Ein Silo auf Wägezellen scheint zunächst eine klassische statische Waage zu sein. Das Eigengewicht des Behälters und die Masse des eingefüllten Materials wirken auf die Wägezellen, aus deren Signal die aktuelle Gesamtmasse berechnet wird.
Während einer Befüllung ist die Situation jedoch deutlich dynamischer. Das Material befindet sich nicht sofort vollständig in Ruhe. Es fällt durch ein Einlaufrohr, trifft auf bereits vorhandenes Schüttgut oder auf Einbauten, verändert seine Bewegungsrichtung und versetzt den Silokörper in Schwingung.
Die Wägezellen erfassen in diesem Moment nicht nur die Gewichtskraft der bereits ruhenden Masse. Zusätzlich wirken zeitabhängige Kräfte aus dem Materialstrom und aus der Bewegung der mechanischen Konstruktion.
Deshalb kann der während der Befüllung angezeigte Gewichtswert kurzfristig über oder unter dem späteren stabilen Endwert liegen. Ein schnell schwankender Messwert bedeutet dabei nicht automatisch, dass die Wägezellen ungenau sind.
Auch die Befülltechnik spielt eine wichtige Rolle. Ein frei fallender Materialstrom erzeugt andere dynamische Kräfte als eine langsam laufende Förderschnecke. Eine pneumatische Förderung kann zusätzliche Schwingungen und Kräfte über Einlaufrohre, Entlüftung und angeschlossene Rohrleitungen in das Silo eintragen.
Nach dem Abschalten der Materialzufuhr endet die Messdynamik ebenfalls nicht sofort. Material kann noch aus dem Einlauf nachfallen, der Silokörper schwingt nach und das Schüttgut setzt sich innerhalb des Behälters weiter.
Erst nach einer ausreichenden Beruhigungszeit kann ein stabiler Gewichtswert übernommen werden.
Eine starke digitale Filterung kann den angezeigten Wert zwar deutlich beruhigen. Sie beseitigt jedoch keine mechanischen Störungen. Wird zu stark gefiltert, reagiert die Waage so langsam, dass der angezeigte Wert dem tatsächlichen Füllvorgang deutlich hinterherläuft.
Die zentrale Aussage lautet: Beim Wiegen eines Silos während der Befüllung müssen Materialaufprall, mechanische Schwingungen, Wägezellenauslegung, Kraftnebenschlüsse, Signalfilterung und die notwendige Beruhigungszeit gemeinsam betrachtet werden. Der während des Materialeintrags angezeigte Wert ist nicht automatisch identisch mit dem späteren statischen Endgewicht.
Inhaltsverzeichnis
- Wie funktioniert eine Silowaage?
- Warum wird eine eigentlich statische Waage während der Befüllung dynamisch?
- Wie beeinflusst der Materialaufprall den Gewichtswert?
- Warum der Materialstrom eine zusätzliche Kraft erzeugt
- Wie entstehen Schwingungen am Silo?
- Was bedeutet Beruhigungszeit?
- Stabilitätskriterium statt fester Wartezeit verwenden
- Signalfilterung und Beruhigungszeit richtig abstimmen
- Wann ist der Gewichtswert während der Befüllung nutzbar?
- Befüllung nach Gewicht steuern und Nachlauf berücksichtigen
- Wägezellen für statische und dynamische Belastung auslegen
- Lastverteilung zwischen mehreren Wägezellen berücksichtigen
- Kraftnebenschlüsse durch Rohrleitungen und Anbauteile vermeiden
- Flexible Anschlüsse richtig auslegen
- Temperatur und thermische Ausdehnung berücksichtigen
- Pneumatische Befüllung und Druckkräfte richtig einordnen
- Silowaage richtig kalibrieren und prüfen
- Typische Fehlerbilder systematisch diagnostizieren
- Passende Wägetechnik von ICS Schneider
- Fazit
- Häufige Fragen zum Wiegen eines Silos während der Befüllung
1. Wie funktioniert eine Silowaage?
Bei einer gravimetrischen Silo- oder Behälterwaage wird das Gewicht des kompletten Behälters über Wägezellen erfasst.
Je nach Konstruktion steht das Silo beispielsweise auf drei oder vier Wägepunkten. Jeder dieser Punkte besitzt eine Wägezelle beziehungsweise ein passendes Wägemodul, das die eingeleitete Kraft in ein elektrisches Signal umwandelt.
Die Wägeelektronik wertet die einzelnen Signale gemeinsam aus und bestimmt daraus die Gesamtlast.
Die grundlegende Gewichtskraft lässt sich vereinfacht beschreiben durch:
FG = m × g
Dabei ist m die Masse des Silos einschließlich Inhalt und g die Erdbeschleunigung.
Für die eigentliche Materialmenge wird zunächst das Leergewicht beziehungsweise die Tara des Silos bestimmt. Die Differenz zwischen Bruttogewicht und Tara ergibt das Nettogewicht des Schüttguts.
