Wägezelle richtig einbauen: Krafteinleitung, Auflager und Kraftnebenschlüsse vermeiden

Wägezelle fachgerecht zwischen Grundplatte und Wägeplattform montiert
→ Produktgruppe: WIKA Wägezellen → Produktgruppe: Siemens Wägezellen

 

Eine hochwertige Wägezelle kann nur dann präzise messen, wenn die mechanische Konstruktion den vorgesehenen Kraftfluss zulässt. In der Praxis entstehen viele Abweichungen nicht durch die Wägezelle oder die angeschlossene Wägeelektronik, sondern durch unebene Montageflächen, verspannte Rahmen, seitliche Kräfte, ungeeignete Auflager oder ungewollte Kraftnebenschlüsse.

Eine Wägezelle misst die elastische Verformung ihres Messkörpers. Damit aus dieser Verformung ein reproduzierbares Gewichtssignal entsteht, muss die zu messende Kraft möglichst vollständig und in der vorgesehenen Richtung durch die Wägezelle fließen. Wird ein Teil der Last über eine Rohrleitung, einen Anschlag, ein Kabel, einen Rahmenkontakt oder eine zweite Auflage abgeleitet, erfasst die Wägezelle nur einen Teil der tatsächlichen Belastung.

Auch das Gegenteil ist möglich: Querkräfte, Biegemomente oder eine verspannte Montage können den Messkörper zusätzlich verformen. Die Anzeige ist dann höher, niedriger oder instabil, obwohl das tatsächliche Gewicht unverändert bleibt. Bei starker Fehlbelastung kann sich der Nullpunkt dauerhaft verschieben oder die Wägezelle mechanisch beschädigt werden.

Besonders bei Plattform- beziehungsweise Single-Point-Wägezellen wird häufig angenommen, die Zelle könne einfach vollflächig zwischen Grundplatte und Wägeplattform geschraubt werden. Tatsächlich dürfen nur die konstruktiv vorgesehenen Montage- und Krafteinleitungsbereiche aufliegen. Die dazwischenliegende Federzone benötigt ausreichend Freiraum, damit sie sich unter Last elastisch verformen kann.

Dieser Beitrag erklärt den Kraftfluss durch eine Wägezelle, zeigt typische Kraftnebenschlüsse und erläutert, wie Auflager, Plattformen, Rohrleitungen, Überlastanschläge, Kabel und Mehrzellen-Systeme konstruktiv ausgeführt werden sollten.

Inhaltsverzeichnis

Warum der mechanische Einbau die Messgenauigkeit bestimmt

Die technischen Genauigkeitsangaben einer Wägezelle werden unter definierten Prüfbedingungen ermittelt. Die Kraft wird dabei in der vorgesehenen Richtung und über die konstruktiv vorgesehenen Flächen eingeleitet. Querkräfte, Reibung, Rohrleitungskräfte und Verformungen der Umgebungskonstruktion werden weitgehend ausgeschlossen.

In einer realen Maschine oder Waage ist die Wägezelle dagegen Bestandteil eines mechanischen Gesamtsystems. Grundrahmen, Plattform, Behälter, Befestigungsschrauben, Leitungen, Schutzabdeckungen und Anschläge beeinflussen den Kraftfluss.

Bereits eine leicht verzogene Grundplatte kann die Wägezelle beim Festschrauben vorspannen. Eine seitlich verspannte Plattform kann ein zusätzliches Biegemoment erzeugen. Ein angeschlossener Schlauch kann bei jeder Bewegung eine Zug- oder Druckkraft übertragen.

Die Wägeelektronik kann solche mechanischen Fehler nicht grundsätzlich korrigieren. Eine Nullstellung beseitigt zwar einen konstanten Anfangswert, nicht aber lastabhängige Abweichungen, Hysterese, schlechte Wiederholbarkeit oder unterschiedliche Anzeigen bei wechselnder Lastposition.

Die mechanische Konstruktion sollte deshalb bereits während der Planung als Bestandteil der Messkette behandelt werden. Eine präzise Wägezelle in einer ungeeigneten Konstruktion ergibt keine präzise Waage.

Wie eine DMS-Wägezelle arbeitet

Eine typische Wägezelle besitzt einen metallischen Messkörper, der sich unter Belastung geringfügig und elastisch verformt. Auf definierten Bereichen dieses Messkörpers befinden sich Dehnungsmessstreifen, kurz DMS.

Werden die DMS gedehnt oder gestaucht, ändert sich ihr elektrischer Widerstand. Mehrere DMS sind üblicherweise zu einer Wheatstone-Messbrücke verschaltet. Die Brückenschaltung wandelt die mechanische Verformung in ein kleines elektrisches Ausgangssignal um.

Bei vielen Wägezellen wird das Ausgangssignal in Millivolt pro Volt angegeben. Ein Nennkennwert von beispielsweise 2 mV/V bedeutet, dass die Wägezelle bei Nennlast und einer Speisespannung von 10 V ungefähr 20 mV Ausgangssignal liefert.

Der Messkörper darf sich nur innerhalb seines vorgesehenen elastischen Bereiches verformen. Nach Entlastung muss er möglichst exakt in seinen Ausgangszustand zurückkehren. Wird er überlastet, verdreht oder seitlich verbogen, kann eine bleibende Verformung entstehen.

Eine solche Beschädigung zeigt sich häufig durch einen verschobenen Nullpunkt, eine verringerte Signalspanne, schlechte Wiederholbarkeit oder eine deutliche Abweichung zwischen Be- und Entlastung.

Was unter einem sauberen Kraftfluss zu verstehen ist

Der Kraftfluss beschreibt den mechanischen Weg, den die Gewichtskraft vom Wägegut über die Wägekonstruktion bis zum Fundament nimmt.

Bei einer einfachen Plattformwaage verläuft dieser Weg idealerweise vom Wägegut in die Plattform, von dort in den vorgesehenen Krafteinleitungsbereich der Wägezelle und anschließend über deren Befestigungsbereich in die Grundkonstruktion.

Die vollständige zu messende Kraft muss dabei durch den elastischen Messkörper fließen. Nur dann entspricht die Verformung der Wägezelle der tatsächlichen Belastung.

Entscheidend ist nicht nur, dass die Wägezelle überhaupt belastet wird. Der Kraftfluss muss auch reproduzierbar sein. Die gleiche Masse muss bei wiederholtem Auflegen denselben mechanischen Weg nehmen.

Reibende Führungen, schwergängige Gelenke, seitlich anliegende Bleche oder verspannte Behälteranschlüsse können den Kraftfluss abhängig von Bewegungsrichtung, Temperatur und Lastposition verändern. Dadurch entstehen Hysterese und schlechte Wiederholbarkeit.

Was ist ein Kraftnebenschluss?

Ein Kraftnebenschluss liegt vor, wenn ein Teil der zu messenden Kraft die Wägezelle umgeht. Die Last wird dann teilweise über ein anderes Bauteil direkt in die Grundkonstruktion übertragen.

Ein einfaches Beispiel ist eine Plattform, die unter Last an einem seitlichen Schutzblech anliegt. Sobald der Kontakt entsteht, übernimmt das Schutzblech einen Teil der Gewichtskraft. Die Wägezelle zeigt weniger an als tatsächlich auf der Plattform liegt.

