchen Geeignete thermische Strömungssonde entsprechend Messbereich und Geometrie
HEPA-Filter auf Leckage beziehungsweise Integrität prüfen Separates geeignetes Filterintegritäts-Prüfverfahren erforderlich

Eine Übersicht geeigneter Geräte finden Sie unter Strömungsmessgeräte und Strömungssensoren bei ICS Schneider.

Fazit

Bei der Prüfung einer Laminar-Flow- beziehungsweise unidirektionalen Reinraumströmung ist ein einzelner Geschwindigkeitswert normalerweise nicht ausreichend.

Entscheidend ist die räumliche Verteilung der Luftgeschwindigkeit über der relevanten Filter- beziehungsweise Strömungsfläche.

Für eine reproduzierbare Prüfung sollte deshalb zuerst eine definierte Messebene festgelegt werden. Bei einer Messung der unidirektionalen Zuluft nahe der Filterfläche wird häufig eine Ebene ungefähr 150 bis 300 mm unterhalb der Filteraustrittsfläche verwendet.

Diese Ebene wird anschließend in ein reproduzierbares Raster unterteilt.

An jedem Rasterpunkt müssen:

  • Sondenposition,
  • Abstand,
  • Ausrichtung,
  • Messdauer

vergleichbar sein.

Der Mittelwert allein ist anschließend nicht ausreichend. Ebenso wichtig sind Minimum, Maximum und die Position lokaler Abweichungen.

Für Laminar-Flow-Messungen ist eine hochpräzise Strömungssonde mit ausreichend niedrigem Messbereich entscheidend. Für das testo 440 steht beispielsweise eine Ø-100-mm-Flügelradsonde mit einer Anlaufgeschwindigkeit von 0,1 m/s zur Verfügung, die ausdrücklich für Reinraum-Laminar-Flow-Messungen vorgesehen ist.

Bei umfangreicheren Qualifizierungen kann das testo 400 zusätzlich Messstellenverwaltung, umfangreiche Dokumentation und weitere Klimaparameter abdecken.

Besonders wichtig ist jedoch die Abgrenzung zur Filterintegrität:

Ein gleichmäßiges Geschwindigkeitsfeld beweist nicht, dass ein HEPA-Filter leckfrei ist – und ein lokales Geschwindigkeitsminimum beweist nicht, dass er undicht ist.

Geschwindigkeitsverteilung, Differenzdruck und Filterintegrität sind unterschiedliche Prüfgrößen und sollten entsprechend getrennt bewertet werden.

Für die Praxis gilt deshalb:

Prüfziel festlegen → Messebene definieren → Raster erstellen → geeignete Sonde auswählen → alle Punkte reproduzierbar messen → Einzelwerte dokumentieren → Mittelwert und lokale Abweichungen bewerten → Arbeitsebene bei Bedarf ergänzen → Filterintegrität separat prüfen → Messaufbau für Wiederholungsprüfungen dokumentieren.

FAQ: Laminar Flow und Luftgeschwindigkeit im Reinraum messen

Wie misst man die Luftgeschwindigkeit bei Laminar Flow?

Die relevante Strömungsfläche wird in ein definiertes Messraster unterteilt. An jedem Rasterpunkt wird die Luftgeschwindigkeit mit einer geeigneten Sonde unter möglichst identischen Bedingungen gemessen. Anschließend werden Einzelwerte, Mittelwert, Minimum und Maximum ausgewertet.

Was ist der Unterschied zwischen Laminar Flow und unidirektionaler Strömung?

Im Reinraumbereich wird häufig umgangssprachlich von Laminar Flow gesprochen. Technisch wird meist der Begriff unidirektionale Strömung verwendet, also ein kontrollierter Luftstrom mit weitgehend paralleler Strömungsrichtung und definierter Geschwindigkeitsverteilung.

Wie weit sollte die Strömungssonde vom HEPA-Filter entfernt sein?

Für die Prüfung der unidirektionalen Zuluft nahe der Filteraustrittsfläche beschreibt ISO 14644-3 eine Messebene ungefähr 150 bis 300 mm von der Filterfläche beziehungsweise Eintrittsebene entfernt. Die konkrete Prüfmethode muss jedoch zum jeweiligen Prüfplan passen.

Kann ich direkt auf der HEPA-Filterfläche messen?

Messungen unmittelbar an der Filteroberfläche können durch Filtermedium, Schutzgitter und lokale Austrittsstrukturen beeinflusst werden. Für eine reproduzierbare Geschwindigkeitsprüfung wird deshalb häufig eine definierte Messebene mit Abstand zum Filter verwendet.

