Temperaturdatenlogger mit Pt100 oder Thermoelement: Fühler richtig auswählen

Pt100 Temperaturmessung mit dem testo 176T2 Datenlogger an zwei industriellen Messstellen
→ Produktkategorie: Temperatur-Datenlogger

 

Bei der Auswahl eines Temperaturdatenloggers konzentrieren sich viele Anwender zunächst auf Speichergröße, Messkanäle, Batterielaufzeit und Software. Für die tatsächliche Qualität der Temperaturaufzeichnung ist jedoch der angeschlossene Fühlertyp mindestens ebenso wichtig.

Ein Pt100-Fühler bietet häufig Vorteile bei Genauigkeit, Langzeitstabilität und reproduzierbaren Messungen im niedrigen und mittleren Temperaturbereich. Thermoelemente können dagegen sehr kompakt aufgebaut werden, schnell reagieren und deutlich höhere Temperaturen erfassen.

Die Entscheidung darf jedoch nicht allein anhand des maximalen Temperaturbereichs getroffen werden. Fühlerbauform, Leitungslänge, Eintauchtiefe, Ansprechzeit, Anschlussart, Kalibrierung und die vom Logger unterstützten Sensortypen bestimmen gemeinsam, ob die Messwerte für Labor, Qualitätssicherung oder Industrieprozess tatsächlich geeignet sind.

Inhaltsverzeichnis

Pt100 und Thermoelement: grundlegender Unterschied

Ein Pt100 ist ein Widerstandsthermometer. Sein elektrischer Widerstand verändert sich mit der Temperatur. Die Bezeichnung Pt100 bedeutet, dass das Messelement bei 0 °C einen Nennwiderstand von 100 Ohm besitzt.

Der Datenlogger misst den Widerstand, berücksichtigt die genormte Kennlinie und berechnet daraus die Temperatur. Pt100-Fühler werden besonders häufig eingesetzt, wenn eine hohe Genauigkeit und gute Reproduzierbarkeit erforderlich sind.

Ein Thermoelement besteht dagegen aus zwei unterschiedlichen metallischen Leitern. An ihrer Verbindungsstelle entsteht eine temperaturabhängige Thermospannung. Der Logger misst diese sehr kleine Spannung und berechnet daraus mithilfe der Kennlinie des eingestellten Thermoelementtyps die Temperatur.

Für eine korrekte Thermoelementmessung muss zusätzlich die Temperatur an der Anschlussstelle berücksichtigt werden. Diese Funktion wird als Kaltstellenkompensation bezeichnet und ist normalerweise im geeigneten Thermoelement-Datenlogger integriert.

Pt100 und Thermoelement direkt vergleichen

Kriterium Pt100 Thermoelement
Messprinzip Temperaturabhängiger elektrischer Widerstand Temperaturabhängige Thermospannung zweier Metalle
Typische Stärke Genauigkeit, Stabilität und Reproduzierbarkeit Großer Temperaturbereich, robuste und schnelle Bauformen
Typische Anwendung Labor, Kühltechnik, Qualitätssicherung und präzise Prozessmessung Öfen, Abgase, Maschinen, Oberflächen und schnelle Temperaturänderungen
Hohe Temperaturen Durch Fühler und Isolation begrenzt Je nach Typ und Bauform deutlich über 1.000 °C möglich
Niedrige Temperaturen Sehr gut für genaue Messungen geeignet Typ T und K können ebenfalls tiefe Temperaturen erfassen
Ansprechzeit Abhängig von Sensorelement, Schutzrohr und Durchmesser Sehr schnelle Ausführungen mit freier oder dünner Messstelle möglich
Leitungseinfluss Leitungswiderstand muss durch geeignete Schaltung berücksichtigt werden Passende Ausgleichs- oder Thermoleitung und korrekte Polarität erforderlich
Langzeitstabilität In vielen Anwendungen sehr gut Abhängig von Typ, Temperatur und thermischer Belastung

Die Tabelle beschreibt allgemeine Eigenschaften. Ein dünner Pt100-Fühler kann schneller reagieren als ein massives Thermoelement im dicken Schutzrohr. Ebenso kann ein hochwertiges Thermoelement für eine bestimmte Anwendung geeigneter sein als ein unpassend eingebauter Pt100.

