Wer Messumformer, Sensoren, Drucktransmitter, Temperaturfühler oder SPS-Eingänge prüfen möchte, steht schnell vor der Frage: Reicht ein einfacher Simulator oder wird ein vollständiger Prozesskalibrator benötigt? Die Antwort hängt davon ab, welche Signale geprüft werden sollen, ob nur ein Signal simuliert wird oder ob gleichzeitig gemessen, gegeben, dokumentiert und mit Referenzmodulen gearbeitet werden muss.
Ein Prozesskalibrator ist ein vielseitiges Prüfgerät für industrielle Mess- und Regeltechnik. Er kann je nach Ausführung elektrische Signale messen und ausgeben, Temperaturfühler simulieren, Druckmodule einbinden, 4–20-mA-Stromschleifen prüfen und Messwerte dokumentieren. Ein Simulator ist dagegen meist auf bestimmte Signalarten spezialisiert, zum Beispiel Pt100, Thermoelemente, mV, V oder Widerstand.
Dieser Beitrag erklärt den Unterschied zwischen Prozesskalibrator und Simulator, zeigt typische Anwendungen und hilft bei der Auswahl des passenden Kalibriergeräts für Druck, Temperatur, elektrische Signale, SPS-Eingänge und Messumformer.
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Prozesskalibratoren,
Simulatoren
und
Druckkalibriertechnik.
Für umfangreiche Kalibrieraufgaben sind besonders DPI620 GENII und DPI880 relevant. Für die Simulation von Pt100, RTD, Thermoelement, mV und V kann der ICS 02S Simulator eine passende Lösung sein.
Inhaltsverzeichnis
- Prozesskalibrator oder Simulator: Was ist die Grundfrage?
- Was ist der Unterschied zwischen Kalibrator und Simulator?
- Messen, Geben und Simulieren richtig verstehen
- Wann reicht ein einfacher Simulator?
- Wann ist ein Prozesskalibrator sinnvoll?
- Druck kalibrieren: wann Druckmodule oder Druckkalibratoren nötig sind
- Temperatur prüfen: Pt100, RTD und Thermoelemente simulieren
- Elektrische Signale: mA, mV, V, Ohm, Frequenz und Impulse
- SPS-Eingänge und Messumformer prüfen
- Feldeinsatz oder Labor: unterschiedliche Anforderungen
- DPI620 GENII: Multifunktionskalibrator für anspruchsvolle Aufgaben
- DPI880: Multifunktionskalibrator für elektrische Signale, RTD/TC und Druckmodule
- ICS 02S: Simulator für Pt100, RTD, Thermoelement, mV und V
- Produktvergleich: welches Gerät passt?
- Praxisbeispiele aus Instandhaltung, Labor und Inbetriebnahme
- Checkliste: das passende Kalibriergerät auswählen
- Fazit
- FAQ: Häufige Fragen zu Prozesskalibratoren und Simulatoren
Prozesskalibrator oder Simulator: Was ist die Grundfrage?
Die wichtigste Frage lautet nicht zuerst „Welches Gerät ist das beste?“, sondern: Welche Aufgabe soll gelöst werden? Wer nur prüfen möchte, ob ein Temperaturregler bei einem simulierten Pt100-Wert richtig reagiert, benötigt meist kein großes Multifunktionsgerät. Wer dagegen im Feld Drucktransmitter, Temperaturmessumformer, 4–20-mA-Stromschleifen und SPS-Eingänge prüfen möchte, braucht ein deutlich vielseitigeres Kalibriergerät.
In der Praxis gibt es drei typische Situationen. Erstens: Ein Signal soll nur simuliert werden, zum Beispiel ein Pt100-Widerstand oder ein Thermoelement-Signal. Zweitens: Ein Signal soll gemessen oder aktiv ausgegeben werden, zum Beispiel 4–20 mA. Drittens: Eine komplette Messkette soll geprüft werden, also Sensor, Messumformer, Ausgangssignal, Anzeige und SPS-Skalierung zusammen.
Je mehr Signalarten, Dokumentationsanforderungen und Messaufgaben zusammenkommen, desto eher ist ein Prozesskalibrator sinnvoll. Je klarer und begrenzter die Aufgabe ist, desto eher reicht ein Simulator.
Was ist der Unterschied zwischen Kalibrator und Simulator?
