→ PRODUKT
→ Datenblatt
Bei der Fehlersuche an industriellen Mess- und Regelkreisen wird häufig zuerst gemessen: Liegt ein Stromsignal an? Kommt ein Wert in der SPS an? Reagiert das Leitsystem? Diese Messung ist wichtig, reicht aber oft nicht aus, um die tatsächliche Fehlerquelle eindeutig zu bestimmen.
Deutlich schneller wird die Diagnose, wenn ein definiertes 4–20-mA-Signal simuliert wird. Dabei ersetzt ein Stromschleifen-Kalibrator vorübergehend den Sensor oder Messumformer und gibt gezielt Werte wie 4 mA, 12 mA oder 20 mA aus. So lässt sich prüfen, ob SPS-Eingänge, Anzeigen, Regler, Ventile oder komplette Stromschleifen korrekt reagieren.
Mit einem Stromschleifen-Kalibrator wie dem UPS4E können 4–20-mA-Signale nicht nur gemessen, sondern auch simuliert und ausgegeben werden. Dadurch lassen sich Fehler in Sensorik, Verdrahtung und Steuerung schneller voneinander trennen.
Dieser Beitrag erklärt, was 4–20-mA-Simulation bedeutet, wann sie sinnvoll ist und wie sie bei der Fehlersuche in SPS-Eingängen, Ventilen und Stromschleifen eingesetzt wird.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet 4–20-mA-Simulation?
Bei der 4–20-mA-Simulation erzeugt ein Kalibrator ein definiertes Stromsignal und übernimmt damit vorübergehend die Rolle eines Sensors oder Messumformers. Für die angeschlossene SPS, Anzeige oder Regelung sieht es so aus, als würde ein realer Feldsensor ein entsprechendes Prozesssignal liefern.
Dadurch lassen sich Anlagenkomponenten unabhängig vom eigentlichen Sensor testen. Fehler können wesentlich schneller lokalisiert werden, da die komplette Signalkette gezielt überprüft werden kann.
Wird beispielsweise ein Strom von 12 mA simuliert, sollte die SPS exakt den zugehörigen Prozesswert anzeigen. Ist dies nicht der Fall, liegt die Ursache häufig in der Parametrierung, Verdrahtung oder im Analogeingang selbst.
Typische simulierte Signalwerte
| Simulierter Strom |
Entspricht |
| 4 mA |
0 % Messbereich |
| 8 mA |
25 % Messbereich |
| 12 mA |
50 % Messbereich |
| 16 mA |
75 % Messbereich |
| 20 mA |
100 % Messbereich |
Die Signal-Simulation wird in der Praxis häufig bei der Inbetriebnahme neuer Anlagen, der Fehlersuche an SPS-Eingängen, der Prüfung von Stellventilen oder der Überprüfung kompletter 4–20-mA-Stromschleifen eingesetzt.
Mit dem UPS4E Stromschleifen-Kalibrator können solche Signale schnell und präzise erzeugt werden. Dadurch lässt sich feststellen, ob ein Fehler tatsächlich vom Sensor stammt oder an anderer Stelle im System gesucht werden muss.
Warum reicht Messen allein oft nicht aus?
Bei der Fehlersuche wird häufig zunächst geprüft, ob überhaupt ein 4–20-mA-Signal vorhanden ist. Diese Messung liefert zwar wichtige Informationen, beantwortet jedoch nicht immer die entscheidende Frage: Wo befindet sich die eigentliche Fehlerquelle?
Wird beispielsweise an einem Drucktransmitter ein korrektes Stromsignal gemessen, bedeutet dies noch nicht automatisch, dass die SPS den Wert richtig verarbeitet. Ebenso kann eine fehlerhafte Anzeige im Leitsystem durch Verdrahtungsprobleme, eine falsche Skalierung oder einen defekten Analogeingang verursacht werden.
Genau hier bietet die Signal-Simulation einen entscheidenden Vorteil. Durch das gezielte Einspeisen eines definierten Stromsignals können einzelne Komponenten unabhängig voneinander getestet werden.
