Eine hydrostatische Tauchsonde zeigt über Monate zuverlässig den Füllstand eines offenen Tanks. Nach einem Wetterumschwung weicht der Messwert plötzlich deutlich ab, obwohl sich der tatsächliche Flüssigkeitsstand kaum verändert hat.
Eine mögliche Ursache liegt nicht im Sensorelement oder in der Messmembran, sondern am anderen Ende des Kabels:
Die Belüftungskapillare ist feucht, verschmutzt oder verschlossen.
Bei einer Tauchsonde mit Relativdruckmessung benötigt der Sensor den aktuellen atmosphärischen Luftdruck als Referenz. Dafür befindet sich im Anschlusskabel eine dünne Belüftungsleitung, die den Referenzraum des Drucksensors mit der Umgebung verbindet.
Wird diese Verbindung blockiert oder dringt Feuchtigkeit in die Kapillare ein, kann der Luftdruck nicht mehr korrekt kompensiert werden. Änderungen des atmosphärischen Drucks erscheinen dann unmittelbar als scheinbare Füllstandsänderungen.
Bei der Installation muss deshalb nicht nur die im Medium befindliche Sonde geschützt werden. Gerade das trockene Kabelende und die Belüftungsöffnung sind entscheidend für eine dauerhaft zuverlässige Messung.
Ein geeignetes Beispiel ist die WIKA LH-10 Pegelsonde. Sie ist für hydrostatische Füllstands- und Pegelmessungen ausgelegt und kann mit einem passenden Klemmenkasten sowie einem Filterelement zum Schutz der Belüftungskapillare kombiniert werden. Weitere Lösungen finden Sie unter Füllstandmesstechnik sowie unter Tauchsonden bei ICS Schneider.
Inhaltsverzeichnis
- Wie eine hydrostatische Tauchsonde den Füllstand misst
- Warum die Relativdruckmessung eine atmosphärische Referenz benötigt
- Aufgabe der Belüftungskapillare
- Was passiert bei einer blockierten Belüftung?
- Rechenbeispiel: Luftdruckänderung wird zum Füllstandsfehler
- Warum Feuchtigkeit besonders kritisch ist
- Das Kabelende richtig installieren
- Filterelement und Belüftungsmembran
- Wann Trockenmittel sinnvoll sein kann
- Klemmenkasten statt offenes Kabelende
- Warum IP68 das Problem nicht löst
- Kondensat im Anschlusskasten vermeiden
- Kabelbeschädigungen und Kapillarwirkung
- Typische Auswirkungen auf den Nullpunkt
- Typische Fehlerbilder
- Belüftung systematisch prüfen
- Praxisbeispiel an einem offenen Wassertank
- Empfohlener Montageaufbau
- Passende Tauchsonden bei ICS Schneider
- Fazit
- FAQ
Wie eine hydrostatische Tauchsonde den Füllstand misst
Eine Tauchsonde wird bis zu einer definierten Position in die Flüssigkeit abgesenkt.
Auf die Messmembran wirkt der hydrostatische Druck der darüberstehenden Flüssigkeitssäule.
Vereinfacht gilt:
p = ρ · g · h
Dabei ist:
p= hydrostatischer Druck,ρ= Dichte der Flüssigkeit,g= Erdbeschleunigung,h= Flüssigkeitshöhe über der Messmembran.
Beispiel für Wasser
Bei einer Wassersäule von ungefähr:
10,2 m
entsteht näherungsweise ein hydrostatischer Druck von:
1 bar
Damit kann aus dem gemessenen Druck direkt auf die Höhe der Flüssigkeitssäule geschlossen werden.
Warum die Relativdruckmessung eine atmosphärische Referenz benötigt
In einem offenen Tank wirkt auf die Flüssigkeitsoberfläche zusätzlich der atmosphärische Luftdruck.
Der absolute Druck an der Tauchsonde beträgt deshalb:
pabs = patm + ρ · g · h
Für die Füllstandsmessung interessiert jedoch nur:
ρ · g · h
Der atmosphärische Druck soll keinen Einfluss auf den angezeigten Füllstand haben.
Dazu arbeitet die Sonde mit Relativdruck
Der Referenzraum auf der Rückseite des Sensorelements wird dem aktuellen atmosphärischen Druck ausgesetzt.
