Ein Druckluftverbrauchszähler zeigt:
1.250 Nm³/h
an.
Ist das damit automatisch der Verbrauch der angeschlossenen Produktionshalle?
In einem verzweigten oder ringförmigen Druckluftnetz nicht unbedingt.
In einem klassischen Stichnetz ist die Strömungsrichtung häufig eindeutig:
Kompressor → Hauptleitung → Verbraucher
In einem Ringnetz kann Druckluft den gleichen Netzabschnitt dagegen abhängig vom aktuellen Betriebszustand aus unterschiedlichen Richtungen versorgen.
Dann kann die Strömung beispielsweise morgens:
links → rechts
und einige Minuten später:
rechts → links
verlaufen.
Für eine belastbare Verbrauchsbilanz müssen deshalb nicht nur Durchflussmenge und Rohrdurchmesser stimmen.
Entscheidend sind auch:
- die tatsächliche Strömungsrichtung,
- mögliche Rückströmungen,
- die Position der Messstelle im Ring,
- die Abgrenzung des zu bilanzierenden Verbrauchers,
- Ein- und Auslaufbedingungen,
- der minimale und maximale Durchfluss,
- die verwendete Bezugsnorm für den Normvolumenstrom,
- die korrekte Verarbeitung negativer beziehungsweise rückwärts gerichteter Durchflüsse.
Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht zuerst „Welchen Durchflussmesser brauche ich?“, sondern „Welche Druckluftmenge möchte ich an dieser Stelle überhaupt bilanzieren?“
Geeignete Lösungen finden Sie bei ICS Schneider unter Durchflussmesstechnik sowie unter Verbrauchszähler für Gase und Druckluft.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ist die Messung im Druckluft-Ringnetz anspruchsvoller?
- Warum kann sich die Strömungsrichtung ändern?
- Durchfluss und Verbrauch richtig unterscheiden
- Zuerst das Messziel festlegen
- Die richtige Messstelle im Ringnetz auswählen
- Verbraucher und Teilnetze eindeutig abgrenzen
- Rückströmung erkennen und richtig bewerten
- Wann ist eine bidirektionale Durchflussmessung notwendig?
- Fließrichtung mit einem separaten Richtungsschalter erfassen
- Druckluftbilanz im Ringnetz aufstellen
- Warum ein einfacher Totalisierer falsche Verbrauchswerte liefern kann
- Messbereich und geringe Nachtverbräuche berücksichtigen
- Normvolumen und Bezugsbedingungen vereinheitlichen
- Ein- und Auslaufstrecken richtig planen
- Einbauort und Rohrleitungszustand berücksichtigen
- Trockene und nasse Druckluft unterscheiden
- Leckagen über Verbrauchsmessungen erkennen
- Messwerte an SPS, Leitsystem und Energiemanagement übertragen
- Empfohlener Planungs- und Prüfablauf
- Typische Fehlerbilder im Ringnetz
- Praxisbeispiel: Produktionshalle in einem Druckluft-Ringnetz bilanzieren
- Passende ICS-Produkte
- Fazit
- FAQ
Warum ist die Messung im Druckluft-Ringnetz anspruchsvoller?
Ringnetze werden eingesetzt, damit Verbraucher aus mehreren Richtungen mit Druckluft versorgt werden können.
Vereinfacht:
Kompressorstation → Ring → Verbraucher → Ring → zurück zur Hauptleitung
Dadurch können:
- Druckverluste reduziert,
- Versorgungswege verkürzt,
- Lasten besser verteilt,
- Teilbereiche flexibler versorgt
werden.
Messtechnisch entsteht jedoch ein Problem
Der Durchfluss in einem einzelnen Ringabschnitt ist nicht zwangsläufig konstant gerichtet.
Seine Richtung hängt davon ab:
- welche Kompressoren laufen,
- welche Verbraucher aktiv sind,
- welche Ventile geöffnet sind,
- welche Druckverluste aktuell im Netz auftreten,
- ob Teilnetze miteinander verbunden oder getrennt sind.
Damit kann dieselbe Messstelle
zeitweise einen:
Zufluss
und zu einem anderen Zeitpunkt einen:
Rückfluss
erfassen.
Warum kann sich die Strömungsrichtung ändern?
Die Druckluft strömt grundsätzlich entsprechend den aktuellen Druckverhältnissen im Netz.
Beispiel
Eine Produktionshalle ist an zwei Stellen mit einem Ringnetz verbunden.
Auf der linken Seite liegt:
7,1 bar
an.
Auf der rechten Seite:
6,9 bar
Zunächst
strömt ein größerer Anteil der Luft:
links → Halle
Startet nun ein großer Verbraucher auf der linken Seite des Werks
kann sich die Druckverteilung verändern.
Dann kann der Ringabschnitt plötzlich aus der entgegengesetzten Richtung gespeist werden.
Die Strömungsumkehr ist dabei kein Fehler
sondern kann eine normale Folge der:
- Ringnetzstruktur,
- wechselnden Verbraucherlast,
- Kompressorregelung
sein.
Für die Messung bedeutet dies
Ein Durchflussmesser, der nur eine Richtung korrekt erfasst beziehungsweise dessen Auswertung Rückfluss ignoriert, kann in einem Ringabschnitt zu einer falschen Bilanz führen.
Durchfluss und Verbrauch richtig unterscheiden
Bei Druckluftmessungen werden zwei Größen häufig miteinander vermischt.
