Differenzdruck an Filtern messen: Kondensat, verstopfte Wirkdruckleitungen und Nullpunktfehler erkennen

Filter Differenzdruck mit Siemens SITRANS P320 überwachen
→ Produktkategorie: Drucksensoren

 

Der Differenzdruck eines Filters steigt kontinuierlich an – obwohl der Filter erst vor wenigen Tagen gewechselt wurde. Oder der Messwert bleibt plötzlich nahezu konstant, obwohl sich Durchfluss und Anlagenzustand deutlich verändern. In solchen Fällen wird häufig zuerst der Differenzdrucktransmitter verdächtigt. In der Praxis liegt die Ursache jedoch oft zwischen Prozess und Messgerät: in den Wirkdruck- beziehungsweise Impulsleitungen, an den Druckentnahmestellen, im Ventilblock oder in einer ungleichmäßigen Flüssigkeitsfüllung der Messleitungen.

Gerade bei kleinen Differenzdrücken können bereits wenige Zentimeter Kondensatsäule einen erheblichen Messfehler verursachen. Bei Flüssigkeitsfiltern wirken eingeschlossene Gasblasen, bei Gasfiltern angesammeltes Kondensat. Ablagerungen können eine Impulsleitung teilweise oder vollständig blockieren. Das Messgerät selbst arbeitet dann möglicherweise völlig korrekt – es bekommt nur nicht mehr die richtigen Prozessdrücke zugeführt.

Eine zuverlässige Filterüberwachung muss deshalb die gesamte Messkette betrachten: Hochdruckseite, Niederdruckseite, Druckentnahmestellen, Impulsleitungen, Ventilblock, Füllzustand, Einbaulage und Nullpunkt des Differenzdrucktransmitters.

Geeignete Messgeräte finden Sie bei ICS Schneider unter Drucksensoren und Differenzdrucksensoren. Für eine reine Grenzwertüberwachung stehen außerdem Druckschalter und Differenzdruckschalter zur Verfügung.

Wie Differenzdruck einen Filterzustand beschreibt

Ein Filter erzeugt einen Strömungswiderstand. Vor dem Filter liegt deshalb bei normaler Strömungsrichtung ein höherer Druck an als hinter dem Filter.

Der Differenzdruck ergibt sich vereinfacht aus:

Δp = pH − pL

Dabei ist:

  • pH = Druck auf der Hochdruckseite vor dem Filter,
  • pL = Druck auf der Niederdruckseite hinter dem Filter,
  • Δp = Druckverlust über das Filterelement.

Ein sauberer Filter besitzt bei einem definierten Volumenstrom einen charakteristischen Anfangsdruckverlust. Lagern sich Partikel im Filtermedium ab, erhöht sich der Strömungswiderstand. Bei vergleichbarem Durchfluss steigt dadurch normalerweise der Differenzdruck.

Typische Zustände sind:

Beobachtung Mögliche Interpretation
Niedriger und stabiler Δp Sauberer Filter oder geringer Durchfluss
Langsam steigender Δp Zunehmende Filterbeladung
Sehr hoher Δp Stark beladener oder blockierter Filter
Plötzlicher starker Abfall Durchflussabfall, Bypass geöffnet, Filter beschädigt oder Messfehler
Plötzlich konstanter Wert trotz Prozessänderungen Blockierte Impulsleitung oder eingefrorene Druckübertragung möglich

Der Differenzdruck ist damit eine sehr gute Zustandsgröße – allerdings nur dann, wenn beide Prozessdrücke unverfälscht am Messgerät ankommen.

Hoch- und Niederdruckseite richtig anschließen

Ein Differenzdrucktransmitter besitzt zwei Druckanschlüsse. Diese werden üblicherweise als High beziehungsweise H und Low beziehungsweise L gekennzeichnet.

Bei einem Filter in normaler Strömungsrichtung gilt:

  • H-Seite: Druckentnahme vor dem Filter,
  • L-Seite: Druckentnahme hinter dem Filter.

Werden beide Anschlüsse vertauscht, erhält das Messgerät eine negative Differenz beziehungsweise ein Signal mit umgekehrtem Vorzeichen. Je nach Parametrierung kann dies als negativer Messwert, Unterlauf oder scheinbar unplausibles Ausgangssignal erscheinen.

Besonders nach Wartungsarbeiten sollte deshalb kontrolliert werden:

  1. Welche Leitung kommt tatsächlich von der Filtereintrittsseite?
  2. Welche Leitung kommt von der Filteraustrittsseite?
  3. Ist die H-Leitung wirklich mit H verbunden?
  4. Ist die L-Leitung wirklich mit L verbunden?
  5. Entspricht die Parametrierung des Transmitters der gewünschten Messrichtung?

Bei längeren Rohrleitungen sollte die Zuordnung dauerhaft gekennzeichnet werden. Nur nach der Farbe eines Schlauchs oder einer historischen Beschriftung zu gehen, kann nach Umbauten zu Fehlern führen.