Messen oder Simulieren?
| Aufgabe |
Messen |
Simulieren |
| Sensor prüfen |
✓ |
✗ |
| SPS-Eingang prüfen |
✗ |
✓ |
| Verdrahtung überprüfen |
Teilweise |
✓ |
| Anlageninbetriebnahme |
✗ |
✓ |
| Stellventile testen |
✗ |
✓ |
| Fehlerquelle eingrenzen |
Begrenzt |
✓ |
Praxisbeispiel
Eine SPS zeigt dauerhaft einen falschen Druckwert an. Die Messung am Drucktransmitter ergibt jedoch ein korrektes Ausgangssignal von 12 mA. Ohne weitere Tests bleibt unklar, ob der Fehler im Sensor, in der Verdrahtung oder in der SPS liegt.
Wird nun mit einem Stromschleifen-Kalibrator ebenfalls ein Signal von 12 mA direkt in den SPS-Eingang eingespeist und die SPS zeigt weiterhin einen falschen Wert an, kann der Drucktransmitter sofort als Fehlerquelle ausgeschlossen werden.
Dadurch reduziert sich die Fehlersuche oft von mehreren Stunden auf wenige Minuten. Genau deshalb gehört die Signal-Simulation heute zu den wichtigsten Methoden bei Service, Wartung und Inbetriebnahme von Industrieanlagen.
Welche Geräte können 4–20-mA-Signale simulieren?
Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein 4–20-mA-Signal zu erzeugen oder zu simulieren. Allerdings eignen sich nicht alle Geräte gleichermaßen für die Fehlersuche, Inbetriebnahme oder Kalibrierung von Industrieanlagen.
Die Auswahl des richtigen Prüfgeräts entscheidet häufig darüber, wie schnell sich eine Fehlerursache eingrenzen lässt.
Multimeter
Ein klassisches Multimeter eignet sich hervorragend zur Messung von Strom- und Spannungswerten. Die meisten Geräte können jedoch keine definierten 4–20-mA-Signale erzeugen oder simulieren.
Für einfache Messaufgaben ist ein Multimeter ausreichend, für die gezielte Prüfung von SPS-Eingängen oder Stellgliedern jedoch nur eingeschränkt nutzbar.
Spezielle SPS-Testgeräte
Für umfangreiche Inbetriebnahme- und Prüfaufgaben kommen teilweise spezielle SPS-Testsysteme zum Einsatz. Diese bieten zahlreiche Funktionen, sind jedoch häufig deutlich teurer und komplexer als für die tägliche Wartung erforderlich.
Für Serviceeinsätze vor Ort werden daher meist kompaktere Lösungen bevorzugt.
Stromschleifen-Kalibratoren
Stromschleifen-Kalibratoren wurden speziell für die Arbeit mit 4–20-mA-Signalen entwickelt. Sie kombinieren Mess-, Simulations- und Prüfaufgaben in einem Gerät und ermöglichen eine schnelle Diagnose von Sensoren, Steuerungen und Stromschleifen.
Ein typisches Beispiel ist der UPS4E Stromschleifen-Kalibrator, der sowohl für Wartungs- als auch für Inbetriebnahmeaufgaben ausgelegt ist.
Wichtige Funktionen eines modernen Stromschleifen-Kalibrators
| Funktion |
Nutzen |
| 4–20-mA-Messung |
Prüfung von Sensoren und Messumformern |
| Signal-Simulation |
Prüfung von SPS-Eingängen und Anzeigen |
| 24-V-Schleifenversorgung |
Versorgung passiver Transmitter |
| Spannungsmessung |
Diagnose von Versorgungsproblemen |
| HART-Unterstützung |
Einfachere Inbetriebnahme moderner Messstellen |
| Datenlogger |
Dokumentation von Messwerten |
Der UPS4E bietet diese Funktionen in einem kompakten Handgerät und ermöglicht damit die Prüfung von Sensoren, SPS-Eingängen, Ventilen und kompletten Stromschleifen direkt vor Ort.
Ausführliche technische Informationen finden Sie auf der Produktseite des UPS4E sowie im UPS4E Datenblatt.
SPS-Eingänge testen
Eine der häufigsten Anwendungen der 4–20-mA-Simulation ist die Prüfung von SPS-Analogeingängen. Treten fehlerhafte Prozesswerte auf, ist oft unklar, ob die Ursache beim Sensor, in der Verdrahtung oder in der Steuerung selbst liegt.
Durch die Simulation definierter Stromwerte kann der Sensor als Fehlerquelle ausgeschlossen werden. Die SPS erhält dabei exakt die gleichen Signale, die später auch vom realen Messumformer geliefert werden.
