Hydraulikdruck prüfen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Digitalmanometer

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Wenn eine Hydraulikanlage nicht mehr die volle Kraft erreicht, zu langsam arbeitet oder ungleichmäßig reagiert, ist der Hydraulikdruck einer der wichtigsten Prüfwerte. Ein zu niedriger Druck kann auf eine verschlissene Pumpe, ein falsch eingestelltes Druckbegrenzungsventil, interne Leckage, verstopfte Filter, defekte Ventile oder Probleme im Hydraulikkreis hinweisen.

Mit einem Digitalmanometer lässt sich der Druck in einer Hydraulikanlage präzise prüfen und dokumentieren. Im Vergleich zu einem einfachen Zeigermanometer bieten viele Digitalmanometer eine bessere Ablesbarkeit, höhere Genauigkeit, Min-/Max-Speicher, Spitzenwerterfassung oder Lecktestfunktionen. Gerade bei Service und Wartung ist das hilfreich, weil Druckspitzen, Arbeitsdruck und Maximaldruck gezielt bewertet werden können.

Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie Hydraulikdruck sicher geprüft wird, worauf bei Messbereich, Minimess-Anschluss, Druckspitzen und Sicherheitsventilen zu achten ist und wie typische Fehlerursachen eingegrenzt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Warum der Hydraulikdruck so wichtig ist

Hydrauliksysteme übertragen Kraft über Druck. Wenn eine Maschine nicht mehr die gewünschte Kraft aufbringt, ein Zylinder langsamer fährt oder eine Presse nicht mehr den Sollwert erreicht, ist der Hydraulikdruck einer der ersten Werte, die geprüft werden sollten.

Der Druck zeigt, ob Pumpe, Ventile, Leitungen, Verbraucher und Druckbegrenzung grundsätzlich zusammenarbeiten. Ein zu niedriger Druck kann darauf hindeuten, dass die Pumpe nicht mehr ausreichend fördert, ein Ventil intern undicht ist, das Druckbegrenzungsventil zu früh öffnet oder der Volumenstrom an einer Stelle verloren geht.

Ein zu hoher Druck ist ebenfalls kritisch. Er kann Bauteile überlasten, Dichtungen beschädigen, Schläuche gefährden oder Sicherheitsventile unnötig belasten. Deshalb ist nicht nur ein Mindestdruck wichtig, sondern auch die Kontrolle des zulässigen Maximaldrucks.

Die Druckmessung ist somit ein zentraler Bestandteil der Hydraulikdiagnose. Sie hilft, mechanische Probleme, hydraulische Fehler und falsche Einstellungen voneinander zu unterscheiden.

Warum ein Digitalmanometer für Hydraulikprüfungen sinnvoll ist

Ein Digitalmanometer zeigt den Druck digital an und bietet je nach Ausführung zusätzliche Funktionen wie Min-/Max-Speicher, Spitzenwerterfassung, Tara-Funktion, verschiedene Druckeinheiten, Datenaufzeichnung oder Lecktestfunktion. Für Hydraulikprüfungen ist das besonders praktisch.

Bei einem analogen Manometer können schnelle Druckspitzen leicht übersehen werden. Ein Digitalmanometer mit Maximalwertspeicher kann dagegen erfassen, welcher Höchstdruck während eines Arbeitszyklus erreicht wurde. Das hilft zum Beispiel bei der Prüfung von Pumpen, Druckbegrenzungsventilen oder Lastspitzen.

Auch die Ablesbarkeit ist ein Vorteil. In Maschinen, engen Einbauräumen oder bei wechselnden Lichtverhältnissen ist ein digitales Display oft leichter abzulesen als eine Skala. Zusätzlich kann die Messung genauer dokumentiert werden.

Wichtig ist jedoch, dass das Digitalmanometer für Hydraulikanwendungen geeignet ist. Messbereich, Überlastfestigkeit, Prozessanschluss, Dichtmaterial, Mediumsverträglichkeit und dynamische Druckbelastung müssen zur Anlage passen.

Geeigneten Messbereich auswählen

Der Messbereich des Digitalmanometers muss zum erwarteten Hydraulikdruck passen. Ist der Messbereich zu niedrig, kann das Gerät durch Überdruck beschädigt werden. Ist der Messbereich viel zu hoch, leidet die Auflösung, und kleine Druckänderungen sind schlechter erkennbar.

