Pt100-Temperaturfühler werden in industriellen Anlagen eingesetzt, wenn Temperaturen präzise, stabil und zuverlässig erfasst werden müssen. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass ein Pt100 falsche oder unplausible Temperaturwerte anzeigt.
Die Ursache liegt dabei nicht immer am Temperaturfühler selbst. Häufig entstehen Messfehler durch falsche Verdrahtung, ungeeignete Anschlussleitung, falsche 2-, 3- oder 4-Leiter-Schaltung, schlechte Klemmstellen, ungünstigen Einbau oder eine fehlerhafte Parametrierung des Messumformers.
Dieser Beitrag erklärt die häufigsten Ursachen für falsche Pt100-Messwerte und zeigt, wie Anwender die Fehler systematisch eingrenzen können.
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Widerstandsthermometer / Pt100 Fühler.
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Temperatur-Messumformer und Zubehör für Temperaturfühler.
Inhaltsverzeichnis
- Warum misst ein Pt100 falsch?
- Grundprinzip: Wie funktioniert ein Pt100?
- Leitungsfehler: 2-Leiter, 3-Leiter und 4-Leiter richtig verstehen
- Falsche Verdrahtung und schlechte Klemmstellen
- Messumformer und Auswertegerät richtig einstellen
- Einbauort, Einbaulänge und Wärmeableitung
- Defekter Sensor oder falscher Sensortyp?
- EMV, lange Leitungen und Störeinflüsse
- Welche Temperaturfühler und Messumformer sind geeignet?
- Praxisbeispiele aus industriellen Anlagen
- Checkliste zur Fehlersuche
- Fazit
- FAQ: Häufige Fragen zu falschen Pt100-Messwerten
Warum misst ein Pt100 falsch?
Wenn ein Pt100 falsche Werte liefert, wird häufig zuerst ein defekter Fühler vermutet. In vielen Fällen ist der Sensor jedoch in Ordnung. Der Fehler entsteht durch die Kombination aus Sensor, Leitung, Auswertegerät, Messumformer, Einbausituation und Prozessbedingungen.
Besonders häufig sind Messabweichungen durch Leitungswiderstände, falsche Anschlussart, lose Klemmen, ungeeignete Verlängerungsleitungen, falsche Geräteeinstellung oder einen ungünstigen Einbauort.
- Leitungswiderstand: Besonders bei 2-Leiter-Schaltungen kann die Leitung den Messwert verfälschen.
- Falsche Verdrahtung: Vertauschte Adern oder falsche Klemmenbelegung führen zu unplausiblen Werten.
- Falscher Sensortyp: Pt100, Pt1000, Thermoelement oder NTC dürfen nicht verwechselt werden.
- Falsche Parametrierung: Messumformer oder Anzeige müssen zum Sensor und Messbereich passen.
- Ungünstiger Einbau: Der Fühler misst nicht die tatsächliche Prozesstemperatur.
- Störeinflüsse: Lange Leitungen, EMV oder schlechte Schirmung können Messwerte beeinflussen.
Wichtig ist deshalb eine strukturierte Fehlersuche. Erst wenn Anschluss, Leitung, Auswertung und Einbau geprüft wurden, sollte ein Sensordefekt als Hauptursache angenommen werden.
Grundprinzip: Wie funktioniert ein Pt100?
Ein Pt100 ist ein Widerstandsthermometer. Der elektrische Widerstand des Sensorelements verändert sich mit der Temperatur. Bei 0 °C hat ein Pt100 einen Nennwiderstand von 100 Ohm. Das Auswertegerät misst den Widerstand und rechnet ihn in eine Temperatur um.
