Ein Reed-Füllstandtransmitter kann einen Flüssigkeitsstand zuverlässig und kontinuierlich erfassen, wenn Schwimmer, Magnet, Reed-Messkette und mechanische Ausführung konsequent auf Medium und Messaufgabe abgestimmt werden.
Anders als bei einem einzelnen Schwimmerschalter wird dabei nicht nur ein Grenzstand erkannt. Entlang des Gleitrohres befindet sich eine Widerstandsmesskette mit mehreren Reed-Kontakten. Der Magnet im Schwimmer betätigt abhängig von seiner Position die entsprechenden Kontakte und erzeugt so ein mit dem Füllstand veränderliches elektrisches Signal.
Entscheidend für die erreichbare Messqualität sind unter anderem:
- Kontaktraster der Reed-Kette,
- Magnetsystem und Geometrie des Schwimmers,
- Dichte des Mediums,
- Durchmesser und Länge des Gleitrohres,
- mechanische Bewegungsfreiheit des Schwimmers,
- gewünschtes Ausgangssignal,
- tatsächlich benötigte Messauflösung.
Ein möglichst kleines Kontaktraster allein macht einen Reed-Füllstandtransmitter deshalb noch nicht automatisch zur besseren Messlösung. Schwimmerauswahl, Mediumsdichte, Mechanik und Signalverarbeitung müssen zum gleichen Messziel passen.
Ein passendes Beispiel aus dem ICS-Portfolio sind die WIKA Reed-Füllstandstransmitter FLR-S, FLR-P und FLR-H. Sie arbeiten nach dem Schwimmerprinzip mit magnetischer Übertragung und einer Reed-Widerstandsmesskette. Je nach Ausführung stehen verschiedene Kontaktraster, Werkstoffe, Prozessanschlüsse und elektrische Ausgangssignale zur Verfügung.
Weitere Lösungen finden Sie unter kontinuierliche Füllstandsmessung mit Schwimmer sowie unter Füllstandmesstechnik bei ICS Schneider.
Inhaltsverzeichnis
- Wie funktioniert ein Reed-Füllstandtransmitter?
- Aufbau der Reed-Messkette
- Welche Aufgabe hat der Schwimmermagnet?
- Was bedeutet der Kontaktabstand?
- Kontaktabstand und Messauflösung unterscheiden
- Beispiel für verschiedene Kontaktraster
- Warum die Mediumsdichte für den Schwimmer entscheidend ist
- Eintauchtiefe und tatsächlicher Messpunkt
- Gleitrohrdurchmesser richtig auswählen
- Messlänge und Totbereiche berücksichtigen
- Mechanische Führung des Schwimmers
- Turbulenz, Wellenbewegung und Schaumbildung
- Ablagerungen und zähflüssige Medien
- Ausgangssignal der Reed-Kette
- 4–20-mA-Ausgang und Kopftransmitter
- Welche Auflösung ist tatsächlich sinnvoll?
- Behältergeometrie und Volumenanzeige
- Einbaulage und Prozessanschluss
- Kontinuierliche Messung und Grenzstand trennen
- Praxisbeispiel: 1.500-mm-Tank
- Typische Fehlerbilder
- Empfohlener Auslegungsablauf
- Passende Reed-Füllstandtransmitter bei ICS Schneider
- Fazit
- FAQ
Wie funktioniert ein Reed-Füllstandtransmitter?
Ein Reed-Füllstandtransmitter arbeitet mit einem Schwimmer, der sich entsprechend der Flüssigkeitsoberfläche entlang eines Gleitrohres bewegt.
Im Schwimmer befindet sich ein permanentes Magnetsystem.
Im Inneren des Gleitrohres befindet sich eine elektrische Messkette aus:
- Reed-Kontakten,
- Widerständen,
- Leiterbahn beziehungsweise Trägerplatine.
Bewegt sich der Schwimmer nach oben oder unten, wirkt sein Magnetfeld berührungslos durch die Wandung des Gleitrohres auf die Reed-Kontakte.
Dadurch verändert sich der wirksame Widerstand der Messkette entsprechend der Position des Schwimmers.
Der Füllstand wird damit elektrisch abgebildet
Bei der klassischen Ausführung entspricht die Widerstandsmesskette einer:
3-Leiter-Potentiometerschaltung
Die daraus resultierende Messspannung beziehungsweise der Widerstandsanteil ist proportional zur Schwimmerposition und damit zum Füllstand.
Da die einzelnen Reed-Kontakte in einem definierten Raster angeordnet sind, entsteht kein mathematisch vollständig kontinuierliches Signal, sondern ein sehr fein abgestuftes Signal.
In der Praxis wird dieses Verhalten deshalb als:
quasikontinuierlich
bezeichnet.
Aufbau der Reed-Messkette
Die Reed-Messkette besteht vereinfacht aus einer Reihe hintereinander angeordneter Widerstände.
An definierten Positionen befinden sich magnetisch betätigte Reed-Kontakte.
Der Schwimmermagnet schaltet abhängig von seiner Position einen bestimmten Bereich der Widerstandskette.