Dieses Prinzip ist besonders attraktiv, weil das Medium selbst nicht unmittelbar von einem Füllstandsensor erfasst werden muss. Dichteänderungen, Schüttwinkel oder eine unregelmäßige Materialoberfläche spielen für die reine Massenbestimmung zunächst keine direkte Rolle.
Voraussetzung ist jedoch, dass die tatsächlich wirkende Gewichtskraft vollständig und reproduzierbar über die vorgesehenen Wägezellen in das Fundament eingeleitet wird.
2. Warum wird eine eigentlich statische Waage während der Befüllung dynamisch?
Im vollständig beruhigten Zustand ist eine Silowaage im Wesentlichen eine statische Gewichtsmessung.
Während der Befüllung verändert sich die Masse jedoch kontinuierlich. Gleichzeitig befindet sich ein Teil des Materials noch in Bewegung.
Das einströmende Schüttgut besitzt Geschwindigkeit und damit Impuls. Beim Auftreffen wird es abgebremst beziehungsweise umgelenkt. Dadurch entsteht zusätzlich zur Gewichtskraft eine dynamische Kraft.
Der Behälter selbst reagiert auf diese Anregung ebenfalls dynamisch. Stahlkonstruktion, Auflager, Wägezellen, Plattform und Fundament besitzen eine endliche Steifigkeit und Masse und können deshalb schwingen.
Weitere Anregungen entstehen beispielsweise durch Förderschnecken, Zellenradschleusen, pneumatische Förderleitungen, Vibratoren, Klopfer oder benachbarte Maschinen.
Die Wägeelektronik erhält damit während der Befüllung kein vollkommen ruhiges Gewichtssignal, sondern einen zeitlich veränderlichen Kraftverlauf.
| Einfluss | Während der Befüllung | Nach ausreichender Beruhigung |
|---|---|---|
| Gewicht des eingefüllten Materials | Steigt kontinuierlich | Konstant |
| Materialaufprall | Zusätzliche dynamische Kraft möglich | Entfällt |
| Silokörperschwingung | Kann deutlich vorhanden sein | Klingt ab |
| Nachfallendes Material | Während und kurz nach Abschaltung möglich | Beendet |
| Signalfilterung | Erzeugt zeitliche Verzögerung | Bei konstantem Wert kaum noch sichtbar |
3. Wie beeinflusst der Materialaufprall den Gewichtswert?
Fällt Material von oben in ein Silo, besitzt es unmittelbar vor dem Auftreffen eine vertikale Geschwindigkeit.
Beim Auftreffen auf den Siloboden oder auf bereits vorhandenes Schüttgut wird diese Geschwindigkeit reduziert. Die notwendige Impulsänderung erzeugt eine zusätzliche Kraft auf die Konstruktion.
Die Wägezellen können deshalb während des aktiven Materialeintrags vorübergehend eine größere vertikale Kraft erfassen, als allein aus der bereits ruhenden Materialmasse resultieren würde.
Bei einzelnen größeren Materialstücken können kurze Kraftspitzen entstehen. Bei einem kontinuierlichen Schüttgutstrom ergibt sich eher eine überlagerte dynamische Kraft mit zusätzlichen Schwankungen.
Wie stark dieser Effekt ist, hängt unter anderem von Fallhöhe, Massenstrom, Eintrittsgeschwindigkeit, Materialeigenschaften, Auftreffwinkel und bereits vorhandenem Füllstand ab.
Eine pauschale Korrektur in Kilogramm ist deshalb nicht sinnvoll.
Für eine reine Bestandsmessung ist der stabilisierte Gewichtswert nach Ende des Füllvorgangs meist die belastbarere Größe. Soll dagegen bereits während der Befüllung nach Gewicht geregelt werden, muss das dynamische Verhalten gezielt in die Regelstrategie einbezogen werden.
4. Warum der Materialstrom eine zusätzliche Kraft erzeugt
Der physikalische Zusammenhang lässt sich vereinfacht über die Impulsänderung des einströmenden Materials beschreiben.
Für einen kontinuierlichen Massenstrom kann die zusätzliche Kraft näherungsweise mit
Fdynamisch ≈ ṁ × Δv
beschrieben werden.
Dabei ist ṁ der Massenstrom und Δv die Änderung der relevanten Geschwindigkeitskomponente.
Die Formel soll keine allgemeine Korrekturgleichung für eine Silowaage darstellen. In einer realen Anlage sind Materialstrahl, Aufprallfläche, Umlenkung, Schüttgutbett und zeitlicher Verlauf wesentlich komplexer.
Sie erklärt jedoch, warum ein fallender Materialstrom eine zusätzliche Kraft erzeugen kann, obwohl dieselbe Materialmenge wenige Sekunden später im ruhenden Zustand nur noch mit ihrer normalen Gewichtskraft auf die Waage wirkt.
Besonders große Abweichungen können entstehen, wenn das Füllgut konzentriert auf einen kleinen Bereich trifft oder der Materialstrom periodisch schwankt.
5. Wie entstehen Schwingungen am Silo?
Das Silo bildet gemeinsam mit seinem Traggestell und den Wägezellen ein mechanisches System mit bestimmten Eigenfrequenzen.
