Temperaturfühler wie Pt100, Pt1000 oder Thermoelemente können direkt an eine SPS, Anzeige oder einen Regler angeschlossen werden. In einfachen Anwendungen funktioniert das gut. In der Praxis entstehen aber viele Messprobleme durch lange Leitungen, elektrische Störungen, falsche Verdrahtung, ungeeignete Eingangskarten oder fehlende Diagnosefunktionen.
Ein Temperatur-Messumformer kann diese Probleme deutlich reduzieren. Er wandelt das Sensorsignal direkt an der Messstelle oder im Schaltschrank in ein robustes Standardsignal um, zum Beispiel 4–20 mA, 0–10 V, HART, RS-485 / Modbus oder IO-Link. Dadurch wird die Temperaturmessung einfacher in SPS, Leitsystem, Regler oder Fernüberwachung integrierbar.
Dieser Beitrag erklärt, wann ein direkter Pt100-Anschluss ausreicht, wann ein Messumformer sinnvoll ist, welche Vorteile 4–20 mA bei langen Leitungen bietet und wie Kopftransmitter, Hutschienen-Transmitter und digitale Temperatur-Messumformer richtig ausgewählt werden.
Passende Geräte finden Sie in unserer Kategorie
Zubehör und Messumformer.
Für typische Anwendungen sind unter anderem WIKA Typ T15, WIKA Typ T32.xS, WIKA Typen T91.10 / T91.20, IPAQ R530, IPAQ R460, IPAQ R461 und IPAQ-4L relevant.
Inhaltsverzeichnis
- Direkter Pt100-Anschluss oder Messumformer?
- Wie funktioniert der direkte Anschluss eines Pt100?
- Typische Probleme bei direkter Sensorverdrahtung
- Was macht ein Temperatur-Messumformer?
- Warum 4–20 mA bei Temperaturmessungen oft sinnvoll ist
- Lange Leitungen und Leitungswiderstand
- EMV, Störeinflüsse und industrielle Umgebung
- Galvanische Trennung und sichere Signalübertragung
- Sensorbruch, Kurzschluss und Diagnosefunktionen
- HART, Modbus, IO-Link und digitale Kommunikation
- Kopftransmitter oder Hutschienen-Transmitter?
- Temperaturfühler an SPS anschließen
- Passende Messumformer für Temperaturfühler
- Produktvergleich: welcher Messumformer passt?
- Praxisbeispiele aus Anlagenbau und Instandhaltung
- Checkliste: Temperatur-Messumformer auswählen
- Fazit
- FAQ: Häufige Fragen zu Temperatur-Messumformern
Direkter Pt100-Anschluss oder Messumformer?
Die wichtigste Frage lautet: Soll das Sensorsignal direkt bis zur SPS geführt werden oder soll es bereits in der Nähe der Messstelle in ein Standardsignal umgewandelt werden? Bei kurzen Leitungen, wenig Störeinfluss und passenden Eingangskarten kann ein direkter Pt100-Anschluss ausreichen. Bei längeren Leitungen, rauer Umgebung oder mehreren Messstellen ist ein Messumformer häufig die bessere Lösung.
Ein direkter Anschluss bedeutet, dass der Sensor als Widerstandssignal zur Auswerteeinheit geführt wird. Ein Messumformer dagegen misst den Sensorwert lokal und gibt ein normiertes Ausgangssignal aus. Besonders 4–20 mA ist in der Industrie sehr verbreitet, weil das Signal robust, gut übertragbar und einfach zu überwachen ist.
Die Entscheidung hängt also nicht nur vom Sensor ab, sondern von der gesamten Messkette: Sensor, Leitungslänge, EMV-Umgebung, SPS-Eingang, gewünschte Diagnose, Genauigkeit, Wartung und Dokumentation.
Wie funktioniert der direkte Anschluss eines Pt100?
Ein Pt100 ist ein Widerstandsthermometer. Sein Widerstand ändert sich mit der Temperatur. Bei 0 °C hat ein Pt100 idealerweise 100 Ohm. Die Auswertung erfolgt über eine Messschaltung in der Anzeige, im Regler, im Messumformer oder direkt in der SPS-Eingangskarte.