Ein Simulator bildet ein Sensorsignal nach. Er ersetzt bei der Prüfung den Sensor und gibt ein definiertes Signal an Regler, Anzeige, Messumformer oder SPS-Eingang. Typische Beispiele sind die Simulation von Pt100, RTD, Thermoelement, mV oder V. Der Anwender prüft damit, ob das angeschlossene Gerät den simulierten Wert korrekt erkennt.
Ein Prozesskalibrator kann mehr. Je nach Gerät misst und gibt er elektrische Signale, simuliert Sensoren, prüft Stromschleifen, versorgt Transmitter, nutzt Druckmodule und unterstützt teilweise auch Dokumentationsfunktionen. Dadurch eignet er sich nicht nur zur einfachen Signalprüfung, sondern zur systematischen Kalibrierung und Fehlersuche an Messketten.
| Gerätetyp | Typische Funktion | Geeignet für |
|---|---|---|
| Simulator | Gibt definierte Sensorsignale aus. | Prüfung von Reglern, Anzeigen, Messumformern und SPS-Eingängen. |
| Stromschleifenkalibrator | Misst, gibt oder simuliert mA-Signale. | 4–20-mA-Stromschleifen, Transmitter und SPS-Eingänge. |
| Multifunktionskalibrator | Misst und gibt verschiedene elektrische und Sensorsignale. | Service, Instandhaltung, Labor und Inbetriebnahme. |
| Druckkalibrator | Prüft Druckmessgeräte, oft mit Druckmodulen oder Druckerzeugung. | Drucksensoren, Manometer, Drucktransmitter und Druckschalter. |
Messen, Geben und Simulieren richtig verstehen
Bei der Auswahl eines Kalibriergeräts ist es wichtig, die Begriffe Messen, Geben und Simulieren sauber zu unterscheiden. Beim Messen erfasst das Gerät ein vorhandenes Signal. Beim Geben erzeugt das Gerät aktiv ein Signal, zum Beispiel 12 mA oder 100 mV. Beim Simulieren verhält sich das Gerät wie ein Sensor, etwa wie ein Pt100 oder Thermoelement.
Diese Unterscheidung ist in der Fehlersuche entscheidend. Soll ein SPS-Eingang geprüft werden, gibt oder simuliert der Kalibrator ein Signal. Soll ein Transmitterausgang geprüft werden, misst der Kalibrator das vorhandene Ausgangssignal. Soll ein Temperaturmessumformer ohne echten Fühler geprüft werden, simuliert das Gerät einen Pt100 oder ein Thermoelement.
Viele Fehlinterpretationen entstehen, weil die falsche Betriebsart gewählt wird. Ein passiver Eingang benötigt ein aktives Signal. Ein passiver 2-Leiter-Transmitter benötigt eine Schleifenversorgung. Ein Thermoelement-Eingang benötigt das richtige Thermoelement-Signal und eine passende Vergleichsstellenkompensation.
Wann reicht ein einfacher Simulator?
Ein einfacher Simulator reicht aus, wenn die Prüfaufgabe klar begrenzt ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Regler, eine Anzeige oder ein Messumformer regelmäßig mit definierten Pt100-, RTD-, Thermoelement-, mV- oder V-Signalen geprüft werden soll.
Der Vorteil eines Simulators liegt in der einfachen Bedienung. Der Anwender wählt den Sensortyp oder Signalwert aus und prüft, ob das angeschlossene Gerät korrekt reagiert. Für Werkstatt, Schaltschrankbau, Inbetriebnahme und schnelle Funktionsprüfungen ist das häufig vollkommen ausreichend.
Ein Simulator ist besonders dann sinnvoll, wenn kein Druck gemessen werden muss, keine umfangreiche Dokumentation benötigt wird und die Aufgabe nicht mehrere Signalarten gleichzeitig umfasst.
| Typische Aufgabe | Warum Simulator ausreichend ist | Beispiel |
|---|---|---|
| Pt100-Eingang prüfen | Definierter Widerstandswert wird simuliert. | Regler zeigt bei simuliertem Wert die passende Temperatur an. |
| Thermoelement-Eingang prüfen | Thermospannung wird nachgebildet. | Anzeige oder Messumformer wird ohne echten Fühler getestet. |
| mV- oder V-Eingang prüfen | Definiertes Spannungssignal reicht aus. | SPS- oder Messumformereingang prüfen. |
| Werkstattprüfung | Wiederkehrende Standardwerte werden benötigt. | Funktionskontrolle vor Auslieferung oder Einbau. |
Wann ist ein Prozesskalibrator sinnvoll?
