Radar-Füllstandmessung im Schwallrohr: Rohrdurchmesser, Öffnungen und Ablagerungen richtig berücksichtigen

Siemens SITRANS LR250 Radar Füllstandtransmitter mit Hornantenne in einem metallischen Schwallrohr
→ Produktkategorie: Füllstandmesstechnik

 

Ein Radar-Füllstandsensor arbeitet auf einem Behälter mit stark bewegter Flüssigkeitsoberfläche unruhig. Rührwerk, Zulauf oder Schaumbildung erzeugen wechselnde Echos und der angezeigte Füllstand springt. Eine mögliche Lösung besteht darin, die Radarmessung in einem Schwallrohr beziehungsweise Stillrohr durchzuführen. Innerhalb dieses Rohres ist die Produktoberfläche häufig wesentlich ruhiger und der Radarstrahl wird von Einbauten im Behälter abgeschirmt.

Damit wird die Anwendung jedoch nicht automatisch einfacher. Das Schwallrohr wird selbst zu einem wesentlichen Bestandteil des Radarsystems. Sein Innendurchmesser, die verwendete Antenne, Übergänge, Schweißnähte, seitliche Öffnungen und Ablagerungen beeinflussen die Ausbreitung und Reflexion des Radarsignals. Eine geometrisch ungünstige Konstruktion kann deshalb Störechos erzeugen oder das eigentliche Produktecho abschwächen.

Besonders kritisch sind Veränderungen während des Betriebes. Ein bei der Inbetriebnahme sauberes Edelstahlrohr kann nach Monaten mit Produktablagerungen, Korrosion oder Anhaftungen belegt sein. Gleichzeitig können sich Ausgleichsöffnungen zusetzen. Dann verändert sich nicht nur das Radarverhalten, sondern möglicherweise auch der tatsächliche Flüssigkeitsstand innerhalb des Schwallrohres gegenüber dem Behälter.

Bei einer Radar-Füllstandmessung im Schwallrohr muss deshalb nicht nur der Sensor ausgewählt werden. Das komplette Rohr vom Antennenbereich bis zum unteren Ende gehört zur Messstelle und muss hinsichtlich Geometrie, Öffnungen, Verschmutzung und hydraulischer Verbindung zum Behälter betrachtet werden.

Warum Radar überhaupt in einem Schwallrohr einsetzen?

Ein Radarsensor misst den Abstand zwischen seiner Antenne und der Produktoberfläche. In einem freien Behälter muss sich das Radarsignal deshalb gegen zahlreiche mögliche Reflexionen durchsetzen. Rührwerksflügel, Heizschlangen, Leitern, Behälterwände, Zulaufleitungen und andere Einbauten können zusätzliche Echos erzeugen. Gleichzeitig kann eine stark bewegte Flüssigkeitsoberfläche das Produktecho verbreitern oder zeitlich verändern.

Ein Schwallrohr schafft innerhalb des Behälters einen geometrisch definierten Messbereich. Der Radarstrahl läuft innerhalb eines metallischen Rohres bis zur Produktoberfläche. Die Flüssigkeit im Rohr steht über Öffnungen beziehungsweise das offene Rohrende mit dem restlichen Behälter in Verbindung. Idealerweise folgt der Flüssigkeitsstand innerhalb des Rohres damit dem tatsächlichen Behälterfüllstand, während Wellen und Turbulenzen deutlich gedämpft werden.

Diese Konstruktion kann bei anspruchsvollen Flüssigkeitsanwendungen erhebliche Vorteile bieten. Gleichzeitig verändert sich aber die Art der Radarausbreitung. Der Sensor misst nicht mehr frei in einen großen Behälter, sondern innerhalb einer engen metallischen Geometrie. Rohr und Antenne müssen deshalb als zusammengehöriges System betrachtet werden.

Wie verändert das Schwallrohr die Radarmessung?

Bei einer freien Radarmessung breitet sich das elektromagnetische Signal entsprechend dem Öffnungswinkel der Antenne in Richtung Produktoberfläche aus. Innerhalb eines metallischen Schwallrohres begrenzt dagegen die Rohrwand die Ausbreitung. Das Rohr beeinflusst damit die elektromagnetischen Bedingungen der Messung und wirkt vereinfacht wie eine Führung für das Radarsignal.