Beim direkten Anschluss wird der Pt100 über 2-Leiter-, 3-Leiter- oder 4-Leiter-Schaltung angeschlossen. Die 2-Leiter-Schaltung ist einfach, kann aber durch Leitungswiderstände deutliche Messfehler erzeugen. Die 3-Leiter-Schaltung kompensiert Leitungswiderstände teilweise. Die 4-Leiter-Schaltung bietet die beste Kompensation, benötigt aber mehr Adern und passende Eingangstechnik.
| Anschlussart | Vorteil | Grenze |
|---|---|---|
| 2-Leiter | Einfach und kostengünstig. | Leitungswiderstand verfälscht den Messwert. |
| 3-Leiter | Teilweise Kompensation des Leitungswiderstands. | Setzt ähnliche Leitungswiderstände voraus. |
| 4-Leiter | Sehr gute Kompensation des Leitungswiderstands. | Mehr Adern und passende Eingangskarte erforderlich. |
| Messumformer | Wandelt Sensorwert in robustes Standardsignal um. | Zusätzliches Gerät muss ausgewählt und parametriert werden. |
Typische Probleme bei direkter Sensorverdrahtung
Viele Temperaturmessungen wirken ungenau, obwohl der Sensor selbst in Ordnung ist. Die Ursache liegt häufig in der Verdrahtung oder Signalübertragung. Lange Leitungen erhöhen den Widerstand, Störungen koppeln in das Signal ein oder die SPS-Eingangskarte ist nicht optimal für die Sensorart geeignet.
Besonders bei Pt100-Signalen ist der Widerstandswert klein. Dadurch können zusätzliche Leitungswiderstände oder Übergangswiderstände einen relevanten Einfluss haben. Bei Thermoelementen wiederum sind die Signalspannungen sehr klein. Hier können falsche Ausgleichsleitungen, Klemmenübergänge oder EMV-Störungen zu Fehlern führen.
Ein Temperatur-Messumformer reduziert diese Risiken, weil er das empfindliche Sensorsignal nur auf kurzer Strecke verarbeitet und anschließend ein stabileres Ausgangssignal ausgibt.
Was macht ein Temperatur-Messumformer?
Ein Temperatur-Messumformer nimmt das Signal eines Sensors auf, verarbeitet es und gibt ein genormtes Ausgangssignal aus. Je nach Gerät können Pt100, Pt1000, andere RTD-Sensoren oder Thermoelemente angeschlossen werden. Der Ausgang kann zum Beispiel 4–20 mA, 0–10 V, HART, Modbus oder IO-Link sein.
Der Messumformer übernimmt also mehrere Aufgaben gleichzeitig: Sensoranpassung, Linearisierung, Skalierung, Signalwandlung und häufig auch Diagnose. Dadurch wird aus einem empfindlichen Sensorsignal ein industrietaugliches Signal für Automatisierung, Anzeige oder Fernübertragung.
Besonders praktisch ist, dass der Messbereich parametriert werden kann. Ein Pt100 kann zum Beispiel auf 0…100 °C, -50…150 °C oder 0…400 °C skaliert werden. Die SPS erhält dann ein eindeutiges 4–20-mA-Signal, das direkt dem eingestellten Temperaturbereich entspricht.
Warum 4–20 mA bei Temperaturmessungen oft sinnvoll ist
Das 4–20-mA-Signal ist ein Stromsignal und deshalb für industrielle Anwendungen sehr robust. Spannungsabfälle auf Leitungen wirken sich deutlich weniger kritisch aus als bei einfachen Spannungssignalen. Außerdem ist 4 mA als unterer Signalwert ein sogenannter Live-Zero. Dadurch kann ein Leitungsbruch oder Geräteausfall besser erkannt werden als bei einem 0-mA-Nullpunkt.
Für die SPS ist 4–20 mA einfach auszuwerten. Der Messbereich wird klar skaliert: 4 mA entsprechen dem unteren Messbereich, 20 mA dem oberen Messbereich. Dazwischen wird der Temperaturwert linear übertragen.
| Signal | Beispiel bei 0…100 °C | Bedeutung |
|---|---|---|
| 4 mA | 0 °C | Unterer Messbereichsendwert. |
| 8 mA | 25 °C | 25 % des Messbereichs. |
| 12 mA | 50 °C | 50 % des Messbereichs. |
| 16 mA | 75 °C | 75 % des Messbereichs. |
| 20 mA | 100 °C | Oberer Messbereichsendwert. |
Lange Leitungen und Leitungswiderstand
Lange Leitungen sind einer der häufigsten Gründe für den Einsatz eines Messumformers. Wenn ein Pt100 direkt über viele Meter zur SPS geführt wird, beeinflussen Leitungswiderstände und Übergangswiderstände das Messergebnis. Besonders bei 2-Leiter-Schaltungen kann dies zu deutlichen Abweichungen führen.
