Transportüberwachung mit Datenloggern: Temperatur, Feuchte und Erschütterung dokumentieren

testo 184 G1 zur Überwachung von Temperatur, Feuchte und Erschütterung beim Kühltransport
→ Produktkategorie: Datenlogger

 

Empfindliche Waren können während des Transports durch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen, Feuchtigkeit, Kondensation, Stöße oder unsachgemäße Handhabung beschädigt werden. Häufig ist der Schaden bei der Anlieferung sichtbar, seine genaue Ursache bleibt jedoch unklar.

Transport-Datenlogger begleiten die Sendung und zeichnen die relevanten Umgebungsbedingungen über den gesamten Transportweg auf. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wann eine Grenzwertverletzung aufgetreten ist, wie lange sie andauerte und ob gleichzeitig starke Erschütterungen registriert wurden.

Je nach Anwendung genügt ein einfacher Temperatur-Datenlogger. Bei Elektronik, Maschinenkomponenten, pharmazeutischen Produkten, Lebensmitteln oder Kunstgegenständen können zusätzlich relative Feuchte und Schockbelastung entscheidend sein.

Die Aussagekraft der Aufzeichnung hängt jedoch nicht nur vom Gerät ab. Messbereich, Messintervall, Grenzwerte, Startzeitpunkt und Position des Loggers im Packstück müssen zur konkreten Transportaufgabe passen.

Dieser Beitrag erklärt, wie eine Transportüberwachung sinnvoll geplant wird, welche Messgrößen benötigt werden und wie sich die Daten bei Wareneingang, Qualitätssicherung und Reklamationen richtig bewerten lassen.

Inhaltsverzeichnis

Welche Aufgabe ein Transport-Datenlogger erfüllt

Ein Transport-Datenlogger speichert Messwerte zusammen mit Datum und Uhrzeit. Dadurch entsteht eine zeitliche Aufzeichnung der Bedingungen, denen die Ware während Versand, Zwischenlagerung und Zustellung ausgesetzt war.

Je nach Gerät können unter anderem folgende Größen aufgezeichnet werden:

  • Temperatur
  • relative Luftfeuchte
  • Erschütterung beziehungsweise Beschleunigung
  • gegebenenfalls Luftdruck, Neigung, Licht oder Standort

Ein Logger verhindert keine Beschädigung. Er schafft jedoch Transparenz und kann früh zeigen, dass festgelegte Transportbedingungen nicht eingehalten wurden.

Die Aufzeichnung unterstützt beispielsweise:

  • Freigabe oder Sperrung einer Lieferung
  • Bewertung einer unterbrochenen Kühlkette
  • Untersuchung von Feuchte- und Korrosionsschäden
  • Erkennung starker Stöße oder unsachgemäßer Handhabung
  • Optimierung von Verpackung und Transportweg
  • Dokumentation gegenüber Kunden und Logistikdienstleistern

Für eine belastbare Bewertung muss vor dem Versand festgelegt werden, welche Abweichung als kritisch gilt und welche Maßnahmen bei einer Grenzwertverletzung folgen.

Temperatur, Feuchte und Erschütterung unterscheiden

Messgröße Typische Gefährdung Geeignete Anwendungen
Temperatur Verderb, Materialveränderung, Einfrieren oder Überhitzung Pharma, Lebensmittel, Chemikalien, Batterien und temperaturempfindliche Elektronik
Relative Feuchte Korrosion, Feuchteschäden, Quellen, Schimmel oder Kondensation Elektronik, Maschinen, Verpackungsmaterialien, Kunst und hygroskopische Produkte
Erschütterung Bruch, Verformung, gelöste Bauteile oder Beschädigung empfindlicher Mechanik Maschinen, Messgeräte, Optik, Elektronik, Glas und empfindliche Baugruppen

Die Messgrößen sollten nicht isoliert betrachtet werden. Eine kalte Ware kann nach dem Öffnen der Verpackung in feuchtwarmer Umgebung Kondenswasser bilden. Eine starke Erschütterung kann wiederum nur dann schädlich sein, wenn gleichzeitig die Verpackung unzureichend gepolstert war.