Warum der Durchfluss bei der Bewertung berücksichtigt werden muss

Ein häufig übersehener Punkt ist die Abhängigkeit des Filterdruckverlusts vom Volumen- beziehungsweise Massenstrom.

Der Differenzdruck eines Filters ist kein reiner Verschmutzungswert. Wird mehr Medium durch denselben Filter gefördert, steigt normalerweise auch der Druckverlust.

Das bedeutet:

Ein Filter-Differenzdruck von 80 mbar bei maximalem Volumenstrom ist nicht automatisch schlechter als 60 mbar bei deutlich geringerem Volumenstrom.

Besonders bei Anlagen mit:

  • frequenzgeregelten Ventilatoren,
  • drehzahlgeregelten Pumpen,
  • variabler Produktionsleistung,
  • wechselnden Ventilstellungen,
  • parallel geschalteten Filtersträngen

muss der aktuelle Durchfluss berücksichtigt werden.

Für Trendanalysen sollten Differenzdruckwerte daher möglichst bei vergleichbaren Betriebsbedingungen ausgewertet werden. Alternativ kann das Leitsystem Differenzdruck, Durchfluss und gegebenenfalls Drehzahl gemeinsam aufzeichnen.

Ein universeller Korrekturfaktor sollte dabei nicht ohne Kenntnis der Filterkennlinie verwendet werden. Die Beziehung zwischen Durchfluss und Druckverlust hängt von Filtertyp, Medium, Filterbeladung und Strömungszustand ab.

Wirkdruck- und Impulsleitungen als Teil der Messung

Die beiden kleinen Rohr- oder Schlauchleitungen zwischen Prozess und Differenzdrucktransmitter werden häufig als Impulsleitungen oder Wirkdruckleitungen bezeichnet.

Ihre Aufgabe klingt einfach: Sie übertragen den statischen Druck von den beiden Prozesspunkten zum Messgerät.

In der Praxis gehören diese Leitungen jedoch zu den häufigsten Ursachen fehlerhafter Differenzdruckmessungen.

Typische Probleme sind:

  • Ablagerungen oder Partikel in der Leitung,
  • Kondensat in Gasleitungen,
  • Gasblasen in Flüssigkeitsleitungen,
  • unterschiedliche Flüssigkeitssäulen auf H- und L-Seite,
  • Leckagen,
  • geknickte Schläuche,
  • geschlossene oder teilweise geschlossene Ventile,
  • Frost,
  • unterschiedliche Leitungsführung.

Ein hochgenauer Transmitter kann diese Fehler nicht erkennen oder kompensieren, wenn an seinen beiden Anschlüssen bereits falsche Drücke anliegen.

Deshalb sollte die Impulsleitung als Bestandteil der gesamten Messkette betrachtet werden und nicht lediglich als mechanische Verbindung zum Prozess.

Wie Kondensat einen falschen Differenzdruck erzeugt

Besonders bei Gas-, Druckluft- und feuchten Prozessgasanwendungen kann sich Flüssigkeit in einer Wirkdruckleitung sammeln.

Ursachen sind beispielsweise:

  • Abkühlung des Prozessgases,
  • Unterschreiten des Taupunkts,
  • ungünstige Tiefpunkte in der Leitung,
  • fehlende Entwässerungsmöglichkeit,
  • Temperaturunterschiede zwischen den beiden Leitungen.

Problematisch ist vor allem eine unterschiedliche Kondensatmenge auf H- und L-Seite.

Eine Flüssigkeitssäule erzeugt einen zusätzlichen hydrostatischen Druck:

Δphyd = ρ · g · Δh

Dabei ist:

  • ρ = Dichte der Flüssigkeit,
  • g = Erdbeschleunigung,
  • Δh = Höhenunterschied der Flüssigkeitssäule.

Schon wenige Zentimeter können relevant sein

Bei Wasser entspricht eine zusätzliche Flüssigkeitssäule von 50 mm ungefähr:

Δp ≈ 1000 kg/m³ · 9,81 m/s² · 0,05 m ≈ 490 Pa ≈ 4,9 mbar

Bei einer Filtermessung im Bereich von beispielsweise einigen zehn Millibar ist das bereits ein erheblicher Fehler.

Entscheidend ist nicht, ob grundsätzlich Flüssigkeit vorhanden ist, sondern ob H- und L-Seite hydrostatisch vergleichbare Bedingungen besitzen.

Kondensatgefäße sind kein universelles Heilmittel

Bei Anwendungen, in denen eine definierte Flüssigkeitssäule technisch vorgesehen ist – beispielsweise bestimmten Dampf- oder Kondensatanwendungen – können Kondensatgefäße beziehungsweise definierte Nassschenkel eingesetzt werden.

Dabei müssen beide Seiten kontrollierte und möglichst identische hydrostatische Bedingungen besitzen.

Bei einer normalen Gasfiltermessung ist dagegen häufig das Ziel, Kondensat aus den Impulsleitungen fernzuhalten beziehungsweise kontrolliert abzuführen. Welche Leitungsführung richtig ist, hängt deshalb vom Medium und dem konkreten Anlagenaufbau ab.