Auch ein Schlauch zwischen einem gewogenen Behälter und einer feststehenden Anlage kann einen Kraftnebenschluss bilden. Ist der Schlauch zu steif oder vorgespannt, überträgt er zusätzliche Kräfte auf den Behälter. Diese Kräfte können das Messergebnis erhöhen oder verringern.

Typische Kraftnebenschlüsse entstehen durch:

  • Kontakt zwischen Wägeplattform und Maschinenrahmen
  • vollflächige Auflage einer Plattformwägezelle außerhalb ihrer Montagebereiche
  • zu eng eingestellte Anschläge oder Transportsicherungen
  • starre Rohrleitungen an gewogenen Behältern
  • steife Kabelbündel, Kabelkanäle oder Energieketten
  • Schutzabdeckungen, die auf der beweglichen Wägekonstruktion aufliegen
  • Produktbrücken, Verschmutzungen oder festgesetztes Material
  • Reibung in Führungen, Gelenken oder Lagern
  • zusätzliche Stützen oder versehentlich nicht entfernte Montagehilfen

Ein Kraftnebenschluss muss nicht starr und dauerhaft vorhanden sein. Besonders problematisch sind Kontakte, die erst ab einer bestimmten Last, bei Temperaturänderung oder während einer Bewegung entstehen. Solche Fehler sind häufig nur zeitweise sichtbar und deshalb schwer zu finden.

Warum jede Wägezellenbauform ein anderes Einbaukonzept benötigt

Der Begriff Wägezelle umfasst verschiedene mechanische Bauformen. Sie unterscheiden sich in der vorgesehenen Belastungsrichtung, der Befestigung und der Art der Krafteinleitung.

Plattform- beziehungsweise Single-Point-Wägezellen werden typischerweise mit einem Ende an einer Grundplatte und mit dem anderen Ende an einer Plattform befestigt. Sie sind für definierte Plattformgrößen und eine bestimmte Richtung der Gewichtskraft ausgelegt.

Biege- und Scherstabwägezellen besitzen ebenfalls einen festen Montagebereich und einen getrennten Krafteinleitungsbereich. Der elastische Messbereich zwischen beiden Zonen muss frei verformbar bleiben.

Druckkraftaufnehmer werden über geeignete Druckflächen belastet. Je nach Bauform kann eine zentral eingeleitete Kraft über eine ballige Fläche, einen Druckknopf oder eine spezielle Einbauhilfe erforderlich sein.

Zug- und Druckkraftaufnehmer werden häufig über Gewinde, Gelenkköpfe oder Gabelköpfe in einen Kraftstrang integriert. Hier müssen seitliche Verspannungen und Torsion besonders sorgfältig vermieden werden.

Messachsen, Ringkraftaufnehmer und Sonderkraftaufnehmer besitzen wiederum eigene Einbauregeln. Eine allgemeine Montagezeichnung für alle Wägezellen gibt es deshalb nicht.

Maßgeblich sind immer Datenblatt, Maßzeichnung und Betriebsanleitung des konkreten Modells. Aussagen wie „Wägezellen werden immer vollflächig angeschraubt“ oder „die Kraft muss immer exakt in der geometrischen Mitte wirken“ sind ohne Bezug zur Bauform nicht allgemein gültig.

Anforderungen an Montageflächen und Unterkonstruktion

Die Montageflächen müssen ausreichend eben, sauber und steif sein. Unebenheiten können die Wägezelle beim Anziehen der Befestigungsschrauben verformen und einen mechanischen Nullpunktversatz verursachen.

Lose Partikel, Schweißspritzer, Lacknasen, Grate oder Unterlegscheiben an ungeeigneten Stellen führen zu punktuellen Auflagen. Die Schraubkraft wird dann nicht gleichmäßig in den vorgesehenen Montagebereich eingeleitet.

Die Grundkonstruktion muss unter Last ausreichend formstabil sein. Verbiegt sich die Grundplatte, verändert sich die Ausrichtung der Wägezelle und es können zusätzliche Momente oder Querkräfte entstehen.

Auch die Wägeplattform benötigt genügend Steifigkeit. Eine stark durchbiegende Plattform kann die Last nicht so in die Wägezelle einleiten, wie es bei der Eckenlastkompensation vorgesehen wurde.

Die Befestigungsbohrungen müssen maßhaltig zueinander liegen. Schrauben dürfen nicht verwendet werden, um eine fehlerhafte Lochposition gewaltsam auszugleichen. Bereits beim Einschrauben entstehende Seitenkräfte können die Zelle vorspannen.

Vor der Montage sollte geprüft werden, ob:

  • die Auflageflächen plan und frei von Beschädigungen sind
  • die Bohrungsabstände der Herstellerzeichnung entsprechen
  • die Konstruktion unter Nennlast ausreichend steif bleibt
  • genügend Freiraum für die Verformung der Wägezelle vorhanden ist
  • Schraubenlänge und Einschraubtiefe geeignet sind
  • keine Schraube im Grund einer Gewindebohrung ansteht

Plattform- und Single-Point-Wägezellen richtig montieren

Eine Single-Point-Wägezelle wird so montiert, dass ein Ende fest mit der Grundkonstruktion verbunden ist. Das andere Ende trägt die Wägeplattform. Die dazwischenliegende Messfeder verformt sich unter Last.

Nur die konstruktiv vorgesehenen Montagebereiche dürfen mit Grundplatte und Plattform in Kontakt stehen. Liegt die Wägezelle über ihre gesamte Länge auf einer Fläche auf, kann sich die Federzone nicht frei verformen.

Dadurch entsteht ein Kraftnebenschluss innerhalb des Einbaus. Die Wägezelle reagiert zu wenig, nichtlinear oder abhängig von der Lastposition. Im ungünstigsten Fall wird sie beim Festschrauben bereits mechanisch überlastet.

Besitzt die Wägezelle keine deutlich erkennbaren erhabenen Auflageflächen, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie vollflächig montiert werden darf. Je nach Modell müssen Distanzstücke, Montageblöcke oder konstruktiv abgesetzte Flächen verwendet werden.

Die genaue Lage und Größe dieser Auflagen ergibt sich aus der Maßzeichnung beziehungsweise Betriebsanleitung. Die Zwischenräume dürfen weder durch die Grundplatte noch durch die Plattform überbrückt werden.

Die Wägeplattform sollte entsprechend der Herstellerzeichnung zur Wägezelle ausgerichtet werden. Bei vielen Single-Point-Ausführungen wird der Plattformmittelpunkt auf den vorgesehenen Mittelpunkt der Wägezelle ausgerichtet.

Die maximal zulässige Plattformgröße ist einzuhalten. Eine größere Plattform erzeugt bei außermittiger Belastung stärkere Hebelarme und damit höhere Biege- und Torsionsmomente.

Auflager, Distanzstücke und abgesetzte Flächen

Auflager übertragen die Kräfte zwischen Wägezelle, Plattform und Grundkonstruktion. Ihre Form muss zur Wägezelle passen und darf die elastische Verformung nicht behindern.

Bei einer Plattformwägezelle befinden sich üblicherweise ein Auflager im Befestigungsbereich und ein weiteres im Krafteinleitungsbereich. Der mittlere Messbereich bleibt frei.

Distanzstücke können erforderlich sein, damit sich die Wägezelle bei Belastung nach unten beziehungsweise oben verformen kann, ohne an der Grundplatte oder Plattform anzuliegen.

