Ein mobiler Personenschutzschalter lässt sich einschalten.
Die Kontrollanzeige signalisiert:
Betriebsbereit
und beim Betätigen der Prüftaste schaltet das Gerät ab.
Ist der PRCD-S damit vollständig geprüft?
Nein.
Eine PRCD-S besitzt gegenüber einer einfachen Fehlerstrom-Schutzeinrichtung zusätzliche Schutz- und Überwachungsfunktionen. Deshalb reicht es bei einer wiederkehrenden Prüfung nicht aus, lediglich die Testtaste zu betätigen.
Abhängig von Bauart und Hersteller müssen unter anderem bewertet werden:
- Schutzleiterverbindung,
- Isolationswiderstand,
- Schutzleiterstrom,
- Berührungsstrom,
- Fehlerstrom-Auslösung,
- Auslösezeit,
- Schutzleiterüberwachung,
- Unterspannungsauslösung,
- Erkennung von Leiterunterbrechungen,
- Erkennung von Leitervertauschungen,
- gegebenenfalls Fremdspannungserkennung am Schutzleiter.
Besonders wichtig ist:
Eine PRCD-S ist nicht einfach „ein FI-Schalter im Kabel“. Ihre erweiterten Sicherheitsfunktionen müssen bei der Prüfung berücksichtigt werden.
Die aktuelle DGUV Information 203-070 behandelt ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen deshalb ausdrücklich als besondere elektrische Betriebsmittel und weist darauf hin, dass Prüfablauf und Messverfahren an die konkrete PRCD-Bauart angepasst werden müssen.
Geeignete Prüfgeräte finden Sie bei ICS Schneider unter Elektrische Mess- und Prüfgeräte sowie speziell unter Geräteprüfung / VDE-Prüfgeräte.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine PRCD-S?
- PRCD, PRCD-S und stationäre RCD unterscheiden
- Welche Schutzfunktionen besitzt eine PRCD-S?
- Warum reicht die Testtaste nicht aus?
- Welche Prüfgrundlage ist relevant?
- 1. Besichtigen: Mechanischen Zustand prüfen
- 2. Schutzleiterwiderstand richtig messen
- Warum der geschaltete Schutzleiter eine Besonderheit ist
- 3. Isolationswiderstand eingangs- und ausgangsseitig prüfen
- 4. Schutzleiter- und Berührungsstrom prüfen
- 5. Testtaste richtig bewerten
- 6. Fehlerstrom-Auslösung messen
- Auslösezeit richtig interpretieren
- 7. Schutzleiterüberwachung prüfen
- 8. Fremdspannung am Schutzleiter berücksichtigen
- 9. Unterspannungsauslösung prüfen
- 10. Leiterunterbrechung und Leitervertauschung prüfen
- Fehlersimulation nur mit geeignetem Prüfaufbau
- Funktionskontrolle vor der Benutzung und formale Wiederholungsprüfung unterscheiden
- PRCD-S an mobilen Verteilungen und Verlängerungsleitungen
- Was muss ein Prüfgerät für PRCD-S können?
- Prüfergebnisse richtig dokumentieren
- Empfohlener Prüfablauf
- Typische Fehlerbilder
- Praxisbeispiel: PRCD-S einer mobilen Baustellenversorgung
- Passende ICS-Produkte
- Fazit
- FAQ
Was ist eine PRCD-S?
PRCD steht für:
Portable Residual Current Device
also eine:
ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung
Eine PRCD-S besitzt einen erweiterten Schutzumfang
Sie kombiniert den Fehlerstromschutz mit zusätzlichen Überwachungsfunktionen der Stromversorgung.
Typische Einsatzbereiche sind
- Bau- und Montagestellen,
- Service- und Instandhaltungsarbeiten,
- mobile elektrische Betriebsmittel,
- temporäre Stromversorgungen,
- Arbeitsplätze, an denen eine vorhandene Steckdose genutzt werden muss, deren Schutzmaßnahmen nicht ohne Weiteres beurteilt werden können.
Die PRCD-S befindet sich dabei typischerweise
zwischen:
vorhandener Steckdose → PRCD-S → elektrisches Betriebsmittel
Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin
einen Fehlerstrom zu erkennen.
Sie soll abhängig von der Ausführung zusätzlich beurteilen, ob bestimmte sicherheitsrelevante Bedingungen der Versorgung erfüllt sind.
PRCD, PRCD-S und stationäre RCD unterscheiden
Die Begriffe werden in der Praxis häufig vermischt.
Stationäre RCD
Eine stationäre Fehlerstrom-Schutzeinrichtung ist Bestandteil der festen elektrischen Anlage.
PRCD
Eine PRCD ist dagegen eine ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.
PRCD-S
Die Zusatzbezeichnung:
S = Safety
steht für eine Ausführung mit erweitertem Schutzumfang.
Die DGUV Information 203-070 unterscheidet deshalb ausdrücklich
zwischen:
- RCD,
- PRCD,
- PRCD-S,
- PRCD-K.
Für die Prüfpraxis bedeutet das
Der Prüfablauf einer einfachen RCD darf nicht automatisch auf jede PRCD-S übertragen werden.
Der interne Aufbau kann sich beispielsweise durch:
- geschalteten Schutzleiter,
- Unterspannungsauslösung,
- zusätzliche Schutzleiterüberwachung,
- interne Elektronik
deutlich unterscheiden.
Welche Schutzfunktionen besitzt eine PRCD-S?
Zu den wesentlichen Funktionen einer PRCD-S gehören je nach Geräteausführung:
- Fehlerstromschutz,
- Überwachung der Versorgungsspannung,
- Überwachung des Schutzleiters,
- Erkennung einer Schutzleiterunterbrechung,
- Erkennung gefährlicher Spannung am Schutzleiter,
- Aufrechterhaltung der Schutzleiterfunktion bei bestimmten Fremdspannungszuständen,
- gegebenenfalls Neutralleiterüberwachung,
- gegebenenfalls Erkennung von Leitervertauschungen,
- Unterspannungsauslösung.
Damit überwacht das Gerät nicht nur
Fehlerstrom des angeschlossenen Verbrauchers
sondern auch bestimmte Eigenschaften der:
Versorgungsseite
Genau daraus ergibt sich
der zusätzliche Prüfbedarf.
Warum reicht die Testtaste nicht aus?
Nahezu jede Fehlerstrom-Schutzeinrichtung besitzt eine Testtaste.
Durch ihre Betätigung
wird intern eine Bedingung erzeugt, die eine Auslösung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung hervorrufen soll.
Damit lässt sich grundsätzlich feststellen
ob:
die mechanische beziehungsweise interne Auslösefunktion grundsätzlich reagiert
Die Testtaste beantwortet jedoch nicht vollständig
- bei welchem tatsächlichen Differenzstrom die PRCD auslöst,
- wie schnell sie auslöst,
- ob der Schutzleiter elektrisch korrekt durchverbunden wird,
- ob die Schutzleiterüberwachung funktioniert,
- ob Leiterfehler erkannt werden,
- ob eine Unterspannungsauslösung funktioniert,
- ob Isolations- und Ableitstromwerte zulässig sind.
Deshalb gilt
Testtaste = Funktionsprobe, aber nicht vollständige sicherheitstechnische Prüfung.
Welche Prüfgrundlage ist relevant?
Für wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel ist insbesondere die:
DIN EN 50699 (VDE 0702)
relevant.
Für die praktische Durchführung
enthält die aktuelle:
DGUV Information 203-070
umfangreiche Hinweise.
Die Ausgabe April 2026
behandelt PRCDs ausdrücklich in einem eigenen Abschnitt.
Dort wird hervorgehoben
dass sich die Prüfperson wegen der unterschiedlichen technischen Bauarten mit:
- Funktionsweise,
- notwendigen Prüfvorgängen,
- Herstellerinformationen
vertraut machen muss.
Das ist ein wichtiger Punkt
Der Hersteller des konkreten PRCD-S kann zusätzliche Prüfungen oder besondere Messmethoden vorgeben. Ein universeller Prüfablauf für jede am Markt vorhandene Bauart ist deshalb nicht sinnvoll.
1. Besichtigen: Mechanischen Zustand prüfen
Wie bei anderen ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln beginnt die Prüfung mit einer sorgfältigen Sichtprüfung.
Geprüft werden sollten unter anderem
- Gehäuse,
- Netzstecker,
- Kupplung beziehungsweise Steckdosen,
- Anschlussleitung,
- Zugentlastungen,
- Knickschutztüllen,
- Schutzkontakte,
- Bedienelemente,
- Testtaste,
- Statusanzeigen,
- Kennzeichnungen.
Besonders kritisch sind
- gequetschte Leitungen,
- beschädigte Außenmäntel,
- sichtbare Adern,
- verbrannte Kontakte,
- lockere Steckkontakte,
- gebrochene Gehäuseteile,
- Feuchtigkeitseintritt,
- starke Verschmutzung.
Bei Einsatz auf Baustellen
ist die mechanische Beanspruchung häufig wesentlich höher als bei typischen Bürogeräten.
Deshalb kann bereits die Sichtprüfung
einen sicherheitsrelevanten Mangel erkennen, bevor eine elektrische Messung durchgeführt wird.
2. Schutzleiterwiderstand richtig messen
Der Schutzleiter ist eine zentrale Schutzfunktion der PRCD-S.
Grundsätzlich soll geprüft werden
ob zwischen den vorgesehenen Schutzleiterkontakten eine ausreichend niederohmige und zuverlässige Verbindung besteht.
Bei einer einfachen Verlängerungsleitung
ist das Prinzip relativ einfach:
PE Eingang → Leitung → PE Ausgang
Bei einer PRCD-S kann es komplizierter sein
weil der Schutzleiter abhängig von der Bauart:
- geschaltet wird,
- über Überwachungsbauteile geführt wird,
- erst bei vorhandener Netzversorgung durchgeschaltet werden kann.
Deshalb
kann eine Widerstandsmessung an einer ausgeschalteten PRCD-S scheinbar einen:
unterbrochenen Schutzleiter
anzeigen, obwohl dies konstruktionsbedingt ist.
Die entscheidende Frage lautet daher
Unter welchen Betriebsbedingungen wird der PE bei diesem PRCD-S durchgeschaltet?
Hier sind
Geräteanleitung, Herstellerinformationen und der geeignete Prüfablauf maßgebend.
Warum der geschaltete Schutzleiter eine Besonderheit ist
Ein geschalteter Schutzleiter wirkt zunächst ungewöhnlich.
Bei einer PRCD-S
ist er Bestandteil der zusätzlichen Sicherheitslogik.
Die DGUV Information 203-070 weist ausdrücklich darauf hin
dass bei einer PRCD-S die Durchschaltung des Schutzleiters erst bei vorhandener Netzversorgung möglich sein kann.
Für die Prüfperson bedeutet dies
ein einfaches:
Ohmmeter an Eingang und Ausgang anschließen
ist nicht zwangsläufig ausreichend.
Ein geeignetes Prüfgerät beziehungsweise ein vorgesehener Prüfadapter
muss den tatsächlichen Betriebszustand der PRCD-S berücksichtigen.
Wichtig
Ein vermeintlich „offener PE“ darf nicht vorschnell als Defekt beurteilt werden, wenn die Schaltung des Schutzleiters konstruktiv von der Netzversorgung und der internen Sicherheitsprüfung abhängt.
3. Isolationswiderstand eingangs- und ausgangsseitig prüfen
Bei einem normalen Verlängerungskabel ist der gesamte Strompfad unmittelbar zugänglich.
Bei einer PRCD-S
befinden sich jedoch:
- Schaltkontakte,
- Überwachungsschaltungen,
- elektronische Komponenten
innerhalb des Geräts.
Die aktuelle DGUV Information 203-070 sieht deshalb bei PRCDs
eine Isolationswiderstandsmessung:
eingangsseitig und ausgangsseitig
vor.
Das ist besonders wichtig
wenn der PRCD-S im ausgeschalteten Zustand bestimmte Leiter trennt.
Würde nur von einer Seite geprüft
könnte ein Teil der internen beziehungsweise nachgeschalteten Isolation von der Messung nicht vollständig erfasst werden.
Zusätzliche Besonderheit
Interne Bauteile zur Überwachung von Sicherheitsfunktionen können den gemessenen Isolationswiderstand beeinflussen.
Wenn ein Messwert unerwartet niedrig ist
sollte daher nicht unmittelbar auf einen Isolationsfehler geschlossen werden.
Stattdessen sind
- Herstellerangaben,
- zulässige Prüfspannung,
- interne Beschaltung,
- vorgesehene Messmethode
zu berücksichtigen.
4. Schutzleiter- und Berührungsstrom prüfen
Zur vollständigen Bewertung können auch aktive Strommessungen erforderlich sein.
Die DGUV Information 203-070 nennt hierfür
- Schutzleiterstrom,
- Berührungsstrom.
Diese Messungen können abhängig vom Prüfling
mit der:
direkten Methode
oder:
Differenzstrommethode
durchgeführt werden.
Eine Besonderheit bei der PRCD-S
ist:
Für diese aktive Messung muss die PRCD-S eingeschaltet sein.
Bei leitfähigen Gehäuseteilen
die nicht mit dem Schutzleiter verbunden sind, kann zusätzlich eine Berührungsstrommessung erforderlich sein.
Damit wird deutlich
dass eine reine passive Widerstandsprüfung den Zustand einer PRCD-S nicht vollständig beschreibt.
5. Testtaste richtig bewerten
Die Testtaste gehört trotzdem zum Prüfablauf.
Sie dient zur Funktionsprüfung
der integrierten Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.
Bei Betätigung muss
die vorgesehene Abschaltung erfolgen.
Ein Problem liegt vor
wenn beispielsweise:
- die PRCD nicht auslöst,
- die Taste mechanisch beschädigt ist,
- die Auslösung nur sporadisch erfolgt,
- das Gerät anschließend nicht korrekt zurückgesetzt werden kann.
Aber auch bei erfolgreicher Auslösung gilt
Testtaste bestanden ≠ vollständige PRCD-S-Prüfung bestanden
6. Fehlerstrom-Auslösung messen
Die tatsächliche Auslösung muss mit einem dafür geeigneten Prüfgerät überprüft werden.
Dabei wird ein definierter Differenzstrom erzeugt
und festgestellt:
- ob die PRCD auslöst,
- bei welchem Prüfstrom sie auslöst,
- wie lange die Abschaltung benötigt.
Entscheidend ist der Bemessungsdifferenzstrom
des konkreten Geräts.
Typische Werte können beispielsweise sein
IΔn = 10 mA
oder:
IΔn = 30 mA
Der Prüfstrom muss deshalb
zur:
Bemessung der PRCD
passen.
Eine Prüfung mit irgendeinem beliebigen Fehlerstrom
liefert keine belastbare Aussage über die korrekte Schutzfunktion.
Auslösezeit richtig interpretieren
Neben dem Auslösestrom ist die:
Abschaltzeit
von Bedeutung.
Die DGUV Information 203-070 weist für die PRCD-Prüfung darauf hin
dass die tatsächlichen Abschaltzeiten im Normalfall deutlich unter:
0,3 s
liegen sollten.
Dieser Wert sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden
Die Beurteilung muss sich an:
- Gerätetyp,
- Bemessungsdifferenzstrom,
- Herstellerangaben,
- anzuwendenden technischen Regeln
orientieren.
Ein Prüfgerät sollte deshalb
nicht nur:
Ausgelöst / Nicht ausgelöst
anzeigen, sondern möglichst auch die:
gemessene Auslösezeit
dokumentieren.
7. Schutzleiterüberwachung prüfen
Die Schutzleiterüberwachung ist eine der wesentlichen Zusatzfunktionen einer PRCD-S.
Das Gerät soll abhängig von seiner Bauart erkennen können
wenn beispielsweise:
kein ordnungsgemäßer Schutzleiter vorhanden ist
Diese Funktion ist besonders relevant
wenn mobile elektrische Betriebsmittel an vorhandene Steckdosen angeschlossen werden, deren Zustand vor der Nutzung nicht vollständig bekannt ist.
Eine vollständige Prüfung muss deshalb
nicht nur die Durchgängigkeit des PE bewerten.
Es muss gegebenenfalls auch geprüft werden
ob die:
Überwachungsfunktion auf einen simulierten Fehler korrekt reagiert
Dazu dürfen jedoch
keine improvisierten gefährlichen Netzverdrahtungen verwendet werden.
Geeignet sind
dafür vorgesehene:
- Prüfadapter,
- Prüfschaltungen,
- PRCD-Prüfprogramme eines geeigneten Gerätetesters.
8. Fremdspannung am Schutzleiter berücksichtigen
Eine weitere besondere Schutzfunktion bestimmter PRCD-S-Bauarten ist die Erkennung einer:
gefährlichen Fremdspannung am Schutzleiter
Diese Funktion ist sicherheitstechnisch besonders wichtig
weil ein unter Spannung stehender Schutzleiter dazu führen kann, dass:
berührbare leitfähige Gehäuseteile gefährliche Spannung führen
Die DGUV Information 203-070 weist darauf hin
dass Hersteller für PRCD-S teilweise zusätzliche Prüfmethoden zur Kontrolle dieser Funktion vorgeben.
Die Fehlersimulation
kann beispielsweise mit:
- geeignetem Netzadapter,
- berührungssicheren Prüfbuchsen,
- speziell vorgesehenen Umschalteinrichtungen
erfolgen.
Wichtig
Die Fremdspannungserkennung darf nicht durch eigenmächtiges Auflegen einer gefährlichen Spannung auf einen frei zugänglichen Schutzleiterkontakt getestet werden.
9. Unterspannungsauslösung prüfen
Viele PRCD-S besitzen eine Unterspannungsauslösung.
Diese sorgt dafür
dass das Gerät bei bestimmten Versorgungsunterbrechungen oder Spannungszuständen abschaltet.
Abhängig von der Bauart
kann anschließend ein:
manuelles Wiedereinschalten
erforderlich sein.
Dadurch soll beispielsweise verhindert werden
dass ein angeschlossenes Betriebsmittel nach Wiederkehr der Versorgungsspannung unerwartet selbstständig wieder versorgt wird.
Bei der Prüfung ist deshalb zu kontrollieren
ob die vom Hersteller vorgesehene:
Unterspannungs- und Wiederanlauffunktion
korrekt arbeitet.
10. Leiterunterbrechung und Leitervertauschung prüfen
Abhängig vom Typ der PRCD-S können weitere Fehlerzustände überwacht werden.
Dazu gehören beispielsweise
- Schutzleiterunterbrechung,
- Neutralleiterunterbrechung,
- Leitervertauschung.
Die aktuelle DGUV Information nennt
die Prüfung beziehungsweise Erprobung solcher zusätzlichen Sicherheitsfunktionen ausdrücklich.
Ob und welche dieser Funktionen vorhanden sind
muss jedoch für das konkrete Gerät geprüft werden.
Deshalb gilt
Nicht jede PRCD-S darf anhand einer pauschalen Liste identischer Fehlerzustände bewertet werden. Herstellerangaben und Geräteausführung sind entscheidend.
Fehlersimulation nur mit geeignetem Prüfaufbau
Die Prüfung einer Schutzleiterüberwachung erfordert teilweise die Simulation eines fehlerhaften Versorgungszustands.
Solche Prüfungen dürfen nicht
durch improvisiertes Umklemmen einer normalen Netzsteckdose durchgeführt werden.
Stattdessen sollte ein Prüfaufbau verwendet werden
der:
- für die jeweilige Prüfaufgabe vorgesehen ist,
- berührungssichere Anschlüsse besitzt,
- definierte Fehlerzustände erzeugt,
- die Prüfperson nicht unnötig gefährdet,
- zur konkreten PRCD-Ausführung passt.
Besonders praktisch
ist ein Gerätetester, bei dem:
PRCD-S-Prüfabläufe
bereits vorgesehen sind.
Dadurch werden
- Prüfreihenfolge,
- Anschluss,
- Messung,
- Bewertung,
- Dokumentation
deutlich reproduzierbarer.
Funktionskontrolle vor der Benutzung und formale Wiederholungsprüfung unterscheiden
Zwei Vorgänge sollten nicht miteinander verwechselt werden.
Kontrolle vor der Verwendung
Der Anwender kontrolliert beispielsweise:
- Gehäuse,
- Leitung,
- Stecker,
- ordnungsgemäßes Einschalten,
- gegebenenfalls Testtaste.
Wiederkehrende Prüfung
Die wiederkehrende sicherheitstechnische Prüfung ist wesentlich umfangreicher.
Sie umfasst
je nach Bauart:
- Besichtigen,
- Messen,
- Erproben,
- Bewerten,
- Dokumentieren.
Damit gilt
Funktionskontrolle vor Einsatz ≠ wiederkehrende elektrische Prüfung
Beide Maßnahmen
haben unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich.
PRCD-S an mobilen Verteilungen und Verlängerungsleitungen
In der Praxis befindet sich eine PRCD-S häufig nicht als einzelnes Bauteil auf dem Prüftisch.
Sie kann Bestandteil sein von
- Verlängerungsleitungen,
- mobilen Stromverteilern,
- Anschlussleitungen von Maschinen,
- Baustellenverteilungen,
- Serviceausrüstungen.
Dann muss die Prüfung
die gesamte relevante Einheit berücksichtigen.
Bei einer Verlängerungsleitung beispielsweise
sind zusätzlich relevant:
- Leitungszustand,
- Schutzleiterwiderstand,
- Isolationszustand,
- Stecker- und Kupplungsbelegung,
- gegebenenfalls Verdrahtungstest.
Die PRCD-S-Funktion kommt zusätzlich hinzu
und ersetzt diese Prüfungen nicht.
Deshalb ist ein Gerätetester mit
Leitungsprüfung + PRCD-Prüfung
in solchen Anwendungen besonders sinnvoll.
Was muss ein Prüfgerät für PRCD-S können?
Ein universeller Gerätetester kann zahlreiche elektrische Sicherheitsprüfungen durchführen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch
dass er auch:
PRCD-S vollständig prüfen kann
Bei der Auswahl sollte deshalb gezielt geprüft werden
ob das Gerät beziehungsweise die entsprechende Option die benötigte PRCD-Bauart unterstützt.
Sinnvolle Funktionen sind beispielsweise
- Schutzleiterwiderstandsmessung,
- Isolationswiderstandsmessung,
- aktive Ableitstrommessung,
- RCD-/PRCD-Auslöseprüfung,
- Messung der Auslösezeit,
- PRCD-S-spezifischer Prüfablauf,
- Verdrahtungsprüfung,
- automatische Prüfschritte,
- Gut-/Schlecht-Bewertung,
- Messwertspeicher,
- Prüflingsdatenbank,
- Protokollierung.
Besonders bei größeren Prüfbeständen
sind automatische Prüfabläufe hilfreich.
Sie reduzieren das Risiko
dass beispielsweise:
- eine Teilprüfung vergessen wird,
- ein falscher Prüfstrom gewählt wird,
- Messwerte nicht dem richtigen Prüfling zugeordnet werden.
Prüfergebnisse richtig dokumentieren
Eine sicherheitstechnische Prüfung endet nicht mit:
Gerät funktioniert
Eine nachvollziehbare Dokumentation sollte mindestens erkennen lassen
- eindeutige Identifikation des Prüflings,
- PRCD-Typ beziehungsweise Bauart,
- Hersteller und Typbezeichnung,
- Prüfdatum,
- Prüfperson,
- verwendetes Prüfgerät,
- Ergebnis der Sichtprüfung,
- relevante Messwerte,
- Auslöseverhalten,
- Ergebnis zusätzlicher Sicherheitsfunktionen,
- Gesamtbewertung.
Bei der RCD-Funktion
ist es beispielsweise sinnvoll, nicht nur:
BESTANDEN
zu speichern, sondern auch:
- Bemessungsdifferenzstrom,
- verwendeten Prüfstrom,
- gemessene Auslösezeit.
Bei einem Fehler
sollte außerdem eindeutig dokumentiert werden:
welche Schutzfunktion nicht ordnungsgemäß arbeitet
Das ist wesentlich aussagekräftiger als
PRCD defekt
Empfohlener Prüfablauf für PRCD-S
- Prüfling eindeutig identifizieren: Hersteller, Typ, Bemessungsstrom und Bemessungsdifferenzstrom erfassen.
- Geräteunterlagen prüfen: Herstelleranleitung und gegebenenfalls spezielle Prüfvorgaben berücksichtigen.
- Bauart feststellen: PRCD, PRCD-S, PRCD-S+ oder PRCD-K nicht miteinander verwechseln.
- Sichtprüfung durchführen: Gehäuse, Anschlussleitung, Stecker, Kupplung, Zugentlastung, Bedienelemente und Kennzeichnung kontrollieren.
- Prüfgerät kontrollieren: Geeigneten Gerätetester, Adapter und korrekte Prüffunktion auswählen.
- Schutzleiterpfad beurteilen: Prüfen, ob der PE konstruktiv geschaltet wird.
- Schutzleiterwiderstand messen: Messung entsprechend der PRCD-Bauart und Herstellerangabe durchführen.
- Isolationswiderstand eingangsseitig prüfen: Vorgesehene Prüfspannung und interne Elektronik berücksichtigen.
- Isolationswiderstand ausgangsseitig prüfen: Auch den durch Schaltkontakte getrennten Bereich berücksichtigen.
- PRCD-S einschalten: Für aktive Messungen den vorgeschriebenen Betriebszustand herstellen.
- Schutzleiterstrom prüfen: Geeignete aktive Messmethode verwenden.
- Berührungsstrom prüfen: Soweit aufgrund der Bauart erforderlich.
- Testtaste betätigen: Grundsätzliche Auslösefunktion kontrollieren.
- Bemessungsdifferenzstrom einstellen: Prüfparameter passend zum konkreten PRCD auswählen.
- Auslöseprüfung durchführen: Wirksamkeit der Fehlerstromabschaltung kontrollieren.
- Auslösezeit erfassen: Messwert mit den anzuwendenden Vorgaben bewerten.
- Unterspannungsauslösung prüfen: Falls diese Funktion vorhanden ist.
- Schutzleiterüberwachung prüfen: Vorgesehene Prüfsequenz beziehungsweise Prüfadapter verwenden.
- Leiterunterbrechung prüfen: Soweit vom Gerät unterstützt und vom Hersteller vorgesehen.
- Leitervertauschung prüfen: Ausschließlich mit geeignetem sicheren Prüfaufbau.
- Fremdspannungserkennung prüfen: Falls hierfür eine Herstellervorgabe besteht.
- Wiederanlaufverhalten prüfen: Falls Bestandteil der konkreten PRCD-Funktion.
- Gesamtergebnis bewerten: Alle Schutzfunktionen gemeinsam beurteilen.
- Messwerte speichern: Nicht nur Gut-/Schlecht-Status dokumentieren.
- Prüfprotokoll erstellen: Prüfling eindeutig der Prüfung zuordnen.
Typische Fehler bei der Prüfung von PRCD-S
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|
| PRCD-S lässt sich nicht einschalten | Versorgungsfehler, Schutzleiterproblem oder interne Störung | Versorgung und vorgesehene Schutzfunktionen mit geeignetem Prüfaufbau kontrollieren |
| Schutzleiter erscheint bei passiver Widerstandsmessung unterbrochen | PE wird innerhalb der PRCD-S geschaltet | Herstellerangabe und vorgesehenen Betriebszustand berücksichtigen |
| Testtaste funktioniert, Auslöseprüfung aber nicht | RCD-Funktion außerhalb der zulässigen Kennwerte oder ungeeigneter Prüfaufbau | Bemessungsdifferenzstrom und Auslöseprüfung kontrollieren |
| PRCD löst aus, aber Auslösezeit ist auffällig | Alterung, interne Störung oder ungeeignete Prüfparameter | Auslösezeit reproduzierbar messen und Herstellerangaben prüfen |
| Isolationswert ist unerwartet niedrig | Interne Überwachungselektronik beeinflusst die Messung | Herstellervorgaben und zulässige Prüfspannung prüfen |
| Eingangsseite ist unauffällig, Ausgangsseite zeigt Fehler | Isolationsfehler hinter den internen Schaltkontakten | Ein- und Ausgangsseite getrennt bewerten |
| Schutzleiterwiderstand schwankt | Leitungsschaden, Kontaktproblem oder beschädigte Steckverbindung | Leitung bewegen und Steckkontakte kontrollieren |
| PRCD-S reagiert auf simulierten PE-Fehler nicht wie erwartet | Schutzleiterüberwachung fehlerhaft oder falscher Prüfablauf | Herstellerabhängige PRCD-S-Prüfsequenz verwenden |
| Unterspannung führt nicht zum erwarteten Zustand | Unterspannungsauslösung fehlerhaft oder Bauart anders ausgeführt | Gerätefunktion mit Herstellerunterlagen vergleichen |
| Gerät schaltet nach Spannungswiederkehr unerwartet ein | Wiederanlauffunktion beziehungsweise Bauart prüfen | Vorgesehenes Verhalten des konkreten PRCD-S kontrollieren |
| Prüfung ergibt unterschiedliche Ergebnisse bei mehreren Prüfpersonen | Manuelle Prüfschritte oder unterschiedliche Prüfparameter | Standardisierten automatischen Prüfablauf verwenden |
| Messwerte vorhanden, aber keine eindeutige Aussage zur PE-Überwachung | Nur klassische Geräteprüfung durchgeführt | PRCD-S-spezifische Zusatzfunktionen separat erproben |
Praxisbeispiel: PRCD-S einer mobilen Baustellenversorgung prüfen
Eine mobile Anschlussleitung mit integrierter PRCD-S wird regelmäßig auf verschiedenen Baustellen eingesetzt.
Gerätedaten
Bemessungsdifferenzstrom:
IΔn = 30 mA
Aufgabe
Wiederkehrende Prüfung der kompletten Einheit einschließlich:
- Leitung,
- Stecker,
- PRCD-S,
- Schutzleiterfunktion.
Schritt 1: Sichtprüfung
Die Leitung weist keine sichtbaren Beschädigungen auf.
Stecker, Gehäuse und Zugentlastungen sind mechanisch intakt.
Schritt 2: Bauart identifizieren
Es wird festgestellt:
PRCD-S mit erweitertem Schutzumfang
Schritt 3: Schutzleiterprüfung
Der Prüfablauf berücksichtigt, dass der Schutzleiter innerhalb der PRCD-S geschaltet wird.
Die Messung erfolgt deshalb im für diese Bauart vorgesehenen Prüfzustand.
Schritt 4: Isolation
Ein- und Ausgangsseite werden entsprechend dem vorgesehenen Prüfverfahren kontrolliert.
Schritt 5: Aktive Messungen
Die PRCD-S wird eingeschaltet und die erforderlichen Schutzleiter- beziehungsweise Berührungsstrommessungen werden durchgeführt.
Schritt 6: Testtaste
Die integrierte Prüfeinrichtung löst die PRCD-S aus.
Schritt 7: RCD-Prüfung
Mit dem für:
IΔn = 30 mA
passenden Prüfablauf werden Auslösefunktion und Auslösezeit gemessen.
Schritt 8: Zusatzfunktionen
Mit dem vorgesehenen Prüfadapter werden die für die konkrete Bauart relevanten:
- Schutzleiterüberwachungsfunktionen,
- Leiterfehler,
- Unterspannungsfunktion
erprobt.
Schritt 9: Dokumentation
Gespeichert werden:
- Prüflings-ID,
- Messwerte,
- Auslösezeit,
- Ergebnis der zusätzlichen Schutzfunktionen,
- Gesamtbewertung.
Ergebnis
Erst die Kombination aus klassischer Geräteprüfung, tatsächlicher RCD-Auslöseprüfung und Erprobung der zusätzlichen PRCD-S-Sicherheitsfunktionen ermöglicht eine belastbare Bewertung.
Passende ICS-Produkte für die Prüfung von PRCD-S
MultiTest HT700 – RCD DGUV Vorschrift 3 Tester
Für die hier beschriebene Aufgabe eignet sich besonders der bei ICS angebotene:
ICS nennt ausdrücklich
- Prüfung mobiler Personenschutzschalter PRCD 2- und 3-polig,
- PRCD Typ S,
- PRCD Typ S+,
- PRCD Typ K,
- Prüfung von RCD Typ AC, A, F, B und B+,
- automatische und manuelle Prüfabläufe,
- Standard-, erweiterte und kundenspezifische Sichtprüfungen,
- Datenbankverwaltung von Kunden und Betriebsmitteln,
- individuelle Prüfabläufe und Prüfintervalle,
- eindeutige Gut-/Schlecht-Bewertung,
- Datenspeicherung über SD-Karte.
Gerade für PRCD-S-Prüfungen ist relevant
dass das Gerät nicht lediglich allgemeine RCD-Messungen bietet, sondern von ICS ausdrücklich für:
PRCD S / S+ / K
angegeben wird.
Dadurch eignet sich das MultiTest HT700 – RCD besonders
für Prüforganisationen, bei denen regelmäßig:
- mobile Personenschutzschalter,
- Verlängerungsleitungen,
- elektrische Betriebsmittel
geprüft und dokumentiert werden müssen.
C.A 6108 Gerätetester
Eine weitere bei ICS verfügbare Lösung ist der:
ICS nennt unter anderem
- Schutzleiterwiderstandsmessung mit 200 mA und 10 A Prüfstrom,
- Prüfung von Verlängerungsleitungen,
- RCD Typ A/B bei entsprechenden Anwendungen,
- PRCD, PRCD-S und PRCD-K als Option,
- automatischen Prüfablauf mit Klartextanweisungen,
- Anschlusspiktogramme,
- Gut-/Schlecht-Bewertung über LEDs,
- Funktionstest mit Leistungsmessung,
- Speicher für bis zu 100.000 Messungen,
- Datenaustausch über USB,
- Datenbanksoftware.
Damit ist der C.A 6108 besonders interessant
wenn:
klassische Geräteprüfung + Leitungsprüfung + optionale PRCD-Prüfung
mit einem Gerät kombiniert werden sollen.
HT-Power 0701/0702 3P CL
Für umfangreiche ein- und dreiphasige Prüfaufgaben führt ICS außerdem den:
Das System bietet unter anderem
- Prüfung von Schuko- und CEE-Prüflingen,
- Verdrahtungstest für Verlängerungsleitungen,
- automatische und manuelle Prüfabläufe,
- Prüfung des Netzanschlusses auf Drehfeld und PE,
- aktive Leistungsmessung,
- Prüflingsspeicher.
Für RCD- beziehungsweise PRCD-Anwendungen
ist eine entsprechende:
RCD-Prüfoption
verfügbar.
Welche Lösung passt?
| Anwendung | Passende ICS-Lösung |
|---|---|
| Gezielte Prüfung von PRCD Typ S, S+ und K | MultiTest HT700 – RCD |
| Geräte- und Verlängerungsleitungsprüfung mit optionaler PRCD-S-Prüfung | C.A 6108 |
| Umfangreiche Prüfung ein- und dreiphasiger Betriebsmittel mit RCD-/PRCD-Option | HT-Power 0701/0702 3P CL mit entsprechender RCD-Option |
| Prüfungen mit strukturierten automatischen Abläufen und umfangreicher Dokumentation | MultiTest HT700 – RCD oder C.A 6108 entsprechend der konkreten Prüfaufgabe |
Weitere Lösungen finden Sie unter Elektrische Mess- und Prüfgeräte bei ICS Schneider und unter Geräteprüfung / VDE-Prüfgeräte.
Fazit
Eine PRCD-S ist wesentlich mehr als eine mobile Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.
Sie kombiniert
Fehlerstromschutz + Überwachung zusätzlicher sicherheitsrelevanter Netzbedingungen
Deshalb reicht eine Betätigung der Testtaste nicht aus
Eine vollständige wiederkehrende Prüfung muss abhängig von Bauart und Hersteller weitere Eigenschaften berücksichtigen.
Besonders wichtig ist der Schutzleiter
Bei einer PRCD-S kann dieser konstruktiv geschaltet und in zusätzliche Überwachungsschaltungen eingebunden sein.
Dadurch muss auch die Schutzleiterprüfung
an die konkrete Gerätefunktion angepasst werden.
Die Isolationsmessung besitzt ebenfalls eine Besonderheit
Bei PRCDs muss abhängig vom Aufbau:
Eingangsseite + Ausgangsseite
berücksichtigt werden.
Die RCD-Funktion muss tatsächlich gemessen werden
Neben der Testtaste sind:
- Bemessungsdifferenzstrom,
- Auslösung,
- Auslösezeit
zu bewerten.
Zusätzliche PRCD-S-Funktionen müssen erprobt werden
Dazu können je nach Ausführung gehören:
- Schutzleiterüberwachung,
- Unterspannungsauslösung,
- Leiterunterbrechung,
- Leitervertauschung,
- Fremdspannungserkennung am Schutzleiter.
Ein geeignetes Prüfgerät vereinfacht diesen Ablauf erheblich
Der MultiTest HT700 – RCD wird von ICS ausdrücklich für PRCD Typ S, S+ und K angeboten.
Der C.A 6108 unterstützt PRCD, PRCD-S und PRCD-K mit entsprechender Option.
Für die Praxis gilt deshalb
PRCD-Typ identifizieren → Herstellerunterlagen prüfen → Sichtprüfung durchführen → Schutzleiteraufbau berücksichtigen → Schutzleiterwiderstand prüfen → Isolation ein- und ausgangsseitig prüfen → PRCD einschalten → Schutzleiter- und gegebenenfalls Berührungsstrom messen → Testtaste prüfen → Bemessungsdifferenzstrom einstellen → Auslösefunktion und Auslösezeit messen → zusätzliche Schutzleiter- und Netzüberwachungsfunktionen mit geeignetem Prüfaufbau erproben → Wiederanlaufverhalten prüfen → sämtliche Messwerte dokumentieren → Gesamtbewertung durchführen.
FAQ: PRCD-S und mobile Personenschutzschalter richtig prüfen
Was bedeutet PRCD?
PRCD steht für Portable Residual Current Device und bezeichnet eine ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.
Was bedeutet PRCD-S?
PRCD-S steht für eine ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit erweitertem Schutzumfang.
Ist eine PRCD-S dasselbe wie ein normaler FI-Schalter?
Nein. Neben der Fehlerstromfunktion besitzt eine PRCD-S zusätzliche Überwachungsfunktionen, insbesondere in Bezug auf die Versorgung und den Schutzleiter.
Was überwacht eine PRCD-S?
Je nach Bauart unter anderem Fehlerstrom, Versorgungsspannung, Schutzleiterzustand, Schutzleiterunterbrechung und mögliche gefährliche Spannung am Schutzleiter.
Wo werden PRCD-S eingesetzt?
Typische Einsatzbereiche sind Bau- und Montagestellen, Serviceeinsätze, Instandhaltungsarbeiten und mobile Stromversorgungen.
Reicht die Testtaste für die Prüfung einer PRCD-S?
Nein. Die Testtaste ist nur ein Teil der Funktionsprüfung. Eine vollständige wiederkehrende Prüfung umfasst weitere Messungen und die Erprobung zusätzlicher Schutzfunktionen.
Muss der Schutzleiterwiderstand geprüft werden?
Ja. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, ob der Schutzleiter innerhalb der konkreten PRCD-S geschaltet wird.
Warum zeigt eine ausgeschaltete PRCD-S manchmal keinen PE-Durchgang?
Bei bestimmten Bauarten wird der Schutzleiter erst bei vorhandener Netzversorgung und nach erfolgreicher interner Sicherheitsprüfung durchgeschaltet.
Ist ein fehlender PE-Durchgang bei ausgeschalteter PRCD-S automatisch ein Defekt?
Nein. Zunächst muss geprüft werden, wie der Schutzleiter bei der konkreten Geräteausführung konstruktiv geschaltet wird.
Muss der Isolationswiderstand einer PRCD-S geprüft werden?
Ja. Die DGUV Information 203-070 beschreibt für PRCDs eine Prüfung auf der Eingangs- und Ausgangsseite.
Warum muss die Isolation auf beiden Seiten geprüft werden?
Interne Schaltkontakte können im ausgeschalteten Zustand Teile des Strompfads trennen. Eine einseitige Messung würde dann möglicherweise nicht alle relevanten Bereiche erfassen.
Können interne Elektronikbauteile die Isolationsmessung beeinflussen?
Ja. Deshalb müssen bei auffälligen Messwerten die Herstellerangaben und die zulässige Prüfspannung berücksichtigt werden.
Muss die PRCD-S für Ableitstrommessungen eingeschaltet sein?
Bei den von der DGUV beschriebenen aktiven Schutzleiter- und Berührungsstrommessungen muss die PRCD-S eingeschaltet sein.
Was wird bei der RCD-Auslöseprüfung gemessen?
Es wird geprüft, ob die PRCD bei einem definierten Differenzstrom abschaltet und welche Auslösezeit dabei erreicht wird.
Welcher Prüfstrom muss verwendet werden?
Der Prüfstrom muss zum Bemessungsdifferenzstrom der konkreten PRCD passen, beispielsweise 10 mA oder 30 mA.
Wie schnell muss eine PRCD auslösen?
Die Bewertung richtet sich nach Gerät, Bemessungswerten, Herstellerangaben und anzuwendenden Regeln. Die DGUV Information 203-070 weist darauf hin, dass die tatsächlichen Abschaltzeiten im Normalfall deutlich unter 0,3 Sekunden liegen sollten.
Was ist die Schutzleiterüberwachung einer PRCD-S?
Sie dient dazu, bestimmte Fehler des Schutzleiters beziehungsweise der Versorgung zu erkennen und abhängig von der Geräteausführung das Einschalten zu verhindern oder entsprechend zu reagieren.
Was bedeutet Fremdspannung am Schutzleiter?
Damit ist eine unerwünschte gefährliche Spannung am PE gemeint, die beispielsweise berührbare leitfähige Gehäuseteile gefährlich machen könnte.
Muss die Fremdspannungserkennung geprüft werden?
Wenn diese Funktion vorhanden ist und der Hersteller eine entsprechende Prüfung vorsieht, sollte sie im Rahmen der dafür vorgesehenen Prüfung erprobt werden.
Darf ich dafür den Schutzleiter einer normalen Steckdose manipulieren?
Nein. Solche Fehlersimulationen sollten ausschließlich mit dafür vorgesehenen sicheren Prüfadaptern beziehungsweise Prüfeinrichtungen durch eine entsprechend qualifizierte Prüfperson durchgeführt werden.
Was ist eine Unterspannungsauslösung?
Sie sorgt abhängig von der Geräteausführung dafür, dass die PRCD bei Verlust oder unzulässiger Absenkung der Versorgungsspannung abschaltet.
Warum ist ein Wiederanlaufschutz sinnvoll?
Er verhindert, dass ein angeschlossenes Betriebsmittel nach Wiederkehr der Versorgungsspannung unbeabsichtigt automatisch wieder mit Energie versorgt wird.
Muss eine PRCD-S Leiterunterbrechungen erkennen?
Das hängt von der konkreten Bauart ab. Die vorhandenen Sicherheitsfunktionen müssen anhand der Herstellerinformationen festgestellt und entsprechend geprüft werden.
Kann eine PRCD-S eine Leitervertauschung erkennen?
Je nach Ausführung können entsprechende Überwachungsfunktionen vorhanden sein.
Wer darf eine wiederkehrende Prüfung durchführen?
Die Prüfung muss durch eine für die Prüfaufgabe entsprechend qualifizierte beziehungsweise befähigte Prüfperson durchgeführt und fachlich bewertet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Funktionskontrolle und Wiederholungsprüfung?
Eine Funktionskontrolle vor der Benutzung dient der unmittelbaren Gebrauchskontrolle. Die wiederkehrende Prüfung umfasst dagegen systematisches Besichtigen, Messen, Erproben, Bewerten und Dokumentieren.
Muss eine PRCD-S auch geprüft werden, wenn die Testtaste regelmäßig betätigt wird?
Ja. Die regelmäßige Betätigung der Testtaste ersetzt die vollständige wiederkehrende Prüfung nicht.
Welches Prüfgerät von ICS eignet sich besonders für PRCD-S?
Der MultiTest HT700 – RCD ist besonders passend, weil ICS ausdrücklich die Prüfung von PRCD Typ S, S+ und K nennt.
Welche PRCD-Typen kann der MultiTest HT700 – RCD prüfen?
ICS nennt mobile Personenschutzschalter PRCD in 2- und 3-poliger Ausführung sowie die Typen S, S+ und K.
Kann der MultiTest HT700 – RCD auch normale RCDs prüfen?
Ja. ICS nennt RCD Typ AC, A, F, B und B+.
Unterstützt der C.A 6108 PRCD-S?
Ja. ICS nennt die Prüfung von PRCD, PRCD-S und PRCD-K als Option.
Was misst der C.A 6108 zusätzlich?
Unter anderem Schutzleiterwiderstand, elektrische Sicherheitswerte, Verlängerungsleitungen und Funktion beziehungsweise Leistung des Prüflings.
Warum sind automatische Prüfabläufe sinnvoll?
Sie helfen, die vorgesehenen Prüfschritte in einer reproduzierbaren Reihenfolge durchzuführen und reduzieren das Risiko ausgelassener Teilprüfungen.
Was sollte im Prüfprotokoll stehen?
Mindestens Prüflingsidentifikation, Prüfdatum, Prüfperson, verwendetes Prüfgerät, Sichtprüfung, relevante Messwerte, Auslöseprüfung, zusätzliche Schutzfunktionen und Gesamtbewertung.
Sollte nur Gut oder Schlecht gespeichert werden?
Nein. Wo möglich sollten auch die zugrunde liegenden Messwerte wie Auslösezeit, Prüfstrom und Widerstandswerte dokumentiert werden.
Wo finde ich den MultiTest HT700 – RCD bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter MultiTest HT700 – RCD bei ICS Schneider.
Wo finde ich den C.A 6108 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter C.A 6108 Gerätetester bei ICS Schneider.
Wo finde ich den HT-Power 0701/0702 3P CL bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter HT-Power 0701/0702 3P CL bei ICS Schneider.
Wo finde ich weitere elektrische Mess- und Prüfgeräte bei ICS Schneider?
Eine Übersicht finden Sie unter Elektrische Mess- und Prüfgeräte bei ICS Schneider.