Gasblasen bei Flüssigkeitsfiltern

Bei Flüssigkeitsanwendungen entsteht das entgegengesetzte Problem: Die Impulsleitungen sollen normalerweise vollständig mit Flüssigkeit gefüllt sein.

Enthält eine Leitung eine eingeschlossene Gasblase, wird die Druckübertragung kompressibel. Dadurch kann der Messwert:

  • langsamer reagieren,
  • bei schnellen Druckänderungen verzögert folgen,
  • zwischen H- und L-Seite unterschiedlich reagieren,
  • nach Wartungsarbeiten zunächst instabil erscheinen.

Typische Ursachen sind:

  • unzureichendes Entlüften nach einer Wartung,
  • hohe Punkte in der Rohrführung,
  • Ausgasung des Mediums,
  • Leckagen, durch die Luft eingetragen wird.

Bei Flüssigkeitsmessungen sollten Impulsleitungen deshalb so geplant und in Betrieb genommen werden, dass eingeschlossene Gase entsprechend dem Anlagenkonzept sicher entlüftet werden können.

Verstopfte Impulsleitungen erkennen

Ablagerungen können eine Wirkdruckleitung langsam zusetzen. Besonders kritisch sind kleine Leitungsquerschnitte und Prozesse mit:

  • Staub,
  • Schlamm,
  • Kristallisation,
  • Korrosionsprodukten,
  • klebrigen Prozessbestandteilen,
  • Feststoffen im Medium.

Eine vollständig blockierte Leitung überträgt Druckänderungen nicht mehr korrekt. Eine nur teilweise blockierte Leitung kann dagegen wie eine starke Drossel wirken.

Typisches Verhalten einer teilweise verstopften Leitung

Der Messwert reagiert zwar noch, aber ungewöhnlich langsam.

Beispielsweise steigt der tatsächliche Druck vor dem Filter plötzlich an. Die freie H-Seite folgt dieser Änderung sofort, während eine teilverstopfte L-Seite deutlich verzögert reagiert. Während dieser Übergangsphase wird ein falscher Differenzdruck angezeigt.

Typisches Verhalten einer vollständig blockierten Leitung

Der Druck in der abgesperrten Leitung kann praktisch „eingefroren“ werden. Das Messgerät vergleicht dann einen aktuellen Prozessdruck mit einem alten eingeschlossenen Druck.

Abhängig davon, welche Seite blockiert ist und wie sich der Prozess verändert, kann der angezeigte Differenzdruck dadurch:

  • zu hoch sein,
  • zu niedrig sein,
  • über längere Zeit nahezu konstant bleiben.

Deshalb lässt sich aus der Richtung des Messfehlers allein nicht immer sicher ableiten, welche Impulsleitung blockiert ist.

Ventilblock, Absperrung und Druckausgleich

Bei industriellen Differenzdrucktransmittern wird häufig ein 3- oder 5-Ventilblock verwendet.

Ein solcher Ventilblock ermöglicht je nach Bauart beispielsweise:

  • Absperren der Hochdruckseite,
  • Absperren der Niederdruckseite,
  • Ausgleich der beiden Messkammern,
  • Entlüften beziehungsweise Entwässern,
  • Anschluss eines Prüfgeräts.

Der Ausgleich ist für die Diagnose besonders hilfreich. Werden beide Transmitterseiten unter definierten Bedingungen demselben Druck ausgesetzt, sollte der Differenzdruck idealerweise nahe null liegen.

Zeigt der Transmitter im ausgeglichenen Zustand einen deutlichen Wert, kommen beispielsweise infrage:

  • Nullpunktverschiebung,
  • Einbaulageeffekt,
  • unterschiedliche Flüssigkeitssäulen,
  • verschmutzte Ventilwege,
  • tatsächlicher Sensorfehler.

Die konkrete Schaltfolge der Ventile muss immer entsprechend der Betriebsanleitung des Messgeräts und der betrieblichen Arbeitsanweisung erfolgen. Bei hohen statischen Drücken kann eine falsche Bedienreihenfolge den Differenzdrucksensor einseitig überlasten.

Nullpunktfehler und Einbaulage

Ein Differenzdrucktransmitter kann auch dann einen kleinen Wert anzeigen, wenn an beiden Eingängen nominell derselbe Druck anliegt.

Eine mögliche Ursache ist die Einbaulage. Bei empfindlichen Differenzdruckmesszellen können Lageänderungen mechanisch beziehungsweise über interne Füllflüssigkeiten einen Nullpunktversatz verursachen.

Deshalb sollte ein Nullpunkt- beziehungsweise Lageabgleich grundsätzlich erst erfolgen, wenn das Gerät:

  • endgültig montiert ist,
  • seine vorgesehene Einbaulage besitzt,
  • die Impulsleitungen korrekt gefüllt beziehungsweise entlüftet sind,
  • thermisch stabil ist.