Ein kombinierter Logger erleichtert die zeitliche Zuordnung. So lässt sich beispielsweise erkennen, ob ein Schockereignis während einer Umladung auftrat und ob anschließend die Temperatur durch eine beschädigte Verpackung schneller anstieg.

Welche Waren besonders überwacht werden sollten

Eine Transportüberwachung ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Abweichung zu einem hohen Warenwert, Sicherheitsrisiko oder aufwendigen Reklamationsverfahren führen kann.

Typische Anwendungen sind:

  • Arzneimittel, Impfstoffe und diagnostische Produkte
  • gekühlte und tiefgekühlte Lebensmittel
  • elektronische Baugruppen und Halbleiter
  • Präzisionsmessgeräte und optische Systeme
  • Maschinen, Antriebe und empfindliche Lagerungen
  • Kunstwerke, Musikinstrumente und historische Objekte
  • Chemikalien, Lacke und temperaturempfindliche Rohstoffe
  • Lithium-Batterien und Energiespeicher

Bei standardisierten, unkritischen Gütern kann eine permanente Aufzeichnung unverhältnismäßig sein. Bei wertvollen Einzeltransporten oder qualitätskritischen Serienlieferungen können die Loggerdaten dagegen erhebliche Folgekosten vermeiden.

Temperatur und Kühlkette dokumentieren

Bei gekühlten Produkten reicht es nicht aus, lediglich die Temperatur bei Versand und Anlieferung zu kontrollieren. Eine zwischenzeitliche Erwärmung kann beim Wareneingang bereits wieder abgeklungen sein.

Der Datenlogger zeigt den vollständigen Verlauf und ermöglicht die Beantwortung wichtiger Fragen:

  • Wann wurde der zulässige Bereich verlassen?
  • Wie hoch oder niedrig war die Extremtemperatur?
  • Wie lange dauerte die Abweichung?
  • Trat sie einmalig oder mehrfach auf?
  • Erholte sich die Temperatur anschließend langsam oder sprunghaft?

Nicht jede kurze Grenzwertverletzung macht eine Ware automatisch unbrauchbar. Die Bewertung richtet sich nach Produkt, zulässiger Abweichungsdauer und Qualitätsvorgaben.

Für Trockeneistransporte wird ein Datenlogger benötigt, dessen zulässiger Temperaturbereich die tatsächlich auftretenden Temperaturen abdeckt. Ein Standardlogger für normale Kühltransporte kann bei etwa −80 °C außerhalb seiner Spezifikation liegen oder ausfallen.

Feuchte, Taupunkt und Kondensation beachten

Die relative Luftfeuchte beschreibt, wie stark die Luft bei der aktuellen Temperatur mit Wasserdampf gesättigt ist. Sie ist daher immer temperaturabhängig.

Sinkt die Temperatur bei gleichbleibendem Wassergehalt, steigt die relative Feuchte. Wird der Taupunkt unterschritten, kann sich Kondenswasser auf der Ware, an Metallteilen oder innerhalb der Verpackung bilden.

Feuchteüberwachung ist besonders relevant bei:

  • unbeschichteter Elektronik
  • blanken metallischen Bauteilen
  • hygroskopischen Materialien
  • Papier-, Karton- und Holzverpackungen
  • optischen Komponenten
  • Kunst- und Kulturgütern

Ein hoher Feuchtewert muss gemeinsam mit Temperatur, Dauer und Verpackungsaufbau beurteilt werden. Eine kurze Spitze beim Öffnen eines Containers kann anders zu bewerten sein als mehrere Tage mit hoher Feuchte innerhalb einer geschlossenen Verpackung.

Wird die Ware nach einem kalten Transport sofort in einer warmen und feuchten Halle ausgepackt, kann Kondensation erst nach Ende des eigentlichen Transports auftreten. Auch dieser Übergang sollte im Ablauf berücksichtigt werden.

Erschütterungen und Schockereignisse bewerten

Ein Schock-Datenlogger erfasst Beschleunigungen, die beim Fallenlassen, Anstoßen, harten Absetzen oder bei einer Kollision auftreten können. Der Messwert wird häufig als Vielfaches der Erdbeschleunigung in g angegeben.