Als Orientierung sollte der normale Arbeitsdruck der Anlage bekannt sein. Zusätzlich müssen mögliche Druckspitzen berücksichtigt werden. In Hydrauliksystemen können beim Schalten von Ventilen, beim Anschlag eines Zylinders oder bei Lastwechseln kurzzeitig deutlich höhere Drücke auftreten als im normalen Betrieb.

Ein Digitalmanometer sollte deshalb nicht nur den Betriebsdruck abdecken, sondern auch ausreichende Sicherheitsreserve besitzen. Die zulässige Überlast des Geräts und der maximale Anlagendruck müssen beachtet werden.

Beispiel: Wenn eine Anlage mit einem Arbeitsdruck von 180 bar betrieben wird, kann ein Messbereich bis 250 bar oder 400 bar sinnvoll sein, abhängig von Druckspitzen, Genauigkeitsanforderung und Sicherheitsreserve. Der konkrete Messbereich muss zur jeweiligen Anlage passen.

Hydraulik-Manometer richtig anschließen

Der Anschluss des Manometers muss mechanisch und hydraulisch passen. Entscheidend sind Gewindeart, Dichtung, Druckstufe, Einbausituation und Messstelle. Häufig werden Messanschlüsse, Adapter oder Minimess-Kupplungen verwendet, um das Digitalmanometer sicher und schnell anzuschließen.

Vor dem Anschluss muss geprüft werden, ob die Messstelle drucklos gemacht werden kann oder ob ein Messanschluss für den Anschluss unter Druck vorgesehen ist. Hydrauliksysteme können sehr hohe Drücke speichern. Unsachgemäßes Lösen von Verschraubungen kann gefährlich sein.

Die Dichtfläche und das Gewinde sollten sauber und unbeschädigt sein. Falsche Gewinde, ungeeignete Adapter oder beschädigte Dichtungen können zu Leckagen oder gefährlichen Druckaustritten führen.

Nach dem Anschluss sollte die Messstelle langsam unter Druck gesetzt werden. Dabei ist auf Undichtigkeiten, ungewöhnliche Geräusche und sichere Positionierung des Manometers zu achten.

Minimess-Anschluss für Service und Wartung nutzen

Minimess-Anschlüsse sind in Hydraulikanlagen sehr verbreitet. Sie ermöglichen eine schnelle Druckprüfung, ohne dass die Hauptleitung geöffnet werden muss. Über einen passenden Messschlauch kann das Digitalmanometer mit dem Messanschluss verbunden werden.

Der Vorteil liegt in der einfachen und sauberen Serviceprüfung. Der Messpunkt ist definiert, der Anschluss ist für Druckmessungen vorgesehen und das Messgerät kann flexibel positioniert werden. Das ist besonders hilfreich an Maschinen, mobilen Anlagen, Pressen, Aggregaten oder Hydraulikblöcken.

Wichtig ist, dass Messschlauch, Kupplung und Digitalmanometer für den maximalen Druck geeignet sind. Auch der Zustand des Messschlauchs muss geprüft werden. Beschädigte, geknickte oder gealterte Schläuche dürfen nicht verwendet werden.

Bei der Messung sollte der Schlauch so verlegt werden, dass er nicht eingeklemmt, überfahren, geknickt oder durch bewegliche Maschinenteile gefährdet wird.

Druckspitzen und Überlast berücksichtigen

Hydrauliksysteme können sehr dynamisch sein. Beim Schalten von Ventilen, beim abrupten Stoppen eines Zylinders, bei Lastwechseln oder beim Anfahren gegen Anschlag können kurzzeitige Druckspitzen entstehen. Diese Spitzen sind oft deutlich höher als der normale Arbeitsdruck.

Ein Digitalmanometer mit Maximalwertspeicher kann solche Spitzen erfassen, sofern die Messrate und das Gerät dafür geeignet sind. Das ist wichtig, weil Druckspitzen Bauteile belasten und langfristig Schäden verursachen können.

Wenn sehr schnelle Druckspitzen erwartet werden, reicht ein normales Manometer unter Umständen nicht aus. Dann kann ein schneller Drucksensor mit Datenlogger oder ein geeignetes Messsystem erforderlich sein.

