In explosionsgefährdeten Bereichen dürfen elektrische Messungen nicht mit beliebigen Messgeräten durchgeführt werden. Wenn brennbare Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube vorhanden sein können, muss jedes eingesetzte elektrische Betriebsmittel zur Zone, zur Stoffgruppe und zur jeweiligen Anwendung passen. Das gilt auch für ein Digitalmultimeter.
In der Praxis wird dieser Punkt leicht unterschätzt. Ein normales Industriemultimeter kann für Messungen an Schaltschränken, Maschinen oder elektrischen Anlagen sehr gut geeignet sein, ist aber nicht automatisch für den Einsatz in einem Ex-Bereich zulässig. Für Messungen in Chemie, Pharma, Öl & Gas, Tanklagern, Raffinerien, Lackierbereichen, Silos oder Prozessanlagen kann ein eigensicheres Multimeter erforderlich sein. Dieser Beitrag erklärt, wann ein ATEX-Digitalmultimeter wie das MTX 3297Ex sinnvoll ist, welche typischen Messaufgaben damit verbunden sind und worauf Anwender bei Auswahl und Einsatz achten sollten.
Inhaltsverzeichnis
- Warum im Ex-Bereich nicht jedes Multimeter verwendet werden darf
- Was bedeutet eigensicher bei einem Digitalmultimeter?
- ATEX-Zonen verstehen: Zone 0, Zone 1, Zone 2 und Staub-Ex-Bereiche
- Typische Anwendungen in Chemie, Pharma, Öl & Gas und Prozessindustrie
- Welche Messgrößen werden im Ex-Bereich typischerweise geprüft?
- Warum TRMS-Messung in industriellen Anlagen wichtig ist
- Spannung, Strom und Widerstand im Ex-Bereich sicher messen
- Wann ist ein Multimeter für Zone 1 erforderlich?
- Warum ein normales Multimeter im Ex-Bereich nicht ausreicht
- Messleitungen, Zubehör und Anschlussfehler nicht unterschätzen
- Grenzen und organisatorische Anforderungen bei Ex-Messungen
- Typische Fehler beim Messen in explosionsgefährdeten Bereichen
- Passendes Produkt: MTX 3297Ex eigensicheres Digitalmultimeter
- Praxisbeispiel: Fehlersuche an einem Messkreis in Zone 1
- Fazit: Im Ex-Bereich entscheidet die Zulassung über den sicheren Einsatz
- FAQ: Häufige Fragen zu ATEX-Digitalmultimetern
Warum im Ex-Bereich nicht jedes Multimeter verwendet werden darf
Ein explosionsgefährdeter Bereich ist kein normaler Messort. Dort kann sich unter bestimmten Bedingungen eine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Diese kann durch brennbare Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube entstehen. Wenn dann eine wirksame Zündquelle vorhanden ist, kann es zu einer Explosion kommen. Genau deshalb gelten für elektrische Geräte in solchen Bereichen besondere Anforderungen.
Ein Digitalmultimeter ist ein aktives elektrisches Messgerät. Es besitzt eine eigene Energiequelle, interne Elektronik, Messkreise, Eingänge, Sicherungen und Messleitungen. Bei falscher Auslegung, falscher Bedienung oder einem Defekt könnten Funken, heiße Oberflächen oder unzulässige Energien entstehen. In normalen Industrieumgebungen steht vor allem die elektrische Sicherheit im Vordergrund. Im Ex-Bereich kommt zusätzlich der Explosionsschutz hinzu.
Das bedeutet: Auch wenn ein Multimeter hochwertig, robust, TRMS-fähig und für hohe Messkategorien ausgelegt ist, darf es nicht automatisch in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Entscheidend ist die Ex-Zulassung des Geräts und ob diese zur jeweiligen Zone, Stoffgruppe und Einsatzbedingung passt.