Ein Prozesskalibrator ist sinnvoll, wenn mehrere Signalarten geprüft werden sollen oder wenn die Messaufgabe über eine einfache Simulation hinausgeht. Das ist häufig in Instandhaltung, Service, Anlagenstillstand, Inbetriebnahme oder Kalibrierlabor der Fall.
Ein Multifunktionskalibrator kann zum Beispiel mA, mV, V, Ohm, Frequenz, Impulse, RTD und Thermoelemente verarbeiten. Mit passenden Druckmodulen kann zusätzlich Druck gemessen werden. Dadurch können verschiedene Messstellen mit einem Gerät geprüft werden.
Der Prozesskalibrator ist besonders stark, wenn Messketten bewertet werden müssen. Er hilft nicht nur bei der Frage, ob ein Eingang reagiert, sondern auch dabei, ob Sensor, Messumformer, Signal, Anzeige und Ausgang korrekt zusammenarbeiten.
Druck kalibrieren: wann Druckmodule oder Druckkalibratoren nötig sind
Für Druckmessgeräte reicht ein einfacher elektrischer Simulator nicht aus. Wer Drucksensoren, Manometer, Drucktransmitter oder Druckschalter prüfen möchte, benötigt eine Druckreferenz und je nach Aufgabe eine Druckerzeugung. Das kann ein separater Druckkalibrator, ein Druckmodul mit Handpumpe oder ein Druckcontroller sein.
Bei einem Drucktransmitter wird typischerweise ein definierter Druck angelegt und gleichzeitig das Ausgangssignal geprüft. Ein Multifunktionskalibrator mit Druckmodul kann dabei den Referenzdruck erfassen und das elektrische Ausgangssignal wie 4–20 mA messen. So wird die komplette Messkette bewertet.
Für reine elektrische Prüfungen ist kein Druckmodul erforderlich. Sobald jedoch der physikalische Druckwert Teil der Kalibrierung ist, muss eine passende Druckreferenz eingesetzt werden.
Temperatur prüfen: Pt100, RTD und Thermoelemente simulieren
Bei Temperaturmessstellen gibt es zwei typische Aufgaben. Entweder soll ein echter Temperaturfühler geprüft werden, oder der Eingang eines Messgeräts soll mit einem simulierten Sensorsignal getestet werden. Für die zweite Aufgabe ist ein Simulator oder Multifunktionskalibrator geeignet.
Pt100- und RTD-Signale werden als Widerstand simuliert. Thermoelemente werden über eine kleine Thermospannung simuliert. Dabei muss immer der richtige Sensortyp gewählt werden. Ein Typ-K-Eingang darf nicht mit Typ-J-Werten geprüft werden, wenn die Anzeige korrekt bewertet werden soll.
Für die vollständige Temperaturkalibrierung eines realen Fühlers sind zusätzlich Temperaturquellen wie Trockenblockkalibratoren, Flüssigkeitsbäder oder Referenzthermometer erforderlich. Für die reine Eingangssimulation reicht dagegen ein passender Simulator.
Elektrische Signale: mA, mV, V, Ohm, Frequenz und Impulse
Viele Prozesssignale sind elektrisch. Dazu gehören 4–20 mA, 0–10 V, mV-Signale, Widerstandswerte, Frequenzen und Impulse. Diese Signale werden in der Automatisierung für Messwerte, Grenzwerte, Drehzahlen, Zähler, Durchflussimpulse oder Stellgrößen verwendet.
Ein einfacher Simulator deckt oft nur einen Teil dieser Signale ab. Ein Multifunktionskalibrator ist flexibler und kann mehrere Signalarten messen und ausgeben. Das spart Gerätewechsel und macht die Fehlersuche schneller.
Bei 4–20-mA-Stromschleifen ist außerdem wichtig, ob das Gerät mA nur misst, mA aktiv gibt oder einen passiven Transmitter simulieren kann. Zusätzlich kann eine 24-V-Schleifenversorgung erforderlich sein.
SPS-Eingänge und Messumformer prüfen
Ein typischer Anwendungsfall ist die Prüfung eines SPS-Eingangs. Der Kalibrator gibt ein definiertes Signal auf den Eingang, zum Beispiel 4, 12 und 20 mA oder einen simulierten Pt100-Wert. Anschließend wird geprüft, ob die SPS den passenden Prozesswert anzeigt.
Auch Messumformer lassen sich so systematisch prüfen. Bei einem Temperaturmessumformer wird zum Beispiel ein Pt100- oder Thermoelement-Signal simuliert und der 4–20-mA-Ausgang gemessen. Dadurch wird sichtbar, ob Eingang, Umrechnung und Ausgangssignal korrekt arbeiten.