Schritt 1: Sensor abklemmen
Zunächst wird der Sensor oder Messumformer vom Analogeingang getrennt. Dadurch wird sichergestellt, dass ausschließlich die SPS und die angeschlossene Verdrahtung geprüft werden.
Schritt 2: Stromschleifen-Kalibrator anschließen
Anschließend wird der UPS4E Stromschleifen-Kalibrator anstelle des Sensors angeschlossen.
Nun können beliebige Stromwerte simuliert werden.
Schritt 3: Referenzwerte einspeisen
Für die Prüfung werden typischerweise mehrere bekannte Signalwerte verwendet.
| Simulierter Strom |
Erwarteter SPS-Wert |
| 4 mA |
0 % Messbereich |
| 12 mA |
50 % Messbereich |
| 20 mA |
100 % Messbereich |
Die in der SPS angezeigten Werte sollten exakt zur eingestellten Skalierung passen.
Ergebnisse richtig interpretieren
| Beobachtung |
Mögliche Ursache |
| Anzeige korrekt |
SPS-Eingang arbeitet ordnungsgemäß |
| Anzeige zu hoch oder zu niedrig |
Skalierung fehlerhaft |
| Keine Anzeige |
Verdrahtung oder Analogeingang prüfen |
| Instabile Anzeige |
Kontakt- oder EMV-Probleme möglich |
Vorteile bei der Inbetriebnahme
Die Signal-Simulation wird nicht nur zur Fehlersuche eingesetzt. Auch bei der Inbetriebnahme neuer Anlagen lassen sich SPS-Programme, Visualisierungen und Grenzwertüberwachungen bereits testen, bevor die eigentlichen Sensoren installiert werden.
Dadurch können viele Probleme bereits während der Inbetriebnahme erkannt und behoben werden. Gleichzeitig verkürzt sich die Zeit bis zur vollständigen Inbetriebnahme der Anlage.
Mit einem Stromschleifen-Kalibrator wie dem UPS4E können SPS-Eingänge innerhalb weniger Minuten überprüft werden. Das spart Zeit, reduziert Fehlersuchen und ermöglicht eine eindeutige Trennung zwischen Sensor-, Verdrahtungs- und Steuerungsproblemen.
Ventile und Stellglieder prüfen
Neben SPS-Eingängen können mit einer 4–20-mA-Simulation auch Ventile, Klappen, Frequenzumrichter und andere Stellglieder überprüft werden. Diese Komponenten erhalten häufig ein analoges Stromsignal als Sollwertvorgabe und setzen dieses in eine mechanische Bewegung oder Prozessänderung um.
Wenn ein Ventil nicht korrekt regelt oder eine Klappe die gewünschte Position nicht erreicht, stellt sich oft die Frage, ob die Ursache in der Ansteuerung oder im Stellglied selbst liegt.
Durch die Simulation definierter Stromwerte kann diese Frage schnell beantwortet werden.
Typische Anwendungen
- Regelventile
- Stellventile
- Motorisierte Klappen
- Frequenzumrichter
- Stellantriebe
- Dosierpumpen
Funktionsprüfung mit simulierten Signalen
Für die Prüfung wird das vorhandene Eingangssignal getrennt und durch einen Stromschleifen-Kalibrator ersetzt. Anschließend werden verschiedene Stromwerte ausgegeben und die Reaktion des Stellglieds beobachtet.
| Signal |
Typische Ventilstellung |
| 4 mA |
0 % / geschlossen |
| 12 mA |
50 % geöffnet |
| 20 mA |
100 % geöffnet |
Die tatsächliche Zuordnung hängt von der jeweiligen Parametrierung ab. Viele Anlagen verwenden jedoch genau diese lineare Skalierung.
Praxisbeispiel
Ein Regelventil reagiert nur verzögert auf Laständerungen. Die Leitwarte vermutet zunächst einen Fehler in der SPS oder im Regler.
Mit dem UPS4E Stromschleifen-Kalibrator werden nacheinander 4 mA, 12 mA und 20 mA simuliert.
Das Ergebnis: Das Ventil bewegt sich nur im oberen Bereich und bleibt bei kleinen Signaländerungen nahezu unverändert. Die Ursache liegt somit nicht in der SPS, sondern im Stellglied beziehungsweise dessen Mechanik.