Vereinfacht
Bei einem niedrigen Füllstand befindet sich der Schwimmer am unteren Ende der Messstrecke.
Steigt der Füllstand, bewegt sich der Schwimmer nach oben und verändert schrittweise den wirksamen Widerstand.
Aus dieser Änderung kann anschließend beispielsweise ein:
- Widerstandswert,
- 4–20-mA-Signal,
- HART-Signal,
- digitales Feldbussignal
erzeugt werden.
Ein wichtiger Vorteil des Prinzips
Der elektrische Teil der Messkette befindet sich im Gleitrohr und ist mechanisch vom Medium getrennt.
Die Übertragung zwischen Schwimmer und Messkette erfolgt:
magnetisch und berührungslos
.
Damit sind keine elektrischen Schleifkontakte zwischen dem beweglichen Schwimmer und der Messkette erforderlich.
Welche Aufgabe hat der Schwimmermagnet?
Der Schwimmer besitzt zwei grundlegende Funktionen.
1. Mechanische Erfassung der Flüssigkeitsoberfläche
Durch seine Auftriebskraft folgt der Schwimmer der Flüssigkeitsoberfläche.
2. Magnetische Betätigung der Reed-Kette
Das integrierte Magnetsystem erzeugt das Magnetfeld, das die Reed-Kontakte im Gleitrohr betätigt.
Der Schwimmer ist deshalb kein beliebig austauschbares mechanisches Zubehör.
Magnetposition, Magnetstärke, Schwimmergeometrie und Gleitrohr müssen konstruktiv zur verwendeten Reed-Messkette passen.
Ein falscher Schwimmer kann problematisch sein
Beispielsweise wenn:
- das Magnetfeld nicht ausreichend auf die Reed-Kette wirkt,
- der Magnet axial falsch positioniert ist,
- der Innendurchmesser nicht zum Gleitrohr passt,
- der Schwimmer bei der vorhandenen Dichte zu tief eintaucht,
- der Schwimmer mechanisch am Gleitrohr klemmt.
Schwimmer und Messwertgeber sollten deshalb als aufeinander abgestimmtes System ausgelegt werden.
Was bedeutet der Kontaktabstand?
Die Reed-Kontakte befinden sich nicht kontinuierlich entlang des gesamten Rohres, sondern in definierten Abständen.
Dieser Abstand wird häufig als:
Kontaktraster
oder:
Kontaktabstand
bezeichnet.
Typische Raster bei Reed-Messketten sind beispielsweise:
- 5 mm,
- 10 mm,
- 15 mm,
- 18 mm.
Kleineres Raster bedeutet feinere Abstufung
Bei einem Raster von 5 mm liegen wesentlich mehr Schaltpositionen entlang der Messstrecke als bei einem Raster von 18 mm.
Das Signal kann die tatsächliche Schwimmerbewegung dadurch feiner abbilden.
Aber
Kontaktabstand und spezifizierte Messauflösung sind nicht automatisch identisch.
Das magnetische Schaltverhalten und die Auswertung der Widerstandskette beeinflussen die tatsächlich angegebene Auflösung.
Kontaktabstand und Messauflösung unterscheiden
Bei der Produktauswahl sollte deshalb nicht nur gefragt werden:
Wie groß ist das Raster?
Sondern:
Welche spezifizierte Auflösung ergibt sich daraus?
Für aktuelle WIKA-Reed-Füllstandtransmitter werden beispielsweise abhängig vom Kontaktraster folgende Auflösungen angegeben:
| Kontaktabstand | Auflösung |
|---|---|
| 5 mm | ca. 2,7 mm |
| 10 mm | ca. 5,5 mm |
| 15 mm | ca. 7,5 mm |
| 18 mm | ca. 9 mm |
Die feinste Variante mit 5-mm-Raster ermöglicht damit eine Füllstandauflösung im Bereich weniger Millimeter.
Auflösung ist nicht gleich Gesamtgenauigkeit
Auch eine Auflösung von beispielsweise:
2,7 mm
bedeutet nicht automatisch, dass der tatsächliche Flüssigkeitsstand unter allen Prozessbedingungen mit einer Gesamtmessabweichung von ±2,7 mm bestimmt wird.
Zusätzlich wirken unter anderem:
- Schwimmerauftrieb,
- Dichteänderungen,
- Temperatur,
- Wellenbewegung,
- mechanisches Spiel,
- Einbaulage,
- Signalwandlung.
Beispiel für verschiedene Kontaktraster
Ein Tank besitzt eine nutzbare Messstrecke von:
1.000 mm
Variante A mit 5-mm-Kontaktraster
Entlang der Messstrecke steht eine sehr feine elektrische Abstufung zur Verfügung.
Die spezifizierte Auflösung liegt beispielsweise bei:
ca. 2,7 mm
Variante B mit 18-mm-Kontaktraster
Die elektrische Abstufung ist gröber.
Die spezifizierte Auflösung liegt beispielsweise bei:
ca. 9 mm
Welche Variante ist besser?
Das hängt von der Messaufgabe ab.
