Ein Kraftaufnehmer wird in eine Prüfmaschine eingebaut.
Der Referenzwert beträgt:
10,000 kN
der Sensor zeigt jedoch:
9,940 kN
Ist der Kraftaufnehmer außerhalb seiner Spezifikation?
Nicht zwangsläufig.
Bei Kraftmessungen entscheidet nicht nur die Qualität des Sensors über das Ergebnis.
Ebenso wichtig sind:
- die Richtung der Krafteinleitung,
- die Fluchtung der gesamten Messachse,
- Gelenkköpfe und weitere Krafteinleitungsteile,
- Querkräfte und Biegemomente,
- Vorlast und Setzverhalten,
- die Reihenfolge der Laststufen,
- Hysterese und Wiederholbarkeit,
- Temperatur,
- die verwendete Mess- und Auswerteelektronik.
Ein Kraftaufnehmer kann nur die Kraft korrekt messen, die tatsächlich in der vorgesehenen Messachse durch seinen Messkörper geleitet wird.
Bereits kleine Fluchtungsfehler können zusätzliche:
Querkräfte + Biegemomente + Torsionsmomente
erzeugen.
Das ist besonders kritisch bei Zug-/Druckkraftaufnehmern, da dieselbe Messkette häufig in beiden Belastungsrichtungen eingesetzt werden soll.
Geeignete Sensoren finden Sie bei ICS Schneider unter WIKA Zug-/Druckkraftaufnehmer sowie unter Kraft-, Wäge-, Drehzahl- und Drehmomentsensoren.
Inhaltsverzeichnis
- Wie funktioniert die Kalibrierung eines Kraftaufnehmers?
- Zug- und Druckkalibrierung unterscheiden
- Warum der Kraftfluss entscheidend ist
- Kraftaufnehmer exakt axial ausrichten
- Warum Querkräfte Messfehler verursachen
- Biegemomente vermeiden
- Gelenkköpfe bei Zugkraft richtig einsetzen
- Was Gelenkköpfe nicht kompensieren können
- Druckkräfte richtig einleiten
- Warum eine Vorlast wichtig ist
- Vorbelastung und Betriebsvorlast unterscheiden
- Laststufen sinnvoll festlegen
- Steigende und fallende Lastreihen
- Hysterese bei Kraftaufnehmern verstehen
- Nullpunkt vor und nach Belastung kontrollieren
- Wiederholbarkeit prüfen
- Sensor oder komplette Messkette kalibrieren?
- Temperatur und Stabilisierung berücksichtigen
- Welche Rolle spielt DIN EN ISO 376?
- Messunsicherheit bei der Kraftkalibrierung
- Empfohlener Kalibrierablauf
- Typische Fehlerbilder
- Praxisbeispiel: 20-kN-Zug-/Druckkraftaufnehmer
- Passende ICS-Produkte
- Fazit
- FAQ
Wie funktioniert die Kalibrierung eines Kraftaufnehmers?
Bei der Kalibrierung wird die Anzeige beziehungsweise das Ausgangssignal eines Kraftmesssystems mit einer rückgeführten Referenzkraft verglichen.
Grundsätzlich gilt:
Referenzkraft → Kraftaufnehmer → elektrisches Signal → Anzeige / Auswertung
Referenzkraft
Die bekannte Kraft kann beispielsweise durch:
- eine Kraft-Normalmesseinrichtung,
- eine Belastungseinrichtung mit rückgeführtem Referenzkraftaufnehmer,
- eine geeignete Kraftkalibriermaschine
bereitgestellt werden.
Am jeweiligen Kalibrierpunkt wird verglichen
FReferenz
mit:
FAnzeige
Messabweichung
Vereinfacht:
ΔF = FAnzeige − FReferenz
Relative Messabweichung
kann beispielsweise angegeben werden als:
δ = (ΔF / FReferenz) × 100 %
Aber
Dieser Vergleich ist nur aussagekräftig, wenn die Kraft unter kontrollierten mechanischen Bedingungen eingeleitet wird.
Zug- und Druckkalibrierung unterscheiden
Ein Zug-/Druckkraftaufnehmer kann grundsätzlich in beiden Belastungsrichtungen eingesetzt werden.
Das bedeutet aber nicht automatisch:
Kalibrierwert Zug = Kalibrierwert Druck
Die mechanischen Randbedingungen unterscheiden sich
Bei Zugbelastung erfolgt die Krafteinleitung typischerweise über:
- Gewinde,
- Gelenkköpfe,
- Zugstangen,
- Bolzenverbindungen.
Bei Druckbelastung
erfolgt die Belastung häufig über:
- Druckplatten,
- Druckstücke,
- Kalotten,
- zentrale Gewindeeinleitungen.
Dadurch können sich unterscheiden
- Setzverhalten,
- Krafteinleitungsgeometrie,
- mechanische Nebenkräfte,
- Nullpunkt,
- Hysterese.
Deshalb
Soll ein Kraftaufnehmer später sowohl Zug als auch Druck messen, sollten beide Belastungsrichtungen bei der vorgesehenen Kalibrierung berücksichtigt werden.
Warum der Kraftfluss entscheidend ist
Ein Kraftaufnehmer ist so konstruiert, dass eine definierte Kraftkomponente seinen Messkörper verformt.
Ideal
verläuft der Kraftfluss:
Lastaufnahme → Messachse des Sensors → Gegenlager
Der Kraftvektor sollte dabei
möglichst:
koaxial zur Messachse
verlaufen.