Jeder Materialaufprall kann dieses System anregen. Zusätzlich übertragen Fördereinrichtungen und angeschlossene Anlagenkomponenten mechanische Vibrationen.
Ein typischer Signalverlauf nach einem plötzlichen Lastwechsel besteht deshalb nicht aus einem sofortigen Sprung auf den endgültigen Gewichtswert. Stattdessen kann der Messwert zunächst überschwingen und anschließend um den späteren Endwert oszillieren.
Je geringer die mechanische Dämpfung ist, desto länger dauert dieses Ausschwingen.
Sehr flexible oder hohe Silokonstruktionen können dabei deutlich langsamer reagieren als kompakte Behälterwaagen.
Auch der aktuelle Füllstand verändert das dynamische System. Mit zunehmender Materialmasse ändern sich Gesamtmasse, Schwerpunkt und teilweise auch Eigenfrequenzen.
Die Beruhigungszeit kann deshalb bei einem fast leeren Silo anders sein als bei einem nahezu vollständig gefüllten Behälter.
6. Was bedeutet Beruhigungszeit?
Die Beruhigungszeit ist die Zeitspanne zwischen dem Ende einer dynamischen Störung und dem Zeitpunkt, an dem der Gewichtswert für die jeweilige Anwendung ausreichend stabil ist.
Beim Silo beginnt diese Phase nicht zwangsläufig exakt mit dem elektrischen Abschaltsignal des Förderers.
Nach dem Stoppen einer Förderschnecke kann sich beispielsweise noch Material in der Schnecke oder im Fallrohr befinden. Bei pneumatischer Förderung kann der Materialtransport ebenfalls nicht schlagartig enden.
Das letzte Material muss zunächst in das Silo gelangen und seinen Bewegungszustand verlieren.
Danach müssen mechanische Schwingungen abklingen und die digitale Signalfilterung muss dem neuen Gewichtswert folgen.
Die tatsächlich erforderliche Beruhigungszeit ist daher eine Eigenschaft der gesamten Anlage und nicht nur der Wägezelle.
Eine allgemeine Vorgabe wie „nach drei Sekunden ist der Messwert immer stabil“ wäre technisch nicht belastbar.
7. Stabilitätskriterium statt fester Wartezeit verwenden
Eine feste Verzögerungszeit ist einfach zu programmieren, berücksichtigt aber nicht, dass sich das dynamische Verhalten mit Füllstand, Materialstrom und Betriebszustand ändern kann.
Robuster ist häufig ein Stabilitätskriterium.
Dabei wird der Gewichtswert über ein definiertes Zeitfenster beobachtet. Erst wenn sich der Wert innerhalb dieses Fensters um weniger als eine festgelegte Toleranz verändert, gilt die Waage als beruhigt.
Das Grundprinzip lautet:
Messwert übernehmen, wenn Gewichtsänderung innerhalb einer definierten Zeit kleiner als die zulässige Stabilitätsschwelle ist.
Die konkrete Schwelle muss zur erforderlichen Prozessgenauigkeit passen.
Bei einem 50-t-Silo darf eine andere Schwankung zulässig sein als bei einer 100-kg-Dosierwaage.
Auch sollte verhindert werden, dass eine extrem starke Filterung scheinbare Stabilität erzeugt, obwohl sich der reale Gewichtswert noch deutlich verändert.
8. Signalfilterung und Beruhigungszeit richtig abstimmen
Wägeelektroniken verwenden digitale Filter, um mechanische Schwingungen und elektrische Störungen zu reduzieren.
Eine stärkere Filterung macht die Anzeige ruhiger, erhöht aber gleichzeitig die Zeitverzögerung.
Dieser Zusammenhang ist besonders während einer Befüllung wichtig.
Wird das Gewichtssignal sehr stark geglättet, kann das in der Steuerung sichtbare Gewicht mehrere Sekunden hinter der tatsächlichen Masse zurückliegen.
Bei einer reinen Bestandsanzeige kann eine solche Verzögerung akzeptabel sein. Bei einer Abschaltung des Füllvorgangs nach einem Sollgewicht kann sie dagegen zu einer erheblichen Überfüllung führen.
Filterung sollte deshalb nicht mit möglichst hoher Glättung eingestellt werden, sondern passend zur Prozessdynamik.
Idealerweise wird zunächst die mechanische Ursache starker Schwingungen reduziert. Erst anschließend wird die noch notwendige elektronische Filterung festgelegt.
9. Wann ist der Gewichtswert während der Befüllung nutzbar?
Ob ein Gewichtswert bereits während der Befüllung verwendet werden kann, hängt von der konkreten Aufgabe ab.
Für eine grobe Füllstandsanzeige kann ein ausreichend gefilterter laufender Wert vollkommen genügen.
Für eine präzise Inventur oder eine Referenzmessung ist der stabilisierte Wert nach der Befüllung meist besser geeignet.