Wann ist ein Pt100-Datenlogger sinnvoll?

Ein Pt100-Datenlogger eignet sich besonders für Messaufgaben, bei denen kleine Temperaturunterschiede zuverlässig erkannt und über längere Zeiträume verglichen werden sollen.

Typische Anwendungen sind:

  • Kühl- und Gefrierbereiche,
  • Labor- und Prüfkammern,
  • Wasser- und Ölbäder,
  • Lebensmittel- und Pharmaanwendungen,
  • Vergleich mehrerer Klimazonen,
  • Qualitätssicherung und Validierung,
  • Prozessüberwachung im niedrigen und mittleren Temperaturbereich.

Pt100-Fühler sind häufig die erste Wahl, wenn eine Messabweichung von wenigen Zehntelgrad relevant ist. Die erreichbare Genauigkeit hängt jedoch von der Fühlerklasse, dem Logger, der Verdrahtung und der Einbausituation ab.

Auch bei einem Pt100-Datenlogger muss der konkrete Fühler zum Temperaturbereich passen. Kabelisolierung, Anschlussstecker, Schutzrohr und Vergussmasse können einen deutlich kleineren Einsatzbereich besitzen als das eigentliche Pt100-Messelement.

Wann ist ein Thermoelement-Datenlogger sinnvoll?

Thermoelement-Datenlogger sind besonders geeignet, wenn hohe Temperaturen, schnelle Änderungen oder mehrere robuste Messstellen gleichzeitig erfasst werden sollen.

Typische Anwendungen sind:

  • Industrie- und Laboröfen,
  • Wärmebehandlungsprozesse,
  • Abgas- und Rauchgastemperaturen,
  • Motoren, Getriebe und Maschinenoberflächen,
  • Heizplatten und Werkzeuge,
  • Temperaturprofile während Aufheizung und Abkühlung,
  • Vergleich von Vorlauf- und Rücklauftemperaturen.

Thermoelemente können sehr klein und mit geringer thermischer Masse gefertigt werden. Dadurch lassen sich schnelle Temperaturänderungen erfassen. Bei hohen Temperaturen muss jedoch geprüft werden, ob Messdraht, Isolation, Mantelwerkstoff und Stecker dauerhaft geeignet sind.

Der Logger muss ausdrücklich für den verwendeten Thermoelementtyp konfiguriert sein. Typ K, J, T und N besitzen unterschiedliche Kennlinien. Eine falsche Einstellung erzeugt möglicherweise plausible, aber technisch falsche Messwerte.

Thermoelement Typ K, J, T und N auswählen

Thermoelementtyp Typische Stärke Häufige Anwendung Wichtiger Hinweis
Typ K Großer Einsatzbereich und breite Verfügbarkeit Öfen, Maschinen, Abgas, Oberflächen und allgemeine Industrie Fühlerbauform und Logger bestimmen den tatsächlich zulässigen Bereich
Typ J Gut für mittlere und höhere Industrietemperaturen Maschinen, Werkzeuge, Kunststoffverarbeitung und Wärmeprozesse Der nutzbare obere Bereich ist häufig kleiner als bei Typ K
Typ T Gut für niedrige Temperaturen und moderate positive Temperaturen Kälteanlagen, Labor, Lebensmittel und Gefrierprozesse Nicht für sehr hohe Prozesstemperaturen vorgesehen
Typ N Geeignet für erhöhte Temperaturen und anspruchsvolle Langzeitmessungen Öfen, Wärmebehandlung und industrielle Hochtemperaturprozesse Der eingesetzte Logger muss Typ N ausdrücklich unterstützen

Typ K als universeller Thermoelementfühler

Typ K wird sehr häufig eingesetzt und ist in zahlreichen Bauformen erhältlich. Dazu gehören Luft-, Oberflächen-, Einstech-, Einschraub- und Mantelthermoelemente.

