Coriolis-Ausgangssignale richtig nutzen: 4–20 mA, Puls, Modbus und Diagnosewerte auswerten

Coriolis Ausgangssignale mit einem Siemens SITRANS Durchflussmessgerät in die SPS übertragen und auswerten
→ Produktkategorie Coriolis / Vortex

 

Ein Coriolis-Durchflussmesser liefert häufig deutlich mehr Informationen als einen einzelnen Durchflusswert. Neben dem direkt gemessenen Massedurchfluss können je nach Geräteausführung auch Dichte, Temperatur, berechneter Volumenstrom, Summenzähler und Diagnoseinformationen ausgegeben werden.

In der Praxis wird trotzdem häufig nur ein 4–20-mA-Ausgang mit der SPS verbunden. Wertvolle Zusatzinformationen bleiben dadurch ungenutzt. Gleichzeitig entstehen Fehler, wenn der Analogausgang falsch skaliert, ein Impulsausgang mit einem Frequenzausgang verwechselt oder ein Modbus-Wert ohne zugehörigen Gerätestatus verarbeitet wird.

Eine zuverlässige Integration beginnt deshalb mit einer klaren Festlegung: Welche Messgröße wird für die Regelung benötigt, welche Werte dienen der Abrechnung oder Dosierung und welche Diagnoseinformationen sollen einen unsicheren Messzustand frühzeitig erkennen?

Inhaltsverzeichnis

Welche Messgrößen liefert ein Coriolis-Durchflussmesser?

Das Coriolis-Messprinzip erfasst den Massedurchfluss direkt über die durchströmungsabhängige Verformung beziehungsweise Phasenverschiebung der schwingenden Messrohre. Zusätzlich wird aus dem Schwingungsverhalten der Rohre die Dichte des Mediums bestimmt. Ein integrierter Temperaturfühler dient unter anderem zur Kompensation des Messsystems und kann bei vielen Geräten ebenfalls als Prozesswert ausgegeben werden.

Aus diesen Größen können weitere Werte berechnet werden:

  • Massedurchfluss, beispielsweise in kg/h oder t/h,
  • Dichte, beispielsweise in kg/m³ oder g/cm³,
  • Prozesstemperatur,
  • Volumenstrom aus Massedurchfluss und Dichte,
  • Vorwärts-, Rückwärts- und Nettosummenzähler,
  • Chargen- oder Dosiermenge,
  • je nach Messumformer Konzentration, Fraktion oder weitere abgeleitete Größen.

Nicht jede Messgröße ist für jede Aufgabe gleich geeignet. Für eine gravimetrische Dosierung ist der Massedurchfluss meist die entscheidende Regelgröße. Bei einer Qualitätsüberwachung kann dagegen die Dichte wichtiger sein. Ein Volumenstrom ist nur dann zuverlässig, wenn die Dichtemessung unter den tatsächlichen Prozessbedingungen plausibel ist.

Ausgangssignale im Vergleich

Ausgang Typische Verwendung Stärken Wichtige Einschränkung
4–20 mA Momentanwert für SPS, Regler oder Anzeige Robust, einfach, für lange Leitungen geeignet Pro Ausgangskanal normalerweise nur eine skalierte Prozessgröße
HART Zusatzwerte, Parametrierung und Diagnose über die Stromschleife Nutzt vorhandene 4–20-mA-Leitung Benötigt kompatiblen Master, geeignete Bürde und korrekte Netzwerkauslegung
Pulsausgang Summenmenge, Dosierung und Zählereingang Direkte mengenbezogene Zählung Impulswert, Pulsbreite und maximale Frequenz müssen zusammenpassen
Frequenzausgang Momentaner Durchfluss als Frequenz Hohe Auflösung und schnelle Auswertung möglich Darf nicht mit einem mengenbezogenen Impulsausgang verwechselt werden
Modbus RTU Mehrere Prozess- und Diagnosewerte über RS-485 Viele Daten über eine Busverbindung Register, Datentyp, Byte-Reihenfolge und Statusbits müssen korrekt ausgewertet werden
Relais- oder Schaltausgang Grenzwert, Durchflussrichtung oder Gerätestatus Einfache binäre Meldung Liefert keinen kontinuierlichen Messwert

Häufig ist eine Kombination sinnvoll: Der Massedurchfluss wird über 4–20 mA für eine schnelle Regelung übertragen, die Menge über einen Pulsausgang gezählt und Diagnosewerte werden zusätzlich digital ausgelesen.

