Pufferladegerät für 24-V-Anlagen auswählen: Batterietyp, Ladekennlinie und Temperaturkompensation

24 V Pufferladegerät mit externer Batterie im industriellen Schaltschrank
→ Produktkategorie: Ladegeräte / Pufferladegeräte

 

Eine 24-V-Steuerung soll bei Netzausfall noch eine Stunde weiterlaufen.

Im Schaltschrank ist ausreichend Platz für einen Akku vorhanden und ein Pufferladegerät soll gleichzeitig:

  • die Verbraucher versorgen,
  • die Batterie laden,
  • die Batterie dauerhaft in Bereitschaft halten,
  • bei Netzausfall die Versorgung übernehmen,
  • eine Tiefentladung verhindern.

Auf den ersten Blick scheint die Auswahl einfach:

24-V-Anlage → 24-V-Ladegerät → 24-V-Batterie

In der Praxis reicht diese Zuordnung jedoch nicht aus.

Entscheidend sind mindestens:

  • Batteriechemie,
  • zulässige Ladespannung,
  • Ladekennlinie,
  • maximaler Ladestrom,
  • Dauerstrom der angeschlossenen Verbraucher,
  • gewünschte Überbrückungszeit,
  • Umgebungstemperatur,
  • Alterungsreserve,
  • Tiefentladeschutz,
  • Überwachung und Alarmierung.

Ein besonders häufiger Auslegungsfehler besteht darin, nur den Strom der Verbraucher zu betrachten.

Ein Pufferladegerät muss im Netzbetrieb häufig gleichzeitig:

Laststrom + Batterieladestrom

bereitstellen.

Vereinfacht gilt deshalb:

IGerät ≥ ILast,max + ILadung

sofern das konkrete System keine andere Stromaufteilung oder Ladepriorisierung vorsieht.

Ebenso wichtig:

Die Bezeichnung „24 V“ beschreibt die Nennspannung des Systems. Die tatsächlich erforderliche Lade- und Erhaltungsspannung hängt dagegen vom Batterietyp, Ladezustand und häufig auch von der Batterietemperatur ab.

Eine AGM-Batterie, Gel-Batterie oder Lithium-Batterie darf deshalb nicht allein aufgrund ihrer Nennspannung an irgendein 24-V-Ladegerät angeschlossen werden.

Ladegeräte und Pufferladegeräte finden Sie bei ICS Schneider unter Ladegeräte / Pufferladegeräte. Weitere Geräte aus dem Bereich Stromversorgung finden Sie unter Stromversorgung.

Was ein Pufferladegerät von einem normalen Ladegerät unterscheidet

Ein normales Ladegerät besitzt in erster Linie die Aufgabe, eine Batterie aufzuladen.

Ein Pufferladegerät wird dagegen typischerweise in einer Anlage eingesetzt, in der Batterie und Verbraucher Bestandteil eines gemeinsamen Versorgungskonzeptes sind.

Im Normalbetrieb gilt vereinfacht:

Netz → Pufferladegerät → Verbraucher

und gleichzeitig:

Pufferladegerät → Batterie laden / erhalten

Bei Ausfall der Netzversorgung übernimmt die Batterie die Energieversorgung:

Batterie → Verbraucher

Typische Anwendungen

  • Alarmanlagen,
  • Überwachungssysteme,
  • Steuerungen,
  • Telekommunikation,
  • Schaltanlagen,
  • mobile Anlagen,
  • Mess- und Datenerfassungssysteme,
  • sicherheitsrelevante Hilfsspannungsversorgungen.

Eine DC-USV besteht aus mehreren Funktionen

Je nach Aufbau können dazugehören:

  • Netzteil beziehungsweise Ladegerät,
  • Batterie,
  • Lademanagement,
  • Tiefentladeschutz,
  • Batterieüberwachung,
  • Alarmkontakte,
  • Umschalt- beziehungsweise Entkopplungselemente.

Vor der Auswahl muss deshalb geprüft werden, welche dieser Funktionen bereits im Pufferladegerät enthalten sind und welche separat benötigt werden.

Warum 24 V nicht automatisch die richtige Ladespannung bedeutet

Der Begriff:

24-V-Anlage

beschreibt zunächst die Nennspannung der Versorgung.

Eine Batterie wird jedoch nicht zwangsläufig exakt mit:

24,0 V

geladen.

Nennspannung und Ladespannung unterscheiden

Bei einer Batterie müssen unter anderem unterschieden werden:

  • Nennspannung,
  • Ladespannung,
  • Erhaltungsladespannung,
  • Entladeschlussspannung.

Diese Werte sind nicht identisch.

Auch der Verbraucher muss die reale Systemspannung vertragen

Wenn Batterie und Verbraucher direkt auf derselben DC-Schiene liegen, kann die Betriebsspannung während des Ladens oberhalb der nominellen 24 V liegen.

Deshalb muss geprüft werden:

zulässiger Eingangsspannungsbereich Verbraucher ≥ tatsächlich auftretender Spannungsbereich der Pufferanlage

Das betrifft beispielsweise:

  • SPS-Systeme,
  • Relais,
  • Messumformer,
  • Kommunikationsgeräte,
  • Alarmgeber.

Batterietyp zuerst festlegen

Die Auswahl des Ladegerätes sollte nicht vor der Auswahl beziehungsweise eindeutigen Definition der Batterie erfolgen.

Die richtige Reihenfolge lautet:

Anwendung → Batterietyp → Batterieparameter → Ladeverfahren → Ladegerät

Warum das wichtig ist

Unterschiedliche Batterietypen benötigen unterschiedliche:

  • Ladespannungen,
  • Ladeströme,
  • Ladephasen,
  • Temperaturkompensationen,
  • Abschaltbedingungen.

Ein Ladeverfahren, das für einen Batterietyp geeignet ist, kann für einen anderen Batterietyp ungeeignet sein.

Blei-Säure-, AGM- und Gel-Batterien unterscheiden

AGM- und Gel-Batterien gehören grundsätzlich zur Familie der Bleiakkumulatoren.

Sie unterscheiden sich jedoch konstruktiv und können unterschiedliche Ladeparameter benötigen.

Offene Blei-Säure-Batterie

Bei klassischen offenen Bleiakkumulatoren befindet sich flüssiger Elektrolyt in der Batterie.

Bei der Ladung müssen unter anderem berücksichtigt werden:

  • Gasungsgrenze,
  • Temperatur,
  • Wasserverlust,
  • Belüftung,
  • zulässiger Ladestrom.

