Messturbine bidirektional messen: Wann Durchfluss in beide Richtungen relevant wird

HySense Messturbine zur bidirektionalen Durchflussmessung an einem Hydraulikprüfstand
→ Produktkategorie: Messturbinen

 

Messturbinen werden häufig zur schnellen Volumenstrommessung in Hydraulikanlagen, Prüfständen und mobilen Maschinen eingesetzt. In vielen Anwendungen strömt das Medium dauerhaft in einer festgelegten Richtung. Es gibt jedoch zahlreiche Kreisläufe, in denen sich die Strömungsrichtung während des Betriebs umkehrt.

Typische Beispiele sind die Prüfung doppeltwirkender Hydraulikzylinder, reversible Pumpen, hydrostatische Fahrantriebe oder Prüfstände mit wechselnden Belastungszuständen. Hier reicht es nicht immer aus, lediglich den Betrag des Volumenstroms zu kennen. Für die Auswertung kann ebenso entscheidend sein, ob das Öl gerade vorwärts oder rückwärts durch die Messstelle fließt.

Eine Turbine, deren Rotor sich in beiden Richtungen drehen kann, liefert allerdings nicht automatisch ein eindeutiges Richtungssignal. Ein einzelner Frequenzausgang erzeugt bei gleichem Volumenstrom meist dieselbe Frequenz – unabhängig davon, in welche Richtung das Medium strömt.

Für eine echte bidirektionale Messung müssen deshalb die mechanische Eignung, die Kalibrierung und die elektrische Richtungserkennung gemeinsam betrachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was bidirektionale Durchflussmessung bedeutet

Bei einer bidirektionalen Messstelle kann das Medium in beiden Richtungen durch den Sensor strömen. Die Auswertung soll dabei mindestens den aktuellen Volumenstrom und gegebenenfalls zusätzlich die jeweilige Strömungsrichtung erkennen.

Je nach Anwendung werden unterschiedliche Ergebnisse benötigt:

  • nur der absolute Volumenstrom unabhängig von der Richtung
  • Volumenstrom mit positivem oder negativem Vorzeichen
  • getrennte Summierung von Vor- und Rückfluss
  • ein Nettozähler aus Vorlauf minus Rücklauf
  • separates Richtungssignal für Steuerung oder Diagnose

Diese Anforderungen sollten bereits vor der Auswahl des Sensors festgelegt werden. Eine Turbine, die hydraulisch in beide Richtungen durchströmt werden darf, muss nicht zwangsläufig alle genannten Auswertungen unterstützen.

Wie eine Messturbine den Volumenstrom erfasst

In einer Messturbine wird ein Turbinenrad durch die Strömungsenergie des Mediums in Rotation versetzt. Die Drehzahl des Rotors ist innerhalb des spezifizierten Bereichs annähernd proportional zum Volumenstrom.

Ein magnetischer oder elektronischer Aufnehmer erkennt die vorbeilaufenden Turbinenschaufeln und erzeugt eine Folge elektrischer Impulse. Aus der Frequenz lässt sich der momentane Volumenstrom berechnen:

Q = f ÷ K

Dabei ist:

  • Q der Volumenstrom
  • f die gemessene Frequenz
  • K der Kalibrier- oder K-Faktor in Impulsen pro Volumeneinheit

Werden die Impulse über die Zeit gezählt, lässt sich zusätzlich das durchgeflossene Volumen bestimmen.

Ein einzelner Aufnehmer erkennt jedoch zunächst nur, wie schnell sich das Turbinenrad bewegt. Dreht es sich mit derselben Geschwindigkeit in die entgegengesetzte Richtung, kann die Ausgangsfrequenz nahezu identisch sein. Die Information über die Richtung fehlt.

Wann Vor- und Rückfluss relevant sind

Bidirektionale Durchflussmessung ist besonders in Hydraulikkreisen sinnvoll, deren Arbeitsrichtung regelmäßig wechselt.