Diese Vorgehensweise trennt Fehlerquellen sauber. Wenn der SPS-Eingang mit simuliertem Signal richtig reagiert, liegt der Fehler eher im Feldgerät oder in der Verdrahtung. Wenn der Eingang falsch reagiert, muss die Skalierung oder Eingangskarte geprüft werden.
Feldeinsatz oder Labor: unterschiedliche Anforderungen
Im Feld zählen Robustheit, Akkulaufzeit, einfache Bedienung, klare Anzeige und schnelle Anschlussmöglichkeiten. Geräte müssen auch in rauen Umgebungen zuverlässig funktionieren. Häufig werden Messstellen unter Zeitdruck geprüft, etwa bei Stillständen oder Störungen.
Im Labor oder in der Werkstatt stehen dagegen Genauigkeit, Wiederholbarkeit, Dokumentation und flexible Signalabdeckung im Vordergrund. Dort werden häufig wiederkehrende Prüfungen durchgeführt, und Messergebnisse müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.
Die Auswahl des richtigen Geräts hängt daher auch vom Einsatzort ab. Ein kompakter Simulator kann in der Werkstatt ideal sein, während ein Multifunktionskalibrator im Feld deutlich mehr Flexibilität bietet.
DPI620 GENII: Multifunktionskalibrator für anspruchsvolle Aufgaben
Der DPI620 GENII ist besonders interessant, wenn ein vielseitiger Prozesskalibrator für elektrische Signale, Frequenz, Temperatur und Druck benötigt wird. Er eignet sich für anspruchsvolle Service-, Wartungs- und Kalibrieraufgaben, bei denen mehrere Signalarten und Messfunktionen in einem Gerät kombiniert werden sollen.
In Verbindung mit passenden Druckmodulen kann der DPI620 GENII auch für Druckkalibrierungen eingesetzt werden. Damit ist er eine flexible Lösung für Anwender, die nicht nur 4–20 mA oder Temperatur simulieren möchten, sondern verschiedene Messstellen im Feld prüfen müssen.
Typische Anwendungen sind die Prüfung von Drucktransmittern, Temperaturmessumformern, elektrischen Prozesssignalen, Frequenzeingängen, Stromschleifen und kompletten Messketten.
DPI880: Multifunktionskalibrator für elektrische Signale, RTD/TC und Druckmodule
Der DPI880 ist ein Multifunktionskalibrator für Anwender, die verschiedene elektrische und prozesstechnische Signale prüfen möchten. Dazu gehören mA, mV, V, Ohm, Frequenz, Impulse sowie RTD- und Thermoelement-Signale.
Mit passenden Druckmodulen kann der DPI880 auch Druckmessaufgaben unterstützen. Dadurch eignet er sich für Instandhaltung, Werkstatt, Service und Inbetriebnahme, wenn ein Gerät möglichst viele typische Signalarten abdecken soll.
Der DPI880 ist besonders dann sinnvoll, wenn der Anwender ein kompaktes, vielseitiges Gerät für verschiedene Mess- und Simulationsaufgaben benötigt, aber nicht für jede Signalart ein separates Prüfgerät einsetzen möchte.
ICS 02S: Simulator für Pt100, RTD, Thermoelement, mV und V
Der ICS 02S ist ein Simulator für typische Temperatur- und Spannungssignale. Er eignet sich besonders für Anwender, die Pt100, RTD, Thermoelemente, mV oder V simulieren möchten, ohne einen kompletten Multifunktionskalibrator zu benötigen.
Das Gerät ist besonders praktisch für die Prüfung von Temperaturreglern, Anzeigen, Messumformern und SPS-Eingängen. Der Anwender kann definierte Sensorwerte vorgeben und kontrollieren, ob das angeschlossene Gerät den passenden Temperatur- oder Signalwert erkennt.
Wenn die Aufgabe hauptsächlich in der Simulation von Temperaturfühlern oder Spannungssignalen besteht, ist ein spezialisierter Simulator wie der ICS 02S oft die wirtschaftlichere und einfachere Lösung.
Produktvergleich: welches Gerät passt?