Momentaner Durchfluss
beispielsweise:
Q = 850 Nm³/h
Verbrauch
ist dagegen die über die Zeit integrierte Menge.
Vereinfacht:
V = ∫ Q(t) dt
Bei konstantem Durchfluss
vereinfacht:
V = Q × t
Beispiel
Q = 500 Nm³/h
für:
2 h
ergibt:
V = 1.000 Nm³
Bei wechselnder Strömungsrichtung
wird jedoch das Vorzeichen relevant.
Zum Beispiel:
+500 Nm³/h
für Vorwärtsströmung und:
-200 Nm³/h
für Rückströmung.
Deshalb
muss vor der Auswertung festgelegt werden, ob:
- nur der Nettofluss,
- Vorwärts- und Rückwärtsmenge getrennt,
- oder der gesamte transportierte Volumenstrom
erfasst werden soll.
Zuerst das Messziel festlegen
Die optimale Messstelle hängt unmittelbar von der Fragestellung ab.
Typische Messziele sind
- Gesamtverbrauch eines Werks,
- Verbrauch einer Produktionshalle,
- Verbrauch einer Maschine,
- Verbrauch einer Kostenstelle,
- Bilanz eines Ringabschnitts,
- Erkennung von Leckagen,
- Optimierung der Kompressoren,
- Überwachung der Netzverteilung.
Beispiel
Soll der Verbrauch einer einzelnen Maschine bestimmt werden, ist eine Messstelle direkt in deren Stichleitung meist wesentlich eindeutiger als eine Messung in einer Hauptleitung des Ringnetzes.
Für eine Hallenbilanz
müssen dagegen unter Umständen mehrere Zu- und Abgänge erfasst werden.
Deshalb gilt
Je näher eine Messstelle an der eindeutig abzugrenzenden Verbrauchergruppe liegt, desto einfacher wird in der Regel die Verbrauchsbilanz.
Die richtige Messstelle im Ringnetz auswählen
Eine technisch gut zugängliche Rohrleitung ist nicht automatisch eine gute Messstelle.
Eine geeignete Messstelle sollte
- den gewünschten Bilanzraum eindeutig abgrenzen,
- geeignete Strömungsbedingungen bieten,
- ausreichende Ein- und Auslaufstrecken ermöglichen,
- für Montage und spätere Kalibrierung zugänglich sein,
- keinen starken Kondensatanfall am Sensor verursachen,
- einen geeigneten Rohrdurchmesser besitzen.
Ungünstige Position
Eine Messstelle wird irgendwo im Ring ausgewählt, weil dort bereits ein freier Stutzen vorhanden ist.
Problem
Der Messwert kann dann gleichzeitig enthalten:
- Verbrauch der gewünschten Halle,
- Versorgung eines benachbarten Teilnetzes,
- Rückströmung aus einem anderen Ringabschnitt.
Das Ergebnis
ist zwar ein technisch korrekter Durchflusswert, aber möglicherweise:
nicht der gesuchte Verbrauchswert
Verbraucher und Teilnetze eindeutig abgrenzen
Vor Installation sollte deshalb zunächst ein vereinfachtes Rohrleitungsbild erstellt werden.
Markiert werden sollten
- Kompressoren,
- Druckluftbehälter,
- Ringleitungen,
- Verbindungsleitungen,
- Absperrventile,
- Hauptverbraucher,
- bestehende Messstellen.
Anschließend wird eine Bilanzgrenze gezogen
beispielsweise um:
Produktionshalle A
Alle Leitungen, die diese Grenze kreuzen
müssen bei einer vollständigen Bilanz berücksichtigt werden.
Hat die Halle nur einen Anschluss
ist die Bilanz einfach:
Verbrauch Halle = gemessener Zufluss
Hat sie dagegen zwei Anschlüsse an das Ringnetz
muss beispielsweise gelten:
Verbrauch Halle = Q1 + Q2
wobei beide Durchflüsse mit korrektem Vorzeichen berücksichtigt werden.
Rückströmung erkennen und richtig bewerten
Rückströmung bedeutet nicht zwangsläufig, dass Druckluft zu den Kompressoren zurückströmt.
Gemeint ist
dass die Luft an einer bestimmten Messstelle entgegen der dort definierten positiven Messrichtung fließt.
Beispiel
Der Sensor ist definiert für:
A → B = positiv
Tatsächlich fließt die Luft zeitweise
B → A
Dann liegt
negative beziehungsweise rückwärts gerichtete Strömung
vor.
Das kann beispielsweise auftreten
- bei Lastwechseln,
- nach dem Abschalten eines Kompressors,
- bei Zuschaltung eines zweiten Kompressornetzes,
- bei Änderung von Ventilstellungen,
- durch unterschiedliche Verbraucher im Ring.
Vor Installation sollte daher geprüft werden
Kann sich an dieser Messstelle die Fließrichtung umkehren?
Wann ist eine bidirektionale Durchflussmessung notwendig?
Eine bidirektionale Messung ist besonders dann erforderlich, wenn der tatsächliche Durchfluss in beide Richtungen:
- auftreten kann
- und für die Bilanz relevant ist.
Typisches Beispiel
Eine Messstelle befindet sich direkt in einer:
Ringleitung
und nicht in einer eindeutig gerichteten Verbraucher-Stichleitung.
Dann sollte das Messsystem
nicht nur erkennen:
|Q| = 300 Nm³/h
sondern möglichst auch:
Q = +300 Nm³/h
oder:
Q = -300 Nm³/h
Der bei ICS gelistete IVA500
ist optional für:
bidirektionale Messung
verfügbar.