Damit die Temperatur korrekt angezeigt wird, muss das komplette Messsystem passen. Sensor, Anschlussart, Leitung, Auswertegerät und Messbereich müssen aufeinander abgestimmt sein.
| Komponente | Aufgabe | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Pt100-Sensor | Ändert seinen Widerstand abhängig von der Temperatur. | Falscher Sensortyp oder beschädigtes Sensorelement. |
| Anschlussleitung | Verbindet Sensor und Auswertegerät. | Leitungswiderstand wird nicht kompensiert. |
| Klemmen und Verbindung | Stellen den elektrischen Kontakt her. | Lose Klemmen, Korrosion oder Übergangswiderstände. |
| Messumformer | Wandelt das Sensorsignal zum Beispiel in 4 … 20 mA um. | Falscher Sensortyp oder Messbereich parametriert. |
| Anzeige / SPS / Regler | Zeigt den Messwert an oder verarbeitet ihn weiter. | Eingang falsch eingestellt oder Skalierung fehlerhaft. |
Leitungsfehler: 2-Leiter, 3-Leiter und 4-Leiter richtig verstehen
Einer der häufigsten Gründe für falsche Pt100-Messwerte ist der Einfluss der Anschlussleitung. Da ein Pt100 über seinen elektrischen Widerstand ausgewertet wird, addiert sich der Widerstand der Leitung zum Sensorwiderstand. Je nach Anschlussart kann dieser Fehler mehr oder weniger gut kompensiert werden.
| Anschlussart | Beschreibung | Typische Bewertung |
|---|---|---|
| 2-Leiter-Schaltung | Sensor und Auswertegerät sind über zwei Adern verbunden. | Einfach, aber empfindlich gegenüber Leitungswiderstand. |
| 3-Leiter-Schaltung | Eine zusätzliche Ader ermöglicht eine Leitungswiderstandskompensation. | Häufige industrielle Standardlösung. |
| 4-Leiter-Schaltung | Messstrom und Spannungsmessung werden getrennt geführt. | Besonders genau, gut für präzise Messungen und längere Leitungen. |
Warum die 2-Leiter-Schaltung zu Fehlern führen kann
Bei einer 2-Leiter-Schaltung wird der Leitungswiderstand vom Auswertegerät mitgemessen. Bei kurzen Leitungen und niedrigen Genauigkeitsanforderungen kann das akzeptabel sein. Bei längeren Leitungen oder präzisen Messaufgaben kann die Abweichung jedoch deutlich sichtbar werden.
- Die Anzeige ist dauerhaft zu hoch oder zu niedrig.
- Die Abweichung bleibt über den Messbereich relativ konstant.
- Bei längeren Leitungen wird der Fehler größer.
- Eine einfache Nachjustierung behebt die Ursache nicht zuverlässig.
- Ein Wechsel auf 3- oder 4-Leiter-Technik kann die Messung verbessern.
Widerstandsthermometer wie das
WIKA Typ TR10-B
sind je nach Ausführung mit Pt100- oder Pt1000-Sensoren erhältlich und können für industrielle Messaufgaben mit Schutzrohr eingesetzt werden.
Falsche Verdrahtung und schlechte Klemmstellen
Auch wenn der richtige Sensortyp verwendet wird, kann eine falsche Verdrahtung zu erheblichen Messfehlern führen. Besonders bei 3- und 4-Leiter-Schaltungen müssen die Adern korrekt zugeordnet werden. Schon eine vertauschte Ader kann zu unplausiblen oder stark abweichenden Temperaturwerten führen.
| Fehlerbild | Mögliche Ursache | Prüfung |
|---|---|---|
| Anzeige springt oder schwankt | Lose Klemme, Kabelbruch, Wackelkontakt | Klemmen nachziehen, Leitung bewegen, Durchgang prüfen |
| Anzeige ist deutlich zu hoch | Leitungswiderstand, falsche Anschlussart oder Übergangswiderstand | 2-/3-/4-Leiter-Anschluss und Klemmstellen prüfen |
| Anzeige ist komplett unplausibel | Falscher Sensortyp oder falsche Klemmenbelegung | Sensorart, Geräteparametrierung und Verdrahtung vergleichen |
| Anzeige zeigt Fehler oder Sensorbruch | Unterbrechung im Sensor oder in der Leitung | Widerstand direkt am Fühler und am Auswertegerät prüfen |
| Messwert driftet langsam | Feuchtigkeit, Korrosion, mechanische Belastung oder Prozesswärme | Anschlusskopf, Kabel, Schutzrohr und Einbausituation prüfen |
Typische Verdrahtungsfehler
- 2-Leiter am Gerät eingestellt, aber 3-Leiter angeschlossen: Die Kompensation funktioniert nicht korrekt.
- 3-Leiter-Schaltung falsch geklemmt: Der Leitungswiderstand wird nicht richtig kompensiert.