AGM

Bei AGM-Batterien ist der Elektrolyt in einem Glasfaservlies gebunden.

AGM-Batterien werden häufig in wartungsarmen beziehungsweise verschlossenen Pufferanwendungen eingesetzt.

Sie benötigen jedoch die vom Batteriehersteller vorgeschriebenen Ladeparameter.

Gel

Bei Gel-Batterien ist der Elektrolyt gelartig gebunden.

Auch hier darf die Ladespannung nicht pauschal von einer beliebigen anderen Bleibatterie übernommen werden.

Entscheidend ist das Batteriedatenblatt

Für die Auswahl sollten mindestens bekannt sein:

  • Nennspannung,
  • Nennkapazität in Ah,
  • zulässiger Ladestrom,
  • Ladespannung beziehungsweise Ladeverfahren,
  • Erhaltungsladespannung,
  • Temperaturbereich,
  • gegebenenfalls Temperaturkoeffizient,
  • zulässige Entladeschlussspannung.

Bezeichnungen wie AGM oder Gel ersetzen deshalb nicht die konkreten Herstellerdaten der verwendeten Batterie.

Lithium-Batterien nur mit geeigneter Ladeelektronik einsetzen

Eine Lithium-Batterie darf nicht allein deshalb an ein vorhandenes Pufferladegerät angeschlossen werden, weil ihre Nennspannung ungefähr zum 24-V-System passt.

Lithium ist keine einzelne Batterietechnologie

Unter dem Begriff Lithium werden unterschiedliche Zellchemien zusammengefasst.

Ihre:

  • Zellspannung,
  • Ladeschlussspannung,
  • zulässige Temperatur,
  • Schutzfunktionen

können voneinander abweichen.

BMS berücksichtigen

Viele Lithium-Batteriesysteme besitzen ein:

BMS = Battery Management System

Das BMS überwacht beispielsweise:

  • Zellspannungen,
  • Temperatur,
  • Lade- und Entladestrom,
  • Unterspannung,
  • Überspannung.

Ladegerät und BMS müssen zusammenpassen

Es muss geklärt werden:

  • welche Ladecharakteristik erforderlich ist,
  • ob Dauer-Erhaltungsladung zulässig ist,
  • welcher Ladestrom freigegeben ist,
  • wie das BMS bei Fehlern abschaltet,
  • ob das Pufferladegerät mit diesem Verhalten kompatibel ist.

Ein für Bleiakkumulatoren vorgesehenes Ladeverfahren sollte deshalb nicht ohne ausdrückliche Freigabe für eine Lithium-Batterie verwendet werden.

Ladekennlinie richtig auswählen

Ein Ladegerät begrenzt nicht einfach nur die Spannung.

Je nach Ausführung arbeitet es mit einer definierten Kombination aus Strom- und Spannungsregelung.

I-Kennlinie

Bei einer Stromregelung steht:

I = Ladestrom

im Vordergrund.

U-Kennlinie

Bei einer Spannungsregelung wird die Ausgangsspannung auf einen definierten Wert begrenzt.

IU-Kennlinie

Eine häufige Kombination lautet:

I → U

Zunächst wird mit begrenztem Strom geladen.

Erreicht die Batterie die vorgesehene Spannung, übernimmt die Spannungsregelung.

Mehrstufige Ladeverfahren

Bei mehrstufigen Ladeverfahren kann nach der Hauptladung zusätzlich auf einen niedrigeren Erhaltungswert umgeschaltet werden.

Welche Kennlinie erforderlich ist, muss aus der Batterieanforderung abgeleitet werden.

IUoU-Kennlinie verstehen

Die Bezeichnung IUoU wird für eine mehrstufige Ladecharakteristik verwendet.

Vereinfacht besteht sie aus:

I-Phase → U-Ladephase → U-Erhaltungsphase

Phase 1: Strombegrenzte Ladung

Bei stärker entladener Batterie wird der Ladestrom auf einen definierten Maximalwert begrenzt.

Phase 2: Spannungsbegrenzte Ladung

Erreicht die Batterie die vorgesehene Ladespannung, wird diese Spannung gehalten.

Der Strom nimmt mit zunehmendem Ladezustand typischerweise ab.

Phase 3: Erhaltung

Nach ausreichender Ladung kann die Spannung auf einen für den Dauerbetrieb vorgesehenen Erhaltungswert reduziert werden.

Keine Kennlinie pauschal voraussetzen

Die Bezeichnung:

24-V-Pufferladegerät

beweist allein noch nicht, dass ein bestimmtes IUoU-Verfahren oder eine bestimmte Batteriekennlinie vorhanden ist.

Die konkrete Ladecharakteristik muss anhand der technischen Dokumentation des Ladegerätes mit den Anforderungen der Batterie verglichen werden.

Erhaltungsladung richtig bewerten

In einer Pufferanlage kann die Batterie über lange Zeit vollständig geladen am System verbleiben.

Dieser Betriebszustand stellt andere Anforderungen als das gelegentliche Laden einer mobilen Batterie.

Ziel der Erhaltungsladung

Die Batterie soll:

  • ihren Ladezustand behalten,
  • Selbstentladung ausgleichen,
  • möglichst wenig elektrochemisch belastet werden.

Zu hohe Spannung

Eine dauerhaft zu hohe Ladespannung kann insbesondere bei Bleibatterien zu beschleunigter Alterung führen.

Zu niedrige Spannung

Eine dauerhaft zu niedrige Spannung kann dazu führen, dass die Batterie nicht vollständig geladen bleibt.

Bei einem späteren Netzausfall steht dann weniger nutzbare Kapazität zur Verfügung.

Pufferbetrieb ist ein Dauerzustand

Die richtige Erhaltungsladung ist deshalb nicht nur für den Ladezustand wichtig, sondern wesentlich für die erreichbare Batterielebensdauer.

Temperaturkompensation berücksichtigen

Die optimale Ladespannung einer Batterie kann temperaturabhängig sein.

Dies ist insbesondere bei Bleiakkumulatoren relevant.

Grundprinzip

Bei steigender Batterietemperatur wird für viele Bleibatterien eine geringere Ladespannung benötigt.

Bei sinkender Batterietemperatur kann innerhalb der zulässigen Betriebsgrenzen eine höhere Ladespannung erforderlich sein.

Der genaue Temperaturkoeffizient ist batteriespezifisch

Die Anpassung sollte nicht pauschal aus einem allgemeinen Tabellenwert übernommen werden.