Bei einer gravimetrischen Dosierung muss der Messwert dagegen bereits während des Materialeintrags schnell genug zur Verfügung stehen, damit die Zufuhr rechtzeitig reduziert beziehungsweise beendet werden kann.
Die Messaufgabe sollte deshalb bereits bei der Anlagenplanung klar definiert werden.
| Anwendung | Anforderung an den Gewichtswert | Typische Strategie |
|---|---|---|
| Bestandsüberwachung | Ruhiger, langfristig stabiler Wert | Moderate Filterung, Endwert nach Beruhigung |
| Prozessvisualisierung während Füllung | Schnelle erkennbare Gewichtszunahme | Kürzere Filterzeit, Schwankungen akzeptieren |
| Dosierung nach Gewicht | Schneller und reproduzierbarer Regelwert | Dynamische Regelung und Nachlaufkompensation |
| Kalibrierung / Referenzprüfung | Möglichst statischer stabiler Wert | Füllung stoppen und vollständige Beruhigung abwarten |
10. Befüllung nach Gewicht steuern und Nachlauf berücksichtigen
Wird der Füllvorgang anhand des gemessenen Gewichts beendet, reicht es häufig nicht aus, die Materialzufuhr exakt beim Erreichen des Sollwertes abzuschalten.
Zwischen dem Abschaltsignal und dem tatsächlichen Ende des Materialeintrags vergeht Zeit.
Eine Förderschnecke enthält noch Material. In einem Fallrohr befindet sich bereits Schüttgut auf dem Weg zum Silo. Bei pneumatischer Förderung kann sich zusätzlich Material in der Förderleitung befinden.
Diese noch nachlaufende Masse wird häufig als Materialnachlauf beziehungsweise In-flight-Material betrachtet.
Für präzise Befüllprozesse wird deshalb häufig zunächst mit hohem Materialstrom grob dosiert und in der Nähe des Sollwertes auf eine kleinere Feinstromstufe umgeschaltet.
Die endgültige Abschaltung erfolgt bereits vor dem Sollgewicht, sodass die nachlaufende Materialmenge den Behälter möglichst nahe an den Zielwert bringt.
Der optimale Abschaltpunkt hängt von Fördertechnik, Material, Massenstrom und Prozessdynamik ab und muss anhand realer Befüllzyklen optimiert werden.
11. Wägezellen für statische und dynamische Belastung auslegen
Bei der Auswahl einer Wägezelle darf nicht ausschließlich die maximale statische Materialmasse betrachtet werden.
Die Zelle trägt zusätzlich das Eigengewicht des Silos sowie Anbauteile, Leitungen und gegebenenfalls Rührwerke oder Filtereinheiten, soweit deren Gewicht tatsächlich in die Waage eingeleitet wird.
Während der Befüllung kommen dynamische Lasten hinzu.
Materialaufprall, Schwingungen und mögliche Stoßbelastungen können kurzfristig höhere Kräfte erzeugen als das reine statische Gesamtgewicht.
Die erforderliche Nennlastreserve hängt von der Konstruktion und den zu erwartenden Lastfällen ab. Einen universellen Sicherheitsfaktor, der für jede Silowaage gleichermaßen richtig wäre, gibt es nicht.
Neben der Nennlast sind deshalb auch zulässige Grenzlast, Bruchlast, Querkräfte, Kippmomente und das verwendete Einbaumodul zu berücksichtigen.
Für größere Silos werden häufig entsprechende Wägemodule mit Funktionen zur Einhebe-, Quer- und Kippsicherung eingesetzt.
12. Lastverteilung zwischen mehreren Wägezellen berücksichtigen
Ein Silo mit vier Wägezellen verteilt seine Gesamtlast in der Realität nicht zwangsläufig exakt zu jeweils 25 % auf alle vier Messstellen.
Fertigungstoleranzen, Fundamenthöhe, Schwerpunktlage, asymmetrische Anbauteile und ungleichmäßige Materialverteilung können die Lastverteilung verändern.
Während der Befüllung kann sich diese Verteilung zusätzlich dynamisch verschieben.
Trifft der Materialstrom beispielsweise außermittig auf das Schüttgut, kann der Silokörper kurzzeitig ein Kippmoment erfahren.
Eine einzelne Wägezelle kann dadurch stärker belastet werden, obwohl das Gesamtgewicht noch deutlich unter dem nominellen Wägebereich liegt.
Die Dimensionierung muss deshalb den ungünstigsten realistischen Lastfall an der einzelnen Wägezelle berücksichtigen und nicht nur die Gesamtmasse durch die Anzahl der Wägepunkte teilen.
Ein sauberer mechanischer Aufbau und korrekt montierte Wägemodule sind hierfür entscheidend.
13. Kraftnebenschlüsse durch Rohrleitungen und Anbauteile vermeiden
Eine Silowaage kann nur die Kräfte korrekt bestimmen, die tatsächlich über die vorgesehenen Wägezellen in das Fundament geleitet werden.
Jede zusätzliche mechanische Verbindung zwischen gewogenem Silo und nicht gewogener Umgebung kann einen Teil der Kraft an den Wägezellen vorbeileiten.