Die Distanzstücke müssen:

  • ausreichend steif sein
  • planparallel ausgeführt sein
  • die vorgesehenen Montagebereiche vollständig unterstützen
  • eine reproduzierbare Schraubverbindung ermöglichen
  • genügend Freiraum für den gesamten Federweg schaffen

Einzelne Unterlegscheiben sind nicht automatisch geeignete Distanzstücke. Sie können punktuelle Spannungen erzeugen und die Auflagefläche ungleichmäßig belasten.

Die erforderliche Höhe der Auflager darf nicht nur nach optischer Einschätzung gewählt werden. Neben dem normalen Federweg müssen Fertigungstoleranzen, Plattformdurchbiegung und ein möglicher Überlastweg berücksichtigt werden.

Ist laut Herstellerzeichnung eine abgesetzte Montagefläche erforderlich, sollte diese konstruktiv hergestellt oder ein dafür vorgesehener Montageblock verwendet werden. Ein improvisierter Aufbau kann die spezifizierte Messgenauigkeit erheblich verschlechtern.

Kraft richtig und zentrisch einleiten

Die Gewichtskraft muss in der vom Hersteller vorgesehenen Richtung eingeleitet werden. Diese Richtung ist häufig durch einen Pfeil auf der Wägezelle oder in der Maßzeichnung gekennzeichnet.

Bei einer Druckkraftzelle bedeutet eine zentrische Krafteinleitung, dass die resultierende Kraft durch den vorgesehenen Belastungspunkt verläuft. Eine geneigte oder seitlich versetzte Druckfläche erzeugt zusätzlich ein Biegemoment.

Je nach Bauform werden ballige Krafteinleitungsflächen, Pendelstützen, Druckstücke, Gelenkköpfe oder spezielle Montagekits verwendet. Diese Komponenten ermöglichen eine definierte Einleitung und können geringe Ausrichtungsabweichungen ausgleichen.

Ein Ausgleichselement darf jedoch nicht als Ersatz für eine grundsätzlich schief oder instabil konstruierte Anlage betrachtet werden. Auch Gelenke und Pendellager besitzen begrenzte Winkel- und Seitenkraftbereiche.

Bei Zugkraftaufnehmern muss die Kraftachse durch beide Anschlusspunkte verlaufen. Gegeneinander verdrehte Gelenkköpfe oder nicht fluchtende Gewinde erzeugen Querkräfte und Torsion.

Die Krafteinleitung sollte bereits in der CAD-Konstruktion als Kraftvektor betrachtet werden. Dabei ist nicht nur die statische Nennlast, sondern auch die tatsächliche Bewegung der Maschine zu berücksichtigen.

Querkräfte, Torsion und Biegemomente vermeiden

Eine Wägezelle ist üblicherweise für eine Hauptmessrichtung ausgelegt. Kräfte senkrecht zu dieser Richtung werden als Quer- oder Seitenkräfte bezeichnet.

Querkräfte können durch schiefe Auflageflächen, Reibung, Beschleunigung, seitliche Führungen oder angeschlossene Leitungen entstehen. Sie verursachen zusätzliche Verformungen, die nicht dem eigentlichen Gewicht entsprechen.

Torsion entsteht, wenn die Wägezelle um ihre Längs- oder Messachse verdreht wird. Ein typisches Beispiel ist eine Plattform, die über falsch ausgerichtete Schrauben oder einen einseitigen Anschlag verdreht wird.

Biegemomente treten auf, wenn die Kraft nicht auf der vorgesehenen Wirkungslinie angreift. Der Abstand zwischen Kraftlinie und Messachse wirkt als Hebelarm.

Auch eine als „seitenlastkompensiert“ bezeichnete Plattformwägezelle ist nicht unbegrenzt gegen Querkräfte geschützt. Die Kompensation bezieht sich auf definierte außermittige vertikale Belastungen innerhalb der zugelassenen Plattformgröße. Sie erlaubt keine beliebigen horizontalen Kräfte oder Torsionsmomente.

Bei Maschinen mit Beschleunigungen ist zu beachten, dass Masse auch horizontale Trägheitskräfte erzeugt. Eine Waage, die im Stillstand korrekt funktioniert, kann während einer schnellen Bewegung deutlich andere Belastungen erfahren.

Außermittige Belastung und Eckenlastkompensation

Single-Point-Wägezellen sind so aufgebaut und abgeglichen, dass eine Last innerhalb einer definierten Plattform an unterschiedlichen Positionen möglichst denselben Wägewert erzeugt.

Diese Eckenlastkompensation ist ein wesentlicher Vorteil der Bauform. Sie ermöglicht den Aufbau einer Plattformwaage mit nur einer zentral angeordneten Wägezelle.

Die Kompensation gilt jedoch nur innerhalb der spezifizierten mechanischen Grenzen. Dazu gehören insbesondere:

  • maximale Plattformabmessungen
  • ausreichende Plattformsteifigkeit
  • korrekte Ausrichtung zur Wägezelle
  • vorgesehene Belastungsrichtung
  • ordnungsgemäße Montageflächen

Wird die Plattform größer als vorgesehen, steigen die bei einer Eckenbelastung wirkenden Momente. Die Anzeige kann dann abhängig von der Position des Wägegutes abweichen.

Eine sehr dünne Plattform kann sich lokal durchbiegen. Die Last wird dann nicht als starre resultierende Kraft übertragen, sondern verändert die mechanische Belastung der Wägezelle.

Eine Eckenlastprüfung ist deshalb nach dem Aufbau der vollständigen Waage erforderlich. Die Kompensation der einzelnen Wägezelle allein bestätigt noch nicht die Genauigkeit des Gesamtsystems.

Mechanische Entkopplung der Wägekonstruktion

Die gewogene Konstruktion muss gegenüber dem feststehenden Maschinenrahmen so beweglich sein, dass die Gewichtskraft vollständig über die Wägezelle beziehungsweise die Wägezellen abgeleitet wird.

Gleichzeitig muss sie gegen Umkippen, Verschieben oder unzulässige Bewegung gesichert werden. Diese beiden Anforderungen können sich widersprechen.

Führungen, Anschläge und Abhebesicherungen müssen deshalb mit definiertem Spiel oder mit geeigneten Wägezellen-Montagekits ausgeführt werden. Sie dürfen im normalen Wägebetrieb keinen relevanten Kraftanteil übernehmen.

Bei Behältern können Pendelstützen oder selbstzentrierende Lasteinleitungen thermische Bewegungen zulassen. Horizontale Abstützungen begrenzen die Bewegung durch Rührwerke, Wind oder Rohrleitungskräfte.

Eine mechanische Entkopplung bedeutet nicht, dass die Konstruktion unkontrolliert frei beweglich sein darf. Die auftretenden horizontalen und vertikalen Kräfte müssen bekannt sein und über dafür vorgesehene Elemente aufgenommen werden.

Das Einbaukonzept muss sowohl den normalen Wägebetrieb als auch Wartung, Transport, Reinigung, Erdbebenlasten, Windlasten und mögliche Störfälle berücksichtigen.

Rohrleitungen, Schläuche und Kabel als Kraftnebenschluss

Gewogene Behälter sind häufig über Rohrleitungen, Schläuche, Kabel, Pneumatikleitungen und Erdungsbänder mit der Umgebung verbunden. Jedes dieser Bauteile kann Kräfte übertragen.