Der Sensor misst damit:
pmess = pabs − patm
und somit:
pmess = ρ · g · h
Ändert sich das Wetter und damit der Luftdruck, verändert sich gleichzeitig der Referenzdruck der Sonde. Bei funktionierender Belüftung bleibt der angezeigte Füllstand deshalb weitgehend unbeeinflusst.
Aufgabe der Belüftungskapillare
Die atmosphärische Referenz wird bei vielen Tauchsonden durch eine dünne Leitung innerhalb des Anschlusskabels hergestellt.
Diese wird bezeichnet als:
Belüftungskapillare
oder:
Vent Tube
Sie verläuft vom Referenzraum des Sensors durch das komplette Kabel bis zum trockenen Kabelende.
Die Kapillare muss nicht große Luftmengen transportieren
Sie muss lediglich einen ausreichend freien Druckausgleich ermöglichen.
Das Kabelende darf deshalb einerseits nicht offen Feuchtigkeit und Schmutz ausgesetzt werden, andererseits aber auch nicht einfach hermetisch verschlossen werden.
Genau daraus entsteht die besondere Anforderung an die Installation.
Was passiert bei einer blockierten Belüftung?
Wird die Kapillare vollständig verschlossen, bleibt im Referenzraum ein bestimmter Luftdruck eingeschlossen.
Der Sensor arbeitet dann nicht mehr mit dem aktuellen atmosphärischen Druck.
Vereinfacht misst er dann
pmess = ρ · g · h + patm aktuell − pref eingeschlossen
Solange:
patm aktuell = pref eingeschlossen
kann die Anzeige zunächst plausibel erscheinen.
Ändert sich anschließend der Luftdruck, entsteht jedoch ein zusätzlicher Messwertanteil.
Die Folge
Die Sonde interpretiert einen:
Luftdruckanstieg
oder:
Luftdruckabfall
teilweise als Änderung der Flüssigkeitssäule.
Das Fehlerbild kann deshalb wetterabhängig auftreten und über Stunden oder Tage wandern.
Rechenbeispiel: Luftdruckänderung wird zum Füllstandsfehler
Eine Tauchsonde misst Wasser.
Die Belüftungskapillare wird bei einem atmosphärischen Druck von:
1.000 hPa
blockiert.
Später steigt der Luftdruck auf:
1.020 hPa
Die Differenz beträgt:
20 hPa = 20 mbar = 2.000 Pa
Als äquivalente Wassersäule ergibt sich näherungsweise:
h = Δp / (ρ · g)
mit:
ρ ≈ 1.000 kg/m³
Damit:
h ≈ 2.000 / (1.000 · 9,81)
und somit:
h ≈ 0,204 m
Das bedeutet
Obwohl sich der tatsächliche Wasserstand überhaupt nicht verändert hat, kann eine nicht mehr korrekt belüftete Relativdrucksonde durch diese Luftdruckänderung theoretisch einen Fehler in der Größenordnung von:
20 cm Wassersäule
anzeigen.
Gerade bei kleinen Messbereichen kann eine gestörte atmosphärische Referenz deshalb einen wesentlich größeren Fehler erzeugen als die eigentliche Genauigkeit des Sensors.
Warum Feuchtigkeit besonders kritisch ist
Eine offene Kapillare stellt konstruktiv eine Verbindung zwischen Umgebung und Sensorreferenz her.
Dadurch kann bei ungeeigneter Installation nicht nur Luft, sondern auch Feuchtigkeit in Richtung Sensor gelangen.
Mögliche Quellen sind
- Regenwasser,
- Spritzwasser,
- hohe Luftfeuchte,
- Kondensation,
- Wasser im Kabelanschlusskasten.
Innerhalb der dünnen Referenzleitung können Kapillareffekte den Feuchtigkeitstransport zusätzlich begünstigen.
Gelangt Wasser weit genug in die Leitung, kann es:
- den Druckausgleich behindern,
- den Nullpunkt verändern,
- Korrosion verursachen,
- Sensor oder Elektronik langfristig beschädigen.