- Pt100 und Pt1000 verwechselt: Die Anzeige ist stark abweichend.
- Sensor mit Thermoelement-Eingang verbunden: Das Messprinzip passt nicht.
- Übergangswiderstände an Klemmen: Oxidation, Feuchtigkeit oder lose Klemmen beeinflussen den Messwert.
Messumformer und Auswertegerät richtig einstellen
Ein Pt100 wird häufig nicht direkt an eine Anzeige oder SPS angeschlossen, sondern über einen Temperatur-Messumformer ausgewertet. Der Messumformer wandelt das Widerstandssignal zum Beispiel in ein 4 … 20-mA-Signal um. Dadurch können längere Leitungen zur Steuerung einfacher realisiert werden.
Damit die Messung stimmt, müssen Sensortyp, Anschlussart, Messbereich, Ausgangssignal und Fehlerverhalten korrekt parametriert sein.
| Einstellung | Warum wichtig? | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Sensortyp | Messumformer muss wissen, ob Pt100, Pt1000 oder ein anderer Sensor angeschlossen ist. | Pt100 am Gerät, aber Pt1000 im Messumformer eingestellt. |
| Anschlussart | 2-, 3- oder 4-Leiter-Schaltung muss zur Verdrahtung passen. | 3-Leiter-Fühler wird als 2-Leiter-Fühler ausgewertet. |
| Messbereich | Bestimmt die Skalierung des Ausgangssignals. | 4 … 20 mA entspricht nicht dem gewünschten Temperaturbereich. |
| Ausgangssignal | SPS oder Anzeige müssen das Signal korrekt interpretieren. | Skalierung in der SPS stimmt nicht mit dem Messumformer überein. |
| Fehlersignalisierung | Sensorbruch oder Kurzschluss sollen eindeutig erkannt werden. | Fehler wird als scheinbar gültiger Temperaturwert interpretiert. |
Für Widerstandssensoren wie Pt100 und Pt1000 kann beispielsweise der
WIKA Typ T15
als digitaler Temperaturtransmitter für Kopf- oder Schienenversion eingesetzt werden.
Für anspruchsvollere Anwendungen mit HART-Protokoll, Diagnosefunktionen und sicherheitsgerichteten Anforderungen kann der
WIKA Typ T32.xS
eine passende Lösung sein.
Einbauort, Einbaulänge und Wärmeableitung
Nicht jede falsche Temperaturanzeige ist ein elektrisches Problem. Häufig misst der Pt100 korrekt, aber nicht an der richtigen Stelle. Ein ungünstiger Einbauort, eine zu kurze Einbaulänge oder starke Wärmeableitung über das Schutzrohr können dazu führen, dass der angezeigte Wert nicht der tatsächlichen Prozesstemperatur entspricht.
Typische Einbauprobleme
- Zu kurze Einbaulänge: Der Sensor befindet sich nicht ausreichend tief im Medium.
- Messung in Randzonen: Der Fühler misst nicht die Hauptströmung oder den relevanten Prozessbereich.
- Wärmeableitung über Prozessanschluss: Die Umgebung beeinflusst den Messwert.
- Zu massives Schutzrohr: Der Fühler reagiert langsam oder misst verzögert.
- Ungünstige Strömung: Das Medium umspült den Sensor nicht ausreichend.
- Falscher Kontakt: Bei Oberflächenmessungen liegt der Sensor nicht ausreichend an.
| Einbauproblem | Auswirkung | Mögliche Lösung |
|---|---|---|
| Fühler zu kurz eingebaut | Temperatur wird durch Rohrwand oder Umgebung beeinflusst | Einbaulänge und Messstelle prüfen |
| Schutzrohr zu massiv | Messung reagiert zu langsam | Schutzrohrdimension und Ansprechzeit bewerten |
| Sensor außerhalb der Hauptströmung | Messwert entspricht nicht der Prozesstemperatur | Einbauposition optimieren |
| Starke Wärmeableitung | Anzeige ist dauerhaft zu niedrig oder zu hoch | Einbaulänge, Isolation und Prozessanschluss prüfen |
| Falsche Montage bei Oberflächenmessung | Messwert schwankt oder reagiert langsam | Kontaktfläche und Befestigung verbessern |
Für direkte Einschraubanwendungen mit integriertem mehrteiligen Schutzrohr kann zum Beispiel das
WIKA Typ TR10-C
eine geeignete Bauform sein.
Defekter Sensor oder falscher Sensortyp?
Ein defekter Pt100 ist möglich, aber nicht die einzige Erklärung für falsche Messwerte. Vor dem Austausch sollte geprüft werden, ob der richtige Sensortyp angeschlossen ist und ob der Sensor plausibel auf Temperaturänderungen reagiert.
| Prüfung | Was wird geprüft? | Hinweis |
|---|---|---|
| Widerstand direkt am Sensor messen | Grundwert des Pt100 bei bekannter Temperatur | Bei ca. 0 °C etwa 100 Ohm, bei Raumtemperatur entsprechend höher. |
| Widerstand am Auswertegerät messen | Sensor inklusive Leitung | Abweichung zum Sensorwert deutet auf Leitung oder Klemmen hin. |
| Sensor erwärmen | Reaktion des Widerstandswertes | Widerstand muss bei steigender Temperatur steigen. |
| Sensortyp vergleichen | Pt100, Pt1000, Thermoelement oder anderer Sensor | Typenschild, Datenblatt oder Bestellcode prüfen. |
| Isolationszustand prüfen | Feuchtigkeit oder Masseschluss | Besonders bei rauer Umgebung und hohen Temperaturen relevant. |
Kompakte Widerstandsthermometer wie das
WIKA Typ TR33
können je nach Ausführung mit direktem Sensorausgang oder integriertem Messumformer eingesetzt werden.
EMV, lange Leitungen und Störeinflüsse
In industriellen Anlagen verlaufen Temperaturleitungen häufig in der Nähe von Motorleitungen, Frequenzumrichtern, Schützen oder Leistungskabeln. Dadurch können elektrische Störungen entstehen. Besonders bei langen Leitungen oder schwachen Sensorsignalen sollte die Leitungsführung sorgfältig betrachtet werden.
Typische Störeinflüsse
- Leitung parallel zu Leistungskabeln oder Motorleitungen verlegt
- fehlende oder falsch aufgelegte Schirmung
- Frequenzumrichter in der Nähe der Messleitung
- lange Leitungswege ohne geeignete Signalaufbereitung
- fehlende galvanische Trennung bei schwierigen Anlagenbedingungen
- gemeinsame Masse- oder Erdungsprobleme
| Problem | Mögliche Auswirkung | Praktische Maßnahme |
|---|---|---|
| EMV-Störung durch Frequenzumrichter | Messwert schwankt oder springt | Leitungsführung, Schirmung und Erdung prüfen |
| Sehr lange Sensorleitung | Leitungswiderstand oder Störeinfluss steigt | 3-/4-Leiter-Technik oder Messumformer nahe am Sensor verwenden |
| Schirm falsch angeschlossen | Störungen werden nicht ausreichend abgeleitet | Schirmkonzept der Anlage prüfen |
| Direkter Pt100-Anschluss zur weit entfernten SPS | Messwert wird empfindlicher gegenüber Leitungseinflüssen | 4 … 20-mA-Transmitter in Sensornähe einsetzen |
Welche Temperaturfühler und Messumformer sind geeignet?
Die passende Lösung hängt davon ab, ob der Fehler durch die Sensorbauform, die Anschlussart, die Einbausituation oder die Signalverarbeitung verursacht wird. In vielen Fällen hilft nicht nur ein anderer Fühler, sondern auch eine bessere Auswertung oder eine robustere Signalübertragung.
| Produkt | Besonders relevant für | Hinweis |
|---|---|---|
| WIKA Typ TR10-B | Widerstandsthermometer zum Einbau in ein Schutzrohr | Geeignet für industrielle Messstellen, bei denen ein Schutzrohr und ein austauschbarer Messeinsatz benötigt werden. |
| WIKA Typ TR10-C | Einschraub-Widerstandsthermometer mit mehrteiligem Schutzrohr | Relevant für direkte Prozessanschlüsse an Rohrleitungen, Behältern oder Anlagenkomponenten. |
| WIKA Typ TR33 | Kompakte Einschraubanwendungen mit schneller Ansprechzeit | Kann je nach Ausführung mit direktem Pt100/Pt1000-Ausgang oder integriertem 4 … 20-mA-Messumformer eingesetzt werden. |
| WIKA Typ T15 | Umwandlung von Pt100/Pt1000-Signalen in ein Standardsignal | Sinnvoll, wenn der Sensor über längere Strecken zur SPS oder Anzeige angebunden werden soll. |
| WIKA Typ T32.xS | Anspruchsvolle Messaufgaben mit HART, Diagnose oder Sicherheitsanforderungen | Interessant für Prozessanlagen, in denen Diagnose, Parametrierung und Fehlerüberwachung besonders wichtig sind. |
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Praxisbeispiele aus industriellen Anlagen
Beispiel 1: Pt100 zeigt dauerhaft zu hohe Temperatur
Ein Pt100 ist über eine lange 2-Leiter-Leitung an eine Anzeige angeschlossen. Der Leitungswiderstand wird nicht kompensiert und addiert sich zum Sensorwiderstand. Dadurch zeigt die Anzeige eine höhere Temperatur an als tatsächlich vorhanden. Eine 3- oder 4-Leiter-Schaltung oder ein Messumformer nahe am Sensor kann die Messung verbessern.
Beispiel 2: Temperaturwert schwankt an einer Maschine
Der Messwert springt, sobald ein Motor oder Frequenzumrichter läuft. Die Ursache kann eine ungünstige Leitungsführung oder fehlende Schirmung sein. Die Sensorleitung sollte getrennt von Leistungskabeln verlegt und die Schirmung nach Anlagenkonzept geprüft werden.
Beispiel 3: Nach Sensortausch ist der Messwert völlig falsch
Ein defekter Pt100 wurde ersetzt, aber die Anzeige bleibt unplausibel. Bei der Prüfung stellt sich heraus, dass versehentlich ein Pt1000 eingesetzt wurde oder das Auswertegerät noch auf einen anderen Sensortyp eingestellt ist. Sensor, Bestellcode und Parametrierung müssen zusammenpassen.
Beispiel 4: Temperatur reagiert sehr langsam
Der Fühler ist in einem massiven Schutzrohr montiert und sitzt nicht optimal in der Strömung. Der Sensor selbst ist nicht defekt, reagiert aber verzögert auf Temperaturänderungen. Ein anderes Schutzrohr, eine bessere Einbaulage oder eine kompaktere Bauform können die Ansprechzeit verbessern.
Checkliste zur Fehlersuche
Mit dieser Checkliste lässt sich die Ursache falscher Pt100-Messwerte systematisch eingrenzen.
| Prüffrage | Warum wichtig? | Bewertung |
|---|---|---|
| Ist wirklich ein Pt100 eingebaut? | Pt100, Pt1000 und Thermoelemente haben unterschiedliche Kennlinien. | Typenschild, Datenblatt oder Bestellcode prüfen. |
| Passt die Anschlussart? | 2-, 3- oder 4-Leiter-Schaltung beeinflusst den Leitungsfehler. | Verdrahtung und Geräteeinstellung vergleichen. |
| Ist der Messumformer richtig parametriert? | Sensortyp, Messbereich und Ausgangssignal müssen stimmen. | Parametrierung mit Dokumentation abgleichen. |
| Gibt es lose Klemmen oder Übergangswiderstände? | Schlechte Kontakte verfälschen den Widerstandswert. | Klemmen, Stecker und Anschlusskopf prüfen. |
| Ist die Leitung zu lang oder ungeeignet? | Leitungswiderstand und Störeinflüsse können zunehmen. | Leitungslänge, Querschnitt und Schirmung prüfen. |
| Ist der Einbauort geeignet? | Der Fühler muss die relevante Prozesstemperatur erfassen. | Einbaulänge, Strömung und Wärmeableitung bewerten. |
| Reagiert der Sensor auf Temperaturänderung? | Der Widerstand muss bei Erwärmung steigen. | Vergleichsmessung oder einfache Funktionsprüfung durchführen. |
| Stimmt die Skalierung in SPS oder Anzeige? | Ein korrektes 4 … 20-mA-Signal kann falsch interpretiert werden. | Messbereich und Eingangsskalierung vergleichen. |
Fazit: Falsche Pt100-Messwerte entstehen oft im Messsystem
Wenn ein Pt100 falsche Werte anzeigt, ist der Sensor nicht automatisch defekt. Häufig liegt die Ursache im gesamten Messsystem: Anschlussleitung, Verdrahtung, 2-/3-/4-Leiter-Schaltung, Messumformer, Skalierung, Einbauort oder Störeinflüsse müssen gemeinsam betrachtet werden.
Eine strukturierte Fehlersuche hilft, unnötige Sensortausche zu vermeiden und die tatsächliche Ursache schneller zu finden. Besonders bei langen Leitungen, hohen Genauigkeitsanforderungen oder störanfälliger Umgebung kann ein geeigneter Messumformer nahe am Sensor die Messsicherheit deutlich verbessern.
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FAQ: Häufige Fragen zu falschen Pt100-Messwerten
Warum misst mein Pt100 falsch?
Häufige Ursachen sind Leitungswiderstand, falsche Anschlussart, vertauschte Adern, schlechte Klemmstellen, falsche Parametrierung des Messumformers, ungeeigneter Einbauort oder ein falscher Sensortyp. Ein defekter Sensor ist möglich, aber nicht immer die wahrscheinlichste Ursache.
Warum ist die 2-Leiter-Schaltung bei Pt100 kritisch?
Bei der 2-Leiter-Schaltung wird der Leitungswiderstand mitgemessen. Dadurch kann die Temperaturanzeige verfälscht werden, besonders bei längeren Leitungen oder höheren Genauigkeitsanforderungen.
Wann sollte man eine 3-Leiter-Schaltung verwenden?
Die 3-Leiter-Schaltung ist eine häufige industrielle Standardlösung, weil sie den Einfluss des Leitungswiderstands besser kompensieren kann als eine 2-Leiter-Schaltung. Voraussetzung ist, dass Verdrahtung und Auswertegerät korrekt ausgeführt sind.
Wann ist eine 4-Leiter-Schaltung sinnvoll?
Eine 4-Leiter-Schaltung ist besonders sinnvoll bei präzisen Messungen, längeren Leitungen oder hohen Anforderungen an die Messgenauigkeit. Sie reduziert den Einfluss des Leitungswiderstands besonders zuverlässig.
Was passiert, wenn Pt100 und Pt1000 verwechselt werden?
Pt100 und Pt1000 haben unterschiedliche Nennwiderstände. Wird ein Pt1000 an einem Pt100-Eingang ausgewertet oder umgekehrt, entstehen stark falsche und unplausible Temperaturwerte.
Wann brauche ich einen Temperatur-Messumformer?
Ein Messumformer ist sinnvoll, wenn das Sensorsignal über längere Strecken übertragen, in ein Standardsignal wie 4 … 20 mA umgewandelt oder besser gegen Störeinflüsse geschützt werden soll. Beispiele sind der
WIKA Typ T15
oder der
WIKA Typ T32.xS.
Warum ist der Wert in der SPS falsch, obwohl der Messumformer richtig misst?
Dann kann die Skalierung in der SPS falsch sein. Der Temperaturbereich des Messumformers muss zur Skalierung des SPS-Eingangs passen. Ein 4 … 20-mA-Signal ist nur dann korrekt, wenn beide Seiten denselben Messbereich verwenden.
Kann der Einbauort falsche Temperaturen verursachen?
Ja. Wenn der Fühler zu kurz eingebaut ist, außerhalb der Hauptströmung sitzt oder stark durch die Umgebung beeinflusst wird, misst er nicht die tatsächliche Prozesstemperatur. Der Sensor kann elektrisch einwandfrei sein und trotzdem einen unpassenden Prozesswert liefern.
Wie erkenne ich, ob ein Pt100 defekt ist?
Ein Pt100 kann durch Widerstandsmessung geprüft werden. Bei steigender Temperatur muss der Widerstand steigen. Eine Unterbrechung, ein Kurzschluss, stark abweichende Werte oder ein instabiles Verhalten können auf einen Defekt oder ein Leitungsproblem hinweisen.
Wo finde ich passende Pt100-Fühler und Messumformer?
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