Ein hoher g-Wert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Ware beschädigt wurde. Entscheidend sind zusätzlich:

  • Dauer und Form des Schockimpulses
  • Richtung der Belastung
  • Empfindlichkeit des Produkts
  • Montageposition des Loggers
  • Verpackung und Polsterung
  • Masse und konstruktive Ausführung der Ware

Ein Logger an der Außenseite einer Holzkiste kann andere Werte erfassen als ein Gerät direkt am Produkt. Die Verpackung kann den Schock dämpfen, verstärken oder zeitlich verändern.

Schock und kontinuierliche Vibration sind außerdem nicht dasselbe. Ein Transport über eine schlechte Straße kann über längere Zeit moderate Schwingungen erzeugen, während ein Herunterfallen einen kurzen, sehr hohen Beschleunigungsimpuls verursacht.

Die festgelegten Schockgrenzen sollten deshalb aus Produkttests, Herstellerangaben oder einer qualifizierten Verpackungsanalyse abgeleitet werden.

Grenzwerte sinnvoll festlegen

Grenzwerte dürfen nicht nur nach dem verfügbaren Einstellbereich des Datenloggers gewählt werden. Sie müssen zu Produkt, Verpackung und Transportfreigabe passen.

Bei Temperatur und Feuchte können obere und untere Grenzwerte sowie zulässige Verzögerungszeiten erforderlich sein. Eine kurze Überschreitung beim Verladen muss möglicherweise anders bewertet werden als eine dauerhafte Abweichung während des Haupttransports.

Bei Schockmessungen kann neben dem Grenzwert auch die Achse relevant sein. Ein Produkt kann in vertikaler Richtung deutlich empfindlicher sein als in seiner Längsachse.

Vor dem Versand sollte dokumentiert werden:

  • zulässiger Messbereich
  • Warn- und Ablehnungsgrenzen
  • gegebenenfalls zulässige Abweichungsdauer
  • Schockgrenze und relevante Achsen
  • Bewertungs- und Eskalationsverfahren

Ohne vorher festgelegte Kriterien entsteht nach dem Transport häufig eine Diskussion darüber, ob ein aufgezeichnetes Ereignis tatsächlich kritisch war.

Messintervall und Aufzeichnungsdauer auswählen

Das Messintervall bestimmt, wie fein der zeitliche Verlauf von Temperatur und Feuchte aufgelöst wird.

Ein kurzes Intervall erfasst schnelle Änderungen besser, erzeugt aber mehr Daten und kann die Batterielaufzeit reduzieren. Ein langes Intervall eignet sich für lange Transporte mit langsam veränderlichen Bedingungen, kann jedoch kurze Ereignisse übersehen.

Bei der Auswahl sind zu berücksichtigen:

  • voraussichtliche Transportdauer
  • thermische Trägheit von Ware und Verpackung
  • Geschwindigkeit möglicher Temperaturänderungen
  • verfügbarer Messwertspeicher
  • Batterielaufzeit
  • erforderliche zeitliche Zuordnung zu Umschlagpunkten

Für Temperatur und Feuchte sind häufig Messintervalle im Minutenbereich ausreichend. Schockereignisse müssen dagegen mit einer wesentlich schnelleren, ereignisbezogenen Erfassung erkannt werden. Ein kombinierter Logger verarbeitet diese Messgrößen daher nicht zwingend mit demselben Aufzeichnungsprinzip.

Zusätzlich sollte eine Zeitreserve eingeplant werden. Verzögerungen durch Zoll, Zwischenlagerung oder Rücktransport dürfen nicht dazu führen, dass Speicher oder Batterie vor dem tatsächlichen Transportende erschöpft sind.

Den Logger richtig im Packstück positionieren

Die Position des Datenloggers beeinflusst die Messergebnisse erheblich.

Bei Temperaturmessungen sind folgende Positionen denkbar:

  • nahe am empfindlichsten Produkt
  • im Zentrum einer Palette
  • nahe der Außenwand oder Tür eines Transportbehälters
  • im oberen oder unteren Bereich eines Behälters
  • zwischen einzelnen Produktlagen

Ein Logger direkt an einem Kühlakku misst möglicherweise dessen lokale Temperatur und nicht die Temperatur der Ware. Ein Gerät unmittelbar an der Containerwand reagiert dagegen schneller auf Außentemperaturen als das thermisch trägere Packgut im Inneren.