Eine gleichmäßige, glatte und ausreichend große Rohrgeometrie kann sehr stabile Bedingungen schaffen. Starke Änderungen des Innendurchmessers, vorstehende Schweißnähte oder andere metallische Hindernisse können dagegen zusätzliche Reflexionen erzeugen. Auch Öffnungen in der Rohrwand unterbrechen die ideal gleichmäßige Geometrie und müssen deshalb bei Konstruktion und Ausrichtung berücksichtigt werden.

Merkmal des Schwallrohres Möglicher Einfluss Bewertung
Gleichmäßiger Innendurchmesser Definierte Signalausbreitung Günstig
Glatte Innenwand Weniger zusätzliche Reflexionsstellen Günstig
Rohrsprung oder Reduzierung Zusätzliches Echo möglich Nach Möglichkeit vermeiden
Vorstehende Schweißnaht Lokale Reflexion beziehungsweise Störecho Innengeometrie prüfen
Seitliche Öffnungen Notwendig für Niveauausgleich, können aber das Echo beeinflussen Konstruktiv berücksichtigen
Ablagerungen Rohrgeometrie und Signalverhalten verändern sich Wartungszustand beachten

Warum ist der Rohrdurchmesser wichtig?

Der Innendurchmesser des Schwallrohres muss zur verwendeten Radarantenne und zur Radartechnologie passen. Ein sehr enges Rohr kann die Signalausbreitung stärker beeinflussen als ein ausreichend dimensioniertes Rohr. Gleichzeitig darf die Antenne nicht einfach beliebig klein gewählt werden, nur damit sie mechanisch in das Rohr passt. Antennengröße, Signalstärke und Rohrgeometrie müssen gemeinsam beurteilt werden.

Bei einem Radartransmitter mit Hornantenne sollte die Antenne möglichst symmetrisch und zentrisch im Rohr angeordnet werden. Ist sie stark außermittig montiert oder befindet sich der Antennenrand sehr nahe an der Rohrwand, können asymmetrische Reflexionsbedingungen entstehen. Besonders problematisch sind außerdem nachträgliche Reduzierungen direkt unterhalb der Antenne.

Ein größerer Durchmesser bedeutet dabei nicht automatisch immer eine bessere Messung. Entscheidend ist eine konstante, zum Gerät passende Geometrie. Bei einer bestehenden Anlage sollte deshalb vor der Auswahl des Sensors nicht nur der Flanschanschluss betrachtet werden, sondern der tatsächliche freie Innendurchmesser des kompletten Schwallrohres.

Antenne und Rohrdurchmesser gemeinsam auswählen

Bei Radar-Füllstandsensoren stehen je nach Gerät unterschiedliche Antennenbauformen und Größen zur Verfügung. Für Messungen in metallischen Schwall- beziehungsweise Bypassrohren können Hornantennen besonders geeignet sein. Entscheidend ist, dass die Antenne für die Anwendung freigegeben ist und mechanisch zum Rohr passt.

Bei einem SITRANS LR250 mit Hornantenne empfiehlt Siemens für eine Messrohrmontage, die größtmögliche passende Horngröße innerhalb des Rohres zu verwenden. Außerdem wird die Ausrichtung des Gerätes relativ zu den Öffnungen beziehungsweise Schlitzen des Schwallrohres berücksichtigt. Das zeigt, dass die mechanische Rohrkonstruktion unmittelbar Teil der Geräteauslegung ist.

Wird ein vorhandenes Schwallrohr weiterverwendet, sollte deshalb zunächst dessen Geometrie aufgenommen werden. Dazu gehören Innendurchmesser, Länge, Flansch, Übergänge, Öffnungen und mögliche Einbauten. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Antenne beziehungsweise welche Radar-Ausführung zur Anwendung passt.

Welche Funktion haben Öffnungen und Schlitze?

Das Schwallrohr darf kein geschlossener zweiter Behälter innerhalb des Tanks sein. Der Flüssigkeitsstand im Rohr muss dem tatsächlichen Behälterfüllstand folgen können. Deshalb sind Schwallrohre üblicherweise hydraulisch mit dem Behälter verbunden, beispielsweise über seitliche Öffnungen, Schlitze oder ein offenes unteres Ende.