Maßgeblich sind die Angaben des Batterieherstellers.

Warum das besonders im Schaltschrank wichtig ist

Die Batterietemperatur kann deutlich von der Umgebungstemperatur außerhalb des Schaltschranks abweichen.

Wärmequellen können beispielsweise sein:

  • Netzteile,
  • Leistungselektronik,
  • Relais,
  • Transformatoren,
  • andere Verlustleistung erzeugende Komponenten.

Damit kann eine Anlage im Sommer über längere Zeit bei deutlich höheren Batterietemperaturen betrieben werden als bei der ursprünglichen Auslegung angenommen.

Temperaturfühler an der Batterie statt am Ladegerät

Wenn ein Ladegerät eine echte temperaturkompensierte Batterieladung unterstützt, muss die relevante Temperatur möglichst die Batterietemperatur widerspiegeln.

Interne Gerätetemperatur ist nicht dasselbe

Ein Ladegerät kann eine interne Temperaturüberwachung besitzen, um beispielsweise seine eigene Elektronik zu schützen.

Das bedeutet nicht automatisch:

Batterietemperatur wird gemessen → Ladespannung wird entsprechend angepasst

Bei externer Batterie besonders prüfen

Steht die Batterie beispielsweise:

  • im unteren Schaltschrankbereich,
  • in einem separaten Batterieschrank,
  • mehrere Meter vom Ladegerät entfernt,

kann ihre Temperatur deutlich von der Elektroniktemperatur des Ladegerätes abweichen.

Wichtige Auswahlfrage

Wenn Temperaturkompensation gefordert ist, sollte konkret gefragt werden:

Besitzt das Ladegerät einen externen Batterietemperaturfühler und wird damit die Ladespannung temperaturabhängig korrigiert?

Lade- und Laststrom gemeinsam auslegen

Ein häufiger Fehler besteht darin, ein 6-A-Ladegerät für eine Anlage mit 6 A Dauerlast auszuwählen.

Dann ist im normalen Betrieb möglicherweise praktisch kein Strom mehr verfügbar, um eine entladene Batterie wieder aufzuladen.

Vereinfachte Auslegung

Wenn Verbraucher und Batterie gleichzeitig versorgt werden:

IGerät ≥ ILast,max + ILadung

Beispiel

Maximaler Dauerstrom der 24-V-Verbraucher:

7 A

Gewünschter verfügbarer Batterieladestrom:

3 A

Dann ergibt sich vereinfacht:

IGerät ≥ 7 A + 3 A = 10 A

Ein Gerät mit beispielsweise 12 A Ausgangsstrom hätte unter diesen vereinfachten Bedingungen eine entsprechende Stromreserve.

Gerätespezifische Stromaufteilung beachten

Manche Systeme besitzen:

  • Ladestrombegrenzung,
  • Lastpriorisierung,
  • dynamische Stromaufteilung.

Dann muss die Auslegung anhand des konkreten Gerätekonzeptes erfolgen.

Wiederaufladezeit nach Netzausfall berücksichtigen

Die gewünschte Überbrückungszeit ist nur eine Seite der Auslegung.

Nach Wiederkehr der Netzversorgung muss die Batterie auch wieder ausreichend schnell geladen werden.

Vereinfachte Abschätzung

Wurde einer Batterie eine Kapazität:

ΔC

entnommen, ergibt sich als sehr vereinfachte theoretische Untergrenze:

tLadung ≈ ΔC / ILadung

Die reale Ladezeit ist länger

Der tatsächliche Ladevorgang ist keine ideale konstante Stromladung bis 100 %.

Gegen Ende der Ladung sinkt bei vielen Ladeverfahren der Strom.

Zusätzlich entstehen Ladeverluste.

Warum das wichtig ist

Wenn kurze Zeit nach einem ersten Netzausfall ein zweiter Ausfall auftritt, steht möglicherweise noch nicht wieder die volle Batteriekapazität zur Verfügung.

Für kritische Systeme sollte deshalb nicht nur gefragt werden:

Wie lange kann die Batterie versorgen?

sondern auch:

Wie schnell ist die geforderte Einsatzbereitschaft nach einer Entladung wiederhergestellt?

Batteriekapazität aus der Überbrückungszeit bestimmen

Für eine erste überschlägige Berechnung kann gelten:

Cideal = ILast · t

mit:

  • C = Kapazität in Ah,
  • I = Laststrom in A,
  • t = Zeit in h.

Beispiel

Eine 24-V-Anlage benötigt konstant:

4 A

und soll:

1,5 h

überbrücken.

Rein rechnerisch:

Cideal = 4 A · 1,5 h = 6 Ah

6 Ah wären jedoch nur der theoretische Idealwert

In der Praxis müssen zusätzlich berücksichtigt werden:

  • zulässige Entladetiefe,
  • Batteriealterung,
  • Temperatur,
  • Entladerate,
  • Spannungsgrenze des Verbrauchers,
  • Tiefentladeschwelle,
  • gewünschte Sicherheitsreserve.

Die tatsächlich benötigte Nennkapazität liegt deshalb normalerweise über der rein rechnerischen Mindestkapazität.

Alterung und Temperatur als Kapazitätsreserve berücksichtigen

Eine neue Batterie besitzt nicht während ihrer gesamten Lebensdauer dieselbe nutzbare Kapazität.

Alterung

Mit zunehmender Betriebsdauer können unter anderem:

  • Kapazität abnehmen,
  • Innenwiderstand steigen,
  • Spannung unter Last stärker einbrechen.

Niedrige Temperatur

Bei niedrigen Temperaturen kann die verfügbare Batteriekapazität sinken.

Hohe Temperatur

Eine hohe Umgebungstemperatur kann zwar kurzfristig andere elektrische Eigenschaften bewirken, beschleunigt bei vielen Batteriesystemen jedoch die Alterung.

Auslegung auf Lebensdauerende

Eine sicherheitsrelevante Anlage sollte deshalb nicht ausschließlich mit der Nennkapazität einer fabrikneuen Batterie kalkuliert werden.

Die Reserve sollte passend zu:

  • Batterietyp,
  • Wartungsintervall,
  • Temperaturbereich,
  • geforderter Überbrückungszeit

festgelegt werden.

Parallellast und Spitzenströme beachten

Der durchschnittliche Betriebsstrom allein genügt häufig nicht.

Bestimmte Verbraucher können kurzzeitig deutlich mehr Strom aufnehmen.