Wenn lediglich erkannt werden soll, ob ein großer Lagertank ungefähr:
65 % oder 66 %
gefüllt ist, kann das gröbere Raster vollkommen ausreichend sein.
Bei einem kleinen Dosierbehälter kann dagegen eine feinere Abstufung erforderlich sein.
Die technisch kleinste verfügbare Rasterung ist daher nicht automatisch die wirtschaftlich oder messtechnisch sinnvollste Auswahl.
Warum die Mediumsdichte für den Schwimmer entscheidend ist
Ein Schwimmer bewegt sich nicht direkt aufgrund des Füllstands, sondern aufgrund des Auftriebs.
Nach dem archimedischen Prinzip entspricht die Auftriebskraft dem Gewicht des verdrängten Mediums.
Vereinfacht:
FA = ρ · g · V
mit:
ρ= Dichte des Mediums,g= Erdbeschleunigung,V= verdrängtes Volumen.
Sinkt die Dichte des Mediums
muss der Schwimmer tiefer eintauchen, damit ausreichend Flüssigkeit verdrängt wird.
Steigt die Dichte
schwimmt derselbe Schwimmer höher.
Deshalb muss die Schwimmerauswahl zur:
- minimalen Mediumsdichte,
- Temperatur,
- Prozessdruck,
- Werkstoffverträglichkeit
passen.
Für die WIKA-FLR-Baureihen sind je nach Ausführung Anwendungen ab Grenzdichten von etwa:
400 kg/m³
möglich.
Die konkrete Schwimmerauswahl muss jedoch immer anhand der jeweiligen Ausführung und Prozessbedingungen erfolgen.
Eintauchtiefe und tatsächlicher Messpunkt
Der Füllstand entspricht nicht automatisch der geometrischen Mitte des Schwimmers.
Der Schwimmer taucht abhängig von:
- seinem Gewicht,
- seinem Volumen,
- der Mediumsdichte
unterschiedlich tief ein.
Entscheidend ist die Lage des Magnetsystems im Verhältnis zur Flüssigkeitsoberfläche.
Bei wechselnder Dichte
kann sich die Schwimmerposition gegenüber der Flüssigkeitsoberfläche verändern.
Das ist insbesondere relevant bei:
- starken Temperaturänderungen,
- unterschiedlichen Produktchargen,
- Medien mit stark variierender Konzentration,
- Trennschichtmessungen.
Wenn wenige Millimeter entscheidend sind, muss deshalb nicht nur die elektrische Auflösung, sondern auch der hydrostatische Auftrieb des Schwimmers betrachtet werden.
Gleitrohrdurchmesser richtig auswählen
Das Gleitrohr führt den Schwimmer und nimmt gleichzeitig die Reed-Messkette auf.
Bei Reed-Füllstandtransmittern sind modellabhängig beispielsweise Durchmesser von:
- 8 mm,
- 12 mm,
- 14 mm,
- 18 mm
möglich.
Der Rohrdurchmesser beeinflusst mehrere Punkte
- mögliche Messlänge,
- mechanische Steifigkeit,
- verwendbare Schwimmergröße,
- Prozessanschluss,
- Einbau in vorhandene Behälteröffnungen.
Lange Gleitrohre benötigen ausreichende Stabilität
Ein sehr langes und dünnes Rohr kann durch:
- Strömung,
- Vibration,
- seitliche Belastung,
- Eigengewicht
stärker beansprucht werden.
Deshalb steigt die maximal mögliche Messlänge bei bestimmten Baureihen mit dem Durchmesser des Gleitrohres.
Messlänge und Totbereiche berücksichtigen
Ein häufiger Fehler bei der Bestellung besteht darin, die Behälterhöhe direkt mit der erforderlichen Messlänge gleichzusetzen.
Zu unterscheiden sind:
- Gesamtlänge des Gleitrohres,
- Einbaulänge,
- aktive Messstrecke,
- oberer Totbereich,
- unterer Totbereich,
- mechanische Schwimmerbegrenzung.
Der Schwimmer kann nicht bis an jedes mechanische Rohrende fahren
Am unteren Ende befindet sich normalerweise eine Schwimmerbegrenzung.
Auch Prozessanschluss und Gehäuse begrenzen den oberen Bewegungsbereich.
Für die Auslegung sollte daher geklärt werden:
Welche Flüssigkeitshöhe soll tatsächlich von 0 bis 100 % dargestellt werden?
und nicht nur:
Wie hoch ist der Behälter insgesamt?
Mechanische Führung des Schwimmers
Der Schwimmer muss sich über die gesamte Messstrecke frei bewegen können.
Problematisch sind beispielsweise:
- verbogenes Gleitrohr,
- mechanische Verspannung,
- Anhaftungen,
- Fremdkörper,
- zu geringer Abstand zu Behältereinbauten,
- starke seitliche Strömung.
Besonders bei langen Sonden
sollte geprüft werden, ob eine zusätzliche mechanische Führung beziehungsweise Abstützung erforderlich oder vom Hersteller vorgesehen ist.
Eine zusätzliche Führung darf den Schwimmer jedoch nicht behindern.