Diese Öffnungen müssen ausreichend groß und so verteilt sein, dass sich der Füllstand im Rohr schnell genug ausgleichen kann. Bei schnellen Befüll- oder Entleervorgängen kann ein zu geringer freier Querschnitt dazu führen, dass der Pegel innerhalb des Schwallrohres zeitlich hinter dem tatsächlichen Behälterpegel zurückbleibt. Der Radar misst dann möglicherweise innerhalb des Rohres korrekt – allerdings nicht den momentanen Füllstand des eigentlichen Behälters.

Zustand Mögliche Folge Typisches Messbild
Öffnungen frei und ausreichend dimensioniert Guter Niveauausgleich Füllstand folgt dem Behälter
Öffnungen teilweise zugesetzt Verzögerter Niveauausgleich Messwert läuft beim Befüllen oder Entleeren hinterher
Öffnungen stark zugesetzt Schwallrohr hydraulisch entkoppelt Messwert kann deutlich vom Behälterfüllstand abweichen
Unregelmäßige große Öffnungen im Radarbereich Zusätzliche Reflexionen möglich Störechos beziehungsweise sprunghafte Echoauswahl möglich

Die Öffnungen müssen deshalb gleichzeitig zwei Anforderungen erfüllen: hydraulisch einen sicheren Niveauausgleich ermöglichen und radartechnisch eine möglichst kontrollierte Geometrie gewährleisten. Eine beliebige nachträgliche Perforierung des Rohres ist keine optimale Lösung.

Wie beeinflussen Ablagerungen die Messung?

Ablagerungen sind bei Schwallrohren besonders kritisch, weil sie zwei unterschiedliche Probleme verursachen können. Zum einen verändern sie die Innengeometrie des Rohres und damit die Bedingungen für die Radarausbreitung. Zum anderen können sie die Ausgleichsöffnungen teilweise oder vollständig verschließen.

Ein dünner, gleichmäßiger Belag muss nicht sofort zum Ausfall führen. Bilden sich jedoch ungleichmäßige Krusten, Produktanhaftungen oder größere Ablagerungen, entstehen neue Reflexionsflächen innerhalb des Rohres. Ein Radar, das bei der Inbetriebnahme ein sehr sauberes Echoverhalten hatte, kann dadurch nach Monaten plötzlich zusätzliche Störechos erkennen.

Besonders problematisch ist eine Ablagerung im Bereich der seitlichen Öffnungen. Selbst wenn der Radarsensor weiterhin ein stabiles Echo von der Produktoberfläche innerhalb des Rohres erhält, kann der dortige Füllstand vom eigentlichen Behälterstand abweichen. In diesem Fall liegt kein klassischer Sensorfehler vor, sondern ein hydraulisches Problem des Schwallrohres.

Schweißnähte, Übergänge und Rohrversätze vermeiden

Ein ideales Schwallrohr besitzt über den relevanten Messweg einen möglichst konstanten freien Innendurchmesser. In realen Anlagen wird es jedoch häufig aus mehreren Rohrstücken gefertigt. Flansche, Schweißverbindungen oder Rohrkupplungen können dadurch geometrische Veränderungen erzeugen.

Besonders ungünstig sind nach innen überstehende Schweißnähte, Versätze zwischen zwei Rohrsegmenten und abrupte Änderungen des Durchmessers. Solche Stellen können ein zusätzliches Radar-Echo erzeugen. Liegt dieses Echo nahe am erwarteten Produktecho, kann sich die Auswertung insbesondere bei schwach reflektierenden Medien schwieriger gestalten.

Vorhandene Schwallrohre sollten deshalb bei auffälligem Messverhalten nicht nur von außen geprüft werden. Wenn möglich, ist auch der Innenzustand zu kontrollieren. Gerade bei älteren Anlagen kann eine ursprünglich saubere Rohrgeometrie durch Reparaturschweißungen, Korrosion oder Produktablagerungen erheblich verändert worden sein.

Radar im Schwallrohr richtig parametrieren

Eine gute Mechanik reduziert den Parametrierungsaufwand, ersetzt ihn aber nicht. Der Radarsensor muss entsprechend der tatsächlichen Messstrecke eingestellt werden. Leerpunkt, Vollpunkt beziehungsweise Messspanne und gegebenenfalls weitere Parameter müssen zur realen Behälter- und Schwallrohrgeometrie passen.

Auch das Echoprofil ist besonders wertvoll. Es zeigt, welche Reflexionen der Sensor entlang der Messstrecke erkennt. Feste Echos an Rohrübergängen, Öffnungen oder anderen Strukturen können dadurch von einem beweglichen Produktecho unterschieden werden. Eine Störechoausblendung sollte allerdings nicht dazu verwendet werden, eine grundsätzlich ungeeignete Rohrkonstruktion zu kaschieren.

