PRCD-S und mobile Personenschutzschalter prüfen: Schutzleiterüberwachung und Auslösefunktion richtig testen

PRCD S prüfen mit MultiTest HT700 – RCD bei der elektrischen Geräteprüfung
→ Produktkategorie: Elektrische Mess- und Prüfgeräte

 

Ein mobiler Personenschutzschalter lässt sich einschalten.

Die Kontrollanzeige signalisiert:

Betriebsbereit

und beim Betätigen der Prüftaste schaltet das Gerät ab.

Ist der PRCD-S damit vollständig geprüft?

Nein.

Eine PRCD-S besitzt gegenüber einer einfachen Fehlerstrom-Schutzeinrichtung zusätzliche Schutz- und Überwachungsfunktionen. Deshalb reicht es bei einer wiederkehrenden Prüfung nicht aus, lediglich die Testtaste zu betätigen.

Abhängig von Bauart und Hersteller müssen unter anderem bewertet werden:

  • Schutzleiterverbindung,
  • Isolationswiderstand,
  • Schutzleiterstrom,
  • Berührungsstrom,
  • Fehlerstrom-Auslösung,
  • Auslösezeit,
  • Schutzleiterüberwachung,
  • Unterspannungsauslösung,
  • Erkennung von Leiterunterbrechungen,
  • Erkennung von Leitervertauschungen,
  • gegebenenfalls Fremdspannungserkennung am Schutzleiter.

Besonders wichtig ist:

Eine PRCD-S ist nicht einfach „ein FI-Schalter im Kabel“. Ihre erweiterten Sicherheitsfunktionen müssen bei der Prüfung berücksichtigt werden.

Die aktuelle DGUV Information 203-070 behandelt ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen deshalb ausdrücklich als besondere elektrische Betriebsmittel und weist darauf hin, dass Prüfablauf und Messverfahren an die konkrete PRCD-Bauart angepasst werden müssen.

Geeignete Prüfgeräte finden Sie bei ICS Schneider unter Elektrische Mess- und Prüfgeräte sowie speziell unter Geräteprüfung / VDE-Prüfgeräte.

Was ist eine PRCD-S?

PRCD steht für:

Portable Residual Current Device

also eine:

ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung

Eine PRCD-S besitzt einen erweiterten Schutzumfang

Sie kombiniert den Fehlerstromschutz mit zusätzlichen Überwachungsfunktionen der Stromversorgung.

Typische Einsatzbereiche sind

  • Bau- und Montagestellen,
  • Service- und Instandhaltungsarbeiten,
  • mobile elektrische Betriebsmittel,
  • temporäre Stromversorgungen,
  • Arbeitsplätze, an denen eine vorhandene Steckdose genutzt werden muss, deren Schutzmaßnahmen nicht ohne Weiteres beurteilt werden können.

Die PRCD-S befindet sich dabei typischerweise

zwischen:

vorhandener Steckdose → PRCD-S → elektrisches Betriebsmittel

Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin

einen Fehlerstrom zu erkennen.

Sie soll abhängig von der Ausführung zusätzlich beurteilen, ob bestimmte sicherheitsrelevante Bedingungen der Versorgung erfüllt sind.

PRCD, PRCD-S und stationäre RCD unterscheiden

Die Begriffe werden in der Praxis häufig vermischt.

Stationäre RCD

Eine stationäre Fehlerstrom-Schutzeinrichtung ist Bestandteil der festen elektrischen Anlage.

PRCD

Eine PRCD ist dagegen eine ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.

PRCD-S

Die Zusatzbezeichnung:

S = Safety

steht für eine Ausführung mit erweitertem Schutzumfang.

Die DGUV Information 203-070 unterscheidet deshalb ausdrücklich

zwischen:

  • RCD,
  • PRCD,
  • PRCD-S,
  • PRCD-K.

Für die Prüfpraxis bedeutet das

Der Prüfablauf einer einfachen RCD darf nicht automatisch auf jede PRCD-S übertragen werden.

Der interne Aufbau kann sich beispielsweise durch:

  • geschalteten Schutzleiter,
  • Unterspannungsauslösung,
  • zusätzliche Schutzleiterüberwachung,
  • interne Elektronik

deutlich unterscheiden.

Welche Schutzfunktionen besitzt eine PRCD-S?

Zu den wesentlichen Funktionen einer PRCD-S gehören je nach Geräteausführung:

  • Fehlerstromschutz,
  • Überwachung der Versorgungsspannung,
  • Überwachung des Schutzleiters,
  • Erkennung einer Schutzleiterunterbrechung,
  • Erkennung gefährlicher Spannung am Schutzleiter,
  • Aufrechterhaltung der Schutzleiterfunktion bei bestimmten Fremdspannungszuständen,
  • gegebenenfalls Neutralleiterüberwachung,
  • gegebenenfalls Erkennung von Leitervertauschungen,
  • Unterspannungsauslösung.

Damit überwacht das Gerät nicht nur

Fehlerstrom des angeschlossenen Verbrauchers

sondern auch bestimmte Eigenschaften der:

Versorgungsseite

Genau daraus ergibt sich

der zusätzliche Prüfbedarf.

Warum reicht die Testtaste nicht aus?

Nahezu jede Fehlerstrom-Schutzeinrichtung besitzt eine Testtaste.

Durch ihre Betätigung

wird intern eine Bedingung erzeugt, die eine Auslösung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung hervorrufen soll.

Damit lässt sich grundsätzlich feststellen

ob:

die mechanische beziehungsweise interne Auslösefunktion grundsätzlich reagiert

Die Testtaste beantwortet jedoch nicht vollständig

  • bei welchem tatsächlichen Differenzstrom die PRCD auslöst,
  • wie schnell sie auslöst,
  • ob der Schutzleiter elektrisch korrekt durchverbunden wird,
  • ob die Schutzleiterüberwachung funktioniert,
  • ob Leiterfehler erkannt werden,
  • ob eine Unterspannungsauslösung funktioniert,
  • ob Isolations- und Ableitstromwerte zulässig sind.