4–20-mA-Ausgang richtig skalieren

Der 4–20-mA-Ausgang bildet eine konfigurierte Messspanne linear auf das Stromsignal ab. In der SPS müssen unterer und oberer Messbereichswert exakt mit der Einstellung im Coriolis-Messumformer übereinstimmen.

Für eine lineare Skalierung gilt:

Messwert = unterer Messbereichswert + (Strom − 4 mA) / 16 mA × Messspanne

Ein Massedurchflussmesser ist beispielsweise auf 0 bis 6.000 kg/h eingestellt. Bei einem Ausgangsstrom von 13,6 mA ergibt sich:

(13,6 mA − 4 mA) / 16 mA × 6.000 kg/h = 3.600 kg/h

Typische Fehler entstehen, wenn:

  • im Messumformer kg/h, in der SPS jedoch t/h hinterlegt ist,
  • der Messumformer auf 0 bis 6.000 kg/h und die SPS auf 0 bis 10.000 kg/h skaliert ist,
  • Massedurchfluss und Volumenstrom verwechselt werden,
  • ein zweiter Stromausgang einer anderen Messgröße zugeordnet wurde,
  • eine Nullpunktunterdrückung kleine reale Durchflüsse auf null setzt,
  • die Dämpfung im Messumformer und zusätzlich in der SPS zu stark eingestellt ist.

Bei der Inbetriebnahme sollten nicht nur 4 und 20 mA geprüft werden. Auch ein Wert in der Mitte der Messspanne sowie die konfigurierten Fehlerströme sollten kontrolliert werden.

Bidirektionalen Durchfluss abbilden

Viele Coriolis-Messgeräte können Vorwärts- und Rückwärtsdurchfluss erfassen. Das Analogsignal muss so konfiguriert werden, dass die SPS beide Richtungen eindeutig unterscheiden kann.

Eine mögliche Skalierung lautet:

  • 4 mA = −1.000 kg/h,
  • 12 mA = 0 kg/h,
  • 20 mA = +1.000 kg/h.

Diese Darstellung ist für reversible Pumpen, Be- und Entladevorgänge oder Rückströmungen gut geeignet. Sie halbiert allerdings die Auflösung, die pro Durchflussrichtung zur Verfügung steht.

Alternativ können der Betrag des Durchflusses analog übertragen und die Richtung über einen digitalen Ausgang gemeldet werden. Eine weitere Möglichkeit ist die vollständige digitale Übertragung von vorzeichenbehaftetem Messwert und Status.

Vor der Konfiguration muss außerdem festgelegt werden, wie die Summenzähler arbeiten sollen. Abhängig von der Anwendung werden separate Vorwärts- und Rückwärtszähler oder ein vorzeichenbehafteter Nettosummenzähler benötigt.

Fehlerstrom und Signalstatus auswerten

Ein 4–20-mA-Signal sollte nicht ausschließlich innerhalb der normalen Messspanne ausgewertet werden. Viele Messumformer können bei einem erkannten Geräte- oder Messfehler einen Strom unterhalb beziehungsweise oberhalb des regulären Bereichs ausgeben.

Übliche Konfigurationen sind beispielsweise ein Fehlerstrom unterhalb von 4 mA oder oberhalb von 20 mA. Die konkreten Werte und das Verhalten müssen am Messumformer geprüft und mit der SPS-Programmierung abgestimmt werden.

Die SPS sollte mindestens zwischen folgenden Zuständen unterscheiden:

  • gültiger Prozesswert,
  • Unter- oder Überschreitung des konfigurierten Messbereichs,
  • konfigurierter Gerätefehler,
  • Leitungsbruch oder fehlende Schleifenversorgung,
  • Kurzschluss beziehungsweise unplausibel hoher Strom.

Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen einem Prozessalarm und einem Gerätefehler. Ein zu hoher Massedurchfluss kann ein gültiger Messwert sein. Ein Fehlerstrom bedeutet dagegen, dass der übertragene Prozesswert möglicherweise nicht mehr verlässlich ist.

Bei digitaler Kommunikation sollte zusätzlich zum Zahlenwert immer der zugehörige Qualitäts- oder Statuswert verarbeitet werden. Ein scheinbar plausibler Messwert kann andernfalls weiterverwendet werden, obwohl das Gerät ihn bereits als unsicher oder ungültig kennzeichnet.