Wird eine Störechoausblendung eingelernt, sollte der tatsächliche Füllstand bekannt sein. Andernfalls besteht die Gefahr, dass ein echtes Produktecho versehentlich als störende Reflexion behandelt wird. Nach mechanischen Änderungen oder einer intensiven Reinigung des Schwallrohres ist außerdem zu prüfen, ob sich das Echoprofil relevant verändert hat.

Messfehler systematisch diagnostizieren

Bei Problemen sollte zunächst unterschieden werden, ob der Radar die falsche Oberfläche erfasst oder ob der Füllstand innerhalb des Schwallrohres tatsächlich vom Behälterfüllstand abweicht. Beide Fehlerbilder können zu einem falschen Ausgangssignal führen, benötigen aber vollkommen unterschiedliche Maßnahmen.

Beobachtung Mögliche Ursache Sinnvolle Prüfung
Messwert springt an bestimmten Füllständen Festes Echo an Rohröffnung, Übergang oder Ablagerung Echoprofil über den betreffenden Bereich prüfen
Messwert folgt beim Befüllen verzögert Ausgleichsöffnungen teilweise verstopft Hydraulische Verbindung des Schwallrohres kontrollieren
Messung war lange stabil und wird zunehmend unruhig Ablagerungen oder Korrosion im Rohr Innenzustand und Antennenbereich überprüfen
Stabiler Radarwert weicht vom tatsächlichen Tankstand ab Pegel im Schwallrohr entspricht nicht dem Behälter Öffnungen und unteren Rohranschluss prüfen
Problem unmittelbar nach Umbau Veränderte Rohrgeometrie oder Antennenposition Durchmesser, Ausrichtung und neue Reflexionsstellen prüfen

Eine besonders hilfreiche Diagnose besteht darin, Echoprofil und tatsächlichen Füllstand gleichzeitig zu betrachten. Bleibt das Produktecho klar und stabil, während der angezeigte Pegel zeitlich dem Tank hinterherläuft, ist eher ein hydraulisches Problem wahrscheinlich. Springt dagegen die ausgewählte Echoposition zwischen mehreren Reflexionen, muss die radartechnische Seite untersucht werden.

Praxisbeispiel: Füllstand springt nach längerer Betriebszeit

Ein Radar-Füllstandtransmitter misst seit mehreren Jahren den Flüssigkeitsstand eines Prozessbehälters über ein Edelstahl-Schwallrohr. Bei der ursprünglichen Inbetriebnahme war das Echoprofil eindeutig. Rührwerksbewegungen im Tank beeinflussten die Messung kaum und der Füllstand verlief stabil.

Mit zunehmender Betriebszeit beginnt die Anzeige jedoch bei einem bestimmten Füllstand gelegentlich zu springen. Bei der Echoprofilanalyse wird neben dem Produktecho eine zusätzliche feste Reflexion sichtbar. Eine Kontrolle des Schwallrohres zeigt eine stärkere Produktablagerung an einer seitlichen Öffnung. Die Ablagerung ragt in den Rohrquerschnitt hinein und bildet eine zusätzliche Reflexionsstelle.

Nach der Reinigung ist das ursprüngliche Echoprofil wieder weitgehend hergestellt. Gleichzeitig wird festgestellt, dass mehrere weitere Ausgleichsöffnungen bereits teilweise zugesetzt waren. Ohne Reinigung hätte sich daher langfristig zusätzlich ein verzögerter Niveauausgleich zwischen Behälter und Schwallrohr entwickeln können.

Das Beispiel zeigt, dass bei einer Radarmessung im Schwallrohr ein veränderter Messwert nicht automatisch einen defekten Radarsensor bedeutet. Der Zustand des Rohres ist ein ebenso wichtiger Bestandteil der Messstelle wie die Elektronik selbst.