Warum braucht man ein Messraster?

Ein einzelner Messpunkt kann lokale Bereiche mit zu hoher oder zu niedriger Geschwindigkeit übersehen. Ein Raster zeigt die räumliche Geschwindigkeitsverteilung über der gesamten relevanten Fläche.

Wie groß muss das Messraster sein?

Die Rasteraufteilung hängt von Filterfläche, Anlagengeometrie, Prüfanforderung und anzuwendender Prüfmethode ab. Wichtig ist, dass die Fläche repräsentativ und reproduzierbar erfasst wird.

Wo wird innerhalb einer Rasterzelle gemessen?

Bei einer definierten Rastermessung wird typischerweise ein reproduzierbarer Punkt innerhalb jeder Rasterzelle verwendet. Entscheidend ist, dass dasselbe Schema über die gesamte Fläche und bei späteren Wiederholungsmessungen beibehalten wird.

Muss jede Rasterzelle gleich groß sein?

Für eine systematische Geschwindigkeitsprüfung einer gleichmäßig betrachteten Fläche sind gleich beziehungsweise definiert aufgeteilte Rasterbereiche sinnvoll. Abweichende Geometrien sollten im Prüfplan berücksichtigt und dokumentiert werden.

Welche Sonde eignet sich für Laminar-Flow-Messungen?

Geeignet sind Strömungssonden, deren Messbereich und Genauigkeit zur erwarteten niedrigen Luftgeschwindigkeit passen. Für das testo 440 bietet ICS beispielsweise eine hochpräzise Ø-100-mm-Flügelradsonde an, die ausdrücklich für Laminar-Flow-Messungen in Reinräumen vorgesehen ist.

Welche Anlaufgeschwindigkeit besitzt die hochpräzise testo Flügelradsonde?

Für die mit dem testo 440 verwendbare hochpräzise Ø-100-mm-Flügelradsonde wird eine Anlaufgeschwindigkeit von 0,1 m/s angegeben.

Warum ist eine große Flügelradsonde sinnvoll?

Die größere wirksame Messfläche mittelt kleinräumige Geschwindigkeitsunterschiede teilweise aus und ist dadurch für großflächige unidirektionale Strömungen sehr praxisgerecht.

Wann sollte eine thermische Strömungssonde verwendet werden?

Thermische Sonden sind besonders interessant bei sehr niedrigen Luftgeschwindigkeiten und wenn eine eher lokale Messung mit kleinem Sensorkopf erforderlich ist.

Ist eine thermische Sonde genauer als eine Flügelradsonde?

Nicht grundsätzlich. Genauigkeit, Messbereich, Sensorgeometrie und Anwendung müssen gemeinsam betrachtet werden. Eine kleine thermische Sonde und eine große Flügelradsonde erfassen räumlich zudem unterschiedliche Bereiche.

Wie wichtig ist die Ausrichtung der Strömungssonde?

Sehr wichtig. Wird eine richtungsabhängige Sonde gegenüber dem Luftstrom verkippt, kann die angezeigte Geschwindigkeit geringer ausfallen. Die Sondenausrichtung sollte deshalb an allen Messpunkten reproduzierbar sein.

Sollte man den Momentanwert oder einen Mittelwert verwenden?

Bei schwankenden Strömungen ist eine zeitliche Mittelwertbildung meist aussagekräftiger. Wichtig ist, dass an allen Rasterpunkten dasselbe Mess- und Mittelungsverfahren verwendet wird.

Wie berechnet man die mittlere Luftgeschwindigkeit?

Bei gleich gewichteten Messpunkten werden alle Einzelgeschwindigkeiten addiert und durch die Anzahl der Messpunkte geteilt.

Reicht der Mittelwert zur Bewertung aus?

Nein. Ein guter Mittelwert kann einzelne deutlich zu niedrige oder zu hohe Bereiche verdecken. Minimum, Maximum und räumliche Verteilung sollten deshalb ebenfalls betrachtet werden.

Wie berechnet man den Volumenstrom aus der Luftgeschwindigkeit?

Bei einer repräsentativen mittleren Geschwindigkeit kann näherungsweise Q = v̄ × A verwendet werden. Dabei ist A die durchströmte Fläche.

Gibt es für jeden Reinraum einen Sollwert von 0,45 m/s?

Nein. Ein bestimmter Geschwindigkeitswert darf nicht pauschal für jede Reinraumanwendung übernommen werden. Soll- und Akzeptanzwerte ergeben sich aus Anlagenkonzept, Anwendung, Qualifizierungsvorgaben und den jeweils relevanten Regelwerken.