Die Auswahl sollte immer von der konkreten Prüfaufgabe ausgehen. Ein Simulator ist ideal für klare, wiederkehrende Eingangstests. Ein Multifunktionskalibrator ist die bessere Wahl, wenn viele Signalarten, Messfunktionen oder Druckmodule benötigt werden.
| Gerät / Kategorie | Stärken | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Prozesskalibratoren | Mehrere Signalarten messen, geben und simulieren. | Service, Instandhaltung, Labor und Inbetriebnahme. |
| Simulatoren | Spezialisierte Simulation von Sensor- und Standardsignalen. | Prüfung von Reglern, Anzeigen, SPS-Eingängen und Messumformern. |
| DPI620 GENII | Elektrische Signale, Frequenz, Temperatur und Druck mit passenden Modulen. | Anspruchsvolle Multifunktionskalibrierung im Feld. |
| DPI880 | mA, mV, V, Ohm, Frequenz, Impulse, RTD/TC und Druckmodule. | Universelle Kalibrieraufgaben in Service und Werkstatt. |
| ICS 02S | Simulation von Pt100, RTD, Thermoelement, mV und V. | Einfache und schnelle Eingangssimulation. |
| Druckkalibriertechnik | Druckreferenzen, Druckmodule, Pumpen und Druckkalibratoren. | Drucksensoren, Manometer, Drucktransmitter und Druckschalter. |
Praxisbeispiele aus Instandhaltung, Labor und Inbetriebnahme
Beispiel 1: Pt100-Eingang eines Reglers prüfen
Ein Temperaturregler zeigt unplausible Werte. Mit einem Simulator wird ein definierter Pt100-Wert vorgegeben. Reagiert der Regler korrekt, liegt der Fehler eher am Fühler oder an der Leitung. Reagiert er falsch, muss der Eingang oder die Parametrierung geprüft werden.
Beispiel 2: Drucktransmitter vollständig kalibrieren
Ein Drucktransmitter soll nicht nur elektrisch geprüft, sondern vollständig kalibriert werden. Dafür wird ein definierter Druck benötigt und gleichzeitig das 4–20-mA-Ausgangssignal gemessen. Hier ist ein Prozesskalibrator mit Druckmodul oder ein Druckkalibrator erforderlich.
Beispiel 3: SPS-Eingang mit 4–20 mA testen
Bei einer Inbetriebnahme soll geprüft werden, ob ein analoger SPS-Eingang korrekt skaliert ist. Der Kalibrator gibt 4, 12 und 20 mA aus. Die SPS muss die passenden Prozesswerte anzeigen.
Beispiel 4: Thermoelement-Eingang ohne echten Fühler prüfen
Ein Ofenregler soll vor dem Einbau geprüft werden. Ein Simulator gibt ein Typ-K- oder Typ-J-Signal vor. So kann kontrolliert werden, ob der Regler den richtigen Temperaturwert erkennt und der Eingang korrekt konfiguriert ist.
Beispiel 5: Servicegerät für unterschiedliche Messstellen gesucht
Ein Servicetechniker muss regelmäßig Druck, Temperatur, 4–20 mA, Spannung, Widerstand und Frequenz prüfen. In diesem Fall ist ein Multifunktionskalibrator sinnvoller als mehrere einzelne Simulatoren.
Checkliste: das passende Kalibriergerät auswählen
Diese Checkliste hilft bei der Auswahl zwischen Simulator, Stromschleifenkalibrator, Multifunktionskalibrator und Druckkalibrator.
| Prüffrage | Warum wichtig? | Empfehlung |
|---|---|---|
| Sollen nur Eingänge simuliert werden? | Dann ist oft kein Multifunktionskalibrator nötig. | Simulator wie ICS 02S prüfen. |
| Werden 4–20-mA-Stromschleifen geprüft? | Messen, Geben, Simulieren und Loop Supply können nötig sein. | Loop Calibrator oder Multifunktionskalibrator wählen. |
| Müssen mehrere Signalarten geprüft werden? | Ein Gerät spart Zeit und reduziert Fehlerquellen. | DPI620 GENII oder DPI880 prüfen. |
| Soll Druck kalibriert werden? | Druck benötigt Referenz und ggf. Druckerzeugung. | Druckmodul, Druckkalibrator oder Druckkalibriertechnik wählen. |
| Werden Pt100, RTD oder Thermoelemente benötigt? | Temperatursignale müssen typgerecht simuliert werden. | RTD/TC-fähiges Gerät wählen. |
| Ist Dokumentation erforderlich? | Für Audits und Qualitätsmanagement sind Daten wichtig. | Kalibrator mit Dokumentationsfunktion prüfen. |
| Wird im Feld gearbeitet? | Robustheit, Akku und Bedienung sind entscheidend. | Feldtaugliches Gerät wählen. |
| Wird hauptsächlich im Labor gearbeitet? | Genauigkeit und Wiederholbarkeit stehen im Vordergrund. | Passende Referenz und Kalibrierunsicherheit beachten. |
Fazit: Simulator für einfache Signale, Prozesskalibrator für komplette Messketten
Ob ein Prozesskalibrator oder ein Simulator benötigt wird, hängt direkt von der Prüfaufgabe ab. Ein Simulator ist ideal, wenn definierte Pt100-, RTD-, Thermoelement-, mV- oder V-Signale vorgegeben werden sollen. Er ist einfach, wirtschaftlich und für viele Eingangstests vollkommen ausreichend.