Auch beim IVA520
ist laut den von ICS bereitgestellten Gerätedaten eine bidirektionale Ausführung verfügbar.
Wichtig
Bei der Bestellung muss die benötigte Richtungsfunktion berücksichtigt werden. Eine standardmäßig nur für eine Fließrichtung konfigurierte Messstelle sollte nicht nachträglich automatisch als bidirektionaler Verbrauchszähler interpretiert werden.
Fließrichtung mit einem separaten Richtungsschalter erfassen
Für Druckluft-Ringleitungen führt ICS zusätzlich den:
Seine Aufgabe ist nicht primär
den eigentlichen Verbrauch zu messen.
Er erkennt
die Fließrichtung
ICS beschreibt den IVA 409 speziell für
Druckluft- und Gas-Ringleitungen
Der Richtungsschalter erkennt laut ICS
bereits sehr geringe Änderungen der Strömungsrichtung und besitzt keine mechanischen Verschleißteile.
Die Richtungsinformation
wird über einen potentialfreien Kontakt bereitgestellt.
In Verbindung mit Verbrauchssensoren
kann damit zwischen:
zufließender Druckluft
und:
abfließender Druckluft
unterschieden werden.
ICS nennt ausdrücklich die Kombination
des IVA 409 mit:
IVA500 / IVA520
für die Messung von zu- und abfließender Druckluft in Ringleitungen.
Druckluftbilanz im Ringnetz aufstellen
Eine Bilanz betrachtet eine definierte Systemgrenze.
Vereinfacht gilt
Verbrauch = Summe Zuflüsse − Summe Abflüsse
Beispiel
Eine Halle erhält über die linke Leitung:
Q1 = +600 Nm³/h
und über die rechte Leitung:
Q2 = +250 Nm³/h
Dann beträgt der momentane Gesamtzufluss
850 Nm³/h
Ändert sich die Netzsituation
und an Messstelle 2 strömen nun:
-100 Nm³/h
aus der Bilanzzone heraus, ergibt sich:
600 − 100 = 500 Nm³/h
Damit wird deutlich
Bei einer Ringnetzbilanz ist das Vorzeichen des Durchflusses ebenso wichtig wie sein Betrag.
Warum ein einfacher Totalisierer falsche Verbrauchswerte liefern kann
Viele Durchflussmesser besitzen einen integrierten Verbrauchszähler beziehungsweise Totalisierer.
In einer eindeutig gerichteten Leitung
ist die Auswertung einfach:
Gesamtverbrauch = Summe aller positiven Durchflüsse über die Zeit
Bei einer Richtungsumkehr
muss dagegen klar definiert sein, wie das Gerät beziehungsweise die übergeordnete Software:
- Vorwärtsmenge,
- Rückwärtsmenge,
- Nettoverbrauch
verarbeitet.
Problematisch wäre beispielsweise
wenn sowohl:
+100 Nm³
als auch:
-100 Nm³
einfach als jeweils:
100 Nm³ Verbrauch
aufsummiert würden.
Dann würde der Totalisierer
200 Nm³
anzeigen, obwohl der Nettofluss über die Bilanzgrenze:
0 Nm³
beträgt.
Deshalb muss bereits bei der Inbetriebnahme festgelegt werden
welche Größe später benötigt wird:
Vorwärtsmenge / Rückwärtsmenge / Nettomenge
Messbereich und geringe Nachtverbräuche berücksichtigen
Eine Verbrauchsmessstelle muss nicht nur den maximalen Produktionsverbrauch erfassen.
Für Energieanalysen sind häufig gerade kleine Durchflüsse interessant
beispielsweise während:
- Produktionsstillstand,
- Nachtbetrieb,
- Wochenende,
- Betriebsferien.
Dann kann der normale Produktionsfluss beispielsweise
1.500 Nm³/h
betragen.
Nachts verbleiben dagegen nur
60 Nm³/h
Diese 60 Nm³/h
können teilweise aus:
- Leckagen,
- offenen Blasdüsen,
- Ventilleckagen,
- weiter betriebenen Verbrauchern
resultieren.
Ein zu groß dimensionierter Messbereich
kann die Auflösung im unteren Bereich verschlechtern.
Deshalb
sollten bei der Auslegung:
Qmin
und:
Qmax
realistisch bestimmt werden.
Normvolumen und Bezugsbedingungen vereinheitlichen
Druckluftverbrauch wird häufig als Normvolumen angegeben.
Der angezeigte Wert
Nm³/h
bezieht sich nicht einfach auf das geometrische Volumen der komprimierten Luft in der Rohrleitung.
Stattdessen
wird die Gasmenge auf definierte Bezugsbedingungen umgerechnet beziehungsweise entsprechend dem Messprinzip als Normvolumenstrom ausgegeben.
Wichtig ist
dass verschiedene Messstellen im Werk dieselben Bezugsbedingungen verwenden.
Andernfalls kann
1.000 Nm³
an Messstelle A nicht unmittelbar mit:
1.000 Nm³
an Messstelle B verglichen werden, wenn unterschiedliche Referenzbedingungen eingestellt sind.
Beim IVA520
sind unterschiedliche Bezugsbedingungen einstellbar.
Deshalb sollte bei der Inbetriebnahme dokumentiert werden
- Bezugsdruck,
- Bezugstemperatur,
- verwendete Gasart,
- verwendete Einheit.