Für Betriebe in Chemie, Pharma, Öl & Gas, Raffinerien, Tanklagern, Lackierereien oder der Prozessindustrie ist das besonders wichtig. Dort müssen Instandhaltung und Service häufig elektrische Messungen an Sensoren, Messumformern, Ventilen, Steuerkreisen oder Stromschleifen durchführen, ohne die Sicherheit des Ex-Bereichs zu gefährden.
Was bedeutet eigensicher bei einem Digitalmultimeter?
Der Begriff „eigensicher“ beschreibt ein Schutzprinzip im Explosionsschutz. Vereinfacht gesagt wird die elektrische Energie so begrenzt, dass unter definierten Fehlerbedingungen keine zündfähigen Funken oder thermisch gefährlichen Zustände entstehen sollen. Für ein Multimeter bedeutet das, dass nicht nur die äußere Bauform, sondern auch die interne Elektronik, die Eingänge und die möglichen Energien in den Messkreisen entsprechend ausgelegt sein müssen.
In der Praxis ist die Eigensicherheit besonders relevant, wenn in einem Ex-Bereich elektrische Messungen durchgeführt werden müssen. Ein eigensicheres Digitalmultimeter kann dort eingesetzt werden, wo ein normales Messgerät nicht zulässig wäre, sofern die konkrete Zulassung und die betrieblichen Vorgaben zur Anwendung passen.
Wichtig ist dabei: „Eigensicher“ ist keine allgemeine Qualitätsaussage, sondern eine konkrete sicherheitstechnische Eigenschaft mit Bezug auf die Zulassung. Anwender sollten deshalb immer auf die vollständige Kennzeichnung, die Betriebsanleitung, die zulässigen Einsatzbereiche und die vorgegebenen Messleitungen beziehungsweise Zubehörteile achten.
Auch ein eigensicheres Multimeter muss korrekt verwendet werden. Die Zulassung ersetzt nicht die Gefährdungsbeurteilung, die Freigabe der Arbeitsstelle, die Beachtung betrieblicher Ex-Schutz-Dokumente oder die Qualifikation der ausführenden Person.
ATEX-Zonen verstehen: Zone 0, Zone 1, Zone 2 und Staub-Ex-Bereiche
Explosionsgefährdete Bereiche werden je nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens explosionsfähiger Atmosphäre in Zonen eingeteilt. Bei Gasen, Dämpfen und Nebeln unterscheidet man typischerweise Zone 0, Zone 1 und Zone 2. Bei brennbaren Stäuben spricht man von Zone 20, Zone 21 und Zone 22.
Diese Zoneneinteilung ist entscheidend für die Auswahl geeigneter Geräte. Ein Messgerät muss für den Bereich zugelassen sein, in dem es verwendet wird. Wenn ein Multimeter in Zone 1 eingesetzt werden soll, reicht ein normales Industriemultimeter nicht aus. Es muss ein Gerät verwendet werden, dessen Ex-Zulassung diesen Einsatz abdeckt.
| Bereich | Typische Bedeutung | Relevanz für das Multimeter |
|---|---|---|
| Zone 0 | Explosionsfähige Gasatmosphäre ist ständig, über lange Zeit oder häufig vorhanden | Nur entsprechend zugelassene Geräte dürfen eingesetzt werden |
| Zone 1 | Explosionsfähige Gasatmosphäre kann im Normalbetrieb gelegentlich auftreten | Eigensicheres Multimeter kann erforderlich sein |
| Zone 2 | Explosionsfähige Gasatmosphäre tritt normalerweise nicht oder nur kurzzeitig auf | Ex-Zulassung muss trotzdem zur Zone passen |
| Zone 20 / 21 / 22 | Bereiche mit explosionsfähiger Staubatmosphäre | Staub-Ex-Zulassung und Geräteeignung prüfen |
In der Praxis sollte die Zone nicht geschätzt werden. Sie ergibt sich aus der Anlagendokumentation, dem Explosionsschutzdokument und der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung. Für die Auswahl des Multimeters ist daher wichtig, dass Instandhaltung, Elektrofachkraft und Anlagenbetreiber dieselbe Grundlage verwenden.