Nullpunktabgleich darf keinen Installationsfehler verstecken

Ein sehr wichtiger Punkt:

Ein Nullpunkttrim sollte nicht dazu verwendet werden, eine unterschiedliche Kondensatsäule oder eine fehlerhaft gefüllte Impulsleitung zu kompensieren.

Würde beispielsweise eine zusätzliche Wassersäule von 50 mm auf einer Seite einfach herausgetrimmt, stimmt die Anzeige nur so lange, wie diese Flüssigkeitssäule exakt gleich bleibt.

Verdunstet Kondensat oder sammelt sich weitere Flüssigkeit an, entsteht erneut ein Fehler.

Deshalb zuerst die hydraulischen beziehungsweise pneumatischen Bedingungen korrigieren – und erst danach den Nullpunkt prüfen.

Frost und eingefrorene Wirkdruckleitungen

Bei Außenanlagen und kalten Prozessbereichen kann Kondensat in einer Impulsleitung gefrieren.

Eine eingefrorene Leitung verhält sich im Extremfall wie eine vollständig geschlossene Leitung. Der Prozessdruck erreicht den Differenzdrucktransmitter dann nicht mehr.

Besonders gefährdet sind:

  • Tiefpunkte mit angesammeltem Kondensat,
  • ungedämmte kleine Rohrleitungen,
  • außen montierte Ventilblöcke,
  • Messstellen mit häufigem Wechsel zwischen warmem und kaltem Prozesszustand.

Geeignete Gegenmaßnahmen können – abhängig von Prozess und Anlagenanforderung – sein:

  • kondensatgerechte Leitungsführung,
  • Vermeidung unnötiger Tiefpunkte,
  • Wärmedämmung,
  • geeignete Begleitheizung,
  • geschützte Montage des Transmitters,
  • regelmäßige Entwässerung.

Begleitheizung und Frostschutz müssen allerdings zum Medium, zur Ex-Zone und zur zulässigen Temperatur von Messgerät und Impulsleitungen passen.

Messbereich und statischen Druck richtig auslegen

Bei Filtermessungen ist der eigentliche Differenzdruck häufig klein, während der absolute Prozessdruck sehr hoch sein kann.

Beispiel:

Ein Prozessgasfilter arbeitet bei 25 bar Leitungsdruck, der erwartete Filterdruckverlust beträgt jedoch lediglich 50 bis 300 mbar.

Das Messgerät muss dann gleichzeitig:

  • den kleinen Differenzdruck ausreichend genau auflösen,
  • den hohen statischen Druck auf beiden Seiten vertragen,
  • mögliche einseitige Überlastungen beim Schalten von Ventilen oder bei Prozessstörungen verkraften.

Bei der Geräteauswahl sollten deshalb nicht nur Messspanne und Genauigkeit betrachtet werden, sondern auch:

  • maximal zulässiger statischer Druck,
  • einseitige Überlastbarkeit,
  • Medienverträglichkeit,
  • Prozesstemperatur,
  • Druckanschlüsse,
  • Werkstoffe und Dichtungen,
  • erforderliche Ex-Zulassungen.

Ein möglichst kleiner Messbereich verbessert nicht automatisch jede Messung, wenn dadurch Betriebs- oder Überlastgrenzen überschritten werden.

Filterzustand über Trenddaten bewerten

Ein kontinuierliches Differenzdrucksignal bietet gegenüber einem reinen Schaltkontakt einen entscheidenden Vorteil: Der Verlauf des Filterzustands wird sichtbar.

Ein typischer Trend eines Filters zeigt:

  1. einen definierten Anfangsdruckverlust nach dem Filterwechsel,
  2. einen langsam steigenden Differenzdruck während der Beladung,
  3. das Erreichen eines Wartungs- oder Austauschbereichs.

Ungewöhnliche Trendformen können dagegen Hinweise auf Messprobleme geben.

Trend Mögliche Ursache
Langsam gleichmäßig steigend Normale zunehmende Filterbeladung
Sprunghafter Anstieg Plötzliche Filterbelastung, Prozessänderung, Kondensat oder Leitungsproblem
Sprunghafter Abfall Durchflussabfall, Bypass, Filterdefekt oder Impulsleitungsproblem
Über längere Zeit vollkommen flacher Verlauf Konstanter Prozess oder blockierte Druckübertragung
Sehr langsame Reaktion auf bekannte Prozessänderungen Teilweise verstopfte Impulsleitung oder Gaspolster
Tageszeitabhängige Verschiebung Temperatur-, Kondensat- oder Frostproblem möglich

Besonders aussagekräftig wird die Diagnose, wenn Differenzdruck gemeinsam mit Durchfluss, Pumpen- beziehungsweise Ventilatordrehzahl und Betriebszustand aufgezeichnet wird.

Warn- und Austauschgrenzen richtig festlegen

Ein Differenzdruckschalter oder eine SPS benötigt einen Grenzwert, ab dem eine Warnung beziehungsweise ein Filterwechsel ausgelöst wird.