Zum Schutz des Messgeräts können je nach Anwendung Drosseln, Druckstoßdämpfer oder geeignete Adapter eingesetzt werden. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass starke Dämpfung schnelle Ereignisse auch verfälschen oder unsichtbar machen kann.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Hydraulikdruckprüfung

Die folgende Vorgehensweise dient als allgemeine Orientierung. Je nach Maschine, Druckniveau, Medium und Sicherheitsanforderung müssen die Herstellerangaben und betrieblichen Vorschriften beachtet werden.

  1. Unterlagen prüfen: Sollwerte, maximal zulässigen Druck, Messpunkte und Hydraulikplan prüfen.
  2. Messgerät auswählen: Digitalmanometer mit passendem Messbereich, Genauigkeit, Anschluss und Überlastfestigkeit wählen.
  3. Messstelle festlegen: Geeigneten Messpunkt auswählen, zum Beispiel Pumpenausgang, Ventilblock, Verbraucherleitung oder Minimess-Anschluss.
  4. Anlage sichern: Maschine in sicheren Zustand bringen und Bewegungen, Lasten und Druckenergie berücksichtigen.
  5. Manometer anschließen: Messschlauch, Adapter oder Minimess-Kupplung korrekt und dicht anschließen.
  6. Druck langsam aufbauen: Anlage starten und Druckaufbau kontrolliert beobachten.
  7. Arbeitsdruck messen: Druck im normalen Betriebszustand erfassen und mit Sollwert vergleichen.
  8. Maximaldruck speichern: Bei Bedarf Min-/Max-Funktion nutzen und Arbeitszyklus durchfahren.
  9. Druckbegrenzung prüfen: Sicherheits- oder Druckbegrenzungsventil nur nach zulässigem Verfahren kontrollieren.
  10. Messwerte dokumentieren: Messpunkt, Betriebszustand, Druckwerte und Auffälligkeiten notieren.
  11. Druck abbauen: Anlage sicher drucklos machen, bevor Messschlauch oder Adapter entfernt werden.

Arbeitsdruck prüfen und bewerten

Der Arbeitsdruck ist der Druck, der im normalen Betrieb einer Hydraulikanlage anliegt. Er hängt von Last, Ventilstellung, Pumpenleistung, Zylinderfläche, Prozesszustand und Maschinenfunktion ab. Deshalb muss der Druck immer im passenden Betriebszustand gemessen werden.

Ein Messwert im Leerlauf ist nicht automatisch aussagekräftig. Viele Hydraulikanlagen bauen erst unter Last oder bei einer bestimmten Bewegung den relevanten Arbeitsdruck auf. Deshalb sollte klar sein, wann und wo gemessen werden muss.

Der gemessene Druck wird mit dem Sollwert aus Hydraulikplan, Maschinenunterlagen oder Servicevorgabe verglichen. Abweichungen sollten nicht nur als Zahl betrachtet werden, sondern im Zusammenhang mit Maschinenverhalten, Geräuschen, Temperatur, Geschwindigkeit und Kraft.

Wenn der Arbeitsdruck zu niedrig ist, obwohl die Maschine Last benötigt, muss die Ursache eingegrenzt werden. Wenn der Druck zu hoch ist, muss geprüft werden, ob ein Ventil blockiert, ein Verbraucher klemmt oder die Druckbegrenzung falsch eingestellt ist.

Maximaldruck und Spitzenwerte speichern

Viele Fehler in Hydraulikanlagen treten nicht dauerhaft auf, sondern nur während bestimmter Bewegungen oder Lastwechsel. Deshalb ist die Maximalwertfunktion eines Digitalmanometers sehr hilfreich.

Mit der Min-/Max-Funktion kann geprüft werden, welcher höchste Druck während eines Arbeitszyklus erreicht wurde. Das ist zum Beispiel relevant bei Pressen, Hebesystemen, Pumpen, Spannvorrichtungen oder Maschinen mit wechselnden Lasten.

Wenn der Maximaldruck deutlich über dem erwarteten Bereich liegt, können Druckspitzen, falsch eingestellte Ventile, blockierte Leitungen oder mechanische Anschläge die Ursache sein. Wenn der Maximaldruck nicht erreicht wird, kann die Pumpe verschlissen sein, das Druckbegrenzungsventil zu früh öffnen oder eine interne Leckage vorliegen.