Besonders für Energiemanagement und Kostenstellenabrechnung gilt
Alle miteinander verglichenen Druckluftmessstellen sollten auf derselben definierten Bezugsbasis arbeiten.
Ein- und Auslaufstrecken richtig planen
Durchflussmessgeräte benötigen geeignete Strömungsbedingungen.
Störungen entstehen beispielsweise hinter
- Rohrbögen,
- T-Stücken,
- Reduzierungen,
- Ventilen,
- Regelarmaturen,
- Filtern.
Diese Bauteile können
- Drall,
- asymmetrische Geschwindigkeitsprofile,
- Turbulenzen
erzeugen.
Wird der Sensor unmittelbar dahinter montiert
kann das lokale Strömungsprofil vom für die Messung angenommenen Profil abweichen.
Deshalb
müssen die für die jeweilige:
- Sensorbauform,
- Rohrdimension,
- Störstelle
vorgesehenen Ein- und Auslaufbedingungen eingehalten werden.
Wichtig
Es gibt keine universelle Einlaufstrecke, die für jeden Durchflussmesser und jede Rohrinstallation gleichermaßen gilt.
Die Vorgaben des konkreten Geräts sind maßgebend.
Einbauort und Rohrleitungszustand berücksichtigen
Neben der Strömungsrichtung spielen auch die mechanischen Bedingungen eine Rolle.
Zu prüfen sind
- tatsächlicher Rohrinnendurchmesser,
- Nennweite,
- Rohrmaterial,
- Korrosion und Verschmutzung,
- Montageposition,
- Zugänglichkeit,
- Betriebsdruck,
- Gastemperatur.
Besonders bei Einstecksensoren
muss die Einbautiefe korrekt eingestellt werden.
Eine falsche Position des Sensorelements
verändert die lokale gemessene Strömungsgeschwindigkeit und kann dadurch einen systematischen Fehler verursachen.
Bei großen Rohrleitungen
sollte deshalb der reale Innendurchmesser bekannt sein und nicht lediglich die nominale DN-Angabe übernommen werden.
Trockene und nasse Druckluft unterscheiden
Das Messprinzip muss zum Zustand der Druckluft passen.
Thermische Verbrauchssensoren
eignen sich besonders für gasförmige Medien ohne Kondensation am Sensorelement.
Problematisch kann eine Messstelle sein
an der:
- Kondensat vorhanden ist,
- Wassertröpfchen mitgerissen werden,
- die Leitung regelmäßig nass wird.
Für solche Anwendungen
muss ein entsprechend geeignetes Messprinzip gewählt werden.
ICS führt beispielsweise den
IVD520 Inline-Differenzdruck-Durchflusssensor
unter anderem ausdrücklich für:
nasse Druckluft
Damit zeigt sich
Die Frage „Ringnetz oder Stichleitung?“ ist nur ein Auswahlkriterium. Ebenso wichtig ist der tatsächliche Zustand des Mediums an der Messstelle.
Leckagen über Verbrauchsmessungen erkennen
Eine der wichtigsten Anwendungen von Druckluftzählern ist die Leckageanalyse.
Typischer Ansatz
Der Produktionsbereich wird außerhalb der regulären Betriebszeit beobachtet.
Idealer Zustand
Wenn alle vorgesehenen Verbraucher abgeschaltet sind, sollte der Verbrauch stark zurückgehen.
Bleibt beispielsweise konstant
Q = 120 Nm³/h
bestehen, ist zu prüfen, welche Verbraucher diesen Grundverbrauch verursachen.
Aber gerade im Ringnetz
muss vorher geklärt werden, ob diese:
120 Nm³/h
tatsächlich in den untersuchten Bereich fließen.
Ein Ringabschnitt kann nachts
auch Druckluft in einen benachbarten Bereich weiterleiten.
Deshalb
ist für die Leckageanalyse eine klar definierte:
Bilanzgrenze
wichtiger als lediglich ein einzelner Messwert im Ring.
Messwerte an SPS, Leitsystem und Energiemanagement übertragen
Für eine dauerhafte Verbrauchsüberwachung werden die Messwerte häufig zentral erfasst.
Beim IVA500 sind laut ICS serienmäßig verfügbar
- 4 … 20 mA,
- Impulsausgang,
- Modbus RTU über RS-485.
Je nach Ausführung sind zusätzlich verfügbar
- Modbus TCP,
- Ethernet,
- PoE,
- M-Bus.
Beim IVA520
stehen ebenfalls verschiedene analoge und digitale Schnittstellenvarianten zur Verfügung.
Für Ringnetze besonders wichtig
ist dabei nicht nur die Übertragung des Durchflussbetrags.
Das übergeordnete System sollte auch wissen
- welche Strömungsrichtung vorliegt,
- wie positive und negative Werte behandelt werden,
- welcher Totalisierer verwendet wird.
Für eine saubere Bilanz
sollten Datenpunktnamen beispielsweise eindeutig unterscheiden zwischen:
Flow Forward
Flow Reverse
Consumption Forward
Consumption Reverse
Net Consumption
Empfohlener Planungs- und Prüfablauf für eine Druckluftmessung im Ringnetz
- Messziel definieren: Gesamtverbrauch, Hallenverbrauch, Maschinenverbrauch, Leckage oder Netzbilanz festlegen.
- Rohrnetz aufnehmen: Ringleitungen, Stichleitungen, Kompressoren und Verbraucher dokumentieren.