Typische Kraftnebenschlüsse entstehen durch starre Rohrleitungen, Förderschnecken, Kabelpritschen, Entlüftungsleitungen, Erdungsbänder, Schutzkonstruktionen oder mechanische Anschläge.
Besonders kritisch ist, dass solche Kräfte nicht zwingend konstant bleiben.
Eine Rohrleitung kann sich mit Temperatur, Behälterbewegung oder internem Druck verformen und dadurch unterschiedlich große Kräfte auf das Silo übertragen.
Die Waage zeigt dann möglicherweise im Leerzustand korrekt null und besitzt trotzdem bei anderer Temperatur oder während der Befüllung eine erhebliche Messabweichung.
Kraftnebenschlüsse gehören deshalb zu den wichtigsten mechanischen Fehlerquellen bei Behälter- und Silowaagen.
14. Flexible Anschlüsse richtig auslegen
Rohrleitungen und Materialzuführungen sollten so angebunden werden, dass sie die notwendige Bewegungsfreiheit des gewogenen Systems möglichst wenig einschränken.
Dazu können beispielsweise flexible Schlauchstücke, geeignete Kompensatoren oder konstruktiv ausreichend nachgiebige Leitungsabschnitte eingesetzt werden.
„Flexibel“ bedeutet jedoch nicht automatisch „kraftfrei“.
Auch ein Kompensator besitzt eine Federsteifigkeit. Wird er verspannt eingebaut oder stark ausgelenkt, kann er erhebliche Kräfte in das Silo eintragen.
Die Leitungsführung sollte deshalb so geplant werden, dass thermische Ausdehnung und kleine Wägebewegungen ohne relevante zusätzliche Vertikalkraft aufgenommen werden können.
Besonders Zu- und Ablaufleitungen sind zu betrachten, weil sie häufig vergleichsweise große Durchmesser besitzen.
15. Temperatur und thermische Ausdehnung berücksichtigen
Silos und Behälter können im Betrieb deutlich andere Temperaturen besitzen als ihre Umgebung.
Die Stahlkonstruktion verändert dadurch ihre Abmessungen. Auch angeschlossene Rohrleitungen dehnen sich aus oder ziehen sich zusammen.
Ist das Wägesystem mechanisch zu stark fixiert, können daraus horizontale oder vertikale Zusatzkräfte entstehen.
Wägemodule für Behälteranwendungen müssen deshalb häufig nicht nur die vertikale Last aufnehmen, sondern gleichzeitig definierte kleine Bewegungen des Behälters ermöglichen.
Ein System, das bei Raumtemperatur korrekt kalibriert wurde, kann andernfalls bei heißem Prozesszustand einen anderen Nullpunkt beziehungsweise eine andere Lastverteilung zeigen.
Bei großen Silos sollte die thermische Bewegungsrichtung deshalb bereits bei der mechanischen Konstruktion berücksichtigt werden.
16. Pneumatische Befüllung und Druckkräfte richtig einordnen
Bei pneumatischer Förderung gelangt neben dem Schüttgut auch Transportluft in das Silo.
Dadurch können Strömungen, Druckschwankungen und mechanische Anregungen entstehen. Filterabreinigung oder Entlüftungseinrichtungen können zusätzliche periodische Kräfte verursachen.
Der reine Innendruck eines vollständig betrachteten Behälters ist dabei nicht einfach als zusätzliches Gewicht zu verstehen. Druckkräfte innerhalb des geschlossenen Systems wirken grundsätzlich auf verschiedene Flächen der Konstruktion.
Messfehler entstehen insbesondere dann, wenn diese Druck- oder Strömungskräfte über externe Anschlüsse, starre Leitungen, Entlüftungskomponenten oder andere nicht mitgewogene Strukturen abgestützt werden.
Bei pneumatisch befüllten Silos sollte deshalb neben dem eigentlichen Behälter besonders die mechanische Anbindung von Füll- und Entlüftungsleitungen betrachtet werden.
Auch das Abreinigen großer Filter kann einen deutlich sichtbaren transienten Ausschlag im Gewichtssignal erzeugen, ohne dass sich die tatsächliche Materialmasse entsprechend verändert.
17. Silowaage richtig kalibrieren und prüfen
Die Kalibrierung beziehungsweise Justierung einer Silowaage sollte grundsätzlich unter möglichst ruhigen und definierten Bedingungen erfolgen.
Eine aktive Befüllung mit Materialaufprall und starken Schwingungen ist kein geeigneter Zustand, um die statische Genauigkeit der Waage zu beurteilen.
Idealerweise werden definierte Prüflasten verwendet oder ein entsprechend qualifiziertes Ersatzverfahren eingesetzt.
Bei großen Silos ist das Aufbringen vollständiger Prüflasten häufig aufwendig. Moderne Wägeelektroniken bieten deshalb je nach Gerät auch theoretische beziehungsweise alternative Justagemöglichkeiten.
Diese ersetzen jedoch nicht automatisch die Plausibilitätsprüfung des kompletten mechanischen Aufbaus.