Besonders kritisch ist Kondensat
Das Kabelende kann augenscheinlich trocken montiert sein und trotzdem Feuchtigkeit aufnehmen, wenn sich in einem ungeeigneten Gehäuse durch Temperaturwechsel Kondenswasser bildet.
Das Kabelende richtig installieren
Das freie Kabelende einer Relativdruck-Tauchsonde sollte grundsätzlich:
- oberhalb möglicher Überflutungsbereiche liegen,
- vor Regen und Spritzwasser geschützt sein,
- nicht in einem dauerhaft feuchten Schacht enden,
- vor Schmutz und Staub geschützt sein,
- den atmosphärischen Druckausgleich weiterhin ermöglichen.
Ungünstig ist beispielsweise
das Kabelende lose in einem Pumpenschacht hängen zu lassen.
Dort können:
- hohe Luftfeuchtigkeit,
- Spritzwasser,
- Kondensat
direkt auf die Belüftungsöffnung wirken.
Ebenfalls falsch
ist das vermeintlich sichere vollständige Abdichten der Kapillare mit:
- Silikon,
- Vergussmasse,
- Schrumpfschlauch,
- Klebstoff.
Damit würde zwar Wasser ferngehalten, gleichzeitig aber auch die notwendige atmosphärische Referenz unterbrochen.
Filterelement und Belüftungsmembran
Eine technisch geeignete Lösung ist ein Filterelement am Ende der Belüftungskapillare.
Das Prinzip lautet
Luftdruckausgleich möglich + Flüssigwasser und Schmutz zurückhalten
Dazu werden beispielsweise hydrophobe Membranen eingesetzt.
Sie ermöglichen den notwendigen Druckausgleich, erschweren aber das Eindringen von Wasser in die Referenzleitung.
Für die WIKA LH-10 stehen entsprechende Zubehörlösungen zur Verfügung
Das Filterelement schützt die Belüftungskapillare gegen:
- Schmutz,
- Feuchtigkeit.
Für rauere Installationsbedingungen ist ein geschützter Kabelabschluss über einen geeigneten Klemmenkasten meist die bessere Lösung.
Wann Trockenmittel sinnvoll sein kann
Bei dauerhaft hoher Umgebungsfeuchte können Systeme zusätzlich mit Trockenmittel arbeiten.
Das Trockenmittel reduziert die Feuchte der Luft, die mit dem Referenzsystem in Kontakt kommt.
Wichtig ist jedoch
Trockenmittel ist ein Verbrauchs- beziehungsweise Wartungselement.
Je nach Bauart muss es:
- regelmäßig kontrolliert,
- ausgetauscht,
- oder regeneriert
werden.
Ein gesättigtes Trockenmittel bietet keinen dauerhaften Schutz.
Auch hier darf der Druckausgleich nicht blockiert werden
Ein Trockenmittelbehälter muss so aufgebaut sein, dass weiterhin eine Verbindung zur Atmosphäre besteht.
Er ersetzt nicht automatisch eine geeignete:
Belüftungsmembran + geschützte Anschlussumgebung
Klemmenkasten statt offenes Kabelende
Eine besonders saubere Lösung besteht darin, das Spezialkabel der Tauchsonde in einem dafür vorgesehenen Klemmenkasten enden zu lassen.
Der Klemmenkasten erfüllt zwei Aufgaben
Er schützt:
elektrische Anschlussstellen + atmosphärische Referenz
und ermöglicht anschließend die Weiterführung des elektrischen Messsignals mit einer normalen Installationsleitung.
Für die WIKA-Pegelsonden ist beispielsweise ein Klemmenkasten mit:
- Schutzart IP67,
- wasserundurchlässigem Belüftungselement
verfügbar.
Der Kasten sollte selbst nicht untergetaucht werden
Er wird in trockener Umgebung, außerhalb des Behälters beziehungsweise Schachts oder im Schaltschrank montiert.
Damit befindet sich die empfindliche atmosphärische Referenz nicht mehr ungeschützt am offenen Kabelende im Feld.
Warum IP68 das Problem nicht löst
Ein häufiger Denkfehler lautet:
Tauchsonde IP68 → das komplette System darf überall nass werden
Das ist so nicht richtig.