Vorteile der Signal-Simulation
| Vorteil |
Nutzen |
| Schnelle Funktionsprüfung |
Fehlerursachen schneller eingrenzen |
| Direkte Ansteuerung |
SPS kann ausgeschlossen werden |
| Prüfung verschiedener Sollwerte |
Verhalten über gesamten Arbeitsbereich kontrollieren |
| Inbetriebnahme vereinfachen |
Stellglieder vor Anlagenstart testen |
Gerade bei Ventilen und Stellantrieben spart die Signal-Simulation häufig viel Zeit. Statt auf Prozessbedingungen zu warten, können definierte Sollwerte jederzeit erzeugt und die Reaktion der Anlage unmittelbar überprüft werden.
Praxisbeispiel aus der Instandhaltung
Ein typischer Anwendungsfall für die 4–20-mA-Simulation ist die schnelle Eingrenzung von Fehlern in bestehenden Anlagen. Gerade wenn mehrere Komponenten beteiligt sind, kann die Ursachenfindung ohne geeignete Prüfmittel sehr zeitaufwendig werden.
Das folgende Beispiel zeigt, wie sich ein Fehler innerhalb weniger Minuten lokalisieren lässt.
Ausgangssituation
In einer Produktionsanlage meldet die SPS plötzlich stark schwankende Druckwerte. Die angezeigten Werte springen zwischen 30 und 55 bar, obwohl sich die Prozessbedingungen nach Aussage des Bedienpersonals nicht verändert haben.
Da der Drucktransmitter erst wenige Monate zuvor installiert wurde, besteht Unsicherheit darüber, ob tatsächlich der Sensor oder eine andere Komponente die Ursache ist.
Erster Verdacht: Drucktransmitter defekt
Der Ausgangsstrom des Drucktransmitters wird gemessen. Die Werte erscheinen zunächst plausibel, dennoch kann nicht eindeutig ausgeschlossen werden, dass der Sensor unter bestimmten Bedingungen fehlerhaft arbeitet.
Ein Austausch des Drucktransmitters würde jedoch Zeit und Kosten verursachen und möglicherweise das eigentliche Problem nicht lösen.
Signal-Simulation mit dem UPS4E
Um die SPS unabhängig vom Sensor zu prüfen, wird der Drucktransmitter abgeklemmt und durch einen UPS4E Stromschleifen-Kalibrator ersetzt.
Anschließend werden definierte Stromwerte simuliert.
| Simulierter Strom |
Erwarteter Wert |
Angezeigter Wert |
| 4 mA |
0 bar |
0 bar |
| 12 mA |
50 bar |
50 bar |
| 20 mA |
100 bar |
100 bar |
Ergebnis der Prüfung
Die SPS verarbeitet alle simulierten Werte korrekt. Damit können sowohl der Analogeingang als auch die Parametrierung der Steuerung als Fehlerursache ausgeschlossen werden.
Die weitere Untersuchung konzentriert sich nun auf den Messkreis selbst.
Tatsächliche Ursache
Bei der Überprüfung der Verdrahtung wird schließlich eine beschädigte Anschlussklemme entdeckt. Durch die lose Verbindung kam es zu kurzzeitigen Signalunterbrechungen und dadurch zu den schwankenden Druckanzeigen.
Nach dem Austausch der Klemme arbeitet die Anlage wieder fehlerfrei.
Warum die Simulation Zeit spart
| Ohne Signal-Simulation |
Mit Signal-Simulation |
| Drucktransmitter tauschen |
Sensor sofort ausschließen |
| Mehrere Komponenten verdächtig |
Fehlerbereich gezielt eingrenzen |
| Längere Anlagenstillstände |
Schnellere Diagnose |
| Höhere Servicekosten |
Weniger unnötige Arbeiten |
Dieses Beispiel verdeutlicht den größten Vorteil der 4–20-mA-Simulation: Statt Vermutungen anzustellen, können einzelne Komponenten gezielt geprüft werden. Dadurch werden Fehlersuchen deutlich effizienter und unnötige Austauschmaßnahmen vermieden.
Typische Fehler bei der Signal-Simulation
Die Simulation von 4–20-mA-Signalen ist grundsätzlich einfach durchzuführen. Dennoch treten in der Praxis immer wieder Fehler auf, die zu falschen Messergebnissen oder einer fehlerhaften Diagnose führen können.