Ein Kopftransmitter kann direkt im Anschlusskopf des Temperaturfühlers sitzen. Dadurch wird das empfindliche Pt100-Signal nur über eine sehr kurze Strecke geführt. Danach erfolgt die Übertragung als 4–20-mA-Signal über die längere Leitung. Das ist in vielen Anlagen deutlich stabiler.
Auch bei Thermoelementen kann ein Messumformer sinnvoll sein, weil Thermoelementspannungen sehr klein sind und über lange Leitungen empfindlich gegenüber Störungen, falschen Übergängen oder ungeeigneter Ausgleichsleitung sein können.
EMV, Störeinflüsse und industrielle Umgebung
In Industrieanlagen gibt es viele Störquellen: Frequenzumrichter, Motoren, Schütze, lange Kabeltrassen, Schaltnetzteile, Leistungskabel und Funkstörungen. Direkte Sensorsignale können dadurch beeinflusst werden, besonders wenn Leitungen nicht sauber geschirmt oder falsch verlegt sind.
Ein Messumformer verbessert die Situation, weil er ein robusteres Ausgangssignal bereitstellt. 4–20 mA ist für industrielle Umgebung oft besser geeignet als ein empfindliches Widerstands- oder Thermospannungssignal über lange Strecken.
Trotzdem bleiben fachgerechte Verdrahtung, Schirmung, Erdung und Trennung von Leistungs- und Signalleitungen wichtig. Ein Messumformer löst nicht jede EMV-Problematik, reduziert aber viele typische Fehlerquellen.
Galvanische Trennung und sichere Signalübertragung
In manchen Anwendungen ist eine galvanische Trennung sinnvoll oder erforderlich. Sie trennt Eingang, Ausgang oder Versorgung elektrisch voneinander. Dadurch können Störströme, Potentialunterschiede und Masseschleifen reduziert werden.
Galvanische Trennung ist besonders relevant bei langen Leitungen, unterschiedlichen Potentialen, großen Anlagen, mehreren Schaltschränken oder sensiblen Messsignalen. Sie kann helfen, stabile Messwerte zu erreichen und Störungen im Signalweg zu vermeiden.
Bei der Auswahl eines Temperatur-Messumformers sollte deshalb geprüft werden, ob eine galvanische Trennung erforderlich ist und welche Isolationsanforderungen im konkreten Aufbau gelten.
Sensorbruch, Kurzschluss und Diagnosefunktionen
Ein großer Vorteil moderner Temperatur-Messumformer ist die Diagnose. Viele Geräte erkennen Sensorbruch, Kurzschluss oder Messbereichsüberschreitung. Das Ausgangssignal kann dann auf einen definierten Fehlerwert gesetzt werden, damit die SPS den Fehler erkennt.
Ohne Messumformer ist die Fehlererkennung oft schwieriger. Ein direkter Sensoreingang kann zwar ebenfalls Diagnosen bieten, aber das hängt stark von der SPS-Karte und Parametrierung ab. Ein geeigneter Messumformer macht das Verhalten häufig klarer und einfacher standardisierbar.
Besonders bei kritischen Messstellen ist Diagnose wichtig: Heizkreise, Kühlkreise, Prozessbehälter, Maschinenüberwachung, Ex-Bereiche, Lebensmittelprozesse, Chemieanlagen oder Energieanlagen profitieren von klaren Fehlerzuständen.
HART, Modbus, IO-Link und digitale Kommunikation
Neben klassischen Analogsignalen gibt es digitale Kommunikationsmöglichkeiten. HART ermöglicht digitale Kommunikation über ein 4–20-mA-Signal. Damit können Parameter, Messwerte, Diagnoseinformationen und Gerätestatus ausgelesen werden.
RS-485 / Modbus wird häufig genutzt, wenn mehrere Messstellen digital an ein System angebunden werden sollen. IO-Link ist besonders interessant im Maschinenbau und in der Automatisierung, wenn Sensorinformationen, Diagnose und Parametrierung standardisiert übertragen werden sollen.
Welche Kommunikation sinnvoll ist, hängt von der Anlage ab. Für einfache Temperaturübertragung reicht oft 4–20 mA. Für Diagnose, Parametrierung und digitale Integration können HART, Modbus oder IO-Link deutliche Vorteile bieten.
Kopftransmitter oder Hutschienen-Transmitter?