Beim testo 176T4 reicht der geräteseitige Messbereich für Typ K von −200 bis +1.000 °C. Der angeschlossene Fühler kann jedoch einen engeren Bereich besitzen.

Typ J für industrielle Temperaturmessungen

Typ J wird unter anderem in Maschinen, Werkzeugen und Industrieprozessen eingesetzt. Beim testo 176T4 reicht der geräteseitige Bereich von −100 bis +750 °C.

Vor allem bei höheren Temperaturen müssen die zulässige Dauerbelastung und die Umgebungsbedingungen des konkreten Fühlers berücksichtigt werden.

Typ T für niedrige Temperaturen

Typ T eignet sich besonders für Kälte-, Labor- und Lebensmittelanwendungen. Beim testo 176T4 kann Typ T von −200 bis +400 °C ausgewertet werden.

Für besonders genaue Messungen im mittleren Temperaturbereich kann dennoch ein Pt100-System vorteilhaft sein. Typ T wird häufig gewählt, wenn ein sehr dünner, schneller oder flexibel verlegbarer Fühler benötigt wird.

Typ N für höhere thermische Belastungen

Typ N wird häufig für industrielle Hochtemperaturanwendungen und längerfristige Messungen bei erhöhten Temperaturen gewählt. Er ist jedoch nicht automatisch mit jedem Thermoelement-Datenlogger kompatibel.

Der testo 176T4 unterstützt ausschließlich die Typen K, J und T. Für Typ N wird daher ein anderer Logger oder ein geeignetes Mehrkanal-Messsystem benötigt.

Messbereich von Logger und Fühler unterscheiden

Für die Temperaturmessung gelten immer mehrere Grenzbereiche:

  • Messbereich des Logger-Eingangs,
  • Messbereich des Sensorelements,
  • zulässige Temperatur des Fühlerkabels,
  • zulässige Temperatur des Steckers,
  • zulässige Umgebungstemperatur des Datenloggers.

Der kleinste dieser Bereiche begrenzt die vollständige Messkette.

Ein Thermoelement-Datenlogger kann beispielsweise Temperaturen bis +1.000 °C verarbeiten. Wird ein Fühler mit PTFE-Leitung verwendet, darf dessen Kabel möglicherweise nur einem deutlich kleineren Temperaturbereich ausgesetzt werden.

Der Logger selbst wird normalerweise außerhalb des heißen Prozesses montiert. Nur Fühlerspitze, Mantel oder Schutzrohr werden der hohen Temperatur ausgesetzt.

Ebenso darf ein Pt100-Fühler nicht allein anhand des theoretischen Einsatzbereichs des Messelements ausgewählt werden. Der komplette Fühler einschließlich Kabel und Anschluss entscheidet über die zulässige Temperatur.

Genauigkeit der vollständigen Messkette bewerten

Die Messgenauigkeit ergibt sich nicht allein aus der Spezifikation des Datenloggers. Zu berücksichtigen sind mindestens:

  • Genauigkeit des Logger-Eingangs,
  • Toleranz des Pt100 oder Thermoelements,
  • Auflösung der Anzeige und Speicherung,
  • Leitungs- und Kontaktfehler,
  • Kaltstellenkompensation beim Thermoelement,
  • Kalibrierunsicherheit,
  • Einbau- und Wärmeableitungsfehler.

Ein Logger mit einer Genauigkeit von ±0,2 °C erzeugt nicht automatisch eine Gesamtmessung von ±0,2 °C. Besitzt der angeschlossene Fühler ebenfalls eine Toleranz, müssen die relevanten Beiträge gemeinsam bewertet werden.

Beim testo 176T2 beträgt die Gerätegenauigkeit mit Pt100-Eingang im Bereich von −100 bis +200 °C beispielsweise ±0,2 °C zuzüglich eines Digits. Für die vollständige Messung kommt die Abweichung des angeschlossenen Pt100-Fühlers hinzu.