Für Feuchtemessungen muss ausreichend Luftaustausch mit der zu überwachenden Atmosphäre möglich sein. Der Logger darf nicht vollständig in eine dampfdichte Folie eingeschlossen werden, wenn die Feuchte außerhalb dieser Folie beurteilt werden soll.

Bei Schockmessungen muss das Gerät fest mit dem Packstück oder Produkt verbunden sein. Ein lose liegender Logger kann innerhalb der Verpackung umherfliegen und eigene Schläge aufzeichnen, die nicht der Belastung der Ware entsprechen.

Die Lage und Ausrichtung des Loggers sollten fotografiert oder in den Versandunterlagen dokumentiert werden.

Wann mehrere Datenlogger erforderlich sind

Ein einzelner Logger zeigt nur die Bedingungen an seiner Position. Bei großen Sendungen können innerhalb des Transportbehälters erhebliche Unterschiede auftreten.

Mehrere Logger sind insbesondere sinnvoll bei:

  • großen Paletten oder Maschinenkisten
  • Containern mit uneinheitlicher Luftzirkulation
  • Sendungen mit mehreren Temperaturzonen
  • kritischen Produkten mit hohem Warenwert
  • Qualifizierung eines neuen Verpackungs- oder Transportkonzepts
  • Vergleich zwischen Produktkern und Verpackungsrand

Bei einem Kühltransport kann beispielsweise ein Logger nahe der Tür und ein weiterer im Zentrum der Ladung eingesetzt werden. Der erste erkennt kurzfristige Wärmeeinträge beim Öffnen, während der zweite die tatsächliche Produkttemperatur besser repräsentiert.

Die Anzahl und Positionen sollten aus einer Risikoanalyse oder einer vorherigen Transportqualifizierung abgeleitet werden.

Logger vorbereiten und Transport starten

Vor dem Einlegen in die Verpackung sollte der Datenlogger vollständig konfiguriert und kontrolliert werden.

  1. Gerät identifizieren: Seriennummer eindeutig der Sendung zuordnen.
  2. Uhrzeit prüfen: Datum, Zeit und gegebenenfalls Zeitzone kontrollieren.
  3. Grenzwerte einstellen: Produktspezifische Temperatur-, Feuchte- und Schockgrenzen hinterlegen.
  4. Messintervall wählen: Aufzeichnungsdauer und zeitliche Auflösung berücksichtigen.
  5. Batterie kontrollieren: Ausreichende Reserve für Transport und mögliche Verzögerungen sicherstellen.
  6. Funktion prüfen: Anzeige, Startfunktion und Speicherstatus kontrollieren.
  7. Logger platzieren: Position und Befestigung dokumentieren.
  8. Aufzeichnung starten: Start eindeutig bestätigen und Versandzeit festhalten.

Eine Startverzögerung kann sinnvoll sein, wenn der Logger bereits bei der Verpackung vorbereitet wird, die eigentliche Transportüberwachung aber erst später beginnen soll.

Bei mehreren Loggern sollten identische Benennungen, Zeitbasen und Grenzwerte verwendet werden, sofern die Messaufgabe keine unterschiedlichen Einstellungen erfordert.

PDF-Bericht und Messdaten richtig auswerten

Plug-and-Play-Logger erzeugen beim Anschluss an einen Computer häufig automatisch einen PDF-Bericht. Dadurch kann der Empfänger die Sendung ohne Installation einer speziellen Software schnell kontrollieren.

Ein typischer Bericht enthält:

  • Geräte- und Sendungsidentifikation
  • Start- und Endzeit
  • eingestellte Grenzwerte
  • Minimum, Maximum und Mittelwerte
  • Grenzwertverletzungen
  • grafischen Messwertverlauf
  • Schockereignisse beziehungsweise Ereignisübersicht

Eine reine Alarmanzeige genügt bei einer Abweichung meist nicht. Für die Bewertung müssen Zeitpunkt, Dauer und Höhe der Überschreitung betrachtet werden.