Temperatur-Messumformer gibt es in unterschiedlichen Bauformen. Ein Kopftransmitter wird direkt im Anschlusskopf des Temperaturfühlers montiert. Dadurch ist die Strecke des empfindlichen Sensorsignals besonders kurz. Das ist ideal, wenn lange Leitungen zur SPS geführt werden müssen.
Ein Hutschienen-Transmitter wird im Schaltschrank montiert. Er ist gut zugänglich, einfach zu warten und eignet sich für zentrale Signalverarbeitung. Allerdings wird das Sensorsignal dann weiterhin bis in den Schaltschrank geführt.
| Bauform | Vorteil | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Kopftransmitter | Wandlung direkt an der Messstelle. | Lange Leitungen, raue Umgebung, dezentrale Messstellen. |
| Hutschienen-Transmitter | Gute Zugänglichkeit im Schaltschrank. | Zentrale Signalaufbereitung, Retrofit, Anlagenmodernisierung. |
| Feldtransmitter | Robuste Ausführung für industrielle Umgebung. | Prozessanlagen, Außenbereiche, anspruchsvolle Messstellen. |
| Digitaler Transmitter | Diagnose, Parametrierung und digitale Integration. | HART, Modbus, IO-Link oder moderne Automatisierung. |
Temperaturfühler an SPS anschließen
Beim Anschluss eines Temperaturfühlers an eine SPS gibt es zwei Grundwege. Entweder wird der Sensor direkt auf eine passende Temperatur-Eingangskarte geführt, oder ein Messumformer wandelt das Signal in 4–20 mA, 0–10 V oder ein digitales Signal um.
Der direkte Anschluss ist sinnvoll, wenn die SPS geeignete RTD- oder Thermoelementeingänge besitzt, die Leitung kurz ist und die Umgebung störarm bleibt. Ein Messumformer ist sinnvoll, wenn die SPS nur Analogeingänge besitzt, lange Kabelwege vorhanden sind, mehrere Signale standardisiert werden sollen oder eine Diagnose benötigt wird.
Bei 4–20 mA muss die Skalierung sauber eingestellt werden. Wenn der Messumformer auf 0…200 °C skaliert ist, muss die SPS denselben Bereich interpretieren. Fehler entstehen häufig, wenn Messumformer und SPS unterschiedliche Messbereiche verwenden.
Passende Messumformer für Temperaturfühler
Die Kategorie Zubehör und Messumformer umfasst Lösungen für analoge und digitale Signalwandlung. Je nach Gerät stehen Ausgangssignale wie 4–20 mA, 0–10 V, HART, RS-485 / Modbus oder IO-Link zur Verfügung. Zusätzlich sind Diagnosefunktionen wie Sensorbruch- und Kurzschlussüberwachung relevant.
WIKA Typ T15 eignet sich als kompakter Temperatur-Messumformer für typische Anwendungen mit Widerstandsthermometern oder Thermoelementen, wenn ein standardisiertes Ausgangssignal benötigt wird.
WIKA Typ T32.xS ist besonders interessant, wenn HART-Kommunikation, erweiterte Diagnose oder anspruchsvollere Prozessintegration gefordert sind.
WIKA Typen T91.10 / T91.20 sind relevant, wenn Temperaturmesswerte über analoge Standardsignale aufbereitet und an Steuerung, Anzeige oder Leitsystem übertragen werden sollen.
IPAQ R530, IPAQ R460, IPAQ R461 und IPAQ-4L eignen sich je nach Ausführung für verschiedene Temperaturfühler, Ausgangssignale und Kommunikationsanforderungen. Sie sind besonders interessant, wenn flexible Parametrierung, moderne Signalverarbeitung oder digitale Anbindung benötigt werden.
Produktvergleich: welcher Messumformer passt?
Die Auswahl des passenden Messumformers hängt von Sensorart, Einbauort, Ausgangssignal, Diagnosebedarf und Kommunikationsschnittstelle ab.
