Feuchteschäden im Lager vermeiden: Wo Sensoren wirklich messen sollten

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Feuchteschäden im Lager entstehen selten gleichmäßig in der gesamten Halle. Häufig treten sie zuerst an bestimmten Stellen auf: an kalten Außenwänden, in schlecht belüfteten Ecken, in Bodennähe, hinter Regalen, in der Nähe von Toren oder in Bereichen mit großen Temperaturschwankungen. Genau dort können Kartonagen weich werden, Metallteile korrodieren, Verpackungen beschädigt werden oder empfindliche Produkte an Qualität verlieren.

Das Problem: Ein zentral montierter Feuchtesensor zeigt oft unkritische Werte, obwohl an anderen Stellen im Lager bereits erhöhte Luftfeuchtigkeit oder sogar Kondensationsrisiko besteht. Wer Feuchtigkeit im Lager zuverlässig überwachen möchte, muss deshalb nicht nur irgendeinen Sensor installieren, sondern die Messstellen richtig auswählen. Dieser Beitrag erklärt, wo Feuchtesensoren wirklich messen sollten, warum mehrere Messpunkte oft sinnvoll sind und welche typischen Fehler bei der Sensorplatzierung vermieden werden sollten.

Passende Lösungen finden Sie unter anderem in den Bereichen Feuchtesensoren, Feuchte-Datenlogger sowie bei Feuchte-Temperatur-Sensoren wie dem IFG80 / ITFG80 Feuchte-Temperatur-Sensor.

Inhaltsverzeichnis

Warum Luftfeuchtigkeit im Lager kritisch ist

Luftfeuchtigkeit wirkt sich direkt auf viele gelagerte Waren, Verpackungen und Bauteile aus. Metallteile können korrodieren, Kartonagen können Feuchte aufnehmen, Papier kann sich wellen, Elektronik kann empfindlich reagieren und hygroskopische Materialien können ihre Eigenschaften verändern. Je nach Produkt reichen bereits länger anhaltende erhöhte Feuchtewerte aus, um Qualität, Funktion oder Verpackungsstabilität zu beeinträchtigen.

Besonders kritisch ist Feuchtigkeit, wenn sie nicht nur kurzfristig auftritt, sondern über Stunden oder Tage bestehen bleibt. Ein kurzer Feuchteanstieg beim Öffnen eines Tores ist nicht automatisch ein Schadenereignis. Wenn sich die Feuchte jedoch in einer Ecke, an einer Außenwand oder hinter einem Regal hält, kann dort ein lokales Mikroklima entstehen. Genau solche Bereiche werden mit einem einzigen zentralen Sensor oft nicht erkannt.

Für viele Lager ist deshalb nicht nur der durchschnittliche Feuchtewert interessant. Entscheidend ist, ob es kritische Teilbereiche gibt. Ein Lager kann im zentralen Gang bei 50 % relativer Luftfeuchte liegen, während an einer kalten Außenwand hinter gelagerten Paletten deutlich höhere Werte auftreten. Die Ware in diesem Bereich ist dann gefährdet, obwohl der zentrale Sensor scheinbar Entwarnung gibt.

Eine zuverlässige Feuchteüberwachung beginnt daher mit dem Verständnis der Lagerstruktur. Raumgröße, Wandaufbau, Dämmung, Luftwechsel, Toröffnungen, Heiz- oder Kühlbereiche, Regalstellung, Warenart und Verpackung beeinflussen, wo Feuchteprobleme entstehen können. Die Sensorplatzierung muss diese Faktoren berücksichtigen.

Warum ein zentraler Feuchtesensor oft nicht ausreicht

In vielen Lagern wird ein einzelner Feuchtesensor zentral im Raum montiert. Das wirkt auf den ersten Blick logisch, weil ein zentraler Sensor einen allgemeinen Raumwert liefert. Für eine grobe Einschätzung kann das ausreichend sein. Für die Vermeidung von Feuchteschäden ist es jedoch oft zu wenig.