- Bilanzgrenze festlegen: Definieren, welche Leitungen in die gewünschte Verbrauchszone hinein- oder herausführen.
- Mögliche Strömungsrichtungen prüfen: Für jede Messstelle untersuchen, ob Rückströmung auftreten kann.
- Messstelle auswählen: Möglichst eindeutige Verbraucherzuordnung und geeignete Rohrbedingungen kombinieren.
- Mediumzustand prüfen: Trockene oder nasse Druckluft, Temperatur, Druck und mögliche Kondensation berücksichtigen.
- Qmin und Qmax abschätzen: Produktionsspitzen ebenso wie Nacht- und Leckageströme berücksichtigen.
- Messprinzip auswählen: Für trockene Druckluft beispielsweise thermischen Verbrauchssensor, für andere Bedingungen entsprechend geeignete Messprinzipien prüfen.
- Bidirektionalität festlegen: Bei möglicher Strömungsumkehr geeignete Gerätekonfiguration wählen.
- Richtungserkennung festlegen: Falls erforderlich IVA 409 beziehungsweise eine geeignete bidirektionale Messlösung einplanen.
- Rohrdimension prüfen: Tatsächlichen Innendurchmesser und Einbausituation bestimmen.
- Einlaufbedingungen prüfen: Bögen, T-Stücke, Ventile und Reduzierungen vor der Messstelle berücksichtigen.
- Einbaulage definieren: Herstellerangaben zur Montage einhalten.
- Bezugsbedingungen vereinheitlichen: Normtemperatur, Normdruck und Gasart dokumentieren.
- Signalverarbeitung definieren: Vorwärts-, Rückwärts- und Nettomenge eindeutig festlegen.
- Kommunikation einrichten: Analogsignal, Impuls, Modbus oder andere Schnittstelle entsprechend der Anwendung verwenden.
- Messstelle plausibilisieren: Nach Inbetriebnahme aktuelle Strömungsrichtung mit dem Anlagenzustand vergleichen.
- Verbrauchsbilanz prüfen: Summe der Teilverbraucher mit Hauptmessung vergleichen.
- Nachtverbrauch analysieren: Grundlast und mögliche Leckageströme auswerten.
- Trend speichern: Verbrauch über Schichten, Tage und Produktionszustände vergleichen.
- Kalibrierung planen: Wiederkehrende Überprüfung beziehungsweise Rekalibrierung in den Wartungsplan aufnehmen.
Typische Fehler bei der Druckluftmessung im Ringnetz
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|
| Verbrauch einer Halle scheint zeitweise negativ | Strömungsrichtung im Ring hat sich geändert | Fließrichtung und Bilanzgrenze prüfen |
| Durchflusswert stimmt, Verbrauchsbilanz aber nicht | Messstelle erfasst zusätzlich einen benachbarten Netzabschnitt | Rohrnetz und Verbraucherzuordnung prüfen |
| Totalisierter Verbrauch ist ungewöhnlich hoch | Vorwärts- und Rückwärtsfluss werden beide positiv addiert | Totalisierer-Konfiguration prüfen |
| Hauptzähler zeigt weniger als Summe der Teilzähler | Unterschiedliche Bezugsbedingungen oder Messstellenfehler | Normbedingungen, Gasart und Einbau prüfen |
| Durchfluss ändert sich stark nach Zuschaltung eines Verbrauchers an anderer Stelle | Lastverteilung im Ring verschiebt sich | Messrichtung und Druckverteilung analysieren |
| Nachtverbrauch ist überraschend hoch | Leckagen oder Versorgung anderer Ringabschnitte | Bilanzgrenzen und Betriebszustände prüfen |
| Sensor zeigt unmittelbar hinter einem Rohrbogen instabile Werte | Gestörtes Strömungsprofil | Einbauposition und erforderliche Einlaufstrecke prüfen |
| Messwert passt nach Rohrumbau nicht mehr | Geänderte Rohrgeometrie oder Strömungsverteilung | Innendurchmesser und Messstellenparameter prüfen |
| Thermischer Sensor liefert unplausible Werte bei Kondensatanfall | Nasse Druckluft beziehungsweise Flüssigkeit am Sensorelement | Mediumzustand und geeignetes Messprinzip prüfen |
| Sehr kleine Leckageströme werden schlecht aufgelöst | Messbereich beziehungsweise Rohrdimension zu groß | Qmin und Messbereich neu bewerten |
| Rückströmung wird nicht erkannt | Messsystem nicht für bidirektionale Erfassung ausgelegt | Geräteausführung und Richtungserkennung prüfen |
Praxisbeispiel: Produktionshalle in einem Druckluft-Ringnetz bilanzieren
Eine Produktionshalle wird an zwei Stellen aus einem zentralen Druckluft-Ringnetz versorgt.
Messziel
Der Betreiber möchte den:
tatsächlichen Druckluftverbrauch der Halle
erfassen.
Erster Ansatz
Ein Verbrauchssensor wird in der linken Ringhauptleitung installiert.
Problem
Der dort gemessene Durchfluss versorgt nicht ausschließlich die Halle.
Ein Teil der Luft strömt je nach Betriebszustand weiter in den:
restlichen Ring
Die Messstelle ist damit für die Hallenabrechnung ungeeignet
obwohl der Sensor selbst korrekt misst.
Verbesserte Lösung
Die Bilanzgrenze wird direkt um die Halle gelegt.