Nach der Inbetriebnahme sollte insbesondere geprüft werden, ob Nullpunkt, Lastanzeige und Wiederholbarkeit in unterschiedlichen realen Betriebszuständen stabil bleiben.
Für eine dynamische Befüllanwendung ist zusätzlich der Gewichtsverlauf während mehrerer typischer Füllzyklen sehr aufschlussreich.
Trace-Funktionen einer Wägeelektronik können dabei helfen, Materialaufprall, Ausschwingen, Filterverhalten und späteren stabilen Endwert zeitlich miteinander zu vergleichen.
18. Typische Fehlerbilder systematisch diagnostizieren
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|
| Gewicht springt während des Befüllens stark nach oben | Materialaufprall oder Stoßbelastung | Fallhöhe, Einlaufposition und Signalverlauf prüfen |
| Messwert schwingt nach Abschaltung lange nach | Mechanische Eigenbewegung oder geringe Dämpfung | Traggestell, Wägepunkte und mechanische Anregung untersuchen |
| Endgewicht liegt regelmäßig über dem Abschaltwert | Materialnachlauf oder zu langsame Signalfilterung | Nachlaufmenge und Verzögerung zwischen Waage und Abschaltung erfassen |
| Waage reagiert sehr langsam während der Befüllung | Filterung zu stark | Rohsignal beziehungsweise Trace mit gefiltertem Wert vergleichen |
| Nullpunkt ändert sich mit Temperatur | Rohrkräfte oder thermische Verspannung | Flexible Anschlüsse und Wägemodule kontrollieren |
| Gewicht ändert sich beim Start einer Förderschnecke ohne Materialzufuhr | Mechanische Kraftübertragung vom Förderer | Verbindung zwischen Fördertechnik und Silo untersuchen |
| Einzelne Wägezelle ist deutlich stärker belastet | Ungleichmäßige Lastverteilung oder Montagefehler | Wägezellensignale einzeln vergleichen |
| Waage ist statisch korrekt, während Füllung aber unplausibel | Dynamische Kräfte statt Kalibrierfehler | Statischen Endwert und zeitlichen Füllverlauf getrennt beurteilen |
19. Passende Wägetechnik von ICS Schneider
ICS Schneider Messtechnik bietet Wägezellen, Montagemodule und SIWAREX-Wägeelektroniken für Behälter-, Silo- und Dosieranwendungen. Eine Übersicht finden Sie unter Wägetechnik und Wägezellen.
19.1 SIWAREX WP231 für Silo- und Behälterwaagen
Die SIWAREX WP231 ist für nichtselbsttätige Wäge- und Kraftmessaufgaben ausgelegt. Zu den von Siemens ausdrücklich genannten Anwendungen gehört die Füllstandsüberwachung von Silos und Bunkern.
Das Modul kann in SIMATIC S7-1200 integriert oder ohne SIMATIC CPU betrieben werden.
Die Wägeelektronik bietet eine interne Auflösung bis zu vier Millionen Teilen, eine Messzeit von 10 ms beziehungsweise eine Aktualisierungsrate von 100 Hz und umfangreiche Diagnosemöglichkeiten.
Für die Analyse dynamischer Vorgänge ist insbesondere die Aufzeichnung von Gewichtsverläufen interessant. Damit können Befüllvorgang, Ausschwingen und stabiler Endwert miteinander verglichen werden.
Grenzwerte können ebenfalls überwacht und gemeldet werden.
19.2 SIWAREX WP251 für Dosier- und Abfüllprozesse
Die SIWAREX WP251 ist stärker auf automatische Dosier- und Abfüllprozesse ausgerichtet.
Sie kann entsprechende Wägevorgänge eigenständig steuern und besitzt eine Messrate von 100/120 Hz.
Damit eignet sich das Modul besonders für Anwendungen, bei denen die Materialzufuhr nicht nur überwacht, sondern abhängig vom aktuellen Gewicht gesteuert werden soll.
Auch hier steht eine Trace-Funktion zur Verfügung, mit der gespeicherte Prozessgrößen und Zustände analysiert werden können.
Gerade bei der Optimierung von Grob-/Feindosierung, Abschaltpunkt und Materialnachlauf kann eine solche zeitliche Aufzeichnung sehr hilfreich sein.
19.3 Wägezellen und Wägemodule für Silos und Behälter
Unter Wägezellen bietet ICS Lösungen für Behälter-, Silo-, Plattform- und Prozesswaagen.
Für Silos kommen abhängig von Nennlast und Konstruktion unter anderem Druck-, Scherstab-, Ring- oder Rocker-Column-Prinzipien infrage.
Die eigentliche Wägezelle sollte dabei gemeinsam mit einem passenden mechanischen Wägemodul betrachtet werden.
Solche Module unterstützen eine definierte Krafteinleitung und können je nach Konstruktion Funktionen zur Aufnahme von Querkräften sowie Einhebe- und Kippsicherung übernehmen.