Wichtig ist, den Maximalwert immer zusammen mit dem Betriebszustand zu dokumentieren. Ein Maximaldruck ohne Angabe des Messpunkts und Arbeitszyklus ist später nur eingeschränkt aussagekräftig.

Druckbegrenzungsventil und Sicherheitsventil kontrollieren

Das Druckbegrenzungsventil schützt die Hydraulikanlage vor zu hohem Druck. Es öffnet, wenn der eingestellte Grenzdruck erreicht wird, und leitet Öl zurück in den Tank oder in einen Entlastungspfad. Wenn dieses Ventil falsch eingestellt ist oder nicht richtig arbeitet, kann die Anlage entweder zu wenig Kraft aufbauen oder gefährlich hohen Druck erreichen.

Öffnet das Ventil zu früh, erreicht die Maschine den erforderlichen Arbeitsdruck nicht. Öffnet es zu spät oder gar nicht, können Pumpe, Leitungen, Schläuche, Zylinder und Dichtungen überlastet werden.

Die Prüfung des Druckbegrenzungsventils darf nur nach Herstellerangaben und mit geeignetem Messgerät erfolgen. Dabei muss bekannt sein, welcher Maximaldruck zulässig ist und unter welchen Bedingungen das Ventil geprüft werden darf.

Ein Digitalmanometer hilft, den Ansprechdruck des Ventils zu erkennen und zu dokumentieren. Änderungen an Sicherheits- oder Druckbegrenzungseinrichtungen sollten nur von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.

Hydraulikdruck zu niedrig: mögliche Ursachen

Ein zu niedriger Hydraulikdruck kann viele Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist eine verschlissene oder beschädigte Pumpe. Wenn die Pumpe nicht mehr ausreichend Volumenstrom oder Druck liefert, erreicht die Anlage die erforderliche Kraft nicht mehr.

Auch interne Leckagen können den Druck verringern. Öl strömt dann innerhalb von Ventilen, Zylindern oder Pumpen an Dichtstellen vorbei. Von außen ist nicht immer eine Leckage sichtbar, trotzdem geht Druckleistung verloren.

Ein falsch eingestelltes oder defektes Druckbegrenzungsventil kann ebenfalls dafür sorgen, dass der Druck zu niedrig bleibt. Das Ventil öffnet dann zu früh und verhindert den erforderlichen Druckaufbau.

Weitere mögliche Ursachen sind verstopfte Filter, zu niedriger Ölstand, Luft im System, falsche Ölviskosität, defekte Ventile, verschlissene Dichtungen, falsche Drehrichtung der Pumpe oder Probleme im Antrieb der Pumpe.

Typische Messfehler bei der Hydraulikdruckprüfung

Ein häufiger Fehler ist die Wahl eines ungeeigneten Messbereichs. Wenn das Manometer zu niedrig ausgelegt ist, kann es durch Druckspitzen beschädigt werden. Wenn es viel zu hoch ausgelegt ist, werden kleine Abweichungen schlechter erkannt.

Ein weiterer Fehler ist die Messung am falschen Punkt. Der Druck am Pumpenausgang ist nicht immer identisch mit dem Druck am Verbraucher. Druckverluste, Ventile, Drosseln und Leitungswege können dazu führen, dass unterschiedliche Messpunkte unterschiedliche Aussagen liefern.

Auch der Betriebszustand ist entscheidend. Eine Messung ohne Last kann unauffällig sein, obwohl der Druck unter Last einbricht. Umgekehrt können Druckspitzen nur während bestimmter Bewegungen auftreten.

Falsche Adapter, beschädigte Messschläuche, Luft im Messschlauch, undichte Anschlüsse oder starke Dämpfung können die Messung ebenfalls verfälschen.

Tabelle: Messbild, mögliche Ursache und Prüfschritt

Messbild Mögliche Ursache Nächster Prüfschritt
Arbeitsdruck zu niedrig Pumpe verschlissen, Druckbegrenzungsventil öffnet zu früh, interne Leckage Pumpendruck, Ventileinstellung und Verbraucher prüfen
Druck steigt nicht an Pumpe fördert nicht, Ventil offen, Ölstand zu niedrig oder falsche Drehrichtung Ölstand, Pumpenantrieb, Ventilstellung und Ansaugseite prüfen
Druck fällt unter Last ab Interne Leckage, Pumpe zu schwach, Filter verstopft oder Luft im System Lastzustand wiederholen und Druckverlauf dokumentieren
Maximaldruck wird nicht erreicht Druckbegrenzungsventil falsch eingestellt oder Pumpe verschlissen Ansprechdruck und Pumpenleistung prüfen
Druckspitzen sehr hoch Ventilschaltung, Anschlag, Lastwechsel oder fehlende Dämpfung Maximalwert speichern und Schaltvorgänge analysieren
Druck schwankt stark Luft im System, Pumpenpulsation, instabiles Ventil oder wechselnde Last Entlüftung, Ölzustand, Pumpe und Ventile prüfen
Manometer zeigt träge Werte Dämpfung zu stark, Messschlauch verstopft oder Luft im Anschluss Messaufbau und Anschluss prüfen
Leckage am Messanschluss Falscher Adapter, beschädigte Dichtung oder Gewindeproblem Anschluss drucklos machen und Dichtstelle prüfen

Praxisbeispiel: Maschine erreicht nicht mehr die volle Kraft

Eine hydraulische Maschine erreicht nicht mehr die volle Presskraft. Der Bediener bemerkt, dass der Arbeitszyklus länger dauert und das Werkstück nicht mehr zuverlässig bearbeitet wird. Mechanisch ist zunächst kein offensichtlicher Schaden sichtbar.

Ein Digitalmanometer wird über einen Minimess-Anschluss am Hydraulikblock angeschlossen. Zunächst wird der Druck im Leerlauf geprüft. Der Wert erscheint unauffällig. Anschließend wird der Druck während des eigentlichen Arbeitszyklus unter Last gemessen.

Dabei zeigt sich, dass der Druck beim Belastungspunkt deutlich unter dem Sollwert bleibt. Die Maximalwertfunktion bestätigt, dass der erforderliche Maximaldruck nicht erreicht wird. Danach wird das Druckbegrenzungsventil geprüft. Es öffnet früher als vorgesehen.

Nach fachgerechter Kontrolle und Einstellung des Ventils wird der Arbeitszyklus erneut durchgeführt. Der Druck erreicht wieder den Sollbereich, und die Maschine bringt die erforderliche Kraft auf. Zusätzlich wird die Pumpe geprüft, um auszuschließen, dass sie bereits verschlissen ist.

Das Beispiel zeigt: Erst die Druckmessung unter realer Last liefert eine belastbare Aussage. Eine reine Sichtprüfung oder eine Messung im Leerlauf hätte die Ursache nicht sicher gezeigt.

Welches Digitalmanometer eignet sich?

Für Hydraulikprüfungen sollte ein Digitalmanometer mit geeignetem Druckbereich, ausreichender Genauigkeit, robuster Bauform und passendem Prozessanschluss verwendet werden. Wichtig sind außerdem Überlastfestigkeit, gute Ablesbarkeit und eine einfache Bedienung.

Für Serviceeinsätze sind Funktionen wie Min-/Max-Speicher, Tara-Funktion, umschaltbare Druckeinheiten und gegebenenfalls Datenlogging hilfreich. Bei dynamischen Hydrauliksystemen sollte geprüft werden, ob die Messrate des Geräts für die erwarteten Druckänderungen ausreicht.

Zusätzlich muss das Zubehör passen. Messschläuche, Minimess-Kupplungen, Adapter und Dichtungen müssen für den maximalen Druck und das Hydraulikmedium geeignet sein. Ein hochwertiges Digitalmanometer hilft wenig, wenn der Messschlauch nicht zur Anwendung passt.

Bei sehr schnellen Druckspitzen oder detaillierter Fehleranalyse kann ein Drucksensor mit Datenlogger oder ein spezialisiertes Hydraulikmesssystem sinnvoll sein.

Fazit: Hydraulikdruck systematisch prüfen statt nur vermuten

Wenn eine Hydraulikanlage nicht die volle Kraft erreicht, langsam arbeitet oder ungewöhnlich reagiert, sollte der Hydraulikdruck systematisch geprüft werden. Ein Digitalmanometer hilft, Arbeitsdruck, Maximaldruck und Druckverlauf sichtbar zu machen.

Entscheidend sind der richtige Messbereich, ein sicherer Anschluss, der passende Messpunkt und die Messung im richtigen Betriebszustand. Besonders bei Druckspitzen, Lastwechseln und Sicherheitsventilen ist eine sorgfältige Vorgehensweise wichtig.

Die Druckmessung allein ersetzt nicht die vollständige Diagnose, sie liefert aber einen zentralen Hinweis. In Verbindung mit Hydraulikplan, Maschinenverhalten und weiteren Prüfungen lässt sich schnell eingrenzen, ob Pumpe, Ventil, Verbraucher, Druckbegrenzung oder Messaufbau die Ursache ist.

FAQ: Häufige Fragen zur Hydraulikdruckprüfung

Wie prüft man Hydraulikdruck?

Der Hydraulikdruck wird mit einem geeigneten Manometer oder Digitalmanometer an einem vorgesehenen Messpunkt gemessen. Häufig wird ein Minimess-Anschluss verwendet. Wichtig sind passender Messbereich, sicherer Anschluss und Messung im richtigen Betriebszustand.

Wo schließt man ein Hydraulikmanometer an?

Das Manometer wird an einem geeigneten Messpunkt angeschlossen, zum Beispiel am Pumpenausgang, am Ventilblock, an einer Verbraucherleitung oder an einem Minimess-Anschluss. Der richtige Messpunkt hängt von der Fragestellung ab.

Warum ist ein Digitalmanometer besser als ein einfaches Manometer?

Ein Digitalmanometer bietet häufig bessere Ablesbarkeit, höhere Genauigkeit, Min-/Max-Speicher, Einheitenumschaltung und teilweise Datenaufzeichnung. Dadurch lassen sich Arbeitsdruck und Druckspitzen besser dokumentieren.

Welchen Messbereich sollte das Manometer haben?

Der Messbereich muss den erwarteten Arbeitsdruck und mögliche Druckspitzen sicher abdecken. Gleichzeitig sollte er nicht unnötig hoch gewählt werden, damit die Auflösung ausreichend bleibt.

Was ist ein Minimess-Anschluss?

Ein Minimess-Anschluss ist ein Service-Messanschluss in Hydraulikanlagen. Über einen passenden Messschlauch kann ein Manometer angeschlossen werden, ohne die Hauptleitung zu öffnen.

Was bedeutet es, wenn der Hydraulikdruck zu niedrig ist?

Ein zu niedriger Druck kann auf eine verschlissene Pumpe, interne Leckage, ein falsch eingestelltes Druckbegrenzungsventil, Luft im System, zu niedrigen Ölstand oder verstopfte Filter hinweisen.

Warum fällt der Druck unter Last ab?

Wenn der Druck nur unter Last abfällt, können interne Leckagen, Pumpenverschleiß, ein zu früh öffnendes Druckbegrenzungsventil oder ein Problem im Verbraucher vorliegen.

Wie erkennt man Druckspitzen?

Druckspitzen können mit einem Digitalmanometer mit Maximalwertspeicher oder mit einem schnellen Drucksensor und Datenlogger erkannt werden. Ein analoges Manometer zeigt kurze Spitzen oft nicht zuverlässig an.

Darf man das Druckbegrenzungsventil einfach verstellen?

Nein. Druckbegrenzungsventile und Sicherheitsventile dürfen nur nach Herstellerangaben und durch qualifiziertes Fachpersonal geprüft oder eingestellt werden. Falsche Einstellungen können gefährlich sein.

Warum ist die Messung im Leerlauf oft nicht ausreichend?

Viele Hydraulikfehler treten erst unter Last auf. Im Leerlauf kann der Druck unauffällig sein, obwohl die Anlage beim eigentlichen Arbeitsprozess den erforderlichen Druck nicht erreicht.

Welche Sicherheitsregeln gelten bei Hydraulikdruckmessungen?

Hydrauliksysteme können sehr hohe Drücke speichern. Messschläuche, Adapter und Manometer müssen geeignet sein. Anschlüsse dürfen nur sicher und fachgerecht hergestellt werden. Vor dem Lösen von Verbindungen muss der Druck abgebaut werden.

Welches Messgerät eignet sich für Service und Wartung?

Geeignet ist ein robustes Digitalmanometer mit passendem Druckbereich, ausreichender Genauigkeit, Überlastfestigkeit, Min-/Max-Funktion und geeignetem Zubehör wie Messschlauch und Minimess-Kupplung.

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