Die Schutzart IP68 ist erforderlich, weil:
- die Sonde vollständig im Medium liegt,
- ein Teil des Spezialkabels dauerhaft eingetaucht ist.
Die atmosphärische Referenz muss dagegen bewusst mit der Umgebung kommunizieren
Das Ende der Belüftungskapillare kann deshalb nicht einfach wie eine vollständig hermetische elektrische Verbindung behandelt werden.
Bei der WIKA LH-10 ist die eigentliche Pegelsonde für dauerhafte Messungen bis 300 m Wassersäule mit Schutzart IP68 ausgelegt.
Das ändert jedoch nichts daran, dass das Ende des Belüftungssystems trocken und funktionsfähig gehalten werden muss.
Kondensat im Anschlusskasten vermeiden
Ein wettergeschützter Anschlusskasten kann trotzdem feucht werden.
Bei wechselnden Temperaturen verändert sich das Luftvolumen innerhalb eines Gehäuses.
Ohne geeigneten Druckausgleich
kann feuchte Außenluft über:
- Kabelverschraubungen,
- Dichtstellen,
- kleine Undichtigkeiten
in das Gehäuse gezogen werden.
Kühlt die Luft anschließend ab, kann Wasser kondensieren.
Deshalb ist eine geeignete Belüftungsmembran sinnvoll
Sie ermöglicht einen kontrollierten Druckausgleich, ohne das Gehäuse einfach offen der Umgebung auszusetzen.
Besonders ungünstig sind Anschlusspunkte:
- direkt über warmem Prozesswasser,
- in feuchten Schächten,
- an Stellen mit großen Tag-/Nacht-Temperaturwechseln.
Kabelbeschädigungen und Kapillarwirkung
Feuchtigkeit kann nicht nur am vorgesehenen Ende der Belüftungskapillare eindringen.
Auch mechanische Beschädigungen des Spezialkabels können problematisch sein.
Typische Ursachen sind
- scharfe Behälterkanten,
- ungeeignete Kabelschellen,
- Quetschungen,
- zu kleine Biegeradien,
- Abrieb im Schacht,
- chemisch ungeeignetes Kabelmaterial.
Ein beschädigter Kabelmantel kann langfristig einen zusätzlichen Feuchtigkeitspfad schaffen.
Das Kabel sollte deshalb mechanisch entlastet werden
Eine geeignete Kabelabspannklemme übernimmt das Eigengewicht von:
- Sonde,
- Kabel
und verhindert, dass die elektrische beziehungsweise drucktechnische Kabeldurchführung dauerhaft als mechanische Aufhängung belastet wird.
Typische Auswirkungen auf den Nullpunkt
Eine beeinträchtigte Belüftung zeigt sich häufig zunächst als Nullpunktproblem.
Typisches Verhalten
Der Behälter besitzt einen bekannten Füllstand, die Sonde zeigt jedoch plötzlich:
+15 cm
oder:
-10 cm
Abweichung.
Nach einigen Stunden verändert sich der Fehler erneut.
Verdächtig ist insbesondere
wenn die Abweichung:
- mit Wetteränderungen schwankt,
- nach starkem Regen begonnen hat,
- nach Arbeiten am Kabelanschluss auftritt,
- bei konstantem tatsächlichem Füllstand wandert.
Dann sollte die atmosphärische Referenz geprüft werden, bevor der Sensor neu kalibriert oder ersetzt wird.
Typische Fehlerbilder
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|
| Füllstand ändert sich mit dem Wetter | Belüftungskapillare blockiert | Referenzöffnung und Filter prüfen |
| Messwert driftet nach starkem Regen | Feuchtigkeit am Kabelende | Klemmenkasten und Belüftung prüfen |
| Nullpunkt verschiebt sich langsam | Feuchtigkeit in der Kapillare | Kabelabschluss und Sensor prüfen |
| Fehler trat nach Neuverkabelung auf | Kapillare versehentlich verschlossen | Kabelanschluss kontrollieren |
| Sonde funktioniert im Labor, im Schacht jedoch instabil | hohe Feuchte oder Kondensat | Installationsort des Kabelendes prüfen |
| Messwert reagiert verzögert auf Luftdruckänderungen | Belüftungsleitung teilweise verstopft | Filter beziehungsweise Kapillare prüfen |
| Langfristig zunehmende Abweichung | Feuchteeintritt oder Kabelschaden | Kabelmantel und Anschluss untersuchen |
| Feuchtigkeit im Klemmenkasten | Kondensation oder ungeeigneter Druckausgleich | Membrane, Einbauort und Verschraubungen prüfen |
| Messwert bleibt nach Wetterumschwung versetzt | Referenzraum nicht mehr auf Atmosphärendruck | Belüftungssystem kontrollieren |
Belüftung systematisch prüfen
- Tatsächlichen Füllstand prüfen: Wenn möglich mit einer unabhängigen Referenz vergleichen.