Dieser Grenzwert sollte nicht pauschal gewählt werden.

Grundlage sollten sein:

  • Vorgaben des Filterherstellers,
  • zulässiger Enddruckverlust des Filterelements,
  • Nennvolumenstrom,
  • zulässiger Energieverbrauch der Anlage,
  • erforderliche Prozessleistung,
  • Erfahrungswerte aus dem tatsächlichen Betrieb.

Sinnvoll können mehrere Schwellen sein:

  • Vorwarnung: Filter nähert sich dem Wartungsbereich.
  • Wartungsgrenze: Filterwechsel beziehungsweise Reinigung einplanen.
  • Alarmgrenze: zulässiger Betriebsbereich wird verlassen.

Bei stark variablem Durchfluss kann eine einfache feste Grenze allein jedoch zu Fehlalarmen führen. Der Filterhersteller beziehungsweise die Anlagenplanung sollte festlegen, auf welche Betriebsbedingungen der zulässige Enddruckverlust bezogen ist.

Typische Fehlerbilder bei der Filter-Differenzdruckmessung

Beobachtung Mögliche Ursache Sinnvolle Prüfung
Differenzdruck nach Filterwechsel weiterhin hoch Kondensat, Nullpunktfehler, falsche Ventilstellung oder Leitung blockiert Ventilblock, Impulsleitungen und Nullzustand prüfen
Differenzdruck steigt plötzlich ohne erkennbare Prozessänderung Kondensatansammlung oder teilweise verstopfte Leitung H- und L-Leitung auf Flüssigkeit und Ablagerungen prüfen
Differenzdruck bleibt trotz Änderung der Pumpen- oder Ventilatordrehzahl konstant Eine oder beide Impulsleitungen blockiert Druckübertragung und Reaktion beider Seiten prüfen
Messwert reagiert ungewöhnlich langsam Teilblockade, Gasblase oder stark gedrosselte Leitung Leitungen entlüften beziehungsweise auf Durchgängigkeit prüfen
Messwert zeigt nach Wartung negatives Vorzeichen H- und L-Leitung vertauscht Anschlusszuordnung kontrollieren
Nullpunkt verschiebt sich nach Montage Einbaulage oder hydrostatische Flüssigkeitssäule Montageposition und Leitungsfüllung kontrollieren
Messwert verändert sich stark mit Außentemperatur Kondensation, Dichteänderung einer Flüssigkeitssäule oder Frost Leitungsführung und Temperaturbedingungen untersuchen
Filter scheint nachts stärker verstopft als tagsüber Temperaturbedingte Kondensation in einer Gasimpulsleitung möglich Trend mit Umgebungstemperatur vergleichen
Messwert geht plötzlich gegen null Stillstand, Bypass geöffnet, Filterbruch oder beide Seiten nahezu gleicher Druck Durchfluss und Anlagenzustand prüfen
Transmitter zeigt bei ausgeglichenem Ventilblock nicht null Nullpunktverschiebung oder ungleiche Flüssigkeitssäulen Installationszustand korrigieren und anschließend Nullpunkt prüfen

Systematischer Diagnoseablauf bei falschem Filter-Differenzdruck

Bei einem unplausiblen Differenzdruck sollte der Transmitter nicht sofort ausgebaut oder neu kalibriert werden. Sinnvoller ist eine Prüfung vom Prozess bis zum Messgerät.

  1. Prozesszustand prüfen: Läuft die Anlage tatsächlich mit dem erwarteten Durchfluss?
  2. Filterzustand kontrollieren: Wurde der Filter kürzlich gewechselt oder gereinigt?
  3. H- und L-Zuordnung prüfen: Sind Vor- und Nachfilterseite korrekt angeschlossen?
  4. Ventilstellungen kontrollieren: Sind Absperr- und Ausgleichsventile vollständig in Betriebsstellung?
  5. Druckentnahmestellen prüfen: Sind die Prozessbohrungen frei?
  6. Impulsleitungen ansehen: Gibt es Knicke, Tiefpunkte, Kondensat oder sichtbare Ablagerungen?
  7. Bei Gasen entwässern: Kondensat entsprechend der vorgesehenen Konstruktion kontrollieren.
  8. Bei Flüssigkeiten entlüften: Eingeschlossene Gasblasen ausschließen.
  9. Reaktionsverhalten prüfen: Folgen beide Seiten bekannten Prozessänderungen plausibel?
  10. Transmitter ausgleichen: Nach betrieblicher Vorgehensweise beide Seiten auf gleichen Druck bringen.
  11. Nullpunkt bewerten: Erst bei korrekt gefüllter und entlüfteter Messkette Nullpunkt beziehungsweise Lagekorrektur prüfen.
  12. Elektrisches Signal prüfen: 4–20-mA-Signal, Skalierung und Leitsystem kontrollieren.
  13. Erst danach kalibrieren: Wenn Prozessanschluss und Impulsleitungen ausgeschlossen sind, Transmitter messtechnisch prüfen.