Ein Prozesskalibrator ist die bessere Wahl, wenn mehrere Signalarten, Stromschleifen, Druckmodule, Messfunktionen oder komplette Messketten geprüft werden müssen. Besonders im Service, in der Instandhaltung und bei der Inbetriebnahme bietet ein Multifunktionskalibrator deutlich mehr Flexibilität.
Für umfangreiche Kalibrieraufgaben sind besonders DPI620 GENII und DPI880 interessant. Für die gezielte Simulation von Pt100, RTD, Thermoelement, mV und V kann der ICS 02S Simulator eine passende Lösung sein. Eine Übersicht passender Geräte finden Sie in den Kategorien
Prozesskalibratoren,
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Druckkalibriertechnik.
FAQ: Häufige Fragen zu Prozesskalibratoren und Simulatoren
Was ist der Unterschied zwischen Prozesskalibrator und Simulator?
Ein Simulator gibt definierte Sensorsignale oder Standardsignale aus. Ein Prozesskalibrator kann je nach Ausführung zusätzlich Signale messen, geben, simulieren, Druckmodule nutzen, Stromschleifen prüfen und Messketten kalibrieren.
Wann reicht ein Simulator aus?
Ein Simulator reicht aus, wenn hauptsächlich Eingänge von Reglern, Anzeigen, SPS oder Messumformern mit definierten Pt100-, RTD-, Thermoelement-, mV- oder V-Signalen geprüft werden sollen.
Wann brauche ich einen Prozesskalibrator?
Ein Prozesskalibrator ist sinnvoll, wenn mehrere Signalarten geprüft werden, mA-Signale gemessen und gegeben werden sollen, Druckmodule benötigt werden oder komplette Messketten kalibriert werden müssen.
Wie kann man einen Pt100 simulieren?
Ein Pt100 wird durch einen passenden Widerstandswert simuliert. Ein Simulator oder Multifunktionskalibrator gibt diesen Wert vor, damit Regler, Anzeige oder Messumformer geprüft werden können.
Wie simuliert man ein Thermoelement?
Ein Thermoelement wird über eine kleine Thermospannung simuliert. Dabei muss der richtige Thermoelementtyp gewählt werden, zum Beispiel Typ J, Typ K oder Typ T.
Kann ein Simulator Druck kalibrieren?
Nein, für Druckkalibrierung wird eine Druckreferenz und je nach Aufgabe eine Druckerzeugung benötigt. Dafür sind Druckmodule, Druckkalibratoren, Handpumpen oder Druckcontroller erforderlich.
Wie prüft man einen SPS-Eingang?
Der Kalibrator oder Simulator gibt ein definiertes Signal auf den SPS-Eingang. Anschließend wird geprüft, ob die SPS den korrekten Prozesswert anzeigt.
Wofür eignet sich der DPI620 GENII?
Der DPI620 GENII eignet sich für anspruchsvolle Prozesskalibrierungen mit elektrischen Signalen, Frequenz, Temperatur und Druck in Verbindung mit passenden Modulen.
Wofür eignet sich der DPI880?
Der DPI880 eignet sich für Multifunktionskalibrierungen mit mA, mV, V, Ohm, Frequenz, Impulsen, RTD/TC und Druckmodulen.
Wofür eignet sich der ICS 02S?
Der ICS 02S eignet sich als Simulator für Pt100, RTD, Thermoelement, mV und V. Er ist besonders praktisch für die Prüfung von Temperaturreglern, Anzeigen, Messumformern und SPS-Eingängen.
Welche Produkte eignen sich für Prozesskalibrierung und Simulation?
Für umfangreiche Prozesskalibrierung sind DPI620 GENII und DPI880 geeignet. Für die gezielte Simulation von Pt100, RTD, Thermoelement, mV und V ist der ICS 02S relevant. Passende Kategorien sind
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