- Messwertverlauf betrachten: Zusammenhang mit Wetter, Regen oder Temperaturänderungen prüfen.
- Kabelende lokalisieren: Kontrollieren, wo die Belüftungskapillare endet.
- Umgebung prüfen: Kabelende darf nicht in Wasser, Kondensat oder dauerhaft hoher Feuchte liegen.
- Filter kontrollieren: Verschmutzung, Beschädigung oder Durchfeuchtung prüfen.
- Klemmenkasten öffnen: Auf Kondensat, Korrosion oder Wasser achten.
- Kabelverschraubungen prüfen: Mechanische Abdichtung und geeignete Montage kontrollieren.
- Kabelmantel kontrollieren: Quetschungen, Schnitte und Scheuerstellen suchen.
- Belüftung nicht durchstechen: Keine Drähte oder Werkzeuge in die feine Kapillare einführen.
- Sensor nicht vorschnell nachkalibrieren: Zuerst die Ursache des Nullpunktfehlers beheben.
- Nach der Reparatur beobachten: Messwert über einen ausreichend langen Zeitraum kontrollieren.
Praxisbeispiel an einem offenen Wassertank
Ein offener Regenwasserbehälter besitzt eine hydrostatische Tauchsonde mit:
Messbereich 0 … 4 mWS
Das 4…20-mA-Signal wird in einer SPS ausgewertet.
Ursprünglicher Aufbau
Die Tauchsonde hängt korrekt im Behälter.
Das Spezialkabel endet jedoch lose in einem seitlichen Installationsschacht.
Nach einigen Monaten tritt folgendes Verhalten auf:
- Füllstand morgens und abends unterschiedlich,
- Abweichung bei starkem Wetterwechsel,
- nach Regen teilweise deutlich größerer Fehler.
Bei der Prüfung
wird Feuchtigkeit am offenen Kabelende festgestellt.
Die Tauchsonde selbst und ihre Messmembran sind mechanisch unbeschädigt.
Verbesserter Aufbau
Das Sondenkabel wird außerhalb des feuchten Schachtes in einen geeigneten Klemmenkasten geführt.
Der Kasten besitzt:
- geeignete Schutzart,
- ein wasserundurchlässiges Belüftungselement,
- saubere Zugentlastung.
Das Messsignal wird von dort mit einer normalen Installationsleitung zur SPS weitergeführt.
Damit bleibt der atmosphärische Druckausgleich erhalten, während das empfindliche offene Ende der Belüftungskapillare vor direkter Feuchtigkeit geschützt ist.
Empfohlener Montageaufbau
Für eine klassische Relativdruck-Tauchsonde in einem offenen Behälter ist folgender Aufbau sinnvoll:
Tauchsonde im Medium → Spezialkabel mit Belüftungskapillare → Kabelabspannung → trockener Klemmenkasten mit Belüftungsmembran → normale Signalleitung → Auswertung
Dabei sollte insbesondere gelten
- Die Sonde hängt frei und in definierter Höhe.
- Das Kabel trägt nicht unkontrolliert das gesamte Gewicht über seine Durchführung.
- Das Kabelende befindet sich oberhalb des möglichen Überflutungsbereiches.
- Die Belüftungskapillare bleibt offen für atmosphärischen Druckausgleich.
- Eine Membran beziehungsweise ein Filter schützt gegen Feuchtigkeit und Schmutz.
- Der Klemmenkasten selbst befindet sich möglichst in trockener Umgebung.
- Nach dem Übergang kann das elektrische Signal mit normaler Installationsleitung weitergeführt werden.
Passende Tauchsonden bei ICS Schneider
WIKA LH-10 High-Performance Pegelsonde
Die WIKA LH-10 eignet sich für anspruchsvolle hydrostatische Füllstands- und Pegelmessungen.
ICS nennt unter anderem:
- Genauigkeit von 0,25 %,
- Schutzart IP68,
- dauerhafte Pegelmessung bis 300 m Wassersäule,
- CrNi-Stahl-Gehäuse und PUR-Kabel in Standardausführung,
- Hastelloy® und FEP-Kabel optional,
- integrierte Temperaturmessung optional.
Passendes Zubehör
Für die Installation sind unter anderem vorgesehen:
- Kabelabspannklemme zur mechanischen Entlastung,
- Klemmenkasten mit wasserundurchlässigem Belüftungselement,
- Filterelement zum Schutz der Belüftungskapillare gegen Schmutz und Feuchtigkeit.
Gerade für das Thema dieses Beitrags sind Klemmenkasten und Filterelement entscheidend.
WIKA LS-10 für Standardanwendungen
Für einfachere Anwendungen steht die WIKA LS-10 zur Verfügung.
Sie arbeitet ebenfalls nach dem hydrostatischen Messprinzip und bietet standardmäßig ein:
4 … 20 mA
Ausgangssignal.
Weitere Tauchsonden
Je nach Anwendung stehen bei ICS Schneider außerdem unterschiedliche Ausführungen für:
- kleine Messbereiche,
- HART-Kommunikation,
- Explosionsschutz,
- aggressive Medien,
- integrierte Temperaturmessung
zur Verfügung.
Eine Übersicht finden Sie unter Tauchsonden bei ICS Schneider.
Fazit
Bei einer Tauchsonde mit Relativdruckmessung ist die Belüftungskapillare ein Bestandteil der Messkette.
Der Sensor benötigt den aktuellen atmosphärischen Druck
Nur dadurch wird aus dem am Sensor wirkenden Gesamtdruck zuverlässig der hydrostatische Druck der Flüssigkeitssäule.
Eine blockierte Kapillare erzeugt einen scheinbaren Füllstandsfehler
Änderungen des Luftdrucks werden dann nicht mehr korrekt kompensiert.
Feuchtigkeit ist besonders kritisch
Sie kann die Belüftung behindern und langfristig bis zum Sensor beziehungsweise zur Elektronik gelangen.
Das Kabelende sollte nicht offen im Feld liegen
Ein geeigneter Klemmenkasten mit kontrolliertem Druckausgleich schützt den Kabelabschluss deutlich besser.
IP68 der Sonde ersetzt diesen Schutz nicht
Der im Medium befindliche Sensor muss wasserdicht sein, während die atmosphärische Referenz gleichzeitig einen funktionierenden Druckausgleich benötigt.
Für die Praxis gilt
Tauchsonde passend zum Messbereich auswählen → Kabel mechanisch entlasten → Kabelende oberhalb von Feuchte- und Überflutungsbereichen führen → Belüftungskapillare niemals hermetisch verschließen → Filter beziehungsweise wasserundurchlässige Belüftungsmembran einsetzen → Klemmenkasten trocken montieren → Kondensat vermeiden → Kabel auf Beschädigungen prüfen → bei wetterabhängigen Nullpunktfehlern zuerst die atmosphärische Referenz kontrollieren.
FAQ: Belüftung von Relativdruck-Tauchsonden richtig schützen
Warum hat eine Tauchsonde einen Belüftungsschlauch?
Eine Relativdruck-Tauchsonde benötigt den atmosphärischen Luftdruck als Referenz. Die Belüftungskapillare überträgt diesen Druck durch das Anschlusskabel zum Referenzraum des Sensors.
Was passiert, wenn die Belüftungskapillare verstopft ist?
Der Sensor kann den aktuellen Luftdruck nicht mehr korrekt kompensieren. Wetterbedingte Luftdruckänderungen können dadurch als scheinbare Füllstandsänderungen angezeigt werden.
Kann eine Luftdruckänderung einen großen Messfehler verursachen?
Ja. Bei Wasser entsprechen 20 mbar Druckdifferenz ungefähr 20 cm Wassersäule. Bei kleinen Messbereichen ist das bereits eine erhebliche Abweichung.
Darf ich die Belüftungskapillare abdichten?
Nein. Eine Relativdrucksonde benötigt den atmosphärischen Druckausgleich. Ein hermetisches Verschließen kann einen systematischen Messfehler verursachen.
Wie schütze ich die Kapillare vor Wasser?
Geeignet sind dafür vorgesehene Filterelemente beziehungsweise luftdurchlässige und wasserundurchlässige Membranen.
Darf das Kabelende einer Tauchsonde nass werden?
Das Ende der atmosphärischen Referenz sollte trocken und vor direktem Wasser geschützt montiert werden. Es sollte nicht frei in einem nassen Schacht oder Überflutungsbereich enden.
Warum ist die Sonde IP68, wenn das Kabelende trocken bleiben muss?
IP68 schützt die eingetauchte Sonde. Die atmosphärische Referenz ist dagegen konstruktiv für einen Druckausgleich mit der Umgebung vorgesehen und benötigt daher einen entsprechend geschützten Kabelabschluss.
Kann Kondenswasser einen Fehler verursachen?
Ja. Kondensat im Klemmenkasten oder an der Belüftungsöffnung kann in die Referenzleitung gelangen und den Druckausgleich beeinträchtigen.
Ist ein wasserdichter Klemmenkasten ausreichend?
Er muss zusätzlich einen geeigneten Druckausgleich ermöglichen. Für Relativdruck-Tauchsonden sind deshalb Klemmenkästen mit einem luftdurchlässigen, wasserundurchlässigen Belüftungselement besonders geeignet.
Kann ich die Belüftung in einen normalen Schaltschrank führen?
Ja, wenn dort eine trockene, geeignete Umgebung vorhanden ist und der atmosphärische Druckausgleich erhalten bleibt.
Ist Trockenmittel notwendig?
Nicht grundsätzlich. In besonders feuchten Umgebungen kann ein geeignetes Trockenmittelsystem zusätzlichen Schutz bieten. Es muss jedoch regelmäßig kontrolliert werden und darf den Druckausgleich nicht verhindern.
Kann ein beschädigtes Tauchsondenkabel Feuchtigkeit aufnehmen?
Ja. Beschädigungen des Kabelmantels können zusätzliche Feuchtigkeitspfade schaffen. Deshalb sollte das Kabel mechanisch geschützt und spannungsfrei geführt werden.
Warum sollte eine Kabelabspannklemme verwendet werden?
Sie nimmt mechanische Zugkräfte auf und verhindert, dass Kabeldurchführung und Sonde unnötig durch das Gewicht des Kabels belastet werden.
Warum driftet meine Tauchsonde nur bei Wetterwechsel?
Das ist ein typischer Hinweis auf eine beeinträchtigte atmosphärische Referenz. Filter, Belüftungskapillare und Kabelabschluss sollten geprüft werden.
Sollte ich bei einem Nullpunktfehler sofort neu kalibrieren?
Nein. Zunächst sollte geklärt werden, ob die Belüftung, Feuchtigkeit, Montage oder eine andere äußere Ursache für den Fehler verantwortlich ist.
Welche WIKA-Tauchsonde eignet sich für anspruchsvolle Anwendungen?
Die WIKA LH-10 ist für anspruchsvolle hydrostatische Füllstands- und Pegelmessungen ausgelegt.
Wie genau ist die WIKA LH-10?
ICS gibt eine Genauigkeit von 0,25 % an.
Wie tief kann die WIKA LH-10 eingesetzt werden?
Die Sonde ist mit Schutzart IP68 für dauerhafte Pegelmessungen bis zu 300 m Wassersäule ausgelegt.
Gibt es Zubehör zum Schutz der Belüftung?
Ja. Für entsprechende WIKA-Pegelsonden stehen ein Klemmenkasten mit wasserundurchlässigem Belüftungselement sowie ein Filterelement zum Schutz der Kapillare gegen Schmutz und Feuchtigkeit zur Verfügung.
Wo finde ich weitere Tauchsonden?
Eine Übersicht finden Sie unter Tauchsonden bei ICS Schneider.