Beispiele:

  • Schütze,
  • Ventile,
  • Motorantriebe,
  • Sirenen,
  • Funkmodule,
  • Heizungen.

Beispiel

Grundlast:

4 A

Zusätzliche kurzzeitige Last:

5 A

Dann können zeitweise:

9 A

erforderlich sein.

Auch die Batterie muss Spitzen liefern können

Während eines Netzausfalls muss die Batterie beziehungsweise der Batteriezweig diese Spitzenströme ebenfalls bereitstellen können.

Zu prüfen sind deshalb:

  • Entladestrom der Batterie,
  • Sicherung,
  • Leitungsquerschnitt,
  • Kontaktbelastbarkeit,
  • Spannungseinbruch.

Tiefentladeschutz richtig einstellen

Wird eine Batterie zu weit entladen, kann sie beschädigt werden.

Ein Tiefentladeschutz trennt deshalb die Last, bevor eine kritische Unterspannung erreicht wird.

Der Abschaltpunkt hat zwei Aufgaben

Er schützt:

  1. die Batterie vor schädlicher Tiefentladung,
  2. die Verbraucher vor einem undefinierten Betrieb bei zu niedriger Spannung.

Zu niedrige Abschaltschwelle

Die Batterie kann unnötig tief entladen werden.

Zu hohe Abschaltschwelle

Die Versorgung wird eventuell früher abgeschaltet als erforderlich und ein Teil der nutzbaren Batteriekapazität bleibt ungenutzt.

Schwelle batteriespezifisch bewerten

Die zulässige Entladeschlussspannung hängt von:

  • Batterietyp,
  • Entladestrom,
  • Temperatur,
  • Herstellerfreigabe

ab.

Batterieüberwachung und Alarmkontakte nutzen

Ein Pufferladegerät sollte nicht erst dann Aufmerksamkeit erzeugen, wenn die Anlage bereits abgeschaltet ist.

Sinnvolle Zustände für eine Überwachung können sein

  • Netz vorhanden,
  • Netzausfall,
  • Batteriebetrieb,
  • Batteriespannung niedrig,
  • Ladefehler,
  • Gerätestörung.

Potentialfreie Kontakte

Potentialfreie Meldesignale können beispielsweise an:

  • SPS,
  • Gebäudeleittechnik,
  • Alarmanlage,
  • Fernüberwachung

weitergegeben werden.

Signalbelegung konkret prüfen

Die Angabe:

potentialfreie Meldesignale vorhanden

bedeutet nicht automatisch, dass jeder gewünschte Zustand einzeln verfügbar ist.

Die genaue Signalbelegung muss aus der Dokumentation des konkreten Gerätes entnommen werden.

Verhalten bei Netzausfall prüfen

Für die Anwendung ist nicht nur wichtig, dass eine Batterie vorhanden ist.

Entscheidend ist:

Was passiert elektrisch in dem Moment, in dem das Netz ausfällt?

Zu prüfen sind beispielsweise

  • entsteht eine Umschaltunterbrechung?
  • wie groß ist der Spannungssprung?
  • bleibt die SPS ohne Neustart aktiv?
  • werden Kommunikationsgeräte zurückgesetzt?
  • bleiben Relais sicher angezogen?

Praxisprüfung durchführen

Eine Pufferanlage sollte deshalb nach der Inbetriebnahme nicht nur rechnerisch bewertet werden.

Ein kontrollierter Netzausfalltest zeigt, ob:

  • die Batterie übernimmt,
  • die Spannung stabil bleibt,
  • Alarme ausgelöst werden,
  • die Last tatsächlich weiterläuft.

Leitungsquerschnitt und Spannungsfall berücksichtigen

Eine externe Batterie kann über vergleichsweise lange Leitungen mit dem Pufferladegerät verbunden sein.

Der Leitungswiderstand verursacht dann einen Spannungsfall:

ΔU = I · R

Beim Laden

Der Spannungsfall kann dazu führen, dass die Spannung direkt an der Batterie niedriger ist als am Ausgang des Ladegerätes.

Beim Entladen

Bei hohem Laststrom fällt zusätzliche Spannung in der Batterieleitung ab.

Der Verbraucher kann dadurch früher seine Unterspannungsgrenze erreichen.

Besonders kritisch bei großen Strömen

Deshalb sollten:

  • Leitungsquerschnitt,
  • Leitungslänge,
  • Klemmstellen,
  • Sicherungen

in die Spannungsfallberechnung einbezogen werden.

Batteriekreis richtig absichern

Eine Batterie kann im Kurzschlussfall sehr hohe Ströme liefern.

Der Batteriekreis muss deshalb angemessen abgesichert werden.

Sicherung möglichst nahe an der Energiequelle

Eine lange ungeschützte Leitung zwischen Batterie und Sicherung kann bei einem Kurzschluss ein erhebliches Risiko darstellen.

Sicherung nicht nur nach Betriebsstrom auswählen

Zu berücksichtigen sind:

  • maximaler Betriebsstrom,
  • Einschalt- und Spitzenströme,
  • Leitungsquerschnitt,
  • möglicher Kurzschlussstrom,
  • Abschaltvermögen,
  • Selektivität,
  • Herstelleranforderungen.

Typische Fehler bei 24-V-Pufferanlagen

Beobachtung Mögliche Ursache Sinnvolle Prüfung
Batterie ist nach wenigen Jahren deutlich geschwächt Ungeeignete Dauer-Ladespannung oder hohe Temperatur Ladekennlinie, Batterietemperatur und Herstellerangaben prüfen
Batterie wird nicht vollständig geladen Ladespannung oder verfügbarer Ladestrom zu gering Spannung direkt an Batterie und Strombilanz prüfen
Ladegerät läuft ständig an der Stromgrenze Laststrom wurde ohne zusätzlichen Ladestrom ausgelegt Laststrom und Batterieladestrom getrennt messen
Nach langem Netzausfall dauert die Wiederaufladung sehr lange Zu wenig Ladestromreserve Verfügbaren Ladestrom bei gleichzeitig aktiver Last prüfen
Überbrückungszeit deutlich kürzer als berechnet Alterung, Temperatur, Entladerate oder zu kleine Batterie Kapazität und Innenwiderstand der Batterie prüfen
SPS startet beim Netzausfall neu Spannungsunterbrechung oder zu großer Spannungseinbruch Spannungsverlauf während Umschaltung messen
Batterie wird im Sommer ungewöhnlich warm Hohe Schaltschranktemperatur oder ungeeignete Ladeparameter Batterietemperatur und Ladebedingungen prüfen
Temperaturkompensation scheint wirkungslos Nur interne Gerätetemperatur wird überwacht Prüfen, ob echter externer Batterietemperaturfühler vorhanden ist
System schaltet bei Netzausfall sehr früh ab Spannungsfall oder hohe Tiefentladeschwelle Spannung an Batterie und Verbraucher gleichzeitig messen
Batterie wird tiefentladen Tiefentladeschutz fehlt oder arbeitet nicht passend Abschaltschwelle und Funktion testen
Alarmanlage meldet keinen Netzausfall Meldekontakt nicht angeschlossen oder falsche Logik Signalbelegung und Alarmverarbeitung prüfen
Neue Lithium-Batterie funktioniert nicht mit vorhandener Pufferung Ladeverfahren beziehungsweise BMS nicht kompatibel Freigabe von Batterie- und Ladegerätehersteller prüfen

