Ladegeräte und Pufferladegeräte für industrielle Anwendungen

Ladegeräte und Pufferladegeräte dienen zur sicheren Versorgung und Ladung von Akkumulatoren, typischerweise Blei-Säure-, AGM- oder Gel-Batterien. Sie stellen eine definierte Ladespannung und einen begrenzten Ladestrom bereit und sind für Dauerbetrieb ausgelegt. Pufferladegeräte kombinieren Ladefunktion und Versorgung, sodass Verbraucher auch bei Netzausfall für eine bestimmte Zeit aus der Batterie weiterbetrieben werden können (USV-Funktion).

Fragen & Antworten zu Ladegeräten und Pufferladegeräten

Was ist der Unterschied zwischen einem Ladegerät und einem Pufferladegerät?

Ein reines Ladegerät lädt den Akku und wird anschließend meist vom Netz getrennt oder nur zeitweise betrieben. Ein Pufferladegerät arbeitet dauerhaft: Es versorgt den Verbraucher aus dem Netz und hält den Akku im Erhaltungs- oder Bereitschaftsladezustand. Fällt die Netzspannung aus, übernimmt automatisch der Akku die Versorgung, ohne dass ein Umschalten erforderlich ist.

Für welche Batterietypen sind industrielle Ladegeräte ausgelegt?

Industrielle Ladegeräte sind überwiegend für verschlossene oder offene Blei-Säure-Batterien ausgelegt, einschließlich AGM- und Gel-Technologie. Je nach Gerät können auch andere Chemien wie NiCd oder Li-Ion unterstützt werden, sofern die Ladeschlussspannungen, Ladecharakteristik und Schutzfunktionen explizit dafür vorgesehen sind. Die Kompatibilität muss immer mit den Batteriedaten abgeglichen werden.

Welche Ladecharakteristiken werden typischerweise verwendet?

Gängig sind IU-, IUoU- oder IUIa-Kennlinien. Dabei wird zunächst mit konstantem Strom (I-Phase) geladen, anschließend mit konstanter Spannung (U-Phase) bis zum Erreichen des Ladeschlusskriteriums. Eine optionale Erhaltungsladespannung (oU) sorgt anschließend für die dauerhafte Vollladung ohne Überladung. Die genaue Kennlinie richtet sich nach Batterietyp, Kapazität und Einsatzfall (Zyklen- oder Bereitschaftsbetrieb).

Wie dimensioniert man ein Ladegerät im Verhältnis zur Batteriekapazität?

Als grobe Faustregel liegt der Ladestrom im Bereich von etwa 0,1 C bis 0,2 C (C = Batteriekapazität in Ah). Bei einer 40-Ah-Batterie entspricht dies typischerweise 4–8 A. Für Pufferbetrieb mit langer Lebensdauer wird häufig ein eher kleinerer Ladestrom gewählt, bei zyklischem Einsatz kann ein höherer Ladestrom sinnvoll sein. Zusätzlich ist die geforderte Nachladezeit nach einem Netzausfall zu berücksichtigen.

Was ist der Unterschied zwischen Zyklenbetrieb und Bereitschaftsbetrieb?

Im Zyklenbetrieb wird der Akku regelmäßig be- und entladen, etwa bei mobilen Anwendungen oder häufigen Netzausfällen. Im Bereitschaftsbetrieb bleibt der Akku die meiste Zeit voll geladen und übernimmt nur im Störungsfall die Versorgung. Ladegeräte für Bereitschaftsbetrieb setzen häufig auf eine optimierte Erhaltungsladespannung, um Gasung zu minimieren und die Lebensdauer der Batterie zu maximieren.

Welche Schutzfunktionen sind bei Ladegeräten wichtig?

Wichtige Schutzfunktionen sind Kurzschlussschutz, Überstrombegrenzung, Verpolschutz, Temperaturüberwachung und Überspannungsschutz. Im Pufferbetrieb spielen außerdem Tiefentladeschutz, Batterietrennung bei Unterspannung und gegebenenfalls Redundanzkonzepte eine Rolle, um Verbraucher und Batterie vor schädlichen Betriebszuständen zu schützen.