Problematisch wird es bei
Faxial + Fquer + Mbieg + Mtorsion
Der Sensor soll aber idealerweise nur
Faxial
erfassen.
Deshalb
muss bei der Kalibrierung nicht nur der Kraftwert stimmen.
Auch die Richtung und Art der Krafteinleitung müssen kontrolliert sein.
Kraftaufnehmer exakt axial ausrichten
Eine häufig unterschätzte Fehlerquelle ist ein kleiner Versatz zwischen oberer und unterer Krafteinleitung.
Ideal
liegen:
- Achse der Kalibriermaschine,
- Achse des oberen Krafteinleitungsteils,
- Messachse des Kraftaufnehmers,
- Achse des unteren Krafteinleitungsteils
auf einer gemeinsamen Linie.
Bei axialem Versatz
entsteht zusätzlich zur gewünschten Kraft ein Moment.
Vereinfacht
bei einem Abstand:
e
zwischen Kraftlinie und Sensorachse:
M = F × e
Beispiel
Bei:
F = 20 kN
und nur:
e = 2 mm
entsteht bereits:
M = 40 Nm
Das zeigt
Schon kleine geometrische Fehler können bei hohen Kräften relevante Biegemomente erzeugen.
Warum Querkräfte Messfehler verursachen
Querkräfte wirken senkrecht zur vorgesehenen Messachse.
Sie können beispielsweise entstehen durch
- schräg stehende Zugstangen,
- nicht fluchtende Gewinde,
- verkantete Druckplatten,
- steife Anschlusskonstruktionen,
- seitlich ziehende Kabel oder Schläuche.
Mögliche Folgen
- veränderter Messwert,
- schlechtere Wiederholbarkeit,
- Nullpunktverschiebung,
- mechanische Überlastung,
- dauerhafte Beschädigung.
Bei mehreren WIKA-Kraftaufnehmern weist ICS ausdrücklich darauf hin
dass die Messkraft:
zentrisch und querkraftfrei
eingeleitet werden muss.
Biegemomente vermeiden
Eine reine Zugkraft belastet einen Kraftaufnehmer entlang seiner Achse.
Wird die Kraft dagegen außermittig eingeleitet, entsteht zusätzlich ein Biegemoment.
Typischer Fehler
Eine Zugstange wird auf einer Seite fest eingespannt.
Der Sensor wird anschließend durch die Gewindeverbindung mechanisch in die gewünschte Position gezwungen.
Dann kann bereits bei Nullkraft
eine mechanische Vorspannung entstehen.
Erkennbar ist dies häufig daran
dass sich der Nullpunkt verändert, wenn:
- eine Verschraubung gelöst wird,
- die Ausrichtung verändert wird,
- ein Krafteinleitungsteil neu montiert wird.
Merksatz
Ein Kraftaufnehmer sollte niemals als mechanisches Ausgleichselement für eine schlecht fluchtende Konstruktion verwendet werden.
Gelenkköpfe bei Zugkraft richtig einsetzen
Bei Zugkraftmessungen werden häufig Gelenkköpfe eingesetzt.
Ihre Aufgabe
besteht darin, kleine Winkelabweichungen der angeschlossenen Zugglieder zuzulassen.
Damit kann sich die Zuglinie besser ausrichten
und die Gefahr zusätzlicher:
- Biegemomente,
- Zwangskräfte,
- Verspannungen
wird reduziert.
Typischer Aufbau
Prüfmaschine → Gelenkkopf → Kraftaufnehmer → Gelenkkopf → Prüfmaschine
Besonders sinnvoll
sind Gelenkköpfe bei:
- Zugstangen,
- Spindelantrieben,
- Prüfmaschinen,
- Linearantrieben,
- beweglichen Maschinenkonstruktionen.
WIKA F2303
Der bei ICS gelistete:
ist ein Zug-/Druckkraftaufnehmer mit Gelenkkopf und damit besonders anschaulich für diese Art der axialen Krafteinleitung.
Was Gelenkköpfe nicht kompensieren können
Ein Gelenkkopf ist kein universeller Fehlerkompensator.
Er kann kleine Winkelabweichungen aufnehmen
aber beispielsweise keinen dauerhaft starken:
- Parallelversatz,
- seitlichen Kraftangriff,
- Torsionseintrag,
- zu großen Gelenkwinkel
unschädlich machen.
Auch die Gelenke selbst müssen frei beweglich sein
Ein festgeklemmter oder bis zum Anschlag verdrehter Gelenkkopf kann seine Ausgleichsfunktion nicht erfüllen.
Bolzen beachten
Bei Bolzenverbindungen sollten:
- Bolzendurchmesser,
- Spiel,
- Auflagebreite,
- Festigkeit
zur Belastung passen.
Das Ziel bleibt
axiale Kraft ohne relevante Nebenkräfte
Druckkräfte richtig einleiten
Bei der Druckkalibrierung entstehen andere mechanische Probleme als bei Zug.
Besonders wichtig sind
- parallele Druckflächen,
- saubere Kontaktflächen,
- zentrale Belastung,
- ausreichende Steifigkeit,
- kein Verkanten.
Unebene Kontaktfläche
kann dazu führen, dass die Last zunächst nur auf einem Teil der vorgesehenen Fläche wirkt.
Beim Erhöhen der Kraft
setzt sich die Verbindung.
Dadurch kann der gemessene Verlauf beispielsweise:
nichtlinear
erscheinen.