Systematischer Auswahlablauf für ein 24-V-Pufferladegerät

  1. Verbraucher erfassen: Alle 24-V-Verbraucher und deren Dauerstrom dokumentieren.
  2. Spitzenstrom bestimmen: Einschaltende Schütze, Ventile, Funkgeräte oder andere kurzzeitige Lasten berücksichtigen.
  3. Zulässigen Spannungsbereich prüfen: Sicherstellen, dass die Verbraucher den gesamten Spannungsbereich der Pufferanlage vertragen.
  4. Überbrückungszeit festlegen: Zum Beispiel 15 Minuten, 1 Stunde oder mehrere Stunden.
  5. Batterietyp festlegen: Blei-Säure, AGM, Gel oder ein freigegebenes Lithium-System eindeutig definieren.
  6. Batteriedatenblatt prüfen: Ladespannung, Erhaltungsladung, Ladestrom, Temperaturkoeffizient und Entladeschlussspannung erfassen.
  7. Theoretische Batteriekapazität berechnen: C = I · t als ersten Ausgangspunkt verwenden.
  8. Reserve hinzufügen: Alterung, Temperatur, Entladerate und Sicherheitsanforderungen berücksichtigen.
  9. Erforderlichen Ladestrom festlegen: Gewünschte Wiederaufladezeit berücksichtigen.
  10. Pufferladegerät dimensionieren: Laststrom plus erforderlichen Batterieladestrom berücksichtigen.
  11. Ladekennlinie vergleichen: Sicherstellen, dass Gerät und Batterie zusammenpassen.
  12. Temperaturkompensation prüfen: Falls erforderlich, echten Batterietemperaturfühler und passende Regelung vorsehen.
  13. Tiefentladeschutz prüfen: Schutzfunktion und Abschaltschwelle mit der Batterie abstimmen.
  14. Meldesignale festlegen: Netzausfall, Batteriebetrieb und Störung in das Anlagenkonzept integrieren.
  15. Batterieleitung dimensionieren: Strom, Leitungslänge und Spannungsfall berücksichtigen.
  16. Batteriekreis absichern: Geeignete Sicherung entsprechend der elektrischen Auslegung vorsehen.
  17. Einbaubedingungen prüfen: Umgebungstemperatur, Kühlung und Schaltschrankplatz berücksichtigen.
  18. Netzausfall testen: Pufferübernahme unter realer Last prüfen.
  19. Überbrückungszeit testen: Nicht nur theoretisch berechnen, sondern im vorgesehenen Wartungskonzept praktisch verifizieren.

Praxisbeispiel: 24-V-Steuerung mit externer Batterie

Eine industrielle Steuerung soll bei Netzausfall weiterbetrieben werden.

Die Anlage benötigt im normalen Betrieb:

6 A bei 24 V

Während bestimmter Schaltvorgänge treten kurzzeitig:

8 A

auf.

Die geforderte Überbrückungszeit beträgt:

60 Minuten

Schritt 1: theoretische Batteriekapazität

Für die Dauerlast ergibt sich idealisiert:

Cideal = 6 A · 1 h = 6 Ah

Schritt 2: 6 Ah nicht als endgültige Batteriegröße verwenden

Die 6 Ah stellen nur den mathematischen Idealwert dar.

Für die reale Auslegung müssen zusätzlich berücksichtigt werden:

  • Batteriealterung,
  • Temperatur,
  • zulässige Entladetiefe,
  • Spannungseinbruch,
  • Lastspitzen,
  • Sicherheitsreserve.

Die endgültige Nennkapazität wird deshalb anhand der Batteriedaten und der geforderten Betriebsreserve festgelegt.

Schritt 3: Ladestrom definieren

Die Batterie soll nach einer Entladung nicht nur irgendwann, sondern innerhalb eines definierten Zeitraums wieder einsatzbereit sein.

Angenommen, für die Batterie soll ein Ladestrom von:

4 A

zur Verfügung stehen.

Schritt 4: Ausgangsstrom des Pufferladegerätes

Während der Wiederaufladung läuft die Steuerung weiter.

Damit ergibt sich bei 6 A Dauerlast:

Ierforderlich ≈ 6 A + 4 A = 10 A

Zusätzlich müssen kurzzeitige Spitzen und das konkrete Strommanagement des Ladegerätes berücksichtigt werden.

Schritt 5: 12-A-Geräteklasse prüfen

Für diese Größenordnung kann beispielsweise ein Pufferladegerät mit:

24 V / 12 A

technisch interessant sein.

Bei ICS ist dafür das:

5326.1 Pufferladegerät im 19″-System

mit:

24 V / 12 A und externem Akku

gelistet.

Schritt 6: Batteriekompatibilität nicht aus 24 V / 12 A ableiten

Vor der Auswahl muss trotzdem geprüft werden:

  • welcher Batterietyp verwendet wird,
  • welche Ladekennlinie erforderlich ist,
  • welche Batteriegröße zulässig ist,
  • welcher Ladestrom tatsächlich zur Verfügung steht,
  • ob eine geforderte Temperaturkompensation unterstützt wird.

Schritt 7: Temperaturfunktion richtig interpretieren

Für das 5326.1 nennt ICS:

interne Temperaturüberwachung

Diese Angabe sollte nicht mit:

externer Batterietemperaturfühler + temperaturkompensierte Ladespannung

gleichgesetzt werden.

Falls für die verwendete Batterie eine Temperaturkompensation erforderlich ist, muss die konkrete Funktion separat anhand der technischen Dokumentation beziehungsweise durch Rückfrage geprüft werden.