Turbulenz, Wellenbewegung und Schaumbildung
Eine sehr fein auflösende Reed-Kette kann nur dann einen stabilen Wert liefern, wenn sich der Schwimmer selbst ausreichend ruhig bewegt.
Bei stark bewegter Oberfläche
kann der Schwimmer ständig zwischen mehreren Positionen pendeln.
Das Ausgangssignal folgt dann dieser Bewegung.
Typische Ursachen sind:
- einströmendes Medium direkt neben dem Schwimmer,
- Rührwerke,
- Pumpenbetrieb,
- starke Wellenbewegungen,
- Behältervibrationen.
Mögliche Maßnahmen
- ruhigeren Einbauort wählen,
- Abstand zur Befüllleitung vergrößern,
- mechanisches Beruhigungsrohr vorsehen,
- Signal in der Auswertung dämpfen.
Elektronische Dämpfung kann eine mechanisch ungeeignete Messstelle jedoch nicht vollständig kompensieren.
Ablagerungen und zähflüssige Medien
Das Schwimmerprinzip setzt eine ausreichend freie mechanische Bewegung voraus.
Bei:
- klebrigen Medien,
- kristallisierenden Flüssigkeiten,
- Schlämmen,
- starken Ablagerungen
kann sich die Reibung zwischen Schwimmer und Gleitrohr erhöhen.
Der Schwimmer folgt der tatsächlichen Flüssigkeitsoberfläche dann möglicherweise verzögert oder gar nicht mehr.
Typisches Fehlerbild
Der Füllstand sinkt, die Anzeige bleibt jedoch zunächst auf dem alten Wert stehen.
Erst durch Erschütterung bewegt sich der Schwimmer weiter.
In solchen Anwendungen sollte geprüft werden, ob das Schwimmerprinzip überhaupt die geeignete Messmethode ist.
Ausgangssignal der Reed-Kette
Die eigentliche Reed-Kette bildet zunächst einen variablen Widerstand beziehungsweise eine Potentiometerschaltung.
Dieses Signal kann direkt ausgewertet oder über einen Messumformer in ein industrielles Standardsignal umgesetzt werden.
Mögliche Ausführungen sind modellabhängig beispielsweise
- 3-Leiter-Potentiometersignal,
- 4–20 mA,
- 4–20 mA mit HART,
- PROFIBUS PA,
- FOUNDATION Fieldbus.
Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt von:
- Leitungslänge,
- Steuerungssystem,
- Diagnoseanforderung,
- Explosionsschutz,
- vorhandener Infrastruktur
ab.
4–20-mA-Ausgang und Kopftransmitter
Für klassische Industrieanlagen ist ein 4–20-mA-Signal besonders praktisch.
Dabei wird der gesamte aktive Füllstandsbereich beispielsweise skaliert als:
4 mA = 0 %
und:
20 mA = 100 %
Beispiel
Aktive Messstrecke:
0 … 1.200 mm
Dann entspricht bei linearer Skalierung:
| Füllstand | Ausgang |
|---|---|
| 0 mm | 4 mA |
| 300 mm | 8 mA |
| 600 mm | 12 mA |
| 900 mm | 16 mA |
| 1.200 mm | 20 mA |
Die Reed-Kette selbst bleibt jedoch fein abgestuft.
Der Messumformer erzeugt daraus ein entsprechend abgestuftes 4–20-mA-Signal.
Welche Auflösung ist tatsächlich sinnvoll?
Die gewünschte Auflösung sollte aus der Prozessanforderung abgeleitet werden.
Beispiel Lagertank
Tankhöhe:
3.000 mm
Eine Auflösung von:
9 mm
entspricht nur:
0,3 % der Tankhöhe
Für eine normale Vorratsanzeige kann dies bereits mehr als ausreichend sein.
Beispiel kleiner Dosierbehälter
Messhöhe:
300 mm
Eine Auflösung von:
9 mm
entspricht dagegen:
3 % der Messhöhe
Hier kann ein feineres Raster sinnvoll sein.
Die Prozessanforderung zuerst definieren
Vor der Auswahl sollte deshalb gefragt werden:
Welche kleinste reale Füllstandsänderung muss sicher erkennbar sein?
und nicht:
Welches ist das feinste verfügbare Kontaktraster?
Behältergeometrie und Volumenanzeige
Der Reed-Füllstandtransmitter misst zunächst eine:
Höhe
beziehungsweise Schwimmerposition.
Eine prozentuale Füllstandsanzeige ist nur dann direkt proportional zum Volumen, wenn der Behälter über die gesamte Höhe einen konstanten Querschnitt besitzt.
Bei einem stehenden Zylindertank
mit konstantem Querschnitt gilt:
50 % Höhe ≈ 50 % Volumen
Bei einem liegenden Zylindertank
gilt dies dagegen nicht.
Eine halbe Flüssigkeitshöhe entspricht zwar aufgrund der Symmetrie 50 % Volumen, aber beispielsweise 25 % Höhe entsprechen nicht 25 % Volumen.
Auch konische oder unregelmäßige Tanks
benötigen zur Volumenanzeige eine zusätzliche:
- Linearisierung,
- Tankkennlinie,
- SPS-Berechnung.
Eine fein auflösende Füllstandsmessung allein garantiert deshalb noch keine ebenso genaue Volumenmessung.
Einbaulage und Prozessanschluss
Der Schwimmer muss sich entlang des Gleitrohres möglichst frei in vertikaler Richtung bewegen.
Je nach Ausführung ist eine vertikale beziehungsweise begrenzt geneigte Montage vorgesehen.
Bei der Prozessplanung sind zu berücksichtigen
- Flansch- oder Gewindegröße,
- Behälteröffnung,
- Schwimmerdurchmesser,
- Montagerichtung,
- ausreichender Einbauraum.
Schwimmerdurchmesser nicht vergessen
Ein häufiger mechanischer Planungsfehler besteht darin, nur den Durchmesser des Gleitrohres zu betrachten.
Der Schwimmer kann jedoch erheblich größer sein.
Er muss entweder:
- durch die vorhandene Behälteröffnung eingeführt werden können
oder:
- erst nach dem Einführen des Gleitrohres montierbar sein.
Die konkrete Montageausführung sollte deshalb vor der Bestellung geklärt werden.
Kontinuierliche Messung und Grenzstand trennen
Eine kontinuierliche Füllstandsanzeige und eine unabhängige Überfüllsicherung sind funktional unterschiedliche Aufgaben.
Ein Reed-Füllstandtransmitter kann beispielsweise kontinuierlich:
0 … 100 %
anzeigen.
Wenn jedoch ein sicherheitsrelevanter:
High-High-Grenzstand
erforderlich ist, sollte geprüft werden, ob hierfür eine:
- separate Grenzstanderfassung,
- unabhängige Messmethode,
- entsprechend zugelassene Sicherheitseinrichtung
erforderlich ist.
Die kontinuierliche Betriebsanzeige sollte nicht automatisch als unabhängige Schutzfunktion betrachtet werden.
Praxisbeispiel: 1.500-mm-Tank
Ein Prozessbehälter besitzt eine nutzbare Füllstandsspanne von:
1.500 mm
Das Medium ist ein dünnflüssiges Prozessöl.
Anforderungen
- kontinuierliche Füllstandsanzeige,
- 4–20-mA-Ausgang,
- Auflösung besser als 10 mm,
- vertikale Montage von oben,
- Mediumsdichte im gesamten Betriebsbereich ausreichend für den gewählten Schwimmer.
Auswahl des Kontaktrasters
Ein Kontaktabstand von:
18 mm
kann bereits eine spezifizierte Auflösung von ungefähr:
9 mm
ermöglichen.
Damit wäre die definierte Anforderung grundsätzlich erfüllt.
Ist trotzdem 5 mm sinnvoll?
Nicht zwingend.
Ein 5-mm-Kontaktraster würde zwar eine feinere Auflösung ermöglichen, diese bringt aber nur dann einen praktischen Vorteil, wenn:
- der Prozess diese Auflösung benötigt,
- der Schwimmer ausreichend stabil geführt wird,
- die Flüssigkeitsoberfläche ruhig genug ist,
- die nachgeschaltete Anzeige die zusätzliche Information sinnvoll nutzt.
Schwimmerauswahl
Zusätzlich wird die niedrigste zu erwartende Mediumsdichte bei maximaler Prozesstemperatur betrachtet.
Danach wird ein Schwimmer gewählt, der bei dieser Dichte noch zuverlässig aufschwimmt und mechanisch zum Gleitrohr passt.
Ergebnis
Erst die Kombination aus:
Messlänge + Kontaktraster + Schwimmer + Dichte + Prozessanschluss + Ausgangssignal
definiert den tatsächlich passenden Reed-Füllstandtransmitter.
Typische Fehlerbilder
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|
| Anzeige ändert sich nur in großen Sprüngen | grobes Kontaktraster | Raster und spezifizierte Auflösung prüfen |
| Schwimmer sinkt ungewöhnlich tief ein | Mediumsdichte niedriger als vorgesehen | Dichte und Schwimmerauslegung prüfen |
| Messwert bleibt beim Entleeren hängen | Schwimmer klemmt oder Ablagerungen vorhanden | Gleitrohr und Schwimmer mechanisch prüfen |
| Messwert springt ständig um mehrere Stufen | bewegte Flüssigkeitsoberfläche | Einbauort und Dämpfung prüfen |
| 0-%-Punkt stimmt nicht mit Behälterboden überein | mechanischer Totbereich nicht berücksichtigt | aktive Messstrecke prüfen |
| 100-%-Punkt wird nicht erreicht | oberer Schwimmerweg begrenzt | Einbaulänge und obere Begrenzung prüfen |
| Schwimmer passt nicht durch Prozessöffnung | Schwimmerdurchmesser bei Planung vergessen | Montageweg und Prozessanschluss prüfen |
| Anzeige schwankt trotz ruhigem Füllstand | Vibration oder Magnet-/Kontaktproblem | mechanische Führung und Messkette prüfen |
| 4–20-mA-Signal stimmt nicht mit Schwimmerposition überein | Skalierung des Kopftransmitters falsch | 0-%- und 100-%-Punkte prüfen |
| Volumenanzeige ist trotz korrekter Höhenmessung falsch | nichtlineare Behältergeometrie | Tanklinearisierung hinterlegen |
| Messung verändert sich bei Produktwechsel | andere Mediumsdichte verändert Schwimmertiefgang | Dichtebereich und Schwimmer prüfen |
Empfohlener Auslegungsablauf
- Messaufgabe definieren: Füllstand, Volumenanzeige oder beides festlegen.
- Aktive Messstrecke bestimmen: Gewünschten 0-%- und 100-%-Punkt definieren.
- Medium festlegen: Werkstoffverträglichkeit berücksichtigen.
- Dichtebereich bestimmen: Minimal- und Maximaldichte über den Prozess berücksichtigen.
- Temperatur erfassen: Einfluss auf Dichte und Werkstoffe prüfen.
- Prozessdruck bestimmen: Schwimmer und Gleitrohr entsprechend auslegen.
- Schwimmer auswählen: Auftrieb, Magnet, Werkstoff und Abmessungen abstimmen.
- Gleitrohrdurchmesser auswählen: Länge, Stabilität und Schwimmer berücksichtigen.
- Kontaktraster bestimmen: Aus tatsächlich benötigter Auflösung ableiten.
- Auflösung prüfen: Kontaktabstand nicht mit Auflösung gleichsetzen.
- Totbereiche berücksichtigen: Mechanische Schwimmerbegrenzungen einplanen.
- Prozessanschluss prüfen: Gewinde, Flansch und Behälteröffnung festlegen.
- Schwimmerdurchmesser prüfen: Montage durch die Prozessöffnung sicherstellen.
- Einbauort bewerten: Turbulenz und seitliche Strömung vermeiden.
- Ausgangssignal auswählen: Potentiometer, 4–20 mA, HART oder Feldbus festlegen.
- Volumenlinearisierung prüfen: Bei nichtlinearen Behältern zusätzliche Kennlinie vorsehen.
- Grenzstandfunktion bewerten: Gegebenenfalls separate Sicherheitsfunktion vorsehen.
- Gesamtauslegung dokumentieren: Messlänge, Raster, Schwimmer, Dichte und Ausgang eindeutig festhalten.
Passende Reed-Füllstandtransmitter bei ICS Schneider
WIKA FLR-S, FLR-P und FLR-H für die Prozessindustrie
Die WIKA Typen FLR-S, FLR-P und FLR-H eignen sich für die kontinuierliche Füllstandsmessung zahlreicher flüssiger Medien.
Das Messprinzip basiert auf:
- Schwimmer mit Magnetsystem,
- Reed-Widerstandsmesskette im Gleitrohr,
- 3-Leiter-Potentiometerschaltung,
- quasikontinuierlicher Füllstanderfassung.
Die Produktfamilie bietet modellabhängig:
- verschiedene Kontaktraster,
- unterschiedliche Schwimmer,
- verschiedene Prozessanschlüsse,
- unterschiedliche Werkstoffe,
- optionale explosionsgeschützte Ausführungen.
Die Einsatzgrenzen reichen je nach Ausführung bis:
- Temperatur: -80 … +200 °C,
- Druck: Vakuum bis 80 bar,
- Grenzdichte: ab etwa 400 kg/m³.
Optional sind konfigurierbare Kopftransmitter für:
- 4–20 mA,
- HART,
- PROFIBUS PA,
- FOUNDATION Fieldbus
verfügbar.
WIKA FLR-SC mit 4–20 mA und Bluetooth
Der WIKA FLR-SC kombiniert die Reed-Messkette mit einem:
4 … 20 mA
Ausgang und zusätzlicher Bluetooth-Schnittstelle.
Über die Bluetooth-Verbindung können unter anderem der Messbereich beziehungsweise die 0-%- und 100-%-Marken des Kopftransmitters konfiguriert werden.
WIKA FLR-F für Lebensmittel- und Pharmaanwendungen
Für hygienisch anspruchsvollere Anwendungen steht der WIKA FLR-F zur Verfügung.
Die Baureihe ist für Anwendungen unter anderem in:
- Prozesswasser,
- Trinkwasser,
- Getränkeindustrie,
- Lebensmittelindustrie,
- Pharmaindustrie
ausgelegt.
Alternative bei besonders hoher Auflösungsanforderung
Wenn eine Auflösung im Bereich weniger Millimeter nicht ausreicht, sollte geprüft werden, ob ein anderes Messprinzip geeigneter ist.
Magnetostriktive Füllstandstransmitter wie die WIKA FLM-Baureihen ermöglichen modellabhängig eine Auflösung von deutlich unter:
1 mm
und sind deshalb für hochauflösendere Schwimmermessungen interessant.
Weitere Lösungen finden Sie unter Füllstandmesstechnik bei ICS Schneider.
Fazit
Ein Reed-Füllstandtransmitter ist eine robuste und vielseitige Lösung für die kontinuierliche Füllstandsmessung, wenn die mechanische und elektrische Auslegung konsequent auf die Anwendung abgestimmt wird.
Der Schwimmer ist ein Teil des Messsystems
Sein Auftrieb und sein Magnetsystem bestimmen unmittelbar, wie zuverlässig die Reed-Kette betätigt wird.
Die Mediumsdichte beeinflusst die Schwimmerposition
Bei geringer Dichte taucht der Schwimmer tiefer ein. Die Schwimmerauswahl muss deshalb den gesamten zu erwartenden Dichtebereich berücksichtigen.
Kontaktabstand und Auflösung sind nicht dasselbe
Ein 5-mm-Kontaktraster kann beispielsweise eine spezifizierte Auflösung von etwa 2,7 mm ermöglichen, während bei 18 mm Kontaktabstand etwa 9 mm erreicht werden können.
Die feinste Rasterung ist nicht immer erforderlich
Die gewählte Auflösung sollte zur realen Prozessanforderung, Behältergröße und Oberflächenruhe passen.
Mechanische Bewegungsfreiheit ist entscheidend
Ablagerungen, Turbulenz, seitliche Belastung oder ein ungeeigneter Schwimmer können die Messung stärker beeinflussen als die elektrische Auflösung der Reed-Kette.
Behälterhöhe und Messbereich müssen getrennt betrachtet werden
Totbereiche, Schwimmerbegrenzungen und Einbaulänge bestimmen, welcher Teil des Behälters tatsächlich als aktiver Messbereich verwendet werden kann.
Für die Praxis gilt
Messbereich festlegen → Medium und Dichtebereich bestimmen → Prozessdruck und Temperatur prüfen → geeigneten Schwimmer auswählen → Gleitrohr und mechanische Einbausituation festlegen → benötigte Messauflösung bestimmen → passendes Kontaktraster auswählen → Totbereiche berücksichtigen → Ausgangssignal festlegen → Behältergeometrie und gegebenenfalls Volumenlinearisierung berücksichtigen → unabhängige Grenzstandfunktionen separat bewerten.
FAQ: Reed-Füllstandtransmitter richtig auslegen
Was ist ein Reed-Füllstandtransmitter?
Ein Reed-Füllstandtransmitter ist ein kontinuierliches Füllstandsmessgerät, bei dem ein magnetischer Schwimmer entlang eines Gleitrohres eine darin angeordnete Reed-Widerstandsmesskette betätigt.
Wie funktioniert die Reed-Kette?
Im Gleitrohr befinden sich Reed-Kontakte und Widerstände. Das Magnetfeld des Schwimmers betätigt abhängig von seiner Position die entsprechenden Kontakte und verändert dadurch den elektrischen Widerstand der Messkette.
Ist ein Reed-Füllstandtransmitter eine kontinuierliche Messung?
Die Messung ist aufgrund des Kontaktrasters fein abgestuft und wird deshalb als quasikontinuierlich bezeichnet.
Was bedeutet Kontaktraster?
Das Kontaktraster beschreibt den Abstand der einzelnen Reed-Kontakte beziehungsweise Schaltpositionen entlang der Messkette.
Welche Kontaktraster gibt es?
Bei den entsprechenden WIKA-Reed-Messketten sind je nach Ausführung beispielsweise 5, 10, 15 und 18 mm möglich.
Ist ein 5-mm-Raster automatisch auf 5 mm genau?
Nein. Kontaktabstand und spezifizierte Messauflösung sind unterschiedliche Größen. Bei entsprechenden WIKA-Ausführungen wird für 5 mm Kontaktabstand beispielsweise eine Auflösung von etwa 2,7 mm angegeben.
Welche Auflösung ergibt sich bei 10 mm Kontaktraster?
Je nach Ausführung liegt die spezifizierte Auflösung bei ungefähr 5,5 mm.
Welche Auflösung ergibt sich bei 15 mm Kontaktraster?
Je nach Ausführung liegt sie bei ungefähr 7,5 mm.
Welche Auflösung ergibt sich bei 18 mm Kontaktraster?
Bei entsprechenden Ausführungen liegt die spezifizierte Auflösung bei ungefähr 9 mm.
Ist die kleinste Rasterung immer die beste Wahl?
Nein. Die Rasterung sollte aus der tatsächlich benötigten Prozessauflösung abgeleitet werden. Eine höhere Auflösung bringt keinen praktischen Vorteil, wenn beispielsweise Wellenbewegung oder Prozessschwankungen wesentlich größer sind.
Welche Aufgabe hat der Magnet im Schwimmer?
Er betätigt berührungslos die Reed-Kontakte der Messkette durch die Wandung des Gleitrohres.
Kann ich einen beliebigen Schwimmer verwenden?
Nein. Magnetsystem, Schwimmerabmessungen, Dichtebereich und Gleitrohr müssen zueinander passen.
Warum ist die Dichte des Mediums wichtig?
Die Dichte bestimmt die Auftriebskraft und damit, wie tief der Schwimmer in die Flüssigkeit eintaucht.
Was passiert bei zu geringer Mediumsdichte?
Der Schwimmer taucht tiefer ein. Ist die Dichte zu gering für die gewählte Ausführung, kann der Schwimmer seine vorgesehene Messfunktion nicht mehr zuverlässig erfüllen.
Welche minimale Dichte unterstützen WIKA-FLR-Füllstandtransmitter?
Für verschiedene FLR-Ausführungen wird eine Grenzdichte ab etwa 400 kg/m³ angegeben. Die konkrete Schwimmerauswahl hängt jedoch von der jeweiligen Gerätekonfiguration und den Prozessbedingungen ab.
Kann eine Dichteänderung den Messwert beeinflussen?
Ja. Eine Dichteänderung verändert den Schwimmertiefgang und damit die Lage des Magnetsystems relativ zur tatsächlichen Flüssigkeitsoberfläche.
Welche Gleitrohrdurchmesser sind möglich?
Je nach FLR-Ausführung sind beispielsweise 8, 12, 14 oder 18 mm verfügbar.
Warum wird für lange Messstrecken ein größeres Gleitrohr benötigt?
Mit zunehmender Länge steigen die Anforderungen an die mechanische Stabilität des Gleitrohres. Die maximal zulässige Länge hängt deshalb unter anderem vom Rohrdurchmesser ab.
Ist die Einbaulänge gleich dem Messbereich?
Nicht zwangsläufig. Mechanische Schwimmerbegrenzungen und konstruktive Totbereiche können die aktive Messstrecke verkürzen.
Warum kann der Schwimmer nicht bis ganz auf den Behälterboden fahren?
Am unteren Rohrende befindet sich üblicherweise eine mechanische Schwimmerbegrenzung. Zusätzlich besitzt der Schwimmer selbst eine bestimmte Bauhöhe.
Kann Turbulenz die Messung beeinflussen?
Ja. Eine stark bewegte Flüssigkeitsoberfläche führt zu einer entsprechenden Bewegung des Schwimmers und kann dadurch einen schwankenden Messwert verursachen.
Was kann man bei einer unruhigen Flüssigkeitsoberfläche tun?
Der Einbauort kann optimiert, Abstand zu Befüllleitungen geschaffen, ein Beruhigungsrohr verwendet oder das Ausgangssignal entsprechend gedämpft werden.
Sind Reed-Füllstandtransmitter für klebrige Medien geeignet?
Das hängt von der Anwendung ab. Starke Ablagerungen oder klebrige Medien können die freie Schwimmerbewegung behindern und dadurch die Messung beeinträchtigen.
Welches Ausgangssignal besitzt eine Reed-Messkette?
Die Grundausführung arbeitet als Widerstandsmesskette beziehungsweise 3-Leiter-Potentiometerschaltung. Über geeignete Messumformer können daraus industrielle Ausgangssignale erzeugt werden.
Ist 4–20 mA möglich?
Ja. Die WIKA-FLR-Baureihen können je nach Ausführung mit einem Kopftransmitter für 4–20 mA ausgestattet werden.
Ist HART möglich?
Ja. Für entsprechende FLR-Ausführungen sind konfigurierbare Kopftransmitter mit 4–20 mA und HART verfügbar.
Kann ein Reed-Füllstandtransmitter direkt das Tankvolumen messen?
Er misst zunächst die Füllstandshöhe beziehungsweise Schwimmerposition. Bei nichtlinearen Behältergeometrien muss die Umrechnung in Volumen über eine entsprechende Tankkennlinie erfolgen.
Warum stimmt bei einem liegenden Tank die Prozentanzeige nicht automatisch mit dem Volumen überein?
Weil sich die Querschnittsfläche mit der Füllhöhe verändert. Deshalb ist der Zusammenhang zwischen Füllhöhe und Volumen nicht linear.
Kann ein Reed-Füllstandtransmitter gleichzeitig als Überfüllsicherung dienen?
Eine kontinuierliche Betriebsanzeige und eine sicherheitsrelevante Grenzstandfunktion sind getrennt zu bewerten. Je nach Anwendung ist eine unabhängige und entsprechend zugelassene Grenzstanderfassung erforderlich.
Welcher WIKA-Reed-Füllstandtransmitter eignet sich für Prozessanwendungen?
Die WIKA FLR-S, FLR-P und FLR-H sind speziell für kontinuierliche Füllstandsmessungen in zahlreichen industriellen Flüssigkeitsanwendungen vorgesehen.
Gibt es einen Reed-Füllstandtransmitter mit Bluetooth?
Ja. Der WIKA FLR-SC kombiniert ein 4–20-mA-Ausgangssignal mit einer Bluetooth-Schnittstelle zur Konfiguration und Füllstandsüberwachung.
Welche Alternative gibt es für deutlich höhere Auflösung?
Für besonders hohe Auflösungsanforderungen können magnetostriktive Schwimmer-Füllstandtransmitter eine geeignete Alternative sein. Entsprechende WIKA-FLM-Ausführungen erreichen modellabhängig Auflösungen von weniger als 0,1 mm.
Wo finde ich weitere Füllstandmesstechnik?
Weitere Geräte finden Sie unter Füllstandmesstechnik bei ICS Schneider.