Puls- und Frequenzausgänge unterscheiden

Mengenbezogener Pulsausgang

Bei einem Pulsausgang entspricht jeder Impuls einer festgelegten Masse oder einem festgelegten Volumen. Eine Einstellung kann beispielsweise lauten:

1 Impuls = 0,1 kg

Bei einer gemessenen Chargenmenge von 1.250 kg muss der Zähler damit 12.500 Impulse erfassen.

Der Impulswert darf nicht zu klein gewählt werden. Andernfalls steigt die Ausgangsfrequenz bei hohem Durchfluss über die zulässige Frequenz des Messumformers oder des SPS-Zählereingangs.

Zusätzlich sind zu prüfen:

  • aktive oder passive Ausgangsschaltung,
  • erforderliche externe Versorgung,
  • Impulspolarität,
  • Impulsbreite und Mindestpausenzeit,
  • maximale Ausgangsfrequenz,
  • maximale Zählfrequenz der SPS,
  • Verhalten bei Rückwärtsdurchfluss.

Durchflussproportionaler Frequenzausgang

Bei einem Frequenzausgang entspricht die Frequenz dem momentanen Durchfluss. Beispielsweise können 0 bis 1.000 Hz einem Messbereich von 0 bis 6.000 kg/h entsprechen.

Eine Frequenz von 600 Hz steht dann für:

600 Hz / 1.000 Hz × 6.000 kg/h = 3.600 kg/h

Der Frequenzausgang eignet sich für schnelle Steuerungen und Zählermodule, muss jedoch anders skaliert werden als ein mengenbezogener Pulsausgang. Die Begriffe „Puls“ und „Frequenz“ werden in Produktunterlagen teilweise gemeinsam genannt. Entscheidend ist daher die tatsächliche Parametrierung des Ausgangskanals.

HART für zusätzliche Messwerte und Diagnose nutzen

Bei HART wird ein digitales Kommunikationssignal auf die bestehende 4–20-mA-Stromschleife aufmoduliert. Der analoge Strom kann weiterhin den primären Prozesswert übertragen, während digital weitere Variablen, Parameter und Diagnoseinformationen verfügbar sind.

Je nach Messumformer können über HART beispielsweise ausgelesen werden:

  • Massedurchfluss,
  • Dichte,
  • Temperatur,
  • Volumenstrom,
  • Summenzähler,
  • Gerätestatus und Warnmeldungen,
  • Messbereichs- und Dämpfungseinstellungen,
  • Geräte-, Sensor- und Identifikationsdaten.

Für eine stabile HART-Kommunikation ist eine geeignete Schleifenbürde erforderlich. Außerdem müssen Leitsystem, HART-Multiplexer oder Handkommunikator die verwendete Gerätebeschreibung beziehungsweise die benötigten Befehle unterstützen.

Ein Stromschleifen-Kalibrator mit integriertem 250-Ω-Widerstand kann den erforderlichen Kommunikationswiderstand bereitstellen. Er ersetzt jedoch keinen vollständigen HART-Kommunikator und liest nicht automatisch sämtliche Geräteparameter aus.

Modbus korrekt in SPS und Leitsystem integrieren

Modbus RTU ermöglicht die Übertragung mehrerer Prozess-, Zähler- und Diagnosewerte über eine RS-485-Verbindung. Damit kann ein Coriolis-Messgerät umfangreicher eingebunden werden als über einzelne Analogausgänge.

Für eine fehlerfreie Integration müssen folgende Parameter übereinstimmen:

  • Geräteadresse,
  • Baudrate,
  • Parität und Anzahl der Stoppbits,
  • Zweileiter- oder Vierleiterstruktur,
  • Terminierung und Vorspannung des RS-485-Busses,
  • Registernummer und Funktionscode,
  • Datentyp und Anzahl der Register,
  • Byte- und Wortreihenfolge,
  • Einheit und Skalierungsfaktor,
  • Abfragezyklus und Timeout.

Ein typischer Fehler ist die falsche Interpretation eines 32-Bit-Gleitkommawerts. Werden die beiden 16-Bit-Register in falscher Reihenfolge zusammengesetzt, entsteht ein stark abweichender oder scheinbar zufälliger Zahlenwert.

Auch die Registernummerierung ist zu beachten. Manche Dokumentationen beginnen bei Register null, während SPS-Systeme mit einer um eins verschobenen Darstellung arbeiten. Die Registeradresse sollte deshalb anhand eines bekannten Prozesswerts kontrolliert werden.