Schritt 8: Schutz- und Meldefunktionen

Für das 5326.1 nennt ICS außerdem:

  • Überspannungsschutz,
  • Tiefentladeschutz,
  • potentialfreie Meldesignale.

Damit sind wichtige Funktionen einer industriellen Pufferversorgung grundsätzlich vorhanden.

Welche Meldungen konkret über die potentialfreien Signale ausgegeben werden, muss für die geplante Anwendung anhand der Geräteunterlagen geprüft werden.

Ergebnis

Die Auswahl erfolgt damit nicht nach:

24 V vorhanden → 24-V-Ladegerät auswählen

sondern nach:

Lastprofil → Überbrückungszeit → Batterietyp → erforderliche Kapazität → Ladeverfahren → Ladestrom → Temperaturbedingungen → Schutzfunktionen → Pufferladegerät.

Passende ICS-Produkte für 24-V-Batterieladung und Pufferung

5326.1 – Pufferladegerät im 19″-System

Für eine industrielle 24-V-Pufferanlage ist das bei ICS gelistete 5326.1 Pufferladegerät im 19″-System besonders relevant.

ICS gibt folgende Grunddaten an:

Merkmal 5326.1
Anwendung Pufferladegerät
Nennspannung 24 V DC
Ausgangsstrom 12 A
Batterie externer Akku
Eingang 230 V AC, 50–60 Hz
Trennung Eingang/Ausgang galvanisch getrennt, erdfrei
Schutzfunktionen Überspannungsschutz, Tiefentladeschutz
Temperatur interne Temperaturüberwachung
Meldung potentialfreie Meldesignale
Kühlung Konvektion
Gehäuse 19″ BGT, 84 TE, 3 HE
Schutzgrad / Klasse IP30 / I

Warum das 5326.1 gut zum Thema passt

Das Gerät kombiniert die für eine Pufferanwendung wichtigen Funktionen:

  • 24-V-Versorgung,
  • 12-A-Ausgang,
  • externe Batterie,
  • Tiefentladeschutz,
  • Meldesignale.

Weitere Informationen finden Sie unter 5326.1 Pufferladegerät im 19″-System bei ICS Schneider.

Wichtiger Hinweis zur Temperaturkompensation

ICS nennt beim 5326.1 eine:

interne Temperaturüberwachung

Auf Basis dieser Angabe sollte jedoch nicht automatisch angenommen werden, dass das Gerät die Ladespannung anhand eines extern gemessenen Batterietemperaturwertes kompensiert.

Wenn eine echte Batterietemperaturkompensation gefordert ist, muss diese Funktion für die konkrete Geräte-/Batteriekombination separat bestätigt werden.

2263.0 – Automatisches Ladegerät 12 V und 24 V

Für Anwendungen, bei denen primär ein automatisches Batterieladegerät benötigt wird, führt ICS außerdem das:

2263.0 Automatisches Ladegerät 12 V und 24 V.

Für den 24-V-Betrieb nennt ICS:

24 V / 12 A

Das Gerät verfügt laut ICS unter anderem über:

  • automatische Anpassung an die Batteriespannung,
  • automatische Regelung des Ladestroms,
  • Umschaltung zwischen maximalem und halbem Ladestrom,
  • automatischen Übergang auf Konstantspannung,
  • Verpolungsschutz.

Es handelt sich damit um ein automatisches Ladegerät und nicht um dasselbe Gerätekonzept wie das 5326.1-Pufferladegerät.

Weitere Informationen finden Sie unter 2263.0 Automatisches Ladegerät bei ICS Schneider.

2270.0 – Automatisches Ladegerät 12 V und 24 V

Eine kleinere Ausführung ist das bei ICS gelistete:

2270.0 Automatisches Ladegerät 12 V und 24 V.

Für 24 V nennt ICS:

24 V / 6 A

Auch hier werden unter anderem:

  • automatische Anpassung an die Batteriespannung,
  • automatische Ladestromregelung,
  • maximaler beziehungsweise halber Ladestrom,
  • automatischer Übergang auf Konstantspannung,
  • Verpolungsschutz

angegeben.

Weitere Informationen finden Sie unter 2270.0 Automatisches Ladegerät bei ICS Schneider.

Welches ICS-Gerät passt zu welcher Anwendung?

Anwendung Sinnvolle ICS-Lösung
24-V-Anlage mit externer Batterie und Pufferfunktion 5326.1 – 24 V / 12 A, Akku extern
Automatisches Laden einer 24-V-Batterie mit bis zu 12 A 2263.0
Automatisches Laden einer 24-V-Batterie mit bis zu 6 A 2270.0
Anwendung mit Tiefentladeschutz und potentialfreien Meldesignalen 5326.1
Permanente industrielle Pufferung einer 24-V-Versorgung 5326.1, nach Prüfung der Batterie- und Ladeparameter

Batterie immer gemeinsam mit dem Ladegerät auslegen

Auch bei einem technisch passenden Pufferladegerät müssen für die endgültige Auswahl die Daten der Batterie bekannt sein.

Insbesondere:

  • Batterietyp,
  • Kapazität,
  • zulässiger Ladestrom,
  • vorgeschriebene Ladespannung,
  • Erhaltungsladespannung,
  • Temperaturbereich,
  • gegebenenfalls Temperaturkompensation.

Eine Übersicht der aktuell verfügbaren Geräte finden Sie unter Ladegeräte / Pufferladegeräte bei ICS Schneider.

Fazit

Bei der Auswahl eines Pufferladegerätes für eine 24-V-Anlage reicht die Nennspannung allein nicht aus.

Entscheidend ist das komplette System aus:

Netzversorgung + Pufferladegerät + Batterie + Verbraucher + Schutz- und Überwachungsfunktionen

Zuerst sollte der Batterietyp festgelegt werden.

Blei-Säure-, AGM-, Gel- und Lithium-Systeme können unterschiedliche:

  • Ladekennlinien,
  • Ladespannungen,
  • Ladeströme,
  • Temperaturanforderungen

besitzen.

Die Begriffe:

24 V

und:

24-V-Batterie

reichen deshalb für eine Ladegeräteauswahl nicht aus.

Besonders bei Bleibatterien sollte geprüft werden, ob die vom Batteriehersteller geforderte Temperaturabhängigkeit der Ladespannung berücksichtigt wird.

Dabei ist entscheidend:

Interne Temperaturüberwachung eines Ladegerätes ist nicht automatisch dasselbe wie temperaturkompensierte Batterieladung.