Dieser Ablauf verhindert, dass ein korrekt arbeitender Differenzdrucktransmitter ausgebaut und kalibriert wird, obwohl die eigentliche Ursache eine blockierte Messleitung ist.

Praxisbeispiel: Filter scheint plötzlich verstopft

In einer Prozessgasanlage wird ein Filter kontinuierlich über einen Differenzdrucktransmitter überwacht. Nach einem Filterwechsel liegt der normale Differenzdruck bei etwa 35 mbar.

Mehrere Wochen später steigt die Anzeige innerhalb weniger Stunden auf 75 mbar. Der Volumenstrom und die übrigen Prozesswerte sind nahezu unverändert.

Die erste Vermutung lautet: Der neue Filter hat sich ungewöhnlich schnell zugesetzt.

Schritt 1: Prozessdaten vergleichen

Der Durchfluss hat sich nicht wesentlich erhöht. Ein durchsatzbedingter Anstieg des Filterdruckverlusts ist deshalb unwahrscheinlich.

Schritt 2: Trend betrachten

Der Differenzdruck ist nicht langsam gestiegen, sondern innerhalb kurzer Zeit sprunghaft angestiegen. Das passt nicht zum bisherigen Beladungsverhalten des Filters.

Schritt 3: Impulsleitungen kontrollieren

Bei der Sichtprüfung fällt auf, dass die Leitung zur Niederdruckseite einen Tiefpunkt besitzt. Dort hat sich Kondensat gesammelt.

Schritt 4: hydrostatischen Einfluss beseitigen

Die Leitung wird entsprechend der betrieblichen Vorgaben entwässert und die Leitungsführung überprüft.

Schritt 5: Nullpunkt kontrollieren

Nach dem Druckausgleich über den Ventilblock liegt der Transmitter wieder nahe seinem korrekten Nullpunkt.

Nach Wiederinbetriebnahme beträgt der Differenzdruck 39 mbar.

Ergebnis: Der Filter war nicht ungewöhnlich stark verschmutzt. Eine ungleich gefüllte Impulsleitung hatte einen zusätzlichen hydrostatischen Druck erzeugt.

Das Beispiel zeigt: Bei kleinen Differenzdrücken kann die Qualität der Wirkdruckleitungen für das Messergebnis wichtiger sein als die nominelle Genauigkeit des Transmitters.

Passende Differenzdruckmessgeräte für die Filterüberwachung

Welche Messtechnik geeignet ist, hängt stark von Medium, Differenzdruckbereich, statischem Prozessdruck und gewünschter Auswertung ab. Für kontinuierliche Trendüberwachung ist ein Differenzdrucktransmitter sinnvoll. Für eine einfache Grenzwertmeldung kann dagegen ein Differenzdruckschalter ausreichend sein.

Siemens SITRANS P320 – für kontinuierliche Differenzdruckmessung im Prozess

Der Siemens SITRANS P320 eignet sich für anspruchsvolle Prozessanwendungen und ist unter anderem für Differenzdruckmessungen verfügbar.

Für eine Filterüberwachung ist insbesondere die kontinuierliche Messwertübertragung interessant. Der Differenzdruck kann dadurch nicht nur gegen einen festen Grenzwert überwacht, sondern über das Leitsystem als Trend ausgewertet werden.

Je nach Geräteausführung stehen unter anderem zur Verfügung:

  • 4–20-mA-Signal mit HART-Kommunikation,
  • Diagnosefunktionen nach NAMUR NE107,
  • unterschiedliche Messbereiche für Prozessdruck und Differenzdruck,
  • Ausführungen für anspruchsvolle Prozessmedien,
  • verschiedene messstoffberührte Werkstoffe.

Der SITRANS P320 ist damit insbesondere interessant für Filteranlagen in der Prozessindustrie, bei denen neben dem aktuellen Differenzdruck auch Diagnose, Parametrierung und langfristige Messwerttrends relevant sind.

Weitere Informationen finden Sie unter Siemens SITRANS P320 bei ICS Schneider.

WIKA DPT-20 – Differenzdrucktransmitter für Filter- und Prozessanwendungen

Eine weitere Lösung für industrielle Differenzdruckmessungen ist der WIKA DPT-20.

Der Transmitter ist unter anderem für Filter- und Pumpenüberwachung vorgesehen und bietet abhängig von der Ausführung:

  • skalierbare Differenzdruckmessbereiche,
  • 4–20 mA beziehungsweise 4–20 mA mit HART,
  • hohe statische Druckbelastbarkeit,
  • unterschiedliche Gehäuse- und Prozessausführungen.

Damit eignet sich das Gerät insbesondere für industrielle Filtermessstellen, bei denen ein vergleichsweise kleiner Differenzdruck bei gleichzeitig höherem Prozessdruck gemessen werden muss.

WIKA A2G-40 – einfache Filter-Grenzwertüberwachung in Lüftungsanlagen

Bei Lüftungs- und Klimaanlagen mit trockener, sauberer und nicht aggressiver Luft ist häufig keine kontinuierliche Prozessmessung erforderlich. Hier kann ein mechanischer beziehungsweise elektromechanischer Differenzdruckschalter sinnvoll sein.