An Anschluss A
wird gemessen:
QA
An Anschluss B
wird gemessen:
QB
Beide Messstellen können abhängig von der Netzsituation ihre Richtung ändern
und werden deshalb richtungsabhängig ausgewertet.
Momentaufnahme 1
QA = +480 Nm³/h
QB = +220 Nm³/h
Hallenverbrauch
QHalle = 700 Nm³/h
Momentaufnahme 2
Nach Änderung der Ringnetzlast:
QA = +520 Nm³/h
QB = -80 Nm³/h
Dann beträgt der Nettozufluss
QHalle = 520 − 80 = 440 Nm³/h
Die negative Strömung an Messstelle B
ist kein Messfehler.
Sie zeigt, dass ein Teil der über Anschluss A zugeführten Druckluft aktuell über Anschluss B wieder in den Ring zurückströmt.
Ergebnis
Erst durch die Kombination aus geeigneter Messstellenwahl und korrekter Richtungsauswertung wird aus mehreren Durchflusswerten eine belastbare Verbrauchsbilanz.
Passende ICS-Produkte für Druckluft-Ringnetze
IVA500 – Verbrauchssensor für Druckluft und Gase
Für die Verbrauchsmessung in bestehenden Rohrleitungen führt ICS den:
ICS nennt unter anderem
- Messung des Massenstroms mit direkter Ausgabe des Normvolumenstroms,
- thermisches Massenstromprinzip,
- Einsatz für Druckluft und verschiedene nicht korrosive Gase,
- 4 … 20 mA, Impuls und Modbus RTU serienmäßig,
- weitere Kommunikationsschnittstellen optional,
- integriertes Display,
- Einsatz von DN15 bis DN1000, größere Durchmesser auf Anfrage,
- Einbau über ½”-Kugelhahn,
- optional bidirektionale Messung.
Für Ringnetze besonders wichtig
ist die Option:
bidirektionale Messung
weil sich die Strömungsrichtung in einem Ringabschnitt ändern kann.
IVA520 – Inline-Durchfluss- und Verbrauchssensor
Für eine definierte Inline-Messstrecke steht bei ICS der:
IVA520
zur Verfügung.
Der IVA520
misst den Massenstrom und gibt direkt den Normvolumenstrom aus.
ICS nennt unter anderem
- Messung von Durchfluss und Verbrauch,
- thermisches Messprinzip,
- integrierte Messstrecke,
- verschiedene Messbereiche,
- verschiedene Bezugsnormen,
- 4 … 20 mA,
- Impulsausgang,
- Modbus RTU,
- weitere Schnittstellenvarianten,
- optionale bidirektionale Messung.
Für eine Neuanlage
kann die integrierte Messstrecke helfen, die mechanische Installation der Verbrauchsmessung eindeutig zu definieren.
IVA 409 – Richtungsschalter für Druckluft- und Gasanlagen
Speziell für Ringleitungen bietet ICS den:
Seine zentrale Aufgabe
ist die Erkennung der:
Fließrichtung von Druckluft und Gasen
ICS nennt
- spezielle Eignung für Ringleitungen,
- Erkennung sehr kleiner Änderungen der Strömungsrichtung,
- keine mechanischen Verschleißteile,
- Einbau unter Druck,
- potentialfreien Kontakt zur Richtungsinformation.
Besonders relevant
ist die von ICS beschriebene Kombination mit:
IVA500 / IVA520
zur eindeutigen Erfassung von:
zufließender und abfließender Druckluft
in Ringleitungen.
IVD520 – für nasse Druckluft
Ist an der vorgesehenen Messstelle mit nasser Druckluft zu rechnen, führt ICS außerdem den:
IVD520 Inline-Differenzdruck-Durchflusssensor
ICS nennt als Einsatzgebiet ausdrücklich
nasse Druckluft
Das Gerät liefert
- Durchfluss,
- Gesamtverbrauch,
- Temperatur,
- Druck.
Welche Lösung passt?
| Aufgabe | Passende ICS-Lösung |
|---|---|
| Verbrauchsmessung in bestehender Druckluftleitung | IVA500 |
| Verbrauchsmessung mit definierter Inline-Messstrecke | IVA520 |
| Bidirektionaler Betrieb im Ringnetz | IVA500 beziehungsweise IVA520 in entsprechender bidirektionaler Ausführung |
| Separate Erkennung der Fließrichtung im Ringnetz | IVA 409 |
| Erfassung zu- und abfließender Druckluft in Ringleitungen | IVA 409 in Kombination mit IVA500 / IVA520 entsprechend Messkonzept |
| Nasse Druckluft | IVD520 beziehungsweise für die konkrete Anwendung geeignetes Messprinzip prüfen |
Weitere Lösungen finden Sie unter Durchflussmesstechnik bei ICS Schneider.
Fazit
Die Druckluftmessung in einem Ringnetz ist in erster Linie eine Frage der:
richtigen Bilanzgrenze
und erst danach eine Frage des Sensors.
Ein Ringnetz kann seine Strömungsrichtung ändern
Abhängig von Verbrauchern, Kompressoren und Druckverteilung kann dieselbe Leitung zeitweise in beide Richtungen durchströmt werden.
Eine einzelne Messstelle ist deshalb nicht automatisch ein Verbrauchszähler
Der gemessene Durchfluss muss eindeutig dem gewünschten:
- Verbraucher,
- Teilnetz,
- Gebäude,
- Kostenbereich
zugeordnet werden können.