Für die Stromauslegung gilt als wichtige erste Betrachtung:

IGerät ≥ ILast,max + ILadung

Die Batteriekapazität kann zunächst überschlägig aus:

C = I · t

berechnet werden.

Der theoretische Wert muss anschließend um reale Einflüsse wie:

  • Alterung,
  • Temperatur,
  • zulässige Entladetiefe,
  • Lastprofil,
  • Spannungsgrenzen,
  • Sicherheitsreserve

ergänzt werden.

Zusätzlich sollte geprüft werden, wie schnell die Batterie nach einem Netzausfall wieder geladen werden kann.

Eine ausreichend große Batterie nützt wenig, wenn das Ladegerät bei gleichzeitig hoher Anlagenlast praktisch keinen Ladestrom mehr zur Verfügung hat.

Tiefentladeschutz, Batteriekreissicherung und Meldesignale gehören ebenfalls zur Gesamtbetrachtung.

Für eine industrielle 24-V-Pufferanwendung ist das bei ICS gelistete 5326.1 Pufferladegerät im 19″-System mit 24 V / 12 A und externem Akku eine passende Gerätebasis. Die konkrete Batteriekompatibilität und gegebenenfalls geforderte Temperaturkompensation müssen jedoch anhand der verwendeten Batterie und der technischen Gerätedokumentation geprüft werden.

Für die Praxis gilt:

Laststrom erfassen → Spitzenstrom bestimmen → Überbrückungszeit festlegen → Batterietyp auswählen → Batteriedatenblatt prüfen → Kapazität berechnen → Alterungs- und Temperaturreserve berücksichtigen → erforderlichen Ladestrom festlegen → Last- und Ladestrom addieren → Ladekennlinie prüfen → Temperaturkompensation klären → Tiefentladeschutz bewerten → Meldesignale integrieren → Leitungsquerschnitt und Sicherung auslegen → Netzausfall praktisch testen → Überbrückungszeit regelmäßig überprüfen.

FAQ: 24-V-Pufferladegeräte und Batterien richtig auswählen

Was ist ein Pufferladegerät?

Ein Pufferladegerät versorgt die angeschlossenen Verbraucher und hält gleichzeitig eine Batterie geladen. Bei Netzausfall kann die Batterie die Versorgung übernehmen, sofern das System entsprechend aufgebaut ist.

Was ist der Unterschied zwischen einem Ladegerät und einem Pufferladegerät?

Ein normales Ladegerät dient hauptsächlich zum Laden einer Batterie. Ein Pufferladegerät ist dagegen Bestandteil einer permanenten Stromversorgung, bei der Batterie und Verbraucher gemeinsam betrieben werden.

Ist ein Pufferladegerät dasselbe wie eine DC-USV?

Die Begriffe überschneiden sich in der Praxis, sind aber nicht zwingend technisch identisch. Eine vollständige DC-USV kann zusätzliche Funktionen wie Batterieüberwachung, definierte Umschaltung, Kommunikationsschnittstellen oder weitere Schutzfunktionen enthalten.

Kann ich jede 24-V-Batterie an ein 24-V-Pufferladegerät anschließen?

Nein. Nennspannung allein reicht nicht aus. Ladekennlinie, Ladespannung, Ladestrom, Batteriechemie und gegebenenfalls Temperaturkompensation müssen zusammenpassen.

Warum wird eine 24-V-Batterie nicht einfach mit exakt 24 V geladen?

Die Nennspannung einer Batterie ist nicht identisch mit ihrer erforderlichen Lade- oder Erhaltungsspannung. Die korrekten Werte ergeben sich aus dem Batterietyp und den Herstellerangaben.

Welche Batterien werden häufig für 24-V-Pufferanlagen verwendet?

Je nach Anwendung kommen beispielsweise Blei-Säure-, AGM-, Gel- oder geeignete Lithium-Systeme infrage.

Sind AGM- und Gel-Batterien Bleibatterien?

Ja. Beide gehören grundsätzlich zur Familie der Bleiakkumulatoren, besitzen jedoch unterschiedliche interne Konstruktionen und können unterschiedliche Ladeparameter erfordern.

Kann ich eine AGM-Batterie mit denselben Einstellungen wie eine Gel-Batterie laden?

Nicht pauschal. Die erforderlichen Ladeparameter sollten immer aus dem Datenblatt des konkreten Batteriemodells übernommen werden.

Kann ich eine Lithium-Batterie an einem Blei-Pufferladegerät betreiben?

Nur wenn Batterie beziehungsweise BMS und Ladegerät ausdrücklich miteinander kompatibel sind. Eine ähnliche Nennspannung allein genügt nicht.

Was bedeutet BMS?

BMS steht für Battery Management System. Es überwacht bei entsprechenden Batteriesystemen unter anderem Zellspannungen, Temperatur sowie Lade- und Entladebedingungen.

Was ist eine IU-Kennlinie?

Bei einer IU-Kennlinie wird zunächst der Ladestrom begrenzt. Nach Erreichen der vorgesehenen Spannung übernimmt eine Konstantspannungsphase.

Was ist eine IUoU-Kennlinie?

IUoU bezeichnet vereinfacht ein mehrstufiges Verfahren aus strombegrenzter Ladung, Spannungsphase und anschließender Erhaltungsladung.

Braucht jede Batterie eine IUoU-Kennlinie?

Nein. Das geeignete Ladeverfahren hängt vom konkreten Batterietyp und den Herstellerangaben ab.

Was ist Erhaltungsladung?

Bei der Erhaltungsladung wird eine bereits geladene Batterie über längere Zeit in einem definierten Ladezustand gehalten und ihre Selbstentladung ausgeglichen.

Warum ist eine zu hohe Erhaltungsladespannung problematisch?

Sie kann die Batterie dauerhaft elektrochemisch belasten und insbesondere bei Bleibatterien die Alterung beschleunigen.

Warum ist eine zu niedrige Erhaltungsspannung problematisch?

Die Batterie kann langfristig nicht vollständig geladen bleiben und bei einem Netzausfall weniger nutzbare Kapazität besitzen.

Was bedeutet Temperaturkompensation beim Batterielader?

Damit wird die Ladespannung abhängig von der Batterietemperatur angepasst, sofern dies für die verwendete Batterie vorgesehen ist.

Warum ist Temperaturkompensation bei Bleibatterien wichtig?

Die geeignete Ladespannung kann von der Batterietemperatur abhängen. Eine falsche Ladespannung kann die Batterielebensdauer oder den Ladezustand beeinträchtigen.