Schwallrohr-Messstelle richtig planen

  1. Medium und Prozessbedingungen prüfen: Temperatur, Druck, Dielektrizitätszahl, Ablagerungsneigung und Korrosivität berücksichtigen.
  2. Für Schwallrohrmessung geeigneten Radarsensor auswählen: Antennenbauform und Herstellerfreigaben beachten.
  3. Rohrdurchmesser und Antenne gemeinsam auslegen: Nicht ausschließlich nach vorhandenem Prozessflansch auswählen.
  4. Konstanten Innendurchmesser anstreben: Abrupte Reduzierungen und unnötige Rohrsprünge vermeiden.
  5. Innenflächen sauber ausführen: Vorstehende Schweißnähte und starke Rohrversätze vermeiden.
  6. Ausgleichsöffnungen hydraulisch ausreichend dimensionieren: Auch maximale Befüll- und Entleergeschwindigkeiten berücksichtigen.
  7. Öffnungen radartechnisch sinnvoll anordnen: Geräteausrichtung und Herstellerhinweise berücksichtigen.
  8. Wartungsmöglichkeit vorsehen: Bei ablagernden Medien muss das Rohr inspiziert und gereinigt werden können.
  9. Echoprofil bei Inbetriebnahme dokumentieren: Dadurch steht später ein Referenzzustand für die Diagnose zur Verfügung.

Häufige Fehler

  • Schwallrohr nur als mechanisches Zubehör betrachten: Das Rohr beeinflusst unmittelbar die Radarausbreitung und gehört zum Messsystem.
  • Beliebigen Rohrdurchmesser verwenden: Antenne, Radartechnik und Innengeometrie müssen zusammenpassen.
  • Ausgleichsöffnungen zu klein dimensionieren: Der Pegel innerhalb des Rohres kann dann bei schnellen Niveauänderungen hinter dem Tank zurückbleiben.
  • Vorstehende Schweißnähte ignorieren: Metallische Kanten innerhalb des Rohres können zusätzliche feste Radarreflexionen erzeugen.
  • Ablagerungen nur als Radarproblem betrachten: Sie können gleichzeitig die hydraulische Verbindung zwischen Schwallrohr und Behälter beeinträchtigen.
  • Jedes Störecho softwareseitig ausblenden: Eine Störechoausblendung sollte keine schlechte mechanische Konstruktion ersetzen.
  • Nur die Antenne kontrollieren: Bei langfristig zunehmenden Problemen sollte auch der komplette innere Rohrweg geprüft werden.
  • Stabilen Messwert mit richtigem Behälterpegel gleichsetzen: Ein Radar kann den Pegel im Schwallrohr korrekt messen, obwohl dieser wegen verstopfter Öffnungen nicht mehr dem Tankpegel entspricht.

Radar-Füllstandsensor für Schwallrohre

Für Radar-Füllstandmessungen in Mess-, Schwall- und Bypassrohren ist ein Sensor erforderlich, dessen Antennenausführung und Signalverarbeitung für diese Geometrie geeignet sind. Für industrielle Flüssigkeitsanwendungen bietet sich beispielsweise der Siemens SITRANS LR250 mit Edelstahl-Hornantenne an.

Der SITRANS LR250 ist ein 25-GHz-Radar-Füllstandmessumformer für kontinuierliche Flüssigkeits- und Schlammessungen. Die Hornantennen-Ausführung ist unter anderem für Messschächte und Bypassrohre geeignet. Für Messrohranwendungen sind die Antennengröße, die Rohrgeometrie und die Ausrichtung relativ zu vorhandenen Schlitzen beziehungsweise Öffnungen zu berücksichtigen.

Weitere Radar-, hydrostatische, Ultraschall- und andere Füllstandmesssysteme finden Sie unter Füllstandmesstechnik bei ICS Schneider. Informationen zum konkret für diese Anwendung interessanten Gerät finden Sie außerdem unter Siemens SITRANS LR250.

Fazit

Ein Schwallrohr kann eine Radar-Füllstandmessung in turbulenten Behältern erheblich stabilisieren. Es schirmt den Messweg gegenüber vielen Behältereinbauten ab und beruhigt die Produktoberfläche. Gleichzeitig wird das Rohr jedoch selbst zu einem entscheidenden Bestandteil der Radarmessstelle.

Der Rohrdurchmesser muss zur Antenne und zum Radarsystem passen. Eine möglichst gleichmäßige Innengeometrie reduziert zusätzliche Reflexionen. Rohrsprünge, Schweißnähte und andere metallische Vorsprünge können dagegen feste Störechos erzeugen. Auch die Position der Ausgleichsöffnungen sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Ablagerungen sind besonders kritisch, weil sie sowohl das Radarverhalten als auch den Niveauausgleich beeinflussen können. Ein stabiler Radarwert bestätigt deshalb lediglich den innerhalb des Schwallrohres erfassten Flüssigkeitsspiegel. Er beweist nicht automatisch, dass dieser Pegel noch exakt dem Behälterfüllstand entspricht.