Bei Thermoelementen kann der relative Fehleranteil bei hohen Temperaturen größer werden. Besonders bei Vergleichen mehrerer Kanäle sollten Fühler aus derselben Toleranzklasse verwendet und möglichst gemeinsam kalibriert werden.

Ansprechzeit und Fühlerdurchmesser

Die Ansprechzeit beschreibt, wie schnell ein Fühler einer Temperaturänderung folgt. Sie wird wesentlich durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Durchmesser der Fühlerspitze,
  • Material und Wandstärke des Schutzrohres,
  • thermische Masse,
  • Wärmeübergang im Gas oder in der Flüssigkeit,
  • Strömungsgeschwindigkeit,
  • Eintauchtiefe und Kontaktfläche.

Ein dünner Mantelfühler reagiert meist schneller als ein massiver Einschraubfühler. Gleichzeitig ist er mechanisch empfindlicher und besitzt möglicherweise eine geringere Druck- oder Vibrationsfestigkeit.

Bei schnellen Ofen- oder Maschinenzyklen kann ein träger Fühler die tatsächlichen Temperaturspitzen stark glätten. Für eine langfristige Lagerraumüberwachung ist dieselbe Dämpfung dagegen häufig unkritisch oder sogar hilfreich.

Thermoelemente ermöglichen sehr schnelle Ausführungen mit kleiner Messstelle. Pt100-Fühler können ebenfalls schnell reagieren, wenn Messelement und Schutzrohr entsprechend klein ausgeführt werden.

Fühlerbauform an die Messaufgabe anpassen

Fühlerbauform Geeignete Messaufgabe Typischer Fehler
Luftfühler Raum-, Schrank- und Klimatemperatur Fühler liegt an einer Wand und misst überwiegend die Oberflächentemperatur
Einstechfühler Lebensmittel, weiche Medien und Proben Zu geringe Einstechtiefe oder Messung zu nahe am Rand
Tauchfühler Flüssigkeiten und Prozessbäder Fühler berührt Boden oder Behälterwand
Oberflächenfühler Rohre, Heizplatten, Motoren und Gehäuse Schlechter Kontakt oder starke Beeinflussung durch Umgebungsluft
Mantelfühler Öfen, Abgas und schnelle Prozessmessung Zu kleiner Biegeradius oder mechanische Überlastung
Einschraubfühler Druckbeaufschlagte Rohrleitungen und Behälter Unzureichende Eintauchtiefe oder zu massives Schutzrohr

Ein Oberflächenfühler misst nicht automatisch die Temperatur des Mediums im Rohr. Zwischen Medium, Rohrwand, Fühler und Umgebung können erhebliche Temperaturunterschiede bestehen.

Bei Flüssigkeiten muss die Fühlerspitze ausreichend tief eintauchen. Eine zu geringe Eintauchtiefe führt zu Wärmeableitung über Schaft und Kabel und kann den Messwert verfälschen.

Leitungslänge und elektrische Anschlüsse

Pt100-Leitungen

Bei Pt100-Fühlern beeinflusst der Widerstand der Anschlussleitung grundsätzlich die Messung. Je nach Messsystem werden Zwei-, Drei- oder Vierleiterschaltungen eingesetzt, um diesen Einfluss unterschiedlich weit zu kompensieren.

Logger und Fühler müssen hinsichtlich Anschluss, Leiterzahl und Kennlinie zusammenpassen. Ein mechanisch passender Stecker bestätigt noch nicht automatisch die elektrische Kompatibilität.

Thermoelementleitungen

Thermoelemente benötigen zum Sensortyp passende Thermo- oder Ausgleichsleitungen. Zusätzliche Übergänge aus anderen Metallen können unerwünschte Thermospannungen erzeugen.

Besonders wichtig sind:

  • richtiger Thermoelementtyp,
  • korrekte Polarität,
  • passender Thermoelementstecker,
  • geeignete Ausgleichsleitung,
  • saubere und stabile Kontaktstellen.

Werden Plus und Minus vertauscht, kann sich der Messwert bei Erwärmung in die falsche Richtung verändern oder erheblich vom tatsächlichen Wert abweichen.

Lange Leitungen sollten außerdem nicht parallel zu leistungsführenden Motor-, Heizungs- oder Frequenzumrichterleitungen verlegt werden. Abschirmung, getrennte Kabelführung und geeignete Erdung können elektrische Störungen reduzieren.

Mehrere Temperaturkanäle richtig einsetzen

Mehrkanal-Datenlogger ermöglichen den zeitgleichen Vergleich mehrerer Messstellen. Typische Beispiele sind:

  • Vorlauf und Rücklauf,
  • Ofenraum und Werkstück,
  • mehrere Ebenen eines Kühlraums,
  • Eintritt und Austritt eines Wärmetauschers,
  • mehrere Positionen in einem Schaltschrank,
  • Referenz- und Prüflingsfühler.

Für aussagekräftige Differenzmessungen sollten die Kanäle zeitlich synchron aufgezeichnet werden. Werden zwei voneinander unabhängige Logger verwendet, können unterschiedliche Uhren, Startzeitpunkte und Messintervalle die Auswertung erschweren.

Auch die Fühler sollten vergleichbar sein. Zwei unterschiedliche Bauformen können bei schnellen Temperaturänderungen verschiedene Werte anzeigen, obwohl beide statisch korrekt messen.

Messtakt und Speicherdauer festlegen

Der Mess- beziehungsweise Speichertakt muss zur Dynamik des Prozesses passen. Ein Intervall von 15 Minuten eignet sich für langfristige Lagerraumüberwachung, ist aber für einen kurzen Aufheizvorgang ungeeignet.

Anwendung Typisches Vorgehen
Lager- und Kühlraum Messintervalle im Minutenbereich
Laborprüfung Sekunden bis Minuten, abhängig von der Temperaturänderung
Maschinenzyklus Deutlich schneller als der kürzeste relevante Prozessabschnitt
Ofenprofil Kurze Intervalle während Aufheizung, Haltezeit und Abkühlung
Langzeitüberwachung Kompromiss aus zeitlicher Auflösung, Speicher und Batterielaufzeit

Ein kurzer Messtakt kann nur dann schnelle Vorgänge sichtbar machen, wenn der Fühler ebenfalls ausreichend schnell reagiert. Ein träger Schutzrohrfühler wird nicht durch eine sekündliche Speicherung zu einem schnellen Sensor.

Logger und Temperaturfühler kalibrieren

Für qualitätsrelevante Messungen sollte die vollständige Messkette kalibriert werden. Dazu gehören Datenlogger, Anschluss und verwendeter Fühler.

Mögliche Kalibrierpunkte richten sich nach der Anwendung. Ein Logger für einen Kühlraum sollte beispielsweise im tatsächlich genutzten niedrigen Temperaturbereich kalibriert werden. Eine ausschließliche Kalibrierung bei Raumtemperatur liefert nur begrenzte Informationen für Messungen bei −40 °C.

Bei austauschbaren Fühlern sollte eindeutig dokumentiert werden:

  • welcher Fühler an welchem Kanal verwendet wird,
  • Serien- oder Identifikationsnummer,
  • Fühlertyp und Toleranzklasse,
  • Kalibrierpunkte und Messunsicherheit,
  • zulässiger Einsatzbereich,
  • nächster Kalibriertermin.

Werden Fühler zwischen mehreren Loggern ausgetauscht, muss geklärt sein, ob der Kalibriernachweis für den einzelnen Fühler oder für die vollständige Kombination gilt.

Typische Auswahl- und Messfehler

Der Loggerbereich wird mit dem Fühlerbereich gleichgesetzt

Der Logger kann bis +1.000 °C messen, das angeschlossene Kabel oder der Fühler ist jedoch nur bis +250 °C freigegeben.

Pt100 wird allein wegen der höheren Genauigkeit gewählt

Der eingesetzte massive Fühler reagiert für den schnellen Maschinenzyklus zu langsam.

Thermoelemente werden ohne Typangabe angeschlossen

Der Logger ist auf Typ K eingestellt, während ein Fühler Typ J verwendet wird. Die angezeigte Temperatur ist falsch.

Thermoelementstecker werden verpolt

Die Thermospannung besitzt die falsche Richtung und die Anzeige reagiert unplausibel.

Ungeeignete Verlängerungsleitung wird verwendet

Normale Kupferleitung und zusätzliche Übergangsstellen erzeugen Fehler in der Thermoelementmessung.

Der Fühler besitzt keinen ausreichenden Kontakt

Ein Oberflächenfühler liegt nur teilweise am Rohr an und wird stark von der Umgebungsluft beeinflusst.

Die Eintauchtiefe ist zu klein

Wärme wird über den Fühlerschaft abgeführt. Der Messwert entspricht nicht der tatsächlichen Mediumtemperatur.

Der Messtakt ist zu lang

Kurze Temperaturspitzen werden zwischen zwei Speicherpunkten nicht erfasst.

Der Messtakt ist kurz, der Fühler aber träge

Viele gespeicherte Werte zeigen nur die verzögerte Reaktion des Fühlers.

Nur der Logger wird kalibriert

Abweichungen des Fühlers und Einflüsse der vollständigen Messkette bleiben unberücksichtigt.

Typische Anwendungen und geeignete Fühlertypen

Anwendung Häufig geeigneter Fühlertyp Begründung
Kühlraum von −30 bis +10 °C Pt100 Hohe Genauigkeit und gute Stabilität
Laborbad von −80 bis +150 °C Pt100 oder Typ T Pt100 für Genauigkeit, Typ T für dünne und schnelle Bauformen
Industrieofen bis +900 °C Thermoelement Typ K Großer Temperaturbereich und robuste Fühler verfügbar
Wärmebehandlung bei dauerhaft hoher Temperatur Typ K oder bei geeignetem Logger Typ N Auswahl nach Temperatur, Atmosphäre und Langzeitstabilität
Vorlauf und Rücklauf einer Heizung Pt100 oder Thermoelement Pt100 für genaue Differenzen, Thermoelement für flexible Servicemessung
Schnelle Oberflächentemperatur an einer Maschine Dünnes Thermoelement Geringe thermische Masse und kurze Reaktionszeit
Qualitätssicherung bei Raumtemperatur Pt100 Reproduzierbare und genaue Messung im moderaten Bereich

Temperaturdatenlogger richtig auswählen

Für die Auswahl werden mindestens folgende Angaben benötigt:

  • minimaler, normaler und maximaler Temperaturbereich,
  • geforderte Genauigkeit und Auflösung,
  • schnelle oder langsam veränderliche Temperatur,
  • Anzahl der gleichzeitig benötigten Messstellen,
  • Luft-, Oberflächen-, Einstech- oder Tauchmessung,
  • Pt100 oder Thermoelementtyp K, J, T beziehungsweise N,
  • erforderliche Fühler- und Kabellänge,
  • Material und Durchmesser der Fühlerspitze,
  • Feuchtigkeit, Staub und Schutzart,
  • Messintervall und Aufzeichnungsdauer,
  • Speicher-, Export- und Softwareanforderungen,
  • Grenzwertalarm und Anzeige vor Ort,
  • Kalibrierpunkte und benötigter Kalibriernachweis.

Eine vollständige Anfrage sollte daher nicht nur „Temperaturdatenlogger bis 500 °C“ lauten. Besser ist beispielsweise:

Vier Messstellen in einem Industrieofen, normaler Bereich 100 bis 450 °C, kurzzeitig maximal 500 °C, Thermoelement Typ K, Mantelfühler Ø 3 mm, Kabellänge 2 m, Messtakt 5 Sekunden und PC-Auswertung.

Welche Messgeräte und Produkte eignen sich?

Temperaturdatenlogger

Die Kategorie Temperatur-Datenlogger umfasst Geräte mit internen Sensoren sowie Anschlüssen für externe Pt100-, NTC- und Thermoelementfühler.

Je nach Ausführung stehen ein oder mehrere Kanäle, unterschiedliche Messbereiche, Schutzarten, Speichergrößen und Auswertemöglichkeiten zur Verfügung.

testo 176T2 für externe Pt100-Fühler

Der testo 176T2 besitzt zwei Eingänge für externe Pt100-Fühler und eignet sich für besonders genaue Temperaturaufzeichnungen an zwei Messstellen.

Zu den wesentlichen Eigenschaften gehören:

  • Messbereich von −100 bis +400 °C,
  • zwei externe Pt100-Kanäle,
  • Genauigkeit des Loggers von ±0,2 °C zwischen −100 und +200 °C zuzüglich eines Digits,
  • Schutzart IP65,
  • Speicher für bis zu zwei Millionen Messwerte,
  • automatische Datensicherung bei leerer Batterie oder Batteriewechsel.

Der Logger ist besonders für Labor, Qualitätssicherung, Kühltechnik und genaue Vergleichsmessungen geeignet. Die Fühler müssen separat und passend zur jeweiligen Bauform ausgewählt werden.

testo 176T4 für vier Thermoelemente

Der testo 176T4 zeichnet bis zu vier Temperaturen gleichzeitig auf und unterstützt Thermoelemente der Typen K, J und T.

Thermoelementtyp Messbereich des Loggers
Typ K −200 bis +1.000 °C
Typ J −100 bis +750 °C
Typ T −200 bis +400 °C

Weitere Eigenschaften sind:

  • vier externe Messkanäle,
  • Auflösung von 0,1 °C,
  • Schutzart IP65,
  • Speicher für bis zu zwei Millionen Messwerte,
  • Messintervall ab einer Sekunde,
  • USB- und SD-Karten-Schnittstelle.

Der testo 176T4 eignet sich für Temperaturprofile, Ofenprozesse, Maschinenmessungen und Mehrkanalaufzeichnungen. Für die Inbetriebnahme wird mindestens ein kompatibler externer Thermoelementfühler benötigt.

testo 176T3 mit robustem Metallgehäuse

Der testo 176T3 besitzt ebenfalls vier Anschlüsse für Thermoelemente der Typen K, J und T.

Sein robustes Metallgehäuse macht ihn besonders interessant für industrielle Prozesskontrollen und anspruchsvolle Umgebungsbedingungen. Der jeweilige Messbereich hängt wie beim testo 176T4 vom ausgewählten Thermoelementtyp ab.

testo 175T3 für zwei Thermoelementkanäle

Der testo 175T3 ist ein kompakter Zweikanal-Logger für Thermoelemente Typ K und Typ T.

Er eignet sich beispielsweise für:

  • Vorlauf- und Rücklaufmessungen,
  • zwei Temperaturstellen an Maschinen,
  • mobile Serviceeinsätze,
  • kleinere Prozess- und Vergleichsmessungen.

Mit Typ K deckt der Logger einen geräteseitigen Bereich von −50 bis +1.000 °C ab, mit Typ T von −50 bis +400 °C.

testo 176T1 mit internem Pt100

Der testo 176T1 besitzt einen internen Pt100-Sensor und ist für die kontinuierliche Überwachung der Umgebungstemperatur vorgesehen.

Er deckt den Bereich von −35 bis +70 °C ab und eignet sich insbesondere für Kühl-, Gefrier- und Lagerräume, wenn kein externer Fühler erforderlich ist.

Fazit: Der Fühler entscheidet über die Qualität der Temperaturaufzeichnung

Pt100-Datenlogger eignen sich besonders für genaue und stabile Messungen im niedrigen und mittleren Temperaturbereich. Typische Einsatzfelder sind Labor, Qualitätssicherung, Kühltechnik und vergleichende Prozessmessungen.

Thermoelement-Datenlogger bieten Vorteile bei hohen Temperaturen, schnellen Änderungen und robusten Mehrkanalmessungen. Typ K ist besonders vielseitig, Typ T eignet sich für niedrige Temperaturen und Typ J für viele industrielle Prozesse. Typ N kann bei geeigneten Messsystemen eine Alternative für erhöhte Temperaturen sein.

Der Messbereich des Loggers darf nicht mit dem zulässigen Bereich des vollständigen Fühlers verwechselt werden. Kabel, Stecker, Isolation und Fühlerbauform können die praktisch nutzbare Temperatur begrenzen.

Auch die Ansprechzeit hängt stärker von Durchmesser, Schutzrohr und Einbau als allein vom Messprinzip ab. Ein schneller Logger kann einen trägen Fühler nicht kompensieren.

Für qualitätsrelevante Anwendungen sollten Logger und Fühler als vollständige Messkette ausgewählt, gekennzeichnet und in den tatsächlich verwendeten Temperaturpunkten kalibriert werden.

Häufige Fragen zu Pt100- und Thermoelement-Datenloggern

Was ist genauer: Pt100 oder Thermoelement?

Im niedrigen und mittleren Temperaturbereich bietet ein Pt100 häufig die höhere Genauigkeit und bessere Langzeitstabilität. Die tatsächliche Genauigkeit hängt jedoch von Logger, Fühlerklasse, Einbau und Kalibrierung ab.

Welcher Fühlertyp eignet sich für einen Ofen bis 900 °C?

Häufig wird ein Thermoelement Typ K eingesetzt. Fühler, Mantelwerkstoff, Isolation und Anschlussleitung müssen für die maximale Temperatur und die Ofenatmosphäre geeignet sein.

Kann ich einen Thermoelementfühler Typ N am testo 176T4 verwenden?

Nein. Der testo 176T4 unterstützt die Thermoelementtypen K, J und T. Für Typ N wird ein entsprechend kompatibler Datenlogger benötigt.

Warum zeigt ein Thermoelement falsche Werte an?

Häufige Ursachen sind ein falsch eingestellter Thermoelementtyp, vertauschte Polarität, ungeeignete Verlängerungsleitungen, schlechte Kontakte oder ein beschädigter Fühler.

Ist ein Thermoelement immer schneller als ein Pt100?

Nein. Die Ansprechzeit wird wesentlich durch die Bauform bestimmt. Ein dünnes Thermoelement kann sehr schnell sein, ein kompakter Pt100-Fühler kann jedoch schneller reagieren als ein massives Thermoelement im Schutzrohr.

Kann der Logger bis 1.000 °C messen, wenn das Kabel nur bis 250 °C geeignet ist?

Der Logger kann das Signal grundsätzlich auswerten, das Kabel darf jedoch nicht oberhalb seines zulässigen Temperaturbereichs eingesetzt werden. Die vollständige Messkette wird durch das schwächste Bauteil begrenzt.

Wie viele Messkanäle benötige ich?

Das richtet sich nach der Aufgabe. Für Vorlauf und Rücklauf genügen zwei Kanäle. Für Ofenprofile, Klimakammern oder räumliche Temperaturverteilungen können vier oder mehr Kanäle erforderlich sein.

Sollten Datenlogger und Fühler gemeinsam kalibriert werden?

Für qualitätsrelevante Messungen ist eine Kalibrierung der vollständigen Messkette sinnvoll. Dadurch werden sowohl die Abweichung des Loggers als auch die des angeschlossenen Fühlers berücksichtigt.

Welche Angaben benötigt ICS Schneider für die Auswahl?

Benötigt werden Temperaturbereich, Genauigkeitsanforderung, Anzahl der Messstellen, gewünschter Fühlertyp, Fühlerbauform, Ansprechzeit, Kabellänge, Umgebungsbedingungen, Messintervall, Aufzeichnungsdauer sowie Anforderungen an Software und Kalibrierung.

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