Deshalb gilt

Testtaste = Funktionsprobe, aber nicht vollständige sicherheitstechnische Prüfung.

Welche Prüfgrundlage ist relevant?

Für wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel ist insbesondere die:

DIN EN 50699 (VDE 0702)

relevant.

Für die praktische Durchführung

enthält die aktuelle:

DGUV Information 203-070

umfangreiche Hinweise.

Die Ausgabe April 2026

behandelt PRCDs ausdrücklich in einem eigenen Abschnitt.

Dort wird hervorgehoben

dass sich die Prüfperson wegen der unterschiedlichen technischen Bauarten mit:

  • Funktionsweise,
  • notwendigen Prüfvorgängen,
  • Herstellerinformationen

vertraut machen muss.

Das ist ein wichtiger Punkt

Der Hersteller des konkreten PRCD-S kann zusätzliche Prüfungen oder besondere Messmethoden vorgeben. Ein universeller Prüfablauf für jede am Markt vorhandene Bauart ist deshalb nicht sinnvoll.

1. Besichtigen: Mechanischen Zustand prüfen

Wie bei anderen ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln beginnt die Prüfung mit einer sorgfältigen Sichtprüfung.

Geprüft werden sollten unter anderem

  • Gehäuse,
  • Netzstecker,
  • Kupplung beziehungsweise Steckdosen,
  • Anschlussleitung,
  • Zugentlastungen,
  • Knickschutztüllen,
  • Schutzkontakte,
  • Bedienelemente,
  • Testtaste,
  • Statusanzeigen,
  • Kennzeichnungen.

Besonders kritisch sind

  • gequetschte Leitungen,
  • beschädigte Außenmäntel,
  • sichtbare Adern,
  • verbrannte Kontakte,
  • lockere Steckkontakte,
  • gebrochene Gehäuseteile,
  • Feuchtigkeitseintritt,
  • starke Verschmutzung.

Bei Einsatz auf Baustellen

ist die mechanische Beanspruchung häufig wesentlich höher als bei typischen Bürogeräten.

Deshalb kann bereits die Sichtprüfung

einen sicherheitsrelevanten Mangel erkennen, bevor eine elektrische Messung durchgeführt wird.

2. Schutzleiterwiderstand richtig messen

Der Schutzleiter ist eine zentrale Schutzfunktion der PRCD-S.

Grundsätzlich soll geprüft werden

ob zwischen den vorgesehenen Schutzleiterkontakten eine ausreichend niederohmige und zuverlässige Verbindung besteht.

Bei einer einfachen Verlängerungsleitung

ist das Prinzip relativ einfach:

PE Eingang → Leitung → PE Ausgang

Bei einer PRCD-S kann es komplizierter sein

weil der Schutzleiter abhängig von der Bauart:

  • geschaltet wird,
  • über Überwachungsbauteile geführt wird,
  • erst bei vorhandener Netzversorgung durchgeschaltet werden kann.

Deshalb

kann eine Widerstandsmessung an einer ausgeschalteten PRCD-S scheinbar einen:

unterbrochenen Schutzleiter

anzeigen, obwohl dies konstruktionsbedingt ist.

Die entscheidende Frage lautet daher

Unter welchen Betriebsbedingungen wird der PE bei diesem PRCD-S durchgeschaltet?

Hier sind

Geräteanleitung, Herstellerinformationen und der geeignete Prüfablauf maßgebend.

Warum der geschaltete Schutzleiter eine Besonderheit ist

Ein geschalteter Schutzleiter wirkt zunächst ungewöhnlich.

Bei einer PRCD-S

ist er Bestandteil der zusätzlichen Sicherheitslogik.

Die DGUV Information 203-070 weist ausdrücklich darauf hin

dass bei einer PRCD-S die Durchschaltung des Schutzleiters erst bei vorhandener Netzversorgung möglich sein kann.

Für die Prüfperson bedeutet dies

ein einfaches:

Ohmmeter an Eingang und Ausgang anschließen

ist nicht zwangsläufig ausreichend.

Ein geeignetes Prüfgerät beziehungsweise ein vorgesehener Prüfadapter

muss den tatsächlichen Betriebszustand der PRCD-S berücksichtigen.

Wichtig

Ein vermeintlich „offener PE“ darf nicht vorschnell als Defekt beurteilt werden, wenn die Schaltung des Schutzleiters konstruktiv von der Netzversorgung und der internen Sicherheitsprüfung abhängt.

3. Isolationswiderstand eingangs- und ausgangsseitig prüfen

Bei einem normalen Verlängerungskabel ist der gesamte Strompfad unmittelbar zugänglich.

Bei einer PRCD-S

befinden sich jedoch:

  • Schaltkontakte,
  • Überwachungsschaltungen,
  • elektronische Komponenten

innerhalb des Geräts.

Die aktuelle DGUV Information 203-070 sieht deshalb bei PRCDs

eine Isolationswiderstandsmessung:

eingangsseitig und ausgangsseitig

vor.

Das ist besonders wichtig

wenn der PRCD-S im ausgeschalteten Zustand bestimmte Leiter trennt.

Würde nur von einer Seite geprüft

könnte ein Teil der internen beziehungsweise nachgeschalteten Isolation von der Messung nicht vollständig erfasst werden.

Zusätzliche Besonderheit

Interne Bauteile zur Überwachung von Sicherheitsfunktionen können den gemessenen Isolationswiderstand beeinflussen.

Wenn ein Messwert unerwartet niedrig ist

sollte daher nicht unmittelbar auf einen Isolationsfehler geschlossen werden.

Stattdessen sind

  • Herstellerangaben,
  • zulässige Prüfspannung,
  • interne Beschaltung,
  • vorgesehene Messmethode

zu berücksichtigen.