Abhilfe
Je nach Sensortyp und vorgesehener Montage können geeignete:
- Druckstücke,
- Kalotten,
- gehärtete Platten,
- Krafteinleitungsteile
eingesetzt werden.
Aber
die verwendeten Teile müssen zur vom Hersteller vorgesehenen Krafteinleitung des jeweiligen Sensors passen.
Warum eine Vorlast wichtig ist
Nach dem Einbau eines Kraftaufnehmers besitzen die mechanischen Kontaktstellen noch nicht zwangsläufig einen vollständig reproduzierbaren Zustand.
Es können sich setzen
- Gewinde,
- Gelenkköpfe,
- Druckstücke,
- Auflageflächen,
- Bolzenverbindungen.
Deshalb wird vor den eigentlichen Messreihen häufig vorbelastet
beziehungsweise die Messkette mehrfach mit einer hohen definierten Kraft beaufschlagt.
Ziel
ist ein stabiler mechanischer Zustand.
Ohne ausreichende Vorbelastung
kann beispielsweise die erste Messreihe deutlich von späteren Messreihen abweichen.
Bei normgebundenen Kalibrierungen
ist das konkrete Vorbelastungsverfahren aus der anzuwendenden Norm beziehungsweise Kalibrierrichtlinie zu übernehmen.
Vorbelastung und Betriebsvorlast unterscheiden
Zwei Begriffe werden häufig miteinander vermischt.
Vorbelastung zur Konditionierung
Hierbei wird der Sensor vor einer Kalibrierreihe belastet, um:
- mechanische Setzeffekte zu reduzieren,
- den Messkörper zu konditionieren,
- reproduzierbare Ausgangsbedingungen herzustellen.
Betriebsvorlast
Eine Anwendung kann dagegen dauerhaft eine Grundkraft auf den Sensor ausüben.
Beispiel
Ein Behälter erzeugt durch sein Eigengewicht bereits:
5 kN
und die eigentliche Prozesskraft variiert anschließend zwischen:
5 … 15 kN
Dann sollte geklärt werden
ob der Sensor beziehungsweise die Messkette:
0 … 20 kN
oder speziell im tatsächlichen Betriebsbereich:
5 … 15 kN
bewertet werden soll.
Laststufen sinnvoll festlegen
Eine Kalibrierung nur bei:
0 %
und:
100 %
des Messbereichs liefert nur begrenzte Informationen.
Typische Prüfpunkte können beispielsweise sein
0 % → 20 % → 40 % → 60 % → 80 % → 100 %
Je nach Kalibrierverfahren
können mehr oder andere Punkte erforderlich sein.
Mehrere Laststufen zeigen
- Linearität,
- Wiederholbarkeit,
- Bereichsabhängigkeit,
- gegebenenfalls Hysterese.
Besonders wichtig
Wenn ein Sensor im Betrieb hauptsächlich bei:
5 … 20 % des Nennbereichs
arbeitet, ist eine Kalibrierung ausschließlich in der oberen Hälfte des Messbereichs für die Anwendung möglicherweise wenig aussagekräftig.
Steigende und fallende Lastreihen
Wird die Kraft schrittweise erhöht, entsteht eine:
steigende Belastungsreihe
Beispiel
0 → 5 → 10 → 15 → 20 kN
Danach kann die Kraft wieder reduziert werden
20 → 15 → 10 → 5 → 0 kN
Das ist eine fallende Belastungsreihe
Der Vergleich beider Richtungen zeigt, ob derselbe Kraftwert abhängig von seiner Belastungshistorie unterschiedlich angezeigt wird.
Diese Eigenschaft
ist für Anwendungen relevant, in denen Kräfte sowohl:
ansteigen
als auch:
abfallen
.
Hysterese bei Kraftaufnehmern verstehen
Ein Kraftaufnehmer kann bei derselben Kraft unterschiedliche Signale liefern, abhängig davon, ob die Kraft zuvor:
erhöht
oder:
reduziert
wurde.
Beispiel
Bei steigender Belastung:
10 kN → Anzeige 10,01 kN
bei fallender Belastung:
10 kN → Anzeige 9,98 kN
Differenz
30 N
Diese Umkehrspanne beziehungsweise Hysterese
kann unter anderem durch:
- den Messkörper,
- mechanische Verbindungsteile,
- Gelenke,
- Reibung,
- Kalibriereinrichtung
beeinflusst werden.
Deshalb
Die Hysterese einer kompletten eingebauten Messkette ist nicht zwangsläufig identisch mit der Datenblattangabe des einzelnen Kraftaufnehmers.
Nullpunkt vor und nach Belastung kontrollieren
Der unbelastete Ausgangswert liefert wichtige Informationen.
Vor der Kalibrierung
sollte der Nullwert nach ausreichender Stabilisierung dokumentiert werden.
Nach einer vollständigen Belastungsreihe
wird die Kraft wieder entfernt.
Dann wird geprüft:
Kehrt der Sensor zum ursprünglichen Nullwert zurück?
Eine Nullpunktverschiebung kann hinweisen auf
- Setzeffekte,
- mechanische Verspannung,
- Temperaturänderung,
- Überlastung,
- bleibende Verformung.
Besonders auffällig
ist eine Nullpunktänderung, die sich nach mehreren Belastungszyklen nicht stabilisiert.
Wiederholbarkeit prüfen
Ein einzelner Belastungszyklus reicht nicht aus, um die Reproduzierbarkeit eines Messsystems zu beurteilen.
Deshalb werden mehrere Belastungsreihen durchgeführt
und die Ergebnisse an denselben Kraftstufen miteinander verglichen.