Wer diese typischen Stolperfallen kennt, kann Fehlersuchen deutlich beschleunigen und unnötige Prüfungen vermeiden.
Aktive und passive Stromschleifen verwechselt
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, aktive und passive Stromschleifen nicht korrekt zu unterscheiden.
Bei einer passiven Stromschleife muss der Sensor oder Kalibrator mit einer externen Versorgungsspannung betrieben werden. Aktive Geräte stellen die erforderliche Versorgung dagegen selbst bereit.
Wird die falsche Betriebsart gewählt, kann es dazu kommen, dass überhaupt kein Stromsignal fließt.
Falsche Polarität
Vertauschte Plus- und Minusanschlüsse führen häufig dazu, dass keine Messwerte angezeigt werden oder die Signalübertragung vollständig ausfällt.
Vor jeder Prüfung sollten deshalb die Anschlussklemmen und die Verdrahtung kontrolliert werden.
Fehlerhafte Skalierung in der SPS
Selbst wenn die Simulation korrekt durchgeführt wird, kann die SPS falsche Werte anzeigen. Ursache ist häufig eine fehlerhafte Skalierung des Analogeingangs.
In diesem Fall stimmen die simulierten Stromwerte zwar, werden jedoch innerhalb der Steuerung falsch interpretiert.
Unterbrochene Stromschleife
Lose Klemmen, beschädigte Leitungen oder korrodierte Kontakte können dazu führen, dass die Stromschleife nicht vollständig geschlossen ist.
Die Folge sind fehlende oder stark schwankende Messwerte.
Versorgungsspannung nicht geprüft
Bei der Fehlersuche konzentrieren sich viele Anwender ausschließlich auf das Stromsignal. Dabei wird häufig vergessen, die Versorgungsspannung zu kontrollieren.
Eine zu geringe oder instabile Versorgungsspannung kann zahlreiche Fehlersymptome verursachen.
Typische Fehler im Überblick
| Fehlerbild |
Mögliche Ursache |
| Keine Anzeige in der SPS |
Verdrahtung oder Polarität prüfen |
| Kein Stromfluss |
Stromschleife unterbrochen |
| Falscher Prozesswert |
SPS-Skalierung fehlerhaft |
| Signal schwankt |
Kontaktproblem oder EMV-Einflüsse |
| Keine Reaktion des Stellglieds |
Verdrahtung oder Aktor prüfen |
| Simulation funktioniert nicht |
Aktive/passive Schleife prüfen |
In vielen Fällen lassen sich Fehler bereits durch eine strukturierte Vorgehensweise erkennen. Deshalb empfiehlt es sich, bei jeder Prüfung zunächst die Stromschleife, die Versorgungsspannung und die Parametrierung zu kontrollieren, bevor einzelne Komponenten ausgetauscht werden.
Multimeter oder Stromschleifen-Kalibrator?
Für einfache elektrische Messungen gehört das Multimeter zur Standardausrüstung vieler Servicetechniker. Bei der Fehlersuche an 4–20-mA-Stromschleifen stößt es jedoch schnell an seine Grenzen.
Ein Multimeter kann zwar Strom- und Spannungswerte messen, jedoch in der Regel keine definierten 4–20-mA-Signale erzeugen. Genau diese Funktion ist jedoch entscheidend, wenn SPS-Eingänge, Ventile oder komplette Messkreise überprüft werden sollen.
Stromschleifen-Kalibratoren wurden speziell für diese Aufgaben entwickelt. Sie ermöglichen nicht nur die Messung von Stromsignalen, sondern auch deren Simulation und Ausgabe.
| Funktion |
Multimeter |
UPS4E |
| 4–20-mA-Signal messen |
✓ |
✓ |
| 4–20-mA-Signal simulieren |
✗ |
✓ |
| 4–20-mA-Signal ausgeben |
✗ |
✓ |
| 24-V-Schleifenversorgung |
✗ |
✓ |
| SPS-Eingänge prüfen |
✗ |
✓ |
| Ventile und Stellglieder testen |
✗ |
✓ |
| HART-Unterstützung |
✗ |
✓ |
| Datenlogger |
✗ |
✓ |
Wann reicht ein Multimeter aus?