4. Schutzleiter- und Berührungsstrom prüfen

Zur vollständigen Bewertung können auch aktive Strommessungen erforderlich sein.

Die DGUV Information 203-070 nennt hierfür

  • Schutzleiterstrom,
  • Berührungsstrom.

Diese Messungen können abhängig vom Prüfling

mit der:

direkten Methode

oder:

Differenzstrommethode

durchgeführt werden.

Eine Besonderheit bei der PRCD-S

ist:

Für diese aktive Messung muss die PRCD-S eingeschaltet sein.

Bei leitfähigen Gehäuseteilen

die nicht mit dem Schutzleiter verbunden sind, kann zusätzlich eine Berührungsstrommessung erforderlich sein.

Damit wird deutlich

dass eine reine passive Widerstandsprüfung den Zustand einer PRCD-S nicht vollständig beschreibt.

5. Testtaste richtig bewerten

Die Testtaste gehört trotzdem zum Prüfablauf.

Sie dient zur Funktionsprüfung

der integrierten Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.

Bei Betätigung muss

die vorgesehene Abschaltung erfolgen.

Ein Problem liegt vor

wenn beispielsweise:

  • die PRCD nicht auslöst,
  • die Taste mechanisch beschädigt ist,
  • die Auslösung nur sporadisch erfolgt,
  • das Gerät anschließend nicht korrekt zurückgesetzt werden kann.

Aber auch bei erfolgreicher Auslösung gilt

Testtaste bestanden ≠ vollständige PRCD-S-Prüfung bestanden

6. Fehlerstrom-Auslösung messen

Die tatsächliche Auslösung muss mit einem dafür geeigneten Prüfgerät überprüft werden.

Dabei wird ein definierter Differenzstrom erzeugt

und festgestellt:

  • ob die PRCD auslöst,
  • bei welchem Prüfstrom sie auslöst,
  • wie lange die Abschaltung benötigt.

Entscheidend ist der Bemessungsdifferenzstrom

des konkreten Geräts.

Typische Werte können beispielsweise sein

IΔn = 10 mA

oder:

IΔn = 30 mA

Der Prüfstrom muss deshalb

zur:

Bemessung der PRCD

passen.

Eine Prüfung mit irgendeinem beliebigen Fehlerstrom

liefert keine belastbare Aussage über die korrekte Schutzfunktion.

Auslösezeit richtig interpretieren

Neben dem Auslösestrom ist die:

Abschaltzeit

von Bedeutung.

Die DGUV Information 203-070 weist für die PRCD-Prüfung darauf hin

dass die tatsächlichen Abschaltzeiten im Normalfall deutlich unter:

0,3 s

liegen sollten.

Dieser Wert sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden

Die Beurteilung muss sich an:

  • Gerätetyp,
  • Bemessungsdifferenzstrom,
  • Herstellerangaben,
  • anzuwendenden technischen Regeln

orientieren.

Ein Prüfgerät sollte deshalb

nicht nur:

Ausgelöst / Nicht ausgelöst

anzeigen, sondern möglichst auch die:

gemessene Auslösezeit

dokumentieren.

7. Schutzleiterüberwachung prüfen

Die Schutzleiterüberwachung ist eine der wesentlichen Zusatzfunktionen einer PRCD-S.

Das Gerät soll abhängig von seiner Bauart erkennen können

wenn beispielsweise:

kein ordnungsgemäßer Schutzleiter vorhanden ist

Diese Funktion ist besonders relevant

wenn mobile elektrische Betriebsmittel an vorhandene Steckdosen angeschlossen werden, deren Zustand vor der Nutzung nicht vollständig bekannt ist.

Eine vollständige Prüfung muss deshalb

nicht nur die Durchgängigkeit des PE bewerten.

Es muss gegebenenfalls auch geprüft werden

ob die:

Überwachungsfunktion auf einen simulierten Fehler korrekt reagiert

Dazu dürfen jedoch

keine improvisierten gefährlichen Netzverdrahtungen verwendet werden.

Geeignet sind

dafür vorgesehene:

  • Prüfadapter,
  • Prüfschaltungen,
  • PRCD-Prüfprogramme eines geeigneten Gerätetesters.

8. Fremdspannung am Schutzleiter berücksichtigen

Eine weitere besondere Schutzfunktion bestimmter PRCD-S-Bauarten ist die Erkennung einer:

gefährlichen Fremdspannung am Schutzleiter

Diese Funktion ist sicherheitstechnisch besonders wichtig

weil ein unter Spannung stehender Schutzleiter dazu führen kann, dass:

berührbare leitfähige Gehäuseteile gefährliche Spannung führen

Die DGUV Information 203-070 weist darauf hin

dass Hersteller für PRCD-S teilweise zusätzliche Prüfmethoden zur Kontrolle dieser Funktion vorgeben.

Die Fehlersimulation

kann beispielsweise mit:

  • geeignetem Netzadapter,
  • berührungssicheren Prüfbuchsen,
  • speziell vorgesehenen Umschalteinrichtungen

erfolgen.

Wichtig

Die Fremdspannungserkennung darf nicht durch eigenmächtiges Auflegen einer gefährlichen Spannung auf einen frei zugänglichen Schutzleiterkontakt getestet werden.

9. Unterspannungsauslösung prüfen

Viele PRCD-S besitzen eine Unterspannungsauslösung.

Diese sorgt dafür

dass das Gerät bei bestimmten Versorgungsunterbrechungen oder Spannungszuständen abschaltet.

Abhängig von der Bauart

kann anschließend ein:

manuelles Wiedereinschalten

erforderlich sein.

Dadurch soll beispielsweise verhindert werden

dass ein angeschlossenes Betriebsmittel nach Wiederkehr der Versorgungsspannung unerwartet selbstständig wieder versorgt wird.

Bei der Prüfung ist deshalb zu kontrollieren

ob die vom Hersteller vorgesehene:

Unterspannungs- und Wiederanlauffunktion

korrekt arbeitet.

10. Leiterunterbrechung und Leitervertauschung prüfen

Abhängig vom Typ der PRCD-S können weitere Fehlerzustände überwacht werden.

Dazu gehören beispielsweise

  • Schutzleiterunterbrechung,
  • Neutralleiterunterbrechung,
  • Leitervertauschung.

Die aktuelle DGUV Information nennt

die Prüfung beziehungsweise Erprobung solcher zusätzlichen Sicherheitsfunktionen ausdrücklich.

Ob und welche dieser Funktionen vorhanden sind

muss jedoch für das konkrete Gerät geprüft werden.

Deshalb gilt

Nicht jede PRCD-S darf anhand einer pauschalen Liste identischer Fehlerzustände bewertet werden. Herstellerangaben und Geräteausführung sind entscheidend.

Fehlersimulation nur mit geeignetem Prüfaufbau

Die Prüfung einer Schutzleiterüberwachung erfordert teilweise die Simulation eines fehlerhaften Versorgungszustands.

Solche Prüfungen dürfen nicht

durch improvisiertes Umklemmen einer normalen Netzsteckdose durchgeführt werden.

Stattdessen sollte ein Prüfaufbau verwendet werden

der:

  • für die jeweilige Prüfaufgabe vorgesehen ist,
  • berührungssichere Anschlüsse besitzt,
  • definierte Fehlerzustände erzeugt,
  • die Prüfperson nicht unnötig gefährdet,
  • zur konkreten PRCD-Ausführung passt.

Besonders praktisch

ist ein Gerätetester, bei dem:

PRCD-S-Prüfabläufe

bereits vorgesehen sind.

Dadurch werden

  • Prüfreihenfolge,
  • Anschluss,
  • Messung,
  • Bewertung,
  • Dokumentation

deutlich reproduzierbarer.

Funktionskontrolle vor der Benutzung und formale Wiederholungsprüfung unterscheiden

Zwei Vorgänge sollten nicht miteinander verwechselt werden.

Kontrolle vor der Verwendung

Der Anwender kontrolliert beispielsweise:

  • Gehäuse,
  • Leitung,
  • Stecker,
  • ordnungsgemäßes Einschalten,
  • gegebenenfalls Testtaste.

Wiederkehrende Prüfung

Die wiederkehrende sicherheitstechnische Prüfung ist wesentlich umfangreicher.

Sie umfasst

je nach Bauart:

  • Besichtigen,
  • Messen,
  • Erproben,
  • Bewerten,
  • Dokumentieren.

Damit gilt

Funktionskontrolle vor Einsatz ≠ wiederkehrende elektrische Prüfung

Beide Maßnahmen

haben unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich.

PRCD-S an mobilen Verteilungen und Verlängerungsleitungen

In der Praxis befindet sich eine PRCD-S häufig nicht als einzelnes Bauteil auf dem Prüftisch.

Sie kann Bestandteil sein von

  • Verlängerungsleitungen,
  • mobilen Stromverteilern,
  • Anschlussleitungen von Maschinen,
  • Baustellenverteilungen,
  • Serviceausrüstungen.

Dann muss die Prüfung

die gesamte relevante Einheit berücksichtigen.

Bei einer Verlängerungsleitung beispielsweise

sind zusätzlich relevant:

  • Leitungszustand,
  • Schutzleiterwiderstand,
  • Isolationszustand,
  • Stecker- und Kupplungsbelegung,
  • gegebenenfalls Verdrahtungstest.

Die PRCD-S-Funktion kommt zusätzlich hinzu

und ersetzt diese Prüfungen nicht.

Deshalb ist ein Gerätetester mit

Leitungsprüfung + PRCD-Prüfung

in solchen Anwendungen besonders sinnvoll.

Was muss ein Prüfgerät für PRCD-S können?

Ein universeller Gerätetester kann zahlreiche elektrische Sicherheitsprüfungen durchführen.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch

dass er auch:

PRCD-S vollständig prüfen kann

Bei der Auswahl sollte deshalb gezielt geprüft werden

ob das Gerät beziehungsweise die entsprechende Option die benötigte PRCD-Bauart unterstützt.

Sinnvolle Funktionen sind beispielsweise

  • Schutzleiterwiderstandsmessung,
  • Isolationswiderstandsmessung,
  • aktive Ableitstrommessung,
  • RCD-/PRCD-Auslöseprüfung,
  • Messung der Auslösezeit,
  • PRCD-S-spezifischer Prüfablauf,
  • Verdrahtungsprüfung,
  • automatische Prüfschritte,
  • Gut-/Schlecht-Bewertung,
  • Messwertspeicher,
  • Prüflingsdatenbank,
  • Protokollierung.

Besonders bei größeren Prüfbeständen

sind automatische Prüfabläufe hilfreich.

Sie reduzieren das Risiko

dass beispielsweise:

  • eine Teilprüfung vergessen wird,
  • ein falscher Prüfstrom gewählt wird,
  • Messwerte nicht dem richtigen Prüfling zugeordnet werden.

Prüfergebnisse richtig dokumentieren

Eine sicherheitstechnische Prüfung endet nicht mit:

Gerät funktioniert

Eine nachvollziehbare Dokumentation sollte mindestens erkennen lassen

  • eindeutige Identifikation des Prüflings,
  • PRCD-Typ beziehungsweise Bauart,
  • Hersteller und Typbezeichnung,
  • Prüfdatum,
  • Prüfperson,
  • verwendetes Prüfgerät,
  • Ergebnis der Sichtprüfung,
  • relevante Messwerte,
  • Auslöseverhalten,
  • Ergebnis zusätzlicher Sicherheitsfunktionen,
  • Gesamtbewertung.

Bei der RCD-Funktion

ist es beispielsweise sinnvoll, nicht nur:

BESTANDEN

zu speichern, sondern auch:

  • Bemessungsdifferenzstrom,
  • verwendeten Prüfstrom,
  • gemessene Auslösezeit.

Bei einem Fehler

sollte außerdem eindeutig dokumentiert werden:

welche Schutzfunktion nicht ordnungsgemäß arbeitet

Das ist wesentlich aussagekräftiger als

PRCD defekt

Empfohlener Prüfablauf für PRCD-S

  1. Prüfling eindeutig identifizieren: Hersteller, Typ, Bemessungsstrom und Bemessungsdifferenzstrom erfassen.
  2. Geräteunterlagen prüfen: Herstelleranleitung und gegebenenfalls spezielle Prüfvorgaben berücksichtigen.
  3. Bauart feststellen: PRCD, PRCD-S, PRCD-S+ oder PRCD-K nicht miteinander verwechseln.
  4. Sichtprüfung durchführen: Gehäuse, Anschlussleitung, Stecker, Kupplung, Zugentlastung, Bedienelemente und Kennzeichnung kontrollieren.
  5. Prüfgerät kontrollieren: Geeigneten Gerätetester, Adapter und korrekte Prüffunktion auswählen.
  6. Schutzleiterpfad beurteilen: Prüfen, ob der PE konstruktiv geschaltet wird.
  7. Schutzleiterwiderstand messen: Messung entsprechend der PRCD-Bauart und Herstellerangabe durchführen.
  8. Isolationswiderstand eingangsseitig prüfen: Vorgesehene Prüfspannung und interne Elektronik berücksichtigen.
  9. Isolationswiderstand ausgangsseitig prüfen: Auch den durch Schaltkontakte getrennten Bereich berücksichtigen.
  10. PRCD-S einschalten: Für aktive Messungen den vorgeschriebenen Betriebszustand herstellen.
  11. Schutzleiterstrom prüfen: Geeignete aktive Messmethode verwenden.
  12. Berührungsstrom prüfen: Soweit aufgrund der Bauart erforderlich.
  13. Testtaste betätigen: Grundsätzliche Auslösefunktion kontrollieren.
  14. Bemessungsdifferenzstrom einstellen: Prüfparameter passend zum konkreten PRCD auswählen.
  15. Auslöseprüfung durchführen: Wirksamkeit der Fehlerstromabschaltung kontrollieren.
  16. Auslösezeit erfassen: Messwert mit den anzuwendenden Vorgaben bewerten.
  17. Unterspannungsauslösung prüfen: Falls diese Funktion vorhanden ist.
  18. Schutzleiterüberwachung prüfen: Vorgesehene Prüfsequenz beziehungsweise Prüfadapter verwenden.
  19. Leiterunterbrechung prüfen: Soweit vom Gerät unterstützt und vom Hersteller vorgesehen.
  20. Leitervertauschung prüfen: Ausschließlich mit geeignetem sicheren Prüfaufbau.
  21. Fremdspannungserkennung prüfen: Falls hierfür eine Herstellervorgabe besteht.
  22. Wiederanlaufverhalten prüfen: Falls Bestandteil der konkreten PRCD-Funktion.
  23. Gesamtergebnis bewerten: Alle Schutzfunktionen gemeinsam beurteilen.
  24. Messwerte speichern: Nicht nur Gut-/Schlecht-Status dokumentieren.
  25. Prüfprotokoll erstellen: Prüfling eindeutig der Prüfung zuordnen.

Typische Fehler bei der Prüfung von PRCD-S

Beobachtung Mögliche Ursache Sinnvolle Prüfung
PRCD-S lässt sich nicht einschalten Versorgungsfehler, Schutzleiterproblem oder interne Störung Versorgung und vorgesehene Schutzfunktionen mit geeignetem Prüfaufbau kontrollieren
Schutzleiter erscheint bei passiver Widerstandsmessung unterbrochen PE wird innerhalb der PRCD-S geschaltet Herstellerangabe und vorgesehenen Betriebszustand berücksichtigen
Testtaste funktioniert, Auslöseprüfung aber nicht RCD-Funktion außerhalb der zulässigen Kennwerte oder ungeeigneter Prüfaufbau Bemessungsdifferenzstrom und Auslöseprüfung kontrollieren
PRCD löst aus, aber Auslösezeit ist auffällig Alterung, interne Störung oder ungeeignete Prüfparameter Auslösezeit reproduzierbar messen und Herstellerangaben prüfen
Isolationswert ist unerwartet niedrig Interne Überwachungselektronik beeinflusst die Messung Herstellervorgaben und zulässige Prüfspannung prüfen
Eingangsseite ist unauffällig, Ausgangsseite zeigt Fehler Isolationsfehler hinter den internen Schaltkontakten Ein- und Ausgangsseite getrennt bewerten
Schutzleiterwiderstand schwankt Leitungsschaden, Kontaktproblem oder beschädigte Steckverbindung Leitung bewegen und Steckkontakte kontrollieren
PRCD-S reagiert auf simulierten PE-Fehler nicht wie erwartet Schutzleiterüberwachung fehlerhaft oder falscher Prüfablauf Herstellerabhängige PRCD-S-Prüfsequenz verwenden
Unterspannung führt nicht zum erwarteten Zustand Unterspannungsauslösung fehlerhaft oder Bauart anders ausgeführt Gerätefunktion mit Herstellerunterlagen vergleichen
Gerät schaltet nach Spannungswiederkehr unerwartet ein Wiederanlauffunktion beziehungsweise Bauart prüfen Vorgesehenes Verhalten des konkreten PRCD-S kontrollieren
Prüfung ergibt unterschiedliche Ergebnisse bei mehreren Prüfpersonen Manuelle Prüfschritte oder unterschiedliche Prüfparameter Standardisierten automatischen Prüfablauf verwenden
Messwerte vorhanden, aber keine eindeutige Aussage zur PE-Überwachung Nur klassische Geräteprüfung durchgeführt PRCD-S-spezifische Zusatzfunktionen separat erproben

Praxisbeispiel: PRCD-S einer mobilen Baustellenversorgung prüfen

Eine mobile Anschlussleitung mit integrierter PRCD-S wird regelmäßig auf verschiedenen Baustellen eingesetzt.

Gerätedaten

Bemessungsdifferenzstrom:

IΔn = 30 mA

Aufgabe

Wiederkehrende Prüfung der kompletten Einheit einschließlich:

  • Leitung,
  • Stecker,
  • PRCD-S,
  • Schutzleiterfunktion.

Schritt 1: Sichtprüfung

Die Leitung weist keine sichtbaren Beschädigungen auf.

Stecker, Gehäuse und Zugentlastungen sind mechanisch intakt.

Schritt 2: Bauart identifizieren

Es wird festgestellt:

PRCD-S mit erweitertem Schutzumfang

Schritt 3: Schutzleiterprüfung

Der Prüfablauf berücksichtigt, dass der Schutzleiter innerhalb der PRCD-S geschaltet wird.

Die Messung erfolgt deshalb im für diese Bauart vorgesehenen Prüfzustand.

Schritt 4: Isolation

Ein- und Ausgangsseite werden entsprechend dem vorgesehenen Prüfverfahren kontrolliert.

Schritt 5: Aktive Messungen

Die PRCD-S wird eingeschaltet und die erforderlichen Schutzleiter- beziehungsweise Berührungsstrommessungen werden durchgeführt.

Schritt 6: Testtaste

Die integrierte Prüfeinrichtung löst die PRCD-S aus.

Schritt 7: RCD-Prüfung

Mit dem für:

IΔn = 30 mA

passenden Prüfablauf werden Auslösefunktion und Auslösezeit gemessen.

Schritt 8: Zusatzfunktionen

Mit dem vorgesehenen Prüfadapter werden die für die konkrete Bauart relevanten:

  • Schutzleiterüberwachungsfunktionen,
  • Leiterfehler,
  • Unterspannungsfunktion

erprobt.

Schritt 9: Dokumentation

Gespeichert werden:

  • Prüflings-ID,
  • Messwerte,
  • Auslösezeit,
  • Ergebnis der zusätzlichen Schutzfunktionen,
  • Gesamtbewertung.

Ergebnis

Erst die Kombination aus klassischer Geräteprüfung, tatsächlicher RCD-Auslöseprüfung und Erprobung der zusätzlichen PRCD-S-Sicherheitsfunktionen ermöglicht eine belastbare Bewertung.

Passende ICS-Produkte für die Prüfung von PRCD-S

MultiTest HT700 – RCD DGUV Vorschrift 3 Tester

Für die hier beschriebene Aufgabe eignet sich besonders der bei ICS angebotene:

MultiTest HT700 – RCD

ICS nennt ausdrücklich

  • Prüfung mobiler Personenschutzschalter PRCD 2- und 3-polig,
  • PRCD Typ S,
  • PRCD Typ S+,
  • PRCD Typ K,
  • Prüfung von RCD Typ AC, A, F, B und B+,
  • automatische und manuelle Prüfabläufe,
  • Standard-, erweiterte und kundenspezifische Sichtprüfungen,
  • Datenbankverwaltung von Kunden und Betriebsmitteln,
  • individuelle Prüfabläufe und Prüfintervalle,
  • eindeutige Gut-/Schlecht-Bewertung,
  • Datenspeicherung über SD-Karte.

Gerade für PRCD-S-Prüfungen ist relevant

dass das Gerät nicht lediglich allgemeine RCD-Messungen bietet, sondern von ICS ausdrücklich für:

PRCD S / S+ / K

angegeben wird.

Dadurch eignet sich das MultiTest HT700 – RCD besonders

für Prüforganisationen, bei denen regelmäßig:

  • mobile Personenschutzschalter,
  • Verlängerungsleitungen,
  • elektrische Betriebsmittel

geprüft und dokumentiert werden müssen.

C.A 6108 Gerätetester

Eine weitere bei ICS verfügbare Lösung ist der:

C.A 6108 Gerätetester

ICS nennt unter anderem

  • Schutzleiterwiderstandsmessung mit 200 mA und 10 A Prüfstrom,
  • Prüfung von Verlängerungsleitungen,
  • RCD Typ A/B bei entsprechenden Anwendungen,
  • PRCD, PRCD-S und PRCD-K als Option,
  • automatischen Prüfablauf mit Klartextanweisungen,
  • Anschlusspiktogramme,
  • Gut-/Schlecht-Bewertung über LEDs,
  • Funktionstest mit Leistungsmessung,
  • Speicher für bis zu 100.000 Messungen,
  • Datenaustausch über USB,
  • Datenbanksoftware.

Damit ist der C.A 6108 besonders interessant

wenn:

klassische Geräteprüfung + Leitungsprüfung + optionale PRCD-Prüfung

mit einem Gerät kombiniert werden sollen.

HT-Power 0701/0702 3P CL

Für umfangreiche ein- und dreiphasige Prüfaufgaben führt ICS außerdem den:

HT-Power 0701/0702 3P CL

Das System bietet unter anderem

  • Prüfung von Schuko- und CEE-Prüflingen,
  • Verdrahtungstest für Verlängerungsleitungen,
  • automatische und manuelle Prüfabläufe,
  • Prüfung des Netzanschlusses auf Drehfeld und PE,
  • aktive Leistungsmessung,
  • Prüflingsspeicher.

Für RCD- beziehungsweise PRCD-Anwendungen

ist eine entsprechende:

RCD-Prüfoption

verfügbar.

Welche Lösung passt?

Anwendung Passende ICS-Lösung
Gezielte Prüfung von PRCD Typ S, S+ und K MultiTest HT700 – RCD
Geräte- und Verlängerungsleitungsprüfung mit optionaler PRCD-S-Prüfung C.A 6108
Umfangreiche Prüfung ein- und dreiphasiger Betriebsmittel mit RCD-/PRCD-Option HT-Power 0701/0702 3P CL mit entsprechender RCD-Option
Prüfungen mit strukturierten automatischen Abläufen und umfangreicher Dokumentation MultiTest HT700 – RCD oder C.A 6108 entsprechend der konkreten Prüfaufgabe

Weitere Lösungen finden Sie unter Elektrische Mess- und Prüfgeräte bei ICS Schneider und unter Geräteprüfung / VDE-Prüfgeräte.

Fazit

Eine PRCD-S ist wesentlich mehr als eine mobile Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.

Sie kombiniert

Fehlerstromschutz + Überwachung zusätzlicher sicherheitsrelevanter Netzbedingungen

Deshalb reicht eine Betätigung der Testtaste nicht aus

Eine vollständige wiederkehrende Prüfung muss abhängig von Bauart und Hersteller weitere Eigenschaften berücksichtigen.

Besonders wichtig ist der Schutzleiter

Bei einer PRCD-S kann dieser konstruktiv geschaltet und in zusätzliche Überwachungsschaltungen eingebunden sein.

Dadurch muss auch die Schutzleiterprüfung

an die konkrete Gerätefunktion angepasst werden.

Die Isolationsmessung besitzt ebenfalls eine Besonderheit

Bei PRCDs muss abhängig vom Aufbau:

Eingangsseite + Ausgangsseite

berücksichtigt werden.

Die RCD-Funktion muss tatsächlich gemessen werden

Neben der Testtaste sind:

  • Bemessungsdifferenzstrom,
  • Auslösung,
  • Auslösezeit

zu bewerten.

Zusätzliche PRCD-S-Funktionen müssen erprobt werden

Dazu können je nach Ausführung gehören:

  • Schutzleiterüberwachung,
  • Unterspannungsauslösung,
  • Leiterunterbrechung,
  • Leitervertauschung,
  • Fremdspannungserkennung am Schutzleiter.

Ein geeignetes Prüfgerät vereinfacht diesen Ablauf erheblich

Der MultiTest HT700 – RCD wird von ICS ausdrücklich für PRCD Typ S, S+ und K angeboten.

Der C.A 6108 unterstützt PRCD, PRCD-S und PRCD-K mit entsprechender Option.

Für die Praxis gilt deshalb

PRCD-Typ identifizieren → Herstellerunterlagen prüfen → Sichtprüfung durchführen → Schutzleiteraufbau berücksichtigen → Schutzleiterwiderstand prüfen → Isolation ein- und ausgangsseitig prüfen → PRCD einschalten → Schutzleiter- und gegebenenfalls Berührungsstrom messen → Testtaste prüfen → Bemessungsdifferenzstrom einstellen → Auslösefunktion und Auslösezeit messen → zusätzliche Schutzleiter- und Netzüberwachungsfunktionen mit geeignetem Prüfaufbau erproben → Wiederanlaufverhalten prüfen → sämtliche Messwerte dokumentieren → Gesamtbewertung durchführen.

FAQ: PRCD-S und mobile Personenschutzschalter richtig prüfen

Was bedeutet PRCD?

PRCD steht für Portable Residual Current Device und bezeichnet eine ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.

Was bedeutet PRCD-S?

PRCD-S steht für eine ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit erweitertem Schutzumfang.

Ist eine PRCD-S dasselbe wie ein normaler FI-Schalter?

Nein. Neben der Fehlerstromfunktion besitzt eine PRCD-S zusätzliche Überwachungsfunktionen, insbesondere in Bezug auf die Versorgung und den Schutzleiter.

Was überwacht eine PRCD-S?

Je nach Bauart unter anderem Fehlerstrom, Versorgungsspannung, Schutzleiterzustand, Schutzleiterunterbrechung und mögliche gefährliche Spannung am Schutzleiter.

Wo werden PRCD-S eingesetzt?

Typische Einsatzbereiche sind Bau- und Montagestellen, Serviceeinsätze, Instandhaltungsarbeiten und mobile Stromversorgungen.

Reicht die Testtaste für die Prüfung einer PRCD-S?

Nein. Die Testtaste ist nur ein Teil der Funktionsprüfung. Eine vollständige wiederkehrende Prüfung umfasst weitere Messungen und die Erprobung zusätzlicher Schutzfunktionen.

Muss der Schutzleiterwiderstand geprüft werden?

Ja. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, ob der Schutzleiter innerhalb der konkreten PRCD-S geschaltet wird.

Warum zeigt eine ausgeschaltete PRCD-S manchmal keinen PE-Durchgang?

Bei bestimmten Bauarten wird der Schutzleiter erst bei vorhandener Netzversorgung und nach erfolgreicher interner Sicherheitsprüfung durchgeschaltet.

Ist ein fehlender PE-Durchgang bei ausgeschalteter PRCD-S automatisch ein Defekt?

Nein. Zunächst muss geprüft werden, wie der Schutzleiter bei der konkreten Geräteausführung konstruktiv geschaltet wird.

Muss der Isolationswiderstand einer PRCD-S geprüft werden?

Ja. Die DGUV Information 203-070 beschreibt für PRCDs eine Prüfung auf der Eingangs- und Ausgangsseite.

Warum muss die Isolation auf beiden Seiten geprüft werden?

Interne Schaltkontakte können im ausgeschalteten Zustand Teile des Strompfads trennen. Eine einseitige Messung würde dann möglicherweise nicht alle relevanten Bereiche erfassen.

Können interne Elektronikbauteile die Isolationsmessung beeinflussen?

Ja. Deshalb müssen bei auffälligen Messwerten die Herstellerangaben und die zulässige Prüfspannung berücksichtigt werden.

Muss die PRCD-S für Ableitstrommessungen eingeschaltet sein?

Bei den von der DGUV beschriebenen aktiven Schutzleiter- und Berührungsstrommessungen muss die PRCD-S eingeschaltet sein.

Was wird bei der RCD-Auslöseprüfung gemessen?

Es wird geprüft, ob die PRCD bei einem definierten Differenzstrom abschaltet und welche Auslösezeit dabei erreicht wird.

Welcher Prüfstrom muss verwendet werden?

Der Prüfstrom muss zum Bemessungsdifferenzstrom der konkreten PRCD passen, beispielsweise 10 mA oder 30 mA.

Wie schnell muss eine PRCD auslösen?

Die Bewertung richtet sich nach Gerät, Bemessungswerten, Herstellerangaben und anzuwendenden Regeln. Die DGUV Information 203-070 weist darauf hin, dass die tatsächlichen Abschaltzeiten im Normalfall deutlich unter 0,3 Sekunden liegen sollten.

Was ist die Schutzleiterüberwachung einer PRCD-S?

Sie dient dazu, bestimmte Fehler des Schutzleiters beziehungsweise der Versorgung zu erkennen und abhängig von der Geräteausführung das Einschalten zu verhindern oder entsprechend zu reagieren.

Was bedeutet Fremdspannung am Schutzleiter?

Damit ist eine unerwünschte gefährliche Spannung am PE gemeint, die beispielsweise berührbare leitfähige Gehäuseteile gefährlich machen könnte.

Muss die Fremdspannungserkennung geprüft werden?

Wenn diese Funktion vorhanden ist und der Hersteller eine entsprechende Prüfung vorsieht, sollte sie im Rahmen der dafür vorgesehenen Prüfung erprobt werden.

Darf ich dafür den Schutzleiter einer normalen Steckdose manipulieren?

Nein. Solche Fehlersimulationen sollten ausschließlich mit dafür vorgesehenen sicheren Prüfadaptern beziehungsweise Prüfeinrichtungen durch eine entsprechend qualifizierte Prüfperson durchgeführt werden.

Was ist eine Unterspannungsauslösung?

Sie sorgt abhängig von der Geräteausführung dafür, dass die PRCD bei Verlust oder unzulässiger Absenkung der Versorgungsspannung abschaltet.

Warum ist ein Wiederanlaufschutz sinnvoll?

Er verhindert, dass ein angeschlossenes Betriebsmittel nach Wiederkehr der Versorgungsspannung unbeabsichtigt automatisch wieder mit Energie versorgt wird.

Muss eine PRCD-S Leiterunterbrechungen erkennen?

Das hängt von der konkreten Bauart ab. Die vorhandenen Sicherheitsfunktionen müssen anhand der Herstellerinformationen festgestellt und entsprechend geprüft werden.

Kann eine PRCD-S eine Leitervertauschung erkennen?

Je nach Ausführung können entsprechende Überwachungsfunktionen vorhanden sein.

Wer darf eine wiederkehrende Prüfung durchführen?

Die Prüfung muss durch eine für die Prüfaufgabe entsprechend qualifizierte beziehungsweise befähigte Prüfperson durchgeführt und fachlich bewertet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Funktionskontrolle und Wiederholungsprüfung?

Eine Funktionskontrolle vor der Benutzung dient der unmittelbaren Gebrauchskontrolle. Die wiederkehrende Prüfung umfasst dagegen systematisches Besichtigen, Messen, Erproben, Bewerten und Dokumentieren.

Muss eine PRCD-S auch geprüft werden, wenn die Testtaste regelmäßig betätigt wird?

Ja. Die regelmäßige Betätigung der Testtaste ersetzt die vollständige wiederkehrende Prüfung nicht.

Welches Prüfgerät von ICS eignet sich besonders für PRCD-S?

Der MultiTest HT700 – RCD ist besonders passend, weil ICS ausdrücklich die Prüfung von PRCD Typ S, S+ und K nennt.

Welche PRCD-Typen kann der MultiTest HT700 – RCD prüfen?

ICS nennt mobile Personenschutzschalter PRCD in 2- und 3-poliger Ausführung sowie die Typen S, S+ und K.

Kann der MultiTest HT700 – RCD auch normale RCDs prüfen?

Ja. ICS nennt RCD Typ AC, A, F, B und B+.

Unterstützt der C.A 6108 PRCD-S?

Ja. ICS nennt die Prüfung von PRCD, PRCD-S und PRCD-K als Option.

Was misst der C.A 6108 zusätzlich?

Unter anderem Schutzleiterwiderstand, elektrische Sicherheitswerte, Verlängerungsleitungen und Funktion beziehungsweise Leistung des Prüflings.

Warum sind automatische Prüfabläufe sinnvoll?

Sie helfen, die vorgesehenen Prüfschritte in einer reproduzierbaren Reihenfolge durchzuführen und reduzieren das Risiko ausgelassener Teilprüfungen.

Was sollte im Prüfprotokoll stehen?

Mindestens Prüflingsidentifikation, Prüfdatum, Prüfperson, verwendetes Prüfgerät, Sichtprüfung, relevante Messwerte, Auslöseprüfung, zusätzliche Schutzfunktionen und Gesamtbewertung.

Sollte nur Gut oder Schlecht gespeichert werden?

Nein. Wo möglich sollten auch die zugrunde liegenden Messwerte wie Auslösezeit, Prüfstrom und Widerstandswerte dokumentiert werden.

Wo finde ich den MultiTest HT700 – RCD bei ICS Schneider?

Weitere Informationen finden Sie unter MultiTest HT700 – RCD bei ICS Schneider.

Wo finde ich den C.A 6108 bei ICS Schneider?

Weitere Informationen finden Sie unter C.A 6108 Gerätetester bei ICS Schneider.

Wo finde ich den HT-Power 0701/0702 3P CL bei ICS Schneider?

Weitere Informationen finden Sie unter HT-Power 0701/0702 3P CL bei ICS Schneider.

Wo finde ich weitere elektrische Mess- und Prüfgeräte bei ICS Schneider?

Eine Übersicht finden Sie unter Elektrische Mess- und Prüfgeräte bei ICS Schneider.

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