Wichtig ist außerdem die Zuordnung zu den Transportereignissen. Ladepapiere, Übergabezeiten, GPS-Daten oder Scans des Logistikdienstleisters helfen festzustellen, bei welchem Transportabschnitt die Abweichung auftrat.

Die Originaldaten sollten unverändert archiviert werden. Für interne Berichte können zusätzliche Kommentare und Bewertungen erstellt werden, ohne die ursprüngliche Messdatei zu überschreiben.

Messdaten bei Reklamationen verwenden

Datenlogger können einen wichtigen Beitrag zur Ursachenklärung leisten. Sie sind jedoch nicht automatisch ein vollständiger Beweis für die Verantwortlichkeit eines bestimmten Beteiligten.

Für eine belastbare Reklamationsbearbeitung sollten zusätzlich vorliegen:

  • eindeutige Zuordnung des Loggers zur Sendung
  • dokumentierte Position und Befestigung
  • nachvollziehbare Start- und Endzeit
  • Kalibrierstatus beziehungsweise Messmittelüberwachung
  • Fotos von Verpackung und Ware
  • Übergabe- und Transportzeiten
  • vereinbarte Transportbedingungen und Grenzwerte

Ein starker Schockwert kann beispielsweise zeigen, dass eine erhebliche mechanische Belastung aufgetreten ist. Ob genau dieses Ereignis den Schaden verursacht hat, muss anhand von Verpackung, Produktempfindlichkeit und Schadensbild beurteilt werden.

Ebenso kann eine Temperaturüberschreitung dokumentiert werden, ohne dass daraus automatisch folgt, dass die Ware unbrauchbar ist. Die Produktfreigabe bleibt eine fachliche Qualitätsentscheidung.

Typische Fehler bei der Transportüberwachung

Fehler Mögliche Folge Bessere Vorgehensweise
Logger direkt am Kühlakku positioniert Messwert repräsentiert nicht die Produkttemperatur Logger nahe der kritischen Ware befestigen
Messintervall zu lang Kurze Temperaturabweichungen bleiben unentdeckt Intervall an Dynamik und Risiko anpassen
Schocklogger liegt lose in der Verpackung Eigene Bewegungen verfälschen die Ereignisse Logger fest mit Produkt oder Packstück verbinden
Grenzwerte erst nach dem Transport diskutiert Keine eindeutige Freigabeentscheidung möglich Bewertungskriterien vor Versand festlegen
Batteriereserve zu knapp Aufzeichnung endet bei Transportverzögerung Ausreichende zeitliche Reserve einplanen
Nur ein Logger in großer Sendung Lokale Temperatur- oder Feuchteunterschiede bleiben unbekannt Mehrere repräsentative Messpositionen verwenden
Loggerposition nicht dokumentiert Messwerte lassen sich später kaum einordnen Position fotografieren und der Sendung zuordnen
Alarmanzeige ohne Detailauswertung bewertet Kurze und langfristige Abweichungen werden gleich behandelt Zeitverlauf, Höhe und Dauer analysieren

Praxisbeispiel: Beschädigte Elektronikkomponente

Eine empfindliche elektronische Baugruppe wird in einer gepolsterten Transportkiste zu einem Kunden versendet. Bei der Anlieferung ist ein Steckverbinder beschädigt, während die Außenverpackung nur geringe Spuren zeigt.

Ein kombinierter Transport-Datenlogger wurde fest auf der inneren Grundplatte der Kiste montiert. Er hat Temperatur, relative Feuchte und Erschütterung aufgezeichnet.

Temperatur und Feuchte lagen während des gesamten Transports innerhalb der vereinbarten Bereiche. Der Logger zeigt jedoch in der Nacht vor der Zustellung ein deutliches Schockereignis in vertikaler Richtung.

Anhand der Transportzeiten lässt sich das Ereignis einem Umschlaglager zuordnen. Weitere Fotos zeigen eine leichte Verformung an einer unteren Ecke der Kiste.

Die Analyse belegt nicht allein, dass der Steckverbinder genau durch dieses Ereignis beschädigt wurde. Schockrichtung, Schadensbild und Verformung der Verpackung ergeben jedoch ein schlüssiges Gesamtbild.