Eine starre Rohrleitung wirkt je nach Temperatur, Innendruck und Montagezustand wie eine zusätzliche Feder. Sie kann den Behälter nach oben, unten oder seitlich belasten.

Besonders kritisch sind Leitungen, die während der Montage unter Spannung ausgerichtet und anschließend mit dem Behälter verschraubt werden. Die dabei gespeicherte mechanische Spannung verändert den Nullpunkt und kann sich bei Temperaturänderungen weiter verschieben.

Geeignete Maßnahmen können sein:

  • flexible Schlauch- oder Kompensatorabschnitte
  • ausreichend lange und spannungsfreie Leitungsbögen
  • symmetrische Leitungsführung
  • mechanisch entkoppelte Rohrhalterungen
  • geringe Steifigkeit in der Wägerichtung
  • definierte Führung in den nicht zu messenden Richtungen

Welche Lösung geeignet ist, hängt von Medium, Druck, Temperatur, Hygieneanforderungen und zulässiger Bewegung ab. Ein flexibler Schlauch ist nicht automatisch kraftfrei. Auch er besitzt eine Federsteifigkeit und kann durch Innendruck seine Form verändern.

Kabel sollten mit einer lockeren, reproduzierbaren Schlaufe von der gewogenen zur feststehenden Konstruktion geführt werden. Ein straff gespanntes Kabel oder ein starrer Kabelkanal kann bei kleinen Messbereichen bereits einen relevanten Fehler verursachen.

Auch Produktablagerungen können einen Kraftnebenschluss bilden. Ein Schüttgutbehälter, der über eine Materialbrücke mit einem angrenzenden Bauteil verbunden ist, kann nicht mehr zuverlässig gewogen werden.

Behälter und Plattformen auf mehreren Wägezellen

Große Plattformen und Behälter werden häufig auf drei oder vier Wägezellen abgestützt. Die Last verteilt sich dann auf mehrere Messstellen.

Drei Auflager definieren geometrisch eine Ebene und können bei einer steifen Konstruktion eine eindeutige Lastverteilung ermöglichen. Vier oder mehr Auflager reagieren empfindlicher auf Höhenunterschiede und Verformungen.

Ist eine von vier Wägezellen geringfügig höher als die übrigen, kann sie einen überproportionalen Lastanteil übernehmen. Eine andere Zelle wird entsprechend entlastet.

Die Summe der Signale kann bei gleichbleibender Gesamtlast zunächst plausibel erscheinen. Einzelne Zellen können jedoch bereits überlastet sein oder bei wechselnder Lastverteilung stark unterschiedliche Signale liefern.

Bei Mehrzellen-Systemen sind deshalb wichtig:

  • gleiche Auflagerhöhen
  • steife Behälter- oder Plattformkonstruktion
  • korrekte Ausrichtung aller Wägezellen
  • gleichmäßige Lastverteilung
  • geeignete Montagekits
  • Ausgleich thermischer Längenänderungen
  • Prüfung der Einzelsignale

Die Nennlast jeder Wägezelle darf nicht einfach aus dem Gesamtgewicht durch die Anzahl der Zellen berechnet werden. Eine ungleichmäßige Verteilung, der Schwerpunkt, dynamische Belastungen und Sicherheitsreserven müssen berücksichtigt werden.

Bei einem Behälter mit vier Wägezellen kann eine Ecke deutlich mehr als ein Viertel des Gesamtgewichts tragen. Die Auslegung muss deshalb den ungünstigsten realistischen Lastfall berücksichtigen.

Temperaturänderungen und thermische Ausdehnung

Temperatur beeinflusst sowohl die Wägezelle als auch die umgebende Konstruktion. Die Wägezelle besitzt spezifizierte Temperaturkoeffizienten und einen zulässigen Betriebsbereich.

Zusätzlich dehnen sich Plattformen, Behälter, Rahmen und Rohrleitungen bei Erwärmung aus. Sind diese Bewegungen mechanisch behindert, entstehen horizontale Kräfte und Verspannungen.

Bei großen Behältern kann bereits eine moderate Temperaturänderung zu einer messbaren Längenänderung führen. Starre Auflager oder Führungen übertragen daraus resultierende Kräfte auf die Wägezellen.

Montagekits für Behälterwaagen sind häufig so aufgebaut, dass sie Längenänderungen zulassen und den Behälter dennoch ausreichend führen. Die genaue Anordnung richtet sich nach der Zahl der Auflager und der erwarteten Bewegungsrichtung.

Eine einseitige Wärmeeinwirkung kann außerdem Temperaturgradienten erzeugen. Wird nur eine Wägezelle durch eine heiße Rohrleitung oder Sonneneinstrahlung erwärmt, können sich die Einzelsignale unterschiedlich verändern.

Wägezellen sollten deshalb möglichst vergleichbaren Temperaturbedingungen ausgesetzt sein. Direkte Strahlungswärme, heiße Reinigungsmedien oder lokale Kältezonen sind bei der Konstruktion zu berücksichtigen.

Anschläge und mechanischen Überlastschutz auslegen

Ein mechanischer Anschlag kann die Wägezelle vor Überlastung schützen. Er begrenzt die Bewegung der Plattform oder des Krafteinleitungsteils, bevor der Messkörper unzulässig stark verformt wird.

Der Anschlag darf im normalen Messbereich keinen Kontakt haben. Andernfalls bildet er einen Kraftnebenschluss und verfälscht die Anzeige.

Der erforderliche Spalt muss so gewählt werden, dass:

  • der vollständige Federweg bis zur vorgesehenen Nennlast möglich bleibt
  • Fertigungstoleranzen und Plattformdurchbiegung berücksichtigt werden
  • der Anschlag vor einer schädlichen Überlastung wirksam wird
  • Temperaturänderungen den Spalt nicht unzulässig verändern

Ein pauschaler Spaltwert ist nicht für jede Wägezelle geeignet. Grundlage sind Federweg, zulässige Grenzlast und Einbaugeometrie des konkreten Modells.

Der Anschlag selbst muss ausreichend steif sein. Ein weicher Anschlag kann die Last nur verzögert übernehmen und die Wägezelle trotzdem überlasten.

Bei stoßartigen Belastungen kann ein statischer Anschlag allein unzureichend sein. Fallende Lasten erzeugen kurzzeitig wesentlich höhere Kräfte als ihr Eigengewicht. Dämpfungselemente oder ein größerer Messbereich können erforderlich sein.

Transportsicherungen müssen vor der Inbetriebnahme vollständig gelöst oder in die vorgesehene Betriebsstellung gebracht werden. Eine nur teilweise gelöste Transportsicherung ist ein typischer Kraftnebenschluss.

Stoßbelastung, Vibration und dynamische Kräfte

Die Nennlast einer Wägezelle bezieht sich nicht automatisch auf jede dynamische Belastung. Wird eine Masse auf die Plattform fallen gelassen, kann die Spitzenkraft ein Mehrfaches der statischen Gewichtskraft erreichen.

Auch Rührwerke, Fördereinrichtungen, Dosierschnecken und vibrierende Maschinen erzeugen wechselnde Kräfte. Die Wägezelle erfasst dann nicht nur das Gewicht, sondern auch dynamische Beschleunigungen.

Die mechanische Konstruktion muss verhindern, dass Resonanzen entstehen oder der Messkörper ständig durch hohe Querkräfte belastet wird.