Wie beeinflusst die Umgebungstemperatur die Ladespannung?

Die zulässige Ladespannung von Blei-Batterien ist temperaturabhängig. Viele Ladegeräte verfügen über eine temperaturkompensierte Ladespannungsregelung, bei der ein Temperatursensor an der Batterie angebracht wird. Bei niedrigen Temperaturen wird die Ladespannung erhöht, bei hohen Temperaturen reduziert, um Kapazität, Lebensdauer und Sicherheit zu optimieren.

Warum ist Strombegrenzung beim Laden wichtig?

Eine definierte Strombegrenzung verhindert übermäßige Erwärmung, Gasung und mechanische Belastung der Batterien. Vor allem bei teilentladenen oder tiefentladenen Akkus würde ohne Strombegrenzung ein sehr hoher Einschaltstrom fließen. Das könnte sowohl die Batterie als auch das Ladegerät thermisch überlasten und die Lebensdauer deutlich verkürzen.

Welche Rolle spielt die Restwelligkeit der Ausgangsspannung?

Die Restwelligkeit der DC-Ausgangsspannung beeinflusst sowohl die Batterie als auch angeschlossene Verbraucher. Für robuste Verbraucher ist eine moderate Welligkeit unkritisch, bei empfindlichen Elektroniklasten werden häufig Ladegeräte mit geglätteter, geregelter Ausgangsspannung eingesetzt. Zu hohe Welligkeit kann zu Erwärmung und vorzeitiger Alterung der Batterie beitragen.

Können Ladegeräte und Verbraucher gleichzeitig an der Batterie betrieben werden?

Ja, genau das ist der typische Pufferbetrieb. Das Ladegerät speist den Verbraucher und lädt gleichzeitig die Batterie. Die Auslegung muss sicherstellen, dass die maximale Last plus erforderlicher Ladestrom innerhalb der Nennleistung des Geräts liegen. Im Netzausfall übernimmt die Batterie nahtlos die Lastversorgung, das Ladegerät fungiert dann als reine Last.

Wie wird der Ladezustand der Batterie überwacht?

Je nach Gerät stehen LED-Anzeigen, analoge Instrumente oder digitale Anzeigen für Spannung, Strom und Statusmeldungen zur Verfügung. Einige Ladegeräte bieten Relaiskontakte oder Signalausgänge, über die Zustände wie Netz vorhanden, Batterie laden, Batteriefehler oder Tiefentladung an übergeordnete Steuerungen übertragen werden können.

Was ist beim Einsatz in sicherheitsrelevanten Anwendungen zu beachten?

In sicherheitsrelevanten Anwendungen wie Notbeleuchtung, Alarm- oder Prozessleitsystemen sind hohe Verfügbarkeit, Redundanz und regelmäßige Funktionsprüfungen entscheidend. Ladegeräte müssen normgerecht ausgelegt sein, definierte Batterietests unterstützen und klare Meldungen bei Fehlern liefern. Zusätzlich sind Wartungspläne und regelmäßige Kapazitätstests der Batterie erforderlich.

Können mehrere Ladegeräte parallel an einer Batterie betrieben werden?

Dies ist prinzipiell möglich, erfordert aber Ladegeräte, die für Parallelbetrieb geeignet sind oder eine Stromaufteilung über Dioden- oder MOSFET-Entkopplung vorsehen. Ziel ist, Rückströme zwischen den Geräten zu vermeiden und die Last gleichmäßig zu verteilen. In kritischen Anwendungen kann ein redundanter Aufbau mit n+1-Geräten realisiert werden.

Welche Anforderungen gelten für den Anschluss und die Leitungsdimensionierung?

Die Anschlussleitungen müssen für den maximalen Lade- und Entladestrom dimensioniert und mechanisch gut befestigt sein. Übergangswiderstände an Klemmen und Steckern sind zu minimieren, um Spannungsabfälle und Erwärmung zu vermeiden. Zudem ist auf ausreichende Schutzmaßnahmen gegen Kurzschluss und Verpolung im gesamten DC-Kreis zu achten.

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