Kann die Temperatur im Schaltschrank relevant sein?

Ja. Die Batterietemperatur kann durch Verlustleistung anderer Komponenten deutlich über der normalen Raumtemperatur liegen.

Ist interne Temperaturüberwachung dasselbe wie Temperaturkompensation?

Nein. Eine interne Temperaturüberwachung kann beispielsweise dem Schutz der Ladegeräteelektronik dienen. Für eine Batterietemperaturkompensation muss die tatsächliche Batterietemperatur in die Ladespannungsregelung eingehen.

Wo sollte ein Batterietemperaturfühler sitzen?

Wenn der Batteriehersteller beziehungsweise das Ladegerät einen externen Temperaturfühler vorsieht, sollte dieser entsprechend deren Montagevorgaben so angebracht werden, dass er die relevante Batterietemperatur möglichst zuverlässig erfasst.

Wie groß muss der Ausgangsstrom eines Pufferladegerätes sein?

Bei gleichzeitiger Versorgung und Batterieladung muss grundsätzlich sowohl der Laststrom als auch der benötigte Ladestrom berücksichtigt werden. Die konkrete Dimensionierung hängt vom Strommanagement des Ladegerätes ab.

Wie lautet eine einfache Formel für die Stromauslegung?

Als vereinfachter Ansatz kann gelten: IGerät ≥ ILast,max + ILadung.

Wie berechne ich die Batteriegröße für eine Überbrückungszeit?

Als erste überschlägige Rechnung kann C = I · t verwendet werden. Dieser Wert muss anschließend um reale Einflüsse und eine angemessene Reserve ergänzt werden.

Wie viel Ah benötige ich bei 4 A Last für eine Stunde?

Der mathematische Idealwert beträgt 4 Ah. Die tatsächlich erforderliche Nennkapazität muss größer ausgelegt werden, wenn Alterung, Temperatur, Entladetiefe, Spannungsabfall und Reserve berücksichtigt werden.

Warum sinkt die Überbrückungszeit mit zunehmendem Batteriealter?

Weil die nutzbare Kapazität im Laufe der Batteriealterung abnehmen und der Innenwiderstand steigen kann.

Warum muss der Spitzenstrom berücksichtigt werden?

Schütze, Ventile, Motoren oder andere Verbraucher können kurzzeitig deutlich mehr Strom benötigen als ihre normale Dauerlast.

Was ist Tiefentladeschutz?

Der Tiefentladeschutz trennt die Last, bevor die Batterie eine für den vorgesehenen Betrieb zu niedrige Spannung erreicht und dadurch geschädigt werden kann.

Warum darf die Tiefentladeschwelle nicht beliebig niedrig eingestellt werden?

Eine zu tiefe Entladung kann die Batterie schädigen. Außerdem können angeschlossene Verbraucher bei sehr niedriger Spannung bereits außerhalb ihres zulässigen Betriebsbereiches arbeiten.

Warum muss auch der Leitungsquerschnitt zur Batterie berücksichtigt werden?

Weil Batterieleitungen bei hohen Strömen einen relevanten Spannungsfall verursachen können. Dieser beeinflusst sowohl die Ladung als auch die verfügbare Spannung bei Netzausfall.

Muss die Batterie separat abgesichert werden?

Der Batteriekreis muss entsprechend der konkreten Anlage, Leitungen, Batterie und geltenden Schutzanforderungen ausgelegt und abgesichert werden, da Batterien sehr hohe Kurzschlussströme liefern können.

Welche Meldungen sind bei einer Pufferanlage sinnvoll?

Typischerweise können Netzausfall, Batteriebetrieb, Unterspannung, Ladefehler oder allgemeine Störung überwacht werden. Welche Meldesignale verfügbar sind, hängt vom konkreten Gerät ab.

Wie teste ich eine 24-V-Pufferanlage?

Nach der Inbetriebnahme sollte ein kontrollierter Netzausfall unter realistischer Last durchgeführt werden. Dabei werden Spannungsverlauf, Pufferübernahme, Alarmierung und gegebenenfalls die erreichbare Überbrückungszeit geprüft.

Warum muss die Wiederaufladezeit berücksichtigt werden?

Nach einem Netzausfall kann die Batterie teilweise entladen sein. Wird der Ladestrom durch die gleichzeitig laufende Anlage stark begrenzt, dauert es möglicherweise sehr lange, bis die volle Bereitschaft wiederhergestellt ist.

Was ist das ICS 5326.1?

Das 5326.1 ist ein bei ICS gelistetes Pufferladegerät im 19″-System für 24 V / 12 A und einen externen Akku.

Welche Schutzfunktionen besitzt das 5326.1?

ICS nennt unter anderem Überspannungsschutz, Tiefentladeschutz und interne Temperaturüberwachung.

Besitzt das 5326.1 Meldesignale?

Ja. Auf der ICS-Produktseite werden potentialfreie Meldesignale genannt. Die konkrete Belegung sollte der technischen Dokumentation entnommen werden.

Hat das 5326.1 eine Batterietemperaturkompensation?

Auf der ICS-Produktseite wird eine interne Temperaturüberwachung genannt. Daraus sollte nicht automatisch auf eine externe Batterietemperaturmessung mit temperaturabhängiger Ladespannung geschlossen werden. Falls diese Funktion erforderlich ist, muss sie für die konkrete Ausführung separat bestätigt werden.

Was ist das ICS 2263.0?

Das 2263.0 ist ein automatisches Ladegerät für 12 V und 24 V. Für 24 V nennt ICS einen Ausgangsstrom von 12 A.

Was ist das ICS 2270.0?

Das 2270.0 ist ebenfalls ein automatisches Ladegerät für 12 V und 24 V. Für den 24-V-Betrieb nennt ICS 6 A.

Welches ICS-Gerät eignet sich für eine 24-V-Pufferanlage mit externer Batterie?

Das 5326.1 ist auf der ICS-Seite ausdrücklich als Pufferladegerät mit 24 V / 12 A und externem Akku gelistet. Die Eignung für den konkreten Batterietyp und die erforderliche Ladekennlinie muss dennoch geprüft werden.

Wo finde ich Ladegeräte und Pufferladegeräte bei ICS Schneider?

Eine Übersicht finden Sie unter Ladegeräte / Pufferladegeräte bei ICS Schneider.

Wo finde ich weitere Produkte zur Stromversorgung bei ICS Schneider?

Weitere Stromversorgungsprodukte finden Sie unter Stromversorgung bei ICS Schneider.

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