Der WIKA A2G-40 ist speziell für Anwendungen in der Luft- und Klimatechnik vorgesehen und kann unter anderem Filter und Ventilatoren überwachen.

Ein solcher Schalter eignet sich beispielsweise für die Meldung:

„Filter-Differenzdruck überschritten – Filter prüfen beziehungsweise wechseln.“

Weitere Informationen finden Sie unter WIKA A2G-40 Differenzdruckschalter bei ICS Schneider.

Transmitter oder Schalter?

Anforderung Sinnvolle Lösung
Nur Warnmeldung bei verschmutztem Filter Differenzdruckschalter
Aktuellen Δp-Wert im Leitsystem anzeigen Differenzdrucktransmitter
Filterbeladung als Trend bewerten Differenzdrucktransmitter mit Analog- oder Digitalsignal
Hoher statischer Prozessdruck bei kleinem Δp Geeigneter Prozess-Differenzdrucktransmitter
HVAC mit trockener Luft und einfachem Grenzwert Niederdruck-Differenzdruckschalter

Weitere Geräte finden Sie unter Drucksensoren und Differenzdrucksensoren bei ICS Schneider sowie unter Druckschalter und Differenzdruckschalter.

Fazit

Der Differenzdruck ist eine der wichtigsten Größen zur Überwachung von Filtern. Ein steigender Wert kann eine zunehmende Filterbeladung anzeigen – aber nur, wenn die Messkette korrekt funktioniert und der Betriebszustand vergleichbar ist.

Bei unplausiblen Messwerten sollte deshalb nicht automatisch der Transmitter verdächtigt werden. Kondensat, Gasblasen, verstopfte Wirkdruckleitungen, falsche Ventilstellungen und hydrostatische Unterschiede können wesentlich größere Fehler verursachen als der eigentliche Sensor.

Besonders bei kleinen Differenzdrücken reichen bereits geringe Flüssigkeitssäulen für deutliche Nullpunktverschiebungen. Ein Nullabgleich darf solche Installationsfehler nicht einfach kompensieren. Zuerst müssen beide Impulsleitungen hydraulisch beziehungsweise pneumatisch in einen definierten Zustand gebracht werden.

Für die Zustandsüberwachung ist außerdem entscheidend, den Differenzdruck nicht isoliert zu betrachten. Filterdruckverlust, Durchfluss und Betriebszustand gehören zusammen. Eine Trendaufzeichnung kann dabei zwischen normaler Filterbeladung und einem plötzlich auftretenden Messproblem unterscheiden helfen.

Die wichtigste Regel für die Fehlersuche lautet deshalb: Erst Prozess und Wirkdruckleitungen prüfen, dann Nullpunkt und elektrisches Signal – und erst zuletzt den Differenzdrucktransmitter kalibrieren oder austauschen.

FAQ: Differenzdruckmessung an Filtern

Wie misst man den Differenzdruck über einen Filter?

Der Druck vor dem Filter wird auf die Hochdruckseite des Differenzdruckmessgeräts geführt, der Druck hinter dem Filter auf die Niederdruckseite. Das Gerät bildet daraus die Differenz pH − pL.

Warum steigt der Differenzdruck bei einem verschmutzten Filter?

Mit zunehmender Partikelbeladung steigt normalerweise der Strömungswiderstand des Filtermediums. Bei vergleichbarem Durchfluss ist dadurch ein höherer Druckverlust erforderlich, um das Medium durch den Filter zu fördern.

Kann ein hoher Differenzdruck auch ohne verstopften Filter entstehen?

Ja. Ursachen können beispielsweise ein höherer Durchfluss, Kondensat in einer Impulsleitung, ein Nullpunktfehler, eine falsche Ventilstellung oder eine blockierte Wirkdruckleitung sein.

Warum muss der Durchfluss bei der Filterüberwachung berücksichtigt werden?

Der Druckverlust eines Filters hängt nicht nur von seiner Verschmutzung, sondern auch von der durchströmenden Medienmenge ab. Ein Vergleich von Differenzdruckwerten ist deshalb besonders aussagekräftig, wenn die Betriebsbedingungen ähnlich sind.

Was ist eine Wirkdruckleitung?

Eine Wirkdruck- beziehungsweise Impulsleitung verbindet einen Prozessdruckpunkt mit dem Differenzdruckmessgerät. Bei der Filterüberwachung gibt es jeweils eine Leitung von der Vor- und der Nachfilterseite.

Wie erkennt man eine verstopfte Wirkdruckleitung?

Typische Hinweise sind ein ungewöhnlich langsamer Messwert, ein nahezu unveränderter Wert trotz Prozessänderung oder ein plötzlich unplausibler Differenzdruck. Die Durchgängigkeit der beiden Leitungen muss dann einzeln geprüft werden.

Kann eine blockierte Hochdruckleitung einen zu niedrigen Messwert erzeugen?