Warum unterscheiden sich Messwerte am Filter und in der Arbeitsebene?

Zwischen Filter und Arbeitsebene können sich der Strömungsquerschnitt verändern und Hindernisse, Maschinen, Produkte oder thermische Einflüsse auf die Luftströmung wirken.

Kann ein Bediener die Messung beeinflussen?

Ja. Körper, Hände und Arme können einen niedrigen Reinraumluftstrom deutlich beeinflussen. Der Bediener sollte deshalb möglichst außerhalb der relevanten Strömung stehen und die Sonde reproduzierbar positionieren.

Wie erkennt man Turbulenzen?

Stark schwankende Geschwindigkeiten an einem konstanten Messpunkt können auf Turbulenz oder eine instabile Luftströmung hinweisen. Eine zeitliche Messreihe ist dafür aussagekräftiger als ein einzelner Momentanwert.

Kann eine Maschine unter dem HEPA-Filter die Strömung verändern?

Ja. Einbauten können Strömung aufteilen, umlenken oder Wirbel und Totzonen erzeugen. Deshalb kann zusätzlich zur Filterebene eine Prüfung in der tatsächlichen Arbeitsebene sinnvoll sein.

Kann man mit einer Luftgeschwindigkeitsmessung ein HEPA-Filterleck finden?

Ein Geschwindigkeitsraster kann einen auffälligen Strömungsbereich anzeigen, weist aber keine Partikelleckage nach. Für die Filterintegrität ist ein separates geeignetes Prüfverfahren erforderlich.

Bedeutet niedrige Luftgeschwindigkeit automatisch, dass der HEPA-Filter beschädigt ist?

Nein. Ursachen können beispielsweise ungleichmäßige Anströmung, hoher Filterwiderstand, Plenumprobleme oder Strömungsabschattung sein.

Kann ein HEPA-Filter trotz gleichmäßiger Luftgeschwindigkeit undicht sein?

Ja. Eine lokale Undichtigkeit im Filtermedium oder an einer Dichtung muss nicht zwangsläufig zu einer deutlich sichtbaren Änderung der Geschwindigkeit führen.

Was sagt der Differenzdruck über einen HEPA-Filter aus?

Der Differenzdruck gibt Informationen über den Strömungswiderstand des Filters beziehungsweise Filtersystems. Er ist hilfreich zur Betriebsüberwachung, ist jedoch kein direkter Integritätsnachweis.

Welches ICS-Gerät kann Strömung und Differenzdruck messen?

Das testo 440 dP besitzt einen integrierten Differenzdrucksensor und kann mit geeigneten Strömungssonden kombiniert werden.

Welches Messgerät eignet sich für umfangreiche Reinraumqualifizierungen?

Das testo 400 ist besonders für umfangreiche Klima- und Reinraummessungen interessant. Es kann mit verschiedenen digitalen Sonden kombiniert werden und bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Verwaltung und Dokumentation von Messwerten.

Kann das testo 400 für Laminar-Flow-Messungen verwendet werden?

Ja. ICS führt Laminar-Flow-Messungen in Reinräumen ausdrücklich als eine Anwendung des testo 400 auf.

Warum ist der Kalibrierstatus der Strömungssonde wichtig?

Die Sonde ist der eigentliche Messwertaufnehmer. Bei qualitätsrelevanten Messungen sollte deshalb sichergestellt sein, dass die verwendete Sonde innerhalb des vorgesehenen Kalibrierstatus arbeitet.

Was sollte im Messprotokoll stehen?

Mindestens Messgerät, Sonde, Kalibrierstatus, Filterfläche, Messebene, Abstand, Raster, Einzelwerte, Mittelwert, Minimum, Maximum, Anlagenzustand und Akzeptanzkriterien sollten dokumentiert werden.

Warum sollte das Messraster bei Wiederholungsprüfungen gleich bleiben?

Nur bei vergleichbarer Messebene, Positionierung und Rasteraufteilung lassen sich Veränderungen über längere Zeit sinnvoll beurteilen.

Was sollte nach einem HEPA-Filterwechsel geprüft werden?

Je nach Anlagen- und Qualifizierungskonzept können unter anderem Geschwindigkeitsverteilung, Volumenstrom, Differenzdruck und Filterintegrität erneut geprüft werden. Diese Prüfgrößen sollten getrennt dokumentiert werden.

Wo finde ich geeignete Strömungsmessgeräte bei ICS Schneider?

Eine Übersicht finden Sie unter Strömungsmessgeräte und Strömungssensoren bei ICS Schneider.

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