Bei dynamischen Anwendungen sind unter anderem zu bewerten:

  • maximale Beschleunigung
  • Stoßenergie
  • Schwingungsfrequenz
  • Steifigkeit von Plattform und Grundrahmen
  • Abtastrate und Filterung der Wägeelektronik
  • zulässige Grenz- und Bruchlast der Wägezelle

Eine starke elektronische Dämpfung kann eine unruhige Anzeige beruhigen, beseitigt aber keine mechanische Fehlbelastung. Sie verlängert außerdem die Einschwingzeit und kann schnelle Gewichtsänderungen verdecken.

Eigengewicht, Nutzlast und Messbereich bestimmen

Der Messbereich muss das Eigengewicht der vollständigen Wägekonstruktion und die maximale Nutzlast aufnehmen.

Bei einer Plattformwaage gehören Plattform, Aufbauten, Behälter, Halterungen und dauerhaft montierte Komponenten zur Vorlast. Nur die verbleibende Kapazität steht als nutzbarer Wägebereich zur Verfügung.

Eine Wägezelle mit 100 kg Nennlast bietet bei einer 40 kg schweren Plattform nicht automatisch 100 kg Nutzlast. Ohne weitere Reserven verbleiben rechnerisch nur 60 kg.

Zusätzlich sind zu berücksichtigen:

  • ungleichmäßige Lastverteilung
  • dynamische Spitzenkräfte
  • mögliche Fehlbelastungen
  • Montage- und Wartungslasten
  • gewünschte Überlastreserve

Ein übermäßig großer Messbereich reduziert dagegen die nutzbare Signaländerung pro Kilogramm. Die Auflösung und Genauigkeit des Gesamtsystems können dadurch schlechter werden.

Die Auswahl ist deshalb ein Kompromiss zwischen ausreichender mechanischer Reserve und möglichst guter Ausnutzung der Nennlast.

Messkabel spannungsfrei und störsicher verlegen

Das Anschlusskabel darf keine relevante mechanische Kraft auf die Wägezelle übertragen. Es benötigt eine geeignete Zugentlastung und genügend Bewegungsfreiheit.

Die Zugentlastung darf nicht unmittelbar so am Messkörper befestigt werden, dass sie dessen Verformung behindert. Der vom Hersteller vorgesehene Kabelabgang muss frei bleiben.

Das Messsignal einer DMS-Wägezelle ist sehr klein. Das Kabel sollte deshalb getrennt von Motor-, Frequenzumrichter-, Schütz- und Leistungskabeln verlegt werden.

Bei einer Verlängerung sollten nur geeignete geschirmte, kapazitätsarme Messleitungen verwendet werden. Übergänge und Klemmstellen müssen korrosionsgeschützt und elektrisch stabil ausgeführt sein.

Der Kabelschirm und der Potentialausgleich sind entsprechend dem Hersteller- und Anlagenkonzept anzuschließen. Mehrfacherdungen können Ausgleichsströme und Störungen verursachen.

Schweißströme dürfen nicht durch die Wägezelle oder deren Messkabel fließen. Müssen Schweißarbeiten an der Anlage durchgeführt werden, sind Wägezelle und Elektronik entsprechend zu schützen und geeignete Strompfade beziehungsweise Potentialausgleichsverbindungen vorzusehen.

Empfohlener Montageablauf

Vor der Montage werden Modell, Nennlast, Belastungsrichtung und Anschlussdaten mit der Konstruktion abgeglichen. Die Wägezelle wird auf sichtbare Transport- oder Montageschäden kontrolliert.

Anschließend werden Grundplatte, Plattform, Montageblöcke und Bohrungen geprüft. Grate, Schweißspritzer, Späne und Verschmutzungen müssen entfernt werden.

Die Wägezelle wird ohne Gewalt in die Montageposition gebracht. Die Schrauben werden zunächst nur leicht angelegt, damit sich die Bauteile ausrichten können.

Danach wird kontrolliert, ob:

  • die Montagebereiche vollständig und eben aufliegen
  • die Federzone frei bleibt
  • Plattform und Grundkonstruktion keinen unerwünschten Kontakt haben
  • das Kabel spannungsfrei verläuft
  • die vorgesehene Belastungsrichtung eingehalten wird

Die Befestigungsschrauben werden entsprechend der Herstellerangabe gleichmäßig und mit dem vorgesehenen Drehmoment angezogen. Ein zu kleines Drehmoment kann zu Bewegung und Hysterese führen. Ein zu hohes Drehmoment kann Gewinde, Messkörper oder Montagefläche beschädigen.

Während der Montage sollte das Ausgangssignal beobachtet werden. Eine starke Änderung beim Anziehen einer einzelnen Schraube weist auf Verspannung, unebene Flächen oder eine ungeeignete Montage hin.

Nach der mechanischen Montage werden Kabel, Elektronik und Abschirmung angeschlossen. Erst danach wird die Plattform schrittweise und kontrolliert belastet.

Inbetriebnahme und mechanische Funktionsprüfung

Vor der Kalibrierung wird zunächst geprüft, ob das Nullsignal stabil ist. Die Anzeige darf sich nach einer kurzen Einschwingzeit nicht dauerhaft verändern.

Eine langsam driftende Null kann durch Temperaturausgleich, verspannte Rohrleitungen, Kabelkräfte oder eine beschädigte Wägezelle verursacht werden.

Die Plattform beziehungsweise der Behälter wird anschließend vorsichtig von Hand in den zulässigen Richtungen bewegt. Kontakte, Reibstellen und zu eng eingestellte Anschläge lassen sich dabei häufig erkennen.

Eine kleine Prüflast wird mehrfach aufgelegt und entfernt. Die Anzeige sollte nach Entlastung reproduzierbar zum Ausgangswert zurückkehren.

Danach wird die Belastung stufenweise erhöht. Bei jedem Schritt werden Signal, mechanische Freigängigkeit und mögliche Kontakte kontrolliert.

Bei einer Mehrzellenwaage sollten zusätzlich die Einzelsignale der Wägezellen betrachtet werden. Eine ungewöhnlich hohe oder niedrige Last auf einer Zelle kann auf Höhenfehler, Verspannung oder eine ungleichmäßige Lastverteilung hinweisen.

Eckenlast- und Wiederholbarkeitsprüfung

Bei einer Plattformwaage wird eine geeignete Prüflast nacheinander in der Mitte und an mehreren Positionen nahe den Ecken aufgelegt.

Die Anzeige sollte innerhalb der für die Gesamtwaage festgelegten Toleranz bleiben. Größere Abweichungen können unter anderem verursacht werden durch:

  • zu große oder zu weiche Plattform
  • falsche Ausrichtung der Wägezelle
  • unebene Montageflächen
  • seitlichen Kontakt der Plattform
  • verspannte Befestigungsschrauben
  • beschädigte Wägezelle

Für die Wiederholbarkeitsprüfung wird dieselbe Last mehrfach an derselben Position aufgebracht. Dabei sollte die Plattform zwischen den Messungen vollständig entlastet werden.

Unterschiedliche Anzeigen bei identischer Last und Position sprechen häufig für Reibung, lockere Verbindungen, wechselnde Kraftnebenschlüsse oder eine mechanisch beschädigte Zelle.

Zusätzlich sollte die Waage aufsteigend und absteigend belastet werden. Eine deutliche Differenz zwischen Be- und Entlastung kann auf Hysterese in der Mechanik hinweisen.