Typische Anwendungen sind:

  • Prüfstände für doppeltwirkende Hydraulikzylinder
  • reversible Hydraulikmotoren und hydrostatische Antriebe
  • Pumpenprüfstände mit wechselnden Betriebszuständen
  • Lenk- und Fahrhydraulik mobiler Maschinen
  • Speicherlade- und Entladevorgänge
  • Kühl- und Schmierkreisläufe mit Rückströmung
  • Spülvorgänge mit wechselnder Flussrichtung
  • Messung von Leckage- oder Rücklaufmengen

Bei einem Zylinderprüfstand kann der Vorfluss beispielsweise die Ausfahrbewegung und der Rückfluss die Einfahrbewegung repräsentieren. Werden beide Richtungen getrennt erfasst, lassen sich Zylindergeschwindigkeit, Volumenbilanz und interne Leckage genauer beurteilen.

Mechanische Eignung und Richtungserkennung unterscheiden

Bei der Produktauswahl müssen drei unterschiedliche Eigenschaften voneinander getrennt werden.

1. Durchströmung in beiden Richtungen

Der Sensor darf mechanisch von beiden Seiten durchströmt werden. Lagerung, Turbinenrad und interne Strömungsführung müssen dafür geeignet sein.

2. Messung in beiden Richtungen

Der Sensor besitzt für Vor- und Rückfluss definierte Messbereiche und Kalibriereigenschaften. Ein Rotor kann sich zwar rückwärts drehen, ohne dass die spezifizierte Messgenauigkeit in dieser Richtung garantiert ist.

3. Erkennung der Strömungsrichtung

Das elektrische Signal enthält eine Information darüber, in welche Richtung das Medium strömt. Dafür sind beispielsweise zwei Frequenzkanäle, ein separates Richtungssignal oder ein digitaler Messwert mit Vorzeichen erforderlich.

Die Aussage „bidirektional einsetzbar“ sollte deshalb immer technisch konkretisiert werden. Entscheidend ist, ob lediglich eine wechselnde Durchströmung zulässig ist oder ob auch ein richtungsabhängiger Messwert benötigt wird.

Welche Ausgangssignale die Richtung übertragen können

Ausgangssignal Volumenstrom Richtungserkennung
Ein einzelnes Frequenzsignal Sehr gut für dynamische Messungen Normalerweise nicht eindeutig
Zwei phasenversetzte Frequenzsignale Hohe zeitliche Auflösung Über die Signalreihenfolge möglich
4–20 mA Einfache analoge Übertragung Bei normaler 4–20-mA-Skalierung meist nur Betrag
Separater Schaltausgang Volumenstrom über Hauptsignal Richtung als zusätzlicher Binärzustand
CAN oder anderes Bussignal Digitaler Messwert und Diagnose Je nach Geräteprotokoll als Vorzeichen oder Status

Ein gewöhnliches 4–20-mA-Signal ist für eine echte positive und negative Skalierung nur eingeschränkt geeignet. Werden 4 mA für maximalen Rückfluss, 12 mA für Stillstand und 20 mA für maximalen Vorfluss verwendet, steht für jede Richtung nur ein Teil des Signalbereichs zur Verfügung.

Häufiger werden deshalb ein Betragssignal und ein separates Richtungssignal oder eine digitale Schnittstelle verwendet.

Richtungserkennung mit zwei phasenversetzten Signalen

Ein verbreitetes Prinzip zur Richtungserkennung verwendet zwei Aufnehmerkanäle. Beide erzeugen Frequenzsignale, die um ungefähr 90 Grad gegeneinander phasenverschoben sind.

In der ersten Strömungsrichtung kommt die steigende Flanke von Kanal 1 vor der entsprechenden Flanke von Kanal 2. Dreht sich der Rotor in die entgegengesetzte Richtung, läuft Kanal 2 voraus.

Die Auswertung erkennt damit:

  • aus der Frequenz die Höhe des Volumenstroms
  • aus der Reihenfolge der Signalflanken die Richtung

Dieses Verfahren wird häufig als Quadratur- oder A/B-Signal bezeichnet. Es ist mit der Richtungserkennung bei Drehgebern vergleichbar.

Die SPS oder Auswerteeinheit muss beide Kanäle ausreichend schnell erfassen können. Eine normale langsame Digitaleingangsbaugruppe kann bei hohen Impulsfrequenzen ungeeignet sein. Dann wird ein schneller Zähler, ein Frequenzeingang oder eine dafür vorgesehene Messkarte benötigt.