Ja. Welche Fehlerrichtung entsteht, hängt davon ab, welche Leitung blockiert ist und wie sich die Prozessdrücke anschließend verändern. Eine blockierte Leitung kann einen alten Druck einschließen und dadurch sowohl zu hohen als auch zu niedrigen Differenzdruck verursachen.

Warum verursacht Kondensat einen Messfehler?

Eine Flüssigkeitssäule erzeugt hydrostatischen Druck. Befindet sich auf einer Seite des Differenzdruckmesssystems mehr Flüssigkeit als auf der anderen, entsteht dadurch ein zusätzlicher Druckanteil, den der Transmitter als Teil des Differenzdrucks misst.

Wie groß ist der Fehler durch 5 cm Wassersäule?

Eine Wassersäule von 50 mm erzeugt ungefähr 490 Pa beziehungsweise 4,9 mbar hydrostatischen Druck. Bei einer kleinen Filter-Differenzdruckmessung kann dies bereits einen erheblichen Anteil des Messbereichs darstellen.

Was passiert bei einer Gasblase in einer Flüssigkeits-Impulsleitung?

Das eingeschlossene Gas ist kompressibel. Dadurch kann die Druckübertragung verzögert oder gedämpft werden. Besonders bei schnellen Prozessänderungen können dadurch unterschiedliche Reaktionszeiten auf H- und L-Seite entstehen.

Wozu dient ein 3-Ventilblock bei einem Differenzdrucktransmitter?

Ein 3-Ventilblock ermöglicht normalerweise das Absperren der beiden Prozessseiten sowie das Verbinden beziehungsweise Ausgleichen von Hoch- und Niederdruckseite. Dadurch kann unter definierten Bedingungen beispielsweise der Nullpunkt überprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem 3- und 5-Ventilblock?

Ein 5-Ventilblock besitzt zusätzlich weitere Ventile zum Entlüften, Entwässern oder Anschließen von Prüfgeräten. Die genaue Funktion hängt von der jeweiligen Ventilblockausführung ab.

Wann darf der Nullpunkt eines Differenzdrucktransmitters abgeglichen werden?

Der Nullpunkt sollte erst geprüft beziehungsweise korrigiert werden, wenn der Transmitter endgültig montiert, die Impulsleitungen korrekt gefüllt oder entlüftet und beide Seiten unter definierten Bedingungen auf gleichen Druck gebracht wurden.

Kann man einen Kondensatfehler einfach mit dem Nullabgleich kompensieren?

Das ist nicht sinnvoll. Ändert sich die Höhe der Flüssigkeitssäule später, ändert sich auch der hydrostatische Fehler. Zuerst muss deshalb die Ursache der unterschiedlichen Flüssigkeitssäulen beseitigt werden.

Warum zeigt der Differenzdrucktransmitter im Winter andere Werte?

Bei Außenmessstellen können Kondensation, temperaturabhängige Flüssigkeitssäulen oder sogar eingefrorene Impulsleitungen die Messung beeinflussen. Deshalb sollten Leitungsführung, Frostschutz und Temperaturbedingungen überprüft werden.

Wie erkennt man einen Filterbruch über den Differenzdruck?

Ein plötzlicher deutlicher Abfall des Filterdruckverlusts kann auf einen beschädigten Filter oder eine Umgehung des Filterelements hinweisen. Allerdings können auch ein reduzierter Durchfluss oder ein Messfehler dieselbe Beobachtung verursachen. Der Prozesszustand muss deshalb mit betrachtet werden.

Wie sollte der Grenzwert für einen Filterwechsel festgelegt werden?

Die Austauschgrenze sollte sich an den Vorgaben des Filterherstellers und den tatsächlichen Betriebsbedingungen orientieren. Entscheidend sind unter anderem zulässiger Enddruckverlust, Nennvolumenstrom und Anlagenleistung.

Ist ein Differenzdruckschalter oder ein Differenzdrucktransmitter besser?

Für eine reine Grenzwertmeldung kann ein Differenzdruckschalter ausreichen. Soll der Filterzustand kontinuierlich aufgezeichnet, im Leitsystem angezeigt oder als Trend bewertet werden, ist ein Differenzdrucktransmitter die geeignetere Lösung.

Warum ist ein Trend besser als nur ein Alarmkontakt?

Ein Trend zeigt, ob der Differenzdruck langsam entsprechend der Filterbeladung steigt oder sich plötzlich verändert. Dadurch können Wartung und Fehlersuche besser geplant und Messprobleme früher erkannt werden.

Was sollte zuerst geprüft werden, wenn ein Filter-Differenzdruck unplausibel ist?

Zuerst sollten Prozesszustand, Durchfluss, H-/L-Anschluss, Ventilstellungen, Druckentnahmestellen und Impulsleitungen geprüft werden. Erst wenn diese Ursachen ausgeschlossen sind, sollten Nullpunkt, Ausgangssignal und Kalibrierung des Differenzdrucktransmitters näher untersucht werden.

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