Bei Rückströmung muss die Richtung berücksichtigt werden
Für eine Nettobilanz gilt:
Zufluss positiv → Rückfluss negativ
Bidirektionale Messung kann deshalb entscheidend sein
IVA500 und IVA520 sind bei ICS mit entsprechender bidirektionaler Option verfügbar.
Für Ringleitungen kann zusätzlich der IVA 409 eingesetzt werden
um die aktuelle Strömungsrichtung eindeutig zu erkennen.
Auch die Messstelle selbst entscheidet über die Qualität
Einlaufbedingungen, Rohrinnendurchmesser, Einbautiefe, Mediumzustand und Normbedingungen müssen zum Messkonzept passen.
Und schließlich
müssen alle Zähler einer Bilanz dieselbe Definition von:
Normvolumen + Strömungsrichtung + Totalisierung
verwenden.
Für die Praxis gilt deshalb
Rohrnetz aufnehmen → Messziel definieren → Bilanzgrenze festlegen → alle Zu- und Abgänge identifizieren → mögliche Richtungsumkehr prüfen → geeignete Messstellen auswählen → Qmin und Qmax bestimmen → Zustand der Druckluft prüfen → passendes Messprinzip auswählen → gegebenenfalls bidirektionale Messung oder IVA 409 vorsehen → Einlaufbedingungen und Rohrdaten prüfen → einheitliche Normbedingungen parametrieren → Vorwärts- und Rückwärtsfluss eindeutig auswerten → Totalisierer prüfen → Messstellen unter unterschiedlichen Anlagenzuständen testen → Nachtverbrauch und Leckagen analysieren → Verbrauchstrends dauerhaft dokumentieren.
FAQ: Druckluftverbrauch im Ringnetz richtig messen
Warum ist die Durchflussmessung in einem Ringnetz schwierig?
Weil Druckluft einen Netzabschnitt abhängig von der aktuellen Druck- und Verbrauchssituation in unterschiedlichen Richtungen durchströmen kann.
Kann sich die Strömungsrichtung in einer Druckluft-Ringleitung tatsächlich umkehren?
Ja. Änderungen der Verbraucherlast, Kompressorsteuerung oder Ventilstellungen können die Druckverteilung und damit die lokale Strömungsrichtung verändern.
Was ist der Unterschied zwischen Durchfluss und Verbrauch?
Durchfluss ist die momentan transportierte Gasmenge pro Zeit. Verbrauch ist die über einen Zeitraum integrierte Gasmenge.
Wie wird Druckluftverbrauch berechnet?
Grundsätzlich wird der Durchfluss über die Zeit integriert: V = ∫ Q(t) dt.
Was bedeutet bidirektionale Durchflussmessung?
Ein bidirektionales Messsystem kann Durchfluss in beiden möglichen Strömungsrichtungen erfassen beziehungsweise richtungsabhängig auswerten.
Wann brauche ich eine bidirektionale Druckluftmessung?
Wenn sich die Strömungsrichtung an der Messstelle ändern kann und beide Richtungen für die Verbrauchs- oder Netzbilanz relevant sind.
Brauche ich in einer Stichleitung ebenfalls bidirektionale Messung?
Nicht zwangsläufig. Wenn die Strömung konstruktiv eindeutig vom Ring zum Verbraucher verläuft und keine Rückströmung möglich ist, reicht grundsätzlich eine entsprechend gerichtete Messung.
Wo sollte ein Druckluftzähler installiert werden?
Möglichst dort, wo der gewünschte Verbraucher oder Bilanzbereich eindeutig abgegrenzt wird und zugleich geeignete Strömungs- und Einbaubedingungen vorhanden sind.
Kann ich den Verbrauch einer Halle direkt im Ring messen?
Nur wenn die Messstelle beziehungsweise Kombination mehrerer Messstellen tatsächlich alle Zu- und Abflüsse der Halle erfasst.
Was bedeutet eine Bilanzgrenze?
Eine Bilanzgrenze ist eine gedachte Grenze um den zu untersuchenden Bereich. Alle Druckluftleitungen, die diese Grenze kreuzen, müssen für eine vollständige Bilanz berücksichtigt werden.
Wie wird eine Hallenbilanz mit zwei Druckluftanschlüssen berechnet?
Die richtungsabhängigen Durchflüsse beider Anschlüsse werden mit ihrem jeweiligen Vorzeichen addiert.
Kann ein negativer Durchflusswert korrekt sein?
Ja. Bei einer bidirektionalen Messstelle kann ein negativer Wert einfach bedeuten, dass die aktuelle Strömung entgegen der definierten positiven Richtung verläuft.
Ist Rückströmung ein Fehler im Druckluftnetz?
Nicht zwangsläufig. In Ringleitungen kann eine Strömungsumkehr aufgrund der aktuellen Druckverteilung völlig normal sein.
Warum kann ein Totalisierer im Ringnetz falsch interpretiert werden?
Wenn Vorwärts- und Rückwärtsmengen nicht entsprechend dem Messziel verarbeitet werden, kann beispielsweise der transportierte Gesamtstrom mit dem tatsächlichen Nettoverbrauch verwechselt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Bruttomenge und Nettomenge?
Eine Bruttobetrachtung kann sämtliche transportierten Mengen unabhängig von der Richtung berücksichtigen. Die Nettomenge berücksichtigt dagegen Zu- und Rückfluss mit unterschiedlichen Vorzeichen.