Für die Auslegung sind nicht nur Gesamtgewicht und Anzahl der Wägepunkte relevant, sondern auch Lastverteilung, Schwerpunkt, dynamische Befüllkräfte, Temperatur, Umgebung, gewünschte Genauigkeit und gegebenenfalls ATEX-/IECEx-Anforderungen.
19.4 Auslegung durch ICS Schneider
Für die Auslegung einer Silo- oder Behälterwaage sind insbesondere Leergewicht des Behälters, maximale Produktmasse, Anzahl und Position der Auflager, Schwerpunktlage, Befüllverfahren, maximaler Massenstrom, Fallhöhe, Austragssystem, vorhandene Rohrleitungen, Prozesstemperatur, Umgebungsbedingungen und gewünschte Wägegenauigkeit relevant.
Bei einer nach Gewicht gesteuerten Befüllung kommen gewünschte Zykluszeit, Sollmenge, zulässige Dosierabweichung, Grob-/Feinstromkonzept und erwarteter Materialnachlauf hinzu.
20. Fazit
Ein Silo auf Wägezellen ist im beruhigten Zustand eine klassische gravimetrische Messstelle. Während der Befüllung wird daraus jedoch ein dynamisches mechanisches System.
Das einströmende Material erhöht nicht nur kontinuierlich die ruhende Masse. Beim Abbremsen des Materialstroms entstehen zusätzliche Kräfte, die sich unmittelbar im Wägesignal bemerkbar machen können.
Gleichzeitig regen Materialaufprall, Fördersysteme und angeschlossene Leitungen den Silokörper zu Schwingungen an.
Der während der Befüllung angezeigte Wert darf deshalb nicht automatisch mit dem späteren statischen Gewicht gleichgesetzt werden.
Nach Abschalten der Materialzufuhr muss außerdem berücksichtigt werden, dass Material aus Schnecken, Rohren oder pneumatischen Förderstrecken noch nachlaufen kann.
Erst wenn dieser Materialnachlauf beendet, die Mechanik ausreichend ausgeschwungen und die Signalfilterung dem neuen Wert gefolgt ist, liegt ein belastbarer stabiler Endwert vor.
Eine geeignete Beruhigungszeit sollte deshalb nicht ausschließlich als starre Sekundenzahl verstanden werden. Ein Stabilitätskriterium, das die tatsächliche Gewichtsänderung innerhalb eines definierten Zeitfensters bewertet, kann wesentlich robuster sein.
Ebenso wichtig wie die Signalverarbeitung ist der mechanische Aufbau. Starre Rohrleitungen, Fördereinrichtungen oder andere Kraftnebenschlüsse können Kräfte an den Wägezellen vorbeileiten beziehungsweise zusätzliche Kräfte in das Silo eintragen.
Eine stärkere digitale Filterung kann solche Fehler nicht beseitigen.
Für eine belastbare Silowägung gilt deshalb:
Behälter und maximale Last definieren → Wägezellen einschließlich dynamischer Lasten auslegen → Kraftnebenschlüsse minimieren → flexible Anschlüsse korrekt konstruieren → Befülldynamik erfassen → Filterung passend einstellen → Materialnachlauf berücksichtigen → Stabilitätskriterium festlegen → statischen Endwert prüfen → Füllzyklen mit Trace-Daten optimieren.
Der wichtigste praktische Grundsatz lautet damit: Während der Befüllung wird nicht nur Masse gemessen, sondern Kraft. Erst im ausreichend beruhigten Zustand entspricht diese Kraft wieder weitgehend der statischen Gewichtskraft des Silos und seines Inhalts.
21. Häufige Fragen zum Wiegen eines Silos während der Befüllung
21.1 Kann ein Silo während der Befüllung gewogen werden?
Ja. Der Gewichtswert kann kontinuierlich erfasst werden. Während der Befüllung enthält das Signal jedoch zusätzlich dynamische Einflüsse durch Materialaufprall, Schwingungen und die Signalverarbeitung.
21.2 Warum zeigt die Silowaage während der Befüllung mehr Gewicht an?
Ein möglicher Grund ist die zusätzliche Kraft durch die Impulsänderung des auftreffenden Materials. Der Materialstrom wird beim Auftreffen abgebremst und übt dadurch neben seiner späteren statischen Gewichtskraft eine dynamische Kraft auf die Konstruktion aus.
21.3 Ist der Materialaufprall immer relevant?
Nein. Seine Bedeutung hängt von Fallhöhe, Massenstrom, Geschwindigkeit, Auftreffrichtung, Material und mechanischer Konstruktion ab. Bei manchen Anlagen ist der Effekt gering, bei anderen deutlich sichtbar.
21.4 Was ist die Beruhigungszeit einer Silowaage?
Sie beschreibt die Zeit nach einer dynamischen Belastungsänderung, bis der Gewichtswert für die jeweilige Anwendung ausreichend stabil ist.
21.5 Beginnt die Beruhigungszeit sofort beim Abschalten des Förderers?
Nicht zwingend. Material kann sich noch in Schnecken, Fallrohren oder pneumatischen Förderleitungen befinden und nachlaufen.
21.6 Wie lange muss ich nach einer Befüllung warten?
Es gibt keine universelle Zeit. Die erforderliche Dauer hängt von Mechanik, Material, Füllsystem, Filterung und geforderter Genauigkeit ab.
21.7 Kann ich statt einer festen Wartezeit ein Stabilitätskriterium verwenden?
Ja. Dabei wird der Gewichtswert erst übernommen, wenn sich seine Änderung innerhalb eines definierten Zeitfensters unterhalb einer festgelegten Toleranz befindet.
21.8 Hilft eine stärkere Filterung gegen Schwingungen?
Sie macht die Anzeige ruhiger, beseitigt aber die mechanische Ursache nicht. Außerdem erhöht eine stärkere Filterung die zeitliche Verzögerung des Gewichtssignals.
21.9 Kann zu starke Filterung zur Überfüllung führen?
Ja. Wird eine Befüllung anhand eines stark verzögerten Gewichtswertes abgeschaltet, kann die tatsächliche Masse bereits deutlich höher sein, bevor die Steuerung den Sollwert erkennt.
21.10 Was bedeutet Materialnachlauf?
Damit ist Material gemeint, das nach dem Abschaltsignal noch in Förderschnecke, Fallrohr oder Förderleitung unterwegs ist und anschließend zusätzlich in das Silo gelangt.
21.11 Wie kann Materialnachlauf kompensiert werden?
Bei Dosieranwendungen wird häufig vor Erreichen des Sollwertes abgeschaltet beziehungsweise zuvor von Grob- auf Feinstrom umgeschaltet. Der erforderliche Vorhalt wird aus realen Füllzyklen bestimmt.
21.12 Warum sind flexible Rohranschlüsse wichtig?
Starre Leitungen können einen Teil der Gewichtskraft an den Wägezellen vorbeileiten oder zusätzliche Kräfte in das Silo eintragen. Flexible beziehungsweise mechanisch nachgiebige Anschlüsse reduzieren diesen Kraftnebenschluss.
21.13 Ist ein Kompensator vollständig kraftfrei?
Nein. Auch ein Kompensator besitzt eine definierte Steifigkeit und kann bei Verspannung oder Auslenkung Kräfte übertragen. Seine Einbausituation muss daher berücksichtigt werden.
21.14 Warum können sich die Lasten auf mehreren Wägezellen unterscheiden?
Ursachen sind unter anderem Schwerpunktlage, asymmetrische Anbauteile, Fundamenttoleranzen und eine ungleichmäßige Materialverteilung. Während der Befüllung können zusätzliche dynamische Momente auftreten.
21.15 Kann eine einzelne Wägezelle überlastet werden, obwohl das Gesamtgewicht zulässig ist?
Ja. Bei ungünstiger Lastverteilung oder dynamischen Kräften kann eine einzelne Messstelle deutlich stärker belastet werden als der rechnerische Mittelwert.
21.16 Warum verändert sich der Nullpunkt mit der Temperatur?
Eine mögliche Ursache sind thermische Kräfte aus dem Behälter oder angeschlossenen Rohrleitungen. Auch Wägezellen und Elektronik besitzen temperaturabhängige Eigenschaften, die bei der Auslegung berücksichtigt werden müssen.
21.17 Beeinflusst pneumatische Befüllung die Waage?
Ja. Materialstrom, Transportluft, Rohrkräfte, Druckschwankungen und Filterabreinigung können dynamische Einflüsse erzeugen. Der Behälterinnendruck selbst darf dabei nicht vereinfacht als zusätzliches Gewicht interpretiert werden.
21.18 Welche Wägeelektronik eignet sich für eine einfache Silowaage?
Die SIWAREX WP231 ist ausdrücklich unter anderem für die Füllstandsüberwachung von Silos und Bunkern vorgesehen und eignet sich für klassische Behälter- und Silo-Wägeaufgaben.
21.19 Welche Wägeelektronik eignet sich für automatische Befüll- und Dosierprozesse?
Für automatisierte Dosier- und Abfüllprozesse ist beispielsweise die SIWAREX WP251 vorgesehen. Sie verbindet schnelle Wägewertverarbeitung mit entsprechenden Funktionen für solche Prozessabläufe.
21.20 Wie sollte eine Silowaage kalibriert werden?
Die statische Genauigkeit sollte unter möglichst stabilen Bedingungen mit definierten Prüflasten beziehungsweise einem qualifizierten Justageverfahren geprüft werden. Dynamische Befüllkräfte sollten anschließend separat anhand realer Prozesszyklen bewertet werden.
21.21 Welche Angaben benötigt ICS Schneider für die Auslegung?
Hilfreich sind Leergewicht, maximale Produktmasse, Anzahl und Position der Wägepunkte, Behältergeometrie, Befüllsystem, Massenstrom, Fallhöhe, Austragsprinzip, angeschlossene Rohrleitungen, Temperatur, gewünschte Genauigkeit, erforderliche Messdynamik, gewünschte Schnittstelle und gegebenenfalls Ex-Anforderungen.