Die Abfrage darf den Bus und die SPS nicht unnötig belasten. Ein Diagnosewert, der sich nur langsam verändert, muss nicht im selben Zyklus wie der für die Regelung benötigte Massedurchfluss gelesen werden.

Welche Diagnosewerte sind in der Praxis hilfreich?

Moderne Coriolis-Messumformer überwachen neben den Prozesswerten zahlreiche interne Betriebsparameter. Welche Diagnosegrößen verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Modell und Funktionspaket ab.

Diagnoseinformation Mögliche Bedeutung Praktische Reaktion
Messrohrantrieb beziehungsweise Drive Gain Mehr Energie ist erforderlich, um die Messrohre in Schwingung zu halten Auf Gasblasen, Ablagerungen, hohe Viskosität oder äußere Dämpfung prüfen
Messrohr- oder Resonanzfrequenz Ändert sich abhängig von Dichte und mechanischem Zustand Mit Dichtewert, Medium und historischen Daten vergleichen
Signalqualität Bewertung der Stabilität des Sensorsignals Bei Verschlechterung Prozessbedingungen, Vibration und Zweiphasenströmung prüfen
Leerrohr- oder Zweiphasenwarnung Messrohre sind nicht vollständig mit einer homogenen Phase gefüllt Gasanteile, Kavitation, Einbauposition und Prozessdruck kontrollieren
Dichte außerhalb des Bereichs Medium, Füllzustand oder Sensorzustand ist unplausibel Prozesszustand und Dichteparametrierung prüfen
Temperaturwarnung Prozess- oder Elektroniktemperatur liegt außerhalb der vorgesehenen Grenzen Prozesstemperatur, Isolation und Umgebung prüfen
Nullpunkt- oder Stabilitätswarnung Nullpunkt ist nicht stabil oder Prozess war beim Nullabgleich nicht vollständig stillgesetzt Ventile, Rückströmung, Vibration und Nullabgleich kontrollieren

Ein Diagnosewert allein beweist noch keinen Sensordefekt. Ein erhöhter Antriebswert kann beispielsweise durch Luftblasen, hohe Viskosität oder Ablagerungen verursacht werden. Besonders aussagekräftig ist die Kombination aus Prozesswerten, Gerätestatus und zeitlichem Trend.

Signale und Messkette systematisch prüfen

Bei einer unplausiblen Anzeige sollte die Messkette in getrennten Schritten geprüft werden:

  1. Prozesswert und Gerätestatus direkt am Coriolis-Messumformer kontrollieren.
  2. Konfiguration von Messgröße, Einheit, Messbereich und Ausgangskanal dokumentieren.
  3. 4–20-mA-Signal direkt am Ausgang beziehungsweise in der Stromschleife messen.
  4. SPS-Eingang mit definierten Stromwerten unabhängig vom Coriolis-Messgerät simulieren.
  5. Puls- oder Frequenzausgang mit geeignetem Zähler beziehungsweise Frequenzmessgerät prüfen.
  6. Modbus-Register mit einem geeigneten Master oder Servicetool auslesen.
  7. Digitale Messwerte und Statusflags mit der Analoganzeige vergleichen.
  8. Erst danach Prozess, Sensor und mechanischen Einbau bewerten.

Mit dem Druck UPS4E Stromschleifen-Kalibrator kann der tatsächliche Ausgangsstrom gemessen oder ein definierter Strom zur Prüfung des SPS-Eingangs simuliert werden. Die integrierte Schleifenversorgung hilft bei passiven Stromkreisen, während Step- und Rampenfunktionen eine schnelle Skalierungsprüfung ermöglichen.

Eine erfolgreiche Simulation des SPS-Eingangs bestätigt Verdrahtung, Eingangskarte und Skalierung. Sie prüft jedoch weder die tatsächliche Durchflussmessung noch Dichte, Temperatur, Pulsausgang oder Modbus-Kommunikation des Coriolis-Geräts.

Praxisbeispiel: Ausgangssignale in einer Dosieranlage

In einer Dosieranlage wird ein flüssiger Rohstoff chargenweise abgefüllt. Der Coriolis-Durchflussmesser ist folgendermaßen konfiguriert:

  • 4–20 mA für 0 bis 6.000 kg/h Massedurchfluss,
  • Pulsausgang mit 0,1 kg je Impuls,
  • Modbus für Dichte, Temperatur und Diagnosewerte,
  • separater digitaler Ausgang für Gerätestatus.