Warum ist der Nachtverbrauch wichtig?
Während Produktionsstillständen können verbleibende Durchflüsse Hinweise auf Leckagen oder unbeabsichtigt aktive Verbraucher liefern.
Kann ich Leckagen über einen Hauptzähler finden?
Ein Hauptzähler kann einen ungewöhnlichen Grundverbrauch sichtbar machen. Zur Lokalisierung der Leckage sind anschließend weitere Teilmessungen beziehungsweise eine systematische Leckagesuche erforderlich.
Warum ist der minimale Durchfluss bei der Auswahl wichtig?
Ein Messgerät muss nicht nur Produktionsspitzen, sondern gegebenenfalls auch kleine Nacht- und Leckageströme ausreichend zuverlässig erfassen.
Was ist Normvolumenstrom?
Der Normvolumenstrom beschreibt die Gasmenge bezogen auf definierte Referenzbedingungen für Druck und Temperatur.
Warum müssen die Bezugsbedingungen aller Druckluftzähler gleich sein?
Nur dann können Verbrauchswerte verschiedener Messstellen unmittelbar miteinander verglichen und bilanziert werden.
Was sind Einlaufstrecken?
Einlaufstrecken sind ausreichend lange Rohrabschnitte vor dem Durchflussmesser, in denen sich ein für die Messung geeignetes Strömungsprofil ausbilden soll.
Warum sind Rohrbögen vor dem Sensor problematisch?
Sie können Drall und asymmetrische Geschwindigkeitsprofile erzeugen und dadurch die Durchflussmessung beeinflussen.
Wie lang muss die Einlaufstrecke sein?
Das hängt vom konkreten Messgerät, der Rohrdimension und der Art der vorgelagerten Störung ab. Maßgebend sind die Herstellerangaben des jeweiligen Sensors.
Warum muss der Rohrinnendurchmesser bekannt sein?
Bei bestimmten Durchflussmessverfahren wird er für die Berechnung des Volumenstroms beziehungsweise die korrekte Parametrierung benötigt.
Kann ich einen thermischen Verbrauchssensor bei nasser Druckluft einsetzen?
Die konkrete Eignung hängt vom Sensor und den Prozessbedingungen ab. Kondensation am thermischen Sensorelement kann problematisch sein. Für nasse Druckluft führt ICS beispielsweise geeignete Differenzdruck-Durchflusslösungen wie den IVD520.
Was ist der IVA500?
Der IVA500 ist ein bei ICS gelisteter Verbrauchssensor für Druckluft und verschiedene Gase nach dem thermischen Massenstromprinzip.
Kann der IVA500 bidirektional messen?
Ja. ICS führt eine optionale bidirektionale Messung für den IVA500 auf.
Für welche Rohrgrößen eignet sich der IVA500?
ICS gibt den Einsatz von DN15 bis DN1000 an; größere Durchmesser sind auf Anfrage möglich.
Welche Schnittstellen besitzt der IVA500?
ICS nennt serienmäßig 4 … 20 mA, Impulsausgang und Modbus RTU über RS-485 sowie weitere optionale Schnittstellen.
Was ist der IVA520?
Der IVA520 ist ein Inline-Durchfluss- und Verbrauchssensor mit integrierter Messstrecke für Druckluft und verschiedene Gase.
Kann der IVA520 bidirektional messen?
Ja. In den von ICS bereitgestellten Gerätedaten ist eine bidirektionale Ausführung vorgesehen.
Was ist der IVA 409?
Der IVA 409 ist ein Richtungsschalter für Druckluft- und Gasanlagen, den ICS speziell für die Erkennung der Fließrichtung in Ringleitungen führt.
Misst der IVA 409 selbst den Druckluftverbrauch?
Seine Hauptaufgabe ist die Erkennung der Strömungsrichtung. Für die eigentliche Verbrauchsmessung wird er mit geeigneten Verbrauchssensoren kombiniert.
Kann der IVA 409 mit IVA500 oder IVA520 kombiniert werden?
Ja. ICS beschreibt die Kombination ausdrücklich zur Erfassung von zu- und abfließender Druckluft in Ringleitungen.
Was ist der IVD520?
Der IVD520 ist ein Inline-Differenzdruck-Durchflusssensor, den ICS unter anderem für nasse Druckluft und technische Gase führt.
Welche Werte liefert der IVD520?
ICS nennt Durchfluss, Gesamtverbrauch, Temperatur und Druck.
Welche Messlösung ist für ein Druckluft-Ringnetz am sinnvollsten?
Das hängt vom Messziel und der Einbausituation ab. Bei möglicher Richtungsumkehr sind eine geeignete bidirektionale IVA500-/IVA520-Ausführung beziehungsweise ein Messkonzept mit IVA 409 besonders relevant.
Wo finde ich den IVA500 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter IVA500 Verbrauchssensor bei ICS Schneider.
Wo finde ich den IVA 409 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter IVA 409 Richtungsschalter bei ICS Schneider.
Wo finde ich den IVD520 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter IVD520 Inline-Differenzdruck-Durchflusssensor bei ICS Schneider.
Wo finde ich weitere Druckluft-Verbrauchszähler bei ICS Schneider?
Eine Übersicht finden Sie unter Verbrauchszähler für Gase und Druckluft bei ICS Schneider.
Wo finde ich weitere Durchflussmessgeräte bei ICS Schneider?
Eine Übersicht finden Sie unter Durchflussmesstechnik bei ICS Schneider.