Typische Anwendungen in Chemie, Pharma, Öl & Gas und Prozessindustrie
Ex-Multimeter werden überall dort benötigt, wo elektrische Messungen innerhalb explosionsgefährdeter Bereiche durchgeführt werden müssen. Das betrifft häufig Prozessanlagen, in denen Sensorik, Aktorik und Messumformer direkt in oder nahe an Ex-Zonen installiert sind.
In der chemischen Industrie können Messungen an Prozessmessstellen, Schaltsignalen, Ventilsteuerungen oder 4–20-mA-Stromschleifen erforderlich sein. In der Pharmaindustrie geht es oft um Produktionsbereiche mit Lösemitteln, Reinigungsprozessen oder explosionsfähigen Dämpfen. In Öl & Gas, Raffinerien und Tanklagern sind Ex-Bereiche durch brennbare Gase und Dämpfe besonders häufig.
Auch Staub-Ex-Bereiche sollten nicht unterschätzt werden. In der Nahrungsmittelindustrie, bei Pulvern, Granulaten, Mehl, Zucker, Holzstaub oder chemischen Stäuben können explosionsfähige Staubatmosphären entstehen. Dort ist nicht nur die Gaszulassung relevant, sondern auch die Eignung für Staub-Ex-Bereiche.
Typische Aufgaben sind Fehlersuche an Messkreisen, Prüfung von Versorgungsspannungen, Durchgangsprüfung, Widerstandsmessung, Diagnose von Sensorleitungen, Kontrolle von Signalen oder Vergleichsmessungen im Rahmen von Wartung und Inbetriebnahme. Entscheidend ist, dass diese Arbeiten mit einem Messgerät durchgeführt werden, das für den jeweiligen Ex-Bereich zugelassen ist.
Welche Messgrößen werden im Ex-Bereich typischerweise geprüft?
Ein Digitalmultimeter wird im Ex-Bereich häufig für klassische elektrische Messgrößen eingesetzt. Dazu gehören Spannung, Strom, Widerstand, Durchgang, Frequenz oder Diodenprüfung. Je nach Messgerät können weitere Funktionen hinzukommen, etwa Min-/Max-Werte, Peak-Erfassung, Relativmessung, Filterfunktionen oder Datenaufzeichnung.
Besonders häufig sind Messungen an 24-V-DC-Versorgungen, Signalstromkreisen, 4–20-mA-Schleifen, Schaltkontakten, Sensorleitungen und Steuerkreisen. In Prozessanlagen muss beispielsweise geprüft werden, ob ein Messumformer korrekt versorgt wird, ob ein Analogsignal plausibel ist oder ob ein Kabelbruch vorliegt.
Bei der Strommessung ist besondere Vorsicht erforderlich. Je nach Messaufgabe kann der Messkreis geöffnet werden müssen, wenn der Strom direkt in Reihe gemessen wird. In Ex-Bereichen ist jede Änderung an einem Stromkreis sicherheitstechnisch zu bewerten. Deshalb sollte vor der Messung klar sein, ob direkt gemessen werden darf, ob eine Schleifenmessung vorgesehen ist oder ob ein anderes Prüfverfahren sicherer ist.
Widerstands- und Durchgangsmessungen sind ebenfalls nur unter geeigneten Bedingungen durchzuführen. An unter Spannung stehenden Stromkreisen oder in sicherheitsrelevanten Messkreisen können falsche Messarten gefährlich sein oder Geräte beschädigen. Die Messfunktion muss daher immer zur konkreten Aufgabe passen.
Warum TRMS-Messung in industriellen Anlagen wichtig ist
In industriellen Anlagen sind elektrische Signale nicht immer ideal sinusförmig. Frequenzumrichter, Schaltnetzteile, elektronische Steuerungen, Ventilansteuerungen und getaktete Verbraucher können verzerrte Spannungs- oder Stromformen erzeugen. Ein einfaches Multimeter kann bei solchen Signalen ungenaue Werte anzeigen, wenn es nicht für echte Effektivwertmessung geeignet ist.
TRMS bedeutet True Root Mean Square, also echte Effektivwertmessung. Ein TRMS-Multimeter kann auch bei nicht sinusförmigen Signalen wesentlich zuverlässigere Werte liefern als ein einfaches Mittelwertmessgerät. Gerade bei Fehlersuche in modernen Industrieanlagen ist das wichtig, weil sonst scheinbar unplausible Spannungen oder Ströme angezeigt werden können.
In Ex-Bereichen ist das besonders relevant, weil Fehlersuche dort oft unter erschwerten Bedingungen stattfindet. Der Messvorgang soll möglichst eindeutig, sicher und effizient sein. Wenn das Messgerät aufgrund ungeeigneter Messmethode falsche Werte anzeigt, kann dies zu unnötigen Eingriffen, falschen Diagnosen oder zusätzlichen Arbeiten im Ex-Bereich führen.
Ein eigensicheres TRMS-Digitalmultimeter ist daher vor allem dort sinnvoll, wo moderne Prozessinstrumentierung, Frequenzumrichter, elektronische Steuerungen oder gemischte AC/DC-Signale geprüft werden müssen.
Spannung, Strom und Widerstand im Ex-Bereich sicher messen
Bei Spannungsmessungen im Ex-Bereich wird häufig geprüft, ob eine Versorgung anliegt, ob ein Sensor korrekt gespeist wird oder ob ein Signal plausibel ist. Dabei muss nicht nur der Messbereich des Multimeters stimmen, sondern auch die Messkategorie, die zulässige Spannung, die Ex-Zulassung und der Zustand der Messleitungen.
Bei Strommessungen ist zu klären, ob der Strom direkt, indirekt oder über eine vorhandene Prüfschnittstelle gemessen wird. Eine direkte Strommessung über die Multimeterbuchsen kann bei falschem Anschluss zu Kurzschlüssen oder Sicherungsauslösung führen. Im Ex-Bereich kann ein solcher Fehler deutlich schwerwiegender sein als in einer normalen Werkstattumgebung.
Widerstands- und Durchgangsmessungen sind vor allem bei Fehlersuche an Leitungen, Kontakten oder Sensoranschlüssen hilfreich. Sie dürfen jedoch nur durchgeführt werden, wenn die Anlage beziehungsweise der Stromkreis dafür freigegeben ist. Ein Widerstandsmessbereich legt selbst eine Messspannung beziehungsweise Messenergie an den Stromkreis. Das muss zur Anwendung passen.
| Messaufgabe | Typische Anwendung | Worauf besonders zu achten ist |
|---|---|---|
| Spannungsmessung | Versorgung, Signalpegel, Steuerkreise | Messkategorie, Ex-Zulassung, richtige Buchsen und Messleitungen |
| Strommessung | 4–20-mA-Schleifen, Sensorstrom, Steuerstrom | Messkreis, Sicherungen, Anschlussfehler, Freigabe |
| Widerstandsmessung | Leitungen, Kontakte, Sensoren | Nur an geeigneten und freigegebenen Stromkreisen messen |
| Durchgangsprüfung | Kabelprüfung, Kontaktprüfung | Keine Messung an spannungsführenden Stromkreisen |
| Frequenzmessung | Signale, Ansteuerungen, Versorgung | Signalform, Messbereich und Interpretation prüfen |
Ein sicheres Messergebnis entsteht nicht allein durch das richtige Gerät. Auch Messmethode, Arbeitsfreigabe, Zubehör und Bedienung müssen stimmen. Besonders bei Ex-Anwendungen sollte die Messung deshalb vorbereitet und nicht improvisiert werden.
Wann ist ein Multimeter für Zone 1 erforderlich?
Ein Multimeter für Zone 1 ist erforderlich, wenn die Messung tatsächlich in einem Bereich durchgeführt wird, in dem im Normalbetrieb gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann und die Zoneneinteilung entsprechende Anforderungen stellt. In solchen Fällen darf nicht einfach ein normales Digitalmultimeter verwendet werden.
Typische Beispiele sind Messungen an Feldgeräten in Prozessanlagen, an Klemmenkästen in Ex-Bereichen, an Messumformern, Sensorleitungen oder Steuerkreisen in der Nähe von Behältern, Rohrleitungen, Abfüllanlagen, Reaktoren oder Tanklagern. Auch wenn die Messung nur kurz dauert, bleibt die Anforderung an das eingesetzte Gerät bestehen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Messung innerhalb und außerhalb des Ex-Bereichs. Wenn ein Signal außerhalb der Zone in einem sicheren Schaltraum gemessen wird, kann ein anderes Messgerät zulässig sein als bei einer Messung direkt im Ex-Bereich. Diese Entscheidung hängt jedoch von der Anlagenstruktur, den Trennbarrieren, der Verdrahtung und der betrieblichen Freigabe ab.
In Zweifelsfällen sollte nicht nach Gefühl entschieden werden. Die Zone, die Gerätezulassung und die Arbeitsfreigabe müssen eindeutig sein. Ein eigensicheres Multimeter schafft hier Sicherheit, wenn Messungen regelmäßig innerhalb von Ex-Zonen durchgeführt werden müssen.
Warum ein normales Multimeter im Ex-Bereich nicht ausreicht
Ein normales Digitalmultimeter kann elektrisch sicher und für hohe Messkategorien ausgelegt sein, aber dennoch keine Ex-Zulassung besitzen. Die elektrische Sicherheit nach Messkategorie und die Eignung für explosionsgefährdete Bereiche sind zwei unterschiedliche Themen. CAT III oder CAT IV beschreibt nicht automatisch die Zulässigkeit in einer Ex-Zone.
Das ist ein häufiger Irrtum in der Praxis. Ein Multimeter mit 1000 V CAT III oder 600 V CAT IV kann für Messungen an elektrischen Anlagen sehr gut geeignet sein. Wenn es aber nicht für den jeweiligen Ex-Bereich zugelassen ist, darf es dort nicht eingesetzt werden. Umgekehrt muss ein Ex-Multimeter ebenfalls die elektrische Messaufgabe sicher erfüllen. Beide Anforderungen müssen zusammenpassen.
Ein weiterer Punkt ist das Zubehör. Selbst wenn das Multimeter eigensicher ist, müssen auch Messleitungen, Prüfspitzen und Zubehör zur Anwendung und zur Zulassung passen. Falsche oder beschädigte Messleitungen können die Sicherheit des gesamten Messaufbaus beeinträchtigen.
Für Betriebe bedeutet das: Die Beschaffung eines Ex-Multimeters sollte nicht nur durch die Elektrowerkstatt erfolgen, sondern idealerweise in Abstimmung mit Ex-Schutz-Verantwortlichen, Instandhaltung und Arbeitssicherheit.
Messleitungen, Zubehör und Anschlussfehler nicht unterschätzen
Viele Messfehler und Sicherheitsprobleme entstehen nicht durch das Multimeter selbst, sondern durch falsches Zubehör oder falsche Anschlusswahl. Ein typischer Fehler ist, dass die Messleitung noch in der Strombuchse steckt, obwohl anschließend eine Spannungsmessung durchgeführt wird. Bei normalen Messungen kann das bereits kritisch sein. Im Ex-Bereich ist eine solche Situation besonders problematisch.
Deshalb sind klare Buchsenkennzeichnung, sichere Klemmenanordnung und gut erkennbare Anschlussführung wichtig. Auch der Zustand der Messleitungen muss regelmäßig geprüft werden. Beschädigte Isolierungen, verbogene Prüfspitzen, lose Stecker oder ungeeignete Adapter dürfen im Ex-Bereich nicht verwendet werden.
Zubehör sollte nicht beliebig gemischt werden. Wenn ein Gerät mit bestimmten Messleitungen, Sicherungen oder Zubehörteilen zugelassen ist, sollten diese Vorgaben beachtet werden. Besonders bei eigensicheren Geräten kann ungeeignetes Zubehör die Sicherheit oder die Zulässigkeit beeinflussen.
In der Praxis lohnt es sich, ein Ex-Multimeter als vollständiges Messsystem zu betrachten: Gerät, Messleitungen, Zubehör, Tasche, Dokumentation, Kalibrierstatus und Bedienungsanleitung gehören zusammen. So wird vermieden, dass im Einsatz improvisiert werden muss.
Grenzen und organisatorische Anforderungen bei Ex-Messungen
Auch ein eigensicheres Digitalmultimeter macht eine Messung nicht automatisch zulässig. Vor jeder Arbeit im Ex-Bereich müssen die betrieblichen Vorgaben beachtet werden. Dazu gehören Arbeitsfreigaben, Zoneneinteilung, Anlagenzustand, Freischaltung, Gasfreimessung, persönliche Schutzausrüstung und gegebenenfalls besondere Vorgaben des Explosionsschutzdokuments.
Das Multimeter ist nur ein Teil des Sicherheitskonzepts. Ebenso wichtig ist die Qualifikation der Person, die die Messung durchführt. Wer in Ex-Bereichen misst, muss wissen, welche Messarten zulässig sind, welche Stromkreise eigensicher sind, wie Barrieren oder Trennverstärker wirken und welche Arbeiten eine zusätzliche Freigabe benötigen.
Auch der Zustand des Multimeters spielt eine Rolle. Ein beschädigtes Gehäuse, defekte Buchsen, falsche Sicherungen, nicht zugelassene Messleitungen oder ein unklarer Kalibrierstatus können die Verwendbarkeit einschränken. Deshalb sollten Ex-Messgeräte regelmäßig geprüft, sauber gelagert und eindeutig gekennzeichnet werden.
In vielen Betrieben ist es sinnvoll, Ex-Multimeter gesondert zu verwalten. Dadurch ist klar, welche Geräte für Ex-Bereiche vorgesehen sind, welche Zubehörteile dazugehören und wann die nächste Prüfung oder Kalibrierung erforderlich ist.
Typische Fehler beim Messen in explosionsgefährdeten Bereichen
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass ein hochwertiges Industriemultimeter automatisch für Ex-Bereiche geeignet ist. Das ist nicht der Fall. Ohne passende Ex-Zulassung darf es in einer Ex-Zone nicht eingesetzt werden, auch wenn es elektrisch robust und für hohe Messkategorien ausgelegt ist.
Ein weiterer Fehler ist die unklare Messstelle. Wird direkt im Ex-Bereich gemessen oder außerhalb im Schaltraum? Ist der Stromkreis eigensicher getrennt? Welche Zone liegt vor? Ohne diese Informationen kann nicht entschieden werden, welches Messgerät zulässig ist.
Auch falsche Messfunktionen sind kritisch. Eine Strommessung wird anders angeschlossen als eine Spannungsmessung. Eine Widerstandsmessung darf nicht an einem aktiven Stromkreis durchgeführt werden. Wenn Messleitungen falsch gesteckt sind oder die falsche Funktion gewählt wird, kann dies zu Kurzschlüssen, Geräteschäden oder gefährlichen Situationen führen.
Schließlich wird häufig das Zubehör unterschätzt. Nicht zugelassene Prüfspitzen, beschädigte Leitungen oder improvisierte Adapter haben im Ex-Bereich nichts zu suchen. Die Sicherheit hängt immer vom gesamten Messaufbau ab.
Passendes Produkt: MTX 3297Ex eigensicheres Digitalmultimeter
Für elektrische Messungen in explosionsgefährdeten Bereichen ist das MTX 3297Ex eigensichere Effektivwert-Multimeter eine passende Lösung. Das Gerät ist für den Einsatz in Ex-Bereichen entwickelt und eignet sich für industrielle Wartung, Fehlersuche und Serviceaufgaben in anspruchsvollen Prozessumgebungen.
Besonders relevant sind die eigensichere Ausführung, die ATEX-/IECEx-Eignung, TRMS AC+DC-Erfassung, hohe Anzeigeauflösung und die robuste Bauweise. Dadurch eignet sich das Gerät für Anwender, die nicht nur ein Standardmultimeter benötigen, sondern ein Messgerät für explosionsgefährdete Bereiche einsetzen müssen.
Die Produktseite nennt unter anderem eine Zertifizierung für ATEX/IECEx IIC bei Gas-Ex-Bereichen, Staub-Ex-Bereiche und Bergbauanwendungen. Außerdem werden TRMS AC+DC-Erfassungen, 60.000 Digits, 100 kHz Bandbreite, hohe Auflösung und eine sichere Klemmenleiste zur Vermeidung von Anschlussfehlern aufgeführt.
Damit passt das MTX 3297Ex besonders gut zu Anwendungen in Chemie, Pharma, Öl & Gas, Tanklagern, Prozessindustrie, industrieller Instandhaltung und Bereichen, in denen elektrische Messungen direkt in Ex-Zonen erforderlich sind.
Praxisbeispiel: Fehlersuche an einem Messkreis in Zone 1
In einer chemischen Anlage fällt ein analoges Messsignal sporadisch aus. Der betroffene Messumformer befindet sich in einem als Zone 1 eingestuften Bereich. Im Schaltraum zeigt die SPS unplausible Werte. Zunächst ist nicht klar, ob der Fehler am Messumformer, an der Versorgung, an der Leitung oder an der Eingangskarte liegt.
Da Messungen direkt an der Feldinstallation erforderlich sind, wird ein eigensicheres Digitalmultimeter verwendet. Zuerst wird die Arbeitsfreigabe geprüft und die Messstelle mit den betrieblichen Ex-Vorgaben abgeglichen. Anschließend wird die Versorgungsspannung am Messumformer gemessen. Danach wird der Signalstrom geprüft und mit dem erwarteten Prozesswert verglichen.
Die Messung zeigt, dass die Versorgung stabil ist, das Signal jedoch bei bestimmten Bewegungen an einer Kabelverschraubung kurzzeitig ausfällt. Die Ursache liegt nicht im Messumformer, sondern in einer beschädigten Leitung beziehungsweise in einer mechanisch belasteten Anschlussstelle.
Ohne ein geeignetes Ex-Multimeter wäre die Fehlersuche direkt in der Zone nicht zulässig gewesen. Das Beispiel zeigt, dass ein eigensicheres Multimeter nicht nur eine formale Anforderung erfüllt, sondern in der Praxis eine sichere und zielgerichtete Diagnose im Ex-Bereich ermöglicht.
Fazit: Im Ex-Bereich entscheidet die Zulassung über den sicheren Einsatz
Ein Digitalmultimeter für explosionsgefährdete Bereiche muss mehr leisten als ein normales Industriemultimeter. Neben elektrischer Sicherheit, Messgenauigkeit und robuster Bauweise ist vor allem die passende Ex-Zulassung entscheidend. CAT III, CAT IV oder TRMS allein reichen nicht aus, wenn direkt in einer Ex-Zone gemessen werden soll.
Ein eigensicheres Multimeter ist erforderlich, wenn elektrische Messungen in explosionsgefährdeten Bereichen durchgeführt werden und die Zoneneinteilung beziehungsweise die betriebliche Gefährdungsbeurteilung dies verlangt. Besonders in Chemie, Pharma, Öl & Gas, Tanklagern und Prozessanlagen ist diese Anforderung häufig relevant.
Mit einem ATEX-Digitalmultimeter wie dem MTX 3297Ex lassen sich elektrische Messungen in entsprechenden Ex-Bereichen sicherer und normgerecht vorbereiten. Trotzdem bleibt wichtig: Gerät, Zubehör, Arbeitsfreigabe, Messmethode und Qualifikation müssen zusammenpassen. Nur dann ist die Messung im Ex-Bereich fachgerecht und nachvollziehbar.
FAQ: Häufige Fragen zu ATEX-Digitalmultimetern
Was ist ein ATEX-Digitalmultimeter?
Ein ATEX-Digitalmultimeter ist ein Multimeter, das für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen entsprechend zugelassen ist. Es ist so ausgelegt, dass es unter den definierten Einsatzbedingungen keine unzulässige Zündquelle darstellt.
Wann brauche ich ein eigensicheres Multimeter?
Ein eigensicheres Multimeter wird benötigt, wenn elektrische Messungen direkt in einem explosionsgefährdeten Bereich durchgeführt werden müssen und die Zoneneinteilung beziehungsweise die betriebliche Gefährdungsbeurteilung ein entsprechend zugelassenes Gerät verlangt.
Darf ich ein normales Multimeter in Zone 1 verwenden?
Nein, ein normales Multimeter darf in Zone 1 nicht verwendet werden, wenn es keine passende Ex-Zulassung für diesen Bereich besitzt. Auch ein hochwertiges Industriemultimeter ist ohne entsprechende Zulassung nicht automatisch geeignet.
Was bedeutet eigensicher bei einem Multimeter?
Eigensicher bedeutet, dass die elektrische Energie in den relevanten Stromkreisen so begrenzt ist, dass unter definierten Bedingungen keine wirksame Zündquelle entstehen soll. Die genaue Eignung ergibt sich aus der Zulassung und der Kennzeichnung des Geräts.
Welche Messungen sind mit einem Ex-Multimeter möglich?
Je nach Gerät können typische Messungen wie Spannung, Strom, Widerstand, Durchgang, Frequenz oder Diodenprüfung durchgeführt werden. Entscheidend ist, dass die Messfunktion, der Messkreis und die Ex-Zulassung zur jeweiligen Anwendung passen.
Warum ist TRMS im Ex-Bereich sinnvoll?
TRMS ist wichtig, wenn nicht sinusförmige Signale gemessen werden. In industriellen Anlagen mit Frequenzumrichtern, Schaltnetzteilen oder elektronischen Steuerungen liefert ein TRMS-Multimeter zuverlässigere Effektivwerte als ein einfaches Messgerät.
Reicht CAT III oder CAT IV für Ex-Bereiche aus?
Nein. CAT III oder CAT IV beschreibt die elektrische Messkategorie, aber nicht die Zulassung für explosionsgefährdete Bereiche. Für Ex-Zonen ist zusätzlich eine passende Ex-Zulassung erforderlich.
Müssen auch Messleitungen Ex-geeignet sein?
Ja, Zubehör und Messleitungen müssen zur Anwendung und zu den Vorgaben des Geräts passen. Beschädigte, ungeeignete oder nicht zugelassene Messleitungen können die Sicherheit des Messaufbaus beeinträchtigen.
Welche Branchen benötigen Ex-Multimeter besonders häufig?
Ex-Multimeter werden besonders häufig in Chemie, Pharma, Öl & Gas, Tanklagern, Raffinerien, Lackierbereichen, Silos, Staub-Ex-Bereichen und der Prozessindustrie eingesetzt.
Welches Produkt eignet sich als Ex-Digitalmultimeter?
Das MTX 3297Ex eigensichere Effektivwert-Multimeter eignet sich für elektrische Messungen in explosionsgefährdeten Bereichen. Es ist für industrielle Wartung und Fehlersuche in Ex-Umgebungen ausgelegt und bietet unter anderem TRMS AC+DC-Erfassung, hohe Auflösung und robuste Ausführung.