Während der Dosierung zeigt die SPS einen Strom von 13,6 mA an. Dieser entspricht einem Massedurchfluss von 3.600 kg/h. Für eine Charge von 1.250 kg erwartet die Steuerung 12.500 Impulse.

Bei einer Charge erreicht der Impulszähler den Sollwert, obwohl die gewogene Behältermenge zu niedrig ist. Gleichzeitig meldet der Messumformer zeitweise eine instabile Dichte und eine Warnung für Zweiphasenströmung.

Die Kontrolle zeigt, dass Luft über eine undichte Saugleitung in das Medium gelangt. Der analoge Durchflusswert bleibt zeitweise plausibel, die Messqualität ist jedoch eingeschränkt. Erst die digitale Diagnose macht deutlich, dass die Messwerte während dieser Phasen nicht uneingeschränkt verwendet werden dürfen.

Nach dem Abdichten der Leitung stabilisieren sich Dichte, Massedurchfluss und Impulszählung. Das Beispiel zeigt, warum der reine Prozesswert ohne Diagnoseinformation nicht immer ausreicht.

Ausgangskonfiguration richtig festlegen

Die Ausgangskonfiguration sollte bereits bei der Geräteauswahl und SPS-Planung festgelegt werden. Nachträglich fehlende Ausgangskanäle oder Kommunikationsoptionen lassen sich nicht bei jeder Ausführung ohne Hardwareänderung ergänzen.

Für die Auslegung werden insbesondere folgende Angaben benötigt:

  • benötigte Prozessgrößen und Einheiten,
  • minimaler und maximaler Durchfluss,
  • Vorwärts- oder bidirektionale Messung,
  • Anzahl der benötigten Analogausgänge,
  • gewünschte Zuordnung von Massedurchfluss, Dichte und Temperatur,
  • Impulswert oder Frequenzbereich,
  • Summenzähler für Vorwärts-, Rückwärts- oder Nettomenge,
  • HART-, Modbus- oder andere Kommunikationsanforderungen,
  • benötigte Diagnose- und Statusinformationen,
  • aktive oder passive Ein- und Ausgänge,
  • Ex-, SIL-, Hygiene- oder eichrechtliche Anforderungen,
  • Dokumentations- und Kalibrieranforderungen.

Für eine kritische Regelgröße kann ein schneller analoger Ausgang sinnvoll sein, während Modbus ergänzend Diagnose- und Qualitätsdaten überträgt. Bei Abfüllungen oder Verbrauchserfassungen bietet ein separat ausgewerteter Pulsausgang eine nachvollziehbare mengenbezogene Schnittstelle.

Welche Messgeräte / Produkte eignen sich?

Coriolis-Durchflussmessgeräte und Messumformer

Die Kategorie Coriolis / Vortex umfasst Coriolis-Messsysteme für kleine, mittlere und sehr große Massedurchflüsse. Je nach Ausführung stehen kompakte oder getrennte Messumformer, unterschiedliche Prozessanschlüsse und verschiedene Kommunikationsoptionen zur Verfügung.

Die angebotenen SITRANS-FC-Systeme erfassen modellabhängig Massedurchfluss, Dichte, Temperatur und Volumenstrom. Messumformer wie FCT020 und FCT040 sowie Systeme wie FC310 oder FC330 bieten je nach Konfiguration analoge, digitale und diagnosebezogene Funktionen für die Integration in SPS und Leitsysteme.

Die endgültige Auswahl muss anhand von Medium, Durchflussbereich, Rohrnennweite, Druck, Temperatur, Werkstoffen, Genauigkeit, Ausgangskonfiguration und Kommunikationssystem erfolgen.

Druck UPS4E Stromschleifen-Kalibrator

Der Druck UPS4E eignet sich für die Inbetriebnahme und Fehlersuche an den 4–20-mA-Ausgängen eines Coriolis-Messumformers.

Er kann Stromsignale messen und simulieren, eine 24-V-Schleifenversorgung bereitstellen und definierte Prüfwerte über Step- und Rampenfunktionen ausgeben. Der integrierte 250-Ω-Widerstand unterstützt den Anschluss eines HART-Kommunikationsgeräts.

Für Puls-, Frequenz- und Modbus-Prüfungen werden zusätzliche geeignete Prüfmittel beziehungsweise Kommunikationswerkzeuge benötigt.