| Produkt / Kategorie | Geeignet für | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Zubehör und Messumformer | Übersicht über Temperatur-Messumformer, Zubehör und Signalwandler. | 4–20 mA, 0–10 V, HART, Modbus, IO-Link, Diagnosefunktionen. |
| WIKA Typ T15 | Standardisierte Temperatur-Signalwandlung. | Pt100, RTD oder Thermoelement auf analoges Ausgangssignal. |
| WIKA Typ T32.xS | Temperaturmessung mit HART und erweiterten Funktionen. | Prozessanlagen, Diagnose, Parametrierung und Leitsystemanbindung. |
| WIKA Typen T91.10 / T91.20 | Analoge Temperatur-Signalaufbereitung. | Schaltschrank, Anzeige, SPS und einfache Automatisierungsaufgaben. |
| IPAQ R530 | Moderne Temperatur-Signalwandlung mit flexibler Anwendung. | Industrie, Prozessmessung und digitale Integration. |
| IPAQ R460 / R461 | Temperaturmessung mit geeigneten Ausgangs- und Kommunikationsoptionen. | Standardisierung von Sensorsignalen und SPS-Anbindung. |
| IPAQ-4L | Mehrkanalige oder flexible Temperatur-Signalverarbeitung. | Mehrere Messstellen, Anlagenmodernisierung und Schaltschrankintegration. |
Praxisbeispiele aus Anlagenbau und Instandhaltung
Beispiel 1: Pt100 über lange Leitung zur SPS
Ein Pt100 wird über 80 Meter zur SPS geführt. Die Temperaturanzeige schwankt und weicht vom Referenzwert ab. Durch Einsatz eines Kopftransmitters wird das Pt100-Signal direkt an der Messstelle in 4–20 mA umgewandelt. Die lange Leitung überträgt nun ein robusteres Standardsignal.
Beispiel 2: EMV-Störungen durch Frequenzumrichter
In einer Maschine laufen Temperaturleitungen parallel zu Motorleitungen. Die Messwerte springen sporadisch. Neben besserer Leitungsführung und Schirmung wird ein Messumformer eingesetzt, der das empfindliche Sensorsignal lokal verarbeitet und ein stabileres Signal an die Steuerung liefert.
Beispiel 3: SPS besitzt keine Pt100-Eingangskarte
Eine bestehende SPS hat nur analoge 4–20-mA-Eingänge. Statt eine neue Temperaturkarte einzubauen, wird ein Temperatur-Messumformer verwendet. Der Pt100 wird am Messumformer angeschlossen, die SPS erhält ein skaliertes 4–20-mA-Signal.
Beispiel 4: Sensorbruch soll eindeutig erkannt werden
In einem Heizprozess muss ein Fühlerausfall sicher erkannt werden. Der Messumformer wird so parametriert, dass bei Sensorbruch ein definierter Fehlerstrom ausgegeben wird. Die SPS erkennt den Fehler und kann eine Störmeldung auslösen.
Beispiel 5: Digitale Diagnose mit HART oder IO-Link
Eine Anlage soll nicht nur den Temperaturwert übertragen, sondern auch Diagnoseinformationen bereitstellen. Ein Messumformer mit HART oder IO-Link ermöglicht Parametrierung, Statusabfrage und zusätzliche Diagnose über die Kommunikationsschnittstelle.
Checkliste: Temperatur-Messumformer auswählen
Diese Checkliste hilft bei der Auswahl des passenden Messumformers für Pt100, Thermoelement und andere Temperaturfühler.
| Prüffrage | Warum wichtig? | Empfehlung |
|---|---|---|
| Welcher Sensor wird verwendet? | Messumformer muss zu Pt100, RTD oder Thermoelement passen. | Sensortyp und Anschlussart prüfen. |
| Wie lang ist die Leitung? | Lange Leitungen erhöhen Fehler- und Störeinfluss. | Bei langen Leitungen Kopftransmitter oder 4–20 mA prüfen. |
| Welche SPS-Eingänge sind vorhanden? | Eingangskarte bestimmt das benötigte Signal. | 4–20 mA, 0–10 V, RTD, TC oder digitales Signal wählen. |
| Ist EMV ein Thema? | Motoren, Umrichter und Leistungskabel können stören. | Messumformer, Schirmung und Leitungsführung berücksichtigen. |
| Wird galvanische Trennung benötigt? | Potentialunterschiede können Messwerte beeinflussen. | Messumformer mit geeigneter Trennung auswählen. |
| Welche Diagnose wird benötigt? | Sensorbruch und Kurzschluss sollen erkannt werden. | Diagnose- und Fehlerstromverhalten prüfen. |
| Welche Kommunikation ist gewünscht? | HART, Modbus oder IO-Link ermöglichen Parametrierung und Diagnose. | Kommunikation passend zur Anlage wählen. |
| Wo soll das Gerät montiert werden? | Einbauort beeinflusst Signalqualität und Wartung. | Kopftransmitter, Hutschiene oder Feldtransmitter festlegen. |
Fazit: 4–20 mA ist oft die robustere Lösung als ein direkter Pt100-Anschluss
Ein direkter Pt100-Anschluss kann bei kurzen Leitungen, passenden Eingangskarten und störarmer Umgebung gut funktionieren. Sobald jedoch lange Leitungen, EMV-Störungen, unklare SPS-Anbindung oder Diagnoseanforderungen hinzukommen, ist ein Temperatur-Messumformer häufig die bessere Lösung.