K-Faktor und Kalibrierung für beide Richtungen

Auch bei symmetrisch aufgebauten Sensoren können die Messkennlinien in Vor- und Rückrichtung geringfügig voneinander abweichen. Ursachen sind unter anderem Fertigungstoleranzen, Lagerung, interne Strömungsführung und die Lage der Aufnehmer.

Für präzise Messungen kann deshalb ein separater K-Faktor für jede Richtung sinnvoll sein:

  • K-Faktor für Vorfluss
  • K-Faktor für Rückfluss

Wird nur in einer Richtung kalibriert und derselbe Faktor für den Rückfluss verwendet, kann die dort erreichbare Genauigkeit geringer sein.

Bei der Bestellung sollte daher geklärt werden, ob:

  • nur die bevorzugte Strömungsrichtung kalibriert wird
  • eine Kalibrierung in beiden Richtungen möglich ist
  • für beide Richtungen getrennte Kalibrierdaten geliefert werden
  • Medium und Viskosität der späteren Anwendung berücksichtigt werden

Die Viskosität beeinflusst besonders bei Turbinen das Anlaufverhalten und die Kennlinie. Eine Kalibrierung mit dünnflüssigem Medium kann bei zäherem Hydrauliköl zu abweichenden Ergebnissen führen.

Einbaurichtung und Beruhigungsstrecken

Auch eine bidirektional geeignete Messturbine besitzt häufig eine bevorzugte beziehungsweise auf dem Typenschild gekennzeichnete Strömungsrichtung. Diese kann für die Standardkalibrierung oder die elektrische Vorzeichenkonvention maßgeblich sein.

Bei wechselnder Durchflussrichtung wechseln außerdem Ein- und Auslaufseite. Eine Rohrstrecke, die bei Vorfluss als Beruhigungsstrecke dient, liegt bei Rückfluss hinter dem Sensor.

Für eine vergleichbare Messqualität in beiden Richtungen sollte die Installation daher möglichst symmetrisch aufgebaut werden. Starke Strömungsstörungen unmittelbar vor nur einer Sensorseite sind zu vermeiden.

Kritisch sind insbesondere:

  • enge Rohrbögen direkt am Sensor
  • teilweise geöffnete Ventile
  • starke Querschnittssprünge
  • Pumpenanschlüsse mit Drall
  • Luftblasen oder unvollständig gefüllte Leitungen

Die konkreten Anforderungen an Einlauf- und Auslaufstrecken richten sich nach der jeweiligen Messturbine und der Herstellerdokumentation.

Druckverlust und Messbereich berücksichtigen

Das Turbinenrad muss durch die Strömung beschleunigt werden. Dadurch verursacht eine Messturbine einen gewissen Druckverlust, der mit Volumenstrom, Viskosität und Baugröße zunimmt.

Ein zu klein ausgewählter Sensor kann zwar eine hohe Auflösung liefern, verursacht bei maximalem Durchfluss aber möglicherweise einen unzulässig hohen Differenzdruck.

Ein zu großer Sensor reduziert den Druckverlust, kann jedoch bei kleinen Volumenströmen außerhalb seines kalibrierten Bereichs arbeiten. Der Rotor läuft dann möglicherweise ungleichmäßig an oder bleibt stehen.

Für bidirektionale Anwendungen sind deshalb mindestens zu prüfen:

  • minimaler Volumenstrom in beiden Richtungen
  • maximaler Volumenstrom und kurzzeitige Spitzen
  • Viskosität bei minimaler und maximaler Temperatur
  • zulässiger Betriebsdruck
  • Druckverlust bei maximalem Volumenstrom

Schnelle Richtungswechsel und Nulldurchgang

Bei einem Richtungswechsel wird das Turbinenrad zunächst abgebremst, kommt kurz zum Stillstand und beschleunigt anschließend in die Gegenrichtung.

Während dieses Übergangs kann der angezeigte Volumenstrom kurzfristig von der tatsächlichen dynamischen Strömung abweichen. Die Massenträgheit des Rotors, die Lagerreibung und das Aufnehmerprinzip bestimmen, wie schnell der Sensor dem Wechsel folgen kann.

Direkt um den Nullpunkt können außerdem einzelne Impulse oder wechselnde Richtungssignale auftreten. Die Auswertung sollte deshalb eine geeignete Nullzone oder zeitliche Plausibilisierung besitzen.

Eine zu große Nullzone unterdrückt jedoch reale kleine Rückflüsse. Eine zu kleine Nullzone kann bei Pulsationen ständig zwischen Vor- und Rückfluss wechseln.

Für hochdynamische Prüfstände sollten daher Ansprechzeit, minimale Frequenz und Verhalten beim Richtungswechsel ausdrücklich geprüft werden.

Bidirektionale Signale in der SPS auswerten

Eine geeignete SPS-Auswertung sollte den Betrag und die Richtung getrennt verarbeiten.

Bei zwei phasenversetzten Frequenzkanälen kann der Ablauf vereinfacht so erfolgen:

  1. Flanken von Kanal A und Kanal B erfassen.
  2. Ermitteln, welcher Kanal voreilt.
  3. Die Frequenz in einen Volumenstrom umrechnen.
  4. Je nach Richtung ein positives oder negatives Vorzeichen zuweisen.
  5. Vor- und Rückfluss getrennt aufsummieren.
  6. Aus beiden Summen bei Bedarf das Nettovolumen bilden.

Für die Berechnung können unterschiedliche K-Faktoren hinterlegt werden:

Qvor = f ÷ Kvor

Qrück = −f ÷ Krück

Zusätzlich sollten Diagnosezustände vorgesehen werden. Unplausibel wären beispielsweise eine Frequenz auf nur einem Kanal, eine dauerhaft undefinierte Phasenlage oder ein Signal außerhalb des spezifizierten Frequenzbereichs.

Systematische Inbetriebnahme

  1. Strömungsrichtung definieren: Festlegen, welche Richtung als positiv gilt.
  2. Sensor kontrollieren: Messbereich, Medium, Viskosität, Druck und Signalvariante prüfen.
  3. Einbau prüfen: Kennzeichnung, Beruhigungsstrecken und vollständige Füllung der Leitung kontrollieren.
  4. Elektrische Signale testen: Frequenzkanäle, Versorgung und gegebenenfalls CAN-Kommunikation prüfen.
  5. Vorfluss erzeugen: Messwert, Vorzeichen und K-Faktor mit einem bekannten Betriebspunkt vergleichen.
  6. Rückfluss erzeugen: Richtungsumschaltung und rückwärts geltenden K-Faktor kontrollieren.
  7. Nulldurchgang prüfen: Verhalten bei Stillstand und langsamer Richtungsumkehr beobachten.
  8. Summenzähler testen: Vorwärts-, Rückwärts- und Nettovolumen plausibilisieren.

Die Inbetriebnahme sollte nicht nur mit maximalem Durchfluss erfolgen. Gerade kleine Volumenströme und der Bereich um den Richtungswechsel zeigen, ob Sensor und Auswertung zur Messaufgabe passen.

Typische Fehler und Fehlinterpretationen

Fehler Mögliche Folge Bessere Vorgehensweise
Ein Frequenzkanal wird als bidirektionales Signal verwendet Vor- und Rückfluss sind nicht unterscheidbar Zwei Richtungskanäle oder digitales Richtungssignal verwenden
Mechanische Rückwärtsdrehung wird mit kalibrierter Rückwärtsmessung gleichgesetzt Unbekannte Messabweichung im Rückfluss Kalibrierung für beide Richtungen anfragen
Nur ein K-Faktor hinterlegt Eine Richtung kann systematisch abweichen Richtungsspezifische Kalibrierdaten verwenden
4–20 mA wird ohne Richtungssignal ausgewertet Rückfluss erscheint als positiver Volumenstrom Richtung separat übertragen oder Bussignal nutzen
Beruhigungsstrecke nur auf einer Seite Unterschiedliche Messqualität je Richtung Messstelle möglichst symmetrisch aufbauen
Pulsation wird als echter Richtungswechsel interpretiert Unruhiges Vorzeichen und falsche Summierung Nullzone und zeitliche Plausibilisierung definieren
Sensor zu groß ausgelegt Kleine Rückflüsse werden nicht erfasst Minimalen Volumenstrom bei der Auswahl berücksichtigen

Praxisbeispiel: Hydraulikzylinder auf dem Prüfstand

Auf einem Prüfstand soll ein doppeltwirkender Hydraulikzylinder untersucht werden. Die Messturbine sitzt in einer Leitung, durch die beim Ausfahren Öl zum Zylinder und beim Einfahren Öl in der Gegenrichtung zurückströmt.

Zunächst wird eine Messturbine mit einem einzelnen Frequenzausgang verwendet. Die Prüfsoftware zeigt in beiden Bewegungsrichtungen positive Werte an. Die Volumenstromhöhe ist plausibel, eine automatische Zuordnung zur Zylinderbewegung ist jedoch nicht möglich.

Für die überarbeitete Messstelle wird eine bidirektional geeignete Sensor- und Auswertekombination mit Richtungserkennung vorgesehen. Die Software erhält einen positiven Volumenstrom beim Ausfahren und einen negativen Volumenstrom beim Einfahren.

Zusätzlich werden Vor- und Rücklaufvolumen separat integriert. Dabei zeigt sich, dass das zurückströmende Volumen geringfügig vom zugeführten Volumen abweicht. Zusammen mit der Kolbenstangengeometrie und einer zusätzlichen Druckmessung kann anschließend beurteilt werden, ob die Differenz konstruktiv bedingt ist oder auf interne Leckage hinweist.

Beim langsamen Umschalten des Wegeventils treten kurzzeitig kleine Richtungswechsel auf. Durch eine passend festgelegte Nullzone werden einzelne Pulsationsimpulse unterdrückt, ohne den tatsächlichen Rückfluss während der Zylinderbewegung zu verlieren.

Welche Messgeräte / Produkte eignen sich?

Die Kategorie Messturbinen enthält Turbinen-Durchflusssensoren für mobile und stationäre Messungen in Hydraulik-, Prüfstands- und Industrieanwendungen.

Weitere Messprinzipien und Lösungen finden Sie in der Kategorie Durchflussmesstechnik.

HySense® QT3xx für hohe Volumenströme mit SAE-Flansch

Der HySense® QT3xx ist für größere hydraulische Leitungen ausgelegt und besitzt einen 2-Zoll-SAE-Flanschanschluss.

Die Baureihe eignet sich für dynamische Volumenstrommessungen mit geringem Durchflusswiderstand. Die benötigte Ausgangs- und Richtungsausführung muss passend zur Auswertung ausgewählt werden.

HySense® QT4xx für robuste Heavy-Duty-Anwendungen

Der HySense® QT4xx ist als robuste Messturbine für hohe mechanische und hydraulische Belastungen vorgesehen.

Je nach Ausführung stehen Frequenz-, Analog- oder CAN-Signale zur Verfügung. Ob eine separate Richtungserkennung benötigt und unterstützt wird, muss für die konkrete Bestellvariante geprüft werden.

HySense® QT5xx für unterschiedliche Messbereiche und Medien

Der HySense® QT5xx ist in Aluminium- und Edelstahlausführungen erhältlich und eignet sich für präzise Volumenstrommessungen in hydraulischen Anwendungen.

Bei wechselnder Strömungsrichtung sind neben dem Messbereich insbesondere Kalibrierviskosität, Ausgangssignal und gewünschte Richtungsinformation zu definieren.

HySense® QT6xx für dynamische Hydraulikmessungen

Die HySense®-Baureihe QT6xx ist für präzise und schnelle Volumenstrommessungen bei unterschiedlichen Hydraulikmedien und variierenden Temperaturen ausgelegt.

Durch die kurze Ansprechzeit und den geringen Durchflusswiderstand ist sie unter anderem für mobile Messungen und Prüfstände interessant. Für eine bidirektionale Anwendung muss die konkrete Sensor-, Kalibrier- und Auswertekombination gemeinsam festgelegt werden.

Wann ein anderes Messprinzip sinnvoller sein kann

Wenn sehr kleine Volumenströme, eine hohe Viskosität oder eine besonders eindeutige Richtungserkennung im Vordergrund stehen, kann ein Zahnrad- oder Verdrängungssensor besser geeignet sein als eine Messturbine.

ICS Schneider Messtechnik unterstützt bei der Auswahl von Messprinzip, Messbereich, Ausgangssignal und Auswertegerät. Für die Auslegung werden Medium, Viskosität, Temperatur, Druck, minimaler und maximaler Volumenstrom, Leitungsanschluss sowie Anforderungen an Richtungserkennung und Reaktionszeit benötigt.

Fazit: Bidirektionale Durchströmung allein reicht nicht aus

Eine Messturbine kann mechanisch für Vor- und Rückfluss geeignet sein, ohne die Strömungsrichtung elektrisch zu erkennen. Ein einzelnes Frequenz- oder Standardsignal überträgt häufig nur den Betrag des Volumenstroms.

Für eine eindeutige Richtungserkennung werden beispielsweise zwei phasenversetzte Frequenzkanäle, ein separates Richtungssignal oder ein digitaler Messwert mit Vorzeichen benötigt.

Bei präzisen Anwendungen sollte die Messturbine in beiden Richtungen kalibriert werden. Unterschiedliche K-Faktoren für Vor- und Rückfluss können mögliche Abweichungen der beiden Kennlinien berücksichtigen.

Auch die Installation muss für beide Richtungen geeignet sein. Strömungsstörungen, Beruhigungsstrecken, Viskosität, Druckverlust und minimaler Volumenstrom beeinflussen die Messqualität.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Richtungswechsel. Rotorträgheit, Pulsationen und Signale nahe dem Nullpunkt können ohne geeignete Auswertelogik zu falschen Richtungswechseln oder fehlerhaften Summenzählern führen.

Die passende Lösung entsteht daher aus dem vollständigen System aus Messturbine, Kalibrierung, Signalübertragung und SPS- beziehungsweise Messgeräteauswertung.

Häufige Fragen zu bidirektionalen Messturbinen

Kann jede Messturbine in beide Richtungen messen?

Nein. Der Hersteller muss die mechanische Eignung, den Messbereich und gegebenenfalls die Kalibrierung für beide Richtungen bestätigen.

Erkennt ein einzelner Frequenzausgang die Strömungsrichtung?

Normalerweise nicht. Bei gleicher Rotordrehzahl kann in beiden Richtungen dieselbe Frequenz entstehen.

Wie wird die Richtung mit zwei Frequenzsignalen erkannt?

Die beiden Signale sind gegeneinander phasenverschoben. Aus der Reihenfolge ihrer Flanken erkennt die Auswertung, in welche Richtung sich der Rotor dreht.

Kann ein 4–20-mA-Signal Vor- und Rückfluss darstellen?

Nur mit einer dafür vorgesehenen Skalierung oder einem zusätzlichen Richtungssignal. Ein gewöhnliches 4–20-mA-Signal stellt meist lediglich den positiven Betrag dar.

Benötigt man für beide Richtungen unterschiedliche K-Faktoren?

Bei höheren Genauigkeitsanforderungen kann dies sinnvoll sein, da die Messkennlinien in Vor- und Rückrichtung voneinander abweichen können.

Was passiert beim Richtungswechsel?

Das Turbinenrad wird zunächst abgebremst und anschließend in Gegenrichtung beschleunigt. Währenddessen kann der Messwert kurzzeitig verzögert oder unruhig sein.

Wie verhindert man falsche Richtungswechsel durch Pulsationen?

Die Auswertung kann eine geeignete Nullzone, Mindestfrequenz oder zeitliche Plausibilisierung verwenden. Diese darf reale kleine Rückflüsse jedoch nicht unterdrücken.

Müssen Beruhigungsstrecken auf beiden Seiten vorhanden sein?

Bei wechselnder Strömungsrichtung ist eine möglichst symmetrische Installation vorteilhaft, weil jede Seite abwechselnd zur Einlaufseite wird.

Welche SPS-Eingänge werden für Quadratursignale benötigt?

In der Regel werden zwei schnelle Zähler- oder Frequenzeingänge benötigt, welche die Flankenreihenfolge zuverlässig erkennen können.

Wann ist ein Zahnrad-Durchflusssensor besser geeignet?

Bei sehr kleinen Volumenströmen, höherer Viskosität oder besonders hohen Anforderungen an Richtungserkennung und volumetrische Auflösung kann ein Zahnrad- oder Verdrängungssensor vorteilhaft sein.

Welche Angaben benötigt ICS Schneider für die Auswahl?

Benötigt werden Medium, Viskosität, Temperatur, Betriebsdruck, minimaler und maximaler Volumenstrom in beiden Richtungen, Anschluss, gewünschtes Ausgangssignal, Reaktionszeit und Anforderungen an Kalibrierung und Richtungserkennung.

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