Für zukünftige Transporte wird die Baugruppe zusätzlich abgestützt und die Stoßdämpfung an der Unterseite verbessert. Bei einem anschließenden Testtransport werden trotz vergleichbarer Handhabung deutlich geringere Beschleunigungswerte am Produkt gemessen.

Das Beispiel zeigt, dass Transportlogger nicht nur bei Reklamationen helfen. Die Messwerte können auch zur gezielten Verbesserung von Verpackung und Logistikprozess genutzt werden.

Welche Messgeräte / Produkte eignen sich?

In der Kategorie Feuchte-Datenlogger finden Sie Geräte zur Aufzeichnung von Temperatur und relativer Feuchte bei Transport, Lagerung und Klimamonitoring.

Weitere Geräte für Temperatur, Druck, elektrische Größen und unterschiedliche Überwachungsaufgaben sind in der Kategorie Datenlogger und Universalmessgeräte verfügbar.

testo 184 G1 für Temperatur, Feuchte und Erschütterung

Der testo 184 G1 kombiniert die Aufzeichnung von Temperatur, relativer Feuchte und Schockereignissen in einem Gerät.

Er eignet sich besonders für Elektronik, empfindliche Maschinen, pharmazeutische Produkte, Lebensmittel und andere Waren, bei denen sowohl klimatische als auch mechanische Belastungen dokumentiert werden sollen.

Nach dem Anschluss an einen Computer wird automatisch ein PDF-Bericht erstellt. Dadurch kann die Auswertung am Zielort ohne vorherige Softwareinstallation erfolgen.

testo 184 H1 für Temperatur und Feuchte

Der testo 184 H1 ist für die kombinierte Transportüberwachung von Temperatur und relativer Feuchte ausgelegt.

Er eignet sich für langfristige Einsätze, bei denen Erschütterungen nicht überwacht werden müssen, Feuchteschwankungen und Kondensationsrisiken jedoch eine wichtige Rolle spielen.

testo 184 T1 bis T3 für reine Temperaturüberwachung

Für klassische Kühlketten und temperaturempfindliche Waren stehen die Temperatur-Datenlogger der testo-184-T-Serie zur Verfügung.

Der testo 184 T1 eignet sich für zeitlich begrenzte Transporte mit einfacher Start-, Alarm- und PDF-Funktion. Weitere Varianten bieten größere Speicher beziehungsweise längere Einsatzzeiten.

testo 184 T4 für Trockeneistransporte

Der testo 184 T4 ist für die Temperaturüberwachung bei Transporten mit Trockeneis bis −80 °C vorgesehen.

Damit eignet er sich insbesondere für pharmazeutische und biotechnologische Produkte, die bei sehr niedrigen Temperaturen versendet werden.

Auswahl des geeigneten Transportloggers

Für die Auswahl werden mindestens die benötigten Messgrößen, zulässigen Temperatur- und Feuchtebereiche, Transportdauer, Messintervall, Schockgrenze, Verpackungsart und gewünschte Berichtsform benötigt.

ICS Schneider Messtechnik unterstützt bei der Auswahl des passenden Datenloggers, der Festlegung sinnvoller Messpositionen und der Konfiguration von Grenzwerten und Messintervallen.

Fazit: Aussagekräftige Transportdaten beginnen mit der richtigen Planung

Transport-Datenlogger dokumentieren, welchen Temperatur-, Feuchte- und Erschütterungsbedingungen eine Ware während Versand und Zwischenlagerung ausgesetzt war.

Für reine Kühlketten genügt häufig ein Temperatur-Datenlogger. Bei Elektronik, Maschinen, Kunst oder besonders empfindlichen Produkten können Feuchte und Schockbelastung ebenso wichtig sein.

Die Loggerposition muss die tatsächliche Belastung der Ware repräsentieren. Ein Gerät am Kühlakku, an der Containerwand oder lose innerhalb der Verpackung kann ein irreführendes Ergebnis liefern.

Grenzwerte und Bewertungskriterien sollten bereits vor dem Versand festgelegt werden. Nur dann kann beim Wareneingang eindeutig entschieden werden, ob die Lieferung freigegeben, untersucht oder gesperrt werden muss.

Ein automatisch erzeugter PDF-Bericht erleichtert die schnelle Kontrolle. Für Reklamationen müssen zusätzlich Loggerzuordnung, Position, Kalibrierstatus, Verpackungszustand und Transportzeiten dokumentiert sein.

Richtig eingesetzt unterstützen Transportlogger nicht nur die Beweissicherung. Sie liefern auch wertvolle Informationen zur Optimierung von Verpackung, Kühlkonzept und Logistikprozess.

Häufige Fragen zu Transport-Datenloggern

Welche Größen kann ein Transport-Datenlogger messen?

Je nach Gerät können Temperatur, relative Feuchte, Erschütterung, Beschleunigung, Luftdruck, Licht, Neigung oder Standort erfasst werden.

Wann ist ein kombinierter Logger für Temperatur, Feuchte und Schock sinnvoll?

Wenn sowohl klimatische als auch mechanische Belastungen die Produktqualität beeinflussen können, beispielsweise bei Elektronik, Maschinen, Pharmazeutika oder Kunstgegenständen.

Wo sollte ein Temperatur-Datenlogger im Paket liegen?

Möglichst nahe am empfindlichen Produkt und an einer Position, die dessen tatsächliche Temperatur repräsentiert. Der Logger sollte nicht direkt an einem Kühlakku oder an der äußeren Verpackungswand liegen, sofern nicht genau dieser Bereich überwacht werden soll.

Wie wird ein Schock-Datenlogger befestigt?

Er sollte fest mit dem Produkt, der inneren Aufnahme oder dem Packstück verbunden sein. Ein lose liegendes Gerät kann zusätzliche, nicht repräsentative Schläge aufzeichnen.

Welches Messintervall ist für einen Transport geeignet?

Das hängt von Transportdauer, thermischer Trägheit und Risiko ab. Bei Temperatur und Feuchte sind häufig Intervalle im Minutenbereich sinnvoll, während Schocks wesentlich schneller beziehungsweise ereignisbezogen erfasst werden.

Was bedeutet eine Grenzwertverletzung?

Der konfigurierte obere oder untere Grenzwert wurde überschritten. Ob die Ware dadurch beschädigt oder unbrauchbar ist, muss anhand von Höhe, Dauer und Produktspezifikation bewertet werden.

Ist ein hoher Schockwert automatisch ein Transportschaden?

Nein. Zusätzlich müssen Schockdauer, Richtung, Verpackung, Produktfestigkeit und Schadensbild betrachtet werden.

Kann ein Datenlogger bei einer Reklamation als Nachweis dienen?

Er liefert wichtige objektive Messdaten. Für eine belastbare Bewertung müssen der Logger jedoch eindeutig der Sendung zugeordnet und seine Position, Zeitbasis sowie sein Kalibrierstatus dokumentiert sein.

Warum ist Feuchte bei Elektroniktransporten wichtig?

Hohe Feuchte und Kondensation können Korrosion, Kriechströme und Schäden an elektronischen Baugruppen verursachen.

Wie erkennt man eine Unterbrechung der Kühlkette?

Der Temperaturverlauf zeigt, wann der zulässige Bereich verlassen wurde, welche Extremtemperatur erreicht wurde und wie lange die Abweichung dauerte.

Benötigt man für eine große Palette mehrere Logger?

Bei großen oder thermisch uneinheitlichen Sendungen sind mehrere Messpositionen sinnvoll. Dadurch lassen sich Unterschiede zwischen Randbereich, Zentrum, Türseite und Produktkern erkennen.

Was ist bei der Batterielaufzeit zu beachten?

Die Laufzeit muss den geplanten Transport einschließlich Verzögerungen, Zwischenlagerung und möglicher Rücksendung abdecken.

Welche Angaben benötigt ICS Schneider für die Produktauswahl?

Benötigt werden Messgrößen, Temperatur- und Feuchtebereich, Transportdauer, gewünschtes Messintervall, Schockgrenzen, Verpackungsart, Anzahl der Messstellen sowie Anforderungen an PDF-Bericht, Software und Kalibrierung.

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