Ein Reifenfüllmanometer soll in einer KFZ-Werkstatt überprüft werden. Dazu wird das Gerät an eine mobile Referenzprüfeinrichtung angeschlossen und ein Prüfdruck von 3,00 bar eingestellt.
Unmittelbar nach dem Druckaufbau stimmt die Anzeige mit dem Referenzmanometer überein. Wenige Minuten später ist der Prüfdruck jedoch auf 2,97 bar gefallen. Die Prüfung wird wiederholt, doch der Druck wandert erneut langsam nach unten.
Ist die Referenzprüfeinrichtung undicht? Liegt der Fehler am Reifenfüllmanometer oder hat sich lediglich die eingeschlossene Luft abgekühlt?
Ein fallender Prüfdruck ist nicht automatisch eine Leckage. Gerade bei pneumatischen Prüfaufbauten können Temperaturausgleich, Schlauchvolumen, Kupplungen und Ventile das Druckverhalten beeinflussen.
Entscheidend ist, die einzelnen Bestandteile des Prüfkreises systematisch zu untersuchen. Dazu gehören die Druckerzeugung, die Verbindung zum Prüfling, das Reifenfüllgerät selbst und die Umgebungsbedingungen.
Dieser Fachbeitrag zeigt anhand der PRM-25 Referenzprüfeinrichtung, wie sich instabile Prüfdrücke eingrenzen und zuverlässige Messbedingungen herstellen lassen.
Inhaltsverzeichnis
- Prüfdruck und Druckstabilität verstehen
- Aufbau eines pneumatischen Prüfkreises
- Typische Ursachen für Druckdrift
- Leckage und Temperaturausgleich unterscheiden
- Prüfanschlüsse und Kupplungen kontrollieren
- Autoventile und Reifenfüllanschlüsse prüfen
- Prüfschläuche und Totvolumen berücksichtigen
- Praxisbeispiel: Druckverlust durch Abkühlung berechnen
- Stabilisierungszeit vor dem Ablesen
- Feinregler und Volumensteller richtig bedienen
- Pufferbehälter sinnvoll einsetzen
- Handpumpe und externe Druckluftversorgung
- Prüfkreis absperren und Fehler eingrenzen
- Zwei Reifenfüllgeräte gleichzeitig prüfen
- Geeignete Prüfdruckpunkte wählen
- Referenzmanometer und Messunsicherheit
- Umgebungstemperatur und Sonneneinstrahlung
- Druckstabilität dokumentieren
- Normen und Anforderungen berücksichtigen
- Sichere Arbeit mit Druckluft
- Systematischer Prüfablauf und Fehlersuche
- PRM-25 und passende ICS-Kalibriertechnik
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen
1. Prüfdruck und Druckstabilität verstehen
Bei der Prüfung eines Reifenfüllmanometers werden Prüfling und Referenzmessgerät mit demselben pneumatischen Druck beaufschlagt.
Damit die Anzeigen sinnvoll verglichen werden können, muss der Druck während des Ablesens ausreichend stabil sein.
Verändert sich der Druck fortlaufend, können bereits kleine zeitliche Unterschiede zwischen den Ablesungen zu scheinbaren Messabweichungen führen.
Vor der Genauigkeitsprüfung muss deshalb geklärt werden, ob der Prüfaufbau ausreichend stabil und dicht ist.
2. Aufbau eines pneumatischen Prüfkreises
Ein typischer Prüfkreis besteht aus Druckquelle, Druckregelung, Referenzmanometer, Verbindungsteilen und dem zu prüfenden Reifenfüllmessgerät.
Bei einer mobilen Prüfeinrichtung können außerdem ein Druckluftspeicher und verschiedene Ventile vorhanden sein.
Alle Komponenten bilden zusammen das pneumatische Prüfvolumen. Jede undichte Verbindung, jedes offene Ventil und jede Temperaturänderung kann den Druckverlauf beeinflussen.
Für die Fehlersuche ist daher entscheidend, welche Bestandteile während der eigentlichen Messung miteinander verbunden sind.
3. Typische Ursachen für Druckdrift
Ein instabiler Prüfdruck kann verschiedene Ursachen haben. Nicht jede davon ist auf ein beschädigtes Messgerät zurückzuführen.
| Ursache | Typisches Verhalten | Geeignete Prüfung |
|---|---|---|
| Undichte Kupplung | Druck fällt auch nach Stabilisierung weiter | Verbindung und Dichtung kontrollieren |
| Undichtes Autoventil | Druckverlust nach Anschluss des Prüflings | Ventileinsatz und Anschluss prüfen |
| Undichtes Reifenfüllgerät | Prüfkreis mit Prüfling instabil | Prüfling über geeignete Absperrung einzeln untersuchen |
| Thermischer Druckausgleich | Druckänderung nach schnellem Pumpen, später abnehmend | Stabilisierungszeit verlängern und Temperatur beobachten |
| Schlauchausdehnung | Nachlaufende Druckänderung nach Druckaufbau | Schlauchlänge und Material prüfen |
| Unbeabsichtigte Ventilbetätigung | Sprunghafte Druckänderung | Ventilstellung und Bedienung kontrollieren |
| Ungeeignete Druckversorgung | Schwankungen beim Nachregeln | Druckquelle absperren und Regelverhalten prüfen |
Mehrere Ursachen können gleichzeitig auftreten. Beispielsweise kann sich die Luft zunächst abkühlen, während zusätzlich eine kleine Undichtigkeit an einem Prüfanschluss besteht.
4. Leckage und Temperaturausgleich unterscheiden
Beim schnellen Verdichten von Luft steigt deren Temperatur. Nach dem Druckaufbau gibt das Gas Wärme an Schlauchleitungen, Metallanschlüsse und die Umgebung ab.
Die Lufttemperatur sinkt und damit auch der Druck, selbst wenn das System vollständig dicht ist.
Bei einer thermisch verursachten Druckänderung nimmt die Drift häufig mit fortschreitendem Temperaturausgleich ab.
Eine tatsächliche Leckage kann dagegen auch nach ausreichender Stabilisierung einen weiteren Druckabfall verursachen.
Die zeitliche Form der Druckkurve liefert wichtige Hinweise, ist allein aber noch kein eindeutiger Leckagenachweis.
5. Prüfanschlüsse und Kupplungen kontrollieren
Schnellkupplungen und Prüfadapter gehören zu den häufig zu überprüfenden Bauteilen in pneumatischen Messaufbauten.
Verschmutzte Dichtflächen, beschädigte Dichtungen oder nicht vollständig eingerastete Verbindungen können zu einem langsam fallenden Prüfdruck führen.
Beim PRM-25 sind zwei Airfix-Prüflingsanschlüsse mit Klemmbügeln vorhanden.
Bei der Prüfung müssen diese Anschlüsse korrekt betätigt und der Prüfling ordnungsgemäß verbunden werden.
Eine geeignete Lecksuchmethode kann helfen, Undichtigkeiten an zugänglichen Verbindungen zu lokalisieren.
6. Autoventile und Reifenfüllanschlüsse prüfen
Reifenfüllgeräte verwenden je nach Ausführung Anschlussstücke für entsprechende Reifenventile.
Bei Autoventilen nach dem Schrader-Prinzip wird der Ventileinsatz durch den passenden Anschluss mechanisch geöffnet.
Ein ungünstig sitzender Anschluss kann den Ventilstift unzureichend oder falsch betätigen. Beschädigte Dichtungen können außerdem Luft entweichen lassen.
Für eine korrekte Prüfung müssen Ventiltyp, Anschlussgeometrie und Dichtfläche zusammenpassen.
Ein undichter Prüflingsanschluss darf nicht durch übermäßige mechanische Kraft abgedichtet werden.
7. Prüfschläuche und Totvolumen berücksichtigen
Lange Schläuche vergrößern das eingeschlossene Luftvolumen und können die Stabilisierung beeinflussen.
Insbesondere flexible Schläuche können sich beim Druckaufbau elastisch ausdehnen.
Diese zeitabhängige Volumenänderung kann zu einer Druckänderung führen, ohne dass Gas nach außen entweicht.
Kurze und geeignete Schläuche erleichtern deshalb häufig die präzise Druckeinstellung.
Bei vergleichenden Prüfungen sollten möglichst gleiche Schlauchkonfigurationen verwendet werden.
8. Praxisbeispiel: Druckverlust durch Abkühlung berechnen
Ein pneumatischer Prüfkreis wird auf 3,000 bar Relativdruck eingestellt. Unmittelbar nach dem Druckaufbau beträgt die angenommene Temperatur der eingeschlossenen Luft 25 °C.
Während der nächsten Minuten kühlt sie auf 24 °C ab.
Es soll berechnet werden, welcher Druckverlust dadurch in einem vollständig dichten, starren und geschlossenen Prüfvolumen entstehen kann.
8.1 Ausgangsdaten
- Anfangsdruck: 3,000 bar Relativdruck.
- Angenommener atmosphärischer Druck: 1,000 bar.
- Anfängliche Gastemperatur: 25 °C.
- Endtemperatur: 24 °C.
- Keine Leckage.
- Konstantes Volumen und konstante Gasmenge.
- Ideales Gas als vereinfachtes Berechnungsmodell.
Alle Zahlen sind hypothetische Beispielwerte. Sie beschreiben nicht den nachgewiesenen Druckverlauf eines konkreten PRM-25.
8.2 Absolutdruck berechnen
Für das ideale Gasgesetz wird der Absolutdruck benötigt:
pabs = prel + patm
p1,abs = 3,000 + 1,000 bar
p1,abs = 4,000 bar
8.3 Temperatur in Kelvin umrechnen
Die Temperaturen betragen:
T1 = 298,15 K
T2 = 297,15 K
8.4 Enddruck berechnen
Bei konstantem Volumen und unveränderter Gasmenge gilt:
p2,abs = p1,abs · T2 / T1
p2,abs = 4,000 bar · 297,15 / 298,15
p2,abs ≈ 3,9866 bar
Der resultierende Relativdruck beträgt:
p2,rel = 3,9866 – 1,000 bar
p2,rel ≈ 2,9866 bar
8.5 Druckänderung bestimmen
Die Differenz zum Ausgangsdruck ergibt:
Δp = 2,9866 – 3,0000 bar
Δp ≈ -0,0134 bar = -13,4 mbar
Bereits eine Abkühlung um 1 K kann in diesem idealisierten Beispiel einen Druckabfall von rund 13 mbar verursachen.
8.6 Druckverläufe vergleichen
In einer anschließenden hypothetischen Beobachtung werden zwei unterschiedliche Verläufe betrachtet.
Der erste Prüfkreis stabilisiert sich nach der Abkühlung. Der zweite verliert nach angenommener Temperaturstabilisierung weiterhin Druck.
| Prüfzustand | Druck zu Beginn | Druck am Ende | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Unmittelbar nach Druckaufbau | 3,000 bar | 2,9866 bar | Thermische Abkühlung um 1 K als Modell |
| Nach thermischer Stabilisierung | 2,9866 bar | 2,9866 bar | Im Modell stabil |
| Weitere 5 Minuten mit fortgesetztem Druckverlust | 2,986 bar | 2,976 bar | Zusätzliche Ursache untersuchen |
| Mittlere Druckänderung im letzten Abschnitt | 10 mbar in 5 min | 2 mbar/min | Beobachtete Druckänderungsrate, keine bestimmte Leckrate |
8.7 Ergebnis interpretieren
Das Rechenbeispiel zeigt, dass schon eine kleine Temperaturänderung einen messtechnisch sichtbaren Druckverlust verursachen kann.
Die Berechnung setzt voraus, dass die Temperatur der eingeschlossenen Luft bekannt ist. Die Umgebungstemperatur ist dafür nicht automatisch ausreichend.
Bei einem realen Prüfkreis können zusätzlich Volumenänderungen, Regelvorgänge und Leckagen auftreten.
Aus einer beobachteten Druckänderung in mbar/min lässt sich ohne weitere Angaben nicht unmittelbar ein tatsächlicher Gasverlust in Volumen pro Zeit bestimmen.
9. Stabilisierungszeit vor dem Ablesen
Nach dem Einstellen eines Prüfdrucks sollte der Prüfkreis ausreichend Zeit zur Stabilisierung erhalten.
Erst wenn die Druckänderung innerhalb des für die Messaufgabe zulässigen Bereichs liegt, sollten Referenz und Prüfling abgelesen werden.
Die erforderliche Zeit hängt von Druckänderung, eingeschlossenem Volumen, Material und Temperatur ab.
Eine feste Stabilisierungszeit für sämtliche Reifenfüllgeräte ist deshalb nicht allgemein gültig.
10. Feinregler und Volumensteller richtig bedienen
Bei pneumatischen Prüfaufbauten sollten Grobdruckerzeugung und abschließende Feineinstellung getrennt erfolgen.
Mit der Handpumpe wird zunächst ein Druck nahe dem gewünschten Prüfpunkt erzeugt.
Die abschließende Einstellung erfolgt langsam mit dem vorgesehenen Feinregler beziehungsweise Volumensteller.
Der PRM-25 verfügt über entsprechende Möglichkeiten zur präzisen Druckfeineinstellung.
Nach einer Verstellung sollte vor dem Ablesen erneut eine ausreichende Stabilisierung abgewartet werden.
11. Pufferbehälter sinnvoll einsetzen
Der PRM-25 besitzt einen integrierten Druckluftbehälter mit 2 Litern Volumen.
Dieser kann je nach vorgesehenem Betriebszustand als Druckluftspeicher oder Puffer genutzt werden.
Ist der Puffer tatsächlich mit dem relevanten Prüfkreis verbunden, vergrößert er das pneumatische Gesamtvolumen.
Eine bestimmte kleine Änderung der Gasmenge führt dann im idealisierten isothermen Modell zu einer geringeren Druckänderung.
Ein größerer Puffer kann das Nachregeln erleichtern. Er beseitigt jedoch keine Leckage und kann kleinere Undichtigkeiten durch einen langsameren Druckabfall weniger auffällig machen.
Für eine reproduzierbare Lecksuche muss daher bekannt sein, ob der Puffer zugeschaltet ist.
12. Handpumpe und externe Druckluftversorgung
Der PRM-25 besitzt eine integrierte Präzisions-Kalibrierhandpumpe ICP 40.2 zur Druckerzeugung bis 40 bar.
Damit kann der Prüfkoffer unabhängig von einer externen Druckluftversorgung betrieben werden.
Alternativ kann eine geeignete externe Druckluftversorgung über den vorgesehenen Anschluss verwendet werden.
Beim Wechsel zwischen diesen Betriebsarten müssen Ventilstellungen und der tatsächlich mit dem Prüfkreis verbundene Teil der Druckversorgung berücksichtigt werden.
Für eine Druckhalteprüfung ist eine definierte Abtrennung von nachregelnden Druckquellen wichtig, soweit das vorgesehene Prüfverfahren dies ermöglicht.
13. Prüfkreis absperren und Fehler eingrenzen
Die wirksamste Fehlersuche besteht häufig darin, den Prüfkreis schrittweise auf möglichst wenige Komponenten zu reduzieren.
Zunächst wird die Referenzprüfeinrichtung ohne den verdächtigen Prüfling unter geeigneten Bedingungen untersucht.
Danach werden einzelne Schläuche, Adapter oder Reifenfüllgeräte nacheinander ergänzt.
Geeignete druckfeste Absperrungen und Blindanschlüsse können helfen, einzelne Teilbereiche getrennt zu prüfen.
Solche zusätzlichen Absperr- oder Prüfmöglichkeiten dürfen jedoch nicht ohne Weiteres als serienmäßige Ausstattung jedes PRM-25 vorausgesetzt werden.
Es dürfen ausschließlich für den Druck und die Anschlussart geeignete Komponenten verwendet werden.
14. Zwei Reifenfüllgeräte gleichzeitig prüfen
Der PRM-25 ermöglicht den gleichzeitigen Anschluss von zwei Reifenfüllmessgeräten an denselben pneumatischen Prüfkreis.
Dies kann die Vergleichsprüfung vereinfachen, weil beide Prüflinge grundsätzlich unter denselben statischen Druckbedingungen stehen.
Allerdings beeinflusst eine Undichtigkeit an einem der beiden Reifenfüllgeräte den gemeinsamen Prüfdruck.
Wird ein Füll- oder Ablassventil eines Prüflings betätigt, verändert sich ebenfalls der Zustand des gemeinsamen Systems.
Für die Fehlersuche sollten verdächtige Prüflinge daher, soweit möglich, einzeln untersucht werden.
15. Geeignete Prüfdruckpunkte wählen
Für eine Kalibrierung müssen die Prüfdruckpunkte zum Messbereich und zur vorgesehenen Verwendung des Reifenfüllmessgeräts passen.
Typische Prüfungen umfassen mehrere Punkte über den relevanten Messbereich sowie gegebenenfalls Prüfungen bei steigendem und fallendem Druck.
Der Prüfdruck darf die zulässigen Grenzen des Prüflings und der gesamten Messanordnung nicht überschreiten.
Die Stabilität muss an jedem relevanten Prüfpunkt ausreichend sein.
16. Referenzmanometer und Messunsicherheit
Eine hochauflösende Referenzanzeige ermöglicht es, kleine Druckänderungen sichtbar zu machen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Referenz selbst ungenau oder instabil ist.
Beim PRM-25 wird in der aktuellen Ausführung ein Präzisions-Digitalmanometer vom Typ ADT681 eingesetzt.
Die Auswahl des Referenzmessbereichs sollte anhand der gewünschten Prüfpunkte und Toleranzen erfolgen.
Für den PRM-25 stehen Ausführungen mit Referenzmessbereichen von 6, 10, 16, 25 oder 40 bar zur Verfügung.
Auflösung, Genauigkeit und Kalibrierunsicherheit müssen voneinander unterschieden werden.
17. Umgebungstemperatur und Sonneneinstrahlung
Mobile Prüfungen erfolgen häufig unter wechselnden Umgebungsbedingungen.
Direkte Sonneneinstrahlung auf den Prüfkoffer, kalte Druckluft oder ein Wechsel zwischen beheizter Werkstatt und Außenbereich können den Temperaturausgleich beeinflussen.
Auch die Erwärmung eines Schlauchs durch Berührung oder Sonneneinstrahlung kann den Prüfdruck verändern.
Für anspruchsvollere Vergleiche sollten Prüfeinrichtung und Prüfling möglichst unter stabilen Temperaturbedingungen betrieben werden.
18. Druckstabilität dokumentieren
Bei wiederkehrenden Problemen sollte der Druckverlauf dokumentiert werden.
Sinnvolle Angaben sind:
- Verwendete Referenz und Prüflingsidentifikation.
- Prüfdruck und Druckart.
- Zeitpunkt des Druckaufbaus.
- Dauer der Stabilisierungsphase.
- Referenzwerte zu definierten Zeitpunkten.
- Umgebungsbedingungen und gegebenenfalls Gastemperatur.
- Schlauch- und Kupplungskonfiguration.
- Stellung relevanter Ventile und Pufferanbindung.
Durch diese Angaben lässt sich beurteilen, ob eine Auffälligkeit reproduzierbar ist und welche Komponente möglicherweise beteiligt ist.
19. Normen und Anforderungen berücksichtigen
Die DIN EN 12645:2015-02 behandelt Reifendruckmessgeräte zum Prüfen und Einstellen des Drucks von Kraftfahrzeugreifen.
Sie beschreibt messtechnische Anforderungen und Prüfungen für entsprechende Geräte.
Die konkrete Anwendung normativer, gesetzlicher oder eichrechtlicher Vorgaben muss für das betreffende Reifenfüllmessgerät und dessen Einsatzfall geprüft werden.
Eine gewöhnliche Druckhalteprüfung ersetzt weder eine vollständige Kalibrierung noch eine erforderliche gesetzliche Prüfung oder Eichung.
20. Sichere Arbeit mit Druckluft
Pneumatische Prüfsysteme speichern Energie in komprimierter Luft.
Vor dem Wechsel von Schläuchen, Kupplungen oder Prüflingen muss der betreffende Teil des Systems nach der vorgesehenen sicheren Vorgehensweise drucklos gemacht werden.
Die maximal zulässigen Drücke sämtlicher angeschlossener Komponenten müssen eingehalten werden.
Auch bei einem Prüfgerät mit einer Druckerzeugungsmöglichkeit bis 40 bar darf der Reifenfüllmessgeräte-Prüfling nicht über seine zulässigen Grenzen belastet werden.
Prüfanschlüsse und Druckluftbehälter dürfen nicht durch improvisierte Bauteile ersetzt werden.
21. Systematischer Prüfablauf und Fehlersuche
Bei instabilem Prüfdruck empfiehlt sich folgende Reihenfolge:
- Prüfling, Messbereich und Druckgrenzen identifizieren.
- Prüfkoffer, Schläuche und Kupplungen sichtbar kontrollieren.
- Unnötige Anschluss- und Schlauchvolumina vermeiden.
- Prüfdruck kontrolliert erzeugen.
- Feineinstellung mit dem vorgesehenen Regler durchführen.
- Geeignete Stabilisierungszeit einhalten.
- Druckverlauf mit der Referenz beobachten.
- Temperaturänderungen als mögliche Ursache bewerten.
- Verdächtige Prüflinge und Verbindungen einzeln untersuchen.
- Erst nach ausreichender Stabilität die eigentliche Messabweichung ermitteln.
Bei nicht eindeutig lokalisierbaren Undichtigkeiten sollte zunächst die Referenzprüfeinrichtung selbst unter definierten Bedingungen untersucht werden.
22. PRM-25 und passende ICS-Kalibriertechnik
Die PRM-25 Referenzprüfeinrichtung von ICS Schneider Messtechnik wurde speziell für die Prüfung und Kalibrierung von Reifenfüllmessgeräten entwickelt.
Sie kombiniert Druckerzeugung, Referenzmessung, Prüflingsanschlüsse und Feinregelung in einem mobilen Prüfkoffer.
| Komponente | Funktion | Bedeutung bei instabilem Prüfdruck |
|---|---|---|
| Präzisions-Digitalmanometer ADT681 | Referenzdruckmessung | Erfassung und Beobachtung kleiner Druckänderungen |
| Präzisions-Handkalibrierpumpe ICP 40.2 | Manuelle Druckerzeugung bis 40 bar | Kontrollierter Grobdruckaufbau |
| Feinregler / Volumensteller | Präzise Druckeinstellung | Feines Anfahren und Nachstellen von Prüfpunkten |
| Integrierter 2-Liter-Druckluftbehälter | Puffer und Druckluftspeicher | Kann Druckregelung und Stabilität bei geeigneter Verschaltung unterstützen |
| Zwei Airfix-Prüflingsanschlüsse | Anschluss zweier Reifenfüllmessgeräte | Kupplungen und angeschlossene Prüflinge als mögliche Leckstellen berücksichtigen |
| Anschluss für externe Druckluft | Alternative Druckversorgung | Druckquelle und Regelung bei der Fehlersuche berücksichtigen |
22.1 PRM-25 – Referenzprüfeinrichtung für Reifenfüllmessgeräte
Der PRM-25 ist für den mobilen Einsatz in KFZ-Werkstätten, Tankstellen und Prüfstellen konzipiert.
Die integrierte Handkalibrierpumpe ermöglicht eine unabhängige Druckerzeugung. Alternativ kann eine geeignete externe Druckluftversorgung verwendet werden.
Der integrierte 2-Liter-Druckluftbehälter kann als Puffer beziehungsweise Druckluftspeicher dienen.
Über Nadelventil und Volumensteller lässt sich der Prüfdruck sehr fein einstellen. Die genaue Einstellbarkeit darf nicht mit der Messunsicherheit des Referenzmanometers verwechselt werden.
22.2 PRM-25 ohne externe Druckluft verwenden
Die integrierte Handpumpe und der Druckluftbehälter ermöglichen den Einsatz auch an Prüfplätzen ohne externe Druckluftversorgung.
Besonders bei mobilen Prüfungen sollte jedoch auf den thermischen Ausgleich nach der manuellen Druckerzeugung geachtet werden.
Reifenfüllmanometer ohne externe Druckluft prüfen – ICS-Fachbeitrag
22.3 Referenzmessbereich richtig auswählen
Für die Beurteilung kleiner Druckänderungen muss der Referenzmessbereich zur Prüfaufgabe passen.
Ein hochauflösendes Digitalmanometer ist nur dann als Referenz geeignet, wenn auch seine Genauigkeit und Kalibrierunsicherheit ausreichend sind.
Referenz für Reifenfüllmanometer richtig auswählen – ICS-Fachbeitrag
22.4 Leckrate und Druckstabilität weitergehend bewerten
Wenn ein Prüfkreis trotz ausreichender Stabilisierung Druck verliert, kann eine systematische Dichtheitsprüfung erforderlich sein.
Hierzu müssen das angeschlossene Prüfvolumen und die tatsächlichen Messbedingungen berücksichtigt werden.
Leckrate bei Druckkalibrierung prüfen – ICS-Fachbeitrag
Weitere Kalibriertechnik bei ICS Schneider Messtechnik
23. Fazit
Ein instabiler Prüfdruck beim Reifenfüllmanometer ist kein automatischer Hinweis auf eine fehlerhafte Druckreferenz.
Die Ursache kann an Kupplungen, Ventilen, Prüfschläuchen oder am Reifenfüllgerät selbst liegen. Auch Temperaturausgleich und elastische Volumenänderungen können zu einer Druckdrift führen.
Für eine zuverlässige Diagnose sollten die einzelnen Komponenten des Prüfkreises nacheinander überprüft und die Druckverläufe nach ausreichender Stabilisierung bewertet werden.
Der PRM-25 bietet mit integrierter Handpumpe, Feinregelung, Pufferbehälter und standardisierten Prüflingsanschlüssen geeignete Möglichkeiten für mobile Prüfaufbauten.
Die wichtigste Regel lautet: Erst Druckstabilität herstellen und die Ursache möglicher Drift klären – danach die eigentliche Messabweichung des Reifenfüllmanometers bewerten.
24. Häufig gestellte Fragen
24.1 Warum fällt der Prüfdruck beim Reifenfüllmanometer langsam ab?
Mögliche Ursachen sind undichte Kupplungen, Ventile oder Schläuche sowie Temperaturausgleich und zeitabhängige Volumenänderungen im Prüfkreis.
24.2 Bedeutet ein fallender Prüfdruck immer eine Leckage?
Nein. Auch die Abkühlung komprimierter Luft kann den Druck in einem vollständig dichten Prüfvolumen reduzieren.
24.3 Wie unterscheidet man Leckage von Temperaturdrift?
Durch ausreichende Stabilisierung, Beobachtung des zeitlichen Druckverlaufs und eine systematische Prüfung der einzelnen Verbindungen.
24.4 Wie lange muss der Prüfdruck stabilisiert werden?
Die erforderliche Zeit hängt von Druck, Volumen, Temperatur und Prüfaufbau ab. Eine allgemeingültige Stabilisierungszeit gibt es nicht.
24.5 Können undichte Autoventile den Prüfdruck beeinflussen?
Ja. Fehlerhafte Ventileinsätze und ungeeignete oder beschädigte Anschlussdichtungen können zu Druckverlust führen.
24.6 Warum sind Kupplungen häufige Fehlerquellen?
Verschmutzte Dichtflächen, verschlissene Dichtungen und unvollständig verbundene Anschlüsse können Undichtigkeiten verursachen.
24.7 Beeinflusst die Schlauchlänge die Druckstabilität?
Ja. Größere Schlauchvolumina und elastische Ausdehnung können die Druckeinstellung und Stabilisierung beeinflussen.
24.8 Wozu dient der Pufferbehälter beim PRM-25?
Der integrierte 2-Liter-Behälter kann als Druckluftspeicher beziehungsweise Puffer verwendet werden und bei geeigneter Verschaltung die Druckeinstellung unterstützen.
24.9 Kann der Pufferbehälter eine Leckage ausgleichen?
Er kann einen Druckabfall bei gleicher austretender Gasmenge reduzieren, beseitigt die eigentliche Undichtigkeit jedoch nicht.
24.10 Welche Aufgabe hat der Feinregler?
Er ermöglicht das kontrollierte, präzise Anfahren des gewünschten Prüfdrucks.
24.11 Kann der PRM-25 ohne externe Druckluft verwendet werden?
Ja. Die integrierte Präzisions-Handkalibrierpumpe ermöglicht die Druckerzeugung unabhängig von einer externen Versorgung.
24.12 Kann man mit dem PRM-25 zwei Reifenfüllgeräte gleichzeitig prüfen?
Ja. Dafür stehen zwei Airfix-Prüflingsanschlüsse zur Verfügung. Beide Geräte sind dann mit demselben pneumatischen Prüfkreis verbunden.
24.13 Was passiert, wenn einer von zwei Prüflingen undicht ist?
Eine Undichtigkeit beeinflusst den gemeinsamen Prüfdruck und damit auch die Prüfung des zweiten Geräts.
24.14 Wie überprüft man den Prüfkreis auf Dichtheit?
Indem der Prüfkreis mit geeigneten Druckkomponenten schrittweise aufgeteilt und unter definierten Bedingungen beobachtet wird.
24.15 Warum muss bei der Druckberechnung der Absolutdruck verwendet werden?
Das ideale Gasgesetz verwendet den thermodynamischen Absolutdruck. Der angezeigte Relativdruck muss entsprechend umgerechnet werden.
24.16 Welche Norm ist für Reifenfüllmessgeräte relevant?
Die DIN EN 12645:2015-02 beschreibt messtechnische Anforderungen und Prüfungen für entsprechende Reifendruckmessgeräte.
24.17 Bedeutet eine stabile Druckanzeige automatisch eine korrekte Kalibrierung?
Nein. Auch bei stabilem Prüfdruck müssen Messabweichung, Referenzeignung und die erforderlichen Prüfpunkte bewertet werden.
24.18 Welche Angaben benötigt ICS für ein Angebot oder eine technische Anfrage?
Benötigt werden Gerätetyp, Messbereich, Prüfdruckpunkte, Anschlussart, vorhandene Druckversorgung, Art der Druckdrift, Schlauchkonfiguration und Anforderungen an Genauigkeit beziehungsweise Kalibrierung.