Der Messumformer wandelt das empfindliche Sensorsignal in ein robustes Standardsignal wie 4–20 mA, 0–10 V oder ein digitales Signal um. Dadurch werden Leitungsfehler reduziert, die SPS-Anbindung vereinfacht und Diagnosefunktionen wie Sensorbruch- oder Kurzschlussüberwachung möglich.
Für typische Anwendungen sind unter anderem WIKA Typ T15, WIKA Typ T32.xS, WIKA Typen T91.10 / T91.20, IPAQ R530, IPAQ R460, IPAQ R461 und IPAQ-4L relevant. Eine Übersicht passender Geräte finden Sie in der Kategorie
Zubehör und Messumformer.
FAQ: Häufige Fragen zu Temperatur-Messumformern
Was ist ein Temperatur-Messumformer?
Ein Temperatur-Messumformer wandelt das Signal eines Temperaturfühlers, zum Beispiel Pt100 oder Thermoelement, in ein Standardsignal wie 4–20 mA, 0–10 V, HART, Modbus oder IO-Link um.
Wie kann man einen Pt100 auf 4–20 mA umwandeln?
Ein Pt100 wird an einen passenden Temperatur-Messumformer angeschlossen. Der Messumformer wird auf den gewünschten Temperaturbereich skaliert und gibt am Ausgang ein 4–20-mA-Signal aus.
Wann ist ein Messumformer sinnvoll?
Ein Messumformer ist besonders sinnvoll bei langen Leitungen, EMV-Störungen, fehlender Pt100-Eingangskarte, Bedarf an 4–20 mA, Diagnosefunktionen oder digitaler Kommunikation.
Ist ein direkter Pt100-Anschluss schlechter?
Nicht grundsätzlich. Bei kurzen Leitungen und passenden Eingangskarten kann der direkte Anschluss gut funktionieren. Bei längeren Leitungen oder rauer Industrieumgebung ist ein Messumformer oft stabiler.
Was ist ein Kopftransmitter?
Ein Kopftransmitter wird direkt im Anschlusskopf des Temperaturfühlers montiert. Er wandelt das Sensorsignal nahe an der Messstelle in ein Standardsignal um.
Was ist ein Hutschienen-Transmitter?
Ein Hutschienen-Transmitter wird im Schaltschrank montiert. Er eignet sich besonders für zentrale Signalaufbereitung und gute Zugänglichkeit bei Wartung oder Parametrierung.
Warum ist 4–20 mA robust?
4–20 mA ist ein Stromsignal und dadurch weniger empfindlich gegenüber Spannungsabfällen auf Leitungen. Außerdem ermöglicht der 4-mA-Live-Zero eine bessere Fehlererkennung.
Wann ist 0–10 V sinnvoll?
0–10 V kann sinnvoll sein, wenn die Steuerung entsprechende Spannungseingänge besitzt und die Leitung kurz sowie störarm ist. Für lange Leitungen ist 4–20 mA häufig robuster.
Wofür ist HART bei Temperatur-Messumformern nützlich?
HART ermöglicht digitale Kommunikation über das 4–20-mA-Signal. Damit können Parameter, Diagnoseinformationen und Gerätestatus ausgelesen oder geändert werden.
Wann sind Modbus oder IO-Link sinnvoll?
Modbus ist interessant, wenn mehrere Messstellen digital eingebunden werden sollen. IO-Link ist besonders im Maschinenbau nützlich, wenn Parametrierung, Diagnose und Sensorinformationen standardisiert übertragen werden sollen.
Kann ein Messumformer Sensorbruch erkennen?
Viele Temperatur-Messumformer erkennen Sensorbruch oder Kurzschluss und geben einen definierten Fehlerwert aus. Dadurch kann die SPS den Fehler eindeutig erkennen.
Welche Produkte eignen sich als Temperatur-Messumformer?
Je nach Anwendung eignen sich unter anderem WIKA Typ T15, WIKA Typ T32.xS, WIKA Typen T91.10 / T91.20, IPAQ R530, IPAQ R460, IPAQ R461 und IPAQ-4L. Eine Übersicht finden Sie in der Kategorie
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