Ein Multimeter eignet sich hervorragend, wenn lediglich geprüft werden soll, ob ein Stromsignal vorhanden ist oder ob eine Versorgungsspannung anliegt.
Für grundlegende elektrische Messungen bleibt es deshalb ein unverzichtbares Werkzeug im Servicealltag.
Wann ist ein Stromschleifen-Kalibrator die bessere Wahl?
Sobald Signale simuliert, SPS-Eingänge geprüft oder Ventile direkt angesteuert werden sollen, bietet ein Stromschleifen-Kalibrator deutliche Vorteile.
Mit einem UPS4E Stromschleifen-Kalibrator können beispielsweise definierte Werte wie 4 mA, 12 mA oder 20 mA erzeugt werden. Dadurch lässt sich die komplette Signalkette testen, ohne auf den eigentlichen Sensor angewiesen zu sein.
Gerade bei der Fehlersuche spart diese Möglichkeit häufig viel Zeit, da Sensoren, Verdrahtung, SPS und Stellglieder unabhängig voneinander überprüft werden können.
FAQ – 4–20-mA-Signale simulieren
Was bedeutet die Simulation eines 4–20-mA-Signals?
Bei der Signal-Simulation erzeugt ein Kalibrator einen definierten Stromwert und ersetzt damit vorübergehend einen Sensor oder Messumformer. Dadurch können SPS-Eingänge, Anzeigen und Stellglieder unabhängig vom eigentlichen Sensor geprüft werden.
Warum sollte man 4–20-mA-Signale simulieren?
Durch die Simulation lassen sich Fehler deutlich schneller eingrenzen. Es kann festgestellt werden, ob die Ursache beim Sensor, in der Verdrahtung oder in der SPS liegt.
Kann ich mit der Signal-Simulation einen SPS-Eingang testen?
Ja. Dies ist sogar eine der häufigsten Anwendungen. Durch das Einspeisen definierter Stromwerte kann überprüft werden, ob die SPS die Signale korrekt verarbeitet.
Kann ich damit auch Ventile prüfen?
Ja. Regelventile, Klappen, Stellantriebe und andere Aktoren können direkt mit simulierten Stromsignalen angesteuert werden. Dadurch lässt sich das Verhalten des Stellglieds über den gesamten Arbeitsbereich testen.
Kann ein Multimeter 4–20-mA-Signale simulieren?
Die meisten Multimeter können lediglich Stromsignale messen. Für die Simulation oder Ausgabe definierter 4–20-mA-Werte wird in der Regel ein Stromschleifen-Kalibrator benötigt.
Was ist der Unterschied zwischen Messen und Simulieren?
Beim Messen wird ein vorhandenes Signal überprüft. Bei der Simulation erzeugt das Prüfgerät selbst ein definiertes Signal und ersetzt damit den Sensor. Dadurch können nachgelagerte Komponenten gezielt getestet werden.
Wie teste ich einen Analogeingang?
Der Sensor wird vom Analogeingang getrennt und ein Stromschleifen-Kalibrator angeschlossen. Anschließend werden definierte Stromwerte wie 4 mA, 12 mA oder 20 mA eingespeist und mit den angezeigten Werten verglichen.
Welche Geräte eignen sich zur Signal-Simulation?
Für professionelle Anwendungen werden meist Stromschleifen-Kalibratoren eingesetzt. Diese kombinieren Messung, Simulation und Schleifenversorgung in einem Gerät.
Kann ich damit auch HART-Messumformer prüfen?
Ja. Viele moderne Stromschleifen-Kalibratoren unterstützen HART-Anwendungen. Der UPS4E verfügt beispielsweise über einen integrierten 250-Ω-HART-Widerstand.
Welcher Stromschleifen-Kalibrator eignet sich für diese Aufgabe?
Für Wartung, Inbetriebnahme und Fehlersuche eignen sich Geräte, die Stromsignale messen, simulieren und ausgeben können. Der UPS4E Stromschleifen-Kalibrator wurde speziell für diese Anwendungen entwickelt und bietet zusätzlich eine integrierte 24-V-Schleifenversorgung, HART-Unterstützung und Datenloggerfunktionen.
Wo finde ich weitere Informationen zum UPS4E?
Ausführliche technische Informationen finden Sie auf der Produktseite des UPS4E sowie im UPS4E Datenblatt.