Für eine zuverlässige Radar-Füllstandmessung im Schwallrohr gilt daher: Sensor und Rohr gemeinsam auslegen, einen konstanten freien Rohrquerschnitt schaffen, Ausgleichsöffnungen funktionsfähig halten und das Echoprofil sowie den Rohrzustand regelmäßig miteinander vergleichen.

FAQ: Radar-Füllstandmessung im Schwallrohr

Warum verwendet man bei einer Radar-Füllstandmessung ein Schwallrohr?

Ein Schwallrohr kann eine stark bewegte Produktoberfläche beruhigen und den Radarstrahl gegenüber Rührwerken, Leitern, Rohrleitungen und anderen Behältereinbauten abschirmen. Dadurch können stabilere Messbedingungen entstehen.

Ist jeder Radar-Füllstandsensor für ein Schwallrohr geeignet?

Nein. Antennenbauform, Frequenz, Rohrdurchmesser und Herstellerfreigaben müssen berücksichtigt werden. Für entsprechende Anwendungen sollte ein ausdrücklich dafür geeigneter Radarsensor beziehungsweise eine passende Antennenausführung gewählt werden.

Warum ist der Durchmesser des Schwallrohres wichtig?

Das metallische Rohr beeinflusst die Ausbreitung des Radarsignals. Ein ungeeigneter oder stark wechselnder Innendurchmesser kann zusätzliche Reflexionen beziehungsweise ungünstige Signalausbreitungsbedingungen verursachen.

Warum benötigt ein Schwallrohr seitliche Öffnungen?

Über die Öffnungen kann sich der Flüssigkeitsstand zwischen Behälter und Schwallrohr ausgleichen. Ohne ausreichende hydraulische Verbindung könnte innerhalb des Rohres ein anderer Füllstand als im restlichen Behälter entstehen.

Können Öffnungen im Schwallrohr das Radarsignal stören?

Ja. Öffnungen verändern die gleichmäßige metallische Rohrgeometrie und können zusätzliche Reflexionen verursachen. Ihre Form, Lage und die Ausrichtung des Radarsensors sollten deshalb bei der Konstruktion berücksichtigt werden.

Was passiert, wenn die Öffnungen des Schwallrohres verstopfen?

Der Flüssigkeitsstand im Rohr kann dem tatsächlichen Behälterfüllstand nur noch verzögert oder gar nicht mehr folgen. Der Radar kann dann innerhalb des Rohres technisch korrekt messen, aber trotzdem einen für den Behälter falschen Füllstand ausgeben.

Wie wirken sich Ablagerungen im Schwallrohr aus?

Ablagerungen können den freien Rohrdurchmesser verändern und zusätzliche Reflexionsflächen bilden. Gleichzeitig können sie Ausgleichsöffnungen verengen oder verschließen. Dadurch können sowohl Radarfehler als auch hydraulische Füllstandabweichungen entstehen.

Sind Schweißnähte im Schwallrohr problematisch?

Außenliegende Schweißnähte sind für die Radarmessung normalerweise unkritisch. Nach innen überstehende Schweißnähte oder Rohrversätze können dagegen zusätzliche Radarreflexionen erzeugen und sollten möglichst vermieden werden.

Warum sollte das Echoprofil bei der Inbetriebnahme gespeichert beziehungsweise dokumentiert werden?

Das Echoprofil eines sauberen und korrekt funktionierenden Systems bildet einen wertvollen Referenzzustand. Treten später Probleme auf, können neue Reflexionen durch Ablagerungen oder mechanische Veränderungen wesentlich leichter erkannt werden.

Welcher konkrete Radar-Füllstandsensor eignet sich für eine Schwallrohrmessung?

Für industrielle Flüssigkeitsanwendungen ist beispielsweise der Siemens SITRANS LR250 mit Edelstahl-Hornantenne interessant. Diese Ausführung eignet sich unter anderem für Messschächte und Bypassrohre. Die konkrete Antennen- und Prozessanschlussausführung muss jedoch zum vorhandenen Rohr und zu den Prozessbedingungen passen.

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