Warum die Waage nach dem Einbau kalibriert werden muss

Die Kalibrierung einer einzelnen Wägezelle ersetzt nicht die Kalibrierung der vollständigen Waage. Die Einbaukonstruktion, Plattform, Auflager und Wägeelektronik beeinflussen das Gesamtergebnis.

Nach der Montage werden Nullpunkt und Spanne mit geeigneten Referenzgewichten beziehungsweise einer rückführbaren Kraftreferenz geprüft.

Eine Einpunktjustage am oberen Messbereichsende kann für einfache Anwendungen ausreichen, zeigt jedoch keine Nichtlinearität oder Fehler im unteren Bereich. Für höhere Anforderungen sollten mehrere Lastpunkte verwendet werden.

Die Kalibrierung sollte sowohl bei steigender als auch bei fallender Belastung erfolgen. Dadurch werden Hysterese und Rückkehr zum Nullpunkt sichtbar.

Nach Änderungen an Auflagern, Plattform, Rohrleitungen, Überlastanschlägen oder Befestigungsschrauben muss die Waage erneut geprüft werden. Eine rein mechanische Änderung kann die Kennlinie des Gesamtsystems verändern.

Typische Einbaufehler und ihre Auswirkungen

Einbaufehler Mögliche Auswirkung Bessere Vorgehensweise
Wägezelle vollflächig zwischen zwei Platten eingespannt Federverformung blockiert, zu kleines oder nichtlineares Signal Nur vorgesehene Montagebereiche auflagern und Federzone freihalten
Unebene oder verschmutzte Montagefläche Mechanische Vorspannung und verschobener Nullpunkt Flächen plan bearbeiten und vor Montage reinigen
Bohrungen nicht fluchtend Querkräfte bereits beim Anziehen der Schrauben Lochbild maßhaltig herstellen, Schrauben nicht als Ausrichtwerkzeug verwenden
Plattform größer als freigegeben Zu hohe Momente und Eckenlastabweichungen Maximale Plattformabmessungen des Modells beachten
Plattform berührt Schutzrahmen Lastabhängiger Kraftnebenschluss Ausreichenden Freiraum über den gesamten Wägebereich vorsehen
Überlastanschlag zu eng eingestellt Anzeige wird bereits vor Nennlast begrenzt Spalt anhand des modellspezifischen Federwegs einstellen
Steife Rohrleitung am Wägebehälter Nullpunktdrift, Hysterese und temperaturabhängige Abweichung Leitungsführung mechanisch entkoppeln und spannungsfrei montieren
Kabel straff zwischen Wägezelle und Rahmen verlegt Zusätzliche Zugkraft und instabile Kleinlastanzeige Lockere Kabelschlaufe und geeignete Zugentlastung verwenden
Quer- oder Schräglast auf Druckkraftzelle Messabweichung und mögliche bleibende Verformung Geeignete Krafteinleitung beziehungsweise Montagehilfe einsetzen
Vier Wägezellen auf ungleichen Höhen Ungleichmäßige Lastverteilung und Überlast einzelner Zellen Auflager ausrichten und Einzelsignale kontrollieren
Wägezelle mit Hammer montiert Stoßüberlastung und dauerhafte Nullpunktverschiebung Montage ohne Gewalt und unter Beobachtung des Ausgangssignals
Transportsicherung nicht vollständig gelöst Teilweiser Kraftnebenschluss und begrenzter Messweg Betriebsstellung vor der Kalibrierung kontrollieren
Schweißstrom über Wägezelle geführt Beschädigung von DMS, Kabel oder Wägeelektronik Geeigneten Potentialausgleich und sicheren Schweißstrompfad vorsehen

Praxisbeispiel: Plattformwaage zeigt je nach Lastposition unterschiedliche Werte

Eine kompakte Dosierwaage wird mit einer Single-Point-Wägezelle aufgebaut. Die Wägezelle besitzt keine deutlich hervorstehenden Auflageflächen. Deshalb wird sie über ihre vollständige Länge direkt auf eine massive Grundplatte geschraubt.

Die obere Plattform wird ebenfalls ohne Distanzstück auf der gesamten Oberseite der Wägezelle befestigt. Nach der elektrischen Justage zeigt die Waage bei einer mittig aufgelegten Prüflast zunächst einen plausiblen Wert.

Wird dieselbe Last in eine Ecke gestellt, weicht die Anzeige deutlich ab. Bei höheren Lasten steigt das Signal außerdem nicht mehr proportional an.

Die Wägezelle wird zunächst gegen ein neues Exemplar ausgetauscht. Das Verhalten bleibt nahezu unverändert. Damit ist erkennbar, dass nicht die einzelne Wägezelle, sondern die Einbausituation die Ursache ist.

Bei der mechanischen Prüfung zeigt sich, dass die Federzone der Wägezelle bereits unbelastet nahezu an Grundplatte und Plattform anliegt. Unter Last entstehen zusätzliche Kontakte. Ein großer Teil der Gewichtskraft wird direkt zwischen Plattform und Grundplatte übertragen und umgeht den elastischen Messbereich.

Die Konstruktion wird anschließend entsprechend der Montagezeichnung geändert. Im festen Befestigungsbereich und im Krafteinleitungsbereich werden planparallele Montageblöcke vorgesehen. Der mittlere Bereich erhält ausreichend Freiraum für den vollständigen Federweg.

Die Plattform wird zur Wägezelle ausgerichtet und die Befestigungsschrauben mit dem vorgesehenen Drehmoment angezogen. Während des Anziehens wird das Nullsignal beobachtet.

Nach erneuter Kalibrierung liefert die Waage bei mittiger und außermittiger Belastung deutlich besser übereinstimmende Werte. Auch die Linearität über den Messbereich verbessert sich.

Das Beispiel zeigt, dass eine Wägezelle ohne sichtbare Stufen oder Absätze nicht automatisch vollflächig montiert werden darf. Entscheidend sind die in der Herstellerzeichnung definierten Montagezonen und der erforderliche Freiraum für die Messfeder.

Welche Angaben für die Auslegung benötigt werden

Für die Auswahl einer geeigneten Wägezelle reicht die Angabe der maximalen Masse allein nicht aus.

Benötigt werden mindestens:

  • Eigengewicht der Wägekonstruktion
  • minimale und maximale Nutzlast
  • gewünschte Auflösung und Genauigkeit
  • Plattformgröße beziehungsweise Behältergeometrie
  • Anzahl und Position der Wägezellen
  • statische oder dynamische Belastung
  • mögliche Querkräfte und Momente
  • Temperatur- und Umgebungsbedingungen
  • Schutzart und Reinigungsanforderungen
  • vorhandene Rohrleitungen, Schläuche und Kabel
  • gewünschtes Ausgangssignal
  • vorhandene Wägeelektronik oder SPS
  • Überlast-, Ex- oder Sicherheitsanforderungen
  • Kalibrier- beziehungsweise Eichanforderungen

Auch Zeichnungen der geplanten Einbausituation sind hilfreich. Besonders bei Sonderkonstruktionen lässt sich die Eignung einer Wägezelle nur bewerten, wenn Kraftfluss, Auflager und mögliche Nebenkräfte erkennbar sind.

Welche Messgeräte / Produkte eignen sich?

In der Kategorie Weg-, Kraft-, Drehzahl-, Drehmoment- und Vibrationssensoren stehen unterschiedliche Sensorprinzipien für Maschinenbau, Automatisierung, Prüfstände und industrielle Wägetechnik zur Verfügung.

Die Auswahl umfasst neben Wägezellen auch Zug- und Druckkraftaufnehmer, Biege- und Scherstäbe, Messachsen, Ringkraftaufnehmer und weitere Sonderbauformen. Das geeignete Modell richtet sich nach Kraftart, Einbauraum, Messbereich, mechanischer Belastung und gewünschtem Ausgangssignal.

Die Kategorie WIKA Plattform-Wägezellen enthält Single-Point-Wägezellen für kompakte Tisch-, Plattform-, Dosier- und Kontrollwaagen.

Die WIKA F4801 Plattformwägezelle ist in unterschiedlichen Nennlasten verfügbar und eignet sich für kompakte Waagen mit einer einzelnen Wägezelle. Die vorgesehene Plattformgröße, Befestigung und Belastungsrichtung müssen bei der Konstruktion berücksichtigt werden.

Für größere Nennlasten steht unter anderem die WIKA F4818 Plattformwägezelle zur Verfügung. Auch hier ist die zulässige Plattformgröße kein frei veränderbarer Wert, sondern Bestandteil der mechanischen Auslegung.

Die WIKA F4885 Plattformwägezelle ist für verschiedene kompakte Wägeanwendungen erhältlich und besitzt abhängig von der Ausführung einen mehradrigen Anschluss zur präzisen Signalerfassung.

Für größere Behälter, Silos, Maschinen oder Kraftmessaufgaben können andere Wägezellen- beziehungsweise Kraftaufnehmerbauformen besser geeignet sein. Dazu gehören Scherstäbe, Druckkraftaufnehmer, Zug-/Druckkraftaufnehmer und Messachsen.

Die Wägezelle liefert häufig ein kleines DMS-Brückensignal in mV/V. Für die Weiterverarbeitung wird eine geeignete Wägeelektronik, ein Messverstärker oder ein SPS-Wägemodul benötigt. Abhängig vom System können daraus analoge Signale, digitale Messwerte, Grenzwerte oder dosiertechnische Funktionen bereitgestellt werden.

ICS Schneider Messtechnik unterstützt bei der Auswahl der Wägezelle, der Beurteilung der Einbausituation und der Abstimmung mit der Wägeelektronik. Für eine belastbare Empfehlung sollten eine technische Zeichnung, das Eigengewicht, die Nutzlast, die Plattform- beziehungsweise Behälterabmessungen und Angaben zu möglichen Nebenkräften bereitgestellt werden.

Fazit: Eine Wägezelle misst nur die Kraft, die tatsächlich durch sie fließt

Die Präzision einer Waage hängt wesentlich von der mechanischen Konstruktion ab. Die Wägezelle muss auf ebenen und ausreichend steifen Flächen montiert werden und darf nur in der vorgesehenen Richtung belastet werden.

Bei Plattform- und Single-Point-Wägezellen dürfen nur die vorgesehenen Montagebereiche aufliegen. Die Federzone muss ausreichend Freiraum besitzen. Eine vollflächige Klemmung kann die Verformung blockieren und einen internen Kraftnebenschluss erzeugen.

Rohrleitungen, Kabel, Anschläge, Schutzbleche und Ablagerungen dürfen keinen Teil der Last an der Wägezelle vorbeiführen. Gleichzeitig müssen Querkräfte, Torsion und Biegemomente möglichst vermieden werden.

Eckenlastkompensation bedeutet nicht, dass Plattformgröße und mechanische Belastung beliebig gewählt werden dürfen. Die vom Hersteller freigegebenen Abmessungen und Montagebedingungen bleiben verbindlich.

Überlastanschläge müssen genügend Freiraum für den normalen Federweg lassen. Zu eng eingestellte Anschläge verfälschen die Messung, zu weit eingestellte Anschläge schützen die Wägezelle möglicherweise nicht ausreichend.

Nach der Montage muss die vollständige Waage mit geeigneten Referenzlasten geprüft und kalibriert werden. Eine Kalibrierung der einzelnen Wägezelle kann die mechanischen Einflüsse des späteren Einbaus nicht erfassen.

Wer Kraftfluss, Auflager, Entkopplung und Nebenkräfte bereits während der Konstruktion berücksichtigt, verbessert nicht nur die Messgenauigkeit, sondern auch die Lebensdauer und Betriebssicherheit der gesamten Wägetechnik.

Häufige Fragen zum Einbau von Wägezellen

Was ist ein Kraftnebenschluss bei einer Wägezelle?

Ein Kraftnebenschluss entsteht, wenn ein Teil der zu messenden Kraft nicht durch die Wägezelle, sondern über ein anderes Bauteil in die Grundkonstruktion übertragen wird. Die Wägezelle erfasst dann nicht die vollständige Last.

Welche Bauteile verursachen häufig Kraftnebenschlüsse?

Typische Ursachen sind starre Rohrleitungen, gespannte Kabel, Schutzabdeckungen, zu eng eingestellte Anschläge, Transportsicherungen, seitliche Rahmenkontakte und Produktablagerungen.

Darf eine Plattformwägezelle vollflächig aufliegen?

In der Regel dürfen nur die vom Hersteller vorgesehenen Montage- und Krafteinleitungsbereiche aufliegen. Die elastische Federzone muss frei verformbar bleiben. Maßgeblich ist die Zeichnung des konkreten Modells.

Was passiert bei einer vollflächigen Montage?

Die Verformung der Messfeder kann behindert werden. Dadurch entstehen ein zu kleines Signal, Nichtlinearität, schlechte Eckenlastwerte oder ein lastabhängiger Kraftnebenschluss.

Muss ich abgesetzte Auflageflächen selbst konstruieren?

Wenn die Herstellerzeichnung getrennte Montagebereiche und Freiräume vorsieht, müssen diese konstruktiv umgesetzt werden. Dies kann über bearbeitete Flächen, Montageblöcke oder geeignete Distanzstücke erfolgen.

Kann ich normale Unterlegscheiben als Distanzstücke verwenden?

Das ist nicht generell empfehlenswert. Einzelne Unterlegscheiben können punktuelle Spannungen und unebene Auflagen erzeugen. Distanzstücke sollten planparallel, ausreichend steif und an die vorgesehenen Montageflächen angepasst sein.

Wie groß muss der Freiraum unter einer Plattformwägezelle sein?

Der Freiraum muss den vollständigen Federweg einschließlich Toleranzen und möglicher Plattformdurchbiegung ermöglichen. Der erforderliche Wert ergibt sich aus den Herstellerdaten des konkreten Modells.

Warum muss die Montagefläche eben sein?

Eine unebene Fläche verspannt die Wägezelle beim Anziehen der Schrauben. Dies kann den Nullpunkt verschieben und zusätzliche Quer- oder Biegekräfte erzeugen.

Darf die Montagefläche lackiert sein?

Eine dicke, ungleichmäßige oder weiche Lackschicht kann sich setzen und die Schraubverbindung verändern. Die konkrete Oberflächenanforderung sollte anhand der Herstellerangaben und der mechanischen Konstruktion geprüft werden.

Welches Drehmoment benötigen die Befestigungsschrauben?

Das zulässige beziehungsweise empfohlene Drehmoment ist modellspezifisch. Es muss aus Datenblatt oder Betriebsanleitung entnommen werden.

Kann ein zu hohes Anzugsmoment die Wägezelle beschädigen?

Ja. Es kann Gewinde, Messkörper oder Montageflächen beschädigen und die Wägezelle mechanisch vorspannen.

Warum sollte das Signal beim Festschrauben beobachtet werden?

Eine starke Signaländerung beim Anziehen einer Schraube kann auf unebene Flächen, falsch positionierte Auflager oder eine mechanische Verspannung hinweisen.

Was bedeutet Krafteinleitung?

Krafteinleitung bezeichnet den Bereich und die Art, über die die zu messende Kraft in den Messkörper der Wägezelle übertragen wird.

Muss die Kraft immer exakt mittig wirken?

Das hängt von der Wägezellenbauform ab. Druckkraftaufnehmer benötigen häufig eine zentrale Einleitung. Single-Point-Wägezellen können außermittige Lasten innerhalb einer definierten Plattform kompensieren.

Was ist eine Eckenlastkompensation?

Sie sorgt dafür, dass eine vertikale Last innerhalb der freigegebenen Plattform möglichst unabhängig von ihrer Position denselben Messwert erzeugt.

Darf die Plattform größer als im Datenblatt angegeben sein?

Das ist ohne technische Prüfung nicht empfehlenswert. Eine größere Plattform erhöht die Hebelarme und damit Biege- und Torsionsmomente bei außermittiger Belastung.

Warum muss die Plattform steif sein?

Eine durchbiegende Plattform verändert die Krafteinleitung und kann zu unterschiedlichen Anzeigen abhängig von der Lastposition führen.

Was sind Querkräfte?

Querkräfte wirken seitlich beziehungsweise senkrecht zur vorgesehenen Messrichtung. Sie können Messfehler verursachen und den Messkörper dauerhaft beschädigen.

Wie entstehen Querkräfte bei einer Waage?

Sie können durch schiefe Montageflächen, seitliche Führungen, starre Rohrleitungen, Beschleunigungen, Reibung oder eine nicht fluchtende Krafteinleitung entstehen.

Was ist Torsion bei einer Wägezelle?

Torsion ist eine Verdrehbelastung des Messkörpers um seine Achse. Sie entsteht beispielsweise durch gegeneinander verdrehte Anschlüsse oder eine verspannte Plattform.

Kann eine seitenlastkompensierte Wägezelle beliebige Querkräfte aufnehmen?

Nein. Die Kompensation gilt nur für definierte vertikale Lastpositionen und mechanische Grenzen. Horizontale Kräfte und hohe Torsionsmomente müssen weiterhin vermieden werden.

Wie beeinflussen Rohrleitungen eine Behälterwaage?

Rohrleitungen können durch ihre Steifigkeit, thermische Ausdehnung, Innendruck oder Montagevorspannung zusätzliche Kräfte auf den Behälter übertragen.

Reicht ein flexibler Schlauch zur Entkopplung aus?

Nicht immer. Auch ein flexibler Schlauch besitzt eine Federsteifigkeit und kann unter Druck oder bei Bewegung Kräfte übertragen. Die konkrete Anordnung muss mechanisch bewertet werden.

Wie sollte das Kabel einer Wägezelle verlegt werden?

Es sollte spannungsfrei, mit einer geeigneten Schlaufe und Zugentlastung verlegt werden. Eine parallele Verlegung zu leistungsführenden Leitungen sollte vermieden werden.

Kann ein Kabel das Messergebnis beeinflussen?

Ja. Bei kleinen Messbereichen kann bereits ein gespanntes oder steifes Kabel eine relevante Zug- beziehungsweise Biegekraft auf die Wägekonstruktion ausüben.

Warum darf ein Anschlag die Plattform nicht dauerhaft berühren?

Der Anschlag würde einen Teil der Gewichtskraft übernehmen und dadurch einen Kraftnebenschluss bilden.

Wie wird ein Überlastanschlag eingestellt?

Der Spalt muss den normalen Federweg zulassen und die Bewegung vor einer schädlichen Überlast begrenzen. Die Einstellung erfolgt auf Basis der modellspezifischen Daten.

Was ist eine Transportsicherung?

Sie fixiert die bewegliche Wägekonstruktion während Transport oder Montage. Vor dem Wägebetrieb muss sie vollständig gelöst oder in die vorgesehene Betriebsstellung gebracht werden.

Warum zeigt eine Waage nach dem Auflegen einer Last nicht wieder null?

Mögliche Ursachen sind Reibung, ein wechselnder Kraftnebenschluss, mechanische Überlast, lockere Schrauben, verspannte Rohrleitungen oder eine beschädigte Wägezelle.

Warum zeigt die Waage an verschiedenen Ecken unterschiedliche Werte?

Ursachen können eine zu große oder zu weiche Plattform, eine falsch montierte Wägezelle, Seitenkontakt oder eine unebene Grundplatte sein.

Wie wird eine Eckenlastprüfung durchgeführt?

Eine geeignete Prüflast wird nacheinander in der Mitte und an definierten Positionen der Plattform aufgelegt. Die Anzeigen werden miteinander verglichen.

Warum muss die Waage nach der Montage kalibriert werden?

Erst im vollständigen Einbau wirken Plattform, Auflager, Rohrleitungen, Elektronik und mechanische Einflüsse gemeinsam. Die Kalibrierung der einzelnen Wägezelle erfasst diese Faktoren nicht.

Kann eine Nullstellung einen mechanischen Einbaufehler korrigieren?

Sie kann einen konstanten Nullpunktversatz ausgleichen. Lastabhängige Fehler, Hysterese, schlechte Eckenlastwerte und wechselnde Kraftnebenschlüsse werden dadurch nicht beseitigt.

Wie wird der richtige Messbereich gewählt?

Eigengewicht, maximale Nutzlast, ungleichmäßige Lastverteilung, dynamische Spitzenkräfte und eine geeignete Überlastreserve müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

Kann eine zu groß gewählte Wägezelle nachteilig sein?

Ja. Wird nur ein kleiner Teil des Nennbereichs genutzt, ist das elektrische Nutzsignal entsprechend kleiner. Dadurch können Auflösung und Genauigkeit des Gesamtsystems schlechter werden.

Warum können vier Wägezellen unterschiedlich belastet sein?

Ursachen sind Höhenunterschiede der Auflager, ein außermittiger Schwerpunkt, ein verformter Rahmen oder thermische Verspannungen.

Wie erkennt man eine ungleichmäßige Lastverteilung?

Bei zugänglichen Einzelsignalen werden die Belastungen der einzelnen Wägezellen miteinander verglichen. Große Unterschiede sollten mechanisch untersucht werden.

Darf an einer eingebauten Wägezelle geschweißt werden?

Schweißströme dürfen nicht durch Wägezelle, Messbrücke oder Anschlusskabel fließen. Vor Schweißarbeiten sind geeignete Schutz- und Potentialausgleichsmaßnahmen erforderlich.

Welche Informationen werden für eine Anfrage benötigt?

Benötigt werden Eigengewicht, Nutzlast, Plattform- oder Behältergröße, Anzahl der Auflager, Genauigkeit, dynamische Belastung, mögliche Querkräfte, Umgebungsbedingungen, Ausgangssignal und möglichst eine technische Zeichnung der Einbausituation.

Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.
Mehr Infos