Beispiel bei 10 kN
Reihe 1: 10,004 kN
Reihe 2: 10,006 kN
Reihe 3: 10,003 kN
Kleine Streuung
spricht für gute Wiederholbarkeit unter den gegebenen Bedingungen.
Große Streuung
kann dagegen beispielsweise auf:
- schwankende Krafteinleitung,
- Reibung,
- lose Verbindungsteile,
- elektrische Störungen,
- Temperaturänderungen
hinweisen.
Sensor oder komplette Messkette kalibrieren?
Ein Kraftaufnehmer liefert zunächst ein elektrisches Signal.
Je nach Ausführung beispielsweise
mV/V
oder bei integrierter Elektronik:
4 … 20 mA
beziehungsweise:
0 … 10 V
Im realen Einsatz besteht die Messkette jedoch häufig aus
Kraftaufnehmer → Kabel → Verstärker → Anzeige / SPS / Datenerfassung
Wird nur der Kraftaufnehmer kalibriert
sind zusätzliche Abweichungen der:
- Versorgung,
- Verstärkerelektronik,
- Analogeingangskarte,
- Skalierung,
- Anzeige
nicht automatisch Bestandteil der Kalibrierung.
Für die Anwendung kann deshalb sinnvoll sein
die:
komplette Messkette
zu kalibrieren.
Vorteil
Der dokumentierte Messwert entspricht dann stärker der tatsächlich verwendeten Konfiguration.
Temperatur und Stabilisierung berücksichtigen
Kraftaufnehmer reagieren nicht ausschließlich auf mechanische Kraft.
Temperatur kann beeinflussen
- Nullsignal,
- Kennwert,
- mechanische Abmessungen,
- Messverstärker,
- Krafteinleitungsteile.
Deshalb sollte die Messkette
vor einer hochgenauen Kalibrierung ausreichend an die Umgebungstemperatur angepasst sein.
Problematisch
ist beispielsweise:
Sensor aus kaltem Lager → sofortige Präzisionskalibrierung bei Raumtemperatur
Auch Selbsterwärmung
durch Elektronik oder benachbarte Maschinenkomponenten kann relevant sein.
Welche Rolle spielt DIN EN ISO 376?
DIN EN ISO 376 beschreibt die Kalibrierung von Kraftmessgeräten, die zur statischen Verifizierung einachsiger Prüfmaschinen eingesetzt werden.
Die Norm ist damit besonders relevant
für Kraftmessgeräte, die beispielsweise zur Überprüfung von:
- Zugprüfmaschinen,
- Druckprüfmaschinen,
- Materialprüfmaschinen
verwendet werden.
Je nach vorgesehener Nutzung
unterscheidet die Norm unter anderem zwischen:
Kalibrierung nur mit steigenden Kräften
und:
Kalibrierung mit steigenden und fallenden Kräften
Bei reversibler Verwendung
werden steigende und fallende Belastungen berücksichtigt, um das Verhalten bei Lastumkehr beziehungsweise die Umkehrspanne zu bewerten.
Vorbelastung
ist ebenfalls Bestandteil des normativen Kalibrierablaufs.
Wichtig
Nicht jede industrielle Kraftmessung muss automatisch nach DIN EN ISO 376 kalibriert werden.
Das anzuwendende Verfahren hängt von:
- Messaufgabe,
- Qualitätsanforderungen,
- Verwendungszweck,
- Normen und Kundenvorgaben
ab.
Messunsicherheit bei der Kraftkalibrierung
Das Kalibrierergebnis besitzt immer eine Messunsicherheit.
Mögliche Beiträge sind
- Unsicherheit der Referenzkraft,
- Auflösung der Anzeige,
- Wiederholbarkeit,
- Reproduzierbarkeit,
- Nullpunktverhalten,
- Hysterese,
- Interpolation,
- Temperatur,
- Ausrichtung,
- Krafteinleitung,
- Messverstärker.
Wichtig
Die Genauigkeit des Referenzsystems allein bestimmt deshalb nicht die Unsicherheit der gesamten Kalibrierung.
Beispiel
Eine hochgenaue Referenzkraft nützt nur begrenzt, wenn der Prüfling:
schräg eingebaut
ist und dadurch schlecht reproduzierbare Nebenkräfte erzeugt.
Deshalb
Mechanische Qualität des Prüfaufbaus und metrologische Qualität der Referenz gehören bei der Kraftkalibrierung unmittelbar zusammen.
Empfohlener Kalibrierablauf für Zug-/Druckkraftaufnehmer
- Messaufgabe festlegen: Zug, Druck oder beide Richtungen?
- Kalibrierbereich definieren: Tatsächlich benötigten Kraftbereich festlegen.
- Kalibrierverfahren bestimmen: Werkskalibrierung, rückgeführte Kalibrierung oder normgebundenes Verfahren festlegen.
- Kraftaufnehmer identifizieren: Typ, Nennkraft, Seriennummer und Ausgangssignal dokumentieren.
- Krafteinleitungsteile festlegen: Gewinde, Gelenkköpfe, Druckstücke und Adapter passend auswählen.
- Bauteile kontrollieren: Gewinde, Bolzen und Kontaktflächen auf Schäden prüfen.
- Messkette elektrisch anschließen: Sensor, Verstärker und Anzeige entsprechend der späteren Verwendung verbinden.
- Warmlauf beziehungsweise Temperaturstabilisierung abwarten: Messkette an die Umgebungsbedingungen angleichen.
- Kraftachse ausrichten: Referenzmaschine, Kraftaufnehmer und Krafteinleitungsteile fluchten.
- Querkräfte vermeiden: Anschlusskonstruktion auf seitliche Kräfte prüfen.
- Gelenkköpfe frei ausrichten: Bei Zugmessungen sicherstellen, dass sie nicht am Anschlag stehen oder verspannt sind.
- Druckflächen prüfen: Bei Druckkalibrierung parallele und saubere Kontaktflächen sicherstellen.
- Nullpunkt dokumentieren: Ausgangswert im unbelasteten Zustand erfassen.
- Vorbelasten: Messkette entsprechend dem vorgesehenen Kalibrierverfahren konditionieren.
- Nullpunkt erneut prüfen: Nach der Vorbelastung auf stabile Ausgangslage achten.
- Steigende Lastreihe fahren: Definierte Kraftstufen nacheinander anfahren.
- Stabilisierungszeit beachten: Messwert erst nach ausreichender Stabilisierung übernehmen.
- Weitere Messreihe durchführen: Wiederholbarkeit prüfen.
- Falls erforderlich fallende Lastreihe durchführen: Hysterese beziehungsweise Umkehrspanne bewerten.
- Zug- und Druckrichtung getrennt prüfen: Wenn beide im späteren Betrieb relevant sind.
- Nullpunkt nach Entlastung prüfen: Bleibende Nullpunktverschiebung dokumentieren.
- Messabweichung bestimmen: Anzeigen mit der Referenzkraft vergleichen.
- Messunsicherheit bewerten: Relevante Einflussgrößen berücksichtigen.
- Kalibrierergebnis dokumentieren: Messpunkte, Belastungsrichtung, Einbausituation und verwendete Messkette festhalten.
Typische Fehler bei der Kalibrierung von Kraftaufnehmern
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|
| Messwert ändert sich nach Neuinstallation | Andere Krafteinleitung oder Verspannung | Montage und Kraftachse prüfen |
| Erste Messreihe unterscheidet sich von den folgenden | Setzvorgänge beziehungsweise fehlende Vorbelastung | Definierte Vorbelastungszyklen durchführen |
| Sensor zeigt bei gleicher Kraft unterschiedliche Werte | Schlechte Wiederholbarkeit oder wechselnde Nebenkräfte | Krafteinleitung und Befestigung kontrollieren |
| Steigende und fallende Last liefern unterschiedliche Werte | Hysterese beziehungsweise Reibung im System | Beide Lastreihen vergleichen |
| Nullpunkt verschiebt sich nach Belastung | Setzung, Verspannung oder Überlast | Nullpunkt nach jedem Lastzyklus prüfen |
| Zugmessung ist stabil, Druckmessung nicht | Unterschiedliche Krafteinleitung | Druckflächen und Zentrierung prüfen |
| Druckwert hängt von Position des Sensors ab | Außermittige Belastung | Kraftachse und Auflage kontrollieren |
| Messwert verändert sich beim Festziehen einer Zugstange | Torsions- oder Biegemoment | Montage spannungsfrei wiederholen |
| Gelenkkopf ist vorhanden, Querlast bleibt trotzdem hoch | Gelenk blockiert oder Parallelversatz zu groß | Bewegungsfreiheit und Gesamtgeometrie prüfen |
| Wert driftet während der Kalibrierung | Temperaturänderung oder Elektronik nicht stabilisiert | Temperatur und Warmlaufzeit prüfen |
| Sensor allein ist korrekt, komplette Maschine zeigt Abweichung | Messverstärker, Skalierung oder Mechanik | Komplette Messkette prüfen |
| Abweichung steigt mit zunehmender Kraft | Linearitätsfehler oder lastabhängige Nebenkräfte | Mehrere Lastpunkte und mechanische Ausrichtung prüfen |
Praxisbeispiel: 20-kN-Zug-/Druckkraftaufnehmer kalibrieren
Ein Kraftaufnehmer mit einem Nennbereich von:
0 … 20 kN
soll in einer Prüfvorrichtung sowohl Zug- als auch Druckkräfte messen.
Schritt 1: Mechanischen Aufbau definieren
Für Zug werden:
Gelenkkopf → Sensor → Gelenkkopf
verwendet.
Schritt 2: Kraftachse ausrichten
Die Zugglieder werden so montiert, dass der Sensor nicht seitlich gezogen wird.
Schritt 3: Vorbelastung
Vor Beginn der eigentlichen Messreihe wird die Messkette entsprechend dem festgelegten Kalibrierverfahren belastet und wieder entlastet.
Schritt 4: Steigende Zugkräfte
Beispielsweise:
0 → 4 → 8 → 12 → 16 → 20 kN
Schritt 5: Fallende Zugkräfte
Wenn Hysterese beziehungsweise Umkehrspanne relevant ist:
20 → 16 → 12 → 8 → 4 → 0 kN
Schritt 6: Nullpunkt kontrollieren
Nach vollständiger Entlastung wird geprüft, ob das Ausgangssignal wieder auf den Ausgangswert zurückkehrt.
Schritt 7: Druckaufbau herstellen
Für die Druckkalibrierung werden geeignete Krafteinleitungsteile verwendet.
Die Kontaktflächen werden:
- gereinigt,
- zentriert,
- parallel ausgerichtet.
Schritt 8: Druckrichtung separat konditionieren
Die Messkette wird entsprechend dem Kalibrierverfahren auch in Druckrichtung vorbelastet.
Schritt 9: Druckmessreihen durchführen
Die gleichen beziehungsweise für die Anwendung vorgesehenen Kraftstufen werden angefahren.
Schritt 10: Ergebnisse vergleichen
Bewertet werden:
- Abweichung von der Referenz,
- Wiederholbarkeit,
- Hysterese,
- Nullpunktrückkehr,
- Unterschied zwischen Zug- und Druckrichtung.
Ergebnis
Die Aussage „Kraftaufnehmer 0 … 20 kN kalibriert“ ist allein zu wenig. Für eine belastbare Bewertung muss auch dokumentiert sein, in welcher Belastungsrichtung, mit welchen Krafteinleitungsteilen und unter welchen mechanischen Bedingungen kalibriert wurde.
Passende ICS-Produkte für Zug- und Druckkraftmessungen
WIKA Typ F2303 – Zug-/Druckkraftaufnehmer mit Gelenkkopf bis 45 kN
Für Anwendungen mit axialen Zug- und Druckkräften führt ICS den:
ICS nennt
- Messbereiche 0 … 10 kN bis 0 … 45 kN,
- korrosionsbeständige CrNi-Stahl-Ausführung,
- integrierten Verstärker,
- große Langzeitstabilität,
- große Schock- und Schwingungsbeständigkeit,
- gute Reproduzierbarkeit,
- einfache Montage.
Typische Anwendungen laut ICS
- Maschinen- und Anlagenbau,
- Fertigungsautomatisierung,
- Pressen,
- Hubzylinder,
- Schweißzangen,
- Antriebe.
Ausgangssignale
ICS nennt unter anderem:
4 … 20 mA
und:
0 … 10 V
Für diesen Beitrag besonders relevant
ist der Gelenkkopf, weil er eine praxisgerechte mechanische Einbindung in axial belastete Konstruktionen ermöglicht.
Auch hier ersetzt der Gelenkkopf jedoch keine korrekte Gesamtausrichtung der Kraftlinie.
WIKA Typ F2802 – S-Typ Zug-/Druckkraftaufnehmer bis 50 kN
Für klassische Zug-/Druckmessungen führt ICS außerdem den:
ICS nennt
- Messbereiche 0 … 0,5 kN bis 0 … 50 kN,
- CrNi-Stahl- oder Stahlausführung,
- Schutzart IP65 bei Messbereichen unter 5 kN,
- Schutzart IP67 ab 5 kN.
Anwendungen
umfassen:
- Zug- und Druckkraftprüfung,
- Behälterverwiegung,
- Lastüberwachung in Industrieanlagen.
Wichtiger Montagehinweis
ICS weist ausdrücklich darauf hin, dass die Messkraft:
zentrisch und querkraftfrei
eingeleitet werden muss.
WIKA Typ F2822 – Zug-/Druckkraftaufnehmer für Materialprüfung bis 500 kN
Für größere Kräfte und Anwendungen in der Materialprüfung führt ICS den:
ICS nennt
- Messbereiche 0 … 5 kN bis 0 … 500 kN,
- niedrige Einbauhöhe,
- Stahlausführung,
- Schutzart IP66.
Typische Anwendungen
- Materialprüfmaschinen,
- Lastüberwachung,
- Fertigungsstraßen,
- Mess-, Prüf- und Kontrolleinrichtungen,
- Sondermaschinenbau.
Auch hier gilt
Die Kraft muss:
zentrisch und querkraftfrei
eingeleitet werden.
Welche Lösung passt?
| Anwendung | Passende ICS-Lösung |
|---|---|
| Zug-/Druckmessung mit Gelenkkopfanbindung bis 45 kN | WIKA F2303 |
| Klassischer S-Typ für Zug- und Druckprüfung bis 50 kN | WIKA F2802 |
| Materialprüfung und größere Kräfte bis 500 kN | WIKA F2822 |
| Sehr kleine Zug-/Druckkräfte ab 10 N | WIKA F2220 beziehungsweise F2221 entsprechend Anwendung prüfen |
| Sehr hohe Kräfte | Weitere WIKA Zug-/Druckkraftaufnehmer entsprechend Messbereich und Einbausituation auswählen |
Eine Übersicht finden Sie unter WIKA Zug-/Druckkraftaufnehmer bei ICS Schneider.
Fazit
Eine präzise Kraftkalibrierung beginnt nicht mit dem ersten Kalibrierpunkt.
Sie beginnt mit der:
mechanischen Krafteinleitung
Zug- und Druckrichtung müssen getrennt betrachtet werden
Die unterschiedlichen Krafteinleitungsteile können zu unterschiedlichen mechanischen Bedingungen führen.
Die Kraft muss axial wirken
Querkräfte, Biegemomente und Torsion verändern den Belastungszustand des Kraftaufnehmers.
Gelenkköpfe helfen bei Zugmessungen
Sie können kleine Winkelabweichungen ausgleichen und Zwangsmomente reduzieren.
Sie ersetzen jedoch keine korrekt ausgerichtete Gesamtkonstruktion.
Vorbelastung verbessert die Reproduzierbarkeit
Mechanische Kontaktstellen können sich setzen.
Ein definierter Vorbelastungsablauf sorgt deshalb für vergleichbarere Ausgangsbedingungen.
Steigende und fallende Kräfte zeigen Hysterese
Wenn eine Messkette später in beiden Belastungsrichtungen eines Kraftverlaufs eingesetzt wird, sollte auch dieses Verhalten bei der Kalibrierung berücksichtigt werden.
Die komplette Messkette kann entscheidend sein
Neben dem Sensor beeinflussen auch:
- Krafteinleitung,
- Verstärker,
- Anzeige,
- Verdrahtung,
- Temperatur
das Ergebnis.
Für die Praxis gilt deshalb
Messaufgabe definieren → Zug und Druck festlegen → Kraftbereich bestimmen → geeigneten Kraftaufnehmer wählen → passende Krafteinleitungsteile auswählen → Kraftachse exakt ausrichten → Querkräfte und Biegemomente vermeiden → Gelenkköpfe spannungsfrei montieren → elektrische Messkette anschließen → Temperatur stabilisieren → Nullpunkt prüfen → definiert vorbelasten → Laststufen anfahren → Messreihen wiederholen → bei Bedarf steigende und fallende Kräfte erfassen → Zug und Druck getrennt bewerten → Nullpunktrückkehr kontrollieren → Messabweichung und Messunsicherheit bestimmen → Einbausituation im Kalibrierergebnis dokumentieren.
FAQ: Kraftaufnehmer in Zug und Druck richtig kalibrieren
Wie wird ein Kraftaufnehmer kalibriert?
Eine bekannte rückgeführte Referenzkraft wird auf den Kraftaufnehmer aufgebracht und sein Ausgangssignal beziehungsweise seine Anzeige mit dieser Referenz verglichen.
Kann ein Zug-/Druckkraftaufnehmer in beiden Richtungen kalibriert werden?
Ja. Wenn beide Belastungsrichtungen für die Anwendung relevant sind, sollten Zug und Druck entsprechend berücksichtigt werden.
Ist die Genauigkeit in Zug und Druck automatisch gleich?
Nicht zwangsläufig. Krafteinleitung, Montage, Hysterese und die mechanische Belastung der Messkette können sich zwischen beiden Richtungen unterscheiden.
Warum muss die Kraft axial eingeleitet werden?
Der Kraftaufnehmer ist für eine definierte Belastung entlang seiner Messachse ausgelegt. Seitliche Kräfte oder Momente können zusätzliche Verformungen und dadurch Messfehler erzeugen.
Was ist eine Querkraft?
Eine Querkraft wirkt seitlich beziehungsweise quer zur vorgesehenen Messachse des Kraftaufnehmers.
Was ist ein Biegemoment?
Ein Biegemoment entsteht unter anderem dann, wenn die Kraft nicht entlang der Sensorachse, sondern mit einem seitlichen Abstand eingeleitet wird.
Wie entsteht ein Biegemoment durch außermittige Krafteinleitung?
Vereinfacht gilt M = F × e, wobei F die Kraft und e der Abstand zwischen Kraftlinie und Messachse ist.
Was ist ein Gelenkkopf?
Ein Gelenkkopf ist ein mechanisches Verbindungselement mit beweglicher Lagerung, das kleine Winkeländerungen zwischen zwei Zuggliedern ermöglichen kann.
Warum werden Gelenkköpfe bei Zugkraftaufnehmern verwendet?
Sie helfen dabei, Zwangsmomente durch kleine Winkelabweichungen der angeschlossenen Bauteile zu reduzieren und die Kraft axial durch den Sensor zu leiten.
Beseitigt ein Gelenkkopf alle Querkräfte?
Nein. Große Parallelversätze, seitliche Kraftangriffe oder blockierte Gelenke können weiterhin relevante Nebenkräfte erzeugen.
Brauche ich zwei Gelenkköpfe?
Das hängt vom vorgesehenen mechanischen Aufbau ab. Bei frei ausgerichteten Zugmessketten werden häufig Gelenke an beiden Seiten verwendet, damit sich die Kraftlinie möglichst spannungsfrei einstellen kann.
Kann ich einen Gelenkkopf vollständig festsetzen?
Wenn die Gelenkbewegung blockiert wird, verliert er seine Ausgleichsfunktion. Die konkrete Montage muss den Vorgaben des jeweiligen Sensors und Krafteinleitungsteils entsprechen.
Was muss bei Druckkraft beachtet werden?
Die Kraft sollte zentrisch eingeleitet werden. Auflage- und Druckflächen müssen zur vorgesehenen Sensorgeometrie passen und dürfen keine unzulässigen Quer- oder Biegemomente erzeugen.
Warum sind parallele Druckflächen wichtig?
Bei nicht parallelen Flächen kann die Last zunächst einseitig eingeleitet werden und damit eine außermittige Belastung verursachen.
Was bedeutet Vorlast bei einer Kraftkalibrierung?
Im Zusammenhang mit der Kalibrierung wird damit häufig eine definierte Vorbelastung beziehungsweise Konditionierung der Messkette bezeichnet, bevor die eigentlichen Messreihen beginnen.
Warum wird ein Kraftaufnehmer vorbelastet?
Dadurch können mechanische Setzvorgänge reduziert und reproduzierbarere Ausgangsbedingungen geschaffen werden.
Ist Vorbelastung dasselbe wie Tarieren?
Nein. Vorbelastung ist ein mechanischer Belastungsvorgang. Tarieren beziehungsweise Nullstellen verändert dagegen die Zuordnung des elektrischen beziehungsweise angezeigten Nullwerts.
Wie oft muss vorbelastet werden?
Das hängt vom angewendeten Kalibrierverfahren beziehungsweise der zugrunde liegenden Norm oder Richtlinie ab. Bei normgebundenen Kalibrierungen ist das darin festgelegte Verfahren maßgebend.
Was sind Laststufen?
Das sind definierte Referenzkräfte, die innerhalb des Kalibrierbereichs nacheinander angefahren werden.
Warum werden mehrere Laststufen benötigt?
Damit das Verhalten des Sensors über den Messbereich beurteilt werden kann und nicht nur bei einem einzelnen Kraftwert.
Was bedeutet steigende Belastung?
Die Kraft wird von einem niedrigen Wert schrittweise zu höheren Kraftstufen erhöht.
Was bedeutet fallende Belastung?
Die Kraft wird nach Erreichen einer hohen Kraftstufe schrittweise wieder reduziert.
Was ist Hysterese bei einem Kraftaufnehmer?
Hysterese beschreibt die Abhängigkeit des Messsignals von der Belastungsvorgeschichte. Bei derselben Kraft können bei steigender und fallender Belastung unterschiedliche Werte auftreten.
Warum sollte der Nullpunkt nach einer Belastung geprüft werden?
Eine bleibende Nullpunktänderung kann auf Setzvorgänge, mechanische Verspannung oder eine Überlastung hinweisen.
Was bedeutet Wiederholbarkeit?
Sie beschreibt, wie gut sich das Messergebnis bei wiederholter Beaufschlagung mit derselben Kraft unter gleichen Bedingungen reproduzieren lässt.
Warum reicht eine einzelne Messreihe nicht?
Ohne Wiederholung lässt sich kaum beurteilen, ob ein Messwert stabil reproduzierbar ist oder zufällig durch Krafteinleitung und andere Einflussgrößen entstanden ist.
Soll der Kraftaufnehmer allein oder mit Messverstärker kalibriert werden?
Das hängt von der gewünschten Aussage ab. Wenn der Verstärker Bestandteil der späteren Messkette ist, kann eine Kalibrierung der kompletten Messkette für die Anwendung besonders sinnvoll sein.
Warum beeinflusst der Messverstärker das Ergebnis?
Er verarbeitet das Ausgangssignal des Kraftaufnehmers und besitzt selbst Eigenschaften wie Verstärkung, Nullpunkt, Linearität und Temperaturabhängigkeit.
Warum ist die Temperatur bei einer Kraftkalibrierung wichtig?
Sowohl Messkörper als auch Elektronik und mechanische Krafteinleitungsteile können temperaturabhängig reagieren.
Was ist DIN EN ISO 376?
DIN EN ISO 376 beschreibt ein Verfahren zur Kalibrierung von Kraftmessgeräten, die zur statischen Verifizierung einachsiger Prüfmaschinen eingesetzt werden.
Muss jeder Kraftaufnehmer nach DIN EN ISO 376 kalibriert werden?
Nein. Ob dieses Verfahren erforderlich beziehungsweise sinnvoll ist, hängt von der Anwendung, den Qualitätsanforderungen und den geltenden Kundenvorgaben oder Normen ab.
Warum werden bei bestimmten Kalibrierungen steigende und fallende Kräfte gemessen?
Damit das Verhalten des Kraftmessgeräts bei Lastumkehr beziehungsweise seine Umkehrspanne beurteilt werden kann.
Was beeinflusst die Messunsicherheit einer Kraftkalibrierung?
Unter anderem Referenzkraft, Wiederholbarkeit, Auflösung, Nullpunkt, Hysterese, Temperatur, Ausrichtung, Krafteinleitung und die verwendete Elektronik.
Kann ein hochgenauer Sensor durch falsche Montage ungenau messen?
Ja. Querkräfte, Biegemomente oder mechanische Verspannungen können die praktische Messqualität deutlich verschlechtern.
Was ist der WIKA F2303?
Der bei ICS gelistete WIKA F2303 ist ein Zug-/Druckkraftaufnehmer mit Dünnfilmtechnik und Gelenkkopf für Messbereiche von 0 … 10 kN bis 0 … 45 kN.
Welche Ausgangssignale bietet der WIKA F2303?
ICS nennt unter anderem aktive Ausgangssignale 4 … 20 mA und 0 … 10 V. Je nach Ausführung sind weitere Optionen möglich.
Wofür eignet sich der F2303?
ICS nennt Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau, in der Fertigungsautomatisierung sowie an Pressen, Hubzylindern, Schweißzangen und Antrieben.
Was ist der WIKA F2802?
Der F2802 ist ein bei ICS gelisteter S-Typ-Zug-/Druckkraftaufnehmer mit Messbereichen von 0 … 0,5 kN bis 0 … 50 kN.
Was ist beim F2802 bei der Montage wichtig?
ICS weist darauf hin, dass die Messkraft zentrisch und querkraftfrei eingeleitet werden muss.
Was ist der WIKA F2822?
Der F2822 ist ein bei ICS gelisteter Zug-/Druckkraftaufnehmer für Materialprüfung und weitere industrielle Prüfaufgaben mit Messbereichen von 0 … 5 kN bis 0 … 500 kN.
Wo finde ich den WIKA F2303 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter WIKA F2303 Zug-/Druckkraftaufnehmer bei ICS Schneider.
Wo finde ich den WIKA F2802 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter WIKA F2802 Zug-/Druckkraftaufnehmer bei ICS Schneider.
Wo finde ich den WIKA F2822 bei ICS Schneider?
Weitere Informationen finden Sie unter WIKA F2822 Zug-/Druckkraftaufnehmer bei ICS Schneider.
Wo finde ich weitere Zug-/Druckkraftaufnehmer bei ICS Schneider?
Eine Übersicht finden Sie unter WIKA Zug-/Druckkraftaufnehmer bei ICS Schneider.