Fazit: Erst die Kombination der Signale nutzt das Potenzial der Coriolis-Messung

Ein Coriolis-Durchflussmesser liefert nicht nur einen Massedurchfluss. Dichte, Temperatur, Volumenstrom, Summenzähler und Diagnoseinformationen können für Regelung, Qualitätssicherung, Abfüllung und vorausschauende Wartung genutzt werden.

Der 4–20-mA-Ausgang bleibt eine robuste Schnittstelle für kontinuierliche Prozesswerte. Puls- und Frequenzausgänge eignen sich für Mengen- und Geschwindigkeitsinformationen, während HART oder Modbus zusätzliche Variablen, Gerätestatus und Diagnosewerte übertragen.

Entscheidend ist, dass Messbereich, Einheit, Richtung, Fehlerverhalten und Ausgangszuordnung in Messumformer und SPS übereinstimmen. Digitale Zahlenwerte sollten nie ohne die zugehörigen Statusinformationen verarbeitet werden.

Bei der Fehlersuche müssen Sensor, Ausgang, Verdrahtung und SPS-Eingang getrennt geprüft werden. Ein Stromschleifen-Kalibrator kann den Analogteil der Messkette zuverlässig kontrollieren, ersetzt jedoch keine Prüfung des realen Durchflusses oder der digitalen Kommunikation.

Häufige Fragen zu Coriolis-Ausgangssignalen

Kann ein Coriolis-Durchflussmesser mehrere Messwerte gleichzeitig ausgeben?

Ja. Je nach Messumformer können Massedurchfluss, Dichte, Temperatur, Volumenstrom und Summenzähler gleichzeitig über mehrere Ausgänge oder ein digitales Protokoll bereitgestellt werden. Die genaue Ausstattung hängt von der Konfiguration ab.

Sollte Massedurchfluss oder Volumenstrom über 4–20 mA übertragen werden?

Das hängt von der Anwendung ab. Für Dosierungen und Massenbilanzen ist Massedurchfluss meist geeigneter. Wird ein Volumenstrom benötigt, sollte berücksichtigt werden, dass dieser aus Massedurchfluss und gemessener Dichte berechnet wird.

Was ist der Unterschied zwischen Puls- und Frequenzausgang?

Ein mengenbezogener Impuls steht für eine definierte Masse oder ein definiertes Volumen. Eine Frequenz bildet dagegen normalerweise den momentanen Durchfluss ab. Die Parametrierung des konkreten Ausgangs ist entscheidend.

Wie wird Rückwärtsdurchfluss über 4–20 mA übertragen?

Eine Möglichkeit ist eine symmetrische Skalierung, bei der beispielsweise 12 mA dem Nulldurchfluss entsprechen. Alternativ kann die Richtung über einen separaten Statusausgang oder digital übertragen werden.

Warum stimmen Analogwert und Modbus-Wert nicht überein?

Mögliche Ursachen sind unterschiedliche Messgrößen, Einheiten, Dämpfungen oder Aktualisierungszeiten. Auch eine falsche Registeradresse, Byte-Reihenfolge oder Skalierung kann den digitalen Wert verfälschen.

Kann der UPS4E einen Coriolis-Durchflussmesser vollständig prüfen?

Nein. Der UPS4E kann den 4–20-mA-Ausgang messen und den SPS-Eingang simulieren. Er prüft jedoch nicht das Coriolis-Messprinzip, die reale Durchflussgenauigkeit, den Pulsausgang oder Modbus-Daten.

Welche Diagnosewerte sollten in der SPS gespeichert werden?

Sinnvoll sind mindestens Gerätestatus, Messwertqualität und relevante Warnungen. Abhängig von der Anwendung können zusätzlich Dichte, Temperatur, Antriebswert, Zweiphasenwarnung und Nullpunktstatus für Trendanalysen gespeichert werden.

Welche Angaben benötigt ICS Schneider für die Geräteauswahl?

Benötigt werden Medium, minimaler und maximaler Massen- beziehungsweise Volumenstrom, Dichte, Viskosität, Druck, Temperatur, Rohrnennweite, Werkstoffe, Prozessanschlüsse, Genauigkeitsanforderung, benötigte Ausgangssignale, Kommunikationsprotokoll, Diagnoseanforderungen sowie gegebenenfalls Ex-, SIL-, Hygiene- oder Eichanforderungen.

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