Der zentrale Bereich einer Lagerhalle ist häufig besser durchlüftet als Randbereiche. Dort herrscht mehr Luftbewegung, Temperatur und Feuchte sind gleichmäßiger, und der Sensor hängt meist frei im Raum. Kritische Feuchtebereiche entstehen jedoch oft dort, wo die Luft steht oder wo Oberflächen kälter sind als die Raumluft. Genau diese Zonen liegen häufig nicht in der Nähe des zentralen Sensors.

Ein einzelner Sensor liefert deshalb schnell eine falsche Sicherheit. Er zeigt den Wert an seiner eigenen Position, nicht den schlechtesten Wert im Lager. Wenn die Messstelle gut gewählt ist, kann das hilfreich sein. Wenn sie zu repräsentativ für den unkritischen Mittelbereich ist, übersieht sie lokale Risiken.

Besonders problematisch ist das bei hochwertigen oder empfindlichen Waren. Wenn Metallteile, Ersatzteile, Elektronik, Messgeräte, Papierwaren, Verpackungen oder chemische Produkte gelagert werden, sollte die Feuchteüberwachung nicht nur den Durchschnittswert erfassen. Sie sollte auch die Bereiche abdecken, in denen Feuchte am ehesten Schäden verursachen kann.

Relative Feuchte, Temperatur und Taupunkt: Was wirklich zählt

Viele Feuchtesensoren messen die relative Luftfeuchtigkeit. Dieser Wert beschreibt, wie stark die Luft im Verhältnis zur maximal möglichen Wasserdampfmenge bei der aktuellen Temperatur gesättigt ist. Relative Feuchte ist deshalb immer temperaturabhängig. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Kühlt dieselbe Luft ab, steigt die relative Feuchte an.

Genau dieser Zusammenhang ist für Lager besonders wichtig. Eine Lagerhalle kann in der Mitte bei einer unkritischen relativen Feuchte liegen. Wenn die Luft jedoch an einer kalten Außenwand oder in Bodennähe abkühlt, kann die relative Feuchte dort deutlich höher sein. Im Extremfall entsteht Kondensation. Dann wird nicht nur feuchte Luft gemessen, sondern Feuchtigkeit schlägt sich auf Oberflächen nieder.

Deshalb sollten Feuchte und Temperatur gemeinsam betrachtet werden. Ein Feuchtewert ohne Temperatur ist schwer zu bewerten. Zwei Bereiche mit gleicher relativer Feuchte können unterschiedliche Risiken haben, wenn die Oberflächentemperaturen stark abweichen. Umgekehrt kann ein scheinbar moderater Feuchtewert kritisch werden, wenn Bauteile, Wände oder gelagerte Ware deutlich kälter sind als die Raumluft.

Für viele Anwendungen ist zusätzlich der Taupunkt hilfreich. Er zeigt, bei welcher Temperatur die Luft gesättigt wäre und Feuchtigkeit kondensieren könnte. Wenn kalte Oberflächen im Lager nahe am Taupunkt liegen, steigt das Risiko für Kondensat und damit für Korrosion oder Verpackungsschäden.

Messgröße Bedeutung Relevanz im Lager
Relative Luftfeuchte Anteil der Feuchte im Verhältnis zur maximal möglichen Feuchte bei aktueller Temperatur Zeigt, ob die Luft trocken, normal oder kritisch feucht ist
Temperatur Lufttemperatur am Messpunkt Beeinflusst die relative Feuchte und das Kondensationsrisiko
Taupunkt Temperatur, bei der Kondensation beginnen kann Hilft bei der Bewertung kalter Wände, Waren und Oberflächen
Messdauer Zeitlicher Verlauf der Feuchte Zeigt, ob Feuchte nur kurzzeitig oder dauerhaft kritisch ist

Für die Praxis bedeutet das: Ein guter Messpunkt erfasst nicht nur einen schönen Durchschnittswert, sondern zeigt das reale Risiko für die gelagerte Ware. Dazu gehören Temperatur, Feuchte, zeitlicher Verlauf und die Nähe zu kritischen Oberflächen.

Außenwände und kalte Oberflächen: Häufige Ursache für lokale Feuchtenester

Außenwände sind in Lagern besonders häufige Problemzonen. Sie können kälter sein als die Raumluft, insbesondere bei schlechter Dämmung, großen Temperaturunterschieden zwischen innen und außen oder ungleichmäßiger Beheizung. Wenn warme, feuchte Luft auf eine kalte Wand trifft, steigt dort die relative Feuchte lokal an. Bei ungünstigen Bedingungen kann Kondensat entstehen.

Ein Sensor in der Raummitte erkennt dieses Risiko oft nicht. Dort ist die Luft wärmer und besser durchmischt. Direkt an der Außenwand oder hinter einem Regal kann dagegen eine ganz andere Situation herrschen. Besonders kritisch sind Nordwände, schlecht gedämmte Wandbereiche, Sockelzonen, Ecken, Bereiche hinter Paletten und Wandabschnitte, an denen Luft kaum zirkuliert.

Feuchtesensoren sollten deshalb nicht blind direkt auf die Wand gesetzt werden. Ein Sensor, der unmittelbar auf einer kalten Wand sitzt, kann einen sehr lokalen Wandwert erfassen, der nicht unbedingt die Luftbedingungen an der Ware zeigt. Sinnvoll ist oft ein Messpunkt in der Nähe der kritischen Zone, aber so positioniert, dass die Luft im Warenbereich erfasst wird. Bei Verdacht auf Kondensation kann zusätzlich eine Oberflächentemperaturmessung sinnvoll sein.

Wenn Schäden immer wieder an derselben Wandseite auftreten, sollte dort gezielt gemessen werden. Ein Datenlogger kann über mehrere Tage oder Wochen zeigen, ob die Feuchte nachts, bei Wetterwechsel, nach Toröffnungen oder bei bestimmten Betriebszuständen ansteigt. So lässt sich unterscheiden, ob es sich um ein dauerhaftes Problem oder um wiederkehrende Spitzen handelt.

Tore, Rampen und Ladebereiche: Feuchteeintrag durch Luftwechsel

Tore, Verladerampen und Warenannahmen sind typische Eintrittspunkte für Feuchtigkeit. Beim Öffnen eines Tores strömt Außenluft in das Lager. Je nach Jahreszeit kann diese Luft warm und feucht oder kalt und trocken sein. Besonders kritisch sind Übergangszeiten, regnerische Tage, Nebel, hohe Außenluftfeuchte oder häufige Toröffnungen.

In der Nähe von Toren entstehen oft starke Schwankungen. Ein Sensor direkt neben dem Tor kann sehr dynamische Werte anzeigen, die nicht unbedingt den Zustand des gesamten Lagers beschreiben. Gleichzeitig können Waren in Tornähe stärker belastet sein als Waren in der Raummitte. Deshalb sollte entschieden werden, ob ein Sensor einen allgemeinen Lagerwert erfassen soll oder gezielt die Belastung im Ladebereich.

Für die Feuchteüberwachung kann es sinnvoll sein, Torbereiche separat zu erfassen. So wird sichtbar, ob Feuchteereignisse mit Wareneingang, Lkw-Entladung oder häufigem Öffnen zusammenhängen. Wenn Feuchtewerte nach dem Schließen des Tores schnell wieder sinken, ist das Risiko möglicherweise geringer. Wenn sie lange erhöht bleiben, kann eine schlechte Luftführung oder unzureichende Entfeuchtung vorliegen.

Auch die Lagerorganisation spielt eine Rolle. Empfindliche Waren sollten möglichst nicht dauerhaft direkt im Torbereich oder an kalten Rampenzonen stehen. Ein Sensor kann helfen, diese Einschätzung mit Messdaten zu belegen.

Regale, Paletten und blockierte Luftzirkulation

Regale und Paletten verändern die Luftzirkulation im Lager. Zwischen eng gestellten Regalen, hinter hohen Warenstapeln oder direkt an Wänden können Bereiche entstehen, in denen die Luft kaum bewegt wird. Dort kann sich Feuchtigkeit länger halten als im freien Raum.

Das ist besonders relevant, wenn Waren direkt an Außenwänden gelagert werden. Ein kleiner Abstand zwischen Ware und Wand kann bereits einen schlecht belüfteten Zwischenraum erzeugen. Die Luft dort kühlt ab, Feuchte steigt lokal an, und die Ware wird stärker belastet als der zentrale Sensor vermuten lässt.

Sensoren sollten deshalb nicht nur dort montiert werden, wo sie leicht zugänglich sind. Sie sollten auch die Bereiche berücksichtigen, in denen die Luftzirkulation eingeschränkt ist. In manchen Lagern ist ein Messpunkt hinter oder zwischen Regalen deutlich aussagekräftiger als ein Sensor im Hauptgang.

Gleichzeitig darf der Sensor nicht so versteckt montiert werden, dass er nur einen extrem lokalen Sonderzustand misst. Ziel ist eine Messstelle, die den kritischen Warenbereich realistisch abbildet. Bei komplexen Lagerlayouts ist es oft besser, mehrere Messpunkte einzusetzen: einen zentralen Referenzpunkt und zusätzliche Sensoren in bekannten Risikozonen.

Bodennähe und Deckenbereich: Warum die Höhe der Messung wichtig ist

Die Luftfeuchtigkeit kann sich je nach Höhe im Lager unterscheiden. In Bodennähe sind Oberflächen häufig kühler, besonders bei unbeheizten Böden, Rampen, schlecht gedämmten Bodenplatten oder Bereichen mit wenig Luftbewegung. Feuchte kann sich dort anders verhalten als in Kopfhöhe oder im oberen Hallenbereich.

Der Deckenbereich kann ebenfalls relevant sein. Warme Luft steigt nach oben, und je nach Hallenkonstruktion, Dachisolierung und Lüftung können dort andere Temperatur- und Feuchtebedingungen herrschen. In hohen Hallen können sich Schichten bilden. Ein Sensor in zwei Metern Höhe beschreibt dann nicht automatisch den Zustand im oberen Regalbereich oder unter dem Dach.

Die richtige Messhöhe hängt von der Ware ab. Wenn empfindliche Produkte auf Paletten in Bodennähe stehen, sollte mindestens ein Messpunkt die Bedingungen in diesem Bereich erfassen. Wenn Waren in Hochregalen gelagert werden, können zusätzliche Messpunkte in verschiedenen Höhen sinnvoll sein. Besonders bei hohen Hallen ist eine reine Messung auf Augenhöhe oft nicht ausreichend.

Auch Heizungen, Lüftungsauslässe und Luftschleier können die vertikale Verteilung beeinflussen. Ein Sensor direkt im Luftstrom zeigt dann eher die Wirkung der Anlage als die reale Lagerbedingung an der Ware. Deshalb sollten Messpunkte so gewählt werden, dass sie weder durch direkte Luftströme noch durch lokale Wärmequellen verfälscht werden.

Mehrere Messpunkte statt falscher Sicherheit

In vielen Lagern ist ein einzelner Messpunkt zu wenig. Das gilt besonders für große Hallen, unterschiedliche Lagerzonen, Außenwandbereiche, Tore, Hochregale, getrennte Temperaturbereiche oder feuchteempfindliche Waren. Mehrere Messpunkte machen sichtbar, ob das Lager wirklich homogen ist oder ob einzelne Bereiche deutlich abweichen.

Ein sinnvolles Konzept besteht häufig aus einem zentralen Referenzsensor und mehreren zusätzlichen Messpunkten in Risikobereichen. Der zentrale Sensor zeigt den allgemeinen Lagerzustand. Die zusätzlichen Sensoren zeigen, ob es lokale Feuchtenester gibt. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass der Durchschnittswert ein kritisches Teilproblem verdeckt.

Die Anzahl der Messpunkte hängt von Lagergröße, Warenwert, Risikoprofil und gewünschter Dokumentation ab. Für einfache Lager kann ein zusätzlicher Datenlogger an einer kritischen Außenwand bereits wichtige Erkenntnisse liefern. Für größere oder qualitätskritische Lager können mehrere feste Feuchtesensoren mit Datenübertragung sinnvoll sein.

Messpunkt Warum sinnvoll Typischer Nutzen
Zentraler Lagerbereich Referenz für allgemeinen Raumzustand Vergleichswert für andere Messpunkte
Außenwand Erkennt lokale Feuchte durch kalte Oberflächen Früher Hinweis auf Kondensationsrisiko
Tor- oder Rampenbereich Erfasst Feuchteeintrag durch Luftwechsel Bewertung von Wareneingang und Toröffnungen
Regalzwischenraum Erkennt schlechte Luftzirkulation Schutz empfindlicher Ware in dicht gelagerten Bereichen
Bodennähe Erfasst kühle und schlecht belüftete Zonen Wichtig bei Palettenlagerung und Metallteilen
Oberer Regalbereich Erfasst vertikale Unterschiede in hohen Hallen Bewertung von Hochregallagern und Dachnähe

Mehrere Messpunkte sind nicht nur für die Überwachung hilfreich, sondern auch für die Ursachenanalyse. Wenn nur ein Sensor vorhanden ist, bleibt unklar, ob ein Problem lokal oder allgemein ist. Mit mehreren Messpunkten lässt sich erkennen, ob eine Feuchtebelastung von außen, von schlechter Luftverteilung oder von bestimmten Betriebsabläufen kommt.

Datenlogger oder fest installierter Feuchtesensor?

Für die Feuchteüberwachung im Lager gibt es grundsätzlich zwei typische Ansätze: fest installierte Sensoren und mobile oder temporäre Datenlogger. Beide haben ihre Berechtigung. Die richtige Wahl hängt davon ab, ob dauerhaft überwacht oder zunächst analysiert werden soll.

Ein fest installierter Feuchtesensor ist sinnvoll, wenn eine Lagerzone kontinuierlich überwacht und gegebenenfalls an eine Gebäudeleittechnik, SPS, Anzeige oder Alarmierung angebunden werden soll. Solche Sensoren eignen sich besonders für dauerhafte Messstellen, bei denen der Messpunkt bereits bekannt ist und regelmäßig überwacht werden soll.

Ein Datenlogger ist besonders hilfreich, wenn die Ursache eines Problems gesucht wird oder wenn zunächst geprüft werden soll, wo kritische Feuchtewerte auftreten. Er kann über Tage oder Wochen an verschiedenen Stellen eingesetzt werden und zeigt den zeitlichen Verlauf. Dadurch wird sichtbar, ob Feuchtewerte nachts steigen, nach Toröffnungen auftreten, mit Wetteränderungen zusammenhängen oder nur in bestimmten Lagerzonen entstehen.

In der Praxis ist oft eine Kombination sinnvoll. Zunächst werden mit Datenloggern kritische Zonen identifiziert. Anschließend werden an den wichtigsten Punkten feste Sensoren installiert. So wird vermieden, dass dauerhafte Messstellen an unkritischen oder wenig aussagekräftigen Orten montiert werden.

Grenzwerte, Alarmierung und Trendüberwachung

Ein Feuchtesensor ist nur dann wirklich nützlich, wenn die Messwerte richtig bewertet werden. Ein einzelner Grenzwert kann hilfreich sein, reicht aber nicht immer aus. Entscheidend ist auch, wie lange ein Wert überschritten wird und wie sich Feuchte und Temperatur im Zeitverlauf entwickeln.

Für empfindliche Lagerware kann ein kurzzeitiger Feuchteanstieg weniger problematisch sein als eine moderate, aber dauerhaft erhöhte Feuchte. Ein Alarm bei einem festen Grenzwert sollte deshalb zur Ware, zur Verpackung und zum Lagerprozess passen. Wenn der Grenzwert zu niedrig eingestellt ist, entstehen unnötige Alarme. Wenn er zu hoch liegt, werden kritische Entwicklungen zu spät erkannt.

Trendüberwachung ist besonders hilfreich. Steigt die Feuchte jeden Abend an? Bleibt sie nach Toröffnungen lange erhöht? Gibt es Unterschiede zwischen Sommer und Winter? Verändert sich ein Messpunkt nach Umstellung der Regale oder nach Änderung der Lüftung? Solche Fragen lassen sich nur beantworten, wenn die Messwerte gespeichert und nicht nur momentweise abgelesen werden.

Für qualitätsrelevante Lager kann eine dokumentierte Feuchteüberwachung auch intern wichtig sein. Sie zeigt, dass Lagerbedingungen kontrolliert werden und unterstützt die Bewertung bei Reklamationen, Korrosionsfällen oder Verpackungsschäden.

Typische Fehler bei der Sensorplatzierung

Ein häufiger Fehler ist die Montage des Sensors an einer bequemen, aber nicht aussagekräftigen Stelle. Der Sensor hängt dann gut erreichbar im zentralen Gang, misst aber nicht dort, wo Waren gefährdet sind. Das Ergebnis ist ein stabiler Messwert, der die tatsächlichen Risikobereiche nicht abbildet.

Ein weiterer Fehler ist die Montage direkt neben Toren, Heizungen, Lüftungsauslässen oder Fenstern, ohne die Messaufgabe zu klären. Solche Stellen können sinnvoll sein, wenn genau dieser Bereich überwacht werden soll. Sie sind aber ungeeignet, wenn ein allgemeiner Lagerwert gewünscht ist. Der Sensor misst dann lokale Einflüsse statt repräsentativer Lagerbedingungen.

Auch die Montage direkt an kalten Außenwänden kann problematisch sein. Wenn der Sensor zu nah an der Wand sitzt, misst er möglicherweise eine extreme lokale Zone. Das kann für eine Schadensanalyse interessant sein, aber nicht unbedingt für die Bewertung der Luftbedingungen an der Ware. Hier muss klar entschieden werden, ob Wandrisiko, Warenzone oder allgemeiner Raumzustand gemessen werden soll.

Schließlich werden Sensoren häufig zu spät eingesetzt. Erst wenn Schäden sichtbar sind, wird gemessen. Besser ist es, Feuchteverläufe frühzeitig zu erfassen, insbesondere nach Umbauten, Umstellung von Lagerflächen, Änderung der Lüftung oder Einlagerung feuchteempfindlicher Produkte.

Fehler Warum problematisch Bessere Vorgehensweise
Nur ein zentraler Sensor Lokale Feuchtenester bleiben unentdeckt Zusätzliche Messpunkte in Risikozonen einsetzen
Sensor direkt im Luftstrom Messwert zeigt Lüftungseinfluss statt Lagerbedingung Sensor außerhalb direkter Luftauslässe platzieren
Sensor direkt an kalter Wand Messwert kann zu lokal oder nicht repräsentativ sein Messziel klären: Wandrisiko oder Warenbereich?
Keine Langzeitaufzeichnung Feuchtespitzen und wiederkehrende Muster bleiben verborgen Datenlogger oder kontinuierliche Messwertspeicherung nutzen
Keine Temperaturmessung Feuchtewert kann nicht richtig bewertet werden Feuchte und Temperatur gemeinsam erfassen

Passende Produkte zur Feuchteüberwachung im Lager

Für feste Messstellen in Lagerhallen eignen sich Feuchtesensoren, die relative Feuchte und Temperatur erfassen und je nach Ausführung an Anzeige, Steuerung oder Gebäudeleittechnik angebunden werden können. Solche Sensoren sind sinnvoll, wenn definierte Lagerzonen dauerhaft überwacht werden sollen.

Der IFG80 / ITFG80 Feuchte-Temperatur-Sensor ist für die Messung von relativer Luftfeuchtigkeit und Temperatur geeignet und kann in Räumen oder Luftkanälen eingesetzt werden. Für Lageranwendungen ist er besonders interessant, wenn eine feste Feuchte- und Temperaturmessung in einer Halle oder einem definierten Lagerbereich benötigt wird.

Für temporäre Messungen, Ursachenanalyse und Langzeitaufzeichnung sind Feuchte-Datenlogger sinnvoll. Sie können an verschiedenen Stellen im Lager platziert werden, um kritische Zonen zu finden. Datenlogger wie der testo 175 H1 Datenlogger Temperatur und Feuchte eignen sich für die Dokumentation von Temperatur und relativer Feuchte in Gebäuden und geschlossenen Räumen.

Wenn mehrere Messpunkte oder externe Sensoren benötigt werden, kann auch ein Klimadatenlogger wie der testo 176 H2 Klimadatenlogger für Luftfeuchtigkeit und Temperatur interessant sein. Die Auswahl hängt davon ab, ob kurzfristig analysiert, dauerhaft überwacht, lokal alarmiert oder langfristig dokumentiert werden soll.

Praxisbeispiel: Korrosion trotz unkritischem Zentralwert

In einem Lager werden Metallteile in Kartons und Kunststoffbehältern gelagert. Der zentrale Feuchtesensor zeigt über Wochen Werte, die als unkritisch bewertet werden. Trotzdem treten an bestimmten Metallteilen leichte Korrosionsspuren auf. Auffällig ist, dass die betroffenen Teile fast immer aus demselben Lagerbereich stammen.

Zunächst wird vermutet, dass die Teile bereits feucht angeliefert wurden oder dass die Verpackung ungeeignet ist. Bei genauer Betrachtung fällt jedoch auf, dass der betroffene Bereich an einer Außenwand liegt. Dort stehen Paletten sehr dicht an der Wand, und zwischen Wand und Ware ist kaum Luftbewegung vorhanden. Die zentrale Messstelle im Hauptgang erfasst diesen Bereich nicht.

Zur Ursachenanalyse werden mehrere Feuchte-Datenlogger eingesetzt: einer im zentralen Gang, einer direkt im betroffenen Regalbereich, einer in Wandnähe hinter den Paletten und einer in Bodennähe. Nach einigen Tagen zeigt sich ein klares Bild. Während der zentrale Sensor unkritische Werte aufzeichnet, steigen Feuchte und Temperaturdifferenz in Wandnähe regelmäßig an. Besonders nachts und nach feuchten Außentagen bleibt die Feuchte dort lange erhöht.

Die Ursache ist also kein allgemeines Lagerproblem, sondern ein lokales Feuchtenest. Die Maßnahmen werden entsprechend angepasst: Die Paletten werden mit Abstand zur Außenwand gelagert, die Luftzirkulation wird verbessert, besonders empfindliche Ware wird in einen unkritischeren Bereich verlegt und ein zusätzlicher Feuchtesensor überwacht dauerhaft die kritische Zone.

Das Beispiel zeigt, warum ein einzelner Messwert nicht ausreicht. Feuchteschäden entstehen dort, wo die Ware steht, nicht dort, wo der Sensor bequem montiert wurde.

Fazit: Feuchte muss dort gemessen werden, wo Schäden entstehen können

Feuchteschäden im Lager lassen sich nur zuverlässig vermeiden, wenn die Messstellen sinnvoll gewählt werden. Ein zentraler Feuchtesensor kann einen guten Überblick liefern, erkennt aber nicht automatisch lokale Feuchtenester an Außenwänden, Toren, Regalen, Bodenbereichen oder schlecht belüfteten Zonen.

Für eine belastbare Bewertung sollten Feuchte und Temperatur gemeinsam gemessen werden. Besonders wichtig sind Messpunkte in den Bereichen, in denen empfindliche Ware gelagert wird oder in denen Feuchtigkeit erfahrungsgemäß entsteht. Mehrere Messpunkte und Langzeitaufzeichnungen helfen, kritische Muster sichtbar zu machen und Maßnahmen gezielt abzuleiten.

Geeignete Lösungen finden Sie in den Bereichen Feuchtesensoren, Feuchte-Datenlogger und bei Feuchte-Temperatur-Sensoren wie dem IFG80 / ITFG80. Entscheidend ist nicht nur das Messgerät, sondern die richtige Platzierung im Lager.

FAQ: Häufige Fragen zur Luftfeuchtigkeit im Lager

Wo sollte man die Luftfeuchtigkeit im Lager messen?

Die Luftfeuchtigkeit sollte dort gemessen werden, wo die Ware tatsächlich gefährdet ist. Neben einem zentralen Referenzpunkt sind Messstellen an Außenwänden, in Bodennähe, in Regalbereichen, an Toren und in schlecht belüfteten Zonen sinnvoll.

Reicht ein zentraler Feuchtesensor im Lager aus?

Für eine grobe Raumüberwachung kann ein zentraler Sensor ausreichen. Für die Vermeidung von Feuchteschäden reicht er jedoch oft nicht aus, weil lokale Feuchtenester an Wänden, hinter Regalen oder in Bodennähe unentdeckt bleiben können.

Warum korrodieren Metallteile trotz normaler Luftfeuchte im Lager?

Die Ursache kann ein lokales Feuchteproblem sein. Der zentrale Sensor zeigt möglicherweise unkritische Werte, während an einer kalten Außenwand oder in einem schlecht belüfteten Regalbereich deutlich höhere Feuchtewerte auftreten.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Feuchtemessung?

Relative Luftfeuchte ist temperaturabhängig. Kühlt Luft an kalten Oberflächen ab, steigt die relative Feuchte lokal an. Deshalb sollten Feuchte und Temperatur immer gemeinsam betrachtet werden.

Sollte ein Feuchtesensor direkt an der Außenwand montiert werden?

Nicht automatisch. Eine Außenwand kann ein wichtiger Risikobereich sein, aber ein Sensor direkt auf der Wand misst möglicherweise zu lokal. Besser ist eine Position, die den kritischen Warenbereich in Wandnähe realistisch abbildet.

Warum sind mehrere Messpunkte im Lager sinnvoll?

Mehrere Messpunkte zeigen Unterschiede zwischen zentralem Lagerbereich, Außenwand, Torbereich, Regalzone und Bodennähe. Dadurch werden lokale Feuchtenester sichtbar, die ein einzelner Sensor übersehen würde.

Wann ist ein Feuchte-Datenlogger sinnvoll?

Ein Feuchte-Datenlogger ist sinnvoll, wenn Feuchteverläufe über mehrere Tage oder Wochen untersucht werden sollen. Er hilft, wiederkehrende Muster, Feuchtespitzen und kritische Lagerbereiche zu erkennen.

Was ist besser: fest installierter Sensor oder Datenlogger?

Für dauerhafte Überwachung ist ein fest installierter Sensor sinnvoll. Für Ursachenanalyse, temporäre Messungen oder die Suche nach kritischen Bereichen ist ein Datenlogger oft besser geeignet. Häufig ist eine Kombination beider Lösungen ideal.

Welche typischen Fehler gibt es bei der Sensorplatzierung?

Typische Fehler sind ein einzelner zentraler Sensor, Montage direkt im Luftstrom, Montage an einer nicht repräsentativen Stelle, fehlende Temperaturmessung und fehlende Langzeitaufzeichnung.

Welche Produkte eignen sich zur Feuchteüberwachung im Lager?

Geeignet sind Feuchtesensoren für feste Messstellen, Feuchte-Datenlogger für Langzeitaufzeichnungen sowie Feuchte-Temperatur-Sensoren wie